Unvorbereitet nach Hause mitgenommen…

Das war noch vor meinem Urlaub.

Ich hatte mal wieder ein Date. Die Anzahl seit Corona ist vernünftigerweise sehr überschaubar. Aber das Daten, im Sinne von jemanden treffen, ergründen, flirten, reden und lachen ist mir wirklich abgegangen. Das Date war gar nicht intendiert. Derjenige hat mich glaube ich zum ersten Mal vor 5 Jahren auf Grund des Blogs angeschrieben. Liest also schon lange mit. Ist aber nie was draus geworden außer ein paar Zeilen hin und her. Dann ergab es sich, dass er mich in der richtigen abenteuerlustigen Laune erwischte und ich einem Date zustimmte. So wie es für nicht vereinbarte Dates oftmals keinen besonderen Grund gibt, außer „es passt gerade nicht“, so ist es anders herum auch. Soll heißen, man sollte das durchaus nicht immer persönlich nehmen im Dating-Game. (Was ich mir in der Tat auch ab und an wieder hinter die Löffel schreiben sollte). Manchmal entscheidet einfach der Zufall über Date oder No Date.

Nach langem Vorlauf, jetzt also ein Go. Also ab in den Biergarten bei mir ums Eck – Erwartungen keine, außer ein kühles Getränk und ein Gespräch. Und das Beste an „man hat keine Erwartungen“ ist, dass man dann gleich mal positiv überrascht werden kann. So geschehen als er vor mir stand. Huch, niedlich dachte ich. Er war mein Typ. Das könnte ein guter Abend werden. Mal wieder ein Berater, mein altes Beuteschema. Aber er war nicht so klischeeig. Ich muss noch dazu sagen, dass ich beim Date ein Bayern-Trikot trug. Ich war an dem Tag mit dem Trikot in der Arbeit gewesen und hatte mich danach nicht mehr umgezogen. War nach dem Finaleinzug, glaube ich. Wenn er mich damit (hin) nimmt, dann kann ja eigentlich nix mehr schiefgehen. Aber ich Vollheld hatte meinen Geldbeutel zu Hause vergessen. Was mir wirklich peinlich war, weil ich mich ja nicht aushalten lassen wollte. Er nahm es ganz locker hin, ich schämte mich ein wenig.

Er hat mich zu Beginn des Dates voll viel über mein Blog ausgequetscht. Nach dem Motto „Die große Bloggerin“, was mir schmeichelte, aber Quatsch ist. Aber er gab mir dadurch easy ein gutes Gefühl. Ich konnte von mir erzählen, cooles Gespräch. Aber ich bin ja auch an meinem Gegenüber interessiert, so dass es nicht einseitig blieb. Ich hab gerade Probleme einen Namen für ihn zu finden: Mr. Berater, auch wenn ihm der nur so medium gerecht wird. Ich finde, wir hatten ein spannendes Gespräch schon allein deswegen hat es sich gelohnt mich mit ihm zu treffen. Er war auf Termin in meiner Stadt und hatte in meiner Ecke ein Hotelzimmer gebucht.

Ich welcher Laune auch immer ich auf die Idee kam, dass ich ihn fragte, ob er noch mit zu mir kommen will. Geilheit vermutlich, weil meine Wohnung war Null überhaupt nicht auf Besuch eingestellt. Also eigentlich lag viel Zeug rum, Klamotten, Küche nicht aufgeräumt. Wie es halt so nach ein paar Tagen aussieht, wenn man sich nicht kümmert. Aber ich hatte Lust auf ihn. Und wollte ihm meinen Balkon mit der grandiosen Aussicht zeigen. Ich hatte da die Blowjob bei den Lichtern der Stadt-Nummer im Kopf.

Er hatte allerdings anderes im Sinn. Wollte mich verwöhnen. Memo an mich selbst – das ist nächstes Mal der Moment in dem du aufstehst und einfach schnell in die Dusche verschwindest. Ist ja auch nicht so schwer eigentlich. Oh Mann.

Ich hatte unsexy Unterschwäsche an, war nicht rasiert und nicht geduscht. Ich verstehe ja auch nicht was mich geritten hat. Wenn ich an diesen Abend zurück denke, dann fällt mir als erstes ein „O Gott, hoffentlich hat meine Muschi nicht super doof geschmeckt…“ Ich schäme mich für meine unaufgeräumte Wohnung und mein unaufgeräumtes Selbst. (Bei allen Dates danach habe ich das besser hinbekommen) Er schaffte es mir einen Orgasmus zu lecken. Und wollte keine Revanche, was mich ja am Allermeisten aus dem Konzept brachte und ich bis heute eigentlich nicht verstanden habe. Wollte mich lecken, aber ich durfte nicht blasen. Sehr schräg. Mein Kopf sagte gleich: „Ohje, du bist nicht sein Typ, hast verkackt“. So endete unser Abend mit so ein paar Fragezeichen in meinem Kopf. Aber wir schreiben noch und ich hoffe er kommt mal wieder. Ich würde jedenfalls gerne noch einen besseren Eindruck hinterlassen. Er hat mich quasi in der Joggingbuxe schon genommen, also bekommt er mich dann in der sexy aufgerüschten Version. Das Angebot steht.

3 Gedanken zu „Unvorbereitet nach Hause mitgenommen…

  1. Er hat Dich authentisch erlebt, was ist daran verkehrt? Nix! Daraus können sich, so glaube ich, viel tragfähigere Verbindungen entstehen als aus vorbereiteten, getimten Dates.
    Eine Wohnung ist eine Wohnung und keine Puppenstube.
    Du schreibst, er kennt Deinen Blog – dann weiß er, dass Du glücklicherweise kein klinisch erzeugtes Kunstpüppchen bist, sondern ne Frau die lebt!
    Lass Dich mal nicht aus der Fassung bringen.

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