Ambivalente Gefühle

„Bist du jetzt verliebt, oder nicht?“ Das stand als Kommentar unter meinem Blogeintrag „Wieder mal was Festes“ über die Geschichte mit Tarek. Und er brachte mich zum Nachdenken. Eine sehr berechtigte Frage, wenn man schreibt, dass man nun wieder so eine Art Beziehung eingegangen ist. Und irgendwie konnte ich sie nicht mit Ja beantworten. Was habe ich da nun eigentlich?

Eigentlich wollte ich den Blogeintrag über ihn und mich viel eher schreiben, als ich noch voll verknallt war. So kurz nach der Pornokino-Geschichte. Aber ich bin nicht dazu gekommen. Deswegen fehlen auch die Facetten unserer Treffen danach. Die Verknalltheitsphase in der wir das Commitment machten war gefolgt von ich bin im Urlaub und er war ne Weile krank oder viel mit den Pferden beschäftigt. Und so ist schneller als gedacht, aus dem Festen mit wir schreiben uns täglich und erzählen uns unseren Alltag eine stinknormale Freundschaft Plus geworden. Was mir eigentlich ziemlich Recht ist. Wir sehen uns immernoch regelmäßig etwa einmal die Woche. Meistens besucht er mich bei mir. Er hat auch schon zwei Mal übernachtet, was wirklich schön war, mit viel Nähe. Allerdings schläft er auswärts nicht so gut, so dass er nun immer nach Hause fährt. Was total okay ist. Aber wir schreiben uns viel weniger, was völlig okay ist. Meistens schreiben wir, wenn einer von uns Lust hat den anderen zu sehen.

Aber irgendwie habe ich ambivalente Gefühle mit ihm. Ich mag die tiefsinnigen Gespräche mit ihm vor Allem über sein Leben, das sehr weit von meinem weg ist. Mir eine Welt zeigt, die ich so nicht kenne. Ich habe ehrliches Interesse daran in ein Leben zu blicken, das nicht annähernd so priveligiert ist wie meines. Ohne zu werten. Mit seiner zerrütteten Familiengeschichte, Freunden denen man nicht vertrauen kann, Kriminalität, viel Religion weil sie Rettungsanker für ihn war, Liebe zu Tieren, Misstrauen Menschen gegenüber, Sport als Mittel der Wehrhaftigkeit. Mit so vielem was für mich Klischee ist, wie irgendwelchen Schlägereien und Drogenerfahrungen. Aber wohl doch so vorkommt. Aus denen er aber hinaus gewachsen ist. Ich vertraue ihm. Aber er hat so Momente, da macht er mich total fuchsig. Er hat diese nervige Angewohnheit mir dauernd auf den Arsch hauen zu wollen. Damit meine ich nicht beim Sex, sondern sonst, also beim Vorbeigehen, bei der Begrüßung… (Zu seiner Verteidigung – er macht das nicht in der Öffentlichkeit) Es macht mich wahnsinnig, ich hasse das. Irgendwie fühle ich mich da nicht Ernst genommen. Oder Nicht-Lecken wollen und dieses „Hände weg von meinem Arsch“-Männlichkeits-Ding, das er irgendwie verinnerlicht hat. Da muss ich mit den Augen rollen. Oder zu glauben, dass man ja anal ohne Gummi ficken kann, weil Gummis ja nur den Zweck haben Schwangerschaften zu verhindern. Anders kann ich mir nicht erklären, wie man auf die Idee kommt eine Frau ohne Gummi nehmen zu wollen, die offensichtlich so viele wechselnde Sexualpartner hat wie ich. Oder Pornomäßiges an der Klitoris Rumgerubble, das zu exakt gar nichts führt. Oder trotz des Hinweises „Gleitgel ist dein Freund“ auf die Muschi spucken und glauben das funktioniert ähnlich gut.

Aber er ist Willens zu lernen, wie mein Körper tickt. Er ist auf meine Lust bedacht. Er hat nen mittelgroßen Schwanz, mit dem er mich relativ easy anal ficken kann. Ich war erstaunt. Er hat Lust auf BDSM und auch eine natürliche Dominanz die mich ebenfalls erstaunt hat. Er probiert ohne Berührungsangst mein Spielzeug an mir aus. Das mag ich. Er fickt mich ziemlich gut mit meinen Dildos. Er ist stark, hat starke Arme. Das Training zahlt sich aus. Ich liebe es wenn er meine Hände festhält und ich mich wirklich kaum wehren kann. Oder wie er mich an den Haaren zieht oder in den Nacken greift, Holla, die Waldfee. Ich liebe es wenn er mich küsst, weil ich seine Leidenschaft spüren kann und in jedem Kuss merke, wie sehr ihn das mit mir anturnt. Bis er zu leidenschaftlich wird. Und während er mich fickt ich nur noch merke, dass sein Bart mich kirre reibt im Gesicht. Ich hab relativ empfindliche Haut und er so nen südländischen Bartwuchs, bei dem er sich eigentlich drei Mal am Tage rasieren müsste. Und dann reißt es mich komplett aus meiner Lust raus und ich halte dann noch aus bis er fertig ist, komme aber selbst nicht. So war es gestern.

Aber wir hatten auch schon Abende, da bin nur ich gekommen. Einmal hat er mich (mit Gleitgel und Gummi, juhu) anal genommen, doggy. Mag ich sehr. War vorher schon ordentlich angeturnt, bin mit Nachhelfen (Kitzler massiert) ziemlich schnell gekommen. Hab ihn dann noch eine Weile machen lassen. Das geht aber oft nicht lange, vor Allem anal nicht, wenn ich gekommen bin. Und danach war ich nicht mehr anfasswillig und müde. Da musste der Arme unbefriedigt nach Hause. Das hat dafür gesorgt, dass er mich nun immer quasi gleich ficken will, aus Angst, dass ich eventuell komme und dann keine Lust mehr habe. Da will das Vorspiel gut getimed sein. Aber er hat den unschlagbaren Vorteil einer der wenigen ungebundenen Männer in meinem Portfolio zu sein, der eigentlich auch fast immer Zeit und Lust hat.

Also das Fazit: Ich bin nicht verliebt in ihn. Aber ich mag ihn, auch mit den Schrägheiten oder Blessuren. Ich glaube, dass er meinen Körper und meine Lust noch besser lesen lernen wird. Freundschaft Plus.

3 Gedanken zu „Ambivalente Gefühle

  1. Liebe Remi,
    ich liebe es einfach, wie Du uns hier an Deinem Leben, Deinen Gedanken, Deinem Sex teilhaben lässt. Mir tut es einfach gut, dass Du so offen bist und irgendwie denkt „man“ Dich schon ernsthaft zu kennen – obwohl das natürlich nur ein kleiner Teil von Dir ist. Besonders gefällt mir Deine lockere Integration der sexuellen Belange, wo ich in meiner Umgebung eine nahezu krankhafte Trennung erlebe.
    Irgendwie tut es mir natürlich auch sehr gut, zu sehen, dass auch Frauen richtig geile und zügellose Gedanken haben und umsetzen. Das befreit auch meine Seele weiter davon, dass Sex, Porno, und alles sowas…. etwas mit Unterdrückung, Verurteilung, sogar Abartigkeit zu tun hat. Deine Schilderungen verbinden sie (für mich) mit Liebe, Toleranz, Wunsch nach Kennenlernen, einfach liebevollem Verstehen, Sorgen um den Anderen, aber auch ganz sehr wichtig, um sich selbst.
    Nun hat das alles noch nichts mit Deinem Wunsch nach wirklicher Partnerschaft zu tun…
    Ich wünsche Dir von Herzen , dass Du diese findest und richtig glücklich wirst.
    Ich stelle mir trotzdem gerne vor, dass Du mir mal einen bläst und denke, dass das in Ordnung für Dich ist…
    Das macht es so „cool“ hier.
    Meinen Dank an Dich, den musste ich jetzt einfach mal loswerden!

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