Keine hard limits…

Endlich ein neuer Lappi. Endlich kann ich wieder ordentlich tippen. Das war auf meinem 5 Jahre alten Gerät mittlerweile wirklich mühsam geworden. Zumal auch die Ladebuchse einen Wackler und der Akku stark nachgelassen hatte. Für das neue Gerät habe ich einen Deal mit meiner Mutter gemacht und arbeite den Laptop so nach und nach bei ihr ab.

Ich habe ewig viel zu schreiben, viel erlebt die letzten Wochen. Ich weiß eigentlich gar nicht, womit ich anfangen soll. Update Kollege: Während ich im letzten Beitrag noch darüber geschrieben habe, dass der (Ex-) Kollege und ich wieder an einer Art von Beziehungsmodus arbeiten, ist jetzt wieder alles anders. Von Mitte Mai bis vorgestern waren wir wieder wie vorher in einer Art Beziehung gewesen. Jetzt hat er mich erneut auf WhatsApp blockiert. Wir hatten einen wirklich tollen Sommer zusammen. Waren viel am See. Haben uns weniger gesehen, als vorher, aber wenn dann hatten wir eine schöne Zeit. Wir hatten wieder guten und leidenschaftlichen Sex. Er hatte für sich beschlossen nicht mehr mitzulesen was ich hier schreibe. Ob er das durchgehalten hat, weiß ich nicht. Was nie ausgesprochen war: ob es nun okay ist, dass ich auch andere Männer treffe oder nicht. Ich habe es nicht thematisiert und er nicht danach gefragt. Vermutlich wird das immer der Knackpunkt zwischen uns bleiben.

Ich bin zu radikaler Akzeptanz übergegangen und nehme es nicht persönlich, dass er mich blockiert hat. Insofern er es zum letzten Mal nicht verändert hat, könnte ich ihm jederzeit eine Email schreiben. Es sind also nicht alle Kommunikationswege versperrt. Aber ich respektiere, dass er mir durch das Blockieren mitteilt, dass er sich nun wieder um sich selbst kümmern muss. Er hat da mehr Baustellen, nicht nur mich oder uns. Er wird mir trotzdem der vertrauteste Mensch bleiben. Seine Nähe wird mir nun wieder fehlen. Leider habe ich es noch nicht geschafft auch unsere tollen sexuellen Erlebnisse nach zu bloggen. Mal sehen, ob ich noch dazu kommen werde.

Der Punkt, wo es ihm dann am Ende vermutlich zu viel geworden ist, war als ich in den Urlaub gefahren bin. Ich bin losgefahren und habe einfach Menschen in Süddeutschland besucht. Ich musste einfach raus.

Eine Station, die sich ergeben hat war der Besuch beim Jäger. Eigentlich bin ich mir bis jetzt nicht sicher, ob es eine gute Idee ist darüber zu schreiben. Warum? Durch ihn habe ich gelernt, wie klein oder besser wie verzweigt eigentlich die BDSM-Social-Media-Bubble ist. Das ist vermutlich Fluch und Segen. Dass es in dieser Bubble harte Lästereien hinter verschlossenen Accounts gibt. Was muss mich das jucken? Ja, das frage ich mich mit zehn Tagen Abstand auch. Aber zugegebenermaßen ist es mir zwei Tage richtig auf den Zünder gegangen. Denn ich habe niemandem was getan und ziehe auch meines Erachtens nie über jemanden her. Aber wer es braucht. Aber auch dass in der Bubble irgendwie immer um die Deutungshoheit in Sachen BDSM gerungen wird. Eigentlich beteilige ich mich (auch bewusst) nie an den richtig und falsch Diskussionen. Ich erzähle nur meine Geschichte, mit allen Fehlern oder fragwürdigen Erlebnissen. Ich würde nie einen Ratgeber schreiben. Ich reflektiere BDSM nur nach wie hat es sich für mich angefühlt. Mittlerweile gibt es unzählige Blogs und Twitter-Accounts, die über das Thema schreiben. Die das viel intensiver leben. Sich mehr damit beschäftigen. Ich war vor acht Jahren, als ich zu bloggen begonnen habe noch deutlich exotischer. Aber die Szene ist trotzdem nicht sehr groß. Viele kennen sich untereinander. Das was mich schon damals als ein Grund eher mal vom Besuch einer einschlägigen Party abgehalten hat in der Zeit, als Mr. Bondage viel unterwegs war, waren die Eifersüchteleien untereinander. Ich hab immer versucht mich da nicht reinziehen zu lassen. Online ist das ähnlich. Vor ein paar Jahren hatte Mr. Bondage ein intensives Verhältnis zu einer Sub, die auch bloggt. Ich erinnere mich gerade nicht, ob ich jemals darüber geschrieben habe. Ich meine schon. Ich habe auch ihren Blog nur mal kurz quer gelesen, es dann wieder sein lassen. Nicht weil er nicht gut wäre, sondern weil ich nie überlegen wollte, ob ich jemanden wiedererkenne. Warum ich erzähle ich das? Weil der Jäger eine Sub von Mr. Bondage kennt. Jab, diese Welt ist klein. Und dann soll man frei darüber schreiben, ohne beim Tippen jedes Wort auf die Goldwaage zu legen. Eigentlich unmöglich. Aber ich versuche es. Mal sehen, wie es mir gelingen wird.

Ich war wirklich lange nicht mehr einschlägig unterwegs. Und hatte es auch nicht auf dem Plan. JD und Mr. Bondage waren bisher eigentlich die einzigen beiden mit denen das längere Phasen wunderbar funktioniert hat. Also das irgendwas mit BDSM. Nach einem Ersatz für die beiden suchen war immer eher unbefriedigend gelaufen. Und auch bei sowohl JD, als auch bei Mr. Bondage hatte es sich einfach ergeben. Ich hatte nie nach einem von ihnen gesucht.

Als ich zum Jäger gefahren bin, hatte das Treffen überhaupt keinen Hintergedanken. Weder Sex, geschweige denn was Härteres waren Thema. Wir waren zum Wandern und Draußen sein verabredet. Ich wollte mir die Gegend beim ihm ansehen, was man eben so im Urlaub macht. Ich hatte auch nicht wirklich auf dem Schirm gehabt, dass er dominant unterwegs ist. Eigentlich wurde mir das erst wirklich bewusst, als er kurz vorher noch schrieb, welche Variante von ihm ich denn treffen wollte: Den verrückten Kerl mit den Flausen im Kopf (Ja genau den), den nicht monogamen Typen oder den harten Dom oder alle… Bei hartem Dom klingeln bei mir ja immer gleich alle Autschi meine Nippel-Alarmglocken. Zu mal ich gar nicht in der Laune für irgendwas Schmerziges war. Aber ich lebe ja nach dem Motto „Mal sehen was passiert“, ohne Erwartungen. So kommunizierte ich das dann auch.

Jetzt wo ich hier sitze und versuche darüber zu schreiben, fällt mir auf, dass mir so viele Details fehlen, dass ich mich vor Allem daran erinnere, wie sich alles angefühlt hat nämlich sehr intensiv. Es fing mit Pizza an und endete mit Sex überall in seinem Haus. Er ist superschlau, was mich sehr kickt, weil ich es mag, wenn ich geistig gefordert bin, er ist nicht sehr eitel und nimmt sich selbst nicht so ernst (vor Allem auch als Dom nicht – mega Pluspunkt) und er ist ziemlich radikal ehrlich – no Games, man weiß woran man ist. Wir mochten uns gleich. Um nicht zu sagen, es hat relativ schnell echt geknistert zwischen uns. Wir waren knutschkompatibel (Juhu), was relativ schnell zu Sex auf dem Sofa führte. Einzig daran, dass er aus Gründen Viagra nimmt und deswegen eher schwierig kommt, musste ich mich gewöhnen. Wir konnten die Finger aber ab dem Moment nicht mehr von einander lassen. Fummeln, Knutschen, Blasen beim Kochen, Nähe, nackte Haut, zusammen duschen, Händchenhalten beim Ausflug, Knutschen in der Öffentlichkeit… Wie so verliebte Teenager. Aber mein Kopf sagte immer: „Cool down.. Er hat noch zwei weitere Partnerinnen, du passt da nicht auch noch rein. Also chill dich wieder.“

Nach dem Vanilla-Einstieg gab es relativ schnell ein Rantasten, was ich so an Spielen mag. Nippel-Klemmen, Schläge auf den Hintern, die Spuren hinterlassen… Lange habe ich das nicht mehr so zulassen können, so dass ich das auch genießen konnte. Bei ihm, dem bekennenden Sadisten, ging das aber. Da ich ja nicht besonders masochistisch veranlagt bin, kann mich der Sadist in ihm ziemlich einfach quälen. Immerhin. Und sein Sadismus lebt von der Reaktion, die er erzeugt, also passt es dann wohl auch für ihn. In dem Wissen, dass er die Dinge tut um mir Spaß zu bereiten. Ich wusste ungefragt, dass er sehr genau auf meine Reaktionen achten und dass er keine Grenzen überschreiten würde. Er, der Kopfmensch, der alle Eventualitäten einkalkuliert. Das machte es meinem Kopf einfach. Er fragte mich, ob ich das wolle: Ja. „Hard limits?“ Wenn er mich fragt: Keine. Kein Safewort. Ich wusste einfach, dass er auf mich aufpasst. Ich spürte das. Ich kannte ihn quasi nicht. Aber es war da. Wenn ich das Gefühl habe, keine Limits nennen zu müssen, weil der Partner sensibel ist für Grenzen, dann lohnt es sich für mich zu spielen. Wenn ich mich ohne zu zögern in seine Hände begeben möchte. Ohne Netz und doppelten Boden. Fern von jedem Lehrbuch. Nur Bauchgefühl. Er würde meinen Kopf ficken. Mir weh tun, es würde intensiv sein. Ich hatte vergessen, dass es Momente gibt in denen ich das sehr will.

Er kommuniziert währenddessen, fragt, ob alles okay ist. Ob mir was gefällt. Er kannte meinen Körper noch nicht. Musste sich Rantasten an meine Lust. Speichert Feedback in seinem Kopf ab. Erfüllt Wünsche und Fantasien. Sex zum Einschlafen, Sex zum Aufwachen. Fesseln, Wäscheklammern, Magic Wand, Dildo. Am Ende geleckt auf dem Esstisch und gefickt auf dem Badezimmerboden. Kuscheln, Einseifen, Blowjobs. Gefickt auf dem Parkplatz an einer viel befahrenen Straße. Unten ohne auf dem Beifahrersitz. Höschenlos aussteigen aus seinem Auto bis zum Haus. Gute Gespräche über das Leben. Seinen Arbeitsplatz kennenlernen. Über sein Hobby lernen. So intensiv komprimiert war das zwischen uns zwei. Das einzige, wo wir nicht kompatibel sind ist beim Essen. Aber was solls. Noch immer habe ich das Abziehbildchen-Einhorn im Dekolleté, das wir zum Spaß dort angebracht haben. Immer wenn ich es sehe, muss ich schmunzeln. Keine Ahnung, wohin das mit uns führt. Mit viel gegenseitigem Freiraum sicher zu einem Wiedersehen…

Ein Gedanke zu „Keine hard limits…

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