Lesen oder ignorieren

Ich habe mein Blog Mitte Juli 2013 von einer anderen Plattform hierher umziehen müssen und beginne nach 100.000 Klicks von vorne. Leider konnte ich all die wunderbaren Kommentare nicht mitnehmen. Die zeitliche Reihenfolge habe ich unverändert gelassen.
Wer anfängt zu lesen und sich interessiert, dem rate ich die Einträge von hinten nach vorne (Beginn Oktober 2012) zu lesen, dann kann man die Zusammenhänge und die Entwicklung nachvollziehen.

Dieses Blog wird geschrieben, weil ich das Bedürfnis hatte meine Erlebnisse mit Anderen zu teilen und weil ich gern schreibe. Es dient der Unterhaltung derer, die sich gerne von meinen Erlebnissen unterhalten lassen möchten.
Jedem Leser steht es frei zu lachen, den Kopf zu schütteln, erschrocken zu sein, mich zu verurteilen, das Blog zu ignorieren, mich kindisch, erbärmlich, lustig, hinterfotzig, mutig, schlampig, notgeil oder interessant zu finden. Gerne kann man mich auch bemitleiden. Genauso darf jeder die Geschichten glauben (was ich doch sehr hoffe, weil ich einfach das aufschreibe, was ich erlebt habe), sie unglaubwürdig oder schlecht geschrieben finden.

Ich hoffe, dass jeder, der es schlecht geschrieben, verwerflich, uninteressant, erbärmlich oder niveaulos findet, seine Lebenszeit für bessere Dinge nutzt, als das hier zu lesen oder sich darüber aufzuregen. Das ist es nämlich überhaupt nicht wert. Yolo baby. Lies es oder lass es.

Ich weiß mein Verhalten und darüber auch noch zu schreiben polarisiert. Ich weiß auch, dass ich über mich lachen werde, ich werde manches bereuen, ich werde mich verfluchen, ich würde vieles wieder tun, würde manches anders machen, werde weinen, jammern, hadern, aber auch mich erfreuen, genießen und großartige Dinge erleben. Ich werde hoffentlich vieles über mich lernen und Neues erleben. Ich will und werde alle Fehler selbst begehen und daraus lernen oder eben nicht. Ich werde mir meine Finger verbrennen und mir von meinen Freunden den Kopf waschen lassen müssen, wenn ich es übertreibe. Aber ich werde es tun.

Ich hab es wieder getan…

Der Wunsch wieder loszuziehen und wieder in mein „Seitenspringerinnen“-Leben zurückzukehren wurde immer größer. Aber auf der anderen Seite ging es nach jedem schon gefühlten Ende wieder zurück in die Beziehungskonstruktion mit dem Kollegen. Warum? Weil mir die Freundschaft zum ihm unbezahlbar wichtig geworden war. Dass ich täglich jemanden anrufen konnte nach der Arbeit um den Tag zu reflektieren war mir sehr wertvoll geworden. Es war eine Begleitung durch das Leben. Aber es gab eben nicht „nur“ Freundschaft. Das war ein sehr seltsame Situation. Erst hatte ich begonnen mich wieder mit dem ein oder anderen Mann aus früheren Zeiten zu treffen – zum Essen und Quatschen. Schon allein das war mir wirklich abgegangen. Das Daten, das Hineinblicken in andere Leben

Ich roch wieder Lunte. Die Qual zwischen der Freiheit und der Freundschaft wurde immer größer. Ich hatte mich sehr lange für die Beziehung/Freundschaft entschieden. Aber vermutlich war mir meine Zerrissenheit anzumerken. Und dann machte der Kollege den Cut. Dieses Mal hat er einen Schlussstrich gezogen. Er war mir zuvor gekommen. Mit einem kompletten Kontaktabbruch. Harte Umstellung. Sehr einsam. Es vergeht kein Tag an dem ich nicht an ihn denke und mich frage, wie es ihm geht und was er wohl gerade tut. Aber ich bin auch wieder losgezogen. Raus aus der Komfortzone. Ich musste los. Sonst wäre ich das Wochenende ohne Termine allein zu Hause gesessen. Gar nicht erst einigeln. Eher Verdrängen.

Es ging los nach Wien, in eine Stadt an die ich so viele Erinnerungen habe auch an Reisen mit Mr. Bondage. Wollte jemand treffen, mit dem ich schon lange mal verabredet war. Er musste aus gesundheitlichen Gründen kurzfristig absagen. Meine Zugtickets waren aber schon gebucht. So beschloss ich trotzdem zu fahren und stellte auf Joy noch eine Anfrage ein, ob jemand Lust hätte, das Wochenende touristisch (nicht sexuell) mit mir dort zu verbringen. Es trudelten nach und nach Angebote ein. Das ungewöhnlichste interessierte mich am meisten. Ein junger Mann knapp unter 30 schrieb mich an und bot mir an, dass ich das Wochenende bei ihm in seiner 24 qm Wohnung verbringen könnte. Er war beruflich eine Woche vorher in die Stadt gezogen. Er wirkte gebildet und an der Welt interessiert. Ich müsste Schlafsack und Feldbett mitnehmen, weil sein Bett nur für eine Person ausgelegt ist.

Das war so verrückt cool, dass ich darauf am meisten Lust hatte. Auch wenn ich dann viel mehr Kram als geplant mitnehmen muss. Aber es klang genau so abenteuerlich wie ich es haben wollte. Ich packte mein Köfferchen, mein Feldbett und den Schlafsack und kam mir wie der große Abenteurer vor, als ich am Bahnhof in den Zug nach Wien stieg. Das ist die Freiheit, für die ich auf Nähe verzichte. Es scheint wohl so, als ob das eine oft der Preis für das andere ist. Er würde mich dort am Bahnhof abholen. Ich freute mich. Wenn er im schlimmsten Fall dann nicht da stand, dann müsste ich mir halt noch ein Zimmer irgendwo buchen. Viel zu verlieren hatte ich nicht. Wien ist immer lohnenswert. Und ich war mir sicher wir würden es zwei Tage ganz gut miteinander aushalten.

Nach knapp vier Stunden stieg ich etwas lädiert aus dem Zug wieder aus, weil ich in meine Sitzplatzreservierung ausgerechnet hinter einer Horde besoffener Halbstarker erwischt hatte. Auch mit Kopfhörern waren die nicht ganz auszublenden. Ich war erstmal froh angekommen zu sein. Und ich wurde abgeholt. Da stand er: jung, nur knapp so groß wie ich, schlank, sympathisch. Jab, das würde funktionieren. Als ich ihn sah, fiel mir auf, dass ich gegen meinen Grundsatz verstoßen hatte niemanden daten zu wollen, der jünger als mein kleiner Bruder ist. Und er war einfach mal unter 30. Hui, schon jung irgendwie. Mr. Uni, weil er an einer der Universitäten arbeitet. Ich ging erstmal davon aus, dass wir zwei schöne Tage haben würde, ob mit Sex wusste ich beim besten Willen nicht. Keine Ahnung auf was für Frauen er so steht. Aber es war auch erstmal gar kein Thema. Wir fuhren zu seinem Apartment, damit ich mein Zeug abgelegen konnte. Wie eine ziemlich moderne Studentenunterkunft. Möbliertes Zimmer, hochwertig eingerichtet, kuschlig klein. Spezialität: Glastüre zum Bad. Hui. Das ist natürlich eine Challenge, wenn man sich nicht kennt und ich sah mich im Geiste schon zwei Tage lang nicht groß aufs Klo gehen. Aber mal sehen, ob ich da eine Lösung finden würde für das Problem.

Ich baute mein Bett auf – womit das Zimmer dann nahezu voll war. Und wir gingen Essen. Da es schon spät war, gab es keinen weiteren Plan. Wir unterhielten uns gut. Ich war froh, dass ich wirklich losgefahren bin und mich auf das Abenteuer eingelassen habe. Nach dem Essen gingen wir zurück in die Wohnung. Er bot mir noch ein Glas Wein an und wir quatschten. Wir saßen auf seinem Bett nebeneinander. Irgendwann war klar, dass er wohl Lust hatte zumindest auf knutschen. Ich hatte ihm vorher schon gesagt, dass ich meine Tage habe und damit angedeutet, dass ich damit keine Lust auf jemanden haben, den ich noch nicht kenne. Irgendwann erbarmte ich mich in der keiner weiß wie er es nun anfangen soll-Situation und machte einen Witz und darüber und wir knutschten. Junges ungestümes Knutschen, nicht schlimm, aber mal wieder anders. Und streicheln und fummeln und irgendwann bot ich ihm nen Blowjob an.

Bei Männern seines Alters ist es wahrscheinlich eh schon selbstverständlich, dass sie gut rasiert sind und einen gepflegten Schwanz haben. Ich blies mich durch mein Repertoire und versuchte zu verstehen, was ihm davon gefällt. Was nicht sehr einfach war, weil er von den Reaktionen her nicht gut zu lesen ist. Wenig Reaktion. Er mochte, wenn man ihm leicht gegen die Eier drückt. Das war als einziges eindeutig zu verstehen. Aber sonst? Ich blies ausdauernd und hingebungsvoll. Die Lösung, er ist ein Kopfmensch ähnlich wie ich und bekam diesen nicht ausgeschaltet. Ich war mir die ganze Zeit nicht sicher, ob ich am Ende einfach nur nicht wirklich sein Typ war, für ihn die Gelegenheit aber eben gerade günstig war, er das wollte, aber irgendwie halt doch nicht. So wirkte es, ich habe ihn nicht gefragt. Vielleicht war er aber auch einfach nur supernervös, weil ich älter und deutlich erfahrener bin. Das kann auch sein. Am Ende machte er es sich selbst während ich seine Eier leckte.

Nach einem wirklich schönen Tag in der Stadt kamen wir am zweiten Abend in sein Zimmer zurück. Ich ging duschen und kam nur mit einem Handtuch bekleidet zurück ins Zimmer. Meine Tage waren die letzten paar Stunden weg. Ich ging davon aus, dass sie vorbei waren. Ich kuschelte mich zum Trocknen an ihn hin. Unter seine Decke auf das schmale Bett. Schönes Gefühl mit ihm zu kuscheln. Er fing an mich zu streicheln und auch zu lecken. Stellte sich nicht schlecht an. (Ergänze im Geiste – für sein Alter :-)) Es war klar, es würde auf Sex rauslaufen. Was auch mal kurz gut klappte. Bevor sein Kopf nicht mehr wollte und er einfach nicht mehr hart genug war. Alles nicht wild. Ich gehe jetzt mal davon aus, dass es Nervosität war und nicht mangelnde Attraktivität. Ich versuchte ihn hochzublasen. Medium erfolgreich. Und musste dann noch lernen, dass er der mit Abstand kitzligste Mann war, mit dem ich jemals was hatte. Er war quasi nicht streichelbar. Zärtlich anfassen ging fast nicht. Nur deutlich streicheln. Was das ganze noch komplizierter machte. Aber auch amüsant.

Sehr erfolgreich war unser also Sex nicht, aber das war nicht tragisch. Ich machte es mir dann einfach selbst und ließ ihn dabei zusehen. Das machte ihn dann wieder hart und er kam auf meine Brüste. Ich mochte unser Wochenende und die Zeit bei ihm. Hab nichts bereut. Das Kloproblem konnte ich auch lösen. Es gab im Gemeinschaftsbereich des Hauses eine Toilette. Auf die hatte ich mich in Ruhe verzogen. Quasi mein Hoteltrick, wenn ich einfach nicht gehen kann, bei jemandem den ich nicht so gut kennen. Toilette in der Lobby. 🙂

In eine andere Welt eingetaucht…

Es hat sich gefügt. Auch wenn ich nach der Ankunft am Urlaubsort erst mal wirklich verschreckt war und Zweifel hatte, ob ich jemals allein wieder in meine Unterkunft zurück finden würde. Mitten in den verwinkelten Gassen der Altstadt. Eigentlich war ich mir am ersten Abend gar nicht sicher, dass ich mich am nächsten Tag allein in die verwinkelten Straßen raustrauen würde. Aber am nächsten Morgen bin ich einfach losgegangen. Habe mich rausgetraut. Und die Wege gemeistert. Wieder zurück gefunden. Jetzt würde ich sofort wieder nach Marrakesch fliegen.

Dort war in einer gayfriendly Unterkunft gelandet. Was mir bis zu meiner Ankunft nicht klar war, dann aber sofort. Das ist an sich nicht der Rede wert trotz dem es ein muslimisches Land ist. Aber die wenigen Tage haben mir Einblick in eine Welt verschafft, in der ich mich nicht allzu oft herumtreibe. Insofern fand ich es spannend. Ich bin dort auf eine mondäne gutbetuchte homosexuelle Elite getroffen. Beispielsweise: Älterer weißer Mann aus München trifft sich dort mit seinem jungen schwarzen Freund, der aus Dakar angereist ist. Beide mutmaßlich einigermaßen vermögend. Sie treffen dort Bekannte aus Südfrankreich. Zwei Tage später kommt noch ein junger Österreicher hinzu. Der wiederum eine Weile im Libanon gelebt hat, jetzt aber von seinem aktuellen Job aus Portugal angereist ist. Alle sprechen mehrere Sprachen, Reise-Erfahrungen werden Namedroppingmäßig beim Minztee rausgehauen. Da bin ich dann das kleine Licht trotz knapp 50 bereister Länder. So richtig anknüpfen habe ich bei den Jungs nicht können. Auch weil mir mutmaßlich das einschlägige Vokabular in Englisch gefehlt hat um alle Witze immer zu verstehen. Aber am letzten Abend bin ich mit den Jungs Essen gegangen. Mit fünf wirklich aufgerüschten Männern. Im dicken Jeep des Chefs. Was einigermaßen steil ist, wenn man damit durch die schmalen Gassen sich zwischen Eselskarren und kaputten Fahrrädern schlängelt. Ich hätte vorher mal fragen sollen, wo wir hingehen. Deutlich zu pragmatisch angezogen finde ich mich dann im Schickimicki-Fischrestaurant wieder, rechne in meinem Kopf kurz aus, was ich mir leisten können werde.

Ich bin mit Ryanair geflogen, die Unterkunft war nicht teuer, aber auch nicht supergünstig (ich hatte aber auch das günstigste Zimmer im Riad). War aber ziemlich abgebrannt jetzt am Jahresanfang. Wollte nicht viel Geld ausgeben. Ehe ich mich versah bekam ich eine Margarita in die Hand gedrückt und es standen Unmengen an Tapas auf dem Tisch. Reiche Marrokaner schlürften hier ihre Cocktails, ältere Herren sind mit jungen attraktiven Damen beim Essen. Ich mit meiner Bauchtasche und den praktischen Klamotten die ins winzige Handgepäck gepasst haben. Am Ende ist das Preisniveau wie in meiner Heimatstadt, es wird gehen.

Ich muss schmunzeln wo einen das Lebens so hinführt, wenn man sich darauf einlässt. Sauge die Atmosphäre auf, aus einer Welt in der ich mich nicht dauernd rumtreibe. In Gedanken tausche ich mit der jungen Dame. Sehe mich dort sitzen in einem Kleid, das ich nicht habe, in Highheels, die ich nicht besitze. Schiebe den Escortgedanken schnell wieder beiseite. Und beschließe, dass ich mal einen Knigge-Kurs besuchen sollte, damit ich die Regeln und Umgangsformen kenne, wenn es mich hin und wieder in einen Laden dieser Preisklasse verschlägt. Damit ich mir am Ende nicht wie in ungehobelter Klotz vorkomme. Habe auch ein First an diesem Abend: Zum ersten Mal Austern gegessen.

Die Herren amüsieren sich prächtig. Als wir zurückkommen verkrümel ich mich zügig in mein Zimmer und überlasse ihnen das Spielfeld, für was auch immer sie tun wollen. Die Herren interessieren sich ja sowieso nicht für mich, aber auch sonst hatte ich nicht eine Sekunde an Sex gedacht in einer Gesellschaft, die von Frauen wie mir nicht sehr viel hält. Deswegen war für mich Sex für die wenige Tage sowieso kein Thema.

Kurzer Ritt zum aktuellen Stand…

Langeweile im Flugzeug auf dem Weg nach Marrakesch. Alleinreisend – als Frau. Ich habe mir vorher nicht viele Gedanken gemacht. Jetzt sitze ich im Flugzeug, mit meinem winzigen Handgepäck und hoffe, dass es alles schon irgendwie werden wird. Auch einer der Momente aus meinem Leben, wo ich einfach mal gemacht habe. Nicht lange überlegt, den billigen Ryanair Flug einfach gebucht. Im Vertrauen, dass es sich schon fügen wird. Und es ist nicht meine erste Soloreise. Aber es kostet mich trotzdem jedes Mal wieder Überwindung.

Jetzt habe ich noch 1 1/2 Zeit bis zur Landung. Mit meinem Lesestoff bin ich schon durch. Also kann ich schreiben – Zeit rumkriegen. Gut für euch 🙂

Zum Jahreswechsel habe ich einen neuen Job angefangen, obwohl ich meine Kollegen und meinen Job sehr mochte. Aber es gab nicht wirklich eine Weiterentwicklungsperspektive. Mein Chef hat immer mal wieder Ideen aufgerissen, aber sie genauso schnell wieder fallen lassen. Ich war rein formal einfach überqualifiziert für meinen Job und er wollte mir das nicht bezahlen. Untypisch eigentlich für mich, da ich ein schlechter Trenner bin. Aber ich hab einen neuen Job angenommen. Auch für den bin ich überqualifiziert. Aber mit Aufstiegspotential. Dachte ich. Bis ich dort angefangen hatte. Jetzt bin ich in einem sehr konservativen Umfeld, in einem Job, der mich aktuell zu Tode langweilt. Aber ich bleibe noch ein paar Monate, dann geht mein Chef in Rente und ich bewerb mich auf seine Stelle. Wenn das nicht klappt, dann ziehe ich weiter. Die Wahrscheinlichkeit, dass ich in dieser Firma eine Affäre mit einem Kollegen (oder mehreren) anfangen werde, geht gegen Null. Nix mit heimlichen Blowjobs während der Arbeitszeit.

Keine Clubbesuche, keine wilden Vögeleien: 2019 war ruhig dahingehend. Nicht ohne guten Sex, im Gegenteil, Sex mit Zuneigung und Vertrauen. Aber anders als die Jahre davor. Dazu kommt, dass mir mittlerweile zwei Ärzte ein Lipödem diagnostiziert haben. Ich glaube, dass mein sehr durcheinander geratener Hormonhaushalt eine Folge von nahezu 20 Jahren hormonelle Verhütung ist. Mit 15 habe ich angefangen die Pille zu nehmen, später dann stattdessen einen Verhütungsring. Als meine Frauenarzt in Rente ging, hatte ich erstmal keine Lust mir einen neuen zu suchen und dann einfach aufgehört mit den Hormonen. Jetzt mit ein wenig Abstand wird mit das Ausmaß des Ganzen bewusst.

Zuerst hatte ich Angst vor unerwünschten Haaren überall, weil plötzlich Haare an allen Stellen schneller und dunkler wuchsen. Dann habe ich nahezu 10 Tage lang meine Periode. Manchmal schon nach 2 1/2 Wochen wieder. Mit so viel stärkeren Blutungen als früher. Und zuletzt hatte ich das Gefühl meine Beine, vor Allem an den Knien, werden immer dicker, obwohl ich von der Zahl auf der Waage nicht zugenommen habe.

Irgendwann sind mir Berichte von Frauen mit Lipödem begegnet, der krankhaften Fettverteilungsstörung. Da klingelte es. Mehrere der klassischen Merkmale trafen auch auf mich zu. Neigung zu blauen Flecken, schmerzende Beine und dass sich trotz gesunder Ernährung die Beine sichtbar verändert haben und vor Allem Abnehmen nahezu unmöglich ist. Jetzt weiß ich das zwar, bestätigt von zwei Ärzten. Und auch dass ich nicht der Typ für Lymphdrainage und Kompressionstrümpfe bin. Aber warten bis ich Knieprobleme und sonstige Folgeerscheinungen kriege, will ich auch nicht. Liposuktion, also Fettabsaugen ist nach heutigen Stand die einzige Behandlung, die Verbesserung bringt. Doc 1 aus meiner teuren Stadt hätte dafür 2 bis 3 OPs für jeweils 9500 Euro angesetzt. Doc 2, der auch einen guten Ruf hat, aber in der günstigeren Provinz liegt schlägt eine OP für 12500 Euro vor. Jetzt habe ich mal die harten Rahmenbedingungen auf dem Tisch und kann mir überlegen, wie ich damit umgehe. Übrig haben tue ich das Geld jedenfalls nicht.

Was hat das mit meinen Blog zu tun? Ich merke, dass ich mir das Selbstbewusstsein hinsichtlich meines Körpers erst wieder erarbeiten muss. Fast so ein bißchen wie am Anfang meiner Seitenspringerinnen-Zeit. Deswegen zieht es mich auch noch gar nicht wieder in einen Club. Zur Zeit habe ich eher Lust auf ein Gespräch beim Essen, wo es erstmal um die Person geht, den Menschen zu ergründen. Woraus sich, wenn man sich gegenseitig interessant findet, ja vielleicht Sex ergibt. Ich bin noch nicht wieder bereit für einen Club-Besuch bei dem die Optik die entscheidendere Rolle spielt. (Oder vielleicht auch nicht, wenn reine Verfügbarkeit ausreicht :-)) Aber Gevögelt werden aus reiner Verfügbarkeit war mir meistens zu wenig.

Was mir in der monogame Phase am meisten gefehlt hat, war erstmal nicht der Sex, sondern viel mehr das Daten. Aber ohne potentielle Aussicht auf Sex oder eine Beziehung datet man ja eher erstmal nicht. Ich liebe es in die unterschiedlichsten Leben kurz eintauchen zu können, Gelegenheiten ergreifen zu können ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen. So habe ich das vergangenes Wochenende gemacht, bei einem Abstecher nach Wien….

Ein fast monogames Jahr

Draußen wird es herbstlich. In den Läden gibt es wieder Kakis. Zur Kaki-Zeit hat es begonnen. Wir haben zusammen Kaki gegessen. Damit ist es ziemlich genau ein Jahr her, dass der Kollege und ich angefangen haben ziemlich viel Zeit miteinander zu verbringen. Nie offiziell als Paar. Aber manchmal hart im Pärchenmodus. Die Kollegen lachen hin und wieder, wenn wir uns streiten wie ein altes Ehepaar.

Offiziell sind wir Freunde. Nicht offiziell mit benefits. Anfangs bin ich mit Sack und Pack bei ihm aufgeschlagen und wir haben jede Minute miteinander verbracht. Bis er das Gefühl hatte zu ersticken, in meinen Sachen und meiner Energie und die Notbremse zog. Jetzt bin ich weniger bei ihm und vor allem ohne Krempel. Er will auf keinen Fall Pärchenmodus, so mit Abends Couch und auf einander sitzen. Aber mein normalerweise unmonogamer Modus behagt ihm bis heute nicht. Dass ich Sex mit jemand anderem habe, fühlt sich für ihn an, als wäre der Sex mit ihm nicht ausreichend oder gut genug. Dass dem nicht so ist, kann ich im so oft ich will sagen. Er fühlt sich zurückgesetzt. Wir haben on und off-Phasen in unserer Freundschaft.

Jetzt bin ich – die Frau mit dem Sexblog -, die ganz offen mit ihrer Art zu leben umgegangen ist und nie wieder eine monogame Beziehung wollte in eine monogame Noch-Nicht-Mal-Beziehung gerutscht. Und obwohl er wusste, wie ich unterwegs bin, konnte er damit nicht umgehen. Die Ehrlichkeit über das was ich tue, hat nicht dazugeführt, dass ich nun eine offene Beziehung führe. Das amüsiert mich.

Und auch wenn ich im Hinterkopf immer hatte, dass das kein Model für immer ist, weil irgendwann der Moment kommen wird, an dem ich wieder losziehen werde, habe ich es bisher nicht getan. Unabhängig davon, dass wir dem Ganzen nie das Label Beziehung gegeben haben, hatten wir eine. Auch nach einem Jahr Quasi-Monogamie, die für diese Zeit okay war, weiß ich, dass das nicht mein Lebensmodell werden wird. Es hat mich nicht dazu gebracht meinen Lebensstil grundsätzlich in Frage zu stellen. Sondern mir viel mehr gezeigt, dass es unterschiedliche Phasen im Leben gibt.

Das viele Ausprobieren auch in sexueller Hinsicht, das ich in der Zeit davon betrieben habe, das zieht Ressourcen. Es ist anstrengend sich dauernd aus der eigenen Komfortzone zu bewegen, sich etwas zu trauen. Das letzte Jahr habe ich gebraucht im endlich heimisch zu werden – in meiner eigenen Wohnung, in meiner Stadt. Etwas was ich vorher immer hinten angestellt hatte. Jetzt sitze ich auf meinem selbstgebauten Palettensofa und finde es endlich gemütlich bei mir. Er hat mich viel geholfen dabei. Ich bin auch ziemlich genau vor einem Jahr in meine Wohnung gezogen. Am Anfang habe ich fast keine Zeit hier verbracht, weil Berg Arbeit um die Wohnung gemütlich zu bekommen sich riesig angefühlt hatte. Ich wollte auch erst niemanden um Hilfe bitten, sondern hatte meinen unausgemisteten Kram einfach erstmal in die Wohnung geschmissen.

Wahrscheinlich habe ich das alles schon mal geschrieben. Aber das war es eben was mich beschäftigt hat. Daneben hatte ich nicht viel weniger Sex als in meiner wilden Zeit. Denn der Sex mit dem Kollegen ist wirklich gut. Er ist mutig, er hat Spaß es mir zu besorgen, er kennt mich gut, ich habe keine Hemmungen, keine Scham vor ihm. Er fickt wie ein junger Gott.

Heute hatte ich in der Arbeit das ein oder andere Mal mit ihm zu tun, was mich amüsiert hat. Wenn ich ihn in der Arbeit treffe und daran denken muss, dass ich keine zehn Stunden vorher bei ihm im Wohnzimmer nackt, breitbeinig gefesselt auf einer Matratze lag und er es mir mit einem Vibrator in den Arsch besorgt hat, dann muss ich grinsen zwischen den ahnungslosen Kollegen… Wenn ihr wüsstest… Und frage mich im nächsten Moment, was die wohl alle knapp zehn Stunden vorher so angestellt haben. Wer wohl auch noch eine dunkle Seite hat und wilde Dinge treibt.

Wenn die Kollegen fragen, ob ich in ein Packung Kakao gefallen wäre, weil ich so gute Laune habe… Und ich in mich hineingrinse, weil die Laune auch daher kommt, dass der unauffällige Kollege mir am Vorabend drei geile Orgasmen in kürzester Zeit besorgt hat. Er hatte mir die Augen verbunden und mir die Beine auseinander gefesselt. Mir ein Knebel um den Mund gebunden. So dass ich ordentlich sabbern musste. Es machte mich geil, dass es ihn geil machte. Er hat mich mit leichten Schmerzen angeheizt. Ein wenig angefickt. Dann sein Gleitgel und den Womanzier geholt. Er hat mir einen kleinen Vobrator in den Arsch geschoben. Mich mit der Gleitgel-Packung in die Muschi gefickt und den Womanizer auf meinen Kitzler gepackt. Dann dauerte keine zwei Minuten bis mein ganzer Körper zitterte und ich kam. Das ganze Mal drei….Rrrrr… Wie könnte man da am nächsten Tag in der Arbeit schlechte Laune haben?

Harter Versöhnungsfick

Huch, jetzt habe ich so lange nicht gebloggt, dass ich erst mal völlig verwirrt bin nach meiner Rückkehr, da die Seitenoberfläche von WordPress völlig anders aussieht, als vorher. Seit Mitte März nix mehr geschrieben. Das Leben rauscht vorbei. Nach exzessiven Jahren habe ich nun eine ruhige Phase, in der ich mich ein wenig konsolideren muss. Im Job angekommen muss eine Weiterentwicklung her. Nach einem 3/4 Jahr ist es mir nun endlich gelungen, dass ich meine Wohnung soweit hergerichtet habe, dass ich gerne da bin. Dass ich mir auch vorstellen kann Besuch zu haben. Dass ich nicht mehr lieber bei Mr. Unauffällig bin, sondern es auch genieße Zeit für mich allein zu Hause zu haben. Dankbar, weil er mir bei vielem Handwerklichem geholfen hat und mir den letzten Schubs gegeben hat. Das ist mutmaßlich sein größter Verdienst: Mir zu einem Zuhause bei mir verholfen zu haben.

Als Anschluss an den letzten Blogeintrag: Nach meinem Urlaub haben Mr. Unauffällig und ich uns wiedergesehen. Lässt sich eh nicht vermeiden, da wir Kollegen sind. Aber auch privat. Aber wir sind in einer Off-On-Schleife gefangen. Immer mal wieder wird es ihm zuviel, dann stellen wir alles in Frage und nach einer Weile vögeln wir zur Versöhnung. Es geht nicht mit und nicht ohne einander. Mal sehen wann wir unser Verhältnis so austariert haben, dass es für uns beide passt. Ich mag ihn und er fickt gut. Und ich glaube, dass wenig Menschen in meinem Leben mich besser kennen als er.

Wenn diese On-Off-Nummer was Gutes hat, dass wir in Regelmäßigen Abständen Versöhnungssex haben. Mir ist da einmal in sehr bleibender Erinnerung geblieben. Wir hatten uns gerade doch sehr emotional gezofft. Er war wütend auf mich. Keine Ahnng mehr, warum genau. Er zog mich dann in sein Trainingszimmer. Während seine Aufforderungen sonst noch einen netten Unterton haben, klang das „Knie dich hin“ jetzt wie eine Drohung. Eine Androhung. Eine Bestrafungsankündigung. Während ich dem Spiel mit der Bestrafung selten was abgewinnen kann, da ich es in den meisten Fällen sehr albern finde etwas absichtlich falsch zu machen um bestraft zu werden, war ich nun aus seiner Sicht ernstlich ein böses Mädchen gewesen und er klang nach Frustabbau. Während mich dieses Szenario bei so einigen Männern zum sofortigen Weglaufen animiert hätte, aus Angst, dass ihnen das entgleisen könnte, turnte es mich in diesem Kontext so dermaßen an. Auch ich war noch Streitgefühlsaufgeheizt. Ich vertraue ihm zu 100 Prozent. Auch wenn er ernsthaft sauer auf mich war, ist er zu vernünftig, um mir Schaden zuzufügen.

Während ich auf seiner Sportmatte auf allen Vieren kniete, war er ins Schlafzimmer gegangen um etwas zu holen. Die Tatsache, dass er einen anderen Weg als üblich gewählt hat, um mit unserem Streit umzugehen, machte mich an. Sonst schmeißt er mich einfach raus, will Ruhe haben (oder ich hab mich vorher freiwillig verpisst). Ich kniete da und war mit Sicherheit schon feucht, bevor er zurück im Zimmr war. Er zog mir meinen Sportschal über die Augen und das Höschen über den Arsch runter. Dann knallte der erste Schlag auf meinem Hintern. Gürtel. Hufff. Noch zwei, drei weitere Schläge. Sehr hart für seine Verhätnisse. Tränen schossen mir in die Augen. Ich merkte ihm an, dass er ein wenig erschocken war über die eigene Leidenschaft und Emotionen, die ihn zu den Schlägen verleitet hatten. Hart an, aber nicht über der Grenze. Ich war trotzig: „Na hau doch zu. Ich geb nicht klein bei.“ Noch ein paar weitere Schläge. Das hab ich auch nicht so oft: Momente in denen ich nicht so viel nachdenke, sondern einfach in der Situation bin. Mit Emotion. Er war auch zum Platzen geil. Rammte mir seinen Schwanz tief in den Mund, so dass es mich leicht würgte. Danach fickte er mich hart doggy und kam ziemlich gleich, ziemlich laut. Dann packte er seinen Hitachi aus und ließ mich kommen. Intensiver Orgasmus. Schließlich zog er mir das Tuch von den Augen. Er nahm mich fest in den Arm. Und versicherte sich zig Mal, ob alles okay ist. Begutachtete meinen sehr roten Hintern, weil er Angst hatte, mich verletzt zu haben. Da hatte ich schon weit mehr ausgehalten. Es würde nicht mal ein blauer Fleck bleiben.

So ein emotionaler Versöhnungsfick mit Schlägen ist schon auch echt ein Ritt auf einem schmalen Grat. Aber in dem Fall war es genau das gewesen, was wir beide so sehr gebraucht haben. Der Frust und Streit war wie weggeblasen und wir konnten ohne Emotionen weiterdiskutieren.

Warum genau wollte ich eigentlich nach Hause?

Aus reinem Selbstschutz sitze ich nun in der Kneipe, die meiner Wohnung am nächsten liegt. Ich muss schreiben. Muss mir mein Selbstmitleid von der Seele schreiben. Ich bin heute zurück gekommen von 2 1/2 Wochen Urlaub. Der war so weit wunderbar. Wenn ich reise und neue Orte und Menschen entdecken kann, dann geht es mir immer gut. Dann fühle ich mich frei und leicht. Gegen Ende der Reise hatte ich Heimweh. Hatte mich nach Nähe gesehnt. Hatte während der Reise immer mal wieder mit Mr. Unauffällig Videotelefoniert. Das hat mir gut getan, es fühlte sich an, als würde sich unsere Beziehung wieder normalisieren.

Ich fieberte die letzten Momente meiner Reise regelrecht darauf hin nach Hause zu kommen. Das meinte in meinem Kopf, seine Nähe zu spüren. Ich fühlte mich Nähe ausgetrocknet. Kuscheln: das war das was ich herbeisehnte.

Und dann war ich zu Hause und er sagte mir, dass er mich nicht sehen will. Das sei ihm zugestanden. Zumal er einen Tag vorher operiert worden ist und sich zu Hause auskuriert. Ich wusste das. Trotzdem hatte ich gehofft, dass er auch Nähe brauchen kann, dass ich mich um ihn kümmern kann, ihm gut tue. Sein Nein führte mir meinen fatalen Fehler vor Augen. Meine riesige Erwartungshaltung, Als er mir sagte, dass er lieber allein sein will, da konnte ich meine Enttäuschung nicht verbergen. Vor meinen Augen lief so oft der Moment ab, wenn wir uns wieder sehen und wir uns nahe sind. Und dann die Enttäuschung, dass er mich nicht sehen will. Doppelt bitter, weil er sich zusätzlich noch schlecht fühlt, weil er meine Enttäuschung gesehen hat und nun ein schlechtes Gewissen hat. Dabei ist es ja grundsätzlich völlig okay zu sagen „Sorry, heute bin ich lieber allein“

Jetzt sitze ich also hier. Allein. Einsam. Der einzige Mensch allein in der Kneipe. Beim Schreiben muss ich mich zusammenreißen, dass mir nicht die Tränen kullern und ich ein noch komischeres Bild abgebe. Warum genau wollte ich heim? Warum? Dahin, wo niemand auf mich wartet. Niemand. In eine Wohnung, in der noch immer das blanke Chaos herrscht und sich nichts nach zu Hause anfühlt. Um beim Anziehen für die Kneipe nochmal zu merken, dass ich mich nach dem Urlaub natürlich noch fetter fühle als vorher eh schon. Unattraktiv, ungeliebt, unordentlich. Als ich im Urlaub Sport machen wollte hat mein Körper erst mal kapituliert. Was ein ungewohntes Gefühl ist. Ich habe genug Sporterfahrung, habe einen Präventions-Trainerschein. Bisher ist es nur immer dran gescheitert, dass ich mich nicht aufraffen konnte. Jetzt hatte ich nach dem Sport fünf Tage so dermaßen Kreuzschmerzen. Das Älter werden und ein Urlaub, in dem mich nicht mal mit dem Arsch jemand angeschaut hat, setzten dem ganzen noch einen drauf. Ob ich zu Hause bin, oder nicht, würde nicht mal jemand merken.

Ich weiß niemand wird mir aus diesem Tief raushelfen. Das kann ich nur selbst tun. Heute Abend jedenfalls stecke ich ganz tief im Selbstmitleid. Und werde das tun, was mir immer hilft. Schlafen. Denn am nächsten Morgen sieht die Welt immer besser aus. Und zumindest die anderen Kollegen freuen sich wenn ich morgen wieder da bin.

Mit mir auf die dominante Entdeckungsreise…

Ich habe den sexuellen Teil meine Beziehung ja bisher nur sehr rudimentär aufgearbeitet. Aber eigentlich war der, neben der Nähe, schon ein nicht unerheblicher Teil unseres Zusammenseins.

Bisher hatte ich ja nur vom überraschenden Beginn erzählt, wo er ganz am Anfang schon mal seine Vorliebe für anale Spielchen durchblicken ließ, in dem er mich quasi in unserer ersten Nacht schon mal mit der Zunge anal verwöhnte. Ich hatte erwähnt, dass ich erstaunt war über seine Potenz, dass er problemlos zwei oder auch drei Mal nacheinander kann.

Aber er zauberte immer wieder überraschende Momente und Seiten heraus. Wenn man uns zusammen sehen würde, dann würde man im ersten Moment mutmaßen, dass ich die dominante und er eher der zurückhaltende Part ist. Ich bin die quirlige (meist), er der zurückgenommene, der nicht so gern unter Menschen geht. Auch mich hat es erstaunt, dass diese Einschätzung zumindest fürs Bett so gar nicht zutrifft.

In einer der ersten Nächte, die wir miteinander verbrachte, staunte ich nicht schlecht, als er plötzlich Hand- und Fußfesseln unter seiner Matratze hervorzauberte. Er hatte die da verbaut. Also nicht extra für mich. Die gab es da vorher schon. Ich grinste erstaunt. Diese Seite, diese Vorliebe hätte ich ja beim Kollegen Mr. Unauffällig so gar nicht erwartet. Fesselspiele… So So.. Ob ich da Lust drauf habe… Rrrr.. Was eine Frage… Sind zwar nicht die Hardcore-Fesseln, sondern mit Klettverschluss. Aber das ist erst mal völlig nebensächlich. Er spielte mit meinem Kopf. Das war entscheidend. Ich sofort elektrisiert. Er hatte Lust zu spielen. Mir zu helfen den Kopf auszuschalten. Er war so süß, weil er immer gleich nachfragte, ob auch alles passt. Die Fesseln nicht zu fest zugezogen waren.

Ich hatte keine Ahnung, was er so an Vorerfahrung hatte. Aber er gab mir das Gefühl in guten Händen zu sein. Das war entscheidend. Und man muss sich ja auch erstmal kennenlernen dahingehend. Also war es gar nicht notwendig, dass er gleich den harten Dom raushängen lässt.

Das Gefühl, als er mein Handgelenke umfasste und sie in die Fesseln einband. Als er mir zusätzlich eine Augenbinde über den Kopf zog. So dass ich mich ganz aufs Fühlen und Hören konzentrieren konnte. Nicht zu wissen, was er mit mir anstellen würde. Aufregend. Vorfreudig. Wie er Spaß hatte mit mir zu spielen. Ich fühlte, dass er Freunde daran hatte mir Lust zu bereiten. Wie er meine Nippel saugte. Immer härter. Bis mir ein lustvolles „Autsch“ entfuhr. Wie er meinen Bauch liebkoste. Den ich nicht so sehr mag, den er aber liebt und er mir immer wieder sagte, wie schön er ihn fände. Wie er hingebungsvoll leckte. Wie er anfing mich ganz leicht auf den Hinten zu schlagen, auf die Brüste. Hola, was da für Seiten rauskommen. Ganz leicht. Immer darauf bedacht mir nicht zu sehr weh zu tun. Auch wenn ich zu Beginn manchmal dachte: „Komm schon trau dich, du machst mich nicht kaputt“ Er steigerte sich sehr behutsam.

Er hatte sich mit mir auf die Reise begeben zu erkunden, wie weit seine dominante Ader trägt, was ihm Spaß macht. Ich glaube er genoss es, dass ich zumindest eine gewisse Erfahrung in dem Bereich habe und er sich einfach ausprobieren konnte. Wir sprachen nicht wirklich über Grenzen, Safewörter oder ähnliches. Es war erst mal noch gar nicht nötig. Er agierte sehr umsichtig und darauf bedacht mir gut zu tun, dass es das erstmal nicht brauchte.

Als ich da gefesselt vor ihm lag, ging er immer mal wieder weg vom Bett und öffnete Schubladen in seinem Schlafzimmer. Immer wieder zauberte er neue Dinge hervor. Mal Gleitgel und ein Analplug. Wie ich dieses Ding liebe. In einer für mich passenden Einsteigergröße. Mit dem er mich heiß macht. Und dann mit dem Plug im Hintern fickt… Mal eine Krawatte mit der er mich knebelt… Und mir dann einen Orgasmus fingert und leckt… Oder was ihn besonders anturnt, wenn ich gefesselt bin, er mir seinen Schwanz weit in den Hals rammt, so dass ich fast kotzen muss. Dass ich leichte Würgegeräusch mache, dass ich ordentlich rumspeichle. Das turnt ihn mega an und mich macht an, dass es ihn anmacht. So holten wir uns beide Befriedigung im Spiel.

Beziehungsstatus „Wir schreiben wieder WhatsApp“

Ich bin im Urlaub – quasi allein. Also nicht mit Mr. Unauffällig. Hab nun ein paar Tage Zeit all die Dinge nach zu bloggen, die in Zeiten trauter Zweisamkeit nicht verbloggt werden konnten. Ich lerne, Beziehungen schaden meinem Blog 🙂

Nun denn, bevor ich das Vergangene nachschreibe – aktueller Status: Verdammt gute Frage. Eigentlich getrennt. Aber… Aktuell schreiben wir miteinander. Die zwei Eigenbrötler, die sich gut tun, aber auch nicht. An einem Sonntag vor genau vier Wochen habe ich alle meine Sachen bei ihm gepackt und mich erst mal aus seinem Leben verzogen. Ich war an diesem Tag arbeiten gewesen auf einer Firmenveranstaltung. Kurz vor Dienstende schrieb ich ihm eine WhatsApp, worauf er antwortete, dass er auf Krawall gebürstet sei.. Ich würde meinen Hobbys nachgehen und er zu Hause putzen – darauf habe er keinen Bock mehr. Rumms, darauf war ich auch auf Krawall gebürstet und packte meinen Krempel schmiss ihm den Schlüssen hin und ging.

Das war natürlich nur eine kleine Nuance, die auf beiden Seiten das Fass zum Überlaufen gebracht hat. Er ist viel viel ordentlicher als ich. Was zwangsläufig immer dazu führen wird, dass er früher das Gefühl hat, dass geputzt werden muss. Ich weiß gar nicht, wie man das jemals beheben könnte. Ich komme aus einem Haushalt in dem man eigentlich nie den Klodeckel runtergeklappt hat. Das kann man finden, wie man will, ist aber halt so. Ich musste ihm erst mal erklären, dass ich das gar nicht absichtlich mache, sondern, dass es für mich erst mal keine Relevanz hat oder mir einfach nicht aufgefallen ist. Als er mir gesagt, dass es für ihn nun mal so gehört, habe ich mich bemüht, das abzuändern und immer dran zu denken. Das ist gar nicht so leicht, sich umzuprogrammieren. Und der Klodeckel war einfach nur ein kleines Beispiel, das unser Dilemma verdeutlich soll. Seine Wohnung in der wir eigentlich immer waren – seine Rules. An so machen Stellen gelang es mir mich anzupassen, manches merkte ich auch einfach nicht. Und dass ich so ordentlich werde, wie er, das halte ich sowieso für völlig ausgeschlossen. Ich habe ihm angeboten, dass er mir einfach sagen soll, wenn ich was aufräumen soll. Aber das war ihm zu doof. Ich mag das gar nicht werten. Er konnte da nicht raus aus seiner Haut.

Ich war am Ende erstaunt, dass ihm die Ordnung wichtiger ist als Nähe, als Lachen und Lieben. Oder muss ich fairerweise sagen, dass er Lachen, Leben und Lieben nicht genießen kann, wenn ich die Decke auf der Couch nicht ordentlich zurücklege und meine Socken noch neben dem Bett liegen. Meine Prioritäten sind da andere.

Die zweite Baustelle war dass ich immer auf Hummeln sitze – Angst habe (oder keine Lust) habe, dass Lebenszeit sinnlos an mir vorbeizieht. Will nicht einfach mein Leben absitzen. Mache sicherlich auch manchmal zu viele Dinge. Er ist eigentlich ganz gern zu Hause. Bis zu einem gewissen Punkt hat er sich darüber gefreut, dass ich ihn auch mal rausscheuche, aber das wurde auch ganz schnell Druck für ihn mein Tempo nicht mithalten zu können. Mehr Ruhe zu brauchen.

Und er hat noch eine schwierige Phase meines Ehrenamts abbekommen. Musste viel zuhören und auffangen. Fand am Ende seine Rolle doof. Ich mit meinen „Hobbys“ dauernd unterwegs und komme dann abhetzt und durch bei ihm an. Ich musste innerlich sehr schmunzeln. Wenn man als Frau mal jemanden brauchen kann, der einem den Rücken freihält in einer schwierigen Phase… Aber er hat mir auch wirklich viel bei meiner Wohnung geholfen. Das will ich an dieser Stelle nicht unterschlagen. Hätte er nicht müssen. Dafür bin ich sehr dankbar.

Er spiegelt mir, dass es ihm ohne meinen Krempel besser geht und er das auch nicht mehr so haben will. Das glaube ich ihm teilweise, da ich auch sehe, dass ihm das Alleinsein schon auch zu kämpfen gibt. Aber er will sich wohl nicht ausgenutzt vorkommen. Das respektiere ich. Das soll er auch nicht.

Jetzt ist ein wenig Gras drüber gewachsen. Ich gewöhne mich wieder an mein Single-Leben. Aber die Nähe fehlt mir sehr. Vor Allem auch der überragende Sex mit ihm. Darüber muss ich noch ein paar Einträge schreiben… Ich hab die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass wir noch irgendeine Variante finden, die uns beiden mehr gibt als sie nimmt. Mir mehr Freiheiten lässt und ihm weniger Chaos macht, aber uns beiden Nähe und guten Sex

Sein Schmerz mit meiner Nacht im anderen Bett

Es ist ruhig geworden um mich. Weil ich in eine Beziehung gerutscht bin, von der ich manchmal noch nicht so genau weiß, was ich halten soll. Drei Monate jetzt. Ich bin eigentlich fast nicht mehr bei mir zu Hause. Da hatte ich nun endlich eine neue Wohnung und bin nie da. Klingt so nach einem meiner Klassiker, so als ob ich in mein altes Schema verfalle. Dass ich mich mal wieder davor drücke mir selbst ein eigenes schönes Zuhause zu schaffen. Dass ich – wie immer – den bequemen Weg nehme und mich bei ihm breit mache. In seinem funktionierenden gemütlichen zu Hause. Ganz von der Hand zu weisen ist das sicherlich nicht.

Es ist schön mit ihm. Wir tun uns gegenseitig wirklich gut. Der Sex ist saugut (worüber ich definitiv noch mehr schreiben muss). Ich hab ihn meinen Freunden vorgestellt, seine Familie habe ich irgendwie auch so zufällig kennengelernt. Wir nennen uns immer Nicht-Pärchen-Pärchen.

Da hab ich mich immer nach einer Beziehung gesehnt, dann hab ich eine vor der Nase und hadere damit meine Freiheit aufzugeben. Und das ist für mich wirklich ein Knackpunkt. Mit ehrlicher Kommunikation wird das schon werden, dachte ich. Er weiß was ich so angestellt habe, hat mich mit dem Blog kennengelernt. Aber es ist dann doch immer was anderes, wenn es einen selbst betrifft. Ich hab in den drei Monaten genau zwei andere Männer getroffen. Mr. Bondage war einer davon. Damit hat er irgendwie kein Problem. Den hat er akzeptiert als wichtigen Bestandteil meines Lebens. Nach dem anderen Date haben wir uns drei Tage nicht gesehen und alles stand auf der Kippe. Ich hatte ihm ehrlich erzählt, dass ich eine Nacht mit einem anderen Mann verbracht habe. Und konnte den Schmerz und die Eifersucht in seinem Gesicht sehen. Das war aus zweierlei Hinsicht sehr spannend und lehrreich für mich. Nachdem meine Exfreunde von meinen Seitensprüngen nie wussten, musste ich auch nie mit der Eifersucht umgehen. Zum anderen konnte ich mich in seinem Schmerz sehen. Konnte den Schmerz nachvollziehen, den er durchmacht. Ich hatte das mit Mr. Bondage auch durchgemacht, so wie er jetzt. Das Aufwiegen, das Herabgesetzt fühlen, das Hadern, aber eigentlich wissen, dass man liebt.

Warum hab ich den anderen Mann überhaupt getroffen? Zum einen weil ich ihn mag und ihn gerne mal wiedersehen wollte. Zum Anderen weil es sicherlich ein Ausbrechen aus einer gefühlt ziemlich monogamen Beziehung war. Diese Beziehung machte mir ein klein wenig Angst, da ich meine Freiheiten endgültig dahinschwinden fühlte und mich immer fragte: Bin das noch ich? Das ist natürlich übertrieben, denn immerhin hatten wir eine Übereinkunft darüber, dass ich einen anderen Mann (Mr. Bondage) treffen kann und es kein Problem ist. Aber es reichte mir irgendwie nicht. Nie wieder monogam. Das hatte ich mir in meinem Kopf so ausgemalt. Mit offener Kommunikation. Und dann steht der „gehörnte“ Mann vor dir und kämpft mit den Tränen, weil es ihm wehtut. Hui, das ist hart. Der Zwiespalt zwischen ihm nicht wehtun wollen und das Gefühl zu haben sich selbst aufzugeben.

Dann fragt er mich auch noch zu Recht, warum ich das tue. „Unser Sex sei viel und gut.“ Stimmt. Ich brauche das für mein Ego, für mein Wohlbefinden. – Sex der nicht so gut ist, wie unserer. Huch, das klingt sehr dünn und egoistisch. Auch die Angst, dass der Sex nicht so gut bleibt, dass die Lust weniger wird nach der Anfangseuphorie, spielte mit rein. Ich würde ihm ja sehr wünschen, dass auch er noch eine Affäre hat. Sich auch noch anderweitig austobt. Aber da hat er gerade überhaupt keine Lust zu, bzw tut sich ja eh erst mal schwerer als ich mir.

Bin ich so bindungsunfähig durch mein Gevögel geworden, dass ich das einfach nicht abstellen kann und auf Teufel komm raus machen muss oder ist es einfach meine Grundüberzeugung, dass es meine Art zu leben ist… ? Vielleicht war es auch einfach doof zu hoffen, dass ein bisher monogam lebender Mann sich so ganz einfach und problemlos auf meine polyamoren Versuche einlässt.

Wir haben uns versöhnt. Das hat uns beiden gut getan. Haben aber das Problem nicht behoben. Irgendwann werden wir nochmal drüber reden müssen. Vielleicht wird es leichter mit weniger direkten Emotionen, mit Abstand. Mehr rational als emotional. Zumindest hoffe ich das. Aber ich weiß gar nicht ob er da überhaupt der Typ dafür ist. Der Kollege Mr. Unauffällig.

Zwei Orgasmen am Tag

Zur Zeit fühle ich mich fast schon übervögelt, was nicht daran liegt, dass ich wie wild durch Clubs ziehe. Im Gegenteil. Ich war schon seit Monaten in keinem mehr. Es liegt am Kollegen Mr. Unauffällig. So nach und nach kommen immer mehr unerwartete Seiten zum Vorschein. Ich habe ja bisher nur über unseren ersten Abend geschrieben. Und darüber, dass ich mich gefreut habe, dass er Küssen kann. Das ist zwei Monate her. Seitdem ist viel passiert.

Was mich mit am meisten schmunzeln lässt ist, dass ich nicht damit gerechnet habe, dass ausgerechnet er ficken kann, wie ein junger Gott. Der erste Versuch am ersten Abend hatte ja nicht so wirklich funktioniert. Darüber hinaus ist er schon Anfang 50, eher dünn und in der Arbeit öfter mal nicht da, weil krank. Nicht der große Sprüchklopfer. Ein hilfsbereiter Kollege, nett und freundlich. Und entpuppt sich so nach und nach als Mr. Superlibido. Der vor ein paar Tagen grinsend zu mir sagte: „Sei froh, dass du mich nicht mit Anfang 30 kennengelernt hast, da konnte ich drei Mal nacheinander und bin zwischendurch noch nicht mal weich geworden.“

Ich zweifle keine Sekunde am Wahrheitsgehalt dieser Aussage. Ich hatte ja nun schon öfter mit Männern seines Alters Sex. Das Stehvermögen ist sehr unterschiedlich in dem Alter. Die meisten können noch relativ unproblematisch einmal. Aber halt nur einmal und dann braucht es eine Pause. Meist eine längere. Nicht so Mr. Unauffällig. Er kann mit einer kurzen Pause gleich wieder. Dann grinst er meist breit und sagt vorwarnend, dass der nächste Orgasmus ein wenig länger dauern könnte. Damit deutet er mir netterweise an, dass ich mich beim Blowjob auf ein wenig längeres Blasen einstellen soll. Heißt aber im Umkehrschluss auch, dass mich auch noch ganz locker durchvögeln kann. „Don´t judge a book by its cover“ ist sowas von auf ihn zutreffend. Nicht der Sprücheklopfer, der sportlich-trainierte Superkollegen-Hecht offenbart eine Libido die meiner ähnelt, sondern der Kollege von dem ich es nie gedacht hätte.

Naja und da er sich, ähnlich wie ich, nicht auf in Übermaß vorhandener Schönheit ausruhen kann, ist er neben seiner Standfestigkeit auch noch ein geschickter und schnelllernender Liebhaber. Was dazu führte, dass wir ziemlich viel Sex haben. Also für Menschen die kein Pärchen sind.

Während ich meine Wohnung in ein Zuhause verwandeln wollte, hat er mir ein gut funktionierendes Zuhause mit Nähe, viel Sex, Lust und Lachen geboten. Die Zeit ist vorbei geflogen und ich hatte nicht die Muse zu bloggen. Aber das Sexleben stand nicht still. Ich werde nachholen.

Ich glaube, dass ich auch ihm ziemlich gut tue. Vermutlich hatte er nie eine Partnerin, die von sich aus schon so viel Lust auf Sex hat wie ich. Die manchmal einfach vor ihm steht, ihm die Hose runterzieht und ihm ohne Vorwarnung anfängt einen zu blasen. Ich liebe sein ungläubiges und zugleich sehr glückseliges Gesicht. Wenn ich vor ihm knie und ihm ins Gesicht sehe, während ich seinen Schwanz ganz weit in meinen Rachen packe. Wenn ich mit der Zunge an seinem Bändchen entlang lecke und spüre, wie es ihm gefällt. Er sagte, ich sei die erste Frau mit der er Sex hat, die wirklich gern bläst. Dadurch, dass er das spürt und weiß kann er sich ganz leicht fallen lassen. Ich mag das. Er kommt nämlich zuckend und laut stöhnend. Ich freue ich dann, dass er auch in diesem Punkt wieder ganz anders ist als gedacht.