Lesen oder ignorieren

Ich habe mein Blog Mitte Juli 2013 von einer anderen Plattform hierher umziehen müssen und beginne nach 100.000 Klicks von vorne. Leider konnte ich all die wunderbaren Kommentare nicht mitnehmen. Die zeitliche Reihenfolge habe ich unverändert gelassen.
Wer anfängt zu lesen und sich interessiert, dem rate ich die Einträge von hinten nach vorne (Beginn Oktober 2012) zu lesen, dann kann man die Zusammenhänge und die Entwicklung nachvollziehen.

Dieses Blog wird geschrieben, weil ich das Bedürfnis hatte meine Erlebnisse mit Anderen zu teilen und weil ich gern schreibe. Es dient der Unterhaltung derer, die sich gerne von meinen Erlebnissen unterhalten lassen möchten.
Jedem Leser steht es frei zu lachen, den Kopf zu schütteln, erschrocken zu sein, mich zu verurteilen, das Blog zu ignorieren, mich kindisch, erbärmlich, lustig, hinterfotzig, mutig, schlampig, notgeil oder interessant zu finden. Gerne kann man mich auch bemitleiden. Genauso darf jeder die Geschichten glauben (was ich doch sehr hoffe, weil ich einfach das aufschreibe, was ich erlebt habe), sie unglaubwürdig oder schlecht geschrieben finden.

Ich hoffe, dass jeder, der es schlecht geschrieben, verwerflich, uninteressant, erbärmlich oder niveaulos findet, seine Lebenszeit für bessere Dinge nutzt, als das hier zu lesen oder sich darüber aufzuregen. Das ist es nämlich überhaupt nicht wert. Yolo baby. Lies es oder lass es.

Ich weiß mein Verhalten und darüber auch noch zu schreiben polarisiert. Ich weiß auch, dass ich über mich lachen werde, ich werde manches bereuen, ich werde mich verfluchen, ich würde vieles wieder tun, würde manches anders machen, werde weinen, jammern, hadern, aber auch mich erfreuen, genießen und großartige Dinge erleben. Ich werde hoffentlich vieles über mich lernen und Neues erleben. Ich will und werde alle Fehler selbst begehen und daraus lernen oder eben nicht. Ich werde mir meine Finger verbrennen und mir von meinen Freunden den Kopf waschen lassen müssen, wenn ich es übertreibe. Aber ich werde es tun.

Harter Versöhnungsfick

Huch, jetzt habe ich so lange nicht gebloggt, dass ich erst mal völlig verwirrt bin nach meiner Rückkehr, da die Seitenoberfläche von WordPress völlig anders aussieht, als vorher. Seit Mitte März nix mehr geschrieben. Das Leben rauscht vorbei. Nach exzessiven Jahren habe ich nun eine ruhige Phase, in der ich mich ein wenig konsolideren muss. Im Job angekommen muss eine Weiterentwicklung her. Nach einem 3/4 Jahr ist es mir nun endlich gelungen, dass ich meine Wohnung soweit hergerichtet habe, dass ich gerne da bin. Dass ich mir auch vorstellen kann Besuch zu haben. Dass ich nicht mehr lieber bei Mr. Unauffällig bin, sondern es auch genieße Zeit für mich allein zu Hause zu haben. Dankbar, weil er mir bei vielem Handwerklichem geholfen hat und mir den letzten Schubs gegeben hat. Das ist mutmaßlich sein größter Verdienst: Mir zu einem Zuhause bei mir verholfen zu haben.

Als Anschluss an den letzten Blogeintrag: Nach meinem Urlaub haben Mr. Unauffällig und ich uns wiedergesehen. Lässt sich eh nicht vermeiden, da wir Kollegen sind. Aber auch privat. Aber wir sind in einer Off-On-Schleife gefangen. Immer mal wieder wird es ihm zuviel, dann stellen wir alles in Frage und nach einer Weile vögeln wir zur Versöhnung. Es geht nicht mit und nicht ohne einander. Mal sehen wann wir unser Verhältnis so austariert haben, dass es für uns beide passt. Ich mag ihn und er fickt gut. Und ich glaube, dass wenig Menschen in meinem Leben mich besser kennen als er.

Wenn diese On-Off-Nummer was Gutes hat, dass wir in Regelmäßigen Abständen Versöhnungssex haben. Mir ist da einmal in sehr bleibender Erinnerung geblieben. Wir hatten uns gerade doch sehr emotional gezofft. Er war wütend auf mich. Keine Ahnng mehr, warum genau. Er zog mich dann in sein Trainingszimmer. Während seine Aufforderungen sonst noch einen netten Unterton haben, klang das „Knie dich hin“ jetzt wie eine Drohung. Eine Androhung. Eine Bestrafungsankündigung. Während ich dem Spiel mit der Bestrafung selten was abgewinnen kann, da ich es in den meisten Fällen sehr albern finde etwas absichtlich falsch zu machen um bestraft zu werden, war ich nun aus seiner Sicht ernstlich ein böses Mädchen gewesen und er klang nach Frustabbau. Während mich dieses Szenario bei so einigen Männern zum sofortigen Weglaufen animiert hätte, aus Angst, dass ihnen das entgleisen könnte, turnte es mich in diesem Kontext so dermaßen an. Auch ich war noch Streitgefühlsaufgeheizt. Ich vertraue ihm zu 100 Prozent. Auch wenn er ernsthaft sauer auf mich war, ist er zu vernünftig, um mir Schaden zuzufügen.

Während ich auf seiner Sportmatte auf allen Vieren kniete, war er ins Schlafzimmer gegangen um etwas zu holen. Die Tatsache, dass er einen anderen Weg als üblich gewählt hat, um mit unserem Streit umzugehen, machte mich an. Sonst schmeißt er mich einfach raus, will Ruhe haben (oder ich hab mich vorher freiwillig verpisst). Ich kniete da und war mit Sicherheit schon feucht, bevor er zurück im Zimmr war. Er zog mir meinen Sportschal über die Augen und das Höschen über den Arsch runter. Dann knallte der erste Schlag auf meinem Hintern. Gürtel. Hufff. Noch zwei, drei weitere Schläge. Sehr hart für seine Verhätnisse. Tränen schossen mir in die Augen. Ich merkte ihm an, dass er ein wenig erschocken war über die eigene Leidenschaft und Emotionen, die ihn zu den Schlägen verleitet hatten. Hart an, aber nicht über der Grenze. Ich war trotzig: „Na hau doch zu. Ich geb nicht klein bei.“ Noch ein paar weitere Schläge. Das hab ich auch nicht so oft: Momente in denen ich nicht so viel nachdenke, sondern einfach in der Situation bin. Mit Emotion. Er war auch zum Platzen geil. Rammte mir seinen Schwanz tief in den Mund, so dass es mich leicht würgte. Danach fickte er mich hart doggy und kam ziemlich gleich, ziemlich laut. Dann packte er seinen Hitachi aus und ließ mich kommen. Intensiver Orgasmus. Schließlich zog er mir das Tuch von den Augen. Er nahm mich fest in den Arm. Und versicherte sich zig Mal, ob alles okay ist. Begutachtete meinen sehr roten Hintern, weil er Angst hatte, mich verletzt zu haben. Da hatte ich schon weit mehr ausgehalten. Es würde nicht mal ein blauer Fleck bleiben.

So ein emotionaler Versöhnungsfick mit Schlägen ist schon auch echt ein Ritt auf einem schmalen Grat. Aber in dem Fall war es genau das gewesen, was wir beide so sehr gebraucht haben. Der Frust und Streit war wie weggeblasen und wir konnten ohne Emotionen weiterdiskutieren.

Warum genau wollte ich eigentlich nach Hause?

Aus reinem Selbstschutz sitze ich nun in der Kneipe, die meiner Wohnung am nächsten liegt. Ich muss schreiben. Muss mir mein Selbstmitleid von der Seele schreiben. Ich bin heute zurück gekommen von 2 1/2 Wochen Urlaub. Der war so weit wunderbar. Wenn ich reise und neue Orte und Menschen entdecken kann, dann geht es mir immer gut. Dann fühle ich mich frei und leicht. Gegen Ende der Reise hatte ich Heimweh. Hatte mich nach Nähe gesehnt. Hatte während der Reise immer mal wieder mit Mr. Unauffällig Videotelefoniert. Das hat mir gut getan, es fühlte sich an, als würde sich unsere Beziehung wieder normalisieren.

Ich fieberte die letzten Momente meiner Reise regelrecht darauf hin nach Hause zu kommen. Das meinte in meinem Kopf, seine Nähe zu spüren. Ich fühlte mich Nähe ausgetrocknet. Kuscheln: das war das was ich herbeisehnte.

Und dann war ich zu Hause und er sagte mir, dass er mich nicht sehen will. Das sei ihm zugestanden. Zumal er einen Tag vorher operiert worden ist und sich zu Hause auskuriert. Ich wusste das. Trotzdem hatte ich gehofft, dass er auch Nähe brauchen kann, dass ich mich um ihn kümmern kann, ihm gut tue. Sein Nein führte mir meinen fatalen Fehler vor Augen. Meine riesige Erwartungshaltung, Als er mir sagte, dass er lieber allein sein will, da konnte ich meine Enttäuschung nicht verbergen. Vor meinen Augen lief so oft der Moment ab, wenn wir uns wieder sehen und wir uns nahe sind. Und dann die Enttäuschung, dass er mich nicht sehen will. Doppelt bitter, weil er sich zusätzlich noch schlecht fühlt, weil er meine Enttäuschung gesehen hat und nun ein schlechtes Gewissen hat. Dabei ist es ja grundsätzlich völlig okay zu sagen „Sorry, heute bin ich lieber allein“

Jetzt sitze ich also hier. Allein. Einsam. Der einzige Mensch allein in der Kneipe. Beim Schreiben muss ich mich zusammenreißen, dass mir nicht die Tränen kullern und ich ein noch komischeres Bild abgebe. Warum genau wollte ich heim? Warum? Dahin, wo niemand auf mich wartet. Niemand. In eine Wohnung, in der noch immer das blanke Chaos herrscht und sich nichts nach zu Hause anfühlt. Um beim Anziehen für die Kneipe nochmal zu merken, dass ich mich nach dem Urlaub natürlich noch fetter fühle als vorher eh schon. Unattraktiv, ungeliebt, unordentlich. Als ich im Urlaub Sport machen wollte hat mein Körper erst mal kapituliert. Was ein ungewohntes Gefühl ist. Ich habe genug Sporterfahrung, habe einen Präventions-Trainerschein. Bisher ist es nur immer dran gescheitert, dass ich mich nicht aufraffen konnte. Jetzt hatte ich nach dem Sport fünf Tage so dermaßen Kreuzschmerzen. Das Älter werden und ein Urlaub, in dem mich nicht mal mit dem Arsch jemand angeschaut hat, setzten dem ganzen noch einen drauf. Ob ich zu Hause bin, oder nicht, würde nicht mal jemand merken.

Ich weiß niemand wird mir aus diesem Tief raushelfen. Das kann ich nur selbst tun. Heute Abend jedenfalls stecke ich ganz tief im Selbstmitleid. Und werde das tun, was mir immer hilft. Schlafen. Denn am nächsten Morgen sieht die Welt immer besser aus. Und zumindest die anderen Kollegen freuen sich wenn ich morgen wieder da bin.

Mit mir auf die dominante Entdeckungsreise…

Ich habe den sexuellen Teil meine Beziehung ja bisher nur sehr rudimentär aufgearbeitet. Aber eigentlich war der, neben der Nähe, schon ein nicht unerheblicher Teil unseres Zusammenseins.

Bisher hatte ich ja nur vom überraschenden Beginn erzählt, wo er ganz am Anfang schon mal seine Vorliebe für anale Spielchen durchblicken ließ, in dem er mich quasi in unserer ersten Nacht schon mal mit der Zunge anal verwöhnte. Ich hatte erwähnt, dass ich erstaunt war über seine Potenz, dass er problemlos zwei oder auch drei Mal nacheinander kann.

Aber er zauberte immer wieder überraschende Momente und Seiten heraus. Wenn man uns zusammen sehen würde, dann würde man im ersten Moment mutmaßen, dass ich die dominante und er eher der zurückhaltende Part ist. Ich bin die quirlige (meist), er der zurückgenommene, der nicht so gern unter Menschen geht. Auch mich hat es erstaunt, dass diese Einschätzung zumindest fürs Bett so gar nicht zutrifft.

In einer der ersten Nächte, die wir miteinander verbrachte, staunte ich nicht schlecht, als er plötzlich Hand- und Fußfesseln unter seiner Matratze hervorzauberte. Er hatte die da verbaut. Also nicht extra für mich. Die gab es da vorher schon. Ich grinste erstaunt. Diese Seite, diese Vorliebe hätte ich ja beim Kollegen Mr. Unauffällig so gar nicht erwartet. Fesselspiele… So So.. Ob ich da Lust drauf habe… Rrrr.. Was eine Frage… Sind zwar nicht die Hardcore-Fesseln, sondern mit Klettverschluss. Aber das ist erst mal völlig nebensächlich. Er spielte mit meinem Kopf. Das war entscheidend. Ich sofort elektrisiert. Er hatte Lust zu spielen. Mir zu helfen den Kopf auszuschalten. Er war so süß, weil er immer gleich nachfragte, ob auch alles passt. Die Fesseln nicht zu fest zugezogen waren.

Ich hatte keine Ahnung, was er so an Vorerfahrung hatte. Aber er gab mir das Gefühl in guten Händen zu sein. Das war entscheidend. Und man muss sich ja auch erstmal kennenlernen dahingehend. Also war es gar nicht notwendig, dass er gleich den harten Dom raushängen lässt.

Das Gefühl, als er mein Handgelenke umfasste und sie in die Fesseln einband. Als er mir zusätzlich eine Augenbinde über den Kopf zog. So dass ich mich ganz aufs Fühlen und Hören konzentrieren konnte. Nicht zu wissen, was er mit mir anstellen würde. Aufregend. Vorfreudig. Wie er Spaß hatte mit mir zu spielen. Ich fühlte, dass er Freunde daran hatte mir Lust zu bereiten. Wie er meine Nippel saugte. Immer härter. Bis mir ein lustvolles „Autsch“ entfuhr. Wie er meinen Bauch liebkoste. Den ich nicht so sehr mag, den er aber liebt und er mir immer wieder sagte, wie schön er ihn fände. Wie er hingebungsvoll leckte. Wie er anfing mich ganz leicht auf den Hinten zu schlagen, auf die Brüste. Hola, was da für Seiten rauskommen. Ganz leicht. Immer darauf bedacht mir nicht zu sehr weh zu tun. Auch wenn ich zu Beginn manchmal dachte: „Komm schon trau dich, du machst mich nicht kaputt“ Er steigerte sich sehr behutsam.

Er hatte sich mit mir auf die Reise begeben zu erkunden, wie weit seine dominante Ader trägt, was ihm Spaß macht. Ich glaube er genoss es, dass ich zumindest eine gewisse Erfahrung in dem Bereich habe und er sich einfach ausprobieren konnte. Wir sprachen nicht wirklich über Grenzen, Safewörter oder ähnliches. Es war erst mal noch gar nicht nötig. Er agierte sehr umsichtig und darauf bedacht mir gut zu tun, dass es das erstmal nicht brauchte.

Als ich da gefesselt vor ihm lag, ging er immer mal wieder weg vom Bett und öffnete Schubladen in seinem Schlafzimmer. Immer wieder zauberte er neue Dinge hervor. Mal Gleitgel und ein Analplug. Wie ich dieses Ding liebe. In einer für mich passenden Einsteigergröße. Mit dem er mich heiß macht. Und dann mit dem Plug im Hintern fickt… Mal eine Krawatte mit der er mich knebelt… Und mir dann einen Orgasmus fingert und leckt… Oder was ihn besonders anturnt, wenn ich gefesselt bin, er mir seinen Schwanz weit in den Hals rammt, so dass ich fast kotzen muss. Dass ich leichte Würgegeräusch mache, dass ich ordentlich rumspeichle. Das turnt ihn mega an und mich macht an, dass es ihn anmacht. So holten wir uns beide Befriedigung im Spiel.

Beziehungsstatus „Wir schreiben wieder WhatsApp“

Ich bin im Urlaub – quasi allein. Also nicht mit Mr. Unauffällig. Hab nun ein paar Tage Zeit all die Dinge nach zu bloggen, die in Zeiten trauter Zweisamkeit nicht verbloggt werden konnten. Ich lerne, Beziehungen schaden meinem Blog 🙂

Nun denn, bevor ich das Vergangene nachschreibe – aktueller Status: Verdammt gute Frage. Eigentlich getrennt. Aber… Aktuell schreiben wir miteinander. Die zwei Eigenbrötler, die sich gut tun, aber auch nicht. An einem Sonntag vor genau vier Wochen habe ich alle meine Sachen bei ihm gepackt und mich erst mal aus seinem Leben verzogen. Ich war an diesem Tag arbeiten gewesen auf einer Firmenveranstaltung. Kurz vor Dienstende schrieb ich ihm eine WhatsApp, worauf er antwortete, dass er auf Krawall gebürstet sei.. Ich würde meinen Hobbys nachgehen und er zu Hause putzen – darauf habe er keinen Bock mehr. Rumms, darauf war ich auch auf Krawall gebürstet und packte meinen Krempel schmiss ihm den Schlüssen hin und ging.

Das war natürlich nur eine kleine Nuance, die auf beiden Seiten das Fass zum Überlaufen gebracht hat. Er ist viel viel ordentlicher als ich. Was zwangsläufig immer dazu führen wird, dass er früher das Gefühl hat, dass geputzt werden muss. Ich weiß gar nicht, wie man das jemals beheben könnte. Ich komme aus einem Haushalt in dem man eigentlich nie den Klodeckel runtergeklappt hat. Das kann man finden, wie man will, ist aber halt so. Ich musste ihm erst mal erklären, dass ich das gar nicht absichtlich mache, sondern, dass es für mich erst mal keine Relevanz hat oder mir einfach nicht aufgefallen ist. Als er mir gesagt, dass es für ihn nun mal so gehört, habe ich mich bemüht, das abzuändern und immer dran zu denken. Das ist gar nicht so leicht, sich umzuprogrammieren. Und der Klodeckel war einfach nur ein kleines Beispiel, das unser Dilemma verdeutlich soll. Seine Wohnung in der wir eigentlich immer waren – seine Rules. An so machen Stellen gelang es mir mich anzupassen, manches merkte ich auch einfach nicht. Und dass ich so ordentlich werde, wie er, das halte ich sowieso für völlig ausgeschlossen. Ich habe ihm angeboten, dass er mir einfach sagen soll, wenn ich was aufräumen soll. Aber das war ihm zu doof. Ich mag das gar nicht werten. Er konnte da nicht raus aus seiner Haut.

Ich war am Ende erstaunt, dass ihm die Ordnung wichtiger ist als Nähe, als Lachen und Lieben. Oder muss ich fairerweise sagen, dass er Lachen, Leben und Lieben nicht genießen kann, wenn ich die Decke auf der Couch nicht ordentlich zurücklege und meine Socken noch neben dem Bett liegen. Meine Prioritäten sind da andere.

Die zweite Baustelle war dass ich immer auf Hummeln sitze – Angst habe (oder keine Lust) habe, dass Lebenszeit sinnlos an mir vorbeizieht. Will nicht einfach mein Leben absitzen. Mache sicherlich auch manchmal zu viele Dinge. Er ist eigentlich ganz gern zu Hause. Bis zu einem gewissen Punkt hat er sich darüber gefreut, dass ich ihn auch mal rausscheuche, aber das wurde auch ganz schnell Druck für ihn mein Tempo nicht mithalten zu können. Mehr Ruhe zu brauchen.

Und er hat noch eine schwierige Phase meines Ehrenamts abbekommen. Musste viel zuhören und auffangen. Fand am Ende seine Rolle doof. Ich mit meinen „Hobbys“ dauernd unterwegs und komme dann abhetzt und durch bei ihm an. Ich musste innerlich sehr schmunzeln. Wenn man als Frau mal jemanden brauchen kann, der einem den Rücken freihält in einer schwierigen Phase… Aber er hat mir auch wirklich viel bei meiner Wohnung geholfen. Das will ich an dieser Stelle nicht unterschlagen. Hätte er nicht müssen. Dafür bin ich sehr dankbar.

Er spiegelt mir, dass es ihm ohne meinen Krempel besser geht und er das auch nicht mehr so haben will. Das glaube ich ihm teilweise, da ich auch sehe, dass ihm das Alleinsein schon auch zu kämpfen gibt. Aber er will sich wohl nicht ausgenutzt vorkommen. Das respektiere ich. Das soll er auch nicht.

Jetzt ist ein wenig Gras drüber gewachsen. Ich gewöhne mich wieder an mein Single-Leben. Aber die Nähe fehlt mir sehr. Vor Allem auch der überragende Sex mit ihm. Darüber muss ich noch ein paar Einträge schreiben… Ich hab die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass wir noch irgendeine Variante finden, die uns beiden mehr gibt als sie nimmt. Mir mehr Freiheiten lässt und ihm weniger Chaos macht, aber uns beiden Nähe und guten Sex

Sein Schmerz mit meiner Nacht im anderen Bett

Es ist ruhig geworden um mich. Weil ich in eine Beziehung gerutscht bin, von der ich manchmal noch nicht so genau weiß, was ich halten soll. Drei Monate jetzt. Ich bin eigentlich fast nicht mehr bei mir zu Hause. Da hatte ich nun endlich eine neue Wohnung und bin nie da. Klingt so nach einem meiner Klassiker, so als ob ich in mein altes Schema verfalle. Dass ich mich mal wieder davor drücke mir selbst ein eigenes schönes Zuhause zu schaffen. Dass ich – wie immer – den bequemen Weg nehme und mich bei ihm breit mache. In seinem funktionierenden gemütlichen zu Hause. Ganz von der Hand zu weisen ist das sicherlich nicht.

Es ist schön mit ihm. Wir tun uns gegenseitig wirklich gut. Der Sex ist saugut (worüber ich definitiv noch mehr schreiben muss). Ich hab ihn meinen Freunden vorgestellt, seine Familie habe ich irgendwie auch so zufällig kennengelernt. Wir nennen uns immer Nicht-Pärchen-Pärchen.

Da hab ich mich immer nach einer Beziehung gesehnt, dann hab ich eine vor der Nase und hadere damit meine Freiheit aufzugeben. Und das ist für mich wirklich ein Knackpunkt. Mit ehrlicher Kommunikation wird das schon werden, dachte ich. Er weiß was ich so angestellt habe, hat mich mit dem Blog kennengelernt. Aber es ist dann doch immer was anderes, wenn es einen selbst betrifft. Ich hab in den drei Monaten genau zwei andere Männer getroffen. Mr. Bondage war einer davon. Damit hat er irgendwie kein Problem. Den hat er akzeptiert als wichtigen Bestandteil meines Lebens. Nach dem anderen Date haben wir uns drei Tage nicht gesehen und alles stand auf der Kippe. Ich hatte ihm ehrlich erzählt, dass ich eine Nacht mit einem anderen Mann verbracht habe. Und konnte den Schmerz und die Eifersucht in seinem Gesicht sehen. Das war aus zweierlei Hinsicht sehr spannend und lehrreich für mich. Nachdem meine Exfreunde von meinen Seitensprüngen nie wussten, musste ich auch nie mit der Eifersucht umgehen. Zum anderen konnte ich mich in seinem Schmerz sehen. Konnte den Schmerz nachvollziehen, den er durchmacht. Ich hatte das mit Mr. Bondage auch durchgemacht, so wie er jetzt. Das Aufwiegen, das Herabgesetzt fühlen, das Hadern, aber eigentlich wissen, dass man liebt.

Warum hab ich den anderen Mann überhaupt getroffen? Zum einen weil ich ihn mag und ihn gerne mal wiedersehen wollte. Zum Anderen weil es sicherlich ein Ausbrechen aus einer gefühlt ziemlich monogamen Beziehung war. Diese Beziehung machte mir ein klein wenig Angst, da ich meine Freiheiten endgültig dahinschwinden fühlte und mich immer fragte: Bin das noch ich? Das ist natürlich übertrieben, denn immerhin hatten wir eine Übereinkunft darüber, dass ich einen anderen Mann (Mr. Bondage) treffen kann und es kein Problem ist. Aber es reichte mir irgendwie nicht. Nie wieder monogam. Das hatte ich mir in meinem Kopf so ausgemalt. Mit offener Kommunikation. Und dann steht der „gehörnte“ Mann vor dir und kämpft mit den Tränen, weil es ihm wehtut. Hui, das ist hart. Der Zwiespalt zwischen ihm nicht wehtun wollen und das Gefühl zu haben sich selbst aufzugeben.

Dann fragt er mich auch noch zu Recht, warum ich das tue. „Unser Sex sei viel und gut.“ Stimmt. Ich brauche das für mein Ego, für mein Wohlbefinden. – Sex der nicht so gut ist, wie unserer. Huch, das klingt sehr dünn und egoistisch. Auch die Angst, dass der Sex nicht so gut bleibt, dass die Lust weniger wird nach der Anfangseuphorie, spielte mit rein. Ich würde ihm ja sehr wünschen, dass auch er noch eine Affäre hat. Sich auch noch anderweitig austobt. Aber da hat er gerade überhaupt keine Lust zu, bzw tut sich ja eh erst mal schwerer als ich mir.

Bin ich so bindungsunfähig durch mein Gevögel geworden, dass ich das einfach nicht abstellen kann und auf Teufel komm raus machen muss oder ist es einfach meine Grundüberzeugung, dass es meine Art zu leben ist… ? Vielleicht war es auch einfach doof zu hoffen, dass ein bisher monogam lebender Mann sich so ganz einfach und problemlos auf meine polyamoren Versuche einlässt.

Wir haben uns versöhnt. Das hat uns beiden gut getan. Haben aber das Problem nicht behoben. Irgendwann werden wir nochmal drüber reden müssen. Vielleicht wird es leichter mit weniger direkten Emotionen, mit Abstand. Mehr rational als emotional. Zumindest hoffe ich das. Aber ich weiß gar nicht ob er da überhaupt der Typ dafür ist. Der Kollege Mr. Unauffällig.

Zwei Orgasmen am Tag

Zur Zeit fühle ich mich fast schon übervögelt, was nicht daran liegt, dass ich wie wild durch Clubs ziehe. Im Gegenteil. Ich war schon seit Monaten in keinem mehr. Es liegt am Kollegen Mr. Unauffällig. So nach und nach kommen immer mehr unerwartete Seiten zum Vorschein. Ich habe ja bisher nur über unseren ersten Abend geschrieben. Und darüber, dass ich mich gefreut habe, dass er Küssen kann. Das ist zwei Monate her. Seitdem ist viel passiert.

Was mich mit am meisten schmunzeln lässt ist, dass ich nicht damit gerechnet habe, dass ausgerechnet er ficken kann, wie ein junger Gott. Der erste Versuch am ersten Abend hatte ja nicht so wirklich funktioniert. Darüber hinaus ist er schon Anfang 50, eher dünn und in der Arbeit öfter mal nicht da, weil krank. Nicht der große Sprüchklopfer. Ein hilfsbereiter Kollege, nett und freundlich. Und entpuppt sich so nach und nach als Mr. Superlibido. Der vor ein paar Tagen grinsend zu mir sagte: „Sei froh, dass du mich nicht mit Anfang 30 kennengelernt hast, da konnte ich drei Mal nacheinander und bin zwischendurch noch nicht mal weich geworden.“

Ich zweifle keine Sekunde am Wahrheitsgehalt dieser Aussage. Ich hatte ja nun schon öfter mit Männern seines Alters Sex. Das Stehvermögen ist sehr unterschiedlich in dem Alter. Die meisten können noch relativ unproblematisch einmal. Aber halt nur einmal und dann braucht es eine Pause. Meist eine längere. Nicht so Mr. Unauffällig. Er kann mit einer kurzen Pause gleich wieder. Dann grinst er meist breit und sagt vorwarnend, dass der nächste Orgasmus ein wenig länger dauern könnte. Damit deutet er mir netterweise an, dass ich mich beim Blowjob auf ein wenig längeres Blasen einstellen soll. Heißt aber im Umkehrschluss auch, dass mich auch noch ganz locker durchvögeln kann. „Don´t judge a book by its cover“ ist sowas von auf ihn zutreffend. Nicht der Sprücheklopfer, der sportlich-trainierte Superkollegen-Hecht offenbart eine Libido die meiner ähnelt, sondern der Kollege von dem ich es nie gedacht hätte.

Naja und da er sich, ähnlich wie ich, nicht auf in Übermaß vorhandener Schönheit ausruhen kann, ist er neben seiner Standfestigkeit auch noch ein geschickter und schnelllernender Liebhaber. Was dazu führte, dass wir ziemlich viel Sex haben. Also für Menschen die kein Pärchen sind.

Während ich meine Wohnung in ein Zuhause verwandeln wollte, hat er mir ein gut funktionierendes Zuhause mit Nähe, viel Sex, Lust und Lachen geboten. Die Zeit ist vorbei geflogen und ich hatte nicht die Muse zu bloggen. Aber das Sexleben stand nicht still. Ich werde nachholen.

Ich glaube, dass ich auch ihm ziemlich gut tue. Vermutlich hatte er nie eine Partnerin, die von sich aus schon so viel Lust auf Sex hat wie ich. Die manchmal einfach vor ihm steht, ihm die Hose runterzieht und ihm ohne Vorwarnung anfängt einen zu blasen. Ich liebe sein ungläubiges und zugleich sehr glückseliges Gesicht. Wenn ich vor ihm knie und ihm ins Gesicht sehe, während ich seinen Schwanz ganz weit in meinen Rachen packe. Wenn ich mit der Zunge an seinem Bändchen entlang lecke und spüre, wie es ihm gefällt. Er sagte, ich sei die erste Frau mit der er Sex hat, die wirklich gern bläst. Dadurch, dass er das spürt und weiß kann er sich ganz leicht fallen lassen. Ich mag das. Er kommt nämlich zuckend und laut stöhnend. Ich freue ich dann, dass er auch in diesem Punkt wieder ganz anders ist als gedacht.

Gedanken aus New York

Nachgereicht, weil noch Korrektur gelesen werden musste.

Dieser Eintrag entsteht in einem kleinem Café in Astoria in New York City. Eigentlich dachte ich, dass ich in New York viel mehr bloggen würde. Aber ich hab nicht viele Orte gefunden, die sich nach Schreiben angefühlt haben. Zu viel Hektik, kein Platz an dem man im Winter mal länger verweilen kann. Mit meiner Airbnb-Unterkunft hab ich es dieses Mal nicht so gut erwischt. Schade eigentlich. Meist schreibe ich viel im Urlaub. Aber leider habe ich darüberhinaus die kaputte Bluetooth-Tastatur mitgenommen, die immer alle Buchstaben erstmal doppelt macht. Mal sehen, wie weit ich komme, bis es mich tot genervt hat .

Meine letzten Stunden hier in dieser verrückten Stadt. Die ich mag – für seine Kunst, Museen. Die mir aber auch immer viel Energie zieht. Mich hat es nicht allein in eine Bar/Kneipe gezogen, deswegen habe ich auch niemanden kennengelernt. Aber das war auch okay so und gar nicht mein Plan gewesen. Was in der sommerlichen Hitze der Karibik funktioniert, geht nicht im kalten NewYork – für mich zumindest. Es ist eher normal, dass ich auf Reisen niemanden kennenlerne, als dass ich sowie die beiden letzten Mal jemanden aufreiße. In der Karibik und in Südafrika war das irgendwie anders. Aber in der westlichen Welt bin ich nicht die, die man in der Bar anspricht.. Zumal ich dafür ja erst Mai in eine hätte gehen müssen. Deswegen bin ich immer verwundert, wenn mir Menschen sagen „Ja, du lernst ja bestimmt jemanden kennen…“ Ich find das gar nicht so easy, im Gegenteil. Sonst date ich halt über ne Dating-Plattform Da ich nicht tindere, hätte ich nicht gewusst, wie ich das in NY bewerkstelligen hätte sollen. Dabei geht es gar nicht um Sex. Ich hätte es cool gefunden jemanden von hier zu treffen, der mir seine Stadt zeigt. Aber dazu bin ich zu schlecht vorbereitet losgeflogen.

Schreibe gerade wenig.. Hatte ein paar schwierige Momente im Ehrenamt die Energie gekostet haben. Bin immer noch mit Umziehen und Ankommen beschäftigt. Und hab mich beim Kollegen eingenistet. Das hat sich so ergeben. Zwei einsame Menschen die zusammen weniger einsam sind. Ein Nicht-Pärchen-Pärchen – undercover. Ich kann mir irgendwie so Null vorstellen, dass ein offizielles Paar aus uns würde. Aus vielen Gründen: – Alter – Job… Aber wir funktionieren aktuell wie ein verliebtes Paar. Ich  verbringe meine Abende bei ihm. Er betüddelt mich, ich genieße die stabile Ordnung, die er in mein Leben bringt. Ich mache sein Leben ein wenig chaotischer und bunter und er meines ordentlicher und häuslicher. Das ist eine coole Kombination. An sich sind wir zwei einsame Menschen, die sich mit Nähe betanken. Auch wenn das vielleicht nicht für immer ist. Jetzt ist es gerade perfekt. Ich habe sogar hier im fernen New York ein wenig Heimweh gehabt, nach seinem Bett und dem Eingekuschelt einschlafen. Eingekuschelt einschlafen auch so ein Ding, das mir bisher sehr fernlag und mit ihm aber einfach funktioniert. Einen Nachtflug noch, dann kuscheln wir wieder.

Manch überraschende Vorliebe kommt ans Licht…

Jetzt wo ich schreibe, ärgere ich mich mal wieder, dass ich so lange gebraucht habe, bis ich die Geschichte aufschreibe. So viele Details oder Gedanken, die ich währenddessen hatte, sind schon verblasst. Das ist sehr schade.

Jedenfalls bin ich nicht gegangen, ich bin geblieben. Die ganze Nacht. Ich hatte dem Kollegen Unauffällig vorher meinen Blog-Link verraten. Das führte dazu, dass er ja wirklich viel über mich wusste und ich wenig über ihn. Also sexuell. Er deutete schon auf der Couch immer an, dass wohl ungewöhnlichere Dinge mag, als ihm die meisten zutrauen würden. Darüber hinaus hatte er auch schon immer mal wieder Affären gehabt. Ich glaube ich hätte ihm schon die Affären nicht zugetraut, wenn ich ehrlich bin. Aber ich stelle immer wieder fest, dass es sich lohnt sich auch mal von Menschen überraschen zu lassen.

Irgendwann knutschten wir. Und juhuuu, er kann küssen. Das ist nicht immer der Fall bei Männern in seinem Alter 🙂 Pluspunkt Eins eingesammelt. Es fügte sich alles, auch weil er deutlich weniger zurückhaltend war als gedacht. Er wusste, dass ich am Anfang meist schüchtern bin, also übernahm er die Initiative. Das war cool. Und auch das hätte ich ihm wohl nicht zugetraut. Dieses Gefühl sollte mich den ganzen Abend begleiten. Irgendwann landeten wir im Bett. Ich glaube ich war noch duschen vorher. Im Bett  fing er gleich an meinen Körper zu erkunden. Yeah, hinlegen und genießen, läuft bei mir. Auch wenn es nicht so ganz einfach war. Wie meistens am Anfang wenn man sich noch nicht so gut kennt. Er hatte mir den Abend über immer mal wieder Komplimente für meinen Körper gemacht, gesagt, dass er mich mag. Eigentlich war es einfach. Und doch komisch, weil er halt noch mal ein Kollege ist. Ich hoffte, dass es in der Arbeit ähnlich unkompliziert mit uns laufen würde, wie mit den beiden anderen Kollegen.

Er leckt gerne. So gerne, wie ich blase. Und er kann es auch. Er leckt aber auch gern weiter hinten, wie ich erstaunt feststellen durfte. Dass das jemand beim ersten Mal gleich macht, ist eher wirklich unüblich. Gut, ich dachte mir, du wirst schon wissen, was du tust, du bist alt genug. Haha, außerdem kann ich in der Arbeit jetzt wohl nie wieder „Leck mich doch am Arsch“ zu ihm sagen… Also nicht ohne hart lachen zu müssen. Er leckte mir einen Orgasmus. Yeah. Ich wollte mich revanchieren. Aber er konnte nicht. Da er nicht damit gerechnet hatte, dass ich an diesem Abend bei ihm vorbei komme, hatte er ein Medikament eingenommen, dass in der Nebenwirkung verhindert, dass er hart bleibt. Er war ihm ziemlich peinlich. Ich fand es Null schlimm. Aber für ihn war es doof. Er wollte na klar seinen Mann stehen. Dazu kam vermutlich noch ein wenig der Leistungsdruck (unnötigerweise) da ich ja deutlich erfahrener war, als er. Ich fand er hat das toll mit einem zweiten Orgasmus, den er mir geleckt und gehandjobbt hat kompensiert. Ich kann nicht klagen. Konnte mich halt nicht revanchieren. Auch kuscheln fühlte sich wirklich easy an mit ihm. Ich schlief ziemlich schnell, sehr entspannt ein.

Morgens wurde ich wach, weil er sich an mich hingekuschelt hatte und am Streicheln war. Schon wieder, siehe da der Kollege Unauffällig war ja unersättlich. Ich unterdrückte mal meinen inneren Morgenmuffel und ließ mich ganz breitwillig auf seinen kleinen Überfall ein. Ich glaube er hatte da noch eine Rechnung offen vom Vorabend. Morgens war es dann kein Problem mehr mit dem Ständer. Ich erinnere mich gar nicht mehr so genau. Schneller als ich schauen konnte, war er schon wieder am Lecken. Schneller als ich schauen konnte hatte ich einen Finger im Hintern. Hupsi. Öhm, ja gut, es ist früh morgens, ich war noch nicht auf der Pipibox. Er wird wissen, was er tut. Lustiger kleiner Fetisch, den der Kollege da so hat. Ich grinste. Sehr unerwartet. Und schlussendlich fickte er mich dann noch. Mit wilden Stößen. So alles im Halbschlaf bei mir irgendwie. Jedenfalls nach einem Orgasmus für mich und einem für ihn konnten wir uns für die Arbeit fertig machen. Ich bekam einen Kaffee ans Bett gebracht. Ich die Super-Eule und er eine morgenaktive Lerche Superkombi… hihi.

Ich nahm ihn mit in die Arbeit. Wir versuchten uns nicht beim gemeinsamen aus dem Auto-Aussteigen sehen lassen. Das war auch echt schräg. Er kam so wie immer und ich war 45 Minuten vor meiner Zeit da. In der Hoffnung, dass meine Kollegin sich nicht wundert, was mich so früh aus dem Bett getrieben hat.

Ich werde in der Büroaffären-Hölle enden – der Dritte.

Ich hinke mit dem Schreiben immer noch ein wenig hinterher. Aber immerhin geht bei meiner Wohnung so langsam was vorwärts. Im Laufe des Novembers will ich meinen Umzug fertig haben.

Jetzt bin ich ein wenig länger als ein Jahr in meinem neuen Job. Ich liebe ihn sehr. Gehe nach wie vor jeden Tag gern in die Arbeit. Was auch viel mit meinen Kollegen und meinem Chef zu tun hat. Jetzt finden gerade Mitarbeitergespräche statt, was mich dazu zwingt über meinen Job nachzudenken. Ich hätte nicht gedacht, dass es bereits nach einem Jahr schon darum geht, wie ich mich weiterentwickeln kann. Eigentlich wollte ich mir über Karriere gar keine Gedanken machen. Aber es bleibt nicht aus, wenn sich vieles bewegt in einer Firma. Hat man eigentlich jemals das Gefühl adäquat bezahlt zu werden? Ich komme mit dem Geld aus. Aber man vergleicht sich automatisch mit den Kollegen. Wahrscheinlich überschätzt man die eigene Leistung dabei und ist irgendwie immer unzufrieden. Lustig, dass es mir auch so geht, obwohl ich dachte es wäre mir egal. Vermutlich muss man nur das Gefühl haben fair bezahlt zu werden. Am Gedanken Karriere zu machen schreckt mir eigentlich nur, dass ich das Gefühl habe, dass sich der Fokus im Leben dann noch mehr auf Arbeit verschiebt. Das wollte ich eigentlich nie.

Zuviel über die Arbeit geschrieben. Aber ist ja nicht so, das meine Arbeitsstelle nicht auch blogrelevantes liefern würde. Kollege Eins hat unsere Affäre, nachdem seine Freundin dahinter gekommen ist auf Eis gelegt. Es gab einen Versuch, dass wir uns kennenlernen, allerdings war ich an dem Abend nicht in der Stadt und konnte ihr Angebot nicht wahrnehmen. Die beiden haben Zuviel anderen Stress im Leben gerade, so dass das keine Relevanz hat. Aber das ist auch okay. Es läuft ja nicht davon. Nachdem ich eine ganze Weile ziemlichen Affärenkummer hatte, geht es jetzt eigentlich wieder. Ich hab mich damit abgefunden, dass zwischen uns nichts mehr läuft. und wir haben es geschafft, dass wir wieder entspannt miteinander umgehen. Wir blödeln immer noch mehr mit einander rum, also so die meisten Kollegen, aber alles im Rahmen. Ich mag ihn als Mensch nach wie vor sehr gerne und bin froh, dass wir das so unkompliziert hinbekommen haben. Mein zweiter Kollege Mr. Gere, mit dem ich ja so manches Mal durch die Clubs gezogen bin, ist mittlerweile in Ruhestand gegangen. Wir haben nach wie vor Kontakt, aber sehen uns halt nicht mehr jeden Tag. Ich glaube wir werden auch in Zukunft immer mal wieder ausgehen, aber irgendwie seltener.

Man sollte meinen zwei Affären in der Arbeit reichen, bzw. eigentlich waren es dann ja Null, weil die eine nicht mehr läuft und der andere Kollege nicht mehr da ist. Dann ergab es sich, dass ich mich intensiver mit einem anderen Kollegen unterhielt. Den fand ich immer schon sympathisch. Ich nenne ihn jetzt mal Mr. Kollege Unauffällig. Ein wenig nerdig. Knapp 20 Jahre älter als ich. Vermutlich der Typ Mann bei dem man gar nicht wirklich über sein Sexleben nachdenkt.

Jedenfalls habe ich an einem Nachmittag ihm mein Leid geklagt, dass ich einsam bin in meiner Stadt. Das war in der harten Phase der Wohnungssuche, da war ich ziemlich überfordert mit dem Gedanken, dass sich nun alles ändert. Ich glaube es hat in damals sehr verwundert aus zwei Gründen: zum einen habe ich ihn relativ weit in mein Seelenleben hineinblicken lassen. Zugeben, dass man einsam ist, kommt nicht so häufig vor. Ich hab mich da für meine Verhältnisse schon echt nackig gemacht. Aber ich habe auch gelernt, dass Menschen zu selten darüber reden, wie es ihnen wirklich geht und sich aber auch nichts ändert, wenn man Dinge nicht auch mal ausspricht. Zum Anderen hätte er mich vermutlich anders eingeschätzt. Dass die immer lustige Kollegin mit der großen Klappe nach der Arbeit auch manchmal einsam ist, das war so nicht zu erwarten.

Ich glaube, das war der Auftakt dazu, dass sich unsere Gespräch von normalen Arbeitsplatzgesprächen wegverlagerten und intimer wurden. Er erzählte mir irgendwann, dass er am Online-Dating macht… und so ergab es sich nach und nach, dass ich ihm irgendwann von meinem Blog und von der Rirarammelseite erzählte. Mit der Einschätzung, dass das Wissen darüber bei ihm gut aufgehoben ist und ich mich keine Sorgen machen muss, dass er es an die große Glocke hängt. Das brachte den Stein ins Rollen. Er war nicht verschreckt. Sondern gefühlt eher froh, dass es da auch in der Arbeit jemanden gab, mit dem man mal darüber einfach offen reden konnte. Damit wusste er natürlich auch von der Affäre mit den beiden anderen Kollegen. Ich sagte dem Kollegen, der noch da ist Bescheid, dass es noch einen Mitwisser gab. Ich fand das fair. Es hilft ja auch nix. Das geht nur nicht in die Hose, wenn man mit offenen Karten spielt und das habe ich getan. Eine Garantie hat man nie. Aber alle Beteiligten wissen worauf sie sich einlassen.

Kollege Unauffällig hatte durchaus in meinem Blog geschmökert und kam am nächsten Tag breitgrinsend ums Eck und fragte durchaus das ein oder andere nach. „Würde ich dich nicht kennen, dann würde ich nicht glauben, dass das alles stimmt, was da im Blog steht“ Ich grinste. Er deutete an, dass auch er deutlich wilder unterwegs ist, als man vermutlich annehmen würde und dass es da so das ein oder andere dunkle Geheimnis geben würde. Spätestens jetzt war mein Interesse geweckt. Menschen, die da ein wenig „Out of the box“ sind, finde ich immer spannend. Er ist aktuell Single, aber hatte durchaus die eine oder andere Affäre gehabt in letzter Zeit. Er nahm auch die meine Nicht-Monogamie positiv zur Kenntnis. Sehr spannend. Wir schrieben zwei Tage per WhatsApp hin und her und tauschten uns über Sex und das Leben aus. Irgendwann schrieb ich, dass ich gerade gar keine Couch habe, auf die ich mich am Feierabend legen könnte. Da lud er mich zu sich nach Hause ein. Ich freute mich. Erst einmal, weil uns beiden jemand zum Quatschen nach der Arbeit gut tun könnte. Gar nicht so sehr weil ich damit rechnete, dass was laufen könnte. Ich schloss es nicht aus, aber es wäre für mich auch sehr okay, wenn uns einfach gut verstehen und es schaffen mehr als Kollegen zu werden, also freundschaftlich. Außerdem hatte ich das Gefühl, dass es schwierig werden würde, dass einer von uns beiden den ersten Schritt unternimmt. Ich bin ja anfangs eh immer zurückhaltend und er eigentlich so gar nicht der Typ der da mal sagt, wo es langgeht.

Irgendwann relativ spät Abends klingelte ich an seiner Tür. Er öffnete mir grinsend die Tür. Das war das erste Mal, dass wir uns im Nicht-Arbeits-Kontext trafen. Er zeigte mir seine Wohnung, relativ groß für einen Single. Aber sie war halbwegs bezahlbar. Er war voll ordentlich, alles strukturiert und aufgeräumt.. Ich fühlte mich wohl bei ihm. Wir chillten uns auf die Couch, kuschelten relativ schnell. Ich würde in der Büroaffären-Hölle landen, wenn ich jetzt auch noch mit einem dritten Kollegen eine Affäre anfange, dachte ich mir.. Noch könnte ich einfach gehen. Aber es war schön bei ihm…

 

Nicht mal die Polizei kann den Orgasmus stoppen…

Mr. Bondage verseilte mich mit Hingabe in dem dunklen Raum des Stundenhotels in Berlin, in dem die Party stattfand. Endlich leerte sich die Matte. Bedauerlicherweise ohne Orgasmus für die Frau. Die drei zogen sich wieder ihre Klamotten an und verließen den Raum. Wir würden nun also Platz auf der Matte nehmen können. Mr. Bondage hatte mir zwischenzeitlich die Augen verbunden. Ich erinnere mich gar nicht mehr genau, wie er mich fesselte. Ich ließ mich weggleiten. Er bugsierte mich auf die Matte. Legte mich auf den Rücken. Er fesselte mir die Beine weit auseinander, an den Oberkörper. Ich erinnere mich an das Offen sein, weit gespreizt, nicht in der Lage daran was ändern zu können. Benutzbar. Es erregte mich sehr. In meinem Kopf eines meiner absoluten Lieblingsszenarien.

„Schade, dass ich noch was höre“, dachte ich mir noch. Denn die Tür ging oft auf und zu. Aber so konnte ich auch hören, dass er ein Spielzeug aus seinem Koffer holte: ich hoffe auf den Stahldildo. Ein Juhu ging mir durch den Kopf, als ich das schwere, kalte Spielzeug auf meinem Bauch spüren konnte. Er hatte es zum Vorwärmen dort abgelegt. Dann drehte er mich auf den Bauch. Das war gar nicht so einfach mit gefesselten Armen und Beinen. Ich lag auf seitlich auf meinem Gesicht. Die gefesselten Armen unter meinem Körper. Ich musste mich ein wenig hin und her bewegen um die Arme in eine halbwegs bequeme Position unter meinem Oberkörper zu bekommen. Mein Hintern ragte durch die zusammen gefesselten Beine in die Höhe. Wenn ich diese Erinnerung aufschreibe, bin ich sofort unglaublich erregt. Da klapperte er mit der Gleitgel-Tube. Gleich würde er mich ficken. Mit diesem geilen Dildo, der so tiefe Orgasmen macht. Keine Ahnung, ob uns jemand dabei zusah. Ich war ganz bei ihm.

Er drückte das dicke Ende des Dildos in meine Öffnung. Ich seufzte. Wie ich ihn dafür liebte, mir diese Fantasie immer mal wieder zu erfüllen. Sonst hatte er den Dildo immer benutzt, wenn ich auf dem Rücken lag. Er tastete sich vor, wie er ihn am besten bewegen, wie er meinem Körper die größte Reaktion entlocken konnte. Erst traf er mit den tiefen Stößen meinen G-Punkt. Irgendwann spürte ich, wie er sich auch an meinen Hintereingang herantastete. Spielte an der Rosette. Hatte kurz Angst, dass es wehtun könnte, aber es war genug Gleitgel im Spiel. Er drang ein, vermutlich mit dem Finger. Aber es hätte auch ein kleiner Plug sein können. Diese doppelten Reize trieben mich auf einen Wahnsinns-Orgasmus zu. Mittendrin konnte ich einem Gespräch auf dem Gang entnehmen, dass wohl die Polizei im Haus war, weil der DJ die Musik zu laut gemacht hatte. Kurz hatte ich das Szenario einer Polizeikontrolle im Kopf, aber verdrängte den Gedanken gleich wieder.

Ich hörte auf zu denken. Er drehte den Dildo Richtung Bauch, womit er dann mit dem Ende das aus dem Körper herausragte den Kitzler noch mitmassierte. Ein langer, lauter, heftiger Orgasmus brach aus mir heraus. Er legte mich auf die Seite und schaute, dass ich okay liegen konnte trotz der Fesselungen um runterzukommen. Um ihn nachwirken zu lassen. Er war mir nahe. Der heftige Orgasmus in der Fesselung hatte mich ausgelaugt. Wäre es nicht im Club gewesen, wäre ich wohl weggepennt. Nach einer Weile kuscheln befreite er mich aus den Seilen. Wir packten die unsere Sachen und zogen uns wieder an. Dann ließen wir den Abend an der Bar ausklingen. 

Von so einem Orgasmus kann ich eine Weile zehren. Er versetze mich in eine gute Grundstimmung. Am nächsten Tag kamen wir noch dem Angebot des hübchen Pärchens vom ersten Abend nach. Sie hatten uns erzählt, dass es untertags in einer schönen Location die Möglichkeit Fesseln zu üben geben. Völliges Berlin-Klischee für mich. Sehr cool. Prenzlauer Berg in einem Hinterhof. Eine wunderbares Atelier mit vielen Hängepunkten. Es waren sechs Paare zum Üben da. In allen Konstellationen. Bondage ist dann mehr Kunst als Sex. Die Menschen sind angezogen. Geben sich einander hin. Aber haben keine Sex. Sie sind sich nahe und erschaffen ein Hängekunstwerk. Mr. Bondage hängte mich auch nochmal auf. Es war nochmal schön. Es brachte meinen Körper aber auch an den Rande dessen was er so kurz nacheinander an Fesselung aushalten kann. Er ließ mich an weniger Punkten hängen als bisher. Unser Fesseln erreichte ein neues Level. Es rundete das Wochenende wunderbar ab. Ich würde noch ein paar Tage meine Ropemarks als Andenken haben. Blaue Flecken auf den Oberschenkeln, Muskelkater. Aber alles im Rahmen.

Ein paar Tage nach dem Wochenende verlieh ihm der Meister den nächsten Meistergrad. So ähnlich wie bei den Kampfsportarten. Es hatte ihm also wirklich gefallen. Das freute mich sehr und gib mir viel Selbstvertrauen einfach zu sein, wie ich bin.