Lesen oder ignorieren

Ich habe mein Blog Mitte Juli 2013 von einer anderen Plattform hierher umziehen müssen und beginne nach 100.000 Klicks von vorne. Leider konnte ich all die wunderbaren Kommentare nicht mitnehmen. Die zeitliche Reihenfolge habe ich unverändert gelassen.
Wer anfängt zu lesen und sich interessiert, dem rate ich die Einträge von hinten nach vorne (Beginn Oktober 2012) zu lesen, dann kann man die Zusammenhänge und die Entwicklung nachvollziehen.

Dieses Blog wird geschrieben, weil ich das Bedürfnis hatte meine Erlebnisse mit Anderen zu teilen und weil ich gern schreibe. Es dient der Unterhaltung derer, die sich gerne von meinen Erlebnissen unterhalten lassen möchten.
Jedem Leser steht es frei zu lachen, den Kopf zu schütteln, erschrocken zu sein, mich zu verurteilen, das Blog zu ignorieren, mich kindisch, erbärmlich, lustig, hinterfotzig, mutig, schlampig, notgeil oder interessant zu finden. Gerne kann man mich auch bemitleiden. Genauso darf jeder die Geschichten glauben (was ich doch sehr hoffe, weil ich einfach das aufschreibe, was ich erlebt habe), sie unglaubwürdig oder schlecht geschrieben finden.

Ich hoffe, dass jeder, der es schlecht geschrieben, verwerflich, uninteressant, erbärmlich oder niveaulos findet, seine Lebenszeit für bessere Dinge nutzt, als das hier zu lesen oder sich darüber aufzuregen. Das ist es nämlich überhaupt nicht wert. Yolo baby. Lies es oder lass es.

Ich weiß mein Verhalten und darüber auch noch zu schreiben polarisiert. Ich weiß auch, dass ich über mich lachen werde, ich werde manches bereuen, ich werde mich verfluchen, ich würde vieles wieder tun, würde manches anders machen, werde weinen, jammern, hadern, aber auch mich erfreuen, genießen und großartige Dinge erleben. Ich werde hoffentlich vieles über mich lernen und Neues erleben. Ich will und werde alle Fehler selbst begehen und daraus lernen oder eben nicht. Ich werde mir meine Finger verbrennen und mir von meinen Freunden den Kopf waschen lassen müssen, wenn ich es übertreibe. Aber ich werde es tun.

Er hat eine Fantasie hinterlassen

Um den Jahreswechsel hatte ich das verrückte Spontan-Date mit Mr. Rich gehabt. Alles irgendwie größer, krasser, teurer. Natürlich hat er sich nie mehr gemeldet. Damit hatte ich gerechnet, deswegen hat mich das nicht so wirklich beschäftigt. Vielleicht meldet er sich dann mit einem Jahr Abstand wieder… So wie beim letzten Mal auch.. Das wäre lustig.

Ich bin in diesem Jahr ganz allein auf der BoundCon gewesen. Als ich gerade so Richtung Eingang marschiere höre ich wie ein Auto mit ganz viel Zwischengas aufmerksamkeitsheischend angefahren kommt. Das war seine pinkes Gefährt auf dem Weg zum VIP-Parkplatz… Ja, das passte irgendwie. Ich war gespannt, mit welchen Leuten Mr. Rich sich auf der Messe rumtreiben würde. Getreu meinem Vorsatz ihn nicht anzusprechen trieb ich mich auf der Messe herum und stand immer eher ein wenig versteckt am Rand. Folglicherweise sah er mich auch nicht. Keine Ahnung, ob er sich überhaupt an mich erinnert hätte. Werd ich nicht rausfinden. Ich gehe Menschen so ungern auf den Sack, dass ich mich dann eben immer zurückhalte, wenn ich mir nicht sicher bin, ob derjenige jetzt auch Bock hätte auf einen Plausch mit mir.

Er hat aber zumindest eine Fantasie hinterlassen in meinen Kopf. Zum Masturbieren habe ich so ein Standard-Fantasie-Repertoire. Na nach Lust und Laune greife ich davon eines heraus. Seit der Geschichte mit Mr. Rich ist da eine Fantasie dazu gekommen.

Er hatte mir von dem Sybian erzählt, mit dem er so gern spielt. Ich habe das Ding als ich in seiner Wohnung war zwar nicht zu Gesicht bekommen, aber als er mir davon erzählt hat, hab ich es gegoogelt und seitdem lässt mich diese Fantasie nicht mehr los. Ich stelle mir vor, wie dieses Ding in seinem Wohnzimmer steht. Ich sitze darauf, die Hände über den Kopf gefesselt. Er und ein paar Männer sitzen auf der Couch, Fernbedinung in der Hand. Sie entlocken mir Orgasmen, viele nacheinander. Ich kann nichts dagegen tun. Ich komme und komme immer wieder. Manchmal trage ich dabei auch noch ein Analplug. Manchmal kommt ein Mann zu mir her und lässt mich währenddessen blasen und ich muss mich darauf konzentrieren…

Diese Fantasie in meinem Kopf funktioniert eigentlich immer. Macht mich immer an.

Btw. JD hat sich mal wieder per Email gemeldet. Darüber habe ich mich sehr gefreut. Mal sehen, was sich ergibt.

3 Jahre WordPress und das Blog lebt noch

WordPress erinnert mich einmal im Jahr daran Geld für meinen Premium-Account haben zu wollen. Das erinnert mich wiederum daran, dass mein Blog wieder ein Jahr älter wird. Drei Jahre blogge ich nun hier auf WordPress. Ich freue mich, dass ich es immernoch tue und dass es immer noch viele Leser gibt. Die meisten Blogs über Sex leben gar nicht so lange. Auch wenn ich in letzter Zeit nicht so viel veröffentlich habe. Aber ich hatte auch einfach relativ wenig Sex. (Wobei ich noch drei Einträge nachschreiben muss :-))

Ich überlege immer mal wieder, was ich mit dem Blog anstellen soll. Mal das Layout und die Technik nochmal updaten, oder ob ich nicht nur über meine Erlebnisse bloggen soll, sondern zwischendrin über Sex generell. Vielleicht auch mal die Lebens-Geschichten von anderen Menschen (auf Sex bezogen erzählen) Ich date immernoch viel und lerne viele spannende Menschen kennen. Bisher halte ich mich immer sehr zurück deren Geschichten zu erzählen, weil ich keine Ahnung habe, ob das jemanden interessieren könnte. Ich werde auch immer mal wieder angefragt von Menschen die gerne einen Gastbeitrag veröffentlichen würden. Schreibt mir gerne mal eure Meinung dazu.

Ein Orgasmus im Stehen

Mein Blog erinnert mich immer daran, wie schnell die Lebenszeit zerinnt. Bis ich gucke ist es wieder 14 Tage her, dass ich gebloggt habe. Ich stopfe mir meinen Zeitplan auch immer so voll, dass mir meistens die Muße zum Schreiben fehlt.

Is gerade eine Phase mit wenig Sex in meinem Leben. Ich mastubiere auch gar nicht viel.

Die Freundschaftsgeschichte mir Mr. Bondage fühlt sich bisher gut an. Mit der winzigen Ausnahme, dass er mich nur noch spärlich mit Informationen versorgt, was er sonst so treibt. Vermutlich damit ich nicht eifersüchtig werde oder so. Allerdings fühle ich mich damit eher aus seinem Leben ausgeschlossen. Muss sich noch eingrooven. Damit dass ich unsere Beziehung auf sehr wenige Treffen reduziert hat, damit komme ich ganz gut klar. Keine Erwartungen. Aber es ist nun halt eine Freundschaft, kein Partner. Bin also ein wenig einsam.

Wir hatten uns wochenlang nicht gesehen und uns dann zum Fesseln verabredet. An diesem Abend hat er sich bewußt Zeit genommen. Hatte keine anderen Dinge zu erledigen. Früher haben wir uns oft gesehen. Alltagsgedöns hat die Lust aufgefressen. Ohne Alltagsgedöns ist es zwar irgendwie einsam, aber ein Treffen bei dem man sich bewußt Zeit für einander nimmt ist dafür sehr besonders.

Schon allein, dass wir uns in den Armen gehalten haben, hat so gut getan. Zu spüren, dass es nicht nur mir gut tut, sondern dass auch er das braucht. Auch das Küssen war schön und intensiv. Er fragte mich, ob ich mich vor dem Fesseln noch duschen wollte. Ich bejahte und war überrascht, dass er Anstalten machte mit mir duschen zu gehen. Das haben wir lange nicht mehr gemacht. Es war immer gar nicht so einfach uns auf eine Temperatur zu einigen. Dieses Mal passte es auf Anhieb. Es gibt Momente, da fliegt es einfach. Und es war so intensiv und schön, dass wir wild knutschend und fummelnd unter warmen Wasser standen. Es war vor allem überraschend und ungeplant. Er drückte mich an die Wand und ließ seine Hand zwischen meine Beine gleiten. Er hatte nicht verlernt, wie mein Körper funktionert. Er berührte meinen Kitzler mit der richtigen Intensität. Ich stöhne auf, direkt neben seinem Ohr. Ich war überrascht, dass er es mir besorgen wollte. Aber warum auch nicht. Es fühlte sich schön an. Ich war mir nicht sicher, dass ich mich im Stehen so fallen lassen können würde, um auch zu kommen. Aber Mr. Bondage drückte mich so gegen die Wand, dass ich mich fallen lassen konnte, weil er mich stützte. Er massierte meinen Kitzler weiter, steigerte den Druck. Zusätzlich lässt er noch einen Finger in mich hineingleiten. Dann gibt es kein Halten mehr. Ich komme im Stehen unter der Dusche…

Ich revanchierte mich immerhin damit, dass ich ihn liebevoll von oben bis unten eingeseift habe. Unerwartet, aber schön.

Sauber und befriedigt ging es ans Fesseln. Das war ja der eigentliche Plan für den Abend. Mal wieder in einer Suspension fliegen. Ich war gespannt, ob sich mein Körper erst wieder daran gewöhnen muss… Ob man beim Fesseln aus der Übung kommen kann als Bunny… Ob er meinen Körper und seine Eigenheiten noch kennt…

Er hatte mich lange nicht mehr gefesselt, deswegen erwischte er beim Knie und Hüftseil nicht die für meinen Körper perfekten Punkte. Deswegen sagte ich ihm, wohin er die Seile verschieben sollte. Es klappte dann gut und ich war glücklich, dass ich mal wieder aufgehängt war. Aber ich konnte mich nicht im Kopf wegfliegen lassen. Man muss das eben doch immer wieder zusammen üben, so dass es mich dann in einen meditativen Zustand versetzt. Ich hoffe, dass wir uns öfter dafür Zeit nehmen. Aber auch einfach Zeit für unsere Freundschaft.

Stillstand

Dass ich Single bin, konnte ich mit Ausnahme der Familienfeiern an Weihnachten und Ostern eigentlich ganz gut verdrängen. Da war dieses Mr. Bondage-Ding und es hat sich eben nicht singelig angefühlt. Jetzt aber nachdem sich dieses Mr. Bondage-Ding (leider) auf eine Freundschaft reduziert hat, fühlt es sich sehr singeling an.

Jetzt wird mir wieder bewußt, dass ich noch die Gewichtsbaustelle abarbeiten muss, um mit mir wieder ins Reine zu kommen. Ich glaube vorher wird es mir schwer fallen mich wirklich auf jemanden einzulassen. Außerdem hab bin ich im Oktober für einen Halbmarathon angemeldet (den mir Mr. Bondage nicht zutraut und den ich schon allein aus Trotz laufen werde) Keine Sorge, ich war in sehr jungen Jahren mal erfolgreiche Crossläuferin, ich gehe da nicht komplett blauäugig ran.

Dieses Abnehmen-Ding ist echt hart mit einer Schilddrüsenunterfunktion. Ich habe das in den letzten vier Jahren unzähliche Male versucht. Ich bewege mich da in einem Radius von 5 Kilo. Die geht es rauf und wieder runter. Aber etwas entscheidend zu ändern habe ich nicht geschafft. Das nagt an einem. „Iss weniger und mach mehr Sport“ würden manche sagen. Ich glaube, dass es nicht so einfach ist. Dass viele Faktoren mitreinspielen, wie Hormone und Stresslevel und dass ich glaube, dass sich Ernährung bei jedem anders auswirkt. Aber zumindest geht gerade mal wieder etwas vorwärts. Ich habe einen Mann gedatet, der sich angeboten hat mit mir Joggen zu gehen. Zwei Mal waren wir bereits. Ich hoffe, dass wir das regelmäßig hinbekommen.

Wehe, jetzt fragt irgendeiner nach dem Job-Ding. Schlechte Frage. Alle fragen mich das und ich hasse es. Ich komm da gerade gar nicht klar und es tut sich nichts. Ja, es fühlt sich auch schrecklich scheiße an, dass ich es nicht schaffe Bewerbungen zu schreiben. Punkt.

Wenn ich den Eintrag noch mal so lese, würde ich meinen es läuft in meinem Leben. NICHT. Aber ich bin trotzdem (noch) nicht todunglücklich. Wenig Sex, keine Liebe. Aber meine Freunde und Familie sind für mich da und verbringe Zeit mit ihnen.

Die Aussprache

Im dem Moment, als Mr. Bondage unser Wochenende abgesagt hatte, weil er sich lieber mit seiner Sub treffen wollte, war ich mir sicher, dass ich ihn nie wiedersehen will. Meistens ändert sich so ein Gefühl wenn die erste Wut verraucht ist. Er schrieb von einem Wiedersehen. Mein Bauchgefühl war erst mal dagegen. Ich fühlte mich sehr verletzt. Eigentlich wollte ich mich ohne eine Entschuldigung überhaupt gar nicht erst treffen. Er wollte dieses Gespräch aber nicht per WhatsApp führen. Was ja eigentlich sehr schlau ist, denn nur zu schreiben öffnet Missverständnissen Tür und Tor. Ich merkte, dass ich anfing per WhatsApp rumzusticheln. Zwei, drei böse kleine Nachrichten schrieb. Das was ich eigentlich gar nicht tun wollte. Wie ich das hasse, wenn ich sowas mache. Er ging überhaupt nicht darauf ein. Aber ich wollte eine Gefühlsregung, wollte hören, dass ich ihm auch fehle ihm Leben.

Es dauerte eine ganze Weile, bis ich wirklich soweit war, dass ich mir vorstellen konnte, mich auf ein Gespräch mit ihm zu treffen. Hörte in meinen Bauch hinein, ob es sich okay anfühlt. Als es das tat, verabredeten wir uns zum Essen. Ich war sehr verletzt, aber so ohne ein abschließendes Gespräch wollte ich unsere Beziehung nicht enden lassen. Wollte den unausgesprochenen Dingen noch Platz geben.Vielleicht ein paar Wunden schließen. In unserer Konstellation war klar, dass wir uns nur in seiner Stadt zum Essen treffen können. Mit seinem Arbeitspensum wäre alles andere für ihn kaum zu leisten. Das heißt aber auch, dass ich mit Hin- und Rückfahrt 1 1/2 Stunden investiere. Gefühlt in Vorleistung gehe.

Während des Hinwegs stellte ich mir unser Gespräch vor. Wie es wohl laufen würde. Wenn er sich nicht ernstgemeint entschuldigt, dann würden wir uns nach dem Abend nie wiedersehen. Das war mein Vorsatz. Und ich war mir sicher, dass ich diesen so durchziehen würde. Ich ließ mir Gesprächsvarianten durch den Kopf gehen. Aber in meinem Geiste sah ich ihn nie sich entschuldigen. Er war da nicht der Typ für irgendwie. Er trifft seine Entscheidungen und lebt dann aber auch mit den Konsequenzen.

Ich war zu spät, weil ich noch aufgehalten worden war. Mr. Bondage wartete in unserem Lieblingslokal auf mich. Er saß in der oberen Etage, am Nebentisch Frauengruppe. Sonst war niemand da. Die Begrüßung war frostig von meiner Seite. Er reichte mir die Speisekarte und sagte, dafür dass ich die Spritkosten tragen müsste, würde das Essen auf ihn gehen. Ich wollte mich nicht einladen lassen, lehnte dankend ab. Wollte die Unanhängigkeit wahren. Hatte mein Bauchgefühl so entschieden. Mir war nicht nach Smalltalk. Also war ich ziemlich schweigsam. Wir bestellten Essen. Dann kam das Gespräch auf das abgesagte Wochenende. Er entschuldigte sich dafür, dass er es so kurzfristig abgesagt hat. Ich sagte, dass mir das nicht reicht. Nur wenn es ihm leid täte, dass er es überhaupt abgesagt hat, dann könnte ich das akzeptieren. Da wäre ich auch auf alle meine anderen Freunde sauer, wenn sie mich an einem lange geplanten Wochenende versetzen würde, weil sie lieber vögeln wollen, es ihnen aber nicht leidtut.

Mir war vorher schon klar, dass ich mit Sicherheit in Tränen ausbrechen würde. Darüber ärgere ich mich manchmal. Männer sitzen da immer so cool und ich frag mich immer, wie die das machen. Ich kann die Tränen dann einfach nicht zurückhalten, aber das fühlt sich dann irgendwie schwach an. Weil er mir in meine Gefühlskarten schauen kann. Er weiß woran er ist. Das es mir weh tut. Aber woran bin ich??

Er hatte unserem Wochenende nicht so viel Wichtigkeit beigemessen, wie ich. Ich sagte, dass ich alles andere als eine ernstgemeinte Entschuldigung nicht akzeptieren würde. Er fragte, noch ob er nicht was tun könne, um die Situation zu verbessern, dass besser zu ihm passen würde. Ich schüttelte den Kopf. Dann kam das Essen. Wir saßen uns gegenüber und aßen und schwiegen. Lange. Sehr lange. Währenddessen überkam mich ein Heulkrampf. Die Tränen liefen mir nur so runter. Ich musste hart kämpfen nicht laut zu schluchzen. Reichte schon, dass die Tränen kullerten. Ich wollte den Nachbartisch nicht auch noch aufmerksam machen. Mangels Tempo musste die Serviette mich retten. Mr. Bondage saß mir gegenüber und konnte meinen Schmerz sehen. Sehen, wie er mich verletzt hat. Ich konnte sehen, wie er  mit sich rang. Das ganze Essen sprachen wir kein Wort. Ich hatte die Entscheidung in seine Hände gelegt. Es lag an ihm, wie es weitergehen würde. War ihm unsere Freundschaft so wichtig und wertvoll, dass er über seinen Schatten springen würde?

Und dann passierte es: Er entschuldigte sich. An den ersten Satz erinnere ich mich nicht mehr, der zweite war:“Es tut mir leid, dass ich so ein Arschloch bin, dass ich dir so weh getan habe.“ Es fühlte sich aufrichtig an. Ich konnte gar nichts sagen, denn es kullerten noch mehr Tränen, jetzt erleichterte. Er nahm meine Hand. Mein Serviette hatte ich schon durchgeweicht, da fragte ich ihn nach einem Tempo. Er hatte keines einstecken. Da zog er – typisch pragmatisch er – die Serviette unter dem Brot hervor. Als er liebevoll die Krümmel rausklopfte musste ich loslachen. Das war so er und dafür mag ich ihn. Das war der Eisbrecher-Moment. Ich fragte ihn, ob ich zum ihm auf die Bank sitzen dürfe. Dann lagen wir uns in den Armen. Ja, ich hatte ihm auch gefehlt. Wir sind uns nahe, wir kennen uns ziemlich gut. Mit dem Moment der ernstgemeinten Entschuldigung habe ich ihm verziehen. Da gibt es auch kein nachkarteln mehr, wie man in Bayern sagt.

Freundschaft mit Kuscheln und Küssen. Mit Lachen und politischen Diskussionen. Mit Ehrlichkeit. Eine ernstgemeinte Freundschaft. Ohne Sex. Das fühlt sich vom Bauch her okay an. Wir sind doch  Seelenverwandt. Es wäre hart gewesen, das nicht mehr zu haben. Das „bunte-Mädchen-alter-Mann-Ding“, unsere Gegensätzlichkeit wäre mir sehr abgegangen. Einen Versuch ist es wert.

Orgasmus und Schokolade

Stecke immernoch in der schwierigen Phase, in der ich herausfinden darf, womit ich denn meinen Lebensunterhalt in Zukunft verdienen will.

Mr. Bondage, der mich so ganz fies abserviert hat, fehlt mir als eine Art Lebensbegleiter, bei dem ich meinen Alltagsschrott ab und an abladen kann. Wir haben uns nicht wiedergesehen, um uns auszusprechen. Ich wollte die Wunden erst heilen lassen, was ganz gut geklappt hat, bis dann das Wochenende da war, an dem er sich mit der anderen getroffen hat. Ich habe versucht es mir so mit anderen Aktivitäten so voll wie möglich zu stopfen, um nicht darüber nachdenken zu müssen, was die beiden wohl gerade anstellen und wie schön das Wochenende hätte werden können. Das Vollstopfen mit anderen Dingen ist mir zu 90 Prozent ganz gut gelungen, meine Freunde sind eingsprungen. Aber es gab dann doch den einen Abend, an dem ich allein zu Hause war und nachdenken konnte.

Da konnte ich mir trotz besseren Vorsatzes eine stichelnde WhatsApp nicht verkneifen. Vor einem Aussprache-Gespräch hätte ich gerne eine Entschuldigung gehabt oder das Gefühl, dass ich ihm fehle. Das gibt er mir beides nicht. Hätte ich wissen können. So ist er nicht. So bleibt offen, ob es nochmal ein Treffen geben wird. Mein Bauchgefühl ist hin und her gerissen.

Meine grundsätzliche Gefühlsrange bewegt sich zur Zeit zwischen, „Juhu Freiheit“ und „Fuck, bin ich einsam“…

In dieser Gefühlsgemengenlage hatte ich nicht so wirklich viel Bock auf Sex, auch wenn es an Angeboten nicht gemangelt hat. Bis heute. Mr. Tiefenentspannt, der Cunnilingus-Gott, hat gespürt, dass es mir zur Zeit nicht so gut geht. Er fragte mich vor unserem heutigen Date auch, ob ich lieber nur Reden oder Sex haben wollte. Wir entschieden uns für unser klassisches Stundenhotel, aber nahmen uns heute zwei Stunden Zeit. Er war süß, denn er hatte mir Schokolade und Bier mitgebracht. Wir redeten erst. Er steckt gerade in einer ähnlichen Situation. Seine Beziehung ist in die Brüche gegangen. Er hat Liebeskummer, findet keine Frau mit der es sexuell und partnerschaftlich passt. Ich redete mir meinen Kummer von der Seele und er hielt mich fest im Arm. Das war ein sehr gefühlsintensiver Moment. Wir lagen einfach eine Weile da und gaben uns gegenseitig Nähe.

Wir haben uns noch nie geküsst und habe mich bisher auch nicht getraut zu fragen, warum das so ist. Vielleicht weil ich Angst vor der Anwort habe. Es hätte sehr in den Moment gepasst, zu knutschen, aber das ist nicht passiert. Nichtsdestotrotz war das was danach kam trotzdem intensiver als sonst. Wir taten das was wir eigentlich bei jedem Treffen tun: Er verwöhnt mich mehrmals oral und am Ende blase ich ihm einen Orgasmus. Man sollte meinen, dass das irgendwann langweilig wird, aber noch macht es das steigende Vertrauen, Aneinandergewöhnen intensiver. Heute machte er mir drei Orgasmen einen nur geleckt, zwei gefingert und geleckt. Und die waren heute noch intensiver als sonst. Vermutlich auch weil ich ein wenig ausgehungert war. Weil ich lange keinen Sex hatte. Ich liebe den Moment, wenn ich merke, dass der Orgasmus näherkommt und ich im Kopf bewußt loslassen muss, so dass der Körper übernimmt. Nicht mehr zu steuern, was dann passiert. Sich hingeben, es passieren lassen. Abspringen, wie beim Bungee-Jumping.

Die entspannende Wirkung von Sex (mit Orgasmus) ist unbezahlbar. Hinterher habe ich gespürt, wie notwendig das war. Wie ein Knotenlöser.

So sitze ich hier, entspannt grinsend, mit einer Tasse Tee und schicke in Gedanken Luftküsse an Mr. Tiefenentspannt, dafür dass er heute so ein wundervoller Mensch war.

Bind me

Ja Social Media: manchmal Fluch manchmal Segen.

Eigentlich geht es mir soweit ganz okay. Ich konnte die Gedanken an Mr. Bondage und das Ende der Beziehung gut beiseite lassen. Mir ist klar, dass das kommende Wochenende, an dem wir uns sehen wollten und er sich umentschieden hat, noch mal hart wird. Es wird hart, nicht darüber nachzudenken, was er wohl gerade tut.

Ich surfe gerade noch so ein bißchen im Internet auf der Rirarammel-Seite und zack sehe ich auf meiner Pinnwand: Mr. Bondage hat sich an vormals unserem Wochenende für eine Bondage-Veranstaltung in meiner Stadt angemeldet. Super. Ganz toll. So genau wollte ich es nicht wissen. Fuck.

Da kommen viele Gefühle nochmal hoch. Mir fehlt das Fesseln sehr. Hätte ich anfangs nicht gedacht, aber ich war gerne ein Ropebunny. Ich war stolz auf jedes Suspention-Bondage. Ich war dankbar, dass er sich anfangs viele Gedanken drüber gemacht hat, wie er mich aufhängen kann. Jetzt bin ich wahrlich weit weg von dem Körperbau einer japanischen Frau. Sportlich, aber doch einfach kräftig. Da muss man manches eben anders machen. Die Arme vor und nicht hinter den Körper fesseln.

Vielleicht ist Männer nicht so sehr bewußt, wie viel Frauen sich in ihrem Leben nach ihrer Optik beurteilen lassen müssen. Aber als wir dann auch ab und an öffentlich gefesselt haben, habe ich ihn gebeten darauf zu achten, dass mein T-Shirt am Bauch nicht hochrutscht, weil ich nicht wollte dass man sieht wie dort an der Seite das Seil einschneidet. Dem Wunsch kam er zwar nach, aber gefühlt nur widerwillig. Er hinterließ den Eindruck als verkomplizierte es das Fesseln für ihn.

Es kann zusammen gereimter Quatsch von mir sein, aber am Ende hatte ich das Gefühl, dass er eben lieber seine schlanke Sub fesselt öffentlich, weil sie halt eher einem vorzeigbaren Standard-Ropebunny entspricht. Die Szene ist klein, mann will sich als Rigger einen guten Ruf erarbeiten. Träumt davon aufzutreten. Da passe ich nicht in das Bild. Auf den Bühnen sieht man nur wunderhübsche Bunnys, mit Modelfiguren. Es gibt wie so oft im Leben nur einen Figurtyp der dort scheinbar eine Berechtigung hat. Nicht dass ich auf die Bühne will, aber die Szene zeigt einem auch, wie man zu sein hat.

Die Szene ist klein. Die Wahrscheinlichkeit, dass ich jemanden finde, der Spaß daran hat ausgerechnet mich zu fesseln… dem ich vertraue, mit dem die Chemie stimmt. Puh.

Ich vermisse es einen Dom und/oder einen Rigger zu haben. Ich bezweifle, dass ich beides in naher Zukunft finden werde. Noch dazu muss ich mich in die Szene begeben um jemanden zu finden. Denn es wäre wohl vermessen zu glauben, dass ich nochmal gefunden werde. Sowohl von einem Rigger, als auch von einem Dom.

Jetzt, nachdem ich den Eintrag geschrieben habe, kommt es mir vor, als hätte ich ähnliches schon mal verfasst.. Falls dem so ist.. sorry.

Affäre gescheitert

Bin das ganze Wochenende schon ein wenig liebesverkummert. Es hatte sich ja schon eine Weile abgezeichnet, dass das mit Mr. Bondage so nicht weitergehen würde. Aber final wurde es dann am Freitag morgen, als er mich anrief. Schon die Tatsache, dass er mich morgens anrief war ungewöhnlich.  Dann auch noch an einem Tag, an dem ich wirklich Respekt hatte vor meinem vollgestopften Zeitplan. Viele Termine wenig Zeit zum Durchschnaufen. Er würde am kommenden Wochenende heimfahren und nicht in seiner Wohnung bleiben, wie eigentlich geplant. Das wußte ich schon. Familientermin, kein Ding. Wir hatten ja noch unser Wochenende im Mai. Da wollten wir uns endlich mal wieder Zeit für einander nehmen und gucken, wie es um uns steht, ohne Stress und Arbeit. Ich freute mich da sehr drauf. Wir hatten schon vor Wochen den Termin ausgemacht, weil es gar nicht so leicht war ein Wochenende zu finden, an dem wir beide können. Ich hatte ihn am Abend vorher noch gefragt, ob das Wochenende steht.

Er rief mich an, weil er es mir persönlich sagen wollte und nicht als Nachricht schreiben. Er wird das Mai-Wochenende nicht mit mir verbringen, sondern mit seiner SUB. Sie hätte da zufällig auch frei und deswegen böte es sich an. Ich dachte mich zerreißt es. Ich sagte nur Okay und Tschüß.

Jetzt ist das drei Tage her. Die erste Wut ist ein wenig abgeflaut. Aber jetzt wo ich es aufschreibe, zerreißt es mich fast wieder. Oh Gott, wie weh das tut. So wenig wichtig bin ich ihm also. An erster Stelle kommt Sex und dann lange nichts. Und dann ich. Das war ja mal deutlich.

Ich schrieb, dass er damit seine Entscheidung getroffen habe, wünschte ihm ein gutes Leben und dass er den Rest meiner Sachen behalten könne… Ich dem Moment war ich mir sehr sicher ihn nie wieder sehen zu wollen. Er bot mir noch einen Fesselabend nächste Woche an.

Ich schrieb ihm, dass das vermutlich nicht mehr zu kitten sein wird. Er könne das verstehen und würde sich an unsere schönen Momente erinnern. Es gingen noch zwei drei Nachrichten hin und her.

Ich habe im Laufe des Wochenendes schon drüber nachgedacht, ob ich mir vorstellen könnte aus einer Affäre eine Freundschaft zu machen. So viele Menschen, denen ich mich so Seelenverwandt gefühlt habe, habe ich noch nicht getroffen. Und wir hatten wirklich viele wundervolle Momente.

Aber jetzt beim Niederschreiben merke ich wie sehr mich das kränkt, dass ich ihm so wenig wichtig bin. Es zerreißt mich. Ich denke über meinen Selbstwert nach. Ich weiß nicht, ob ich das jemals verzeihen kann. Wenn wird es noch ganz schön lange dauern.

Ich hoffe für ihn, dass er wenigtens überragenden Sex hat an unserem Wochenende. Wäre bedauerlich, wenn er für weniger als überragenden Sex unsere Beziehung weggeworfen hat.

Mir schießen noch 1000 Gedanken durch den Kopf, werde das im Blog sicher nochmal aufarbeiten. Für mehr reicht es heute nicht.

Das Bambi unter den Swingerclubbesuchern

Ein verrückter Abend. Ich wollte mal wieder mit einem Bekannten in den Club gehen. Mein letzter Besuch ist schon eine Weile her und ich wollte einfach mal wieder ausgehen. Hätte auch nichts gegen Sex mit dem Bekannten einzuwenden gehabt. Hatten wir auch schon mal bei einem der vorangegangenen Swingerclubbesuche.

Als wir gegen halb neun in dem Club eintrafen, war es schon ziemlich voll – Freitag Abend und ein große Veranstaltung in der Stadt. Es gibt dort eigentlich nie Motto-Abende. Das Publikum ist immer sehr unterschiedlich. Irgendwie die Überraschungstüte unter den Clubs. Ich hatte keine Erwartungen an den Abend. Außer zwischen leicht bekleideten Menschen rumsitzen und das Flair aufzusaugen. Erfreulicherweise war das Publikum sehr bunt durchgemischt. Das mag ich am liebsten. Und doch auch so einige Soloherren. Wir aßen und tranken, wußten selbst noch nicht so genau, ob wir miteinander Sex haben wollten.

Als wir uns dann mal umsahen, was denn auf den Matten und Höhlen schon so im Gange war, wurden wir von einem Pärchen angesprochen. Da waren wir aber im Gang zwischen all den Soloherren noch nicht so weit. Zumal wir ja miteinander nicht besonders erfahren sind und der eine vom anderen nicht wußte, wie es mit so einem Vierer aussieht. Also wurde es nichts. Wir entschlossen uns dann doch noch eine Nachspeise essen zu wollen. Dabei quatschte mich ein eigentlich ganz niedlicher Typ an. Halb Türke, halb Iraner. Wir unterhielten uns ein wenig, aber er sprach nicht besonders gut Deutsch. Er wich uns ab dem Moment nicht mehr von der Seite. Als wir nach dem Nachtisch nochmal eine Runde drehten, war er immer an unseren Fersen. Wir sahen uns ein weiteres Mal um, ob irgendwas insprierendes stattfindet. Ich setzte mich in einem der Zimmer auf einen Sessel und stellte fest, das der genau die richtige Blowjob-Höhe hatte. Mein Bekannter wollte noch einen anderen Raum abchecken und so war ich mit dem Halbiraner allein. Ich hatte Lust auf einen Blowjob also beglückte ich ihn. Ich wollte nur blasen, mehr nicht und legte los. Er hatte allerdings anderes im Sinn und wäre gerne noch auf eine Matte verschwunden. Darauf hatte ich keine Lust, also blieb es dabei, dass ich ihn angeblasen, aber es nicht zu Ende gebracht hatte. Selbst Schuld, wenn er sich nicht mit einem Blowjob begnügen wollte. Es war gar nicht leicht ihn später wieder loszuwerden.

Nach der Nachspeise hatte mein Bekannter mit Magenproblemen zu kämpfen. Er war damit nicht mehr für Sex zu haben. Ich hatte mich wieder auf den Sessel gesetzt und wollte einem Paar zusehen, das Spaß miteinander hatte. Immerhin waren die Männer an diesem Abend so schlau sich nicht andauernd in meine Sichtlinie zu setzen. Ich bin auch kein Fan davon, wenn ich erst angefasst werde, bevor Mann mit mir spricht. Also wies ich alle Männer ab, die an meiner Schulter herumfummelten. Der Abend war schon fortgeschritten. Ich wanderte immer mal wieder herum um ein wenig zuzusehen. Mir ein paar echt weibliche Orgasmen anzusehen, hoffte ich. Ich saß wieder auf dem Stuhl. Dann kam ein älterer Mann vorbei, dem wohl aufgefallen war, dass ich bisher selbst nicht aktiv geworden war. „Du sitzt ja hier nur rum“, sagte er und ich antwortete „Ja, und???“ dann fuhr er fort: „Die ganzen Männer warten aber schon…“ und meine Antwort war. „Ja und weiter???“Er ging dann einfach und hatte das, was er offensichtlich dachte nicht ausgespochen. Nämlich, dass er so viel Eintritt bezahlt hatte und die Erwartung nun schon ist, dass er auch was davon hat. Hat das Konzept nicht verstanden und sollte nächstes Mal gegenüber in den Puff gehen, dachte ich mir. Ich habe auch Eintritt bezahlt und kann machen was ich will. Idiot.

Mein Begleiter mit dem verdorbenen Magen entschloss sich noch die Sauna zu nutzen. Ich gehe nicht gerne saunieren, also sah ich mir das von außen an. Da begegnete mir ein Mann vor der Tür, der mir einfach mit einem netten Lächeln ein Kompliment machte. Er machte so gar keine Anstalten mich auf eine Matte abschleppen zu wollen. Oktay war sein Name. Er hatte schon ein bißchen was getrunken. Musste sich Mut antrinken, wie er mir erzählte. Sein erster Swingerclubbesuch. Es wirkte nicht wie eine Masche, sondern sehr ehrlich. Es war angenehm, sich mit einem Mann zu unterhalten, der nicht sofort körperliche Nähe sucht, nur weil wir in einem Club sind. Er hielt normalen Abstand. Er wollte sich auch ein wenig in die Sauna begeben. Ich fand ihn wiklich niedlich. Er hatte so was Welpiges vom Verhalten her, einfach weil er wirklich den Eindruck vermittelte, dass er das erste Mal in einem Club ist und gar nicht darauf aus war Sex zu haben.

Ich ging in den Barbereich und dachte mir, dass er nach der Sauna schon irgendwann dort aufschlagen würde. Ich sagte meinem Bekannten, dass ich Lust auf den schüchternen Oktay habe. Irgendwann kam er dann in die Bar und ich stellte mich grinsend neben ihn. Irgendwie waren das vertauschte Rollen, denn ich musste ihn aufreißen. Er ging wohl einfach nicht davon aus, dass ich Sex mit ihm haben wollen könnte. Als ich ihn schließlich fragte, ob er mit mir nach oben gehen wollte, guckte er ganz überrascht und fragte: „Wie, jetzt gleich??“ Es amüsierte mich köstlich. Nach dem Motto: Ohje jetzt wird es Ernst. Das war so erfrischend anders. Also er wisse ja gar nicht, ob das er das so hinbekommen wird, so mit Zuschauern und so. Und ja er hat schon ein wenig was getrunken. Ich sagte, dass wir uns in eine dunkle Höhle verkriechen könnten, da würde niemand was sehen. Rein in die Höhle und erst mal den Eimer in die Tür stellen, damit keiner reinkommt.

Als wir nebeneinander auf der Matte lagen, gestand er mir noch, dass er „Chemie“ geschmissen hatte um sich aufzuputschen. Ich halte nicht viel von Drogen. Dann auch noch ein wenig Alkohol getrunken.. Uiuiui, eigentlich ist das so gar nicht meines. Aber er war so ehrlich und schüchtern, es hielt mich trotzdem nicht davon ab. Mein Bauchgefühl gab mir grünes Licht. Wir fingen an uns zu streicheln. Es passte mit uns, es fühlte sich natürlich an, nicht krampfig. Da wollte ich mich über seinen Schwanz hermachen, da sagte er mir, dass ich nicht böse sein solle und es nicht an mir liegen würde. Er meinte damit, dass er Null steif war. Kein Problem, ich bekam ihn schon steif. Er fasste mich auch an. Wir knutschten. Tolles Gefühl, es passte zusammen. Wie er mich anfasste, meinen Kopf hielt,mich küsste, machte mich an. Ich wollte mit ihm schlafen und sagte, dass er sich ein Kondom überziehen soll. Und musste ihm dann noch erklären, wo er eines herbekommt. „hihi, niedlicher Anfänger“, dachte ich mir.

Er zog es sich über, legte sich auf mich und wollte ihn mich eindringen. Es wurde nichts. Erst fand den richtigen Winkel nicht, dann war sein Schwanz nicht mehr steif genug. Er ärgerte sich voll über sich selbst. Ich sagte ihm, dass ich es nicht schlimm finden würde. Er sei ein Mensch. Das passiert schon mal. War ja auch viel neues. Ich fragte ihn, ob er einen Blowjob haben wollte. Er sagte ja. Aber dann fing er an es mir mit den Fingern zu besorgen. Wir lagen nah beieinander. Ich half mit meiner Hand nach und er durfte einen Orgasmus von mir spüren. Ich glaube, dass war schon mehr, als er sich vorher von dem Abend erhofft hatte. Wir lagen noch ein wenig nebeneinander und er sagte mir, dass er noch Viagra dabei habe. Ich musste lachen und fragte, wofür? So zur Sicherheit. Ich war nicht daran interessiert, dass er sich das Zeug einschmeißt. Dann sagte er mir, dass er mich so schnell nicht vergessen würde. Das Erlebnis mit mir würde sich einbrennen in sein Gedächtnis. Als er davon sprach, dass er einfach nur den Moment genießen wollte, da musste ich ihn einfach nochmal ganz intensiv küssen.

Trotz der Drogen, Alkohol und Ladehemmungen war es wirklich ein schöner Moment gewesen. Wir gingen dann zurück in die Bar und da es schon spät war ging ich bald nach Hause.

Ich kann schon verstehen, dass das für Männer gar nicht so leicht ist in der Swingerwelt. Wenn du keine Partnerin dabei hast ist es schwer jemanden abzubekommen und dann noch irgendwie Leistungsdruck zu haben. Sich beweisen müssen, potent sein vor den anderen. Uff. Er hatte sich bei mir entschuldigt, dass er sich was eingeworfen hat. Ich hätte es nicht gemerkt hätte er nichts gesagt. Das ist für mich schräg. Drogen gehen gar nicht, aber ich habe es ihm durchgehen lassen. Vielleicht lag es an seiner entwaffnenden Ehrlichkeit. Aber er konnte ja auch nicht wissen, dass er auf eine nette Frau wie mich trifft und es gar nicht nötig gewesen wäre.

In Zeiten vieler Umbrüche auf Bewährtes zurückgreifen

Viele Veränderungen und Umbrüche in meinem Leben rauben mir gerade ein wenig die sexuelle Experimentierfreude. Zur Zeit greife ich auf meist auf Bewährtes zurück. Ein weiteres Date mit Mr. Tiefenentspannt im Stundenhotel.

Ein neues Zimmer, vertrautes Miteinander. Dankbar, dass er mir ein ums andere Mal mit unglaublicher Hingabe Lust bereitet. Dass ich die Freude, sein Vergnügen spüren kann, das er dabei empfindet, wenn er mich leckt. Dass sich seine Lust mir Lust zu bereiten direkt auf mich überträgt. Es entspannt mich sofort. Es ist leicht im Kopf. Ich muss über nichts nachdenken. Bin frei im Kopf. Wieder leckt er mir eine ganze Reihe an Orgasmen. Liest meinen Körper. Reagiert auf das Feedback, dass ihm mein Körper gibt. Ausdauernd. Wenn ein Orgasmus mich durchflutet hat, lässt er nicht locker. Leckt mich weiter in der Entspannungsphase nach dem Orgasmus, aber langsamer, zurückhaltender. So dass mein Körper runter kommt, aber nicht ganz. Einen neuen Anlauf nimmt, wieder Anspannung aufbaut. Steigernd, intensiver werdend. Nicht nachlassend, wenn sich mein Körper unter seiner Berührung windet. Im Orgasmus explodiert.

…Wer braucht Wellness, wenn er zwei Stunden mit Mr. Tiefenentspannt ins Stundenhotel kann… Es entspannt meinen Körper und Geist. Es tut mir gut, dass er mich sexuell genießt. Auch als Kontrast zu Mr. Bondage, wo das gerade keine Rolle mehr spielt.

Zur Befriedigung seiner Lust hatten wir nach meinen vier oder fünf geleckten Orgasmen noch Sex. Allerdings muss ich zugeben, dass ich nach fünf Orgasmen keine Granate der Lust mehr war. Ich wußte ich würde nicht nochmal kommen, aber ich tat mein möglichstes, so dass er es genießen konnte – was mir auch gelang.

Beim Bloggen hat sich unser letztes Date nochmal in meinem Kopf abgespielt. Neben der Tatsache, dass ich jetzt unfassbar geil bin, bin ich fast versucht im Mitten ihm der Nacht noch zu schreiben und ihn nach unserem nächsten Treffen zu fragen. Ich hoffe, dass meine Tage schnell vorbei sind…