Lesen oder ignorieren

Ich habe mein Blog Mitte Juli 2013 von einer anderen Plattform hierher umziehen müssen und beginne nach 100.000 Klicks von vorne. Leider konnte ich all die wunderbaren Kommentare nicht mitnehmen. Die zeitliche Reihenfolge habe ich unverändert gelassen.
Wer anfängt zu lesen und sich interessiert, dem rate ich die Einträge von hinten nach vorne (Beginn Oktober 2012) zu lesen, dann kann man die Zusammenhänge und die Entwicklung nachvollziehen.

Dieses Blog wird geschrieben, weil ich das Bedürfnis hatte meine Erlebnisse mit Anderen zu teilen und weil ich gern schreibe. Es dient der Unterhaltung derer, die sich gerne von meinen Erlebnissen unterhalten lassen möchten.
Jedem Leser steht es frei zu lachen, den Kopf zu schütteln, erschrocken zu sein, mich zu verurteilen, das Blog zu ignorieren, mich kindisch, erbärmlich, lustig, hinterfotzig, mutig, schlampig, notgeil oder interessant zu finden. Gerne kann man mich auch bemitleiden. Genauso darf jeder die Geschichten glauben (was ich doch sehr hoffe, weil ich einfach das aufschreibe, was ich erlebt habe), sie unglaubwürdig oder schlecht geschrieben finden.

Ich hoffe, dass jeder, der es schlecht geschrieben, verwerflich, uninteressant, erbärmlich oder niveaulos findet, seine Lebenszeit für bessere Dinge nutzt, als das hier zu lesen oder sich darüber aufzuregen. Das ist es nämlich überhaupt nicht wert. Yolo baby. Lies es oder lass es.

Ich weiß mein Verhalten und darüber auch noch zu schreiben polarisiert. Ich weiß auch, dass ich über mich lachen werde, ich werde manches bereuen, ich werde mich verfluchen, ich würde vieles wieder tun, würde manches anders machen, werde weinen, jammern, hadern, aber auch mich erfreuen, genießen und großartige Dinge erleben. Ich werde hoffentlich vieles über mich lernen und Neues erleben. Ich will und werde alle Fehler selbst begehen und daraus lernen oder eben nicht. Ich werde mir meine Finger verbrennen und mir von meinen Freunden den Kopf waschen lassen müssen, wenn ich es übertreibe. Aber ich werde es tun.

Der Kopf sagt ja, das Herz enthält sich…

Heilig Abend – Weihnachten – Familiendingens – Fragen nach dem Beziehungsstatus

Oh, wie ich mich schon darauf freue. NICHT.

Immerhin habe ich dieses Jahr ja einen Job vorzuweisen. Vielleicht lenkt das die Gespräche ein wenig ab vom Single-Dasein. Und ich weiß ja, die meinen es gar nicht böse. Die fragen ja nur nach. Aber man kommt sich doch irgendwie immer so bemitleidet vor.

Jemand hat mich heute gefragt, ob ich zu anspruchsvoll sei? Kann man zu anspruchsvoll sein? Zu anspruchsvoll suggeriert als Frage schon, dass der Fragesteller davon aus geht, dass man wohl nicht in der eigenen Liga sucht, also vermeintlich jemanden sucht der zu reich, zu schön, zu schlau ist…

Aber ist es übehaupt steuerbar? Es gibt da einen Mann, den finde ich wunderschön, supernett, wäre ein toller Vater, intelligent, humorvoll, sozial eingestellt, guter Job… Also rational betrachtet ein perfekter Partner. Aber mein Herz hüpft nicht. NullkommaNull. Ich verstehe es nicht. Aber da passiert nix. Kein bißchen klopfen oder Schmetterlinge. Keine Sorge ich rede nicht von so eine Teenager-Verknalltheit. Aber so ein klein wenig verliebt sollte schon sein, oder? Der Kopf sagt, yeah. Der Bauch sagt einfach gar nix.

Der Mann würde rational meine Ansprüche erfüllen. Aber irgendwie soll das nicht. Ich hab keine Ahnung warum. Oder meinen Menschen so eine Situation, wenn Sie einen nach zu hohen Ansprüchen fragen. Ist es zuviel erwartet, dass das Herz klopft?

Zugegebenermaßen ist in diesem ganzen Szenario außen vor geblieben, dass ich gar nicht weiß, wie er zu mir steht. Vielleicht ist da ja auch noch eine entscheidende Komponente.

Habt ein Frohes Fest. Seid nett zu den Singles in eurem Verwandten- oder Bekanntenkreis.

Gummi-Gate

„Wenn man einmal die echte Realness gefühlt hat, dann geht das nicht mehr mit“ so die WhatsApp von Mr. Undercut nachdem wir das letzte Mal Sex gehabt haben. Das war vor drei Monaten gewesen.

Vorrausgegangen war eine leidenschaftliche Nacht bei ihm. Ich hatte ihn wie immer in seiner coolen kleinen Wohnung besucht. Er hatte spät geschrieben, dass er untervögelt und allein ist. Ich hatte spät geantwortet, dass es mir auch so geht und war vorbeikommen. Ich konnte bei ihm pennen, von da aus hatte ich einen kurzen Weg zum damaligen Job gehabt. Also doppelt praktisch. Wir tranken ein Bier, quatschten auf seiner Couch. Bis wir irgendwann zum Knutschen übergehen. Darin ist Mr. Undercut unschlagbar. Keiner küsst so leidenschaftlich wie er. Seine Küsse allein machen mich jedes Mal wieder ganz wuschig. Tattoos, Zigaretten, Undercut, Bier, nett aber doch auch rotzig. Er macht mich einfach an. Unter wildem Knutschen und Ausziehen irgendwann von der Couch aufs Bett gewechselt. Letztes Mal hatte er mich so geil zum Orgasmus geleckt, dass ich danach zu nichts mehr zu gebrauchen war. Er hatte quasi noch einen Orgasmus gut. Er fing wieder an mich mit der Zunge zu befriedigen. Dieses Mal aber nicht bis zum Ende. Zwischendurch legte er sich immer wieder auf mich, rieb mit seinem geilen großen Penis über meinen Venushügel. Kam mir damit nahe aber nicht zu nahe. Leckte wieder. Dann wieder sein Schwanz an meiner Muschi. Näherte sich immer mehr dem Eingang an. Ohne Gummi. Ich war geil. Das war so verboten, machte mich noch geiler. War mir sicher, dass er sich das nicht trauen würde. Hatten bisher immer mit Gummi Sex gehabt. Er wirkte nicht wie der Typ der es auf ungeschützten Verkehr anlegen würde.

Das Spiel mit dem Feuer, mit den Grenzen machte mich an. Und dann tat er es. Er drang zwei drei Mal kurz in mich ein, gar nicht weit. Und dann zog er sich gleich zurück. Ich überlegte, ob ich was sagen sollte oder nicht. Verhütete noch hormonell, so dass es dahingehen keine Konsequenzen haben konnte. Ehe ich mich versah kam er dann auch schon außerhalb meiner Muschi. Das war schräg, weil es so schnell ging. Gar nicht so richtig wie vögeln war. Raus, rein gleich abgespritzt. Sonst hatte viel länger gebraucht. Er war glücklich und befriedigt. Dieses Mal kein Orgasmus für mich. Aber das war okay. Schließlich hatte ich ja irgendwie Vorsprung gehabt. Wir sprachen nicht drüber. Sondern legten uns schlafen. Er musste früher raus. Ich konnte in seiner Wohnung ausschlafen und dann in die Arbeit fahren.

Danach hatten wir eine Weile keinen Kontakt, was aber nicht ungewöhnlich war. Irgendwann schrieb ich ihn wieder an und fragte, wie es ihm so ginge und da antwortete er mir erstaunliches.

Es ginge ihm gut. Neuer Job. Der Grund warum er sich nicht gemeldet hatte, war folgender: „Ich habe mich nicht mehr gemeldet, weil ich Dich jetzt nicht mehr mit Gummi ficken will, aber Dich auch nicht dazu überreden möchte. Wenn man ein Mal diese Realness gefühlt hat, dann geht das nicht mehr mit.“

Huch, da war ich nun richtig Baff. Einmal ohne Gummi ist nicht schön, aber es ist passiert. Aber deswegen immer ohne Gummi?? Weil man mal ohne hat, dann geht es nicht mehr mit? Weil ich immer rausfinden möchte was Menschen so antreibt, habe ich ihn gefragt, ob er sich denn keine Sorgen macht, sich etwas zu holen. Deine Antwort: Er glaubt nicht, dass ich ohne Gummi wild in der Gegend rumvögel, und er macht es auch nicht. Mit Punkt 1 hat er prinzipiell recht, aber mit ihm ist es mir ja schließlich auch passiert. Punkt 2 kann ich nicht einschätzen, ob es stimmt, aber mit mir ist es ihm schließlich auch passiert.

Er fragte: „Es ist passiert und dann wieder mit? … dazu fand ich es ohne viel zu geil … und ich sag ja, ich will Dich zu nichts überreden. … aber da ist, als wenn man nach einigen Tandem-Fallschirmsprüngen zum ersten Mal alleine springt und danach wieder zum Tandem zurück wechselt.“

Immerhin nett, dass er mich nicht überreden will, ABER.. Not. Das geht gar nicht. Ich war sehr überrascht von dieser Einstellung. Habe mir seine Aussage immer mal wieder im Kopf umhergehen lassen. Ernsthaft lieber kein Sex als mit Gummi?

Unser letztes Treffen war im September. Der Sex mit ihm geht mir wiklich ein wenig ab, aber das Ohne-Gummi-Ding läuft nicht. Gestern habe ich ihn wieder anschrieben und gefragt, ob er doch wieder Lust auf einen Tandemsprung hat.

Die Leidenschaft kehrt zurück

Da setze ich mich wie so eine Großstadt-Singlefrau am 4. Adventssonntag abends in den hippen Burgerladen bei mir um die Ecke um nicht das Gefühl zu haben einsam und allein zu Hause zu sitzen. (Keine Sorge – ich war untertags mit Freunden unterwegs). Plötzlich bin ich von lauter Familien mit Kindern umzingelt. So hatte ich mir das nicht vorgestellt. Wie soll ich mich auf Texte über Sex konzentrieren in diesem Familienidyll?

Die ersten zwei Monate mit einem Vollzeitjob sind vorbei. Ich bin happy, habe mich langsam an die Arbeitsstunden gewöhnt. Ich liebe meinen Job, gehe gern in die Arbeit. Spontane Sexabenteuer gehen aber jetzt nicht mehr ganz so einfach wie früher. Nichtsdestotrotz habe ich noch Sex. 🙂 Allerdings auch nicht überragend viel in den letzten zwei Monaten.

Die Beziehung zwischen Mr. Bondage und mir war ziemlich abgekühlt. Es fühlte sich an, als würde er mich freigeben für eine „Richtige Beziehung“ Als hätte er gespürt, dass er mich loslassen muss, dass ich im Kopf (und Herzen) frei werden kann für etwas Neues. Wir sahen uns noch ab und an um gemeinsam Essen zu gehen und zu quatschen. Über den Sommer/Herbst hatten wir nicht oft gesehen. Ein, zweimal waren wir Essen, wenn er auf Durchreise in meiner Stadt vorbeikam. Ich war auch lange nicht mehr bei ihm gewesen. Dann fragte ganz unerwartet, ob ich ihn denn mal wieder besuchen will. Ich freute mich sehr und stimmte zu. Voller Vorfreude fuhr ich zu ihm. Wir gingen in unser Lokal, in dem wir meistens Essen waren. Der „alte“ Mann und das bunte Mädchen wieder zusammen. Die Chemie stimmte, der Humor passt. Es fühlt sich immer so leicht an mit ihm. Ich kann einfach ich sein. Er mag mich so wie ich bin. Das genieße ich sehr.

Ich freute mich auch darauf, mal wieder eine Nacht bei ihm zu verbringen, mit ihm kuscheln zu können. Mehr an Erwartungen hatte ich nicht. Händchenhaltend ging es Richtung Wohnung, vertraut wie eh und je. Während ich wie immer meinen ganzen Krempel auf einen Haufen werfe und auf die Toilette renne, hängt er alle seine Sachen ordentlich auf. Er setzt sich auf die kleine Bank im Eingangsbereich und wartet bis ich wiederkomme. Wie sehr ich mich auf das Ritual gefreut habe. Ich kniete mich vor ihn hin und zog ihm die Schuhe aus. Es machte mir Spaß ihm Freude zu bereiten, ihm etwas Gutes zu tun. Er hatte einen langen Tag hinter sich. Ich befreite ihn aus seinen Schuhen. Massierte seine Füße. Er genoss es. Ich sah es ihm an. Er genoss es nicht alleine zu sein. Er genoss es Nähe zu bekommen. Er freute sich, dass ich bei ihm bin. Ich zog ihn weiter aus. Socken. Hemd. Unterhemd. Hose. Unterhose. Da stand er nackt. Ich kniete mich hin und nahm seinen Schwanz in den Mund. Ungefragt. Er wurde hart. Sprang auf die Berührungen an. Fing an zu saugen und lecken.

Als er geil geworden war übernahm er die Führung. Befahl mir aufzustehen. Mich auszuziehen. Ich zog mich ganz aus. Er stellte sich hinter mich. Freute sich über meine Brüste, berührte sie. Spielte mit meinen Nippeln. Intensives Knutschen. Ich stand nackt vor der Eingangstür. Er befahl mir mich an die Türe zu stellen. Hände nach oben, Beine breit. Dann ging er weg. Dimmte das Licht in der Wohnung. Ich stand nackt an der Türe. Erwartungsvoll. Konnte die Nachbarn in der Wohnung gegenüber hören. Das machte mich an. Meine Brüste drückten gegen die kalte Türe. Er kam wieder berührte mich. Fing an mir auf den Hintern zu schlagen mit seiner flachen Hand. Fing ganz leicht an. Das war sehr unerwartet. Mal wieder spielen, so ein klein wenig. Wie hatte ich das vermisst. Die Dominanz, auch die Schläge. Ich stand an der Türe. Stöhnen entfuhr mir. Ich wurde feucht. Er ließ seine Hände über meinen Körper gleiten. Fasste mir zwischen die ausgebreiteten Beine. Er stellte sich hinter mich. Drückte seine Erektion gegen meinen Arsch. Ich streckte ihm meinen Hintern noch weiter entgegen. Dann zog er mich weg von der Türe Richtung Bett. Dort machte er mir mit seinen Händen einen Orgasmus. An mehr erinnere mich nicht mehr. Es war intensiv und schön gewesen.

Als ich am Morgen aufwachte, war er schon in die Arbeit gegangen. Er hatte mir eine WhatsApp-Nachricht geschrieben: „Buntes Mädchen, da liegt ein Höschen mit Pünktchen auf meinen Schuhen am Eingang … wie unauffällig! :-)“ Ich musste sehr lachen.

Radiointerview

Ich lebe noch und gewöhne mich an die Arbeit. 🙂

Falls jemand mal meine Stimme hören will, ich habe ein Radiointerview über den Blog gegeben. Ab Minute 45:00

Wie vermehrt sich die Menschheit bei einer 40h-Woche?

Es ist sehr ruhig geworden. Das hat einen einfachen Grund. Mitte Oktober habe ich meine ersten richtigen Vollzeit-Job angefangen. Ich mag meinen Job, bei einem ganz kleinen StartUp. Aber ich merke auch, dass ich mein hippieiges Leben vorher gemocht habe. Einen richtigen Job zu haben ist erleichternd. Es fällt so der erste „Was soll aus mir werden“-Druck ab. Aber ich mochte meine Freiheiten durchaus. Und ich war ja auch nicht faul vorher. Hatte diverese Nebenjobs und Ehrenämter. Jetzt habe ich diverse Nebenjobs und Ehrenämter und einen 40h-Job. Und ja, man muss ich das Arbeitspensum erst antrainieren. Nichtsdestotrotz weiß ich bereits nach zwei Wochen, dass ich nicht den Rest meinen Arbeitslebens Vollzeit arbeiten will. Leben um zu Arbeiten – nicht mein Ding. Lieber die Ansprüche niedrig halten und Freiheit haben.

Nach zwei Wochen Vollzeit habe ich mich gefragt, wann Menschen dann noch Zeit für Sex haben… Faszinierend, dass wir noch nicht ausgestorben sind. Ich übertreibe natürlich. Aber die Tage sind kurz wenn man mindestens 8h arbeitet. Und meine Libido ist in der 40h-Wochen-EIngewöhnungsphase komplett eingeschlafen. Ich habe mich seit ich arbeite (14 Tage) genau einmal selbstbefriedigt. Und reichte Kopfkino nicht aus. Ich musste mir einen Porno reinziehen um überhaupt Lust zu haben. Aber alle Menschen, die ich treffe, sagen dass man sich an das Vollzeit-Arbeiten gewöhnt und es wieder besser wird. Also habe ich noch Hoffnung.

Aber ja, so richtig viel Sex hatte ich im letzten Monat nicht. Einmal um genau zu sein. Was eine Bilanz :-)) Jemand neues Kennenlernen ist auch gerade vom Kopf her nicht drin. So bleibt es bei Altbewährtem. Drei (vier) Männer sind noch akut. Mr. Bondage, Mr Tiefenentspannt und Mr. Undercut, plus noch ausstehende Dates mit ebenfalls schon bekannten Männern.

Ich halte euch auf dem Laufenden.

Die Welt dreht sich weiter

Die beste Nachricht zuerst: Es sieht wohl so aus, als hätte ich einen Job gefunden. Völlig überraschend war er da, der Job auf den ich wohl gewartet habe. Mündliche Zusage habe ich. Vertrag muss ich noch unterschreiben. juhuu..  Aber auch ein wenig Schiss. So mit weniger Freizeit und weniger Flexibilität. Aber Geld. Naja mal sehen. Mitte Oktober geht es dann los. Jemand der mich kennt ich weiß, wie ich bin und wie ich arbeite. Toller Zufall.

Das Jobangebot macht mich im Kopf freier und die Lust kehrt zurück.

Männer: Mr. Bondage hat mich gehen lassen. So fühlt es sich an. Wir treffen uns noch manchmal, so alle paar Wochen. Und immer wenn wir uns sehen, fühle ich, dass da etwas existiert zwischen uns. Das ist immernoch da. Und führt wie bei unserem letzten Treffen manchmal auch zu wilden ungeplanten sexuellen Aktivitäten im Auto. Wie die Teenager auf der Rückbank auf einem Parkplatz. (Vielleicht sollte ich im Nebenjob Autotester werden, zumindest die Qualität der Rückbänke :-)) Die seltenen Momente sind sehr intensiv dafür. Es kribbelt, viel Spannung. Knutschen, Nähe. Aber durch seine Zurückhaltung bin ich frei für etwas potentiell Neues. Es fühlt sich an, als hätte er sich als Nebenmann eingereiht und Platz gelassen für einen Hauptmann. (Den es noch nicht gibt.)

Mr. Tiefenentspannt nimmt mehr Raum ein mittlerweile. (Er ist aktuell vergeben). Aber in der Zeit in der ich wegen der Jobsuche sehr unter Selbstzweifeln gelitten habe, ist er viel mit mir spazieren gegangen. Wir haben lange Gespräche gehabt. Er hat mir viel Mut zu gesprochen. Das hat mir sehr gut getan. Darüber hinaus haben wir auch weiterhin Sex, wenn die Terminkalender es zulassen. Und tatata, wir haben uns letztes Mal geküsst. Davon war ich so perplex, dass ich es gar nicht genießen konnte, sondern nur die ganze Zeit drüber nachgedacht habe, ob das nun ein Versehen war, oder Absicht. Mein Kopf mal wieder. Und er hat mich zu einer Veranstaltung eingeladen, bei der Freunde von ihm da waren und seine Freundin. Mutiger Mann 🙂 Mit der Geliebten und der Freundin… Wir hatten eine gute Geschichte auf Lager woher wir uns kennen.

Neue Motivation zu schreiben: Jemand hat mich mal gefragt, ob meine Freunde den Blog kennen. Alle wichtigen kennen ihn. Und ich war lange von der Annahme ausgegangen, dass sie wissen, dass er existiert, sie ihn aber nicht lesen. Von wegen. Seit kurzem weiß ich, dass sie immer ganz gespannt gucken, ob ich was neues geschrieben habe. Das hat mich sehr gefreut und motiviert mich. Es führte zu der kuriosen Situation, dass ich meiner Freundin von dem letzten Erlebnis erzählen wollte und sie meinte: „Nein, nicht spoilern, ich muss erst den Eintrag lesen.“ Hahaha.

Play-Party mal anders als gedacht…

Ich wollte doch nur gucken und mein Outfit ausführen. Aber zugegebenermaßen hatte mich das Spiel, dass ich beobachtet hatte ziemlich angemacht. Besser als jeder Porno. Einen echten Orgamus bei einer Frau zu sehen. Zu sehen, wie ihr Körper zuckt. Ohne dieses künstliche Gestöhne. Pur und echt. Deswegen bin ich ganz gern mal in Clubs.

Mr. Barockes Hemd schien das Spiel auch gefallen zu haben. Er hatte sich beim Zusehen immer hinter mich gestellt und sich fast schon an mich gekuschelt. Ich war zwischenzeitlich ein wenig irritiert über soviel Annäherung, da wir ja bisher einfach nur zufällig gemeinsam den Club betreten hatte und ich die Bitte nach Hilfe bei meinen Strapsen nicht als Einladug für mehr verstanden hatte. Außerdem fand ich ihn überhaupt nicht dominant. Er war nett, keine Frage. Aber jetzt nicht der Mann den ich mir auf einer BDSM-Party zum Spielen ausgesucht hätte. Nachdem wir wieder zur Bar zurück gekehrt waren beeindruckte mich Mr. Barockes Hemd. Er fragte mich, ob ich nicht Lust hätte mir ihm zu spielen. Einfach so, gerade heraus. Das fand ich wirklich mutig und hätte ich ihm so gar nicht zugetraut.

Verdammt, jetzt musste ich mich entscheiden. Wollte ich oder nicht. Spielen erfordert noch mehr Vertrauen, als normaler Sex im Club. Und da bin ich ja schon wählerisch. Außerdem hatte ja mein Dominant-Radar nicht angeschlagen. Hmm und überhaupt… Aber ich war ein wenig angegeilt und gewillt die Komfortzone zu verlassen. Na gut, was soll schon schief gehen, außer dass es nicht funktioniert. Er hatte auch keinen Koffer mit Schlaginstrumenten dabei, mit denen er mich bearbeiten wollte. Ich gab mir einen Ruc und wollte es ausprobieren. Ich sagte ihm aber noch, dass ich nicht soviel Erfahrung habe und nicht so hart spiele wie die anderen. Okay, er würde ganz behutsam vorgehen. (Im Nachhinein muss ich an dieser Stelle sehr schmunzeln).

Gut, wir machten uns auf den Weg uns eine Location zu suchen. Oder vielmehr, ich sagte wo es lang geht…. Finde den Fehler… Seit wir uns getroffen haben lief er mir eigentlich hinter her und ich gab den Ton an. Ich hatte da so meine Zweifel, dass das beim Spieln anders werden würde. Aber man weiß ja nie, hoffte ich.

Wir entschieden uns für ein abschließbares Zimmer. Reichte schon, dass wir uns nicht kannten, mussten nicht noch andere teilnehmen. Wir standen vor der Spielwiese. Gut, dachte ich mir, ich muss mir jetzt ja keine Gedanken mehr machen, was nun passiert. Sein Job, freute ich mich über einen Vorteil des devoten Parts. Mr. Barockes Hemd stellte sich vor mich und sagte mir, dass er sich jetzt ganz um mich kümmern würde. Wunderbar dachte ich mir, aber musste innerlich so schmunzeln, weil er mich mehr an eine Tantra-Session erinnerte, als an ein BDSM-Spiel. Ich bat ihn noch, dass ich mir mit meinem Schal die Augen verbinden dürfe, da ich dann besser abschalten kann. Ging in Ordung für ihn, also verband ich mir die Augen. Wir standen einander zugewandt vor dem Bett. Er fing an mich an den Schultern zu streicheln, ausgiebig. Gut, kann man machen. Aber das fühlte sich so vanillaig an, dass ich innerlich fast platze vor Lachen. Dann fing er an mir Befehle zu geben. „Mach deine Beine breit!?!. Er ging am Ende des Satzes mit der Stimme immer hoch, so dass ich mir nicht sicher war, ob es nicht eine Frage war, bei der er meine Zustimmung hätte haben wollen. Ich war wirklich gespannt, wo das noch hinführen würde. Ich will gar nicht wissen, was sich die Zuseher (falls es welche gab) gedacht haben.

Nach einer Unmenge an Gestreichel und Geküsse, nach weiteren Befehlen, die nach Fragen klingen fing Mr. Barockes Hemd (mittlerweile lagen wir auf dem Bett) an mich zu lecken. Während ich mich vorher den ein oder anderen Moment gefragt habe, ob ich dem „Dom“ sagen könnte, dass er mich mal gefälligst härter anpacken soll und ob das nicht der Tod unseres Spiels geworden wäre, war mir als er zu lecken begann klar, wo seine Qualitäten liegen. Nicht so sehr in der Dominanz. Aber er leckte göttlich. Gut, dachte ich mir, das entschädigt für das nicht gut funktionierende Spiel. Also, Scheiß auf das Spiel. Das Lecken ist geil… So schaltete ich den Kopf aus und gab mich dem Vanillaigsten Sex, den man auf so einer BDSM-Party nur haben kann, hin.

Für den sehr geil geleckten Orgasmus, denn er mir bereitet hatte, forderte er einen Blowjob ein. Nichts leichter als das dachte ich, und legte los. Kurz bevor er kam, bremste er mich, angelte sich ein Kondom und fickte mich doggy, bis er kam. So waren wir am Ende beide glücklich und befriedigt, wenn auch anders als erwartet. Er drückte mir noch seine Nummer in die Hand und hofft, dass ich mich melden würde..

Allein auf eine Play-Party

Ich fühle mich schon eine ganze Weile underplayed. Die letzte Spiel-Session ist lange her. Ich müsste im Blog nachschauen, wann genau ich das letzte Mal eingetaucht bin ich das Spiel mit Dominanz, Unterwerfung und ein klein wenig Schmerz.

Es ist allerdings ähnlich schwer einen dominanten Partner zu finden, der zu einem passt, wie einen Partner für eine Beziehung. Es muss stimmen. Ich habe das Gefühl, bis ich dafür einen finde, könnte es noch ein wenig dauern.

Es war Samstag Abend, ich hatte nichts vor. Auf der Rirarammelseite laß ich, dass an diesem Abend in dem schönen Swingerclub, in dem Mr. Bondage mich mal gefesselt hat, eine BDSM-Play-Night stattfinden würde. Das klang doch schon mal vielversprechend. Stellte sich nur noch die Frage mit wem ich da hingehen könnte. Von den Männern, mit denen ich bisher so im Club war, haben die meisten keinen BDSM-Bezug, schieden also aus. Die anderen konnten so spontan nicht.

Also setzte ich ein Date-Gesuch auf die Rirarammelseite – am Nachmittag, also relativ kurzfristig. Es meldeten sich auch drei Interessenten. Der erste schrieb, dass er auf eine andere Veranstaltung gehen würden und wollte, dass ich doch dort mit ihm hingehe. Ähh nein, keine Lust auf unbekanntes Terrain an diesem Abend. Ich wollte explizit auf diese Party. Der zweite schrieb mit eine ewig lange Mail, warum er da gerne mit mir hingehen will. Beim Blick auf sein Profil und seine Vorlieben stellte ich dann fest, dass er Mollig unter „Geht gar nicht“ einsortiert hatte. Das ist immer ein Hinweis darauf, dass er eigentlich auf Size Zero Frauen steht und da bin ich definitiv raus. Er hat wohl den Hinweis auf Kurven in meinem Profil überlesen. Ich sagte ihm dass er meine Bilder schauen soll und gab ihm mein Album frei. Tat er und schrieb, dann auch prompt, dass er es sich nun anders überlegt hatte. Der Abend fing ja schon toll an. Was ein Arsch der Typ. Naja dann soll er sich halt eine andere suchen.

Ein Mann, den ich schon das ein odere andere Mal gedatet hatte, mit dem aber nie was lief, schrieb mir, dass er an diesem Abend mit einer Frau in den Club gehen würde und sich freuen würde, wenn ich auch käme. Das war am Ende der ausschlaggebende Punkt, dass ich mich entschied, alleine zu gehen. Das erste Mal überhaupt alleine in den Club und dann noch auf eine Play-Party. Aber es würde ein Gesicht da sein, dass ich kennen und so hatte ich einen Ankerpunkt. Ich packte meine Klamotten ein und freute mich tierisch darauf, mal wieder in einer Kinky-Atmosphäre zu sein. Mit Null Erwartungen fuhr ich los. Ich wollte einfach nur mein Rotkäppchen-Kostüm mal wieder anziehen und ein paar Menschen beim Spielen beobachten. Das war mein Plan.

In der Umkleide wurde mir dann bewußt, dass ich mein Korsett ja gar nicht allein anziehen kann. Bisher hatte ich immer jemanden dabei gehabt, der das dann für mich geschnürt hat. Blieb mir also nichts anderes übrig, als schon in der Umkleide jemanden anzuquatschen. Mit mir zusammen war gerade eine Transe dabei sich für den Abend herzurichten. Optimal dachte ich mir, sie weiß bestimmt, wie man so ein Ding schnürt. Damit lag ich richtig. Nettes Gespräch gleich noch inklusive. Läuft gut, de Abend schon in der Umkleide. Ich war happy, dass ich mich allein losgetraut hatte.

Korsett war geschnürt, Transe verschwand in den Club. Ich kämpfte derweil mit meinen Strapsen und stellte fest, dass es nicht sehr schlau war, sich erst das Korsett schnüren zu lassen und dann zu versuchen in Strümpfe zu kommen. Außer mir war noch ein Mann allein in der Umkleide. Also fragte ich ihn, nachdem ich es in meine Strümpfe geschafft hatte, ob er sie mir an meinen Strapshaltern befestigen könne. Es gibt wohl definitv schlimmere Bitten  :-)) Bisher haben sich immer noch alle gefreut, wenn ich sie gefragt habe. Der Mann sah nett aus, ein wenig unauffällig. Ich war mir nicht sicher, auf welcher Seite er spielt, dominant oder devot. Er war ein wenig älter als ich und trug lustigerweise ein rotes Hemd, dass ein wenig barock aussah. Er passte mit seinem Outfit sogar zu meinem Rotkäppchen-Outfit. Wie wenn es geplant gewesen wäre. Also rein ins Vergnügen. Ich war erst relativ spät in den Club gegangen, so dass schon halbwegs voll war und die meisten schon mit dem Buffet fertig waren. Mr. Barockes Hemd wich mir nicht mehr von der Seite und besorgte mir gleich an der Bar etwas zu trinken. Auch mein Bekannter war schon da. Spannend ihn nun mal im BDSM-Kontext zu sehen. Ich gesellte mich zu ihm und seiner Begleiterin. Sie war nett, vermutlich ein gutes Stück älter als ich. Kurze blonde Haare, kurvig. Mir war nicht ganz klar in welcher Art Verhältnis die beiden zueinander stehen. Aber es ergab sich auch nicht die Gelegenheit ihn zu fragen, da sie nie von seiner Seite wich.

Ich wollte mich einfach mitten reinsetzen und gucken. Menschen gucken. Wie die miteinander umgehen, welche Klamotten sie tragen, wie sich Dominanz und Devotheit äußern. Lernte wieder einmal, dass die meisten dominanten Frauen nicht zu meinem Empfinden von Stil passen. Mr. Barockes Hemd wich mir nicht mehr von der Seite. Das war einerseits nett, weil ich nicht mehr allein da war, andererseits verhinderte es irgendwie, dass ich noch jemand anderen Kennenlernen würde.

Wir streiften durch die Räume und schauten, ob es ein Spiel gab, bei dem es sich lohnt länger zuzusehen. Ich fühlte mich in meinem Outfit wohl und durchaus auch neugierig beäugt. Ich lief voraus, Mr. Barockes Hemd hinterher. Dann kamen wir zu einer Spielwiese auf dem ein Mann, den ich ziemlich heiß fand seine wunderhübsche, nackt perfekt aussehende (verdammt!!) Partnerin bespielte. Endlich mal ein Spiel, dass nicht so sehr vom Schmerz bestimmt war, was man sonst ja eher so standartmäßig antrifft. Sie ritt auf ihm, blendete die Umgebung völlig aus. Er gab ihr verbal den Rhythmus vor. Kurz bevor sie kam, befahl er ihr aufzuhören. Sie trug ein Analplug und wirkte unglaublich erregt. Man konnte sehen, wie die Erregung ein wenig abklang bei ihr. Dann trieb er sie wieder hoch, bis kurz vor ihren Orgamus. Die beiden wirkten sehr vertraut. Er wußte genau wie ihr Körper funktioniert. Dann nahm er sie doggy, zog sie an den Haaren. Nahm sie hart. Das Spiel der beiden turnte mich ungemein an. Er strahlte auf mich so eine natürliche Dominanz aus. Ich hielt mich abseits und sah den beiden gepannt zu. Während er sie doggy fickte, lächelte er mich an. Haha, wie geil. Ich nahm das als Kompliment. Und ich war plötzlich ziemlich angegeilt. Verdammt. Ich wollte ja nix anstellen an dem Abend…

Remi Update

Schon wieder ein Monat vergangen, ohne das ich ernsthaft gebloggt habe. Verrückt. Ich stopfe mir mein Leben so voll, dass ich keine Muse habe zu schreiben. Aber auch das „Ich-muss-nun-endlich-mal-einen-Job-finden-Ding“ hat mich voll in Beschlag genommen. Dieses Bewerben ist anstrengend, weil man sich soviel mit sich selbst beschäftigen muss. Immerhin habe ich es geschafft nach Januar meine 3.(!) Bewerbung zu schreiben. Armselig, ich weiß. Aber immerhin 2 Vorstellungsgespräche gehabt. Die Quote ist okay. Hab noch nicht Bescheid bekommen. Und ja, für Geisteswissenschaftler ist es nicht so einfach, dass man auf ne Stelle passt. Ansonsten bin ich immernoch auf der Suche nach meinen Talenten. Womit kann ich Geld verdienen? Ich muss trotzdem die Taktung noch ein wenig erhöhen befürchte ich.

Zur Zeit fühle ich mich mal wieder eher einsam. Die Freundschaft mit Mr. Bondage läuft mit wenigen Ausnahmen ganz gut. Wir sehen uns so alle zwei Wochen einmal. War zu erwarten, dass das nicht mehr so häufig sein wird. Außerdem ist er beruflich so eingespannt, dass er sich um sich kümmern muss. Ich habe Angst, dass er sonst völlig ausbrennt. Wenn er mich sehen will, bin ich da, wenn meine Termine zulassen. Aber ich dränge mich nicht auf. Manchmal wenn wir uns sehen, holt mich völlig unverhofft ein fetter Eifersuchtsschub ein. Ich frage völlig ohne Hintergedanken, wie sein Wochenende war. So völlig normale Kommunikation. Dann druckst er rum und es wird klar er hat das Wochenende mal wieder mit seiner Sub verbracht. Ja,Ehrlichkeit ist mir lieber. Aber wenn es um sie geht, da merke ich, dass ich das ganz schlecht wegstecken kann. Da geht in mir der Loser-Modus an. Ja, sie ist ihm wichtiger. Erst kommt sie und wenn dann noch was von seiner Zeit übrigbleibt dann ich. Ich hasse diesen Modus. Aber ich weiß noch nicht, wie ich damit am Besten umgehe. Keine Dom-Sub-Spiele mehr zwischen uns, hab ich verdaut, macht mir nix aus. Keine Spielpartys mehr, auf die er mich mitnimmt, okay. Aber das wir keinen Ausflug mehr machen, dass wir keine wirkliche Freizeit mehr miteinander verbringen, dass er wenn er frei hat, halt immer Sex den Vorrang gibt, das habe ich noch nicht weggesteckt. Ansonsten schätze ich die wenige Zeit, vor Allem unsere Gespräche und das Kuscheln sehr. Vor Allem für letzteres habe ich sonst niemanden.

Bräuchte öfter mal jemanden zum Reden oder Anlehnen. Meine besten Freunde sind gerade in ihren jeweiligen Leben ziemlich eingespannt, dass da keine Zeit für mich bleibt. Das passiert und es wird auch wieder anders werden. Aber manchmal fühlt man sich dann als einziger Single wieder so übrig geblieben.

 

Trauern um einen digitalen Freund

Seit ich am Montag Nachmittag meine Twitter-Timeline geöffnet habe überkommt mich immer wieder große Traurigkeit und Fassungslosigkeit. Ein Bloggerfreund hat sich das Leben genommen. Depressionen.

Johannes Korten, ein Social Media Urgestein hielt es nicht mehr aus in dieser Welt, kapitulierte vor seiner Krankheit.Ausgerechnet der Johannes Korten, der für mich großherzigste Mensch, den ich je kennenlernen durfte. 

Ich hatte das Glück ihn letztes Jahr auf der Frankfurter Buchmesse für ein paar Minuten treffen zu dürfen. Wir schrieben drumherum ein halbes Jahr viel miteinander. Ich trauere um jemanden den ich faktisch nur einmal im Leben getroffen habe und bekomme für mich selbst bestätigt, dass darauf nicht ankommt. Dass es intensive Kontakte auch ohne persönliches Treffen geben kann.

Um meinen Verlust zu verarbeiten, blogge ich über ihn, so wie viele andere Blogger das auch getan haben.

Wie haben wir uns kennengelernt? Johannes hat mein Blog gelesen und mir geschrieben, dass er ihn gerne liest. Ich habe lange mit mir gerungen, ob ich das schreiben kann. Da ich über Sex blogge, kommt es mir fast schon ein wenig indiskrekt vor das zu verraten. Als ich einmal um Spenden für den WordPress-Account gebeten habe, kam die größte Spende von ihm. So war er wohl. Freigiebig. Für andere da. Nicht viel Aufhebens um die eigene Person machen. Besser im Geben als ihm Nehmen. 

Er hatte mir von ein paar seiner Dämonen erzählt, ohne dass ich wußte, dass es Dämonen sind. Als ich ihm dann an Weihnachten Grüße schickte und ihm Ruhe wünschte, antwortete er mir, dass er die wohl erst finden würde, wenn er mal nicht mehr da ist. Jetzt verstehe ich.

Lieber Hannes, ich wünsche dir sehr, dass du nun die Ruhe gefunden hast, die du hier nicht fandest. Ich glaube fest daran,  dass das Internet ein guter Ort ist. 

In seinem Abschiedsbrief auf seinem Blog hat er sich gewünscht, dass Menschen achtsamer miteinander umgehen.

Wenn ich das auf mein Blog ummünze, dann wünsche ich mir heute einfach mal, dass Menschen einander zuhören, wenn sie Bedürfnisse äußern, auch sexuelle. Nicht sofort abblocken, wenn der Partner einen Wunsch äußert. Meistens hat das sich Durchringen um über dieses Bedürfnis zu reden schon sehr viel Überwindung und Kraft gekostet, so dass es nur fair ist, es auch ernst zu nehmen. Gemeinsam zu überlegen, ob es eine Lösung dafür gibt.

Ich denk an dich.