Lesen oder ignorieren

Ich habe mein Blog Mitte Juli 2013 von einer anderen Plattform hierher umziehen müssen und beginne nach 100.000 Klicks von vorne. Leider konnte ich all die wunderbaren Kommentare nicht mitnehmen. Die zeitliche Reihenfolge habe ich unverändert gelassen.
Wer anfängt zu lesen und sich interessiert, dem rate ich die Einträge von hinten nach vorne (Beginn Oktober 2012) zu lesen, dann kann man die Zusammenhänge und die Entwicklung nachvollziehen.

Dieses Blog wird geschrieben, weil ich das Bedürfnis hatte meine Erlebnisse mit Anderen zu teilen und weil ich gern schreibe. Es dient der Unterhaltung derer, die sich gerne von meinen Erlebnissen unterhalten lassen möchten.
Jedem Leser steht es frei zu lachen, den Kopf zu schütteln, erschrocken zu sein, mich zu verurteilen, das Blog zu ignorieren, mich kindisch, erbärmlich, lustig, hinterfotzig, mutig, schlampig, notgeil oder interessant zu finden. Gerne kann man mich auch bemitleiden. Genauso darf jeder die Geschichten glauben (was ich doch sehr hoffe, weil ich einfach das aufschreibe, was ich erlebt habe), sie unglaubwürdig oder schlecht geschrieben finden.

Ich hoffe, dass jeder, der es schlecht geschrieben, verwerflich, uninteressant, erbärmlich oder niveaulos findet, seine Lebenszeit für bessere Dinge nutzt, als das hier zu lesen oder sich darüber aufzuregen. Das ist es nämlich überhaupt nicht wert. Yolo baby. Lies es oder lass es.

Ich weiß mein Verhalten und darüber auch noch zu schreiben polarisiert. Ich weiß auch, dass ich über mich lachen werde, ich werde manches bereuen, ich werde mich verfluchen, ich würde vieles wieder tun, würde manches anders machen, werde weinen, jammern, hadern, aber auch mich erfreuen, genießen und großartige Dinge erleben. Ich werde hoffentlich vieles über mich lernen und Neues erleben. Ich will und werde alle Fehler selbst begehen und daraus lernen oder eben nicht. Ich werde mir meine Finger verbrennen und mir von meinen Freunden den Kopf waschen lassen müssen, wenn ich es übertreibe. Aber ich werde es tun.

Der junge Mann und seine Potenz

Ich sitze im McCafe. Spätes Frühstück den Kaffee vor mir. Die selben Klamotten an, die ich gestern früh aus dem Schrank geholt habe. Frisch sind sie nicht mehr, den Geruch von einem aufregenden Tag an sich. Ein wenig vollgeschwitzt. Aber es macht mir gar nichts aus, im Gegenteil, ich feiere es voll. Bißchen wie in der Jugendzeit, als man bis in die Puppen ausgegangen ist, nur jetzt mit weniger Schlafdefizit, weil es schwerer zu kompensieren wird. Das Rockstar-Feeling des kleinen Mannes und ich genieße es in vollen Zügen 🙂

Gestern habe ich nach einem Date gesucht. Ich hatte keinen Sex im Sinn. Hatte kurzfristig den ganzen Tag frei und war in Ausflugslaune. Stellte ein Date ein, in dem ich genau das suchte. Keinen Sex, einfach nur jemand, der auch nicht allein etwas unternehmen möchte. Ein Mann bot mir an, dass ich in seine Gegend kommen könne. Wir würden dort eine Sportveranstaltung besuchen und konnten das mit ein paar Sehenswürdigkeiten verknüpfen. Ich war lange nicht mehr dort gewesen, also fand ich den Vorschlag sehr attraktiv. Es war genau das, was ich mir vorgestellt hatte. Sport gucken, jemand der mir seine Umgebung zeigt. Perfekt. Ich sagte zu, sprang aus dem Bett. Sein Profil verhieß einen offenen Mann, der sich für Menschen interessiert. Ich las weder Vorlieben, noch sonstige Eckdaten. Ich zog mich an, packte eine Handtasche und los ging es.

Wir einigten uns darauf, dass ich erst bei ihm vorbeischaue, damit wir dann in einem Auto weiterfahren konnten. Er wohnte in einem kleinen Dorf in der bayerischen Provinz. Kam mir bekannt vor, könnte ich aber nicht mehr leben. In so einem Dorf, wo die ganze Straße weiß, dass er Damenbesuch hat. Ich musste sehr schmunzeln. Immerhin schien ihm das wenig auszumachen. Und das ist mir ja als Grundeinstellung schon mal sehr sympathisch.

Da stand er schon. Sportlicher Typ und jung. Hupsi. Mitte 20. Aber es ging ja nicht um Sex. Und begrüßte mich im breitesten Bayerisch. Oh yeah. Ich war wirklich auf dem Land gelandet. Ich kenne das ja nur zu gut. Es war auch kein Problem für mich ihn zu verstehen. Ich könnte ja auch im Dialekt sprechen, aber ich bin irgendwann in meinem Leben in die Großstadt abgetaucht und packe den Dialekt nur aus, wenn ich meine Oma besuche. Ich kann nicht verhehlen, dass ich schwanke zwischen Bewunderung, wenn Menschen es sich im Dorf eingerichtet habe und es genießen dort zu leben und zu ihrem Dialekt und allem stehen, es aber manchmal auch sehr provinziell zu finden. Aber das hatte nichts mit ihm zu tun.

Wir gingen erst mal in den Nachbarort Essen. Gut bürgerlich. Er war medium gesprächig. Das führte automatisch zur Rollenverteilung, dass ich die Quasselstrippe aus der Stadt war und er mir eher zuhörte. Er erzählte schon was, aber eine richtige Laberbacke war er jetzt nicht. Aber man konnte sich gleich wohlfühlen mit ihm, auch wenn ich nie so ganz dahinter stieg, wie er mich wohl so findet. Aber Hauptsache der Tag war cool.

Wir liefen ganz schön viel. Das mag ich ja, aber ich hatte mir eher so Stadtklamotten als auf den Berg rauf Klamotten angezogen. Mir lief die Soße. Ich lachte drüber, dass er selber Schuld ist, wenn ich am Ende einfach nur durchgeschwitzt aussehe. Aber eigentlich war es ihm wahrscheinlich wurscht. Wir liefen, kehrten ein, liefen, genossen den Ausblick, unterhielten uns. Irgendwann bot er an, dass ich durchaus noch mit zu ihm kommen könne. Huch, mutig, dachte ich. Aber keine Ahnung, ob er dabei einen Hintergedanken hegte. Wir hatten uns über eine Sexplattform verabredet, also unterhielten wir uns auch immer mal wieder über das Thema, auch wenn wir beide uns nicht in die Karten blicken lassen wollten, ob wir Lust auf den jeweils anderen hatten.

Beim Abendessen kamen wir irgendwie auf das Thema Alter und ich stellte fest, dass er erst 27 war. Damit hatte ich gegen meine eigene Dating-Regel verstoßen. Ich wollte eigentlich keine Männer unter 30 daten, weil meine Erfahrung bisher ist, dass die noch so im Saft stehen, dass sie erst mal mehr mit sich selbst beschäftigt sind. Aber es ging ja nicht um Sex. Und er vermittelte mir das Gefühl, dass es auch wirklich okay gewesen wäre, einfach den Tag miteinander zu verbringen.

Aber ich hatte Lust auf ihn bekommen. Allerdings würde die Herausforderung werden, dass er auch eher zurückhaltend ist, so dass ich keine Vorstellung hatte, wer von uns zwei wohl die Initiative übernehmen würde. Aber mal sehen.

Wir fuhren zu ihm. Wirklich schöne kleine Wohnung. Sehr ordentlich. Vor Allem für einen Männer Single-Haushalt. Ich fühlte mich sofort wohl. Ich machte es mir auf seinem Sofa bequem. Und stellte beim drüber nachdenken gleich mal fest, dass ich weder frisch rasiert, noch zusammenpassende (und auch nicht besonders sexy, aber immerhin okaye) Unterwäsche anhatte. Na dann soll es wohl so sein, dass es sich ergibt, wenn man es nicht plant. Also falls was passiert… . Wir saßen auch eine Ewigkeit auf dem Sofa und quatschen bevor wir uns dem Thema näherten. Wie so Teenagers. Ich dachte eigentlich das hört irgendwann auf, aber ich habe immernoch nicht die Sicherheit es einfach drauf anzulegen. (Das wenn ich mal noch ablegen könnte). Deswegen date ich wohl zur Zeit vorwiegend ältere Männer, weil die dann meist die Situation einfach in die Hand nehmen. Wenn ich die ältere (und offensichtlich erfahrener) bin, dann habe ich immer das Gefühl die Initiative übernehmen zu müssen und das macht es dann manchmal schwierig, weil es mich zwingt mich aus meiner Komfort-Zone hinaus zu bewegen.

Es fing an mit „ich wärme meine Füße an ihm“ . Der erste schüchterne Körperkontakt. Dann kitzeln, Nacken kraulen. Lachen. Hinkuschlen. Knutschen. Jaaaaaa. Knutschen ist Lebenselexier. Balsam, wenn ich mich einsam fühle. Er konnte küssen. Juhu. Alle meine Vorurteile widerlegend. Hätte ich sein Alter vorher bewusst wahrgenommen und gewußt, dass er der Typ Amateur-Fußballer ist, dann hätte ich ihn vermutlich nie getroffen. Aber gut, dass ich das eben nicht vorher wußte.

Knutschen lief schon mal. Guter Küsser. Er passt nicht in das eigennützige (ein klein wenig arrogante) Fußballer-Klischee, das ich in meinem Kopf hatte. Er war eher immer darauf bedacht, dass ich mich wohlfühle. Er küsste meinen Hals und ich sagte lachend, dass er selbst Schuld wäre, wenn es nun salzig schmeckt, da er mich schließlich den Berg hinauf gejagt hatte. Es machte ihm nichts aus, aber er bot eine gemeinsame Dusche an. Guter Plan. Noch dazu konnte ich mich dann einfach selbst aus meinen durchgeschwitzten Klamotten schälen. Trotzdem er ziemlich sportlich und schlank war, kam ich mir eigentlich nicht blöd vor nackt vor ihm zu stehen. Die Stimmung war sehr entspannt zwischen uns. Er zog sich aus und stand mal gleich mit der Mega-Latte vor mir. Ich grinste: das Alter.. Hahaha.

Duschen, einseifen, wohlfühlen. Die Latte sprang mich einfach so an, dass ich mich in der Dusche vor ihn kniete und schon mal ein wenig blies. So zum Antesten. Ich kann in der Position nie besonders lange. Es war mehr so ein anteasern für später. Er war ein guter Gastgeber, hatte mir ein Handtuch rausgelegt. In frischgeduscht fühlte ich mich gleich viel wohler. Er bekam mich damit auch ungeschminkt und pur. Wenn ihn das nicht schreckte, dann war alles okay.

Ich wickelte mich in das riesige Handtuch, machte mir noch einen Turban auf den Kopf mit einem zweiten Handtuch und ging wieder Richtung Couch. Er kam nach, Latte unverändert. Na warte, dachte ich mir und kniete mich vor ihn. Ich hatte ihm vorher noch gesagt, dass ich das ganz gut können würde. Damit hatte ich ja mal die Messlatte hochgehängt. Das galt es nun zu beweisen. Ich tat es mit Hingabe wie immer. Er machte keine Regung. Es war überhaupt nicht zu lesen, ob er sich gerade völlig langweilte oder es genoss. Aber ich ließ mich nicht abbringen, vertraute auf das was ich kann. Irgendwann sagte er, dass es sehr geil wäre. Dann zog er mich hoch. Und ging voraus zu einem Stuhl. Ich grinste. Er konnte im Stehen nicht kommen. Als er saß ging ich nochmal zu Couch und holte mir ein Kissen. Ich wollte es ja bequem haben beim Blasen. Er grinste und sagte: „Voll der Profi. „- „Ja, Erfahrung halt“, entgegnete ich.

Dann kniete ich mich auf dem Kissen zwischen seine Beine und machte weiter, wo ich vorher aufgehört hatte. Er genoss es. Diesesmal leise wahrnehmbar. Er fragte: „Soll ich Bescheid sagen, wenn ich komme?“ Sehr anständig der Mann. Für ihn gebiete das die Höflichkeit es vorher abzuklären. Pluspunkt gesammelt. Ich hätte ihn eh sonst noch darauf hingewiesen. Aber ich sagte nun, dass er einfach genießen solle, ich würde es dann ausspucken. So romantic, ich weiß.

Ich kniete vor ihm und genoß es, es ihm zu besorgen. Leckte, saugte, massiert mit meiner Zunge seinen Schwanz. Mit dem gewünschten Erfolg. Er kam. Und es hatte ihm gefallen.

Nach einer kurzen technischen Pause sagte er, dass ich mich auf das Sofa legen sollte. Er wollte sich nun revanchieren. Juhu. Ich war gespannt. Wegen meiner letzten Erfahrung mit einem deutlich jüngeren Mann hatte ich keine Erwartungen. Eher so ein klein wenig die Befürchtung, dass die Kombination, Landei und jung zu viel unqualifiziertem Rumdrücken führen würde. Andererseits hatte er mich ja schon ein paar Mal überrascht. Und dann fing er an meinen Körper zu erkunden. Und es fühlte sich nicht unqualifiziert an, im Gegenteil. Er wußte was er tat. Jetzt musste ich nur noch hoffen, dass er die Geduld hatte, weil es nun mal eben ein wenig dauert bis mein Kopf mitspielt. Was genau er machte, weiß ich gar nicht. Ungewohnte Technik, aber sie fühlte sich gut an. Er wechselte zwischen Lecken und Fingern und beides gleichzeitig ab. Mein Kopf ließ sich nach und nach ausschalten und ich merkte, dass ich kommen würde. Juhuu.. Dann lag ich da, Orgasmuserschöpft, rollte mich unter seiner Decke ein und wollte chillen. Da stand er neben mir, mit schon wieder einer Monsterlatte, die mich erwartungsfroh ansprang und hielt grinsend ein Kondom in der Hand.. Alter, diese jungen Typen, grinste ich. Jetzt kann der schon wieder.

„Lass uns ins Bett wechseln“, schlug er vor. Bett klang bequemer als Couch, von demher guter Vorschlag. Ich machte es mir in seinem Bett bequem (das bemerkenswerterweise gemacht war) und bevor ich drüber nachdenken konnte, ob ich überhaupt schon für die nächste Runde bereit bin, zog er sich den Gummi über und war startklar. Okay dann mal los, dachte ich. Ich würde wohl nicht kommen, aber man weiß ja nie. Und eigentlich ja auch ganz nett sich mal wieder von so einem jungen sportlichen Typen ficken zu lassen. Erst missionar und dann doggy und er machte das wirklich gut. Würde ich öfter nehmen. In der Tat ging es schneller, als dass ich eine Chance gehabt hätte zu kommen, aber das war nicht weiter wild. Er kam hörbar und hatte Spaß. Alles gut.

Ich lieh mir noch ein T-Shirt und eine Zahnbürste und schlief neben ihm ein. Eigentlich braucht man ja nicht viel um sich wohlzufühlen. Ich bereute nur kurz als ich in mein getragenes Höschen zurückkletterte, dass ich keine Wechselunterwäsche dabei hatte, aber ansonsten genoss ich jede Sekunde des spontanen Abenteuers. Einziges Manko, er hatte keinen Kaffee im Haus.

Nicht erwischen lassen…

Hatte ich schon erzählt, dass ich eine Wohnung besichtig habe? Nein. Mal gucken, was daraus wird. Hätte schon Lust auf was eigenes. Drückt mir also die Daumen 🙂

An einem der letzten Wochenenden war ich zum zweiten Mal auf einem Barcamp. Diesmal das LitCamp in Heidelberg. Das ist Barcamp, das sich komplett um Literatur dreht. Da bin ich zwar ein bißchen, wie ein Alien, weil ich ja eigentlich noch nichts mit Literatur am Hut habe. Aber so ein wenig geistert die Buchgeschicht immernoch im meinem Hinterkopf herum. Alle Klischees, die ich so über Buchmenschen hatte, konnte das Barcamp allerdings nicht ausräumen. Der Frauenanteil war sehr hoch. Wenn ich ein Bild im Kopf brauche von einer Filterbubble, dann muss ich einfach nur an das Barcamp denken. Die finden sich da gegenseitig alle gut und sind nett zueinander. Mit einem Sexblog ist man da jetzt eher unüblich. Nichtsdestotrotz habe ich drei Sessions auch zum Thema Sex besucht, die jemand angeboten hat. In einer ging es darum, dass in Romanen Verhütung eigentlich nie thematisiert wird. Dann hatte ich eine Session zum Thema Polyamorie. Da waren ein paar Teilnehmer dabei, die auch eher unklassische Beziehungsvarianten bevorzugen und spät Abends gab es noch eine Runde in der Teilnehmer Fragen zum Thema Sex stellen konnten. Nichts davon hatte ich angeboten. Denn trotzdem ich viel ausprobiert habe im Bereich Sex, finde ich nicht, dass ich irgendwie ein Experte bin. Das ist eh so ein bißchen mein Barcamp-Problem, dass ich immer das Gefühl habe, kein Fachgebiet zu haben, zu dem ich eine Session anbieten würde. Kann alles ein bißchen, aber nichts gescheit. Ich habe mich dieses Wochenende nur sehr theoretisch mit Sex befasst.

Bisher hatte ich Sex aus meinem Ehrenamt rausgehalten. War mir zu heikel. Never fuck the company. Galt auch für mein ehrenamtliches Engagement. Und so im seriösen (politischen) Kontext unterhält man sich auch nicht über Liebe, Sex und Gedöns. Bis ich bei einem meiner Kollegen auf einer Klausur-Tagung gesehen habe, dass er einen Ring mit BDSM-Logo trägt. Vielleicht habe ich ein wenig selektive Wahrnehmung zur Zeit, denn bei einem Arbeitskollegen hatte ich das auch auf einer Uhr entdeckt. Oder Menschen tragen mittlerweile viel offener eindeutige Zeichen und warten darauf, dass man sich drauf anspricht, wenn man denn eingeweiht ist.

In der Arbeit finde ich es viel entspannter, seit ich weiß, dass es dort auch einen Kollegen gibt, der sich auf der dunklen Seite herumtreibt. Wenn ich mal Redebedarf habe kann ich einfach vorbei gehen und fragen, wo er sich am Wochenende mit seiner Partnerin herum getrieben hat.

Bei beiden Kollegen, sowohl bei dem in der Arbeit, als auch im Ehrenamt hat es mich nur den Mut gekostet, eine Email zu schreiben und zu fragen, ob das Zeichen, das er trägt so beabsichtigt ist. Ich musste und habe mich auch aus der Deckung gewagt, denn damit war klar, dass ich Ahnung von dem Thema habe. Aber bei beiden sagte mir mein Bauchgefühl, dass ich richtig liegen würde. Ich habe in der Firma auch noch eine Kollegin, die trägt eine Halskette mit einer Triskele, bei ihr würde ich mich aber niemals trauen zu fragen, ob das keltisch oder BDSMisch gemeint ist. Ich spreche also auch nicht jeden an, sondern nur wenn ich das Gefühl habe, dass der Mensch auch in das Bild passt.

Zurück zum Ehrenamt und dem Kollegen. Wir fingen an uns zu schreiben und uns auszutauschen. Wir mochten uns immer schon ganz gerne. Aus schreiben wurde flirten. Und irgendwann ließ er durchblicken, dass er mich eigentlich auch ganz niedlich findet. Eines Nachmittags vor einer Sitzung schrieben wir ziemlich intensiv. Es wurde erstaunlich schnell explizit und klar, dass wir uns beide eine Affäre vorstellen können. Problem. Er war vergeben und ich habe keine Lust auf Verwicklungen, wegen der Rollen in unseren Ehrenämtern. Dabei habe ich nämlich mehr zu verlieren… Hochschlafen… Nichtsdestrotrotz war beim Hin und Her schreiben klar, dass wir ziemlich Lust aufeinander haben würden. Um so spannender, wenn es alle anderen Beteiligten nicht mitbekommen sollen.

Wir malten uns vor der Sitzung aus, wie es sein würde, wenn wir uns während der Sitzung verdrücken und heimlich knutschen würden. Es kribbelt ziemlich, ich denke auch bei ihm. Dann Sitzung. Mit den Beteiligten quatschen, mit denen man immer so quatscht. Einen auf alles wie immer machen. Ich gab mir Mühe ihn nicht dauern anzugrinsen. Aber trotzdem warfen wir uns Blicke zu und grinsten uns an. Die Sitzung lief, wir schrieben uns weiter Nachrichten. Wir wollten beide. Ich malte mir die ganze Zeit aus, wie er wohl küssen würde.

Am Tagungsort war Abends nicht mehr viel los. Die Büros waren um die Uhrzeit nicht mehr besetzt. Also beschlossen wir, dass wir uns einen Stock tiefer auf der Damentoilette treffen würde. Eigentlich sollte da niemand hinkommen. Wir müssten uns nur zur selben Zeit aus der Sitzung davon stehlen. Die Stzungrunde war zumindest so groß, dass es nicht gleich auffallen sollte. Wir würden nicht sehr lange Zeit haben.

Er war zuerst da. Mein Herz pochte ziemlich. Auf dem Weg dorthin ging mir wieder durch den Kopf, ob es denn eine gute Idee sei. Ob ich damit nicht eine Linie überschritt. Aber ich wollte es. Hoffentlich würde uns keiner erwischen. Wenn man weiß worauf es hinaus laufen soll, aber beide nervös sind… Hoffentlich kann er küssen. Wir standen uns gegenüber. Schon allein, dass wir uns anfassten, war neu. Da steht man nun voreinander, hat sich wildesten WhatsApp geschrieben und ist doch erst mal schüchtern. Nicht wie im Film, so mit gleich abknutschen. Sondern erstmal so: Grins.. Hi… Hihihi… Äh und jetzt? Dann nahm er meinen Kopf zwischen seine Hände und küsste mich. Oh fuck. Er küsste sensationell. Die Knie werden weich, die Welt bleibt stehen. Mehr. Nicht aufhören. Dann der Griff in die Haare. Rrrr. Er hätte alles in diesem Moment kriegen können.

Ich hätte Lust ihm mehr zu geben. Also kniete ich mich vor ihn hin. Scheiß egal, dass wir in der Kabine einer Damentoilette standen. Ich hatte Lust auf einen Blowjob. Er öffnete seine Hose und ich machte mich über seinen Schwanz her. Ich hoffte, dass er ihn genießen können würde, so mit dem ganzen Drumherum… Ich versuchte ihn zu erfühlen, zu verstehen, wie er tickt. Mit viel Hingabe. Er genoß es, stöhnte immer wieder leise. Sagte, dass ich das sehr können würde. (hehehe). Es dauerte doch ein paar Minuten. Aber dann kam er. Mangels Alternativen in meinen Mund. Ich grinste, stand auf, spuckte alles in die Toilette und ging dann aus der Kabine zum Waschbecken um mir den Mund auszuspülen.

Er bedankte sich, wir küssten uns nochmal und machten uns dann getrennt von einander auf den Weg zurück. Wir waren vielleicht 10 Minuten weggewesen. Hoffentlich ahnt niemand was. Ich kam zu erst wieder. Er kurz danach. Jedenfalls war die Chemie zwischen uns so gut, dass das mit Sicherheit nicht das letzte Mal gewesen ist.

So verboten. So aufregend. Auf was habe ich mich da nur wieder eingelassen…

Nippelklemmen zwischen schwäbischen Rentnern

Wie jemand so schön unter dem letzten Beitrag kommentiert hat: Das Leben besteht nicht dauernd aus pornösem Sex. Manchmal ist das auch eher unglamourös. Hier wird der Sex nicht instagrammisiert. Manchmal ist das Sex-Ding groß und aufregend. Manchmal sind es zwei Menschen die merken, dass sie müde sind und zuviel getrunken haben. Aber ich verstecke keinen schlechten Sex mehr hinter Fake-Orgasmen. Denn da hat am Ende niemand was davon.

Mr. Bondage und ich waren ja in den Urlaub gefahren. Wir hatten uns in eine kleine Pension eingebucht. Sehr romantisch mit Blick auf die Berge. Das Problem an der kleinen Pension: es ist wenig anonym. Die Gastfamilie wohnt auch im Haus und hat uns begrüßt. Im Frühstücksraum ist man quasi gezwungen mit den anderen zu kommunizieren. Die anderen waren ältere Ehepaare – jenseits der 70. Die meisten aus Schwaben. So Klischee-Schwaben. Die einmal im Jahr den Benz auf eine Reise ausfahren… Sehr erheiternd. Immer sehr korrekt. Man merkte ihnen an, dass wir ihnen als Paar sehr suspekt waren. Der ältere Mann mit der verrückten bunthaarigen jungen Frau. Wir waren nett, aber für die sehr weit außerhalb ihres Weltbilds. Warum erzähle ich das? Das ganze führte dazu, dass ich mutmaßlich nicht bei einem Orgasmus die ganze Pension zusammenschreien würde. Es führte dazu, dass ich vermied, dass das Bett morgens rhythmisch knarzte, weil wir genau über dem Frühstücksraum einquartiert waren. Es fühlte sich an, wie in einem kleinen Dorf zu sein, wo man immer unter Beobachtung steht. Das so als Rahmenbedingung unseres Aufenthalts.

Aber Mr. Bondage hatte sein Spielköfferchen dabei. Das versprach gut zu werden. Ich hatte Sehnsucht nach was intensivem. Als wir ankamen hatte ich meine Tage so wenig, dsss es mich nicht störte. Wir akklimatisierten uns, gingen duschen, schüttelten die Anreise ab. Ich war gut gelaunt, in Spiellaune. Dann grabbel ich immer an ihm herum. Er ist ziemlich ordentlich und braucht immer, bis er sich wo eingerichtet hat. Ich bin eher der Typ Koffer in die Ecke schmeißen und fertig. Ich liebe es ja sehr, wenn er sich einrichtet, ihm dabei am Hintern rumzugrabbeln, zufällig seinen Penis zu berühren. Ich versuche ihn abzuhalten von dem was er tut. Er wehrt sich dann immer scherzhaft. Und ich packe trotzdem einfach seinen Schwanz aus und fange an zu blasen. Irgendwann ergibt er sich dann immer seinem Schicksal. Und revanchiert sich später bei mir.

Und die Revanche war gut für mich. Er angelte sich sein Köfferchen. Mein ganzer Körper gleich so: Oh Yeah, gleich geht es los… Eckfahnenjubel… Der Eckfahnenjubel verstärkte sich noch, als er als erstes eine Augenbinde auspackte. Komplettes Kopfausschalten für mich. Er war in Spiellaune – jippiie…  Ich sah nichts mehr, aber versuchte zu lauschen, was nun kommen würde. Raschelte mit den Sachen in seinem Spielköfferchen. Zog mir das Höschen aus. Vermutlich war ich schon allein von der Vorfreude aufs Spiel nass. Und Autsch, da spürte ich wie er eine Wäscheklammer an meine äußeren Schamlippen klemmte. Fiese Dinger. Es folgten Wäscheklammer zwei, drei und vier. Schmerz aushalten. Er ließ seine Finger über den Kitzler gleiten. An den Nippeln machen mir die Wäscheklammern weniger als an den Schamlippen. Einfach nur hingeklemmt geht ja noch, aber sobald bewegt werden… Ein Finger dringt in mich ein. Ich dürstete förmlich danach, dass er es mir besorgt. Dann raschelte es wieder in seinem Köfferchen. „Bitte hol irgendwas raus womit du mich ficken kannst“, dachte ich. Und dann konnte ich auch schon das beste Gerät aus seiner Tasche spüren. Der Stahldildo. Ich liebe ihn. Kein Toy hat mir bisher bessere Orgasmen besorgt. Er ließ das dicke Ende in mich hineingleiten. Er war kalt, aber mein Körper würde ihn schnell wärmen. Die Kombination aus Schmerz von den Wäscheklammern und der Erregung durch den Dildo war krass.

Dann raschelte es wieder. Er wandte sich meinen Brüsten zu. Hoffentlich nicht die krassen Nippelklemmen, so viel Schmerz würde ich nicht aushalten, dachte ich. Dann spürte ich, wie er etwas festdrehte. Aber das war vom Schmerz her gut aushaltbar. Juhu, dachte ich. Jedenfalls kannte ich diese Nippelklemme, die er anbrachte noch nicht. Aber sie war aushaltbar. Er hatte sie irgendwie auf meinen Nippel gedreht, erst die eine dann die andere Brust.

Dann nahm er wieder den Dildo in die Hand und fing langsam an mich damit zu ficken. Schmerz und Erregung. Das verzwickte an den Wäscheklammern ist, dass der Schmerz nicht nachlässt, sondern zunimmt. Mein Kopf schwankte zwischen „Oh, ja fick mich mit dem geilen Dildo bis ich explodiere“ und „uuhhaaa lange halte ich diese fiesen Arschkrampen-Wäscheklammern nicht mehr aus.“ „Hände hinter den Kopf“, ich liebe seinen Befehlston. Ich hörte ihm an, dass er es genoss mich zu bespielen. Aber auch mit dem Schmerz zu spielen. Zack, erste Klammer weg. Autschii, fieses Zeug, beim Wegmachen tut es nochmal extra weh. So ging das nach drei Mal. Die letzte tat am meisten weh. Das war echt schon an meiner Schmerzgrenze. Während der Schmerz noch nachwirkte besorgte er es mir schon mit dem Dildo. Und ich merkte, wie sich einen großer tiefer Orgasmus anbahnte. So intensiv, weil der Dildo gleichzeitig ganz tief in mir den G-Punkt trifft und außen den Kitzler. Das würde einer von den Orgasmen werden die laut schreiend ankommen – was nicht sehr typisch für mich ist. Er wechselte den Winkel, das Tempo, was wie eine Verzögerungstaktik war. Meine Nippel mussten stehen wie eine Eins, so gespannt war ein Körper. Er zögerte den Orgasmus damit raus. Die Nippelklemmen längst vergessen. Kurz bevor ich schreiend kam, fielen mir die schwäbischen Nachbarn ein. So kam ich heftig, zitternd, aber tonlos. Schade irgendwie, weil ich nicht ganz losgelassen habe. Aber ich wollte am nächsten Morgen noch ohne Rot zu werden am Tisch sitzen.

 

 

Hauptstadt-Affairs

Ich komme schon wieder mit dem Schreiben nicht hinterher. Aber jetzt schreibe ich einfach das letzte kleine Erlebnis, weil die Erinnerung noch frisch ist. Jetzt sitze ich gerade am Flughafen Tegel. Auf dem Weg zurück von einem Seminar in Berlin. Das wird vermutlich leider nicht so oft vorkommen, dass ich geschäftlich rumreisen darf. Aber jetzt hatte ich zwei Nächte in der Hauptstadt. Den ersten Abend war ich einfach alleine unterwegs. Bin durch die Stadt gelaufen. Für mich sein. Entspannen. Den zweiten Abend hatte ich spät ein Date mit einem Mann. Wir haben vorher ein wenig hin und her geschrieben, uns aber noch nie getroffen. Wir waren beide zufällig zur selben Zeit in Berlin, was für uns beide nicht die Heimatstadt ist. Das traf sich gut, weil es quasi die Mitte zwischen uns ist. Passend dazu wollten wir uns zwischen unseren beiden Hotels treffen und uns beschnuppern. Die Mitte war ziemlich genau das Brandenburger Tor, was ich einen coolen Treffpunkt finde, wenn man als Tourist in der Stadt unterwegs ist. Er war ein wenig früher dran, war schon da und saß ganz lässig am Brandenburger Tor, um auf mich zu warten. Attraktiver Mann, Ende 40, dunkelhaarig, politischer Mensch – wir verstanden uns gut. Wir liefen los und quatschten. Einigten uns auf einen Drink in einer Bar. Aus dem einen Drink wurden zwei. Ich merkte, dass einigermaßen angeheitert wurde. Ich war vorher auf dem Laufband gewesen, deswegen schlug der Alkohol ziemlich durch. Also bestellte ich mir ein Wasser dazu, um Herr meiner Sinne zu bleiben. Wollte nicht müde werden. Er hatte zwei Bier. Wir hatten uns auch immer mal wieder über Sex unterhalten. Er hatte mir erzählt, dass er saugern lecken würde. Ich konnte mir gut vorstellen, dass der Abend so enden könnte.

Er sagte mir, dass sein Hotel nicht so schick sein. Ich war von meiner Firma dafür in einem ziemlich fancy Laden einquartiert worden. Es lief also darauf hinaus, dass ich mal einen Mann in mein Business-Hotel mitnehmen würde. Das erheiterte mich, da es sonst ja immer andersherum war. Sonst war quasi immer ich die Besucherin in dem Zimmer eines Mannes. Dieses Mal würde also ich einen mit zu mir nehmen. Ich war schon ein wenig müde als wir in meinem Zimmer ankamen. Während ich sonst immer eher abwartete, was die Männer so tun, hatte ich das Gefühl, da dadurch, dass ich ihn mitgenommen hatte, ich der Taktgeber dessen war, was nun passieren würde. Ich gab vor wieviel Vorlauf wir noch haben würden, bevor wir loslegen würden.

Ich musste für kleine Mädels, was ihm die Gelegenheit gab sich im Zimmer umzusehen. Er würde es sich bestimmt bequem gemacht haben, bis ich zurück kam. Aber weit gefehlt, er sah sich den Ausblick aus meinem Zimmerfenster an – direkt in die Lobby. Eigentlich sollte ich nun nicht nur die weißen Vorhänge zuziehen, sondern auch die schweren Blickdichten. Denn wenn das Licht im Zimmer an ist, kann der komplette Eingangsbereich des Hotels durch die Zimmerhohen Fenster reinschauen. Aber ich tat es nicht. Warum auch immer.

Ich zog meine Schuhe aus und setzte mich aufs Bett. Er tat es mir nach und legte sich daneben. Nachdem er mir soviel von seinen Leckkünsten erzählt hatte, saß ich da schon so ein wenig erwartungsfroh. Aber irgendwie ergab es sich so völlig natürlich anders.  Er stand vor dem Bett und packte nur seinen Schwanz aus. Ich lag vor ihm und blies. Er war völlig unerigiert, als ich begann und er sagte, dass es ja kein Problem für mich sein würde ihn steif zu blasen. Es machte mich Spaß. Ich war in letzter Zeit irgendwie sparsam mit Blowjobs gewesen, von dem her Glück für ihn, dass ich Lust darauf hatte. Ich blies und blies und blies. Er hatte einen schönen Schwanz. Würde ich mich gerne damit ficken lassen. Ich fragte ihn, ober Gummis dabei hatte. Nein, hatte er nicht. Ich auch nicht. Wir sind schon zwei Profis. Damit war sofort klar, dass wir keinen Sex mehr haben würden. Also blies ich weiter. Ich konnte ihm ansehen, dass er müde wurde. Er hatte die zwei Bier nicht gut weggesteckt. Sein Schwanz wurde trotz aller meiner Blasetricks immer schlaffer. Mir war klar, dass er auch nicht kommen würde. Und da es spät war und er sichtlich müde, würde auch sonst nichts mehr passieren.

Wir lachten über uns und versprachen uns, dass wir uns wiedersehen wollen. Dann zog er sich an und ging. Sollte wohl einfach nicht. Aber da ich am nächsten Tag ja wieder Fortbildung hatte, war ich nicht böse, dass ich so noch ausreichend Schlaf bekommen würde. Also alles gut. Vielleicht hatte ja wenigstens ein Gast in der Lobby Freude an der Silhouette unseres Blowjobs gehabt. Ich schmiss mir noch Youporn an und masturbierte mich in den Schlaf.

Entspannung auf voller Linie…

Negativ. Um es gleich mal vorweg zu nehmen. Das Ergebnis meines HIV-Tests ist negativ. Was auch zu erwarten war, so rein von der Wahrscheinlichkeit her. Dass ich solange nicht gebloggt habe, hatte also nichts mit dem Ergebnis des Tests zu tun. An dieser Stelle trotzdem ein vielen lieben Dank fürs Mitfühlen und Daumen drücken.

Ich habe die sechs Wochen warten bis ich mich testen lassen konnte eigentlich ganz gut weggesteckt. Außer an dem Tag des geplatzten Kondoms selbst habe ich nichts mehr darüber gelesen. Die rein mathematische Wahrscheinlichkeit war trotz Südafrika immer noch sehr gering. Also habe ich das in meinem Kopf weit hintergeschoben in die Schublade „Dinge, die ich gerade nicht ändern kann“. Ich hatte beschloss den Test abzuwarten. Auch die zwei Tage zwischen dem Test und dem Ergebnis gingen eigentlich ganz gut. Was vermutlich auch an dem ziemlich coolen Personal in der HIV-Beratungsstelle liegt. Die nehmen einem nochmal viel Angst. Auch wenn man mit jemandem schläft der HIV-positiv ist, sofern er seine Erkrankung kennt, sind die meisten heutzutage mit Medikamenten so gut eingestellt, das die Virenlast so niedrig ist, dass es quasi unmöglich ist, dass das Virus übertragen wird. Das führt jetzt nicht zu einem leichtsinnigen Umgang meinerseits mit dem Thema, aber ich bleibe meiner Linie treu. Der Test dahingehend war jetzt ja auch der Test über die letzten vier Jahre. Für die anderen STIs muss ich jetzt noch beim Frauenarzt testen lassen. Die Challenge für mich ist da vorher noch einen neuen Frauenarzt zu finden. Meiner ist ja leider in Ruhestand gegangen und mit seiner Nachfolgerin bin ich so gar nicht in Schuss gekommen.

Was die Zeit der „Unklarheit“ allerdings doch bewirkt hat, war dass ich mich in den sechs Wochen sexuell sehr zurück gehalten habe. Ich hatte wenig Lust das zu thematisieren. Deswegen habe ich eigentlich nur zwei Männer getroffen in der Zeit. Das Thema hatte mich also doch so im Hinterkopf ein klein wenig beschäftigt. Nichtsdestotrotz habe ich spannenden Dinge angestellt über die es sich lohnt zu schreiben.Mal sehen, ob ich Zeit dazu haben werde. Während ich diesen Text geschrieben habe, liege ich auf meinem Bett in einer Ferienunterkunft. Ich habe einen wunderbaren Blick auf ein Bergpanorama. Neben mir schnarcht Mr. Bondage seit etwas mehr als einer Stunde und hält ein nachorgasmisches Schläfchen. Wir haben die seltene Gelegenheit gefunden und sind für 5 Tage zusammen in den Urlaub gefahren. Ich wollte in diesen fünf Tagen mich bewegen, mir etwas Gutes tun. Also sind wir in die Berge gefahren. Nach zwei Tagen mit langen Wandertouren haben wir uns heute bisher nur zum Frühstück aus dem Bett bewegt. Ich will eigentlich unbedingt noch raus. Aber Mr. Bondage ist heute ein wenig lahmarschig 🙂 Vielleicht sollte ich mich nicht andauernd über ihn her machen …

Jetzt nehme ich schon eine ganze Weile keine hormonelle Verhütung mehr. Das hat meiner Libido wirklich gut getan, aber es nervt mich mittlerweile auch wieder. Der Preis den ich für mehr Lust bezahle ist, dass ich meine Tage nicht mehr so kalkulierbar habe. Am Donnerstag letzte Woche, also vor 8 Tagen habe so ganz leicht die ersten Blutungen gehabt. Dachte mir noch, coole dann könnten die Tage ja halbwegs durch sein bis wir am Dienstag in den Urlaub fahren. Von wegen.. nach immer so wenige Rumgetröpfle habe ich sie heute (!) richtig bekommen. Das ist doch mal superätzend. Jetzt habe ich die immer fast zwei Wochen. Ich glaube, das will ich auch nicht. Zwei Wochen… Ist das nervig… Ja, man kann auch trotzdem Sex haben… Aber nervt. Mal sehen, ob ich das doch noch mal wieder ändern werde.

Unsere Tage in den Bergen laufen immer ähnlich an. Sie beginnen morgens immer mit einem ausführlichen Blowjob. Das ist die Tageszeit zu der Mr. Bondage am meisten Lust hat, ich eher nicht so. Also verwöhne ich ihn. Die Revanche gibt es dann für mich Abends… Jetzt ist es nachmittag.. Hihi…

One more night …

Noch eine Nacht schlafen, dann weiß ich Bescheid. Dieses Warten ist irgendwie doof. Aber wird jetzt auch noch rumgehen.

Nach dem verunglückten Sex mit dem Piraten, schlief ich mich in meiner Unterkunft erst mal aus und verbrachte den Tag dann weitestgehend mit googeln. Und nahm die Pille danach. Ich hatte Respekt von den Hormonhämmern. Und mein Hirn erst mal so: Hoffentlich wirkt das südafrikanische Zeug auch wirklich. Um mir im zweiten Moment zu denken: Warum sollte die Pille hier schlechter sein als zu Hause. Oh Mann… was denke ich nur. Und spielte in meinen Gedanken den Moment durch, wie ich im Dorf meiner Eltern mit einem dunkelhäutigen Kind ohne Vater ankomme. Das ließ mich wirklich schmunzeln. Aber Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. Auch wenn ich mir relativ sicher war, dass es zyklusmäßig der falschen Moment gewesen wäre. Lieber auf Nummer sicher gehen.

HIV-Rate in Südafrika verhältnismäßig hoch. Aber auch wenn infiziert, muss nicht ansteckend sein. Ansteckungswahrscheinlichkeit bei heterosexuellem Verkehr relativ gering. Las mir auch alles über die anderen STIs durch und würde das im Auge behalten. Trug mir den Testtermin nach 6 Wochen in den Kalender ein. Und beschloss dann, es eh nicht ändern zu können und den Rest meines Urlaubs zu genießen. Ich hatte noch zwei Abende. Die würde ich beide mit Tatenda verbringen. Den ersten hatte er frei, den zweiten musste er arbeiten. Und ich bereue gerade sehr, dass ich diesen Eintrag nicht früher geschrieben habe. Mein Erinnerung ist schon sehr vage. Wir knutschten, würden wieder in der Kiste landen. Er zeigte mir ein Hotel, zwar kein Stundenhotel, aber schon eher so eine Pärchenausweichmöglichkeit, als normale Unterkunft. Ich schmunzelte kurz, wie selbstverständlich er wußte, wohin man gehen konnte. Aber als ich drüber nachdachte fiel mir auf, dass es gar nicht so sehr an Seitensprüngen liegen musste. Er wohnte zwar nicht im Township, aber auch dort wo er wohnte, teilte man sich mit mehr Familienmitgliedern eine Bleibe, als bei uns so üblich ist. Er hatte mir auch seinen Bruder vorgestellt, was ich sehr kurios fand. Aber das führt auch bei ganz normalen Paaren dazu, dass sie manchmal einfach einen Ort zum Ungestört sein benötigen.

Das Zimmer war sehr karg. Ein Bett und ein Tischchen. Wie immer musste ich über die Blicke des Rezeptionisten schmunzeln. Dass einer eine weiße Frau mit in diese Location bringt ist eher nicht so üblich. Ich würde da allein auch nicht hingehen. Aber ich war gewillt mich darauf einzulassen, keine deutschen Standards anzulegen. Ich erinnere mich an keine konkreten Details mehr. Außer dass der Sex besser war, als beim ersten Mal. Er schaffte es einen Gang runterzuschalten. Es langsamer angehen zu lassen. Mehr streicheln, nicht gleich reinstecken und durchnageln. So ganz einfach war es für meinen Kopf nicht durch die geplatzte Kondom-Geschichte vom Vortag, was ich nicht thematisieren wollte. Aber ich achtete darauf, dass alles Safe ist. Und wir verwendeten seine Kondome. Nicht, dass ich da wieder mit meinen zu kleinen europäischen Standard-Dingern ankomme. Er weiß besser was passt, als ich.  Sex war gut, aber auch sonst fühlte es sich menschlich einfach gut an zwischen uns. Was auch bleibt ist das Gefühl für ihn wirklich attraktiv gewesen zu sein, mit jeder Kurve meines Körpers. Es gibt Menschen mit denen hat man einfach gleich den richtigen Draht. Wir lachten viel und kuschelten zusammen. Eine schöne Urlaubsaffäre. Er ließ mich nicht gern gehen, merkte ich ihm an. Er fragte auch, wann ich wiederkommen würde. Aktuell sieht es eher nach nicht so bald aus.

Nach meiner Rückkehr schrieben wir noch eine Weile hin und her. Seit ein paar Tagen sehe ich auf WhatsApp nur noch einen Haken. Möglicherweise hat er mich blockiert. Versuche das entspannt zu sehen. Ansonsten habe ich immer noch Kontakt zu einer Freundin von ihm. Die kann ich notfalls mal fragen, was mit ihm los ist.

Wenn das morgen noch gut ausgeht, dann war es ein Wahnsinnsurlaub. Ich hab das Alleinreisen nicht eine Sekunde bereut und werde es mit Sicherheit wieder tun. Auch das hat mir viel gegeben, dass es so cool war, obwohl ich echt Respekt hatte vor dem Alleinreisen. Welt ich komme. Nicht mit dem Vorsatz überall zu vögeln. Aber offen auf Menschen zuzugehen.

Sex mit einem Piraten

Mir geht es gut, keine Sorge.  Vermutlich geht mir die Südafrika-Geschichte, die ich noch nicht fertig gebloggt habe, doch ein wenig mehr im Kopf um als gedacht.

Eigentlich habe ich soviel zu schreiben. Gut, dass ich diese Woche ein wenig Zeit dafür haben werde.

Heute ist sechs Wochen nach Südafrika. War heute bei der Aids-Beratungstelle und habe mir Blut abnehmen lassen. Die sind sehr gechillt da. Viel angenehmer, als bei irgendeinem Frauenarzt. Der meinte auch gleich, dass die Wahrscheinlichkeit sehr gering ist bei heterosexuellem Kontakt. Keinen Vortrag über häufig wechselnde Sexualpartner. Einfach als gegeben hingenommen. Mein letzter Test ist nun schon eine ganze Weile her.  Es ist mehr so der Test für die letzten Jahre, mit einem aktuellen Auslöser. Für Chlamydien muss ich dann noch zum Frauenarzt. In zwei Tagen bekomme ich das Ergebnis. Gerade das Pflaster vom Blut abnehmen abgezogen: Die Ärztin hat es mal drauf. Ich ziehe definitiv meinen Hut. Man sieht nicht mal eine Einstichstelle.

Dann ist heute auch der Tag, an dem ich herausgefunden habe, dass ein Kollege aus der Arbeit auch einschlägig unterwegs ist. In der Kantine war mir aufgefallen, dass er eine Uhr mit einer Triskele trägt. Ich schmunzelte vor mich hin, denn das konnte kein Zufall oder Versehen sein. Zumal ich nach dem Essen mit ein wenig googeln so eine Uhr gefunden habe. Eindeutig einschlägig. Also schrieb ich ihm eine Mail und fragte ihn nach der Uhr und ob wir uns in Zukunft auf einschlägigen Veranstaltungen begegnen würden. Ich ließ für den Notfall zumindest offen, was einschlägig meint. Aber Volltreffer. Mit einem superbreiten Grinsen bog der Kollege um die Ecke und wir tauschten uns auf dem Gang unter großem Gelächter über sexuelle Vorlieben aus. Hach ja, was eine Wendung. Das ist so cool, dass es da jemanden auf Arbeit gibt, mit dem man über BDSM quatschen kann. Ich freue mich auf viele coole Gespräche mit ihm.

Jetzt versuche ich mal die Südafrika-Geschichte fertig zu erzählen. Am nächsten Tag beschloss ich mal einen Tag ohne Tatenda zu verbringen. Zumal ich nicht wie so ein Super-Fangirl wieder abends allein in seiner Bar sitzen wollte. Ich verbrachte den Tag am Hafen in Kapstadt. Aß gute Dinge, fuhr Riesenrad, lauschte einem Streetsinger-Girl, schrieb Postkarten und hatte einen ziemlich guten Tag. Ich liebe Hafenstädte und Foodmärkte. Es war perfekt. Am Hafen gab es die ziemlich nervigen Stände, an denen Verkäufer einem die Schiffsrundfahrten andrehen wollen. Mich nervt das angequatscht werden immer. Wobei ich eigentlich schon Lust hatte auf eine Rundfahrt. Aber ich konnte mich nicht so Recht entscheiden. Nahm den ein oder anderen Flyer mit. Soll ich eine Sunset-Tour machen oder nicht. Das war alles so auf romantisch getrimmt, dass ich  mir da alleine fast ein wenig doof vorkam. Kurz bevor die Schiffe ablegten, bot mir einer einen günstigen Preis und ich schlug spontan zu… und landete ausgerechnet auf dem freakigsten Boot von allen…  Piratenschiff.

Die machen untertags eher so Kinderbespaßungstouren. OMG, das konnte ja heiter werden. Wo bin ich da schon wieder gelandet, dachte ich mir noch. Dann legten wir ab. Einer der Piraten, Mitte 20, süßer Typ, quatschte mich an. Marci hieß er, kam immer mal wieder bei mir vorbei und unterhielt sich mit mir. Ich dachte anfangs, dass das Teil des Programms wäre. Warum sollte der sich auch sonst für mich interessieren? So geht das in meinem Kopf immer. Aber er machte mir auch das ein oder andere Kompliment und unterhielt sich offensichtlich nicht mit allen Gästen in dem Ausmaß, wie er es mit mir tat. Ich nahm das zur Kenntnis, freute mich über den kleinen Flirt. Genoss den Sonnenuntergang, das schöne Licht. Kurz vor Ende der Tour fragte er mich, ob ich am Hafen noch in einer bestimmten Kneipe auf einen Drink mit ihm gehen wollte. Huch, damit hatte ich ja gar nicht gerechnet. Ist das so wenn man alleinreist? Ich hatte überhaupt nicht intendiert nochmal jemanden kennenzulernen. Er sagte, dass er sowieso dort einen auf einen Drink gehen würden und wenn ich Lust hätte, könnten wir uns eine halbe Stunde nach dem Anlegen dort treffen. Verrückt. Ich hatte ja noch eine halbe Stunde Zeit um mir zu überlegen, ob ich das wollte, oder nicht.

Wir gingen in die Kneipe und er lud mich auf ein Bier ein. Er erzählte, dass er die meiste Zeit auf dem Schiff wohnt. Bezeichnete sich selbst als coloured, was ich bei uns unter Mischling (nicht wertend verstehen) einsortieren würde: weiße Mutter, schwarzer Vater. Nach eigener Aussage gebürtiger Capetowner. Er mag seinen Job (und ich mochte, wie cool er mit den Kindern umgegangen ist). Irgendwann ging es um Beziehungen… Und ich erzählte halt von meinen Leben und dass das mit der Monogamie nicht so mein Ding ist.. und er bekam immer größere Augen. Damit hatte er so gar nicht gerechnet. Er liebt seine Freiheit, Freundinnen haben ihn immer zu sehr eingeengt. Er muss sich wohl gedacht haben: Jackpot. Damit konnte er nicht rechnen, als er mich angesprochen hatte. Wie auch immer es kam, er fragte mich, ob ich die Nacht mit ihm verbringen wollte. Nicht auf dem Schiff, da sind keine Frauen erlaubt. Manchmal schläft er eine Nacht im Hotel.  Ob es okay wäre, wenn wir uns den Preis für das Zimmer teilen würden… Wollte ich das? Eine Nacht mit jemandem, den ich nicht kenne.

Wir gingen zum Schiff zurück um seine Sachen zu holen. Die Kollegen veräppelten ihn angemessen, ob des offensichtlichen Aufrisses. Aber auch er gab mir das Gefühl, nicht irgendso ein Aufriss zu sein. Es fühlte sich gut an. Ich mochte ihn. Lecker Kerlchen, nett, süß, zuvorkommend. Ich hatte quasi nix zum übernachten mit – nur so nen Tagesrucksack mit. Aber ich ließ mich auf das Abenteuer ein – mit dem Wissen, dass ich mir ja jederzeit ein Uber rufen konnte, dass mich dann nach Hause bringt. Ähnlich wie das Stundenhotel, war auch das Hotel eher nicht das Niveau auf dem ein Tourist jemals in der Stadt übernachten würde. Aber das Zimmer mietete man hier immerhin die ganze Nacht. Marci mietete sich manchmal hier ein, wenn er keine Lust aufs Schiff hat. Dann freut er sich über den Fernseher und das große Bett.

Als wir ankamen, ging er erst mal unter die Dusche. Ich machte es mir auf dem Bett bequem. Jetzt wo ich es schreibe, merke ich, dass es doch nun schon 6 Wochen sind. Ich habe keinen blassen Schimmer mehr, ob er gut küssen konnte. Ich glaube schon. Als er nur mit Handtuch aus der Dusche kam, zog ich mich bis aufs Höschen aus. Er fuhr voll auf meinen Hintern ab. Total schräg, da ich ja fast mein Leben lang mit meinen „zu“ großen weißen Hintern hadere. Und mich immer über die sehr gelungen Brüste gefreut habe. Er hatte nur Augen für meinen Hintern und geizte nicht mit Komplimenten. Das ging runter wie Öl. Bei den Details ist meine Erinnerung schon sehr blass. Er hatte keine Kondome mit. Ich hatte welche in meinem Rucksack. Gab sie ihm. Ich blies ihn – schöner Schwanz, ihm gefiel es. Wir hatten Sex, ich half nach und kam, er kam als er mich Doggy ordentlich durchgevögelt hat. Dann schliefen wir ein. Dasselbe in etwa morgens nochmal. Neues Kondom natürlich. Nur dass er dann beim Rausziehen sofort sagte, dass das Kondom gerissen war.

FUUUUCKK.  Mir wäre es vermutlich nicht aufgefallen, hätte er nichts gesagt. Aber er sagte es gleich. Oh krasser Scheiß. Ausgerechnet in Südafrika. Das wäre der Moment, wo man den anderen vermutlich fragt, ob er HIV positiv ist, also vielleicht auch nicht. War das rassistisch oder nur mathematische Wahrscheinlichkeit. Ich war sehr gefangen in meinen Gedanken. Ich fragte ihn jedenfalls nicht. Ich wäre mir sehr blöd vorgekommen. Neben der HIV-Nummer galt es auch erstmal die Schwangerschaftsnummer zu lösen. Ich habe in Deutschland noch nie die Pille danach gebraucht. Aber jetzt in Südafrika. Na klasse. Erst mal googeln wie man die hier bekommt. Marci sagte, dass er das schon von seiner Schwester mal kannte. Er ging also mit mir zur Apotheke. Es war aber auch ein schräger Moment, als weiße ältere Frau mit einem jüngeren Mann in der Apotheke nach dem Ding zu fragen. Zumal ich ihn sprechen ließ, erstmal. Jetzt weiß ich, dass das Ding Morning-After heißt und werde das auch nie mehr vergessen. Ich bekam es nach dem Beantworten von ein paar Fragen relativ Problemlos. Aber ich hatte wirklich Respekt vor dem Hormonhammer.

Marci und ich tauschten noch Telefonnummern, dann ging ich heim. Müde und mit 1000 Gedanken im Kopf. Keine Ahnung, ob seine Nummer stimmt. WhatsApp hat er scheinbar nicht und angerufen habe ich noch nie. Ich wüßte ja wo man ihn findet,

Back to black

Erst mal hineinschlafen in den ersten Urlaub, der so ganz anders gestartet war, als gedacht. Nach dem Abend an dem ich Tatenda kennengelernt hatte, schlief ich erst mal bis Mittags. Dann ließ ich mir nochmal den Vorabend durch den Kopf gehen… Mich hat jemand in einer Bar angegraben. Ich muss das erst mal sacken lassen. Manche mögen nun schreien: „Pff, als ob das als Frau so ne Kunst wäre“. Also ich erinnere mich zumindest auf Anhieb nicht, wann ich das letzte Mal einfach so jemanden an einer Bar kennengelernt habe (außer im Swingerclub)…. Okay, okay, vielleicht scheitert es daran, dass ich mir nach Vorerfahrungen eingeredet habe, dass ich nicht der Typ Frau bin, denn man in einer Bar anquatscht und mich quasi nie mehr anquatschbar in einer Bar aufgehalten habe. Also dachte ich über seine möglichen Hintergedanken nach. Was kann nun dieser schwarze Barkeeper von mir wollen. Sex, jupp wäre möglich und auch wahrscheinlich. Jetzt gehöre ich ja nicht so zu den Frauen, die sich denken „Verdammt, der will nur mit mir vögeln“ Da muss ich eher immer darüber schmunzeln, was Männer einen Affentanz (Aufwand) vorher betreiben, um ihre Absichten Frauenkompatibel zu verpacken. Wenn der wüßte, dass er ausgerechnet eine Sexbloggerin aufgerissen hat. Darüber musste ich sehr lachen.

Ich habe die meisten Männer in letzter Zeit über den Joyclub kennengelernt, dabei waren entweder Vorlieben kompatibel oder intellektuelles Interesse vorhanden. Dass ich vor jemandem sitze und er mich einfach so aufreißt, dass überraschte mich und deswegen war ich noch eher vorsichtig. Ich hatte da auch ein paar „Der will am Ende nur irgendwie Geld von mir“ Gedanken“. Weniger aus rassistischen Gründe, denn aus der Unsicherheit über die eigene Attraktivität. Ich versuchte offen zu bleiben, aber meinen gesunden Menschenverstand nicht außen vor zu lassen. Tatenda und ich hatten uns für 15 Uhr verabredet. Er wollte mir die Gegend zeigen und er schrieb noch: „Cant´t wait to meet the sober you“ Haha, so betrunken war ich auch nicht. Mal sehen, wohin mich diese Reise führen wird.

Ich machte Sport (Gott, was bin ich stolz) und quatschte mit meinem Host. Und wir verquatschten uns. Das merkte ich, als Tatenda um 15 Uhr mein Handy anklingeln ließ. Haha, allen Vorurteilen zum Trotz war mein südafrikanischer Begleiter um Punkt 15 Uhr vor meiner Tür und ich (deutsch) noch nicht fertig und würde zu spät sein. Es stellte sich heraus, dass er selbst nur 100 Meter von mir entfernt wohnte. Was ein Zufall, so klein ist jetzt Kapstadt auch nicht. Er hatte einen Bekannten als Taxifahrer organisiert, der uns herumfahren würde. Ich war gespannt, wie das mit dem Zahlen laufen würde. Auf der anderen Seite war bisher alles bezahlbar gewesen, also entspannte ich mich ein wenig. Ich dachte, wir würden in der Stadt rumlaufen. Aber auch gut, mal sehen, wo wir am Ende landen. Wir fuhren raus aus der Stadt zu den Aussichtspunkten. Diese Stadt ist wirklich atemberaubend schön. Wir fuhren eine Küstenstraße entlang zum Chapmans Peak, und weiter zu einem Strand. Zwischen uns fühlte es sich gut an. Er kuschelte sich immer mal wieder an mich hin, wir knutschten ein wenig, manchmal hielten wir Händchen. Wir sahen wohl aus wie ein verknalltes Pärchen, wenn auch ungewöhnlich, denn ich hatte in Südafrika bisher nicht wirklich viele schwarz/weiß gemischte Pärchen gesehen. Der Taxifahrer war zu gleich Reiseführer und erklärte mir die Orte. Wir hatten alle Spaß. Tatenda zahlte alles was anfiel wie die Mautgebühren, so dass ich irgendwann schon ein schlechtes Gewissen hatte. Das war der perfekte Nachmittag. Die Herren verarschten mich Whitey immer ein wenig, weil ich Sonnencreme brauchte und mir was auf den Kopf setzten musste. Ich entgegnete, dass sie froh sein sollten, dass ich nicht meinen Polarbear-farbenen Bauch auspacken würde, sonst wären sie blind hinterher, weil er so weiß leuchtet. Als wir am Meer waren zog ich sofort meine Schuhe aus und lief ins Wasser. Meine schwarzen Begleiter blieben am Strand und schüttelten den Kopf darüber, dass ich voller Freude ins kalte Wasser ging. Kalt… Lol…

Es war spannend Unterschiede und Gemeinsamkeiten zu entdecken. Ich erzählte ihm, dass ich ein Blog über Sex schreibe. Ich liebe dieses Breaking the rules of the game. Hihi. Da fängt also die weiße Frau plötzlich damit an, dass sie über Sex schreibt den sie selbst hat. Und dass sie einigermaßen viel Sex hat und auch gerne und mehrere Männer. Ich bin mir sicher, dass er sich überlegt hat, ob er nun im falschen Film ist, mit einer Frau im Arm, die wesentlich mehr ausprobiert hat, als er und das auch noch zugibt. Dass er verheiratet ist hatte er mir vorher schon gesagt. Er machte da gar keinen Hehl daraus. Ich sagte ihm, dass ich damit leben kann. Dass er das mit sich ausmachen müsse.

Irgendwann merkte ich, dass Tatenda nervös auf sein Handy guckte. Er musste am Abend wieder in der Bar arbeiten und lief Gefahr zu spät zu kommen. Das wollte ich nicht. Also fuhren wir zurück. Wir setzten erst Tatenda ab und dann mich. Da ich nicht wußte, ob er das mit dem Bezahlen geregelt hatte zahlte ich einfach mal den Taxifahrer. Keine Ahnung, ob der dann zweimal Geld bekommen hat. Ich war auch gar nicht genervt darüber was zu bezahlen, nur dass er mir nicht gesagt hatte was Sache ist. Zurück in der Unterkunft ließ ich den Nachmittag nochmal Revue passieren und so langsam machte sich das Gefühl breit, dass er mich wirklich deswegen angequatscht hatte, weil er mich attraktiv fand. Ich war einfach sein Typ. Und es ging mir ein bißchen so wie in der Karibik, wo ich mich schon sauwohl gefühlt hatte. Ich entsprach mit meinen Kurven immernoch dem Schönheitsideal vieler schwarzer Männer, mit dem Exotenbonus, dass ich weiß bin.

Am Abend waren wir dann wieder in der Bar verabredet. Er war schon ein paar Stunden im Dienst und ich kam nach. Ich setzte mich wieder zu ihm an die Bar. Alle Barkeeper grinsten mich an. Ich setzte mich so, dass ich mir das Getümmel in der Bar ansehen konnte. Ich genoss es ein wenig mit ihm zu flirten und an einem pulsierenden Ort zu sein. Ich durfte wieder nicht alle meine Getränke bezahlen. Irgendwann fragte er mich, ob ich Lust auf ihn hätte und wir denn zu mir gehen könnten. Ich verneinte, da ich die Unterkunft ja nicht für mich allein hatte. Zu ihm schied auch aus. Er fragte mich, ob ich mit ihm in ein Hotel gehen würde. Warum eigentlich nicht. Ich war gespannt, wo er mitten in der Nacht ein Hotel herbekommen würde und hatte noch so meine Zweifel, dass das was werden würde. Er wollte eine Pause machen und danach wieder in die Bar zurück gehen. Als wir uns draußen vor der Tür trafen, fragte ich ihn zuerst, ob er denn keinen Ärger bekommen würde, wenn er jetzt mit mir verschwindet. Er verneinte, da er sonst derjenige sei, der nie Pausen macht, konnte er das ganz gut mit den Kollegen ausdealen. Wir liefen los. Auch was, was ich sonst nicht gemacht hätte: Nachts durch die Straßen von Kapstadt laufen. Ich hätte ein Uber genommen. Er würde auf mich aufpassen, also alles okay. Wir gingen in ein „Hotel“. Es vermietet Zimmer stundenweise. Ich grinste, weil er wußte wo eines zu finden ist. Andererseits ist die Wohnsituation der meisten schwarzen Südafrikaner so beengt, dass ich davon ausgehe, dass die fast alle wissen, wo sie für ein paar Stunden hingehen können. Naja Stundenhotels kenne ich ja auch von innen. Der Standard ist hier allerdings schon nochmal ein ganz anderer. Tatenda fragte mich, wie lange wir wohl brauchen würden. Äh, keine Ahnung. Ich glaube er buchte dann eine halbe Stunde. Oh wow, na dann mal fix. Ich entschied mich, mich darauf einzulassen, mich nicht zu fragen, wann die Bettdecke das letzte Mal gewaschen worden ist, oder das Zimmer gewischt. Wenn es für ihn okay war hier, dann war es für mich auch okay. Wir kommen aus verschiedenen Welten, aber ich bin nicht anspruchsvoll (im Sinne von Zimmerstandart), bin backpacking und Zeltlager erprobt. Ich fragte mich eher, ob er an Verhütung gedacht hatte. Aber musste er gar nicht, wie sich rausstellte. Im Zimmer waren Kondome (wie bei uns im Club halt auch). Kostenlose Kondome war mir schon ein paar Mal aufgefallen in Südafrika. Finde ich gut.

Wir hatten ja nicht viel Zeit. Immerhin waren wir uns schon vertraut was Nähe angeht, deswegen war es nicht so krampfig plötzlich auf Sex umzuschalten. Apropos Sex – da schoss es mir durch den Kopf: Ich war gespannt, wie groß sein Schwanz sein würde und musste über mich und diesen Gedanken lachen. Was diese Pornos doch mit einem machen. Es gibt da ja quasi nur Big Black Cocks… Man verliert da ein wenig den Maßstab. Groß, aber nicht riesig würde ich seinen nennen. Wir zogen uns aus. Er liebte meinen weißen nackten Körper. Vor allem mein Arsch hatte es ihm angetan. Meine Brüste fand er gar nicht so spannend. Alles anders als zu Hause. Der Kontrast zwischen meinem weißen und seinem schwarzen Körper war groß, aber wir fanden es beide spannend. Er hatte sehr weiche angenehme Haut. Das Vorspiel fiel nicht allzu üppig aus. Wir streichelten uns ein wenig, knutschten, dann holte er ein Gummi und zog es sich über. Ich nutzte die Gelegenheit ihn noch in den Mund zu nehmen. Er mochte mein Piercing. Dann fickte er mich. Lange und standhaft – so viele Klisches. Ohne Nachhelfen würde ich nicht kommen, aber es passte nicht so Recht. Er konnte gut ficken. Es war einfach nur alles zu schnell für meinen Kopf. Also zu wenig Vorspiel, zu wenig „Wir-kennen-uns“, zu wenig „Ich weiß was er möchte, wie er tickt“. Ich hielt mich an meinen Vorsatz keine Orgasmen mehr vorzuspielen. Das brachte ihn fast zur Verzweiflung. Ich hatte trotz dem Spaß. Ich genoss es, so eine völlig unerwartete schräge Erfahrung zu machen. Er ermutigte ihn zu kommen. Dass es völlig okay sei für mich.

Viele Klischees, aber ich glaube er hat sich so ein wenig darauf verlassen, dass seine gute Ausstattung (Schwanz) und Technik (sportlicher Mann, ordentliches Gerät, da kann man gute Winkel ficken) ausreichen würden um es mir zu besorgen. Ich würde wetten, dass ihm die Mehrheit der Frauen auch einfach einen Orgasmus vorgespielt hätten und gut.

Es quälte ihn ziemlich, dass er es mir nicht besorgt hat. Auch Klischee: aber ich glaube dass es ihn insofern nervte, weil wenn schwarze Männer in einem Punkt weißen Männern im Schnitt überlegen sind, dann vermutlich in der sexuellen Performance. Jetzt hat er Sex mit einer weißen Frau und die kommt nicht. Er war echt krass niedergeschlagen. Es brauchte viel gutes Zureden um ihm zu erklären, dass es mir trotzdem gefallen hat, dass ich meistens beim ersten Mal nicht komme, dass es eine Kopfsache ist bei mir und dass Frauen wie Diesel sind, die vorglühen müssen. Und dass ich es jederzeit wieder tun würde.

Er brachte mich im Taxi nach Hause und fuhr dann zurück in die Arbeit. Wir würden uns wiedersehen und ich freute mich schon darauf.

Auch jetzt kann ich es noch nicht fassen, dass ich bereits an meinem zweiten Abend in einem südafrikanischen Stundenhotel gelandet bin. Mut oder Übermut – so ein wenig bekloppt bin ich ja schon.

 

 

Der Barkeeper und ich…

Motel One Bar – kristallisiert sich zu meinem Lieblingsschreibeort heraus.

Seit dem geplatzten Gummi sind die ersten zwei Wochen nun schon vorbei. Also muss ich nur noch vier Wochen warten, bis ich mich testen lassen kann. Das Ganze ist durchaus mehr in meinem Hinterkopf präsent, als ich gerne hätte. Es legt über meine Reise doch so einen kleinen Schatten, erst mal.

Viele Gedanken, ich würde so gerne viel schreiben. Aber die knapp drei Wochen reisen, rächen sich insofern, dass die erste Woche wieder zu Hause krass vollgestopft war und ich einfach keine Zeit zum Schreiben hatte.

Weihnachtskilos waren weg, jetzt habe ich im Urlaub wieder zugenommen. Sehr frustig. Mal wieder eine neues Höchstgewicht. Es geht dann immer mal wieder runter um dann noch eine Schippe draufzulegen. Klassisches Jojo halt. Ohne eine eklatante Änderung in meinem Leben, die Wohnsituation und zeitliche Belastungen beinhaltet, werde ich daran auch nichts ändern können. Aber warum schreibe ich das? Ich hatte kurz überlegt, statt zu Schreiben in einen Club zu gehen, aber ich mag mich gerade selbst nicht. Das ist eine eher schlechte Voraussetzung, um sich auf Menschen einzulassen. Lieber mich mit Menschen umgeben, die ich schon kenne, die mich einfach hinnehmen oder mögen wie ich bin. Laune ist gerade mehr so kuscheln und einigeln, als ficken.

Ich schulde euch zwei aktuelle Themen: Zum einen noch den Artikel über die Reise, zum anderen hab ich gleich nach meiner Rückkehr mit Mr. Bondage einen Kink-Workshop besucht, der sehr spannend war und einen Artikel verdient. Worüber schreibe ich jetzt also zuerst? Immer diese harten Entscheidungen bei AperolSprizz.

Ich versuche mich in meinen ersten Abend in Kapstadt zurück zu versetzen. Die Urlaubsgefühle wieder zu erwecken. Ich bin also ganz alleine nach Kapstadt geflogen. Hatte mir eine Unterkunft gebucht, aber sonst noch überhaupt keine Pläne gemacht. Ich kam am an frühen Abend in der Wohnung an. Meine Gastgeberin verstand ihren Job und hatte mir eine ganze Liste an Empfehlungen für Restaurants aufgeschrieben. Ich war hungrig und musste zwangsläufig nochmal los. Und wollte auch los. Es wäre ja auch einfach zu schade Zeit in einer Wohnung abzusitzen, wenn man in einer der wunderbarsten Städte der Welt ist. Ich ging die Liste durch und entschied mich für eine Bar. Bestellte mir ein Uber und ließ mich dort hinfahren. Sobald es dunkel ist, bewegen sich weiße Menschen eigentlich nicht mehr anders fort, als mit Uber. Für deutsche Maßstäbe sind die Preise für Uber auch wirklich günstig. Und es ist sicher. Voll gute Erfindung für dort. Ich hatte mich für eine Bar entschieden. Ziemlich cooler Schuppen. Wahrscheinlich hätte ich mich in meiner Heimatstadt nicht in so einen fancy Laden getraut. Es war ziemlich voll. Also wurde mir ein Platz an der Bar geboten. Das mag ich eh ganz gerne. Von dort aus kann man eigentlich ganz gut Menschen beobachten.

In der Bar arbeitete eine sehr bunte Mischung aus hippen Menschen sowohl schwarz, als auch weiß. Bisher waren mir eher schwarze im Service begegnet, deswegen war mir das aufgefallen. Hinter der Bar waren schwarze Jungs in sehr schicken Klamotten – Anzughose und Weste. Sie machten auch eine ziemliche Show beim Cocktails mischen. Aber das gefiel mir. Sie wußten, was sie taten. Hohes Niveau beim Barkeepen. Ich entschied mich für einen Cocktail und einen Salat. Und freute mich einfach drüber Menschen anschauen zu können, sowohl hinter als auch vor der Bar. Ich flirtete ein bißchen mit den Barkeepern, aber bildete mir nichts darauf ein. Das gehörte für mich einfach zum Bargeschäft dazu, dass sie die Solofrau vor der Theke ein wenig unterhalten. Umso überraschter war ich, dass als ich meinen Drink leer hatte, ich ungefragt einen neuen Drink bekam. Nicht denselben den ich schon hatte, sondern einen ähnlichen. Ich dachte kurz darüber nach, ob das nun so eine Abzockermasche war, wo ich am Ende so eine Riesenrechnung bezahlen muss. Die Preise waren für Südafrika zwar einigermaßen hoch, in meinem Münchenmaßstab aber gut zu verkraften. Einer der Jungs hatte den Drink hingestellt, ein anderer grinste mich an dabei. Spannend. Mal sehen, wohin das führen würde. Ich konnte es mir leisten und rechnete damit den Drink bezahlen zu müssen. Auch wenn es so wäre, nur halb so wild. Es würde dann vermutlich einfach dazu führen, dass ich am nächsten Abend nicht mehr in die Bar gehen würde, wo man mir ungefragt Drinks hinstellt. Ich unterhielt mich gut mit den Jungs uns sah mir das Treiben in der vollen Bar an. Menschen, sehr bunt gemischt. Alt, jung, hipp, reich, Künstler, Studenten. Ich langweilte mich keine Sekunde. Nach einer Weile quatschte mich eine andere Frau an, die ebenfalls wie ich allein an der Theke saß. Wir hatten ein nettes Gespräch. Sie hatte auch Lust mit den Barjungs zu flirten. Also taten wir das. Wir interessierten uns für zwei unterschiedliche Männer. Sehr praktisch. Ich bekam im Laufe des Abends noch zwei weitere Drinks einfach so hingestellt. Da war ich doch mal auf die Rechnung gespannt. Es war eigentlich ein sehr gelungener erster Abend in Kapstadt. Einziges Problem. Mein Handyakku hatte schlapp gemacht. Ich hatte mir gerade noch die Adresse meiner Unterkunft auf einen Zettel gekritzelt, bevor das Telefon entgültig ausging. Die Barkeeper boten mir an es zu laden. Irgendwann so gegen 1 Uhr wurde ich müde und wollte nach Hause. Ich fragte nach der Rechnung und ließ mir mein Handy wieder bringen. Es war nicht geladen. Was mich nicht sehr überrascht hat, da ich schon befürchtet hatte, dass sie kein USB-C Ladekabel da haben würden.

Mein Flirt brachte mir die Rechnung. Erste Überraschung. Es standen nur die Drinks auf der Rechnung, die ich bestellt hatte. Sie hatten mir also wirklich drei Cocktails ausgegeben. Verrückte Sache. Damit hatte ich so gar nicht gerechnet. Ich verdiene doch mehr als er…. Hoffentlich bekommt er keinen Ärger, wenn er einfach so Drinks ausgibt… Macht er das immer? Er kann doch nicht dauernd einsamen Frauen Drinks ausgeben….Was erhofft er sich dafür? Und warum ich? Viele Gedanken schossen durch meinen Kopf. Ich bezahlte und gab wirklich ein riesiges Trinkgeld. Er bot mir an, mir beim Taxiholen zu helfen. Uber ging ja nicht, da mein Handy leer war. Das Angebot nahm ich dankend an. Wir trafen uns draußen vor dem Restaurant wieder. Er heißt Tatenda. Kommt gebürtig aus Simbabwe. Ich gab ihm meine Handynummer. Drinnen hatte er mich nicht danach fragen dürfen. Er besorgte ein Taxi und verhandelte den Preis. Er bot mir an mit zu fahren und sich dann wieder zurück bringen zu lassen. Irgendwie verrückt. Aber ich hatte ein gutes Bauchgefühl. Jedenfalls saßen wir im Taxi. Er wußte, dass ich den ersten Abend in der Stadt war. Er bot mir an, dass er mir am nächsten Tag etwas von seiner Stadt zeigen würde. Das nahm ich dankend an. Wir fuhren nicht auf direktem Wege heim. Er ließ den Taxifahrer zum Signalhill fahren. Das ist die Superromantiknummer. Von dort aus hat man einen wunderbaren Blick über die Stadt. Da gucken die ganzen Pärchen immer den Sonnenuntergang. Ich war also noch keine 5 Stunden in der Stadt und stand kuschelnd mit dem Barkeeper auf dem Signalhill und blickte auf die Lichter Kapstadts. So verrückt. Damit hatte ich so gar nicht gerechnet. Ich hatte nicht vor jemanden so kennenzulernen.

Wir blieben nicht lange. Ich war angeheitert und wollte ins Bett. Er hatte sich in der Arbeit nur eine Pause genommen und musste zurück. Wir fuhren im Taxi zu meiner Unterkunft und ich wurde abgesetzt, bekam noch ein Küsschen und musste noch nicht mal mein Taxi bezahlen. Wir verabredeten uns für den nächsten Tag um etwas Sightseeing zu machen. Das war schon ein sehr verrückter erster Abend als Alleinreisende. Ich hatte mich einfach offen auf Menschen eingelassen. Blieb mir ja allein auch nix anderes übrig. Nach nicht mal fünf Stunden hatte ich jemanden getroffen, der mir seine Stadt zeigt. Das ist so cool.

 

„The Morning-After“ fühlt sich scheiße an

Das ist das Lebenszeichen.

Huch, es ist fünf Wochen her, dass ich gebloggt habe. Ich laufe Gefahr mich zu wiederholen, aber die Zeit rinnt wie verrückt. Drei Wochen davon war ich im Urlaub. Und in den zwei Wochen davor war meine Kollegin in der Arbeit ausgefallen, so dass das die Zeit vor dem Urlaub irgendwie stressiger war als erwartet. Also bin ich nicht mehr zum Schreiben gekommen. Außerdem ist auch nicht so viel passiert. Ich hatte mir kurz vor meiner Abreise noch Orgasmen und Nähe bei Mr. Band abgeholt. So wie wir das nun schon ein paar Mal gemacht haben. Ich genieße immer noch sehr seine Leidenschaft und Wildheit. Weil ich davon ausgegangen bin, dass die drei Wochen in Südafrika keinen Sex beinhalten werden. Zumal ich nur eine Woche davon Urlaub hatte, die anderen zwei waren ein Projekt.

Jetzt sitze ich am Flughafen in Kapstadt. Bin auf Nummer sicher gegangen, aber damit viel zu früh dran. In einer Stunde ist Boarding. Ich habe das Bedürfnis, die Zeit irgendwie noch sinnvoll zu nutzen, also fange ich an zu schreiben. So ereignislos, wie gedacht, war die Zeit in Südafrika dann doch nicht. Keine Ahnung, ob ich die Gedanken schon alle sortiert bekomme.

Ich hatte Sex in der Woche, die ich frei hatte. Sogar mit zwei verschiedenen Männern. Aber nicht alles lief dabei so, wie gedacht. Mit einem der beiden Männer ist das Kondom gerissen. Ich erinnere mich nicht daran, ob ich das vorher schon mal erlebt habe. Es war eines, dass ich mitgebracht hatte. Also kann ich nicht behaupten, dass er ein schlechtes benutzt hat. Neben der Tatsache, dass ich mir Land sehr weit weg von zu Hause zum ersten Mal die „Morning-After“ Pille besorgen musste, bzw er hat das mit mir gemacht, ist mir das auch noch in einem Land passiert, dass für seinen Entwicklungsstand die höchste HIV-Rate überhaupt hat. Joa, mein erster Gedanke war auch, dass es wohl schlauer gewesen wäre mich dort auf nichts einzulassen. Aber das hilft mir nun auch nicht weiter. Ich habe diverseste Statistiken und Wahrscheinlichkeiten gegoogelt um eine Einschätzung zu bekommen. Ich werde in 6 Wochen mich auf alles testen lassen. Mittlerweile ist das soweit zuverlässig. Der Termin steht bereits in meinem Kalender. Ansonsten ist der feste Vorsatz bei aller Ernsthaftigkeit mich nicht verrückt zu machen bis dahin. Ich kann es nicht ändern. Die Pille danach habe ich soweit ohne Nebenwirkungen weggesteckt, auch da wird sich zeigen, ob es glimpflich ausgegangen ist.

Ja, das ist durchaus einer der negativen Momente meines promiskuitiven Lebensstils. Und ja mein Risiko ist durch meinen nicht-monogamen Lebensstil höher, als bei anderen. Selbst gewähltes Schicksal. Deswegen auch kein Jammern. Ich bin mir dessen bewusst.

Die Frage, die nach der ganzen Wahrscheinlichkeitseinschätzung immer auftaucht ist, war es das wenigstens wert? Aber auch die finde ich nicht zulässig, weil ich das vorher ja nicht einschätzen kann. Und es ändert nichts an der Unsicherheit, dem Grübeln und Warten nur weil der Sex entweder gut oder schlecht war.

So sitze ich nur hier am Flughafen auf dem Heimweg und habe ein wenig zwiespältige Gefühle. Ich hatte eine tolle Zeit, eigentlich einen schönen Urlaub. Hab wunderbare Menschen kennengelernt, die Schönheit Südafrikas und werde aber 6 Wochen lang erst mal mit der Unsicherheit über die Konsequenzen leben müssen. Über die Erlebnisse werde ich trotzdem schreiben, wenn ich zu Hause angekommen bin und Muse habe.