Lesen oder ignorieren

Ich habe mein Blog Mitte Juli 2013 von einer anderen Plattform hierher umziehen müssen und beginne nach 100.000 Klicks von vorne. Leider konnte ich all die wunderbaren Kommentare nicht mitnehmen. Die zeitliche Reihenfolge habe ich unverändert gelassen.
Wer anfängt zu lesen und sich interessiert, dem rate ich die Einträge von hinten nach vorne (Beginn Oktober 2012) zu lesen, dann kann man die Zusammenhänge und die Entwicklung nachvollziehen.

Dieses Blog wird geschrieben, weil ich das Bedürfnis hatte meine Erlebnisse mit Anderen zu teilen und weil ich gern schreibe. Es dient der Unterhaltung derer, die sich gerne von meinen Erlebnissen unterhalten lassen möchten.
Jedem Leser steht es frei zu lachen, den Kopf zu schütteln, erschrocken zu sein, mich zu verurteilen, das Blog zu ignorieren, mich kindisch, erbärmlich, lustig, hinterfotzig, mutig, schlampig, notgeil oder interessant zu finden. Gerne kann man mich auch bemitleiden. Genauso darf jeder die Geschichten glauben (was ich doch sehr hoffe, weil ich einfach das aufschreibe, was ich erlebt habe), sie unglaubwürdig oder schlecht geschrieben finden.

Ich hoffe, dass jeder, der es schlecht geschrieben, verwerflich, uninteressant, erbärmlich oder niveaulos findet, seine Lebenszeit für bessere Dinge nutzt, als das hier zu lesen oder sich darüber aufzuregen. Das ist es nämlich überhaupt nicht wert. Yolo baby. Lies es oder lass es.

Ich weiß mein Verhalten und darüber auch noch zu schreiben polarisiert. Ich weiß auch, dass ich über mich lachen werde, ich werde manches bereuen, ich werde mich verfluchen, ich würde vieles wieder tun, würde manches anders machen, werde weinen, jammern, hadern, aber auch mich erfreuen, genießen und großartige Dinge erleben. Ich werde hoffentlich vieles über mich lernen und Neues erleben. Ich will und werde alle Fehler selbst begehen und daraus lernen oder eben nicht. Ich werde mir meine Finger verbrennen und mir von meinen Freunden den Kopf waschen lassen müssen, wenn ich es übertreibe. Aber ich werde es tun.

Manch überraschende Vorliebe kommt ans Licht…

Jetzt wo ich schreibe, ärgere ich mich mal wieder, dass ich so lange gebraucht habe, bis ich die Geschichte aufschreibe. So viele Details oder Gedanken, die ich währenddessen hatte, sind schon verblasst. Das ist sehr schade.

Jedenfalls bin ich nicht gegangen, ich bin geblieben. Die ganze Nacht. Ich hatte dem Kollegen Unauffällig vorher meinen Blog-Link verraten. Das führte dazu, dass er ja wirklich viel über mich wusste und ich wenig über ihn. Also sexuell. Er deutete schon auf der Couch immer an, dass wohl ungewöhnlichere Dinge mag, als ihm die meisten zutrauen würden. Darüber hinaus hatte er auch schon immer mal wieder Affären gehabt. Ich glaube ich hätte ihm schon die Affären nicht zugetraut, wenn ich ehrlich bin. Aber ich stelle immer wieder fest, dass es sich lohnt sich auch mal von Menschen überraschen zu lassen.

Irgendwann knutschten wir. Und juhuuu, er kann küssen. Das ist nicht immer der Fall bei Männern in seinem Alter 🙂 Pluspunkt Eins eingesammelt. Es fügte sich alles, auch weil er deutlich weniger zurückhaltend war als gedacht. Er wusste, dass ich am Anfang meist schüchtern bin, also übernahm er die Initiative. Das war cool. Und auch das hätte ich ihm wohl nicht zugetraut. Dieses Gefühl sollte mich den ganzen Abend begleiten. Irgendwann landeten wir im Bett. Ich glaube ich war noch duschen vorher. Im Bett  fing er gleich an meinen Körper zu erkunden. Yeah, hinlegen und genießen, läuft bei mir. Auch wenn es nicht so ganz einfach war. Wie meistens am Anfang wenn man sich noch nicht so gut kennt. Er hatte mir den Abend über immer mal wieder Komplimente für meinen Körper gemacht, gesagt, dass er mich mag. Eigentlich war es einfach. Und doch komisch, weil er halt noch mal ein Kollege ist. Ich hoffte, dass es in der Arbeit ähnlich unkompliziert mit uns laufen würde, wie mit den beiden anderen Kollegen.

Er leckt gerne. So gerne, wie ich blase. Und er kann es auch. Er leckt aber auch gern weiter hinten, wie ich erstaunt feststellen durfte. Dass das jemand beim ersten Mal gleich macht, ist eher wirklich unüblich. Gut, ich dachte mir, du wirst schon wissen, was du tust, du bist alt genug. Haha, außerdem kann ich in der Arbeit jetzt wohl nie wieder „Leck mich doch am Arsch“ zu ihm sagen… Also nicht ohne hart lachen zu müssen. Er leckte mir einen Orgasmus. Yeah. Ich wollte mich revanchieren. Aber er konnte nicht. Da er nicht damit gerechnet hatte, dass ich an diesem Abend bei ihm vorbei komme, hatte er ein Medikament eingenommen, dass in der Nebenwirkung verhindert, dass er hart bleibt. Er war ihm ziemlich peinlich. Ich fand es Null schlimm. Aber für ihn war es doof. Er wollte na klar seinen Mann stehen. Dazu kam vermutlich noch ein wenig der Leistungsdruck (unnötigerweise) da ich ja deutlich erfahrener war, als er. Ich fand er hat das toll mit einem zweiten Orgasmus, den er mir geleckt und gehandjobbt hat kompensiert. Ich kann nicht klagen. Konnte mich halt nicht revanchieren. Auch kuscheln fühlte sich wirklich easy an mit ihm. Ich schlief ziemlich schnell, sehr entspannt ein.

Morgens wurde ich wach, weil er sich an mich hingekuschelt hatte und am Streicheln war. Schon wieder, siehe da der Kollege Unauffällig war ja unersättlich. Ich unterdrückte mal meinen inneren Morgenmuffel und ließ mich ganz breitwillig auf seinen kleinen Überfall ein. Ich glaube er hatte da noch eine Rechnung offen vom Vorabend. Morgens war es dann kein Problem mehr mit dem Ständer. Ich erinnere mich gar nicht mehr so genau. Schneller als ich schauen konnte, war er schon wieder am Lecken. Schneller als ich schauen konnte hatte ich einen Finger im Hintern. Hupsi. Öhm, ja gut, es ist früh morgens, ich war noch nicht auf der Pipibox. Er wird wissen, was er tut. Lustiger kleiner Fetisch, den der Kollege da so hat. Ich grinste. Sehr unerwartet. Und schlussendlich fickte er mich dann noch. Mit wilden Stößen. So alles im Halbschlaf bei mir irgendwie. Jedenfalls nach einem Orgasmus für mich und einem für ihn konnten wir uns für die Arbeit fertig machen. Ich bekam einen Kaffee ans Bett gebracht. Ich die Super-Eule und er eine morgenaktive Lerche Superkombi… hihi.

Ich nahm ihn mit in die Arbeit. Wir versuchten uns nicht beim gemeinsamen aus dem Auto-Aussteigen sehen lassen. Das war auch echt schräg. Er kam so wie immer und ich war 45 Minuten vor meiner Zeit da. In der Hoffnung, dass meine Kollegin sich nicht wundert, was mich so früh aus dem Bett getrieben hat.

Ich werde in der Büroaffären-Hölle enden – der Dritte.

Ich hinke mit dem Schreiben immer noch ein wenig hinterher. Aber immerhin geht bei meiner Wohnung so langsam was vorwärts. Im Laufe des Novembers will ich meinen Umzug fertig haben.

Jetzt bin ich ein wenig länger als ein Jahr in meinem neuen Job. Ich liebe ihn sehr. Gehe nach wie vor jeden Tag gern in die Arbeit. Was auch viel mit meinen Kollegen und meinem Chef zu tun hat. Jetzt finden gerade Mitarbeitergespräche statt, was mich dazu zwingt über meinen Job nachzudenken. Ich hätte nicht gedacht, dass es bereits nach einem Jahr schon darum geht, wie ich mich weiterentwickeln kann. Eigentlich wollte ich mir über Karriere gar keine Gedanken machen. Aber es bleibt nicht aus, wenn sich vieles bewegt in einer Firma. Hat man eigentlich jemals das Gefühl adäquat bezahlt zu werden? Ich komme mit dem Geld aus. Aber man vergleicht sich automatisch mit den Kollegen. Wahrscheinlich überschätzt man die eigene Leistung dabei und ist irgendwie immer unzufrieden. Lustig, dass es mir auch so geht, obwohl ich dachte es wäre mir egal. Vermutlich muss man nur das Gefühl haben fair bezahlt zu werden. Am Gedanken Karriere zu machen schreckt mir eigentlich nur, dass ich das Gefühl habe, dass sich der Fokus im Leben dann noch mehr auf Arbeit verschiebt. Das wollte ich eigentlich nie.

Zuviel über die Arbeit geschrieben. Aber ist ja nicht so, das meine Arbeitsstelle nicht auch blogrelevantes liefern würde. Kollege Eins hat unsere Affäre, nachdem seine Freundin dahinter gekommen ist auf Eis gelegt. Es gab einen Versuch, dass wir uns kennenlernen, allerdings war ich an dem Abend nicht in der Stadt und konnte ihr Angebot nicht wahrnehmen. Die beiden haben Zuviel anderen Stress im Leben gerade, so dass das keine Relevanz hat. Aber das ist auch okay. Es läuft ja nicht davon. Nachdem ich eine ganze Weile ziemlichen Affärenkummer hatte, geht es jetzt eigentlich wieder. Ich hab mich damit abgefunden, dass zwischen uns nichts mehr läuft. und wir haben es geschafft, dass wir wieder entspannt miteinander umgehen. Wir blödeln immer noch mehr mit einander rum, also so die meisten Kollegen, aber alles im Rahmen. Ich mag ihn als Mensch nach wie vor sehr gerne und bin froh, dass wir das so unkompliziert hinbekommen haben. Mein zweiter Kollege Mr. Gere, mit dem ich ja so manches Mal durch die Clubs gezogen bin, ist mittlerweile in Ruhestand gegangen. Wir haben nach wie vor Kontakt, aber sehen uns halt nicht mehr jeden Tag. Ich glaube wir werden auch in Zukunft immer mal wieder ausgehen, aber irgendwie seltener.

Man sollte meinen zwei Affären in der Arbeit reichen, bzw. eigentlich waren es dann ja Null, weil die eine nicht mehr läuft und der andere Kollege nicht mehr da ist. Dann ergab es sich, dass ich mich intensiver mit einem anderen Kollegen unterhielt. Den fand ich immer schon sympathisch. Ich nenne ihn jetzt mal Mr. Kollege Unauffällig. Ein wenig nerdig. Knapp 20 Jahre älter als ich. Vermutlich der Typ Mann bei dem man gar nicht wirklich über sein Sexleben nachdenkt.

Jedenfalls habe ich an einem Nachmittag ihm mein Leid geklagt, dass ich einsam bin in meiner Stadt. Das war in der harten Phase der Wohnungssuche, da war ich ziemlich überfordert mit dem Gedanken, dass sich nun alles ändert. Ich glaube es hat in damals sehr verwundert aus zwei Gründen: zum einen habe ich ihn relativ weit in mein Seelenleben hineinblicken lassen. Zugeben, dass man einsam ist, kommt nicht so häufig vor. Ich hab mich da für meine Verhältnisse schon echt nackig gemacht. Aber ich habe auch gelernt, dass Menschen zu selten darüber reden, wie es ihnen wirklich geht und sich aber auch nichts ändert, wenn man Dinge nicht auch mal ausspricht. Zum Anderen hätte er mich vermutlich anders eingeschätzt. Dass die immer lustige Kollegin mit der großen Klappe nach der Arbeit auch manchmal einsam ist, das war so nicht zu erwarten.

Ich glaube, das war der Auftakt dazu, dass sich unsere Gespräch von normalen Arbeitsplatzgesprächen wegverlagerten und intimer wurden. Er erzählte mir irgendwann, dass er am Online-Dating macht… und so ergab es sich nach und nach, dass ich ihm irgendwann von meinem Blog und von der Rirarammelseite erzählte. Mit der Einschätzung, dass das Wissen darüber bei ihm gut aufgehoben ist und ich mich keine Sorgen machen muss, dass er es an die große Glocke hängt. Das brachte den Stein ins Rollen. Er war nicht verschreckt. Sondern gefühlt eher froh, dass es da auch in der Arbeit jemanden gab, mit dem man mal darüber einfach offen reden konnte. Damit wusste er natürlich auch von der Affäre mit den beiden anderen Kollegen. Ich sagte dem Kollegen, der noch da ist Bescheid, dass es noch einen Mitwisser gab. Ich fand das fair. Es hilft ja auch nix. Das geht nur nicht in die Hose, wenn man mit offenen Karten spielt und das habe ich getan. Eine Garantie hat man nie. Aber alle Beteiligten wissen worauf sie sich einlassen.

Kollege Unauffällig hatte durchaus in meinem Blog geschmökert und kam am nächsten Tag breitgrinsend ums Eck und fragte durchaus das ein oder andere nach. „Würde ich dich nicht kennen, dann würde ich nicht glauben, dass das alles stimmt, was da im Blog steht“ Ich grinste. Er deutete an, dass auch er deutlich wilder unterwegs ist, als man vermutlich annehmen würde und dass es da so das ein oder andere dunkle Geheimnis geben würde. Spätestens jetzt war mein Interesse geweckt. Menschen, die da ein wenig „Out of the box“ sind, finde ich immer spannend. Er ist aktuell Single, aber hatte durchaus die eine oder andere Affäre gehabt in letzter Zeit. Er nahm auch die meine Nicht-Monogamie positiv zur Kenntnis. Sehr spannend. Wir schrieben zwei Tage per WhatsApp hin und her und tauschten uns über Sex und das Leben aus. Irgendwann schrieb ich, dass ich gerade gar keine Couch habe, auf die ich mich am Feierabend legen könnte. Da lud er mich zu sich nach Hause ein. Ich freute mich. Erst einmal, weil uns beiden jemand zum Quatschen nach der Arbeit gut tun könnte. Gar nicht so sehr weil ich damit rechnete, dass was laufen könnte. Ich schloss es nicht aus, aber es wäre für mich auch sehr okay, wenn uns einfach gut verstehen und es schaffen mehr als Kollegen zu werden, also freundschaftlich. Außerdem hatte ich das Gefühl, dass es schwierig werden würde, dass einer von uns beiden den ersten Schritt unternimmt. Ich bin ja anfangs eh immer zurückhaltend und er eigentlich so gar nicht der Typ der da mal sagt, wo es langgeht.

Irgendwann relativ spät Abends klingelte ich an seiner Tür. Er öffnete mir grinsend die Tür. Das war das erste Mal, dass wir uns im Nicht-Arbeits-Kontext trafen. Er zeigte mir seine Wohnung, relativ groß für einen Single. Aber sie war halbwegs bezahlbar. Er war voll ordentlich, alles strukturiert und aufgeräumt.. Ich fühlte mich wohl bei ihm. Wir chillten uns auf die Couch, kuschelten relativ schnell. Ich würde in der Büroaffären-Hölle landen, wenn ich jetzt auch noch mit einem dritten Kollegen eine Affäre anfange, dachte ich mir.. Noch könnte ich einfach gehen. Aber es war schön bei ihm…

 

Nicht mal die Polizei kann den Orgasmus stoppen…

Mr. Bondage verseilte mich mit Hingabe in dem dunklen Raum des Stundenhotels in Berlin, in dem die Party stattfand. Endlich leerte sich die Matte. Bedauerlicherweise ohne Orgasmus für die Frau. Die drei zogen sich wieder ihre Klamotten an und verließen den Raum. Wir würden nun also Platz auf der Matte nehmen können. Mr. Bondage hatte mir zwischenzeitlich die Augen verbunden. Ich erinnere mich gar nicht mehr genau, wie er mich fesselte. Ich ließ mich weggleiten. Er bugsierte mich auf die Matte. Legte mich auf den Rücken. Er fesselte mir die Beine weit auseinander, an den Oberkörper. Ich erinnere mich an das Offen sein, weit gespreizt, nicht in der Lage daran was ändern zu können. Benutzbar. Es erregte mich sehr. In meinem Kopf eines meiner absoluten Lieblingsszenarien.

„Schade, dass ich noch was höre“, dachte ich mir noch. Denn die Tür ging oft auf und zu. Aber so konnte ich auch hören, dass er ein Spielzeug aus seinem Koffer holte: ich hoffe auf den Stahldildo. Ein Juhu ging mir durch den Kopf, als ich das schwere, kalte Spielzeug auf meinem Bauch spüren konnte. Er hatte es zum Vorwärmen dort abgelegt. Dann drehte er mich auf den Bauch. Das war gar nicht so einfach mit gefesselten Armen und Beinen. Ich lag auf seitlich auf meinem Gesicht. Die gefesselten Armen unter meinem Körper. Ich musste mich ein wenig hin und her bewegen um die Arme in eine halbwegs bequeme Position unter meinem Oberkörper zu bekommen. Mein Hintern ragte durch die zusammen gefesselten Beine in die Höhe. Wenn ich diese Erinnerung aufschreibe, bin ich sofort unglaublich erregt. Da klapperte er mit der Gleitgel-Tube. Gleich würde er mich ficken. Mit diesem geilen Dildo, der so tiefe Orgasmen macht. Keine Ahnung, ob uns jemand dabei zusah. Ich war ganz bei ihm.

Er drückte das dicke Ende des Dildos in meine Öffnung. Ich seufzte. Wie ich ihn dafür liebte, mir diese Fantasie immer mal wieder zu erfüllen. Sonst hatte er den Dildo immer benutzt, wenn ich auf dem Rücken lag. Er tastete sich vor, wie er ihn am besten bewegen, wie er meinem Körper die größte Reaktion entlocken konnte. Erst traf er mit den tiefen Stößen meinen G-Punkt. Irgendwann spürte ich, wie er sich auch an meinen Hintereingang herantastete. Spielte an der Rosette. Hatte kurz Angst, dass es wehtun könnte, aber es war genug Gleitgel im Spiel. Er drang ein, vermutlich mit dem Finger. Aber es hätte auch ein kleiner Plug sein können. Diese doppelten Reize trieben mich auf einen Wahnsinns-Orgasmus zu. Mittendrin konnte ich einem Gespräch auf dem Gang entnehmen, dass wohl die Polizei im Haus war, weil der DJ die Musik zu laut gemacht hatte. Kurz hatte ich das Szenario einer Polizeikontrolle im Kopf, aber verdrängte den Gedanken gleich wieder.

Ich hörte auf zu denken. Er drehte den Dildo Richtung Bauch, womit er dann mit dem Ende das aus dem Körper herausragte den Kitzler noch mitmassierte. Ein langer, lauter, heftiger Orgasmus brach aus mir heraus. Er legte mich auf die Seite und schaute, dass ich okay liegen konnte trotz der Fesselungen um runterzukommen. Um ihn nachwirken zu lassen. Er war mir nahe. Der heftige Orgasmus in der Fesselung hatte mich ausgelaugt. Wäre es nicht im Club gewesen, wäre ich wohl weggepennt. Nach einer Weile kuscheln befreite er mich aus den Seilen. Wir packten die unsere Sachen und zogen uns wieder an. Dann ließen wir den Abend an der Bar ausklingen. 

Von so einem Orgasmus kann ich eine Weile zehren. Er versetze mich in eine gute Grundstimmung. Am nächsten Tag kamen wir noch dem Angebot des hübchen Pärchens vom ersten Abend nach. Sie hatten uns erzählt, dass es untertags in einer schönen Location die Möglichkeit Fesseln zu üben geben. Völliges Berlin-Klischee für mich. Sehr cool. Prenzlauer Berg in einem Hinterhof. Eine wunderbares Atelier mit vielen Hängepunkten. Es waren sechs Paare zum Üben da. In allen Konstellationen. Bondage ist dann mehr Kunst als Sex. Die Menschen sind angezogen. Geben sich einander hin. Aber haben keine Sex. Sie sind sich nahe und erschaffen ein Hängekunstwerk. Mr. Bondage hängte mich auch nochmal auf. Es war nochmal schön. Es brachte meinen Körper aber auch an den Rande dessen was er so kurz nacheinander an Fesselung aushalten kann. Er ließ mich an weniger Punkten hängen als bisher. Unser Fesseln erreichte ein neues Level. Es rundete das Wochenende wunderbar ab. Ich würde noch ein paar Tage meine Ropemarks als Andenken haben. Blaue Flecken auf den Oberschenkeln, Muskelkater. Aber alles im Rahmen.

Ein paar Tage nach dem Wochenende verlieh ihm der Meister den nächsten Meistergrad. So ähnlich wie bei den Kampfsportarten. Es hatte ihm also wirklich gefallen. Das freute mich sehr und gib mir viel Selbstvertrauen einfach zu sein, wie ich bin.

Fallen lassen zwischen den schönen Menschen…

Am nächsten Tag hatten wir Zeit gemeinsam die Stadt anzusehen. Mr. Bondage zeigte mir die Stadt, die er ganz gut kennt. Ich hatte Muskelkater vom Fesseln und ein paar Ropemarks behalten. Aber alles nicht wirklich wild. Aber ich merkte den Abend vorher trotzdem.

Wir verbrachten einen wunderbaren gemeinsamen Tag. Am Abend wollte er auf eine Party. All die einschlägigen Locations, in die er sonst schon mal geht, haben zugemacht oder es findet grade nichts statt. Also suchte er eine private Party aus, in deren Ausschreibung schon was von schönen, stilvollen Menschen erwähnt wurde. In dem Fall weiß ich eigentlich schon immer, dass ich dann keinen Spaß haben werde, weil es mich anstrengt gefühlt nicht dazuzugehören. Alter Komplex. Aber es gab nicht wirklich eine Alternative, zumindest ausgehtechnisch. Ich ließ mich breitschlagen, denn wenn wir schon mal in dieser Stadt sind, dann ist im Hotel sitzen auch gefühlt keine Alternative. Also schmiss ich mich in ein Outfit, das ich in der Kombination noch nie angehabt hatte. Ich hatte immerhin halbwegs ordentlich gepackt und mir ausreichend Klamotten für ein Abendevent eingepackt. Das machte mich flexibel in der Gestaltung meines Outfits. Ich zog unten herum meine Strapse an. Ohne Strümpfe war keine Alternative. Dann meine schwarze Korsage, ein passendes Höschen und drüber meinen durchsichtigen Kimono. Das passte erstaunlich gut zusammen und ich fand, dass es echt ganz cool aussah. Das Outfit gab mir ein gutes Gefühl. Damit war ich trotz der Partyausschreibung erst mal in guter Stimmung.

Die Party fand in einem Stundenhotel statt, das die Veranstalter für die Party gemietet hatten. Wir kamen an der Location an und da standen im Eingang erst mal zwei Männer Typ Chippendales – untenrum Jeans locker auf den Hüften, oben Waschbrett. Uff. Da war ich gleich deutlich weniger optimistisch, dass wir Spaß haben würden auf dieser Party. Wenn da nur so Granaten rumspringen… Oh Mann. Das sah nach wenig echtem Vögeln und viel Performance aus.

Und in der Tat wurde es drinnen nicht besser. Fast ausschließlich schöne Menschen. Immerhin passten wird vom Outfit her gut in die Veranstaltung. Mr. Bondage war mit Anzug und Hut unterwegs. Wir gingen als erste Mal an die Bar und sahen uns das Treiben an. Ich saß auf meinem Stuhl, hatte einen Drink und mir rannen erst mal die Tränen runter. Es nervt mich wenn ich mich fehl am Platz. fühle. Ich wollte nicht heulen. Aber es ging nicht. Ich geriet in einen negativen Gefühlsstrudel und der äußerte sich erst mal in Tränen. Ich hatte eigentlich schon an der Bar die Schnauze voll von der Party, obwohl ich vom Rest noch gar nichts gesehen hatte. Außer ne Mischung aus Chippendales und Stripperinnen. Nach ein paar Minuten ging es wieder, ich wischte mir die Tränen aus dem Gesicht und ich beschloss dem ganzen eine Chance zu geben. Eigentlich würden wir zwei uns ja auch genügen. Von dem Her konnten mir die Anderen ja eigentlich egal sein. Zwischen all den Schönen waren so ein paar wenige Exoten, wir waren zwei davon. Wir stromerten mal durch die Räume. So richtig viel ging nicht ab. Also weniger, als wenn man normalerweise in den Club geht. Die meisten Partygänger werden vermutlich normalerweise halbwegs monogam unterwegs sein. Darüber hinaus waren nur zwei/drei BDSMer auf der Party. Es wurde getanzt, gegessen, getrunken, geil ausgesehen und ein klein wenig gevögelt. Die Partypeople kannten auch die klassischen Swingerregeln nicht wirklich und rissen immer alle Türe auf und laberten rum, während sie neben einer Matte standen. Wirklich schräges Publikum. Aber egal. Irgendwann wollte Mr. Bondage sein Spielköfferchen, das er mitgenommen hatte auch benutzen.

Wir gingen in den ersten Stock. Da gab es drei Zimmer. In allen waren bereits Menschen in irgendeiner Form zugange. Wir entschieden uns für ein Zimmer, in dem eine kurvigere Frau mit zwei Männern auf dem Bett am rummachen war. Wir fragten, ob es okay wäre, wenn wir einfach leise im Zimmer warten und ein nebenbei schon mal ein wenig fesseln dürften. Das war für die Beteiligten Okay. Der Raum war groß genug, dass wir nicht so direkt neben der Matte stehen bleiben mussten, sondern uns in den Hintergrund zurückziehen können. In der ganzen Location gab es keinen Hängepunkt, so dass wir nicht die klassische Fesselung machen konnten, die wir bei den Clubbesuchen vorher immer praktiziert hatten. Es begann mit dem selben Ritual wie immer. Mr. Bondage wechselte vom Anzug auf sein Fesseloutfit. Ich zog im die Hose und das Hemd aus und half ihm in die Fesselklamotten. Das ist immer ein guter Einstieg um mich auf das Fesseln einzulassen. Ich war gespannt, was er vorhatte.

Während wir uns zum Fesseln vorbereiteten, versuchte die Frau auf der Matte zu kommen. Man konnte ihrem Stöhnen entnehmen, dass sie immer mal wieder steigende Erregung hatte, sie aber nicht kommen konnte. Mal kam jemand rein und kommentierte das Geschehen, Zack Erregung wieder weg. Dann ließ jemand die Tür offen und das Gequatsche vom Gang dran in den Raum.  Sie bekam hörbar ihren Kopf nicht aus. Und wurde immer genervter. Das kam mir sehr bekannt vor. Sie versuchte, gefühlt schon sehr verkrampft, unbedingt noch zu ihrem Orgasmus zu kommen. Der Raum war in dunkles rotes Licht getaucht. Ich wollte nicht glotzen und habe eigentlich nie gesehen, was die auf der Matte eigentlich trieben. Aber das Zuhören konnte ich nicht abstellen.

Er legte seine Seile auf den Boden. Es ging los. Das dunkle Licht in dem Raum machte es mir einfach, mich nur aufs Fesseln zu konzentrieren. Als ich das erste Seil auf meiner Haut spürte, durchflutete mich eine wohlige Gänsehaut. Es lässt das Seil um meinen Hals gleiten. Der Einstieg –  ein Spiel mit dem Kopf. Seil am Hals, Gefahr vermitteln. Es verleiht ihm Macht, Vertrauen ist notwendig. Er fesselt mir die Hände vor den Körper. Ein gewohnter Einstieg. Nähe, Körperkontakt, Seile, er führt. Zwischendurch wurde ich aus der Stimmung gerissen, wenn sich auf der Matte das Geschehen wieder einem Höhepunkt näherte. Menschen kamen in den Raum und kommentierten das was sie sahen. Ich war gespannt, wohin er mich führte. Eine kunstvolle Fesselung? Benutzbar für andere? Für seine Befriedigung? Schmerz? Alles denkbar..

 

 

Fesseln beim großen Meister

Ich möchte doch so viel schreiben, es gäbe wirklich viel zu erzählen. Aber ich komme nicht dazu. Arbeit, Umzug… und in der halbfertigen Wohnung habe ich noch keine Muse zum Schreiben. Muss ein wenig Geduld haben, bis ich aus meiner Wohnung ein zu Hause gemacht habe. Aber gestern hab ich mir einen ganzen Schwung Möbel besorgt und aufgebaut. Es geht was vorwärts. Also Geduld mir selbst.

Womit fange ich nun an. Ich war ja in Berlin mit Mr. Bondage. Das war ein sehr besonderes Wochenende für mich, aus mehrerlei Gründen. Für ihn ist Berlin eine wichtige Stadt. Darüber hinaus hatte er dort die Gelegenheit private Bondage-Stunden beim großen Meister aus Japan zu nehmen. Als er diesen vor ein paar Jahren in Japan besucht hatte, hatten wir ziemlich Stress miteinander gehabt, weil er sich dafür entschieden hatte eine andere Frau, die er für besser geeignet hielt mit zu nehmen. Damals war ich richtig verletzt und beleidigt. Aus heutiger Sicht kann ich ihn auch verstehen. Auch dieses Jahr bei einem neuerlichen Trip hatte er eine andere Frau dabei. Aber auch damit habe ich mich arrangiert. Alles gut. Seit wir wieder mehr fesseln und er mir das Gefühl gibt, dass er Spaß dabei hat, kann ich auch damit leben, dass es für bestimmte Gelegenheiten eben das dazu passende Ropebunny braucht. Wenn er auf einer Bühne auftreten will und alle anderen Rigger Modelbunnys aufhängen, kann ich verstehen, dass er dann eben eine passende Frau braucht. Manche Dinge brauchen ein wenig Zeit, bis man mit ihnen umgehen kann. Momentan bin ich sehr entspannt was das Fesseln von anderen angeht. Was auch damit zu tun hat, dass ich merke, dass er mich auch gerne fesselt.

Aber ich war umso überraschter, als er mich kurzfristig fragte, ob ich ihn dort nach Berlin zum großen Meister begleiten und auch mit ihm die Privatstunde machen wolle. Wow, wie cool. Weniger aus dem Grund, dass er die Stunde mit mir machen wollte, sondern mehr weil ich gemerkt habe, wie ihn der Meister geprägt hat, wie sehr er seine Art zu Fesseln verändert hat. Ich freute mich darauf, mir selbst ein Bild von ihm machen zu können. Und Mr. Bondage und ich würden ein ganzes Wochenende mit einander verbringen. Juhu. Ein kleiner feiner Urlaub. Konnte ich gerade sehr brauchen. Für die Seele. Nähe tanken. Raus aus dem Alltag. Zeit zu Fesseln.

Wir sehen uns viel weniger in letzter Zeit, aber wenn wir es tun ist es intensiver. Es fühlt sich nach sehr tiefer, stabiler Liebe an. Ich spüre, dass es ihm ähnlich geht. Wir sind uns einfach so sehr vertraut jetzt nach Jahren. Wir kamen am ersten Abend sehr spät im Hotel an. Ich war total müde und schlief quasi unmittelbar nach Ankunft ein. Noch bevor er Zähne geputzt hatte. Am nächsten Tag war er Arbeiten und ich hatte Zeit für mich. Das war als ich den letzten Blogeintrag geschrieben habe. Am Abend hatten wir die Unterrichtsstunde beim großen Meister. Ich war ein wenig nervös, weil ich mich die letzte Nacht zu Hause ein wenig verlegen hatte und immer nicht genau einschätzen konnte, wie gut mein Körper noch an die Schmerzen durch die Seile gewöhnt war und ich sie aushalten konnte. Wenn man öfter fesselt, dann gewöhnt man sich daran und es macht einem weniger aus. Aber viele Suspensions (Hängebondages) haben wir in letzter Zeit nicht oft gemacht.

Wir waren bei einem jungen Pärchen zu Gast, die ein Dojo in ihrer Wohnung haben. Wir würden dort drei Stunden mit dem großen Meister fesseln. Ich hatte mir bequeme, fesselgeeignete Klamotten eingepackt. Eine schwarze Leggings, irgendein unspektakuläres Shirt. Der Meister selbst öffnete die Tür, da die beiden die uns ihr Dojo überließen gerade noch beim Abfesseln ihrer Stunde waren. Da saßen die beiden Berlin-Klischees. Alternativ, mit Dreads. jung, schön. Sie mit geschlossenen Augen, immer mal wieder Stöhnend. Ich hätte Mr. Bondage gar nicht ansehen brauchen um zu wissen, dass er voll auf sie abfährt. Sie war schlank, trug ein weißen Spitzenbody, eine sehr durchsichtige weiße Leggings. Sie war einfach schön anzusehen mit ihrem perfekten Körper. Die beiden waren beim Fesseln eine schöne Einheit. Da sie aber quasi schon fertig waren, war nicht mehr zu erkennen, auf welchem Niveau die beiden fesseltechnisch so unterwegs waren. Aber ich war dort in der Sicherheit, dass Mr. Bondage den Meister schon ganz gut kennt. Er ein gutes Niveau fesselt. Der Meister wirkte wie ein kauziger älterer Mann. Er beobachtete die beiden aufmerksam beim Fesseln und gab ihnen am Ende ein Feedback. Wir verhielten uns sehr leise solange die beiden noch zu Gange waren. Erst dann begrüßten wir den Meister und die beiden. Man merkte dass der große Meister und Mr. Bondage sich schätzen und schon ein paar Mal getroffen haben. Es herrschte ruhige aber gute Stimmung. Dann ging es los. Ich hatte überhaupt keine Ahnung wie die Stunde ablaufen würde. Aber ich war gewillt mich einfach vertrauensvoll in die Hände von Mr. Bondage zu begeben.

Trotz der Anwesenheit des großen Meisters fesselte er entspannt. Man spürte unsere Nähe. Der Meister saß im Stuhl ein wenig abseits und sah zu und gab manchmal Tipps zu einzelnen Knoten, war aber eigentlich zurückhaltend. Er gab nur die große Richtung vor. Mr. Bondage war konzentriert, aber ließ Nähe beim Fesseln zu. Ich küsste ihn immer mal wieder, wenn er mir die Möglichkeit dazu bot. Er ließ es zu. Unser Fesseln war sicherlich nicht die akrobatisch spannendeste Fesselung ever. Aber man konnte das Vertrauen und die Nähe, die aufrichtigen Gefühle zwischen uns spüren. Wir machten drei Fesselungen. Nur Dinge, die wir noch nie gemacht haben. Es funktionierte. Und ich hatte das Gefühl dem Meister gefiel was er sah. Obwohl er sicherlich schon die schönsten Frauen selbst gefesselt hatte, glaube ich dass ihm die Nähe bei uns gefiel. Er bedankte sich am Ende sogar, dass er uns zusehen durfte. Das war sehr besonders sagte Mr Bondage. Das hat er bisher noch nie getan. Ich freute mich sehr, dass es zeigte, dass es nicht immer darauf ankommt, eine wunderschöne perfekte Frau unter die Decke zu hängen. Sondern, dass auch das Vertrauen schön anzusehen ist. Das machte mich sehr glücklich. Ich hatte immer gehofft, dass genau das passieren würde. Es war wunderbar…

Blogparade „Erniedrige mich – nicht.“

Ich würde so gern mehr schreiben, aber das Leben fühlt sich aktuell immer noch zu vollgestopft an. Ich sitze gerade in Berlin in einem Café beim Frühstück. Mr. Bondage mich mitgenommen. Er hat gerade einen familiären Termin und hat mich hier geparkt. Ich nutze die Gelegenheit um zu Schreiben. Ich bin ja im Rahmen der Blog-Parade mit dem Thema Erniedrigung dran.

Erniedrigung, was bedeutet das für mich in sexueller Hinsicht? Schwieriges Thema. Die schlechte Nachricht für die Blogparade ist, dass Erniedrigung  für mich sexuell so wenig funktioniert, wie das Konzept der Bestrafung. Es macht nichts mit mir. Es erzeugt – wenn überhaupt – Rebellion oder eine Wurschtigkeit.

Wenn man im Bereich BDSM unterwegs ist, dann begegnet einem das Thema sicher irgendwann. Wenn ich jetzt so drüber nachdenke, dann zum ersten Mal, als es darum ging ein Halsband öffentlich zu tragen. Was in meinem Fall in einem sehr desaströsen Abend geendet hatte. Für ihn war das ein zum Spiel anziehen, für mich ein symbolisch riesiger Akt. Auch wenn mir das in dem Moment gar nicht bewusst war. Ich hab mich einfach dagegen gesträubt, mich öffentlich zu meiner Rolle als Sub zu bekennen, mich zu unterwerfen. Ich war noch nicht so weit. Vielleicht geht man als Dom mit diesem Moment ein wenig einfühlsamer um, wenn einem bewusst ist, dass das auch was mit Erniedrigung zu tun hat und nicht nur dazu dient zu zeigen, dass man eine Einheit als Dom und Sub darstellt. Mit viel Reflektieren über selbstbewusstes und selbstbestimmtes Sub-Sein, hat die Erniedrigung im Anlegen des Halsbands die Erniedrigungskomponente verloren. Aber das braucht auch einfach Zeit. Ich tue es immer noch selten, was aber eher mit einem rebellieren gegen „Dinge, die alle tun“ zu tun hat.

Ich hatte auch schon so ein paar Momente auf meiner sexuellen Reise, wo das Thema Erniedrigung aufploppte. Einmal  beispielsweise hatte ich so einen Online-Dom, der mir via Chat Dinge befohlen hat. Ich probier ja immer erst mal alles aus bevor ich es gut oder doof finde. Jedenfalls wollte er, dass ich mir mit einem Lippenstift Schlampe auf den Bauch schreibe und ihm ein Bild davon schicke. (ohne Kopf selbstverständlich, ich bin ja nicht verrückt).

Was habe ich davon mit genommen?

  • Ich probier ganz schon schräges Zeug aus. Manchmal wenn mir das Foto begegnet muss ich sehr grinsen, was ich da so mitgemacht habe.
  • Sich Schlampe auf den Bauch schreiben hätte so aus meinem feministischen Selbstverständnis heraus schon was Erniedrigendes. Aber dazu müsste ich mein Gegenüber an mich heran lassen und mir nicht denken: „Ochja, wenn es dich geil macht, dann mach ich das halt.“
  • Lippenstift geht gar nicht so leicht wieder vom Bauch ab.
  • Dieses Online-Dom-Dings funktioniert null für mich. Ich müsste schon eine emotionale Beziehung zu dem Mann haben, dass das funktioniert. Und ohne ihn dazu mal in real getroffen zu haben, wir das eher schwierig. Es ist nicht unmöglich, aber dann müsste es schon zufällig sehr passen. Ohne Belohnung (Orgasmus oder Nähe) nervt mich das schnell.

Aber auch im richtigen Spiel gab es Momente in denen mir das Thema Erniedrigung begegnet ist. Just gestern beim Fesseln hatte ich einen Moment, wo mir Mr. Bondage in der Suspension bei der fremde Menschen zugesehen haben die Hose über den Hintern runter gezogen hat. Ich hing in den Seilen und dachte mir: „Aha, ein bißchen public disgrace machen wir heute also. Na gut, wenn er meint, er muss es angucken.“ Und dann war es mir wurscht. Ich war gefesselt und konnte offensichtlich für alle eh nix dran ändern. Über Dinge aufregen, die man nicht ändern kann, bringt ja bekanntlich eh nichts, also habe einfach nicht weiter drüber nachgedacht. Also habe ich mich auch nicht erniedrigt gefühlt. Wenn ich dem Menschen mit dem ich spiele vertraue, wenn da emotional was passiert zwischen uns, dann mache ich ziemlich viel mit innerhalb eines Spiels. Manches gefällt mir und turnt mich an, manches gefällt mir nicht, aber turnt ihn an. Das ist beides sehr okay. Eine Situation ist zumindest aus meiner subjektiven Sicht heraus, deshalb nie eine Erniedrigung, weil ich mich nicht erniedrigt fühle. Ich denke mir: „Gut, wenn es dir gefällt, dann mach das halt“, aber nicht „Oh Gott, oh Gott wie schrecklich.“ Als mich Mr. Bondage mal auf einer Party in einer Ecke hat eine Weile alleine knien lassen hat, habe ich mir gedacht, „Na warte, dann nutze ich das halt um zu meditieren“, habe mich auf  meine Atmung konzentriert und den Rest der Veranstaltung komplett ausgeblendet. Erniedrigung funktioniert ja immer nur individuell zwischen zwei Menschen –  im Kopf der Beteiligten.

In einem kinky Umfeld, auf einer Party oder im Club, da kann ich mir gerade nicht viel vorstellen, was ich wirklich erniedrigend finden würde, einfach weil da im Regelfall Menschen sind, die auch einen Fetisch haben und die eh verstehen, dass es ein Spiel ist. Es fallen mir genau zwei Dinge ein die für mich funktionieren würden: Eine Ohrfeige oder ins Gesicht wichsen. Im geschützten Rahmen in der Szene ist mir einfach (mittlerweile) vieles egal, beziehungsweise ist halt dann nicht erniedrigend.

Vielleicht ist dieser Blogeintrag gar nicht wert veröffentlich zu werden, weil er eigentlich überhaupt keinen sinnvollen Beitrag zum Thema Erniedrigung leistet. Das ist einfach der spontane erste Erguss, der mir eingefallen ist. Vielleicht ergibt sich eine Diskussion aus der heraus sich meine Sichtweise noch verändert. Ich habe ehrlicherweise bisher nicht sehr viel über das Thema nachgedacht. Vielleicht ist Erniedrigung auch deutlich öfter Teil auch meines Sexuallebens, als mir im Moment bewusst ist.

Die anderen Teilnehmer der Blogparade

 Margaux Navara – 02. Oktober

Tanja Russ Tanja Russ – 05. Oktober

Ein Keks packt aus Ein Keks packt aus – 16. Oktober

Taras Ropes Taras Ropes – 19. Oktober

Herzinfucked Herzinfucked – 23. Oktober

My life in fur My life in fur – 26. Oktober

Training of O Training of O – 30. Oktober

Erdbeer-Sex – was ein doofer Ausdruck

Gerade bevor ich auf veröffentlichen klicke fällt mir auf, dass das der 500. Blog-Eintrag werden wird. Wow, das ist mal eine Zahl. Soviel habe ich also geschrieben in den letzten Jahren. Nachdem konsequent Dinge tun nicht mein Fachgebiet ist, ist es umso erstaunlicher, dass ich es geschafft habe bis zu dieser Zahl zu schreiben. 500 mal ein Schwank aus meinem Sexleben. Mal lustig, mal traurig, mal doof, mal peinlich, mit Orgasmus oder ohne. Mit Liebeskummer, mal ohne einen weiteren Gedanken zu verschwenden… Da werd ich mir doch mal einen kleinen Gin-Tonic aufmachen heute Abend auf das Jubiläum.

September – Urlaubszeit vorbei. Kein Ehrenamtspause mehr. – Und schon sind wieder zwei Wochen seit dem letzten Blogeintrag vergangen. Ich war zwar immerhin noch eine Woche davon auf Reisen, aber ich merke, dass die zeitlichen Ressourcen wieder ganz andere sind, als noch im August, wo ich wirklich viel geschrieben habe.

Aber immerhin kann ich verkünden, dass sich in dem Bereich, der mir am Meisten auf das Gemüt geschlagen hat, doch sehr plötzlich was getan hat. Ich bekomme morgen die Schlüssel zu meiner neuen Wohnung. Juhuuu… Plötzlich ging es dann superschnell. Natürlich über jemand, der jemanden kennt… Anders ist wohl nicht an eine Wohnung zu kommen. Die Wohnung liegt gut in der Stadt. Neues Viertel. Bringt mich ein gutes Stück weg von meinem bisherigen Leben. Raus aus meiner Komfortzone, was in meinem Kopf ein wenig gebraucht hat. Mit kleinen Ängsten und riesiger Vorfreude werde ich morgen Abend eine Luma in die Wohnung legen und einfach eine Nacht in der leeren Bude verbringen.

Ein neuer Abschnitt beginnt. Alte Zöpfe werden nun endlich abgeschnitten. Die Bande zum Ex gekappt. Mein eigenes 34 Quadratmeter großes Reich. An der Schmerzgrenze dessen was ich ausgeben wollte. Das macht mich ein wenig nervös. In der Hoffnung, dass ich mit meinem Geld auskommen werde. Es wird auch nicht das Reich für immer sein. Meine 1-Zimmer-Zwischenstation um ganz zu mir zu kommen. Ein neues Viertel gilt es zu erobern. Als mir beim Suchen gewusst geworden ist, dass ich nicht in dem Viertel bleiben können werde, in dem ich jetzt wohne, da ist ganz schon viel hochgekommen. Einen Nachmittag habe ich mal meinem Chef die Ohren vollgeheult, weil es sich gerade so ergeben hat, dass ich in dieser Stadt aus der ich nicht weg will einsam bin. Keinen dauerhaften Anschluss habe. Mal sehen, ob es mir gelingt, das noch zu ändern. Ansonsten muss ich mich halt ins Auto setzen und zu meinen Freunden fahren.

Aber es ist die Chance mein Leben aufzuräumen und wirklich zu entrümpeln. Ich werde einfach viel alten Kram wegschmeißen. Materielles reduzieren. Mir eine kleine, aber feine Wohlfühloase schaffen. Mit einer Ecke in der ich gut schreiben kann. Und bin sehr gespannt wie es wird, wenn ich zum ersten Mal seit Jahren einen Mann mit nach Hause nehmen kann 🙂 Jetzt habe ich keinen Druck mit dem Umziehen. Werde denke ich im Laufe des Oktobers meine Sache in die neue Wohnung packen.

Nach geraumer Zeit ist Mr. Anwalt wieder in meinem Leben aufgetaucht. Wobei mir auffällt, dass ich außer über das erste Treffen nie über ihn gebloggt habe. Ich weiß eigentlich gar nicht warum. Das war mehr Zufall. Ich glaube immer wenn wir ein Date hatten, war ich die Tage danach so eingespannt, dass ich nicht dazugekommen bin es aufzuschreiben. Wir hatten uns Mitte letzten Jahres in einem Biergarten getroffen und uns gut unterhalten. Sportlicher, gutaussehender, schlauer Mann, der gerade dabei war sich von seiner Frau zu trennen. Der mir am Ende des Dates einen unvergesslichen, schmetterlingsgefluteten unerwarteten, leidenschaftlichen, perfekten Kuss gegeben hat. Wenn an diesen Moment denken, der mehr als ein Jahr her ist, dann spüre ich immernoch ein wohliges Ziehen in meinem Bauch. Er hat mich in dem Kuss spüren lassen, dass er mit jeder Faser seines Körpers Lust auf mich hat. Manchmal passieren so Momente. Umso schräger, dass ich nie über unseren Sex geschrieben habe. Aber mutmaßlich hat der Kuss die Messlatte so hoch gehängt, dass der Sex bei dem man sich erst an den anderen rantasten muss, dass nicht ganz halten konnte. Nicht falsch verstehen, wir hatten guten Sex. Aber man muss sich manchmal auf einander einspielen.

Wir hatten glaube ich zwei mal Sex im letzten Jahr. Dann war unser Kontakt etwas rar, was damit zu tun hatte, dass er im Leben wichtigeres zu tun hatte als eine Affäre mit mir. Ehe retten oder trennen. Ich gehe davon aus, dass ihn das beschäftigt hat. Als er sich so halbwegs in seinem neuen Leben eingerichtet hatte, begann sich unserer Kontakt wieder zu intensivieren. Wir schrieben wieder mehr hin und her. Aber bis zum nächsten Treffen, dauerte es ein wenig. Mal war er im Urlaub, oder ich hatte keine Zeit. Vor meinem Urlaub fühlte ich mich einsam, hatte meine Tage und wollte eigentlich nur in den Arm genommen werden. Ich schrieb ihn an. Er antwortet und fragte, ob ich wirklich nur kuscheln wolle. Ich schrieb, dass ich auf alles Lust habe, wovon ihn meine Tage nicht abhalten würden. Er schrieb, dass er aktuell nur ein ganz kleines Bett hat und ich die Kondome mitbringen soll.

Dann stand ich vor seiner Tür. Trotzdem wir uns Monate nicht gesehen hatten, war es einfacher dieses Mal, vertrauter. Ich ging schnell duschen. Für den Kopf. Hatte meine Tage, aber zum Glück nicht allzu wild. Und er wußte worauf er sich einließ. Hatte auf dem Weg zu ihm die vermutlich teuersten Kondome meines Lebens an einer Tanke gekauft. Drei knallbunte Billy Boys für 5 Euro. Oh Mann. Der Verkäufer hatte mir dann beim Gehen natürlich noch viel Spaß gewünscht. Werd ich haben, dachte ich mir.

Wie gern ich seinen Körper doch anfasse. Er macht mich einfach an. Wildes Knutschen streicheln, knabbern. Es war freier als bei den ersten Malen. Ich bestand darauf ein Handtuch unterzulegen. Wollte die weiße Bettwäsche nicht ruinieren. Dann tat er erstaunliches. Er war drauf und dran mich Lecken zu wollen. Ähh.. wie jetzt. Aber ich … also blute doch. öh.. Hilfe… Mein Kopf legte los. Andererseits wußte er ja, woran er war. Ich hatte es gesagt, wir haben das Handtuch untergelegt. Er ist ja schon groß und wird wissen was er tut, schlug der Kopf nun vor. Na,dann lasse ich ihn mal machen. Ich verdrängte alle Gedanken an meine Periode und ließ mich in den Gedanken hineinfallen, dass er schon nur Dinge tun würde, auf die er Lust hat. O Gott wie geil er lecken kann. Hatte ich das verdrängt oder hatten wir das so noch gar nicht gehabt? Keine Ahnung. Aber er hatte das definitiv drauf. Er wußte genau wie es geht. Langsam, steigernd. Lecken und Fingern. Wie großartig, wenn Männer wissen, wie sie lecken müssen. Ein großartiger Orgasmus war mein Preis.

Und ich revanchierte mich mit Blasen. Allerdings musste ich mich sehr zurückhalten, dass er nicht gleich kommt. Er wollte noch nicht kommen. Er zog sich eines der lustig bunten Gummis an und ich streckte ihm meinen Hintern entgegen. Ich glaube er kam unmittelbar, nachdem er in mich eingedrungen war mit dem Hinweise: „Oh Gott Remi, dein Arsch macht mich so an.“ So gut. Wir hatten beiden guten „Erdbeer-Sex“ gehabt. Auch wenn ich den Ausdruck nicht mag. Wir beömmelten uns darüber dass manche Frauen das Erdbeer-Woche nennen. Naja. Ich fuhr nach Hause, denn sein Bett war eindeutig zu klein für zwei Menschen.

„Unser letztes Date verlangt nach einer baldigen Wiederholung. Dich von hinten zu ficken ist so unglaublich erregend, weil mich der Blick auf deinen Hintern so scharf macht. Ich will mehr davon, Remi. Du machst mich an.“

Diese Nachricht schrieb er mir danach. Da war es wieder das Ziehen im Bauch. Oh ja sowas von mehr davon….

 

 

SMBlogger-Fragerunde

Ich werde nach einer ganzen Weile mal wieder an einer Blogparade teilnehmen. Das Thema wird Erniedrigung sein und ich hirne schon, was ich dazu wohl beitragen könnte.

Es beginnt damit, dass alle Teilnehmer eine Fragerunde beantworten. Die Links zu den anderen Blogs findet ihr unten.

 

1. Charakterisiere dein Lebensgefühl mit einem Satz.

laugh, love, live and fuck

 

2. Würdest du eher auf Sex oder auf Humor verzichten?

Eher auf Sex. Ich glaube ohne Humor wäre mir das zu anstrengend. Ich will lachen im Bett, wenn was schief geht. Ohne gemeinsames Lachen, kein Sex.

 

3. Welche Zweifel hast du beim Schreiben deines Blogs?

Werde ich den beteiligten Menschen auch gerecht, ohne sie zu sehr zu erkennen zu geben. Sie zu charakaterisieren, ohne sie zu verraten. Manchmal gar nicht so einfach.

 

4. Gäbe es für dich einen Grund mit dem Schreiben oder Bloggen aufzuhören?

Wenn mein Blog Leid verursacht. Als die Partnerin meines Arbeitskollegen erkannt hat, dass wir eine Affäre haben und zwar weil sie mein Blog gelesen hat, da habe ich darüber nachgedacht, ob ich nicht aufhören soll zu schreiben.

 

5. Ein Gedankenspiel: Stell dir vor du müsstest entscheiden: a) Entweder auf alle deine Fotos verzichten oder b) all dein Geld und die Ersparnisse aufgeben? Wählst du a) oder b) und warum?

Geld war mir noch nie besonders wichtig. Ersparnisse habe ich keine. Das wäre quasi kein Unterschied zu jetzt, also könnte ich sehr leicht auch darauf verzichten.

 

6. Marmelade oder Nutella?

Marmelade von Oma

 

7. Was ist dein Rezept gegen Schreibblockaden?

Vögeln. Die Frage ist bei mir eher, ob ich die Zeit habe zu schreiben. Dadurch, dass ich meine Geschichten nicht erfinde, sondern nur wiedergebe, habe ich quasi keine Schreibblockaden. Meistens eher keine Zeit, die Erlebnisse zeitnah aufzuschreiben und dann verblasst die Erinnerung an die Details oft etwas. Wenn ich keinen Sex habe, gibt es quasi nichts zu erzählen. Also vögeln gegen Schreibblockaden…

 

8. Versuchst du in deinen Posts für Leser zu schreiben oder eher für dich?

Immer nur für mich. Es ist mein öffentliches Tagebuch. Es ist Teil meiner Reflexion. Da manche der Beteiligten mitlesen, versuche ich völlig auszublenden, dass sie das tun. So wie ich es Freundinnen erzählen würde, so schreibe ich.

 

9. Wenn du der Welt etwas zurufen könntest, was würde das sein?

„Deine Gewalt ist nur ein stummer Schrei nach Liebe.“ Gebt euch Nähe.

 

10. Bist du bei Strafen eher für Paddel, Gerte und Peitsche zu begeistern oder Hand und Gürtel?

Ich finde das Konzept bestraft zu werden überhaupt nicht logisch. Zumal bestraft werden ja eine Blohnung stellt für die meisten darstellt. Dann lieber gleich mit Schlägen belohnt werden.

 

11. Gehst Du noch einer geregelten Tätigkeit nach?

Einer? 🙂 Hauptjob plus zwei Nebenjobs… plus Engagment… manchmal erstaunlich, dass ich Zeit für Dates finde.. und zum Schreiben danach. Es wird sich aber was ändern in nächster Zeit. Ich mag mir mein Leben ein bißchen weniger vollstopfen.

 

12. Kannst Du vom Bloggen leben?

Ich habe noch nie auch nur einen Euro Geld damit verdient. Bis auf ein paar Spenden für den WordPress Jahresbeitrag die ich mal genommen habe, habe ich sehr bewußt noch nie einen Euro genommen.

 

13. Würdest Du gerne vom Bloggen leben?

Wenn mir ein schlüssiges Konzept dazu eingefallen wären, dann hätte ich das vermutlich in Erwägung gezogen. Am ehesten schiele ich immernoch auf die Idee ein Buch daraus zu machen. Was allerdings nicht einfacher wird, weil ich jetzt dann viel Geld für Miete ausgeben und wenig Spielraum haben werde in naher Zukunft. Falls jemand ne zündende Idee hat…. Her damit.

 

Der Rest der Bande 🙂

Tomasz Bordemé

Training of O

Taras Ropes

Mein Leben im Pelz

Margaux Navara

Ein Keks packt aus

Therapeutisches Ficken

Die kurze Nacht hat ein paar Müdigkeitsspuren hinterlassen. Das rächt sich jetzt gerade ein wenig, da ich eine Sitzung habe und danach noch ein gutes Stück Autofahren muss. Da ich bei der Sitzung nur zuhören muss, nutze ich die Zeit in paar Zeilen zu schreiben. Muss nur aufpassen, dass niemand auf den Bildschirm linst. (Ich habe es nicht geschafft während der Sitzung den Artikel fertig zu schreiben.) Mittlerweile sind nochmal zwei Tage vergangen.

Noch keine News an der Wohnungsfront. Markt ist schwierig. Die Suche zieht mir viel Energie. Aber nächste Woche könnte sich was tun. Und eine Option hat sich quasi zerschlagen. Mal sehen, was passiert

Was mir gut tut sind die Ausgeh-Abende mit dem älteren Kollegen. Wir haben das jetzt mehrere Wochen nacheinander immer gemeinsam gemacht. Diese Woche nicht, weil ich an dem Abend einen Termin hatte. Aber letzte Woche. Den Eintrag bin ich noch schuldig.

Wir waren auch dieses Mal wieder im Pornokino unterwegs. Ich mag das ja schon einfach deswegen so gerne, weil ich es genieße dort an der Bar zu sitzen und über das Leben und Sex zu reden. Es war relativ wenig los, da die meisten beim Fußball schauen waren. Aber das war sehr okay. Wir gesellten uns an der Bar zu Chefin und ließen uns ein paar Insider-Geschichten erzählen. Ich hatte mir auch dieses Mal kein Cluboutfit angezogen. Hatte es aber dabei. Mr. Gere-Kollege fragte mich nach einer Weile, ob ich mich denn nicht in Schale schmeißen wollte. Na, wenn er sich das wünscht, weil es ihm gefällt, dann mache ich das doch.

Also zog ich mich um. Er kam zu und sah mir dabei zu. Es war süß. Und machte mich ein wenig nervös. Ich schminkte mich auch. Und ja, ich fühlte mich gleich um Längen sexier in meinem Kleidchen, als in meinem normalen Outfit. Außerdem zeigte es mir, dass er Lust auf mich hatte.

Wir gingen irgendwann in einen der beiden Spielräume im Keller. Die Details des Abends sind in meiner Erinnerung schon etwas verschwommen. Ich schreibe, die Momente die mir im Gedächtnis geblieben sind. Wir waren jedenfalls in dem Spielzimmer und knutschten. Es waren gleich noch drei oder vier Männer hinterher gekommen. Ich habe sie mir aber überhaupt nicht angesehen. Mr. Gere saß auf der Liege an die Wand gelehnt. Ich stand vor ihm und beugte mich über seinen Schwanz. Ich konzentrierte mich völlig aufs Blasen. Ich spürte mehrere Hände die vorsichtig meinen Körper erkundeten. Ich wusste, dass Mr. Gere ein Auge auf sie haben würde. Er hatte mich auch gefragt, ob es okay war, wenn die Herren mit in das Zimmer kamen. Für mich war es okay. Ich mag es ja, wenn ich noch ein paar Hände auf mir spüre. Manchmal weiß ich nicht, ob es für ihn okay ist oder ihn eher stört. Aber da er eh ein Gentleman der alten Schule ist, mutmaße ich dass es ihm wichtig ist, dass ich Spaß habe.

Jedenfalls blies ich ihn, während die drei Männer hinter mir anfingen mich mit ihren Händen zu erkunden. Sie waren vorsichtig. Ich hatte das Gefühl, sie genossen es einfach eine Frau anfassen zu können.

Der Kollege ließ sich blasen und passte zeitgleich auf mich auf. Ein der Männer wollte mich ficken. Der Kollege fragte, ob er ein Gummi dabei hatte und guckte mit einem Blick, dass er es auch angezogen hatte. Ich ließ die Herren einfach machen und konzentrierte mich auf den Schwanz des Kollegen. Dann spürte ich den Mann hinter mir. Er brachte sich in Position. Dann drang er in mich ein. Ich blies den Kollegen weiter. Versuchte es zumindest. Denn mit den Stoßbewegungen von hinten war das gar nicht so leicht. Er hielt mich an den Schultern fest, damit er besser zustoßen konnte. Damit zog er mich aber immer wieder vom Blasen weg. Ich blies also in Stößen. Was sich vermutlich schräg angefühlt hat. Aber der Mann der mich fickte, wurde ziemlich schnell ziemlich erregt. Hörbar. Ich musste breit grinsen während er mich nahm. Dann stieß er noch ein paar Mal zu und schon kam er. Ich kommentierte noch mit „Huch, das war ja einfach“ Er zog sich zurück und bedankte sich und zog glücklich von Dannen. Ich hab keine Ahnung, wie er aussah, denn ich hatte mich nicht umgedreht.

Der Kollege hatte irgendwann genug vom Blasen, ich glaube er konnte in der Position nicht kommen, oder wollte noch nicht kommen. Da stieg ich nicht ganz dahinter. Also hörten wir auf. Als ich mich aufrichtete, standen noch drei Männer mit hoffnungsvollem Blick und ihrem Schwanz in der Hand vor mir. Ich überlegte, ob ich Lust auf einen weiteren Blowjob hatte. Der Kollege ging sich frisch machen und ich fand mich umringt von drei Männer wieder. Aber alles okay. Der Kollege hatte noch gefragt, ob für mich alles passt. Ich besorgte es zwei Herren noch mit der Hand. Es fühlte sich sehr therapeutisch an. Sie dürsteten förmlich danach angefasst zu werden. Angeheizt von den Pornobildern und mutmaßlich eher deutlich unter als übervögelt, hatte ich das Gefühl, ein gutes Werk zu tun. Sie kamen und sauten mir die Beine voll. Dann zog ich meine Sachen an und ging erstmal duschen. Mit einem Gefühl zwischen dreckig, weil ich mir gerade von Wildfremden aufs Knie wichsen lassen habe und ach, warum eigentlich nicht, cool, dass ich das einfach tun kann, weil ich gerade Lust dazu hatte. Ein ambivalentes Gefühl hinterlässt das Pornokino manchmal.

Gemeinsam weniger einsam

Die Nächte werden kühler, ein wenig herbstlich. Wolldecke und Tee habe ich schon wieder rausgekramt. Mein Nähebedürfnis wird auch gerade wieder größer. Die Gelegenheiten zum Nähe tanken sind aber aktuell eher rar gesät.

Gestern Abend rief mich zu meiner Überraschung relativ spät Mr. Montage an. Damit hatte ich ja schon gar nicht mehr gerechnet, da unser Kontakt doch sehr wenig geworden war. Er wollte reden. Hat immernoch Gefühlschaos in seinem Kopf. Zu dem ich vermutlich nur einen klitzekleinen Anteil beitrage. Er sagte, dass er schon ein paar Mal darüber nachgedacht hat sich zu melden, mich aber nicht als Trostpflaster benutzen wolle. Das fand ich gar nicht so wild. Trostpflaster sein. Ich sagte, dass sei schon okay für mich. Nachdem ich weiß woran ich bin, kann ich ganz gut damit leben. Und wenn zwei Menschen dafür sorgen, dass sie sich gemeinsam ein wenig weniger einsam fühlen, dann ist das doch ganz okay.

Wir telefonierten fast zwei Stunden. Er redete, ich hörte zu. Meistens jedenfalls. Auch gebraucht werden, ist mal ganz okay. Neben seiner sonstigen Gefühlswelt lies er auch durchblicken, dass er das mit uns nicht einschätzen kann. Ich glaube er hat ein wenig Angst, dass ich mich in ihn verknalle und er das nicht erwidern kann. Er hat wohl Lust auf das mit uns, auf das unverbindliche, muss ich sich aber mit dem Konzept erst anfreunden.

Während des Gesprächs hatte er eine Flasche Rotwein getrunken. Durch seinen Liebeskummer, den er hat, hat er die Nächte vorher nicht wirklich gut geschlafen. Ich entgegnete lachend, dass es nur daran liegt, dass er kein lebendiges Kuschelmonster in seinem Bett habe. Als ich bei ihm war hat er eigentlich durchgeschlafen. Gegen schon ziemlich spät und in ein wenig angetrunken erzählte er mir, dass er gerade mit einem Ständer im Bett liegen würde. Aha. Und ob ich nicht vorbeikommen würde. Ahaaaa.

Ich dachte nach: 35 Minuten Fahrzeit zu ihm, ich wäre kurz nach Mitternacht da. Sein Wecker wird gegen 6:30 klingeln. Ich hatte am nächsten Tag frei, könnte ein wenig länger schlafen als sonst. Wir würden vermutlich nach einer halben Stunde einschlafen…

Aber PMS gebeutelt hatte ich mich den ganzen Abend saueinsam gefühlt. Fahre ich zu einem gut angetrunken Mann, nur um vermutlich 30 Minuten später eingekuschelt einzuschlafen?

Ja. Verrückt, aber ja.

Ich hab es gemacht. War kurz nach Mitternacht bei ihm. Er hatte die halbe Stunde, die ich Fahrtweg hatte schon geschlafen. Ich kam an, ging eigentlich direkt ins Bad um mich Bettfertig zu machen und kletterte dann zu ihm ins Bett. Der Moment, als ich unter seine Decke kletterte, seinen warmen Körper spürte, in den Arm genommen und festgehalten wurde. Der war es sowas von wert. Ich spürte wie mein Körper die Nähe aufsaugte. Wie Glückshormone durch meine Blutbahn strömen. Er hielt mich fest, kraulte mich am Kopf und Nacken. Dieses Auftanken geht nicht bei vielen. Es geht bei ihm, bei Mr. Bondage, bei Mr. Sunshine und bei meinen Kollegen. Bei allen weiß ich, dass sie mich mögen, wie ich bin. Und ich mag sie einfach. Und dann geht das.

Wie gut das tut. Vermutlich ist das auch echt ein irrer chemischer Prozess, der da in Gang gerät. Aber schon ein paar Minuten mit meinem Kopf an seine Brust gekuschelt sorgten für einen krassen Stressabbau in meinem Körper. Ich sagte ihm, dass ich meine Tage hatte und er deswegen nicht so an mir rumgrabbeln kann, wie ich an ihm. Er zog sich aus, ich zog mein Schlafshirt aus, behielt aber meine Hose an. Noch mehr Körperwärme, die er abgab. Ich spürte ein fordernde, hatte Latte gegen mein Becken drücken. Ich rutschte an ihm runter und blies sie hingebungsvoll. Der Rotwein den er getrunken hatte sorgte dafür, dass er leichter genießen konnte. Er ließ mich machen. Ich mochte das. Irgendwann als er schon sehr erregt war, nahm er meinen Kopf in seinen Hände und fickte mich in den Mund bis er kam. Es war schön. Ich genoss seine Erregung. Ich machte eine kurze technische Pause im Bad, kam zurück und kuschelte mich an ihn hin. Er löffelte mich und wir schliefen ein. So schön. Das passiert mir wirklich selten. Vor Allem ohne T-Shirt kann ich eigentlich nie schlafen, weil ich immer kalte Schultern bekomme. Später in der Nacht wachte ich auf. Wir lagen immer noch eingekuschelt da. Ich zog mein T-Shirt an.

Es war vermutlich wirklich nicht mehr als eine halbe Stunde. Aber die hat mir so gut getan. Ich glaube er hat es auch genossen, jemand um sich zu haben und nicht allein seiner Wohnung zu sitzen. Gemeinsam ein bißchen weniger einsam.