Lesen oder ignorieren

Ich habe mein Blog Mitte Juli 2013 von einer anderen Plattform hierher umziehen müssen und beginne nach 100.000 Klicks von vorne. Leider konnte ich all die wunderbaren Kommentare nicht mitnehmen. Die zeitliche Reihenfolge habe ich unverändert gelassen.
Wer anfängt zu lesen und sich interessiert, dem rate ich die Einträge von hinten nach vorne (Beginn Oktober 2012) zu lesen, dann kann man die Zusammenhänge und die Entwicklung nachvollziehen.

Dieses Blog wird geschrieben, weil ich das Bedürfnis hatte meine Erlebnisse mit Anderen zu teilen und weil ich gern schreibe. Es dient der Unterhaltung derer, die sich gerne von meinen Erlebnissen unterhalten lassen möchten.
Jedem Leser steht es frei zu lachen, den Kopf zu schütteln, erschrocken zu sein, mich zu verurteilen, das Blog zu ignorieren, mich kindisch, erbärmlich, lustig, hinterfotzig, mutig, schlampig, notgeil oder interessant zu finden. Gerne kann man mich auch bemitleiden. Genauso darf jeder die Geschichten glauben (was ich doch sehr hoffe, weil ich einfach das aufschreibe, was ich erlebt habe), sie unglaubwürdig oder schlecht geschrieben finden.

Ich hoffe, dass jeder, der es schlecht geschrieben, verwerflich, uninteressant, erbärmlich oder niveaulos findet, seine Lebenszeit für bessere Dinge nutzt, als das hier zu lesen oder sich darüber aufzuregen. Das ist es nämlich überhaupt nicht wert. Yolo baby. Lies es oder lass es.

Ich weiß mein Verhalten und darüber auch noch zu schreiben polarisiert. Ich weiß auch, dass ich über mich lachen werde, ich werde manches bereuen, ich werde mich verfluchen, ich würde vieles wieder tun, würde manches anders machen, werde weinen, jammern, hadern, aber auch mich erfreuen, genießen und großartige Dinge erleben. Ich werde hoffentlich vieles über mich lernen und Neues erleben. Ich will und werde alle Fehler selbst begehen und daraus lernen oder eben nicht. Ich werde mir meine Finger verbrennen und mir von meinen Freunden den Kopf waschen lassen müssen, wenn ich es übertreibe. Aber ich werde es tun.

Der Barkeeper und ich…

Motel One Bar – kristallisiert sich zu meinem Lieblingsschreibeort heraus.

Seit dem geplatzten Gummi sind die ersten zwei Wochen nun schon vorbei. Also muss ich nur noch vier Wochen warten, bis ich mich testen lassen kann. Das Ganze ist durchaus mehr in meinem Hinterkopf präsent, als ich gerne hätte. Es legt über meine Reise doch so einen kleinen Schatten, erst mal.

Viele Gedanken, ich würde so gerne viel schreiben. Aber die knapp drei Wochen reisen, rächen sich insofern, dass die erste Woche wieder zu Hause krass vollgestopft war und ich einfach keine Zeit zum Schreiben hatte.

Weihnachtskilos waren weg, jetzt habe ich im Urlaub wieder zugenommen. Sehr frustig. Mal wieder eine neues Höchstgewicht. Es geht dann immer mal wieder runter um dann noch eine Schippe draufzulegen. Klassisches Jojo halt. Ohne eine eklatante Änderung in meinem Leben, die Wohnsituation und zeitliche Belastungen beinhaltet, werde ich daran auch nichts ändern können. Aber warum schreibe ich das? Ich hatte kurz überlegt, statt zu Schreiben in einen Club zu gehen, aber ich mag mich gerade selbst nicht. Das ist eine eher schlechte Voraussetzung, um sich auf Menschen einzulassen. Lieber mich mit Menschen umgeben, die ich schon kenne, die mich einfach hinnehmen oder mögen wie ich bin. Laune ist gerade mehr so kuscheln und einigeln, als ficken.

Ich schulde euch zwei aktuelle Themen: Zum einen noch den Artikel über die Reise, zum anderen hab ich gleich nach meiner Rückkehr mit Mr. Bondage einen Kink-Workshop besucht, der sehr spannend war und einen Artikel verdient. Worüber schreibe ich jetzt also zuerst? Immer diese harten Entscheidungen bei AperolSprizz.

Ich versuche mich in meinen ersten Abend in Kapstadt zurück zu versetzen. Die Urlaubsgefühle wieder zu erwecken. Ich bin also ganz alleine nach Kapstadt geflogen. Hatte mir eine Unterkunft gebucht, aber sonst noch überhaupt keine Pläne gemacht. Ich kam am an frühen Abend in der Wohnung an. Meine Gastgeberin verstand ihren Job und hatte mir eine ganze Liste an Empfehlungen für Restaurants aufgeschrieben. Ich war hungrig und musste zwangsläufig nochmal los. Und wollte auch los. Es wäre ja auch einfach zu schade Zeit in einer Wohnung abzusitzen, wenn man in einer der wunderbarsten Städte der Welt ist. Ich ging die Liste durch und entschied mich für eine Bar. Bestellte mir ein Uber und ließ mich dort hinfahren. Sobald es dunkel ist, bewegen sich weiße Menschen eigentlich nicht mehr anders fort, als mit Uber. Für deutsche Maßstäbe sind die Preise für Uber auch wirklich günstig. Und es ist sicher. Voll gute Erfindung für dort. Ich hatte mich für eine Bar entschieden. Ziemlich cooler Schuppen. Wahrscheinlich hätte ich mich in meiner Heimatstadt nicht in so einen fancy Laden getraut. Es war ziemlich voll. Also wurde mir ein Platz an der Bar geboten. Das mag ich eh ganz gerne. Von dort aus kann man eigentlich ganz gut Menschen beobachten.

In der Bar arbeitete eine sehr bunte Mischung aus hippen Menschen sowohl schwarz, als auch weiß. Bisher waren mir eher schwarze im Service begegnet, deswegen war mir das aufgefallen. Hinter der Bar waren schwarze Jungs in sehr schicken Klamotten – Anzughose und Weste. Sie machten auch eine ziemliche Show beim Cocktails mischen. Aber das gefiel mir. Sie wußten, was sie taten. Hohes Niveau beim Barkeepen. Ich entschied mich für einen Cocktail und einen Salat. Und freute mich einfach drüber Menschen anschauen zu können, sowohl hinter als auch vor der Bar. Ich flirtete ein bißchen mit den Barkeepern, aber bildete mir nichts darauf ein. Das gehörte für mich einfach zum Bargeschäft dazu, dass sie die Solofrau vor der Theke ein wenig unterhalten. Umso überraschter war ich, dass als ich meinen Drink leer hatte, ich ungefragt einen neuen Drink bekam. Nicht denselben den ich schon hatte, sondern einen ähnlichen. Ich dachte kurz darüber nach, ob das nun so eine Abzockermasche war, wo ich am Ende so eine Riesenrechnung bezahlen muss. Die Preise waren für Südafrika zwar einigermaßen hoch, in meinem Münchenmaßstab aber gut zu verkraften. Einer der Jungs hatte den Drink hingestellt, ein anderer grinste mich an dabei. Spannend. Mal sehen, wohin das führen würde. Ich konnte es mir leisten und rechnete damit den Drink bezahlen zu müssen. Auch wenn es so wäre, nur halb so wild. Es würde dann vermutlich einfach dazu führen, dass ich am nächsten Abend nicht mehr in die Bar gehen würde, wo man mir ungefragt Drinks hinstellt. Ich unterhielt mich gut mit den Jungs uns sah mir das Treiben in der vollen Bar an. Menschen, sehr bunt gemischt. Alt, jung, hipp, reich, Künstler, Studenten. Ich langweilte mich keine Sekunde. Nach einer Weile quatschte mich eine andere Frau an, die ebenfalls wie ich allein an der Theke saß. Wir hatten ein nettes Gespräch. Sie hatte auch Lust mit den Barjungs zu flirten. Also taten wir das. Wir interessierten uns für zwei unterschiedliche Männer. Sehr praktisch. Ich bekam im Laufe des Abends noch zwei weitere Drinks einfach so hingestellt. Da war ich doch mal auf die Rechnung gespannt. Es war eigentlich ein sehr gelungener erster Abend in Kapstadt. Einziges Problem. Mein Handyakku hatte schlapp gemacht. Ich hatte mir gerade noch die Adresse meiner Unterkunft auf einen Zettel gekritzelt, bevor das Telefon entgültig ausging. Die Barkeeper boten mir an es zu laden. Irgendwann so gegen 1 Uhr wurde ich müde und wollte nach Hause. Ich fragte nach der Rechnung und ließ mir mein Handy wieder bringen. Es war nicht geladen. Was mich nicht sehr überrascht hat, da ich schon befürchtet hatte, dass sie kein USB-C Ladekabel da haben würden.

Mein Flirt brachte mir die Rechnung. Erste Überraschung. Es standen nur die Drinks auf der Rechnung, die ich bestellt hatte. Sie hatten mir also wirklich drei Cocktails ausgegeben. Verrückte Sache. Damit hatte ich so gar nicht gerechnet. Ich verdiene doch mehr als er…. Hoffentlich bekommt er keinen Ärger, wenn er einfach so Drinks ausgibt… Macht er das immer? Er kann doch nicht dauernd einsamen Frauen Drinks ausgeben….Was erhofft er sich dafür? Und warum ich? Viele Gedanken schossen durch meinen Kopf. Ich bezahlte und gab wirklich ein riesiges Trinkgeld. Er bot mir an, mir beim Taxiholen zu helfen. Uber ging ja nicht, da mein Handy leer war. Das Angebot nahm ich dankend an. Wir trafen uns draußen vor dem Restaurant wieder. Er heißt Tatenda. Kommt gebürtig aus Simbabwe. Ich gab ihm meine Handynummer. Drinnen hatte er mich nicht danach fragen dürfen. Er besorgte ein Taxi und verhandelte den Preis. Er bot mir an mit zu fahren und sich dann wieder zurück bringen zu lassen. Irgendwie verrückt. Aber ich hatte ein gutes Bauchgefühl. Jedenfalls saßen wir im Taxi. Er wußte, dass ich den ersten Abend in der Stadt war. Er bot mir an, dass er mir am nächsten Tag etwas von seiner Stadt zeigen würde. Das nahm ich dankend an. Wir fuhren nicht auf direktem Wege heim. Er ließ den Taxifahrer zum Signalhill fahren. Das ist die Superromantiknummer. Von dort aus hat man einen wunderbaren Blick über die Stadt. Da gucken die ganzen Pärchen immer den Sonnenuntergang. Ich war also noch keine 5 Stunden in der Stadt und stand kuschelnd mit dem Barkeeper auf dem Signalhill und blickte auf die Lichter Kapstadts. So verrückt. Damit hatte ich so gar nicht gerechnet. Ich hatte nicht vor jemanden so kennenzulernen.

Wir blieben nicht lange. Ich war angeheitert und wollte ins Bett. Er hatte sich in der Arbeit nur eine Pause genommen und musste zurück. Wir fuhren im Taxi zu meiner Unterkunft und ich wurde abgesetzt, bekam noch ein Küsschen und musste noch nicht mal mein Taxi bezahlen. Wir verabredeten uns für den nächsten Tag um etwas Sightseeing zu machen. Das war schon ein sehr verrückter erster Abend als Alleinreisende. Ich hatte mich einfach offen auf Menschen eingelassen. Blieb mir ja allein auch nix anderes übrig. Nach nicht mal fünf Stunden hatte ich jemanden getroffen, der mir seine Stadt zeigt. Das ist so cool.

 

„The Morning-After“ fühlt sich scheiße an

Das ist das Lebenszeichen.

Huch, es ist fünf Wochen her, dass ich gebloggt habe. Ich laufe Gefahr mich zu wiederholen, aber die Zeit rinnt wie verrückt. Drei Wochen davon war ich im Urlaub. Und in den zwei Wochen davor war meine Kollegin in der Arbeit ausgefallen, so dass das die Zeit vor dem Urlaub irgendwie stressiger war als erwartet. Also bin ich nicht mehr zum Schreiben gekommen. Außerdem ist auch nicht so viel passiert. Ich hatte mir kurz vor meiner Abreise noch Orgasmen und Nähe bei Mr. Band abgeholt. So wie wir das nun schon ein paar Mal gemacht haben. Ich genieße immer noch sehr seine Leidenschaft und Wildheit. Weil ich davon ausgegangen bin, dass die drei Wochen in Südafrika keinen Sex beinhalten werden. Zumal ich nur eine Woche davon Urlaub hatte, die anderen zwei waren ein Projekt.

Jetzt sitze ich am Flughafen in Kapstadt. Bin auf Nummer sicher gegangen, aber damit viel zu früh dran. In einer Stunde ist Boarding. Ich habe das Bedürfnis, die Zeit irgendwie noch sinnvoll zu nutzen, also fange ich an zu schreiben. So ereignislos, wie gedacht, war die Zeit in Südafrika dann doch nicht. Keine Ahnung, ob ich die Gedanken schon alle sortiert bekomme.

Ich hatte Sex in der Woche, die ich frei hatte. Sogar mit zwei verschiedenen Männern. Aber nicht alles lief dabei so, wie gedacht. Mit einem der beiden Männer ist das Kondom gerissen. Ich erinnere mich nicht daran, ob ich das vorher schon mal erlebt habe. Es war eines, dass ich mitgebracht hatte. Also kann ich nicht behaupten, dass er ein schlechtes benutzt hat. Neben der Tatsache, dass ich mir Land sehr weit weg von zu Hause zum ersten Mal die „Morning-After“ Pille besorgen musste, bzw er hat das mit mir gemacht, ist mir das auch noch in einem Land passiert, dass für seinen Entwicklungsstand die höchste HIV-Rate überhaupt hat. Joa, mein erster Gedanke war auch, dass es wohl schlauer gewesen wäre mich dort auf nichts einzulassen. Aber das hilft mir nun auch nicht weiter. Ich habe diverseste Statistiken und Wahrscheinlichkeiten gegoogelt um eine Einschätzung zu bekommen. Ich werde in 6 Wochen mich auf alles testen lassen. Mittlerweile ist das soweit zuverlässig. Der Termin steht bereits in meinem Kalender. Ansonsten ist der feste Vorsatz bei aller Ernsthaftigkeit mich nicht verrückt zu machen bis dahin. Ich kann es nicht ändern. Die Pille danach habe ich soweit ohne Nebenwirkungen weggesteckt, auch da wird sich zeigen, ob es glimpflich ausgegangen ist.

Ja, das ist durchaus einer der negativen Momente meines promiskuitiven Lebensstils. Und ja mein Risiko ist durch meinen nicht-monogamen Lebensstil höher, als bei anderen. Selbst gewähltes Schicksal. Deswegen auch kein Jammern. Ich bin mir dessen bewusst.

Die Frage, die nach der ganzen Wahrscheinlichkeitseinschätzung immer auftaucht ist, war es das wenigstens wert? Aber auch die finde ich nicht zulässig, weil ich das vorher ja nicht einschätzen kann. Und es ändert nichts an der Unsicherheit, dem Grübeln und Warten nur weil der Sex entweder gut oder schlecht war.

So sitze ich nur hier am Flughafen auf dem Heimweg und habe ein wenig zwiespältige Gefühle. Ich hatte eine tolle Zeit, eigentlich einen schönen Urlaub. Hab wunderbare Menschen kennengelernt, die Schönheit Südafrikas und werde aber 6 Wochen lang erst mal mit der Unsicherheit über die Konsequenzen leben müssen. Über die Erlebnisse werde ich trotzdem schreiben, wenn ich zu Hause angekommen bin und Muse habe.

Wertschätzung der Standheizung

Die Zeit rinnt. Ich stelle zu meinem Erstaunen fest, dass ich es wirklich schon wieder fast zwei Wochen lange nicht zum Bloggen gekommen bin. Darüber hinaus bin ich mal wieder ein Jahr älter geworden. Jetzt bin ich also wirklich Mitte 30. Immerhin hat es bis Mitte 30 gedauert, bis eine Freundin aus meinem ganz engen Umfeld Mama geworden ist. Ich bin sehr gespannt, wie das jetzt wird so mit den ersten Eltern in der Clique.

Ich habe gerade eine Phase in der ich eher zufrieden bin mit meinem Leben. Natürlich immer mit Verbesserungspotential, aber welches Leben hat das nicht. Mein Exfreund hat mich dazu überredet, dass wir 2019 gemeinsam in den Urlaub fahren. Das finde ich bekloppt cool. Es wird da sicher kein Liebes-Comeback mehr geben. Wir sind mittlerweile in einem guten Kumpel-Modus angekommen. Sehr entspannt. Aber potentielle neue Partner könnten sich da ja womöglich dran stören. Mal sehen, was bis zu dem Urlaub in einem Jahr noch alles passiert.

Heute habe ich wieder einmal gemerkt, wie sehr ich es genieße und wie es mir gut tut in der Arbeit mit den Kollegen zu shakern. Mit dem Single-Kollegen in meinem Alter zu flirten. Mit dem sicheren Gefühl, dass aus uns wohl kein Paar werden wird. Damit zu spielen, dass die Kollegen schon ganz heiß in der Gerüchteküche kochen. Mich Mittags darauf zu freuen mit ihm in die Kantine zu gehen. Zwischen „wir spinnen zusammen rum, dass wir in den Urlaub fahren und er kann mich auf Facebook nicht als Freund akzeptieren, da ich seine Arbeitskollegin bin“ bewegt sich unsere Arbeitsbeziehung.

Mr. Bondage hat seinen Mietvertrag in meiner Stadt unterschrieben und wird in ein paar Monaten hierher ziehen. Juhu. Darüberhinaus: Er hat mich gefragt, ob ich in der Zeit bevor er bei seinem neuen Arbeitgeber anfängt mit ihm eine Woche in den Urlaub fahren möchte. Es gab Phasen in denen ich mir das sehr gewünscht habe und jedes Mal enttäuscht war, wenn er seine Prioritäten anders gesetzt hatte. Dieses Mal hatte ich nicht damit gerechnet und war sehr entspannt mit Allem. Jetzt kam er ums Eck und fragte mich, ob ich Lust habe noch eine Woche Urlaub mit ihm zu verbringen. So schön. Ich freue mich schon sehr.

Mr. Band hatte ich nochmal wiedergesehen. Wir haben zusammen Fußball geschaut und wild geknutscht, geblowjobt und georgasmusleckt. Ich hab ihn so während des Fußball guckens geblowjobt und mit einem Auge auf den Bildschirm gelinst. Wenn es spannend war habe ich aufgehört zu blasen. War ein längerer Blowjob 🙂 Er hat sich also nicht komplett verschrecken lassen, von meinem Verknallt-Geständnis. Allerdings hat sein zwischenzeitlicher Bremsversuch meine Gefühle ein wenig runtergekühlt. Das erste Mal Sex steht immer noch auf. Das haben wir uns bisher aufgehoben. Es ist einfach so passiert, dass es bisher nicht passiert ist. Sehr spannend irgendwie. Und eher ungewöhnlich, da die Männer sonst eher relativ schnell dann auch mal Sex haben wollen.

Auch Mr. Workaholic hat sich vom Schock des ersten Clubbesuchs wieder erholt und wir haben einen sehr schönen entspannten harmlosen Nachmittag zusammen verbracht. Reden und Spazieren.

Das war jetzt ein ganz schöner Ritt durch die Updates. Ich muss wieder mehr schreiben, sonst komme ich nicht hinterher.

In diesem wirklich saukalten Winter habe ich den Wert von Standheizungen erkannt. Mr. Bondage war immer nur Stundenweise in meiner Stadt und ist auch nicht der Typ für Stundenhotels. Dafür ist er wohl zu sehr Schwabe. Zu mir geht immer noch nicht, also ist es gar nicht so einfach sich in diesem Setting nah zu sein. Wir haben uns in letzter Zeit zwei Mal dafür entschieden, dass wir auf seiner Rückbank kuscheln.Was nur ging und Sinn hatte, da sein letzter Arbeitgeber ihm eine Standheizung spendiert hat. Mein Dank sei ihm gewiss. Wir brauchten beide Nähe. Betankten uns gegenseitig. Aus Nähe wurde Lust und Knutschen. Aus Knutschen wurde Fummeln. Aus Fummeln ein Blowjob und ich spitz wie Nachbars Lumpi. Ich war auf seinem Schoss gesessen -angezogen und hatte mein Becken an seinen Schwanz gerieben während wir wild knutschten. Für Sex war uns das dann noch zu ungemütlich. Aber ich machte es mir selbst mit seiner Unterstützung. Er saß auf einem Sitz. Ich legte mich quer und hatte meine Beine über ihn gelegt. Er konnte mir dabei zusehen. Ich weiß er sieht mir gerne beim Masturbieren zu. Ich hatte mich meiner Hose entledigt. Wir standen mitten im Wohngebiet. Es war spät und saukalt, deswegen war keiner unterwegs. Ich versuchte es mir so bequem, wie möglich zu machen. Schloß die Augen, fing an meinen Kitzler zu massieren. Er streichelte meine Brüste. Ich bat ihn um seinen Finger. Brauchte etwas in mir. Er tat mir den Gefallen und fingerte mich. Ich massierte weiter, steigerte das Tempo und den Druck und kam unter seinen Augen. Trotzdem es schön war auf seiner Rückbank, freue ich mich auf den Moment, wenn er hier wieder ein Bett hat, in dem ich dann einfach mit ihm einschlafen kann – so orgasmusentspannt.

Sein Auto fällt jedenfalls in meinem Remi-internen-Auto-Sextauglichkeits-Check beim Thema Rückbank unter ganz okay. An sich ganz gemütlich, aber rittlings wäre das Dach zu niedrig für Sex.

Themenspeicher

  • Verrückter Italiener und die Familiengründung
  • Spätnachts bei Mr. Gentleman
  • Die einzigen Gäste im Club
  • Nicht im Club
  • Geburtstag im Club und das richtige Bauchgefühl
  • Fasching

Orgasmus aus der Tiefe

Als ich erkältet war hatte ich mir zwei Tage lange so einiges an Schmerzmittel einverleibt. Außerdem ging es mir auch so elend, dass an Sex nicht zu denken war. (Auch wenn so mancher Kommentator Sex als Allheilmittel empfiehlt, manchmal ist das völlig unangebracht, zumal niemand mit einer Husten-Virenschleuder Sex haben sollte.)

Heute war ich dann den ersten Tag wieder arbeiten. Mir geht es noch nicht 100 Prozentig super, aber als ich auf meinen Lieblingskollegen getroffen bin, habe ich gemerkt, dass ich nach der Woche zu Hause ziemlich untervögelt bin. Jedenfalls saß ich dem Kollegen beim Essen gegenüber und habe mich vorgestellt, wie es wäre ihn in der Kantine einfach zu küssen und mit ihm Sex zu haben. Ich hoffe mal, dass er mir meine Gedanken nicht angesehen hat. Es gibt da so Momente, da ahne ich wie es Männern noch viel öfter geht. Meinen armen Kollegen schätze ich zu konservativ ein, zumindest wenn es um unverbindlichen Sex mit einer Kollegin geht. Und ja, ich weiß auch, „Never fuck the company.“

Ich hab diesen Abend frei. Aber ich bin ein wenig picky. Deswegen ziehe ich nicht in einen Club los. Mir stünde eher so der Sinn nach etwas Bewährtem heute Abend. Jemand der mich sicher zum Orgasmus bringt. Aber so ohne weiteres ist das nicht immer verfügbar. Also bleibe ich daheim und blogge.

Außerdem bin ich zur Zeit wieder mehr verliebt in Mr. Bondage. Ich hab das Gefühl, dass ich mich wiederhole. Dass die Dinge die ich schreibe schon mal dagewesen sind. Es ist in unserer Beziehung irgendwie Wellenförmig. Mal sind wir uns näher, mal entfernen wir uns von einander. Allerdings nimmt er auch wenn ich nicht permanent über ihn schreibe immer einen wichtigen Platz in meinem Leben ein. Er ist die Konstante. Immer da. Es macht, dass ich mich nicht einsam fühle. Ich glaube, dass wir uns nun 5 Jahre kennen. Und wenn wir uns sehen sind wir wie verliebte Teenager. Diese ungewöhnliche Art der Beziehung hält in gewisserweise die Spannung hoch. Da wir uns nicht so selbstverständlich haben. Da es immer wieder etwas besonderes ist, wenn wir uns sehen. Weil wir uns Zeit für einander nehmen müssen. Ich finde es erstaunlich, dass es immernoch knistert, nach fünf Jahren. Weil wir uns mit allen unseren Schrägheiten angenommen haben, durchaus auch nach Jahren des Kampfes. Aber seit wir uns akzeptiert haben ist es gegenseitige Wertschätzung und Liebe. Er hat sich dazu entschieden, seinen neuen Dienstsitz in meine Stadt zu legen. Er hat das nicht wegen mir gemacht, aber es hat ihm sicherlich die Entscheidung erleichtert, dass es ihn in meine Nähe bringt. Wir haben kurz andiskutiert, ob wir zusammen ziehen sollen. Aber es verworfen. Es wäre zu nah und schwierig für ihn andere Fesselpartnerinnen zu haben, sagt er. Vermutlich hat er Recht. Also lieber doch getrennt wohnen. Wieder öfter die Gelegenheit für Nähe zu haben, darauf freue ich mich.

Aber jetzt erzähle ich erst mal den Abend im Club fertig. Mr. Bondage hat gemerkt, dass ich mich nicht fallen lassen konnte. Da änderte er seine Taktik. Er löste das Seil aus dem Ring mit dem er meine Hände nach oben gefesselt hatte. Ein Stück neben der Fesselgelegenheit stand eine Bank. Also eher eine Art Tisch mit zwei seitlichen Bänken. Mir fällt gerade kein Wort dafür ein. Er zog mich dort hin und sagte, dass ich mich auf den Rücken legen sollte. Ich tat wir mir geheißen. Schon die Vorstellung einfach dort auf dem Rücken zu liegen war viel besser als mitten im Raum zu stehen. Ich legte mich auf den Rücken, meine Füße stellte ich seitlich auf die Bänke, so dass ich mit gespreizten Beinen da lag. Meine Hände band er mit hinter den Kopf. Ich kann mit gut vorstellen, dass er dem anderen Mann zeigen wollte, wie die Nummer mit dem Orgasmus geht. Jedenfalls holte er eine todsichere Waffe aus seinem Köfferchen. Den Stahldildo. Der Vorfreude in meinem Kopf war das schon sehr zuträglich, weil es verhieß immer sehr intensive Orgasmen. Manchmal vergesse ich auch, dass er meinen Körper nach den gemeinsamen Jahren auch einfach gut kennt. Der Dildo trägt seinen Teil bei, aber er weiß auch einfach, wie er meinen Körper bespielen muss. Ich war erstaunt, dass er mir sehr straight, ohne mich noch ein wenig mit Schmerzen zu piesacken einfach zum Orgasmus Dildofickte. Und ich kam quietschig laut, unüberhörbar. Der Orgasmus mit dem Ding braut sich immer ganz tief in meiner Vagina zusammen. Wenn er dann den Rhythmus halbwegs trifft, dann wird es immer intensiv – einer von den süchtigmachenden Orgasmen. Es sollte mich einfach viel öfter jemand mit gespreizten Beinen festzurren und mich mit so einem Ding bearbeiten. Funktioniert quasi immer. Nachdem ich mich wieder erholt hatte, wandten wir uns wieder dem Fesseln zu.

Wir standen dort mitten im Raum und Mr. Bondage fing an mich einzubinden. Es war gar nicht so leicht mich fallen zu lassen, weil ein ziemliches Kommen und Gehen herrschte. Die Zuschauer waren aber nicht leise, sondern kommentierten unqualifiziert vor sich hin. Für die normalen Swinger erschloss sich vermutlich mehrheitlich nicht der Sinn dessen, was wir tun. Eine Suspention ist ja nur so bedingt sexuell. Eher eine Kunstform mit Nähe. Ein Handwerk, dass man sich erarbeiten muss. Die Swinger haben sich immer gefragt, wozu er das tut, wenn er mich ja nicht zum Ficken verschnürt. Nur ein Pärchen war ganz leise die ganze Zeit am Zusehen Das auszublenden dauerte eine Weile. Ansonsten war die Suspension die er mir anlegte gut. Ich konnte eine ganze Weile fliegen. Nach der Suspension (ich hatte die Augen verbunden) während Mr. Bondage mich abfesselte, konnte ich das Pärchen ficken hören. Das was sie gesehen haben hatte sie wohl so angeturnt, dass es auf dem Bänkchen trieben. Na immerhin den beiden haben wir etwas anregenden geboten. Nachdem wir alle Seile wieder eingepackt hatten, gingen wir zurück an die Bar. Wir unterhielten uns mit verschieden Menschen. In einem Gespräch erzählte Mr. Bondage wahrheitsgemäß, dass wir kein klassisches Pärchen sind. Und ergänzte: aber „wir sind ganz schön verknallt ineinander“ Wow, das war das erste Mal, dass er das zu anderen sagte, als Beschreibung unserer Beziehung. Ja, so einen Satz merken wir Frauen uns. Später verbrachten wir noch ein wenig gemeinsame Zeit auf einer Matte und waren uns nahe.

Mr. Bondage hat sich mittlerweile eine Wohnung angesehen und wollte mich bei der Besichtigung dabei haben und meine Meinung wissen. Das freute mich sehr und ich ließ mich gerne als seine Freundin vorstellen. Bis er wieder in meiner Stadt wohnt, dauert noch ein wenig. Aber ich bin gespannt, wie es uns bekommt. Ob wir die Balance zwischen Nähe und Distanz schaffen.

Doch nicht nur fesseln?

Eine fiese Erkältung hat mich knapp eine Woche aus dem Verkehr gezogen. Hab mich vermutlich an Fasching verkühlt. An Schreiben war überhaupt nicht zu denken, nur Couch und Fernseher. Aber immerhin konnte ich Olympia gucken. Und bin seitdem ein wenig in Bruno Massot verliebt, den Paarläufer. Der hat mich in seinen Bann gezogen. Der wäre ja sowas von mein Beuteschema. Nachdem ich mir zwei Tage lang auf dem Sofa jeden Clip reingezogen habe, den ich über ihn finden konnte, habe ich überlegt, warum er mein Typ wäre. Großer, sportlicher Mann, mit Witz und Charme, der sich aber auch seiner Tränen nicht schämt. Der eine Sache mit Leidenschaft tut. Und er sieht zugegebenermaßen noch ganz niedlich aus. Aber in dem Moment, wo er vor Freude geheult hat, da war es um mich geschehen. Stark und schwach sein können. Voll tolle Kombination. Na immerhin hat mir meine kleine Schwärmerei die Zeit auf der Couch versüßt.

Vor meiner Abreise aus dem Norden hat sich Tom übrigens noch gemeldet. Ganz spät am Abend nach meinem Blogeintrag. Hat mir gesagt, dass er enttäuscht war von meinem Verhalten, dass ich ihm beim WhatsAppen das Gefühl gegeben habe, nicht bei der Sache  und ein wenig kurz angebunden zu sein. Er hat sicher nicht unrecht mit dem was er sagt, aber ich kann es auch nicht riechen, dass ihn was stört, wenn er es nicht sagt. Ich habe mich entschuldigt. Hat mir verziehen. Hätte mich doch sehen wollen. Aber wir haben keine passende Gelegenheit bis zu meiner Abreise mehr gefunden. Sind aber damit auseinander gegangen, dass ich wiederkommen und ihm Bescheid geben werde wann.

Mittlerweile ist auch der zweite Podcast Kaminabend BDSM erschienen. Sehr gelungen, wie ich finde. Hier zum Anhören.

Vor meiner Reise in den Norden hatten Mr. Bondage und ich uns zu einem Clubbesuch verabredet. Das ist einigermaßen ungewöhnlich, da wir bisher nur einmal vor langen Jahren zusammen im Club waren. Vor seinem Jobwechsel bestand dazu zumindest was die Fesselmöglichkeit anlangte keine Notwendigkeit, weil wir das in seiner Wohnung tun konnten. Ansonsten ist er überhaupt nicht der Clubtyp, weil er nicht „fickt“, wie er es nennt. Davon kommt er nicht. Seit er seine Arbeitswohnung nicht mehr hat, haben wir wenig Gelegenheit für Nähe und Fesseln. Also gingen wir in den Club, der einen Suspension-Punkt (Hängepunkt) hat. Ich fragte ihn vorher noch nach den Erwartungen an den Abend. Ich fand es wichtig zu wissen, wonach ihm der Sinn stand, um Missverständnissen vorzubeugen. Seit unserem letzten gemeinsamen Clubbesuch hatte ich ziemlich viele weitere Besuche als Erfahrung draufgesattelt. Ich kann mich da auf viele Szenarien einstellen. Eigentlich wollte ich nur eine schöne Zeit mit ihm verbringen. Seine Erwartungen waren Fesseln und uns nah sein können. Mehr nicht. Na das klang doch sehr machbar.

Er holte mich also von zu Hause ab und wir fuhren gemeinsam in den Club. Er würde danach nach Hause fahren müssen. Sehr ungewohnt, nicht einfach die Nacht zusammen verbringen zu können. Aber ich freute mich sehr ihn zu sehen. Wir haben uns eher selten gesehen in letzter Zeit, wenn dann war es aber sehr verliebt und schön. Es war an dem Abend Pärchenabend im Club. Also keine Soloherren. Die Anmeldeliste für den Abend auf der Rirarammelseite verhieß ungewöhnlicherweise einen relativ jungen Altersdurchschnitt. Und es war eine Frau aus meinem Heimatlandkreis angemeldet. Ich sah mir ihr Profil an und mir wurde klar, dass sie wohl aus meinem Dorf kommt, zumindest war ich mir sicher das Gesicht schon mal gesehen zu haben. Das fehlt mir ja gerade noch, dass ich in einem Club in der Stadt jemanden aus meinem Heimatdorf treffe. Aber vielleicht kam sich ja gar nicht oder ich irrte mich. Während Mr. Bondage noch bezahlte und mit der Inhaberin des Clubs smalltalkte, schmiss ich mich in meine Clubgarderobe. Da bog ein Bekannter um die Ecke. Mit ihm und seiner Frau hatte ich schon Silvester gefeiert. Ich freute mich ihn zu sehen. Allerdings hatte das Wiedersehen einen Haken. Denn er bog ausgerechnet mit der Frau aus meinem Dorf ums Eck. Ich hoffte so sehr, dass sie mich nicht erkennen würde. Aber ich gehöre nicht zu den unscheinbaren Menschen. Das war sehr schräg, weil sie mich wohl auch erkannte, aber nix sagte. Man kennt sich halt vom Sehen, wenn man nicht in einer Klasse in der Schule war. Ich hätte so gern mehr mit ihm geratscht, war aber so blockiert von seiner Begleitung, dass ich relativ schnell nen Abgang machte. So jetzt habe ich also zum ersten Mal jemanden aus dem Dorf getroffen. An sich ist das nicht schlimm. Allerdings findet sie eventuell über den Bekannten mein Ririarammelseiten-Profil und dann mein Blog. Das wäre doof. Naja, ist schon rum ums Eck.

Fertig angezogen eroberten Mr. Bondage und ich den Club. Das Publikum war an diesem Abend eher jung und schön. Erstaunlich. Aber wir waren ja eh erst mal nur an uns und dem Hängepunkt interessiert. Wir begannen den Abend mit einem Drink und etwas zu essen. Dann streiften wir ein wenig durch den Club um zu sehen, was die anderen Gäste so trieben. Es sah nicht danach aus, als wären viele BDSMer im Club an diesem Abend. Eher normales Swinger-Publikum. Also war es wenig erstaunlich, dass keiner den SM-Raum belegte. Gut für uns. Mr. Bondage hatte natürlich sein Köfferchen dabei. Er musste die Seile und sonstigen Utensilien ja transportieren. Schon allein das Köfferchen stößt auf Verwunderung bei den „normalen“ Clubbesuchern. Manchmal auch auf Neugierde. Eine eigentlich ganz niedliche junge Swingerin war ehrlich am Inhalt des Koffers interessiert und fragte Mr. Bondage, was er denn mit sich herumtrage. Er stieg darauf ein und erlaubte ihr ihre Neugierde zu befriedigen und den Koffer zu durchforsten. Das war wirklich eine niedliche Szene, wie sie sich auf den Boden hockte und einmal den Koffer komplett aus und wieder einräumte. Sie sah sich die Seile, Schlaginstrumente, Klammern und all die anderen Dinge interessiert an. Ich glaube nur die Tatsache, dass sie in Begeleitung war hielt Mr. Bondage davon ab ihr das Ausprobieren der Dinge anzubieten. Meistens sind die „normalen“ Swinger ja eher irritiert.

Viele kamen in den Raum und gingen wieder. Das Aufbauen und Fesseln braucht seine Zeit. Die meisten waren dafür zu ungeduldig. Während wir uns vorbereiteten hatte ein Mann eine blonde Frau ans Andreaskreuz gefesselt. Sie war vermutlich 10 Jahre älter als ich, aber hatte sich eine perfekte Figur antrainiert. Er stand vor ihr und versuchte sie zum Orgasmus zu fingern. Was ihm nicht gelang. Er ließ sie stehen und verließ den Raum. Kam ein paar Minuten später mit einem Vibrator zurück. Ich war erstaunt, dass sie so lange am Kreuz aushielt, denn sie hatte ziemlich hohe Schuhe an. Die beiden wirkten nicht wie SMer, sondern nutzten einfach so die Spielgeräte. Die Szene regte Mr. Bondage dazu an meine Hände nach oben an den Hängepunkt zu fesseln. So dass wir uns gegenüber standen. Allerdings war ich im Kopf nicht bei der Sache. Irgendwie hatte mich das Spiel der beiden nicht angemacht, so dass ich mir eher doof vorkam, als dass ich angeturnt war. Mr. Bondage kennt mich ja nun wirklich ganz gut und verband mir die Augen. Aber auch das half irgendwie nix. In dem Setting konnte ich mich nicht fallen lassen. Vielleicht war sie mir auch einfach nur einen Tick zu perfekt. Und gab mir dadurch das Gefühl unperfekt zu sein. Sollte ich ihn bitten aufzuhören und mich aus der Situation herauszunehmen? Ich sagte nichts und vertraute darauf, dass er mich mittlerweile gut genug kennt.

Geghosted

Ich sitze gerade bei Freunden auf der Couch, bin mal wieder in den Norden gefahren. So wie letztes Jahr um die Faschingszeit auch. Mit dem Unterschied, dass ich letztes Jahr Tom noch getroffen habe. Eintrag hier nach lesbar. Wir hatten unter dem Jahr mal noch losen Kontakt. Direkt nach dem letzten Treffen war es mehr Kontakt , dann übers Jahr verteilt, war es weniger geworden. Ich war letztes Jahr nur zu Fasching in den Norden gefahren. Also gab es auch keine weitere Gelegenheit für ein Treffen. Das letzte Mal hatten wir im August mit einander geschrieben. Wir hatten quasi gemeinsam per WhatsApp miteinander masturbiert. Es hat sich nichts daran geändert, dass ich finde dass er ein wirklich toller Mann und Mensch ist, der sowas von genau mein Beuteschema wäre. Ich habe mir eigentlich nicht viel dabei gedacht, dass wir seit August keinen Kontakt hatten. Es gab immer mal wieder Phasen in denen wir nicht geschrieben hatten. Nur dass wir uns keine Neujahrgrüße geschrieben haben war anders.

Ich schrieb ihm also in der Woche bevor ich hierher gefahren bin per WhatsApp, dass ich kommen würde und auch hoffe, dass es ein Wiedersehen zwischen uns gibt. Schickte die Nachricht ab. Ich merkte dann zwei Tage später, dass die Nachricht nur einen Haken hatte. Hmm, hatte er mich auf WhatsApp blockiert? Jetzt wurde ich doch stutzig. Lass nochmal unsere letzten Chats durch, ob ich was verpasst hatte. Er hatte mich vor unserem letzten Treffen schon mal aus seinen Kontakten gelöscht, dass aber dann wieder zurückgenommen. Dieses Mal war mir nicht bewußt, dass ich irgendetwas vorgefallen war. Hmm, sehr seltsam. Ich dachte eigentlich, dass unser loser Kontakt für uns beide okay war. Für einen kurzen Moment machte ich mir Sorgen, dass ihm was passiert sein könnte und fing an seinen Namen zu googeln. Da er doch das ein oder andere Ehrenamt macht, würde ich damit zumindest nachlesen können, ob bei ihm alles okay ist. Und ich musste erstmal wirklich hart nachdenken, wie er denn eigentlich mit ganzem Namen heißt. Als es mir wieder einfiel, googelte ich ihn und es schien alles okay mit ihm zu sein. Hieß aber, dass er mich auf WhatsApp wohl blockiert haben musste. Der Gedanke traf mich ehrlicherweise schon ein wenig.

Ich überlegte lange hin und her, ob ich es damit nun bewenden lassen wollte. Sollte ich einfach akzeptieren, dass er mich aus seinem Leben gelöscht hatte – Ghosting at its best? Wir eigentlich immer nur per WhatsApp kommuniziert. Anrufen ist wohl eher heikel bei ihm. Ich habe mich immer an unsere vereinbarte Form der Kommunikation gehalten. Er hatte eben nicht wie Mr. Bondage eine offene Beziehung, sondern hatte das immer heimlich getan. Das nahm in seinem Leben mal mehr und mal weniger Platz ein.

Das ganze geisterte mir ein paar Tage im Kopf umher. Ich merkte, dass ich so ein Ende nur schwerlich akzeptieren konnte. Also entschloss ich mich, ihn anzurufen. Wählte eine Zeit in der ich mutmaßte, dass er sicher in der Arbeit sein würde. Wählte die Nummer, die ich von ihm abgespeichert hatte. Ich hatte mir eigentlich keine Gedanken gemacht, was ich zu ihm sagen wollte. Es klingelte ganz normal. Ein gutes Zeichen. Er schien zumindest seine Nummer behalten zu haben. Immerhin. Es klingelte wenige mal, dann ging er ran und sagte seinen Nachnamen. Ich war sehr perplex im ersten Moment. Keine Ahnung, was ich erwartet hatte. Aber es klang so, also wußte er nicht mit dem Blick auf sein Display wer ihn gerade anruft. Äh hallo Remi hier. (Ich nannte meinen vollen Namen) und überlegte, ob er dann gleich wissen würde wer ich bin. Die Erkenntnis, dass er wohl meine Nummer ganz gelöscht hat, hatte mich so aus dem Konzept gebracht, dass ich eigentlich gar nicht wusste, was ich sagen wollte. Ich erzählte ihm dann einfach, dass ich von Freitag bis Montag in seiner Gegend sein würde und fragte ihn, ob er denn auch da sei und Zeit haben würde. Er klang mindestens genauso unbeholfen und überrascht wie ich und erzählte was von „Nicht da“ und „Zeit mit der Familie“.

Ein schräges Gespräch, in dem wir beide überrumpelt aber sehr höflich zu einander waren. In dem wir aber auch beide die Wahrheiten nicht angesprochen haben. Ich habe nicht gefragt, ob er keinen Kontakt mehr haben will und mich deswegen gelöscht hat. Er hat mir nicht gesagt, dass er mich nicht wiedersehen will, sondern nur dass es gerade schlecht ist. Ein sehr unbefriedigendes Ende. Während ich hier bin (noch bis morgen) hatte ich gehofft, dass er vielleicht auf die Idee kommt, mich doch nochmal wiedersehen zu wollen. Er ußte, wo ich zu finden bin. Er hatte nach dem Anruf auch sicher meine Nummer. Hätte sich einfach melden können. Ein weiteres Mal Nachhaken meinerseits  geht nicht, dann käme es mir vor wie nachlaufen. Bei den WhatsApps bin ich weiterhin blockiert.

Jetzt sitze ich hier. Ich hatte trotz allem eine tolle Zeit. Ich bin bei Freunden. Ich komme ja auch nicht seinetwegen her, sondern um sie zu besuchen. Er wäre nur das Zuckerl gewesen. Der letzte Abend bricht an. Wehmut macht sich breit. Ob er nicht kann, oder nicht will, weiß ich nicht. Zweiteres ist wahrscheinlicher. Es scheint als endet hier unsere gemeinsame Geschichte. Sehr schade. Er hat mir doch auch viel gegeben an Selbstbewußtsein, an schönen unvergesslichen Momenten. Auch an Liebeskummer, an Gefühlsachterbahnfahrten. An Verbundenheit zu Bremen.

Sollte er irgendwann wieder auftauchen, wäre ich nicht nachtragend, sondern würde mich einfach freuen. Aber es fühlt sich nach Ende an. Irgendwie so entgültig. So schade. So überflüssig. Bye bye Tom. Hab ein gutes und erfülltes Leben. Und hoffentlich ein paar Blowjobs, die so gut sind wie meine 🙂

Ein bißchen Natursekt…

Ich liebe es neue Dinge zu sehen, neue Locations zu entdecken, wenn mich jemand mitnimmt in eine andere Welt. So durfte ich erst vor kurzem einen neuen Club in meiner Stadt entdecken. Einen Fetisch Underground Club, so würde ich es zumindest nennen. So eine Art Club hätte ich eher in Berlin verortet, als hier. Der Mann, den ich in der Silvesternacht im Club kennengelernt hatte, der nahm mich neben seiner Partnerin mit in den Club. Wir starteten Abend zu Hause bei ihm mit einem schönen Abendessen. Die beiden sind sehr sympathisch. In kurzen Momenten irritiert es mich, dass sie im selben Alter, wie meine Eltern sind. Im überwiegenden Teil der Zeit ist das aber gar nicht wichtig. Nachhaltig beeindruckt hat mich, wie krass man wohnen kann. Das Badezimmer der Wohnung war größer als mein immer-noch-studentisches Zimmer, aus dem ich nie ausgezogen bin. Sehr stilvoll und wohlüberlegt eingerichtete Penthouse-Wohnung. Man kann sich auch schöne Dinge gönnen, wenn man sich das Geld dazu erarbeitet hat. Ich merke dann immer, dass es eben unterschiedliche Wege gibt im Leben und ich einen anderen gewählt habe. Ohne Wertung. Es ist eher Dankbarkeit, dass ich immer mal wieder Gelegenheit bekomme in andere Leben hinein zu schnuppern, die im ersten Moment sehr weit wenig sind von meinem.

Nach dem Essen machten wir uns fertig für den Club. Ich hatte mein Rotkäppchen-Outfit mitgebracht. Ein anderes, dass in die Richtung passt, besitze ich nicht. Irgendwie zieht es mich alleine nicht in einen Laden um mit ein passendes Party-Outfit zuzulegen. Außerdem mag ich das Outfit ja. Die beiden hatten auch zum Anlass passende schwarze Outfits angezogen. Meine Erwartung an den Abend war einfach ein wenig abtauchen in eine andere Welt, mir den Club und positiv verrückte Menschen gucken. Mir war klar, dass ich nicht spielen würde. Da müsste es schon mit dem Teufel zugehen, dass ich da meine Meinung ändern würde. Unbekannter Club, wenig vertraute Begleitung, quasi öffentlich. Nee, nee, nee. Das macht der Kopf nie mit.

Der Club war so underground, oder in dem Fall Hinterhof, dass wir erst mal Probleme hatten ihn überhaupt zu finden. Wirklich nur für Eingeweihte. Kein Laufpublikum im KittyKitchen. Es war nicht sehr viel los an diesem Abend. Aber mir ist das eigentlich ganz Recht, wenn ich Platz zum entdecken habe. Ich habe noch nie einen Club gesehen, der mit so wahnsinnig vielen Details eingerichtet ist. Vieles verschiedenes, nicht ramschig, aber wild durcheinander. Vom Beichtstuhl mit Bibel und Kreuz, bis zur durchsichtigen Fetischtoilette. Ein Club zum Tanzen, aber mit Raum zum Spielen. Mit Sitzgelegenheiten und Tanzfläche. Mit Badewanne auf einer kleinen Bühne. Zig Fesselmöglichkeiten, Gynstuhl. Mit Neonfarben zum Bemalen und Feuer um das Gogo-Podest. Die Sinne wurden zu jeder Zeit mit Reizen geflutet. Aufgestylte Transmänner, Frauen die einfach nur ihren Nackttanzfetisch ausleben wollten. Ein Betreiber, der einen Schuhfetisch hat. Ich liebe es, wenn man zwischen all den herrlich verrückten Menschen kein bißchen auffällt.

Erste Szene des Abends: Ein schöne dominante Frau (nicht so ein klassische Domina, eher ziemlich feminin) bespielt ihren männlichen Sub (der wiederum so auf den ersten Blick gar nicht typisch wie ein Submann wirkte. Sondern mit Reiterstiefeln, schicker Hose und Hemd mit Weste eher fast was Dominantes auf mich ausstrahlte.) Sie ließ ihn mit verbundenen Augen und heruntergelassenen Hosen ohne Hemd auf dem Beichtstuhl knien und peitschte ihn kunstvoll aus. Kein Prügeln sondern ein lustvolles Bearbeiten seines Rückens und Hinterns – während er ein Holz-Kreuz in der Hand hielt. Das Spiel der beiden und die Inszenierung für die das Ambiente drumherum sorgte, zog mich in den Bann. Der Betreiber hüllte die Szene mit der Nebelmaschine noch passend in sakralen (Weihrauch)-Nebel und verteilte an die übrigen anwesenden Damen Wunderkerzen womit sie den Rücken des Sub-Mannes ein bißchen piesacken konnten. Unter den wachsamen Augen seiner Domina brannten die Wunderkerzen in der Nähe seines Rückens ab und warfen kleine Funken auf ihn. Viel Show, die aber deswegen funktionierte, weil sie als Inhalt ein ehrliches, ästhetisches Spiel zwischen den beiden Protagonisten hatte. Sie schlug ihn erst mit der flachen Hand, wechselte dann später auf eine Bullwhip, die sie gekonnte mal rechts und mal links auf seinen Rücken treffen ließ. Später fuhr sie noch mit einem Nervenrad über die schon getroffenen Stellen und quälte ihren Partner lustvoll. Eiswürfel als Folterwerkzeug fehlten auch nicht und zuletzt Kerzenwachs. Es war eine ziemliche Bandbreite an unterschiedlichen Reizen, die sie in ihrem Spiel einsetzte. Dazu spielte der DJ zur Szene passende Musik. Herrlich. Ich konnte nicht umhin mir vorzustellen, wie es wäre mit so einem attraktiven Mann zu spielen. Er war sowas von genau mein Typ. Als Sub. Und das kommt wirklich extrem selten vor. Später am Abend lächelte er mir zu. Das freut mich sehr und ich hoffte, dass ich ihn nicht zu offensichtlich angestarrt hatte.

Mein Begleiter bekam Lust zu spielen. Ich war überrascht, dass er auch mit mir spielen wollte. Schließlich hatte er seine Partnerin dabei. Ihr machte das offensichtlich nichts aus. Ich lehnte dankend ab. Neben der Tatsache, dass ich nicht so gern öffentlich spiele, passt seine Art zu dominieren vermutlich nicht auf mich. Wenn er Dinge sagt, klingt es für mich immer nach um Erlaubnis fragen. Was für mich nicht den richtigen Ton trifft, mag für jemand anderen perfekt sein. Ich kann mir mit ihm Vanillamäßigen Sex ohne Weiteres vorstellen, aber die Dom/Sub-Nummer wird es vermutlich nicht werden. Die beiden verschwanden in einen kleinen Nebenraum mit Spielgeräten und amüsierten sich.

Auf einer kleinen Bühne stand eine Fetisch-Toilette. Das war eine Klobrille auf die man sich setzen konnte und darunter konnte sich jemand hinlegen. Das war das erste Mal, dass ich jemand beim einem Natursekt-Spielchen zusehen konnte. Eine Frau setzte sich auf die Toilette ein Mann legte sich mit dem Gesicht drunter und nahm einen Trichter in den Mund. Die Frau pinkelte wirklich. Ich war ziemlich beeindruckt, dass sie das so ohne weiteres konnte, so mitten auf der Bühne unter den Augen des Publikums. Nachdem er das offensichtlich genoss, fand ich nichts Ekliges an der Szene. Einfach zwei Menschen die etwas tun, was beiden gefällt. (Und meinen Horizont mal wieder ein Stück erweitert haben.

Ein Schmunzelerlebnis hatte ich noch an dem Abend. Es war ja sichtbar, dass ich ohne eigene männliche Begleitung unterwegs war. Ich lächelte ab und an jemandem zu, weil ich ein fröhlicher aufgeweckter Mensch bin. Was Männer aber oftmals anders interpretieren. Was dazu führte, dass ein Mann sich animiert sah mit mir ein wenig Smalltalk zu beginnen. Wogegen nichts spricht, da ja ein spannendes Gesprch daraus werden kann. Was aber nicht heißt, dass ich in irgendeiner Form verzweifelt wäre und der Abend nur dadurch gerettet werden kann, dass er mich angrabbelt. Frau alleine heißt nicht, dass sie einsam und verzweifelt ist. Aber nur ein Gespräch führen scheint in einem Club wohl irgendwie nicht zu gehen. Ich war wirklich nicht darauf aus irgendetwas anzustellen. Das einzige, was ich mir gewüscht hätte, wäre Mr. Bondage mit seinen Seilen gewesen. Es gab da ein Pärchen, dass mehr schlecht als Recht irgendwelche Fesselungen ausprobiert hatte. Da war ich schon beim Zusehen frustriert. Und diese Location wäre einfach der perfekte Rahmen für eine gepflegte Suspention gewesen. Hängepunkt ist vorhanden. Hab ich gleich abgecheckt.

Themenspeicher

  • Verrückter Italiener und die Familiengründung
  • Spätnachts bei Mr. Gentleman
  • Die einzigen Gäste im Club
  • Nicht im Club
  • Hanging infront of Vanillas

Die blaue Pille und Sonstiges

Zur Zeit kann ich am besten schreiben, wenn ich SIA höre, oder Grace Vanderwaal. Beide finde ich unglaublich inspirierend. Also Kopfhörer auf und los geht es.

Der KaminabendBDSM in der Nähe von Leipzig war spannend. Ich glaube, dass ein schöner Podcast dabei herauskommen wird. Die Gesprächsrunde war gut gemischt. Ich hoffe, dass der Joyclub schnell fertig wird mit der Postproduction. Dann werde ich den Link natürlich auch sofort posten.

Ansonsten bin ich ein wenig frustriert über die beiden Singlemänner mit denen ich angebandelt habe. Sowohl Mr. Workaholic als auch Mr. Band machen sich sehr rar. Das quält mich zuweilen ein wenig. Aber ich kann es nicht ändern. Wenn sie nicht wollen, dann wollen sie halt nicht.

Vor etwas mehr als einer Woche habe ich mich auf ein Blogger-Event gewagt. Manchmal tue ich das. Weil ich es spannend finde, andere Blogger zu treffen. Doch ein wenig raus aus der Anonymität, aber nur ein bißchen. Ich habe da keine Visitenkarten dabei wie die anderen, die sich bestmöglich vernetzen möchten. Ich versuche trotzdem so ein klein wenig unter dem Radar zu bleiben. Trotzdem habe ich dabei auch wirklich spannende Menschen kennenlernen können. Und ich mag ja die Reaktionen der Menschen, wenn man sagt, dass man über Sex bloggt. Die meisten werden dann neugierig. Das ist ziemlich cool. Ich bin dann immer hin und her gerissen zwischen dem positiven Gefühl, dass die meisten Menschen cool und neugierig reagieren und dem schlechten Gewissen sich vielleicht doch zu weit vorgewagt zu haben. Aber ich habe auch viel Motivation mitgenommen weiterzuschreiben. Das Gefühl, dass es etwas Gutes dabei herauskommt, wenn man es authentisch und mit Herzblut tut. Einfach zu gucken, wohin die Reise mit mir und meinem Blog noch führen wird.

Ich kann ja auch zu Allem stehen, was ich tue. Wenn mich jemand danach fragt ist das alles kein Problem. Aber ich möchte vermeiden, dass es jemand zu leicht gegen mich verwende kann. Ich bewundere die paar wenigen Frauen, die über das Thema bloggen oder reden und das bewusst unter ihrem Namen tun. Das hängt auch sicherlich davon ab, aus welchem Umfeld man kommt. Ich finde es trotz alledem auch sehr legitim, es nicht öffentlich zu tun. Das vom sonstigen Leben zu trennen.

Ich hatte mich eines Nachts bei „Paula kommt“ der Sendung auf Sixx beworben. Das ist eigentlich ein Talkformat über Sex. Habe dann aber in eine weiteren Mail meine Bewerbung zurück gezogen, da ich mein Gesicht nicht zeigen möchte. Nichtsdestotrotz hat die Redaktion ein Casting-Video via Videokonferenz mit mir gedreht. Nicht für das Talkformat, sondern für einen Beitrag. Ich werde irgendwann noch Bescheid bekommen, ob sie das Thema machen möchten oder nicht. Natürlich werde ich nicht erkennbar sein.

Sowohl bei dem Casting, als auch bei den Aufnahmen für den Podcast KaminabendBDSM ist mir klar geworden, dass ich immer wieder über andere Themen wahrgenommen werde, ein Label bekomme. Im ersten Podcast war ich die Vertreterin der polyamoren Fraktion. Wobei mir jemand hinterher geschrieben hat, dass er nicht findet, dass ich wirklich polyamor sei. Sondern eher polygam. Ich würde ja schließlich in keinem wirklich polyamoren Beziehungsgeflecht leben. Ja, wenn man es so sieht, dann passt das Label nicht. Aber es war mein Merkmal für den ersten Podcast. Beim Casting für die Fernsehsendung war ich „die Geliebte“. Ich habe ja durchaus journalistische Erfahrung, so dass ich eigentlich weiß, dass eine Geschichte die man erzählt ja auch einen Dreh braucht. Aber ich war während des Interviews doch sehr überrascht, dass alle Fragen sich darum drehten, wie das Leben als Geliebte so ist. Aber ja, manchmal vergesse ich, dass ich meinen Blog damals Seitenspringerin getauft habe. 🙂

Einer der ersten Männer, der aus seinem Weihnachtsurlaub zurück in meine Stadt gekehrt war, war Mr. Jazz. Worüber ich mich sehr freute. Mit ihm habe ich viele Abende mit einem Drink und einem guten Gespräch verbracht. Sex passiert auch. Aber das ist wie eine entspannte Freundschaft, wo man auch mal mit einander im Bett landet, wenn beide Bock haben, aber ist kein Muss. Als ich gerade über die Erlebnisse mit ihm nachgedacht habe, fällt mir auf, dass er der erste Mann ist von dem ich weiß, dass er beim Sex mit mir mal eine halbe Viagra genommen hat. Das Erlebnis hatte ich nie verbloggt glaube ich. Er hatte wohl den Anspruch an sich selbst es mir mal richtig besorgen zu wollen. Obwohl ich nicht fand, dass er sonst bemerkenswerte Erektionsprobleme hatte. Sonst habe ich ihm halt einen Orgasmus geblasen. Zumal ich ja nicht so einfach zum Orgasmus zu vögeln bin und mir ja auch sonst zu helfen weiß. Ich glaube er hatte sich die Pillen von einem Bekannten geben lassen und hatte nur eine Viertel Tablette eingenommen. Er hatte auch eine wirklich krasse harte Latte. Die stand einfach ohne, dass ich was dazu tun musste. Er hatte die Tablette eingenommen, ohne dass ich es gesehen hatte. Mit seiner Latte hat er mich auch ziemlich ordentlich gevögelt. Das Problem an der Sache war nur, dass er selbst von der Tablette nur noch eine sehr abgestumpfte Wahrnehmung hatte, so hat er es mir hinterher erzählt. Ich glaube ich habe ihn auch gar nicht zum Kommen gebracht. Aber das war ihm wohl an diesem Abend nicht wichtig gewesen. Wir haben uns in der Zeit oft sehr spät Abends erst getroffen und sind dann schnell eingepennt. Ich glaube in der Phase hatte ich einigermaßen viel Stress, deswegen habe ich wohl nie darüber geschrieben. Es fällt mir jetzt ein, wo ich nochmal alle unsere Erlebnisse in dem Einzimmer-Wohnsilo, das er in dieser Zeit gemietet hatte Revue passieren ließ.

Das bringt mich auch auf meine aktuelle Geschichte. Denn als wir uns nach seinem Weihnachtsurlaub wieder gesehen hatten, bewohnte er ein Hotelzimmer. Wir trafen uns zum ersten Mal in einem bequemen Umfeld. Das spartanische Ein-Zimmer-Wohnklo, dass er untergemietet hatte, hatte auch was. Aber es war eher immer wie der Camping-Abenteuer Urlaub mit den Matratzen auf dem Boden. Das macht mir nichts aus. Aber deswegen war der Kontrast bemerkenswert, als wir uns zum ersten Mal in einem schicken Hotelzimmer trafen. Passend dazu hatte ich mein Cluboutfit mitgebracht, sozusagen die Reizwäsche ausgepackt. So hatte er mich auch noch nie gesehen. Aber es gefiel ihm. Wir hatten lange keinen Sex gehabt, das war spürbar. Wir mussten uns erst wieder aufeinander eingrooven. Wobei wir beide nach einem langen Tag ziemlich müde waren, also hatten wir quasi Einschlafsex miteinander. Keine Experimente. Guten klassischen Sex. Blowjob. Alles gut. Ich habe im gemütlichen Hotelzimmer sehr gut geschlafen (ich glaube er hat irgendwie nicht sonderlich gut geschlafen) und nur halb soweit zur Arbeit, wie sonst. Doppelt gut für mich – Einschlafsex und länger schlafen, weil halb so langer Arbeitsweg. Jederzeit wieder.

Themenspeicher

  • Verrückter Italiener und die Familiengründung
  • Spätnachts bei Mr. Gentleman
  • Die einzigen Gäste im Club
  • Nicht im Club

Ich zuuuu ungeduldig….

Ich sitze Mitten in Sachsen in einem McDonalds und habe noch ein wenig Zeit übrig, weil ich ein gutes Stück zu früh dran bin. Warum bin ich da? Ich werde auch am zweiten Kaminabend BDSM teilnehmen, der Martin vom Training-of-the-O-Blog wieder zusammen mit dem Joyclub organsiert hat. Es wird wieder einen Podcast geben. Es war eigentlich gar nicht vorgesehen, dass ich schon wieder teilnehme. Aber es hat wohl jemand abgesagt und ich bin reiselustig und kompetent und witzig :-). Also freue ich mich, dass ich nochmal dabei bin. Mal sehen, ob ich was sinnvolles zu dem Thema beitragen kann. Wie immer bin ich schlecht vorbereitet, habe keine Themen geschickt, habe mir das zwischen lauter Ehrenamtstermine in das Wochenende reingequetscht. So dass ich heute die 400 Kilometer rauf und später auch wieder runterfahren werde. Aber was tut man nicht alles. Ich werde dann natürlich auch wieder den Link zu dem Podcast posten, sobald er fertig ist.

Ansonsten war die letzte Woche gefühlmäßig ein wenig einsam. Es wird schon spürbar, dass Mr. Bondage sich beruflich verändert hat. Er ist viel seltener in meiner Ecke. Wir waren noch einmal Mittags kurz Essen, was schon war, aber bei weitem nicht ausreicht um meine Nähe-Speicher aufzufüllen.

Mr. Workaholic war in der weiten Welt beruflich unterwegs, also gibt es auch dort nichts neues. Fast nicht. Einmal hat er mir nach einem langen Arbeitstag offensichtlich betrunken WhatsApps geschickt. Sehr aufschlussreich 🙂 Ich nehme an, dass er das meiste davon gerne zurücknehmen würde. Ich fand es spannend mal in seinee Gefühlswelt Einblick zu bekommen. Von dem missglückten ersten Clubbesuch ist ihm am allermeisten der Moment im Gedächtnis geblieben, als ich auf der Couch meinen Kopf an seine Schulter gelehnt hatte. Das fand ich sehr erfreulich. Wenn du einen Mann mit in einen Swingerclub nimmst und der Moment, der ihm am Besten gefallen hat der war, als du dich an ihn hingekuschelt hast. Ich nehm das jetzt einfach mal als Kompliment.

Mr. Band mit dem ich so intensiv geknutscht habe, der bringt mich noch um meinen Verstand. Wir haben uns noch ein weiteres Mal getroffen. Wieder an meinem Peak-Day. Wir haben ein erstaunliches Timing. Wir haben uns drei Mal bei ihm zu Hause getroffen. Zwei Mal davon hatte ich den Peak-Day meiner Tage. Deswegen war der Abend quasi die Blaupause von unserem ersten Treffen bei ihm zu Hause. Das Knutschen war so intensiv, so nah, so aufwühlend. Ich bin nahe dran mich Hals über Kopf in ihn zu verknallen. Dabei weiß ich verhältnismäßig wenig von ihm. Außer dass er Single ist und schon Papa aus einer vergangenen Beziehung. Aber er küsst mich einfach um den Verstand. Eigentlich würde ich ihn am liebsten dauernd sehen. Mehr haben, mehr küssen, mehr von ihm. Aber er hat auch viel zu tun und sagt mir immer, dass es dauern wird bis wir uns wiedersehen. Ich sitze ich immer wie ein verknallter Teenager auf Kohlen bemüht ihn nicht zu sehr zu nach einem Wiedersehen zu bedrängen (was mir wirklich sehr schwer fällt.) Und ja, ich habe schon den Fehler gemacht, dass ich ihm per WhatsApp gestanden habe, dass ich mich ein klein wenig verknallt habe in ihn. Was ihn natürlich erstaunt habt, weil wir uns ja wirklich kaum kennen. Naja ich habe es mal wieder nicht ausgehalten. Ich Depp. Wie ich mich ärgere, dass ich immer so ungeduldig bin. Keine Ahnung wie das mit uns weitergehen wird. Mal sehen, ob ich ihn verschreckt habe.

Im Darüber-Nachdenken, ob ich mir eine Beziehung mit Mr. Band vorstellen kann, ist mir auch klargeworden, dass meine Freundschaft zu Mr. Bondage nicht mehr verhandelbar ist für mich. Wenn mich also jemand nur unter der Prämisse nehmen würde, dass ich Mr. Bondage aus meinem Leben streichen muss, dann würde das nicht mehr gehen für mich. Viel zu wichtig ist er mir als Freund geworden. (Ich spreche gerade nicht von ihm als Sexualpartner) .

Das war jetzt mal so ein kleiner Gefühlszwischenbericht. So jetzt mache ich mich auf den Weg zum Kaminabend. Freu mich schon.

 

Die Riesenkugel stellt mich vor ein Problem…

Nach dem Clubbesuch mit Mr. Workaholic, der zwar auch erhellend, aber in mancher Hinsicht auch unbefriedigend war, verabredete ich mich mit einem Mann, den ich zum ersten Mal in der Silvesternacht im Club gesehen hatte. Ich hatte ihm beim Spielen mit seiner Begleiterin zugesehen. Es ist leicht ihn im Gedächtnis zu behalten, weil er unübersehbar ein ziemlich mächtiges Piercing an seinem besten Stück trägt. Er hatte an dem Abend schon Interesse signalisiert, ich war seinen Lockversuchen auf die Matte aber nicht gefolgt. Einfach auch, weil ich keine Lust hatte, mich damit auseinanderzusetzen, in welchen Verhältnis er und seine Partnerin stehen. Am Ende des  Abends hatte er mir kurz bevor er gegangen war, noch meinen Nick von der Rirarammelseite entlockt. So dass es nicht verwunderlich war, dass nur wenig später eine Mail von ihm in meinem Postfach landete.

Und siehe da, er hatte mich auch vor dem Abend im Club schon mal angeschrieben. Das spricht dafür, dass er auch mein Profil ansprechend findet. Was ich dann wiederum gut finde. Er hatte sich immer als Begleiter für einen Clubabend gemeldet, es hatte sich für mich aber immer anders ergeben. An diesem Abend war es für mich sehr verlockend noch auf jemanden zu treffen, den ich schon einschätzen konnte. Zumal wir eh lose am hin und her schreiben waren. Er war besuchbar und ich machte mich auf den Weg. Ich war hungrig, also quatschten wir erst bei Pizza und einem Drink. Ich fühlte mich wohl bei ihm. Dann landeten wir schließlich in seinem Bett. In seinem riesigen Bett. Es fiel mir überraschenderweise an diesem Abend nicht ganz so leicht meinen Kopf auszuschalten. Auch wenn ich nicht so genau weiß warum. Er verwöhnte mich gut. Aber mein Kopf brauchte Zeit.

Sein wirklich riesiges Piercing machte die Sache nicht einfacher. Er hatte keinen Ring, wie ich es bei JD hatte, sondern einen Stecker mit zwei Kugeln, wovon einen quasi oben auf der Eichel liegt. Zumindest in meiner Erinnerung. Und diese Kugel war wirklich massiv. Eine schwere, silberne Kugel. Viel, viel viel größer als mein Zungenpiercing. So reizvoll das ganze sein mag mit dem Piercing, ordentlich zu blasen war mit dieser Art Piercing fast nicht möglich. Alle Techniken und Tricks die ich sonst beim Blasen anwenden, gingen nicht ordentlich, weil er diese Kugel da oben drauf hatte. Saugen ging nicht so gut wie sonst. Immer war die Kugel irgendwie dazwischen. Es war wie verhext. Ich blase doch so gern, umso mehr quält es mich, wenn ich es nicht zufriedenstellend tun kann. Weil es nicht so Recht klappte, gaben wir das Unterfangen relativ schnell wieder auf. Als er sich dann ein Gummi über seinen gepiercten Schwanz zog, fragte ich ihn, ob damit nicht der Gummi leichter reißen würde. Er verneinte. Ich bin mir sicher, dass er damit auch Recht hat, aber beim ersten Mal und so ohne hormonelle Verhütung im Hintergrund geisterte mir das schon im Kopf umher. Vielleicht ist es eine Sache der Gewöhnung. Es fühlte sich schon gut an, aber ich hatte Anfangs schon Angst, dass er mir mit dem Piercing wehtun könnte, weil er damit in mir irgendwo dagegen stösst. Aber dem war nicht so.

Er hat mich, wenn mich meine Erinnerung nicht narrt, zweimal geleckt an diesem Abend und ich bin zu meinen Orgasmen gekommen. Auch er ist gekommen, auch wenn ich gerade nicht mehr weiß wie. Das ungewohnte Piercing und meine eigene Auseinandersetzung damit überlagern so ein wenig den Abend in meiner Erinnerung. Und es machte mich auch klar, dass mich auch das Piercing bei unserem ersten Treffen im Club abgehalten hat. Das wäre zuviel ungewohntes Terrain gewesen. Das war an dem Abend im Club zuviel. Unbekannter Mann und unbekannte Ausstattung sozusagen.

Mr. Piercing und ich haben uns nach dem Abend auch schon wiedergesehen. Wir haben ein Fußballspiel besucht. Ich mag das, wenn man so ganz gechillt auch Dinge außer Sex unternehmen kann.

 

Themenspeicher:

  • Verrückter Italiener und die Familiengründung
  • Spätnachts bei Mr. Gentleman
  • Mal ein richtiges Bett
  • Die Dinge dazwischen
  • Die einzigen Gäste im Club