Zwischen Traum und Realität – mal wieder im Club – Part 1

In der Corona-Zeit habe ich sehr oft von einem MMF geträumt. Eigentlich war es immer der selbe Film im Kopfkino. Ein Mann nimmt mich doggy, während ich einen anderen blase…

Ich habe vor Kurzem sogar die wirklich wunderbaren Jungs angeschrieben, mit denen ich vor vier Jahren den Dreier hatte. Leider können oder wollen sie aktuell nicht – vermutlich aus Beziehungsgründen. Sehr schade. Den Wert dessen, was die beiden gut eingespielt da mit mir angestellt hatten, der erschloss sich mir in seiner Gesamtheit erst viel später. Gute eingespielte Männer, die sich im besten Fall auch noch mögen, für einen Dreier – unbezahlbar.

Die Swingerclubs haben ja seit Anfang Oktober wieder offen. Die ersten beiden Wochenenden war mir das, was ich da an Anmeldezahlen auf der Rirarammelseite für die einzelnen Veranstaltungen gesehen hatte viel zu krass. Ich war ja nicht einsam während Corona, aber größere Menschenmengen auf engem Raum, irgendwie geht das für mich noch nicht. Sollen die sich alle erstmal austoben, ich komme dann wenn sich der erste Clubrausch wieder gelegt hat.

Doch dann bekam ich doch Lust wieder loszuziehen. Mein Lieblingsclub hat überlebt und seine Pforten wieder geöffnet. Ich sah in der Anmeldeliste einen Mann, mit dem ich schon mal ein Date gehabt hatte. An den musste ich seit unserem Date manchmal denken. Er war etwas unglücklich mit seinem Kopf gegen mein Balkontüre gelaufen, was einen Fleck hinterlassen hatte. Dieser Fleck brachte mich aber immer wieder zum Schmunzeln so dass ich ihn einfach nicht weggewischt hatte. Still there. Und nachdem der Abend mit ihm auch sehr okay war fragte ich ihn einfach, ob er alleine oder in Begleitung an diesem Abend sein würde. Man zahlt genau das gleich, wenn man als Paar oder als Solomann kommt. Für ihn wäre es sicher ein Vorteil mit einer Frau dorthin zu gehen und nicht als Solomann losziehen zu müssen.

Er antwortete prompt, dass er sich freuen würde, wenn wir zusammen dorthin gehen. On top lud er mich vorher noch zum Essen ein und holte mich ab und fuhr mich wieder ein. Das war viel mehr als ich erwartet hatte. Aber ich freute mich auf das Essen mit ihm. Er war ein wirklich interessanter Gesprächspartner. Der Abend konnte also gar nicht schlecht werden.

Wir gingen Essen, dann bald Richtung Club. Ich hatte am Nachmittag richtig viel Zeit gehabt mich aufzubrezeln. Rasieren, Pediküre, Eincremen, Stylen… Beim Essen trug ich die Strapse schon unter meiner Jeans. So aufregend nach so langer Zeit mal wieder loszuziehen. Wir hatten vorher nicht über unsere Erwartungen gesprochen, aber das würde mit ihm schon klappen. Wir hatten uns Zeit gelassen mit dem Essen, so dass schon einiges los war, als wir am Club ankamen. Seine Adresse und den Klarnamen im Club hinterlassen fühlt sich irgendwie schräg an, ebenso die ganzen Menschen ohne Masken. Aber 3G wurde streng kontrolliert.

Ab in die Umkleide. Das erste Paar, das wir sahen, da hatte die Frau eher sexy Abendgardarobe an, als das was ich unter klassischem Cluboutfit kannte. Führte gleich mal zum Outfit umdisponieren meinerseits. Ich hatte mir neben meiner Lieblingsclub-Klamotte noch ein kleines Schwarzes mit Cut-Outs in den Rucksack geschmissen. Also erst mal noch ein wenig seriöser. Strapse drunter, Pumps an, ab in die Menge. Und das war wirklich ab in die Menge. Vor der Bar drängten sich die Menschen. Das mochte ich vor Corona schon nicht besonders gerne, noch weniger aktuell. Er ganz Gentleman übernahm das Drinks besorgen, so dass ich mich etwas abseits neben die Tanzfläche stellen konnte. Man sah den Menschen an, dass sie es genossen, einfach mal wieder unter Menschen zu sein, sich sexy zu kleiden und zu flirten.

Ja, ich genoss es sehr, dem bunten Treiben mit etwas Abstand zuzusehen. Zu beobachten und zu rätseln, ob die Paare, die gemeinsam da sind, auch im wahren Leben zusammen sind. Zu Rästeln nach was der einzelne wohl suchen mag hier im Club. Menschen in mehr oder weniger geschmackvollen sexy Outfits beim Tanzen, beim Bewegen, beim Genießen zu beobachten. Es machte mir gar nicht so viel aus, dass die Musik so nahe an der Bar fast zu laut war für eine gute Unterhaltung.

Damit ich hatte ich eigentlich schon mein Soll erfüllt für diesen Abend. Ich wusste sonst gar nicht so genau worauf ich Lust hatte. Nach einer Weile bevölkerten die ersten die diversen Matten, Höhlen oder Spielbereich. Meine Begleitung im Schlepptau zog ich durch die Zimmer um zu sehen, ob mich etwas kickt von dem was sich dort abspielt. Das ist erst mal völlig unabhänggig von wie alt die Beteiligten sind, oder wie sie aussehen. Mich fesselt immer, wenn ich das Gefühl habe, dass die Lust echt ist, wenn Frau wirklich Spaß haben und im besten Fall auch noch kommen und nicht nur Pornomäßig rumstöhnen. Zu Beginn sind immer viele Soloherren auf der Suche nach einer Gelegenheit.

Ich stand neben einer Spielhöhle/Wiese, die durch eine Wand mit großen Gucklöchern abgegrenzt war. Man konnte von drei Seiten reinschauen. Innen war es dunkel. Zwei Paare fingen an sich zu vergnügen. Ich ging auf die der Eingangstür abgewandten Seite, so dass nicht so viele Menschen an mir vorbei kamen. Mein Begleiter kam mir nach. Während ich zusah, spürte ich ihn an meinem Rücken. Ein weiterer Mann stand neben mir und sah auch zu. Keine Ahnung, ob die Herren mit Blicken mit einander kommuniziert hatten, aber sie fingen an mich zu streicheln, sanft zu berühren – jeder auf einer Seite. Ich genoss es. Es fühlte sich aufregend an. Sie ließen mich auch ihr harte Lust an meinem Hintern spüren.

Aber nach kurzer Zeit schaltet sich der pragmatische Teil meines Hirns ein sagte mir, dass es hier im Gang ja doof ist und darüber hinaus hatte ich jetzt auch das Kleid an, wo man nicht so leicht an die relevanten Sachen ran kommt. Im Nachhinein muss ich sehr über mich schmunzeln. Ich hätte das ja auch einfach mal das Problem der Herren sein lassen können. Die hätte sich sicher was überlegt, wie sie das llösen wollen. Um dem Problem zu entgehen wurde ich initiativ. Ich drehte mich ihnen zu und begann ihre Ständer zu erfühlen. Hart, was zu erwarten war. Der mir unbekannte Mann nahm es als Aufforderung sein gutes Stück aus seiner Hose zu befreien. War ja eh eng geworden. Dann tat ich was mir Spaß macht und blies ihm einen. Bis er kam und ich entschwand um mir das Sperma von den Händen zu waschen. Hinterher fiel mir auf, dass ich ihn am Schwanz wieder erkennen würde, aber nicht am Gesicht, da hatte ich gar nicht so bewusst hingeschaut. Aber muss man ja auch nicht. Das war nun zwar ein MMF gewesen, aber anders als in meinen Träumen.

Dies und das…

Ich würde ja gerne mehr von meinen wilden Sexabtenteuern schreiben, mit denen ich meine neue Einsamkeit kompensiere. Aber da gibt es nicht so wirklich viel zu berichten.

Vor nicht ganz zwei Jahren habe ich meinen Job gewechselt in ein befristetes Arbeitsverhältnis, weil die das bei jedem Job so machen in dem Bereich. Und dann habe ich ja berichtet, dass ich vor kurzem befördert worden bin. Endlich der passenden Job mit einer okayen Bezahlung. Führt aber dazu, dass man mich nicht einfach entfristen kann, obwohl meine Chefin zufrieden ist. Mein ursprünglicher Job ist bereits nachbesetzt.

Ich muss mich nun gerade auf meinen eigenen Job bewerben und meine Firma macht mir das, obwohl meine Chefin mich behalten will schwerer, als nötig. Jedenfalls läuft nun dieses Wochenende endlich die Bewerbungsfrist für die Stelle aus. Mir wurde gesagt, dass es viele Bewerbungen gibt. Meine Chefin spielt da keine Spielchen, die ist ziemlich ehrlich.

Das macht mich sehr unentspannt in meinem Kopf. Ich hoffe, in absehbarer Zeit kann ich berichten, dass das eine kurze nervige Episode war und ich ab 1. Januar dann endlich den entfristeten Job bekommen habe.

Dieses Wochenende haben die Clubs ja wieder geöffnet. Und so sehr ich mich auch freue, dass ich theoretisch wieder die Möglichkeit habe in einen Swingerclub zu gehen um so mehr haben mich die Anmeldezahlen für die einzelnen Events auf der Rirarammelseite für das aktuelle Wochenende abgeschreckt. Wenn die alle gekommen sind, dann müssen die sich ja fast gestapelt haben. Na hoffentlich geht das pandemietechnisch nicht in die Binsen. Unabhängig davon, dass ich eh gerade meine Tage habe, handhabe ich es so, wie ich es früher auch gemacht habe, wenn ich allein in den Club gegangen bin. Ich gehe erst später hin, wenn sich dann alle mal einen weggesteckt haben und der größte Druck aus dem Kessel raus ist.

Ein Date hatte ich zum Fußball gucken, der wohnt in Laufnähe zu mir. Ich fand den Abend ganz okay, er mich wohl weniger spannend und hat mich nach dem Spiel dann hinauskomplimentiert. Die Nachricht am nächsten Tag, dass es Sorry beim ihm nicht Klick gemacht hat, die war ziemlich überflüssig, das war auch so klar. Dies Korb-kriegen-Ding fühlt sich egal wieviele man bekommen hat immer irgendwie doof an. Aber nur so zwei/drei Tage, dann geht es. Eigentlich würde ich gerade lieber Männer treffen, die ich schon kenne. Wo beide wissen, worauf sie sich einlassen. Aber irgendwie klappt das terminlich gerade nicht.

Kann ich einen 22-jährigen daten und was zum Henker will der von mir…?

Ich schreibe gerade auf der Terrasse eines Restaurants, das nicht weit von meiner Wohnung weg liegt. Ich mag es, wenn ich im Getümmel sitze, Menschen sich um mich herum bewegen. Aber jetzt habe ich gerade das Pech, dass ich trotzdem ich mir Papier in die Ohren gestopft habe, meine Ohren nicht aus zwei Gesprächen bekomme. Neben mir steht ein Ami, der einfach neben der Terrasse des Restaurants steht und lautstark telefoniert. Manchmal bewundere ich ja das Selbstverständnis in dem manch Ami durch die Welt geht und 0, zero, gar nicht reflektiert, dass er das ganze Restaurant dazu nötigt seinem Gespräch zu lauschen. Es ist schon fast unverschämt, mit welcher Lautstärke und Selbstverständlichkeit er sein Telefonat führt. Ich weiß nun, dass er Stress mit seinem Boss hatte und dass er „I don´t fucking care….“ Immerhin hat sein Telefonat meine Ohren von der Frau, die am ersten Tisch gegenüber sitzt gelöst. Die hat einfach eine nicht überhörbare Stimme… Normalerweise mag ich Grundrauschen, aber beide waren so penetrant, dass ich sie fast nicht ausblenden konnte.

Zurück zum eigentlichen Thema: Schreibt mich auf der Rirarammel-Seite unlängst ein 22-jähriger an. Er würde mich gerne kennenlernen. Aha. In meinem Profil steht definitiv, wie alt ich bin. „Danke, das freut mich, aber bin ich nicht ein wenig alt für dich?“ Ich musste der Sache auf den Grund gehen. „Dein Alter passt mir, hatte viel ältere“ Hui scheint ja wild unterwegs zu sein, der Kleine. Dann wollte er in mein geschlossenes Fotoalbum mit den Gesichtsbildern sehen. Dafür würde ich seine gucken dürfen. Gut, dachte ich mir, spätestens dann würde er mich wohl aussortieren, da ich mich jetzt nicht zur Kategorie Hot Milf zähle. Er guckte nach und anwortete „Schön“. Aha. Das war unerwartet. Naja, vielleicht hat er es auch einfach besonders nötig gerade. Dann inspizierte ich sein Album. Niedlich, entfuhr es mir. Südländischer dunkelhaariger Typ, trainiert aber nicht zu prollig.

Ich schrieb ihm, dass ich ihn niedlich fand. Er bedankte sich. Währenddessen versuchte ich mir vorzustellen, wie ein Date zwischen uns funktionieren würde. Über was sollten wir reden? Also ich so drüber nachdachte fiel mir auf, dass als er geboren worden ist, ich schon gevögelt hatte. Ach Gott, das ist schon echt jung. Wie macht ihr Typen das mit so viel jüngeren Frauen?

„Lässt du mich die Führung haben?“ What? ÄHHHH. Ich musste den Satz ein paarmal lesen. Hat er das jetzt wirklich geschrieben? Ganz schon selbstbewusst der Kleine. Da haben sich schon viel ältere Männer die Zähne ausgebissen. Trotzdem meine Neugierde definitiv geweckt war, bekam ich das in meinem Kopf nicht geregelt. Ich wollte in der Nummer ja auch nicht die komische Alte abgeben. Ich schrieb ihm, dass ich eh gerade meine Tage hatte und das eher ungünstig wäre. Worauf hin er ein „Ich kann dich abholen und wir chillen mit meinen Freunden“ antwortete. Ich sah ihn vor meinem geistigen Auge gerade schon mit seiner gut gepflegten Aufreißerkarre vorfahren um mich „Baby“ einsammeln… Also wenn ich so JLO-Milfig-hot wäre, dann hätte ich mir ja vorstellen können, mit zu seinen Kumpels zum chillen genommen zu werden… Trotz aller Neugierde führte in meinem Kopf da gar kein Weg hin. Manchmal bin ich bei sowas mutig und springe einfach hinein. Aktuell bin ich nicht so im Reinen mit mir, dass das geht.

Also schrieb ich ihm (und kam mir sehr alt und reflektiert vor): Danke für das Angebot, aber es liegt nicht an dir. Ich habe dafür einfach gerade zu viele Komplexe. Ich würde mir wie die Mutti vorkommen, wenn du mich zu deinen Kumpels mitnimmst. Sorry.

Der was wäre gewesen wenn Gedanke, lässt sich nicht ganz abstellen. Aber bisher bin ich immer ganz gut damit gefahren auf meine Intuition zu hören.

Liebe, doch kein Beziehungsmodell das passt…

Es war leise hier auf dem Blog der Seitenspringerin: Leise, weil der Kollege und ich uns in einen weiteren Versuch eines Beziehungsmodells gestürzt hatten. Es entstand zu Beginn des zweiten Lockdows im Herbst. Wir konnten so die einsame Zeit gemeinsam verbringen. Uns im Sinne der Kontaktbeschränkung auf uns gegenseitig beschränken. Es fiel mir für ein halbes Jahr überhaupt nicht schwer. Es war perfekt. Nähe und Sex soviel oder sowenig wie es sich einfach für uns anfühlte.

Der Lockdown ging vorbei, aber unsere Zweisamkeit blieb erstmal. Bis wir vor dem selben Problem standen wie schon mal. Je mehr Lockerungen kamen, desto größer wurde mein Drang wieder losziehen zu wollen. Ich hoffte auch dieses Mal, dass er sich auf irgendein Modell jenseits von Monogamie einlassen würde. Er hoffte, dass ich vielleicht merken würde, dass er reicht, dass ich alles bekomme, was ich brauche.

Wir hatten uns darauf eingegroovt, dass wir uns immer Samstag auf Sonntag sehen – etwa 24 h lang. Mehr war ihm zu viel, mir passte das so auch ganz gut. Ich hoffte in diesem Modell, dass er mich unter der Woche „laufen“ lassen können würde. Aus meiner Sicht würde ich ihm damit weder Zeit noch Sex wegnehmen. Vermutlich würde es ihm oft noch nicht einmal bewusst werden, wenn ich einen Abend anderweitig verbracht hätte. Ich glaube aber, dass er in diesem Modell den Gedanken nicht abstreifen kann, dass er nicht genügt, sich mangelhaft vorkommen würde. Für ihn ist es einfach nichts.

Der Sex ist wunderbar mit ihm, er kann es mir unglaublich gut besorgen. Er begehrt mich so wie ich bin. Ich fühle mich geliebt. Dieser Moment, wenn ich bei ihm unter der Dusche stehe und er sich im Bad zu mir setzt, einfach um mich anzusehen. Und steif wird, weil er meinen Körper so sehr begehrt. Doch trotzdem bleibt der Drang in mir, dass ich fremde Haut spüren will, dass ich die zusätzliche Bestätigung brauche, den Flirt, das Unbekannte. Eine Weile geht es immer ohne, aber das bleibt nie so. Das war bisher immer so. Wenn ich das so schreibe fühlt es sich undankbar an, weil begehrt werden und Liebe nicht reichen. Aber ja, so ist es, weil es einen Teil von mir eben nicht akzeptiert.

Im Grunde haben wir nie zusammen gepasst: Er der genügsam auch zu Hause bleiben kann, ich die immer los will, immer was unternehmen muss. Er ordentlich, gut organisiert, ich chaotisch, manchmal wankelmütig. Ich bräuchte jemanden der mich mitzieht, er auch, aber ich ziehe zu viel. Aber wir haben uns einfach geliebt.

Jetzt haben wir wieder Funkstille. Die ist von ihm so gewählt und ich respektiere sie. Es wird auch beim dritten Mal nicht leichter, auch wenn ich kein Modell sehe in dem das mit uns dauerhaft funktionieren könnte.

Aber ist nicht das erste Mal, dass ich das schreibe, mal sehen, ob es das letzte Mal wird.

Aber ich sortiere mich wieder neu und werde berichten.

Beförderung – ohne Sex

Ich hab mich nicht hochgeschlafen – das vorne weg 🙂 Eigentlich war ich schon am überlegen, mir eine neue Stelle zu suchen, weil ich irgendwie festgesteckt bin. In einem eher für mich zu konservativen Betrieb, auf einer Stelle die deutlich unter meiner Qualifikation war. Mit zwei internen Bewerbungen, die nicht beachtet worden waren. Chef und ChefChef, die mich gefördert hatten waren in Rente. Neue Chefin kam. Ich schlug eine Projektstelle auf 2 Jahre vor mit besserer Eingruppierung um ein paar Digitalisierungs-Projekte voran zutreiben. Aber das mit befristeten Projektstellen mögen die in meinem Betrieb irgendwie nicht. Ich wollte aber die Digitalsierungsprojekte nicht unterbezahlt auf meiner aktuellen Stelle machen. So ganz kurz vor meiner inneren Deadline kam die Chefin ums Eck und bot mir eine vakante Referatsleitung an mit der Option 40 Prozent der Zeit Digitalisierung zu machen. Wow, deutlich mehr Gehalt – einziger Haken. Erstmal kommissarisch bis zum Jahresende. Aber besser als nix. Jetzt bin ich also zum ersten Mal Vorgesetzte – von einem kleinen Team. Erst noch Kollegen, jetzt bin ich die Chefin. Was lustig ist, wenn man den Kolleginnen vorher von schrägen Dates etc erzählt hat. Aber egal.

Sollte das über den Jahreswechsel hinweg so bleiben, wäre cool. Dann hätte ich zumindest vom Level auf dem ich arbeite endlich die verlorenen Jahre durch das zu lange Studium kompensiert.

Der Mehrverdienst eröffnet mir die Möglichkeit, dass ich nun die Lipödem-OP angehe. Das was mich aktuell am meisten quält. Seit meiner Covid-Erkrankung habe so 5 Kilo mehr, die ich nicht mehr loswerde und gefühlt hat das Lipödem nochmal einen Schub gemacht. Mein Oberschenkel reiben innen nun noch mehr aneinander. Ich merke, dass es so langsam Auswirkungen auf meine Körperstellung als Ganzes hat. Mein Bandscheiben-Vorfall wird durch das Mehrgewicht auch nicht besser. Alles Jöggen und trainieren hilft nix. Die Diagnose hatte ich mir bereits Anfang 2020 geholt. Zu der Zeit führte aber gar kein Weg hin das Geld für die Liposuktions-OP aufzubringen. Ich war bei mehreren Ärzten. Mein jetziger will 12500 Euro haben. Das ist noch ziemlich günstig. Der erste sagte 3 OPs für zusammen 27 000 Euro. Zu krass einfach.

Ich werde das aber aus verschiedenen Gründen auf 2 OPs aufteilen. Dann wird es noch ein wenig mehr von den Kosten. Aber das bekomme ich irgendwie hin. OP-Termin ist der 1.Dezember. Ich hatte schon einen Termin am 30 Juni gehabt. Aber 6 Wochen Mieder tragen im Sommer war mir dann doch zu krass. Ich will das weg haben, bevor es noch mehr Spuren an Körper und Geist hinterlässt. Vielleicht poste ich mal Bilder von meinen Beinen.

So viel zu einem kurzen Update. Sorry, weil schon wieder ohne Sex 🙂

Lebenszeichen – after Covid

Ich hatte eine ganze Weile einfach keine Lust zu schreiben. Ich weiß eigentlich gar nicht warum. In gewisser Weise habe ich es genossen mich in dieser Lockdown-Phase in einen immer gleichbleibenden Lebensrhythmus einzuigeln. Unter der Woche nur Arbeiten – halb Homeoffice, halb Office, Ehrenamts-Telkos, Essen, Lesen, Bett, jetzt wieder Sport. Am Wochenende einen Tag Lover, einen Tag Familie und die Besties. Sieben Kontakte, seit Wochen aber dafür immer dieselben. Ich könnte das noch eine Weile so durchhalten. Aber ich bin zumindest vom Job privilegiert, da die Krise keinerlei Auswirkung für mich hat.

Mein letzter Beitrag ging über meine Streaming-Erlebnisse. Das habe ich so bis zum Jahreswechsel betrieben. Dann kam der Neujahrstag. Ich hatte den Jahreswechsel mit dem Besties-Pärchen und einer weiteren ganz engen Freundin verbracht. Wir waren in der Tat einer mehr als in Bayern erlaubt war. Ich hatte am Silvestertag leichten Schnupfen bekommen. War in den Tagen vorher zwei Mal Joggen gewesen. In normalen Jahren hätte ich das noch nicht mal wahrgenommen. So aber fragte ich meine Freunde, ob ich trotzdem kommen soll oder nicht. Sie bejahten, waren aber über meine minimal laufende Nase informiert. Als ich am Neujahrstag zurück nach Hause kam, ging ich duschen. Dann fiel mir auf, dass ich mein Duschgel nicht mehr roch. Verrückt, denn ich hatte es mir wegen des Blutorange-Minze-Geruchts gekauft… Ohoh.. Verdammt. Es roch einfach nach nichts. Nach dem Duschen ab in die Küche, an der Kaffee-Dose riechen. Nichts. Shit. Feiertag. Gleich den Termin im Schnelltest-Zentrum ausgemacht für den nächsten Tag. Freunde informiert, Lover informiert, Familie informiert – die hatte ich aber seit 5 Tagen nicht mehr gesehen.

Am nächsten Tag zum Schnelltest. Ich bin Ubahn gefahren, was ich sonst nie mache, aber der Testort lag Mitten in der Innenstadt. Nachdem alle anderen ihr Ergebnis aus der einen Tür bekamen und ich zur anderen gebeten wurde, war mir gleich klar, dass der Test positiv ausgefallen ist. Fuck. FUCK. Und dann muss man noch mit der Ubahn heimfahren. Zweit Tage später bestätigten mir dann zwei PCR-Tests dasselbe Ergebnis. Ich hatte also Corona. Und auch bis heute keine Ahnung, wer mich angesteckt haben könnte. Meine Freunde haben sich alle gleich in Quarantäne begeben. Meine Familie, obwohl sie nicht hätte müssen auch. Alle haben sich mehrmals getestet. Niemand hat es sonst bekommen. Immerhin.

32 Quadratmeter, 1-Zimmer, allein 10 Tage. Viele wunderbare Menschen die mich anriefen oder mir Essen brachten. Ein Arthouse-Channel Abo, Bücher und Internet brachten mich durch die Zeit. An sich ist Allein sein für mich nicht das Problem. Ich kann mich da schon beschäftigen. Aber die Sorgen und Ängste die immer mal wieder durchbrachen waren nicht so ohne. In der ersten Nacht nach dem Ergebnis hatte ich eine irrationale Angst davor einzuschlafen. Man könnte ja im Schlaf ersticken. Am Ende bin ich mutmaßlich mit einem 5-tägigen Geruchs- und Geschmacksverlust, ein klein wenig Halsschmerzen und minimal Schnupfen davon gekommen. Ich hätte statt Kaffee auch einfach heißes Wasser trinken können, es hätte keinen Unterschied gemacht. Aber ich hab trotzdem Kaffee gekocht.

Am 10. Tag durfte ich wieder raus. Ab Mitternacht. Was ich dann gleich genutzt hatte, um den auf dem Balkon gelagerten Müll rauszubringen. Mein Hausarzt hat mir geraten 6 Wochen keinen Sport zu machen. Jetzt habe ich langsam wieder angefangen zu joggen. Ich bin nun 2 Monate Post-Covid und merke soweit nichts. Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich mich weniger lang konzentrieren kann, als vorher. Aber keine Ahnung, ob ich mir das nur einbilde.

2021 und ich sind nach dem holprigen Start noch nicht so wirklich Freunde geworden. Kurz nach meiner Quarantäne ist eine meiner beiden Omas gestorben. Nicht an Corona. Aber auch ohne Abschied. Die Beerdigung im kleinen Rahmen war dafür schön, da nur Menschen da waren, die sich gewogen sind. Es war trotz der Umstände eigentlich die schönste Beerdigung auf der ich bisher war. Ich wurde dazu auserkoren, die Grabrede zu halten. Eine Herausforderung. Aber ich glaube es ist mir ganz gut gelungen. Und keine Rede bisher in meinem Leben, habe ich vorher so oft geübt wie diese.

Meine andere Oma ist gerade noch auf Reha, weil sie sich den Oberschenkelhals gebrochen hat. Heute ist ihr Sohn, mein Onkel gestorben. Ich war bisher in meinem Leben sehr wenig mit Tod konfrontiert, jetzt gehäuft. Wenn ich darin was positives sehen kann, dann dass es meine Freundschaften und die Familienbindungen enger macht. Der zweite Lockdown hat dafür gesorgt, dass ich jeden Sonntag bei meinen Eltern esse. Es ist ein schöner Brauch geworden. Danach zu den Besties zum Abendessen und Filme gucken

Es geht mir gut, nur Sex hatte einen eindeutig geringeren Stellenwert in meinem Leben als sonst. Der Kollege und ich sehen uns ein bis zwei Mal die Woche, wir geben uns Nähe und haben auch Sex. Wunderbar, dass sich das so gefügt hat, für den zweiten Lockdown.

Das war ein erstes Update. So ein bißchen was habe ich schon noch zu schreiben. Es fühlt sich an, als kehrt die Muße zurück.

Spreiz die Muschi in die Kamera – ich beim Streamen

Sorry, für die Pause. Manchmal ergibt sich das einfach so. Ich hätte so einiges nachzuschreiben, mal sehen ob es mir gelingt.

Der Kollege, für den ich noch nen neuen Namen suchen muss, ist zurück und aktuell mein Corona-Lockdown-Fuckbuddy. Wie sich das ergeben hat, muss ich auch noch schreiben. Aber ich schreibe erst mal den Eintrag der mir am meisten im Kopf umher geistert.

Eines Abends vor etwa 3 Wochen war ich bei meinen besten Freunden. Einer von beiden hat eine Libido die meiner ähnelt, seinem Partner ist das eher nicht so wichtig. Irgendwie hat es sich ergeben, dass mir erster erzählt hat, dass er sich immer mal wieder auf einer Cam-Sex-Seite herumtreibt. Ich blogge, ich treibe mich auf dem ein odere anderen weiteren SocialMedia Kanal herum, aber die Welt des Streamings wie Twitch und Konsorten war bisher überhaupt nicht auf meinem Radar. Aber schaffte es mein Intresse zu wecken und so endete der Abend damit, dass wir mit Glühwein und Chips bewaffnet vor dieser Seite saßen und diversesten Menschen beim Sex oder Solo-Sex zu sahen.

Wir sahen uns schwule Pärchen, Single-Männer-Cams und Hetero-Paare an. Spannend auch deswegen, weil auf einer der Gaycams ein Date von ihm beteiligt war. Wir konnten also einer seiner Affären live beim Vögeln zusehen und derjenige wußte das auch noch. Sehr spannend. Seine Affäre war an einer 3er Konstellation beteiligt und die drei Jungs boten wirklich eine gute Show in allen Varianten.

Wir klickten uns durch die verschiedensten Streams, kommentierten Blowjobs, lachten über unmögliche Stellungen und erfreuten uns an heißen Kerlen. Mein Freund erklärte mir dann auch noch, dass er dort einen Account hatte und auch schon mal gestreamt hat. Dabei hatte er sich ein paar Coins verdient. Diese Coins kann man kaufen und als Trinkgeld verteilen, wenn einem das was man sieht gefällt. Man kann sich aber auch Privat-Shows buchen, wenn der Darsteller das anbietet.

Eine völlig neue Welt für mich. Man kann auch ohne Anmeldung und ohne was zu bezahlen einfach zusehen. Was ich dann die nächsten Tage auch tat. Und ich merkte, dass mich zu meiner eigenen Überraschung vor allem Frauen-Kameras interessierten. Manche machen das wie einen Job und sind dann auch den halben Tag online. Es gibt auch vieles das nicht spannend ist, vor Allem wenn es nicht authentisch ist oder zu sehr darauf getrimmt Geld damit zu verdienen. Aber so ein paar Streams fand ich wirklich unterhaltsam, so dass ich BigBrothermäßig deren Stream manchmal einfach nebenzu auf dem Kopfhörer mitlaufen ließ und dann immer mal reinschaute. Ich fand es unterhaltsam. Und auch nicht so wild in einer Zeit in der es eh nicht so viel zu tun gibt. Manche sieht man dann mit einem Lush in der Muschi beim Kochen, oder wenn das Coins-Goal erreicht ist sich beispielsweise selbst mit einer Gurke ficken und und und… Es gibt also vieles zu sehen.

Nachdem ich mir das eine Woche angesehen hatte bekam ich immer mehr Lust das auch auszuprobieren. Unterhaltsam bin ich bestimmt. Aber im Vergleich zu den meisten anderen, wollte ich nicht mein Gesicht zeigen. Mein kleines Abenteuer sollte nicht dafür sorgen, dass es hinterher für immer Videos mit meinem Gesicht im Internet gibt, auf denen ich halbnackt Dinge tue. Und ich mache mir wenig Illusionen darüber, dass das auch entgegen der AGBs der Seite Menschen mitschneiden. Maske, Perücke, Sonnenbrille: Ich überlegte hin und her. Probierte lange Winkel und Webcam-Einstellungen aus, wie es gehen könnte. Probierte Webcam vs mit dem Handy streamen aus.

Und eines Tages spät Nachts tat ich es dann. Schrieb dazu, dass das als erstmal nur Test dienen sollte. Ich hatte mal wieder eines meiner Cluboutfits rausgeholt (endlich, ja auch ne ganze Weile nicht im Einsatz gewesen). Ich zog die Büstenhebe an und was schönes drüber. Ich hatte ich mich dazu entschieden am Schreibtisch sitzend zu streamen. Weil man ja doch viel interagiert im Chat. Und so konnte ich am besten in meiner Postion bleiben. Wollte vor Allem erstmal das in Szene setzen, was ich am liebsten an mir mag – meine Brüste… Ich setze mich hin und ging lief… Saß da und spielte an meinen noch bekleideten Brüsten herum und wartete, ob irgendwer zum Gucken kommt.

Am Ende war das Gefühl ein bißchen wie bei meinem ersten Pornokino-Besuch. Ich fragte mich die ganze Zeit, was ich da eigentlich tue. Wird es mal negative Konsequenzen haben? Wenn mich jemand erkennt? Wenn sich so ein Video verbreitet… Gehst du nicht zu weit? Und andererseits hat es mir einfach Spaß gemacht. Das Interagieren, die Komplimente, die Coins, die ich bekommen habe. Wenn es mir Spaß macht und niemandem schadet, kann es doch auch nicht schlecht sein, oder? Ich bin da immer sehr zerrissen.

Ich hab nun 10 Tage lang immer wieder mal gestreamt. Am Ende ingesamt 26 h. Unter der Dusche, am Schreibtisch, im Bett, hab in die Dusche gepinkelt, einen Dildo geritten, es mir zig fach mit echtem Orgasmus selbst macht. Hab mir Eiswüfel und Wäscheklämmern an die Brüste gemacht, hatte Strapse an und heiße Wäsche. Oder nichts. Hab meinen Hintern mit einem Plug drin zur Kamera gedreht und meine weit gespreitzte Muschi gezeigt und mich mit Satisfyer und Dildo befriedigt. Der Kollege hat zweimal auf mich abgespritzt. Ich hab mich für Privatshow zahlen lassen auf der Seite oder über einen Skype-Account, den ich mir angelegt habe. Ich habe in 10 Tagen nebenbei nun 250 Dollar Trinkgeld und 38 Euro für Privatshows angehäuft.

Es ist verführerisch, fühlt sich einfach an und die Aufmerksamkeit und das Feedback korrumpieren mich. Was zur Zeit nicht so schlimm ist, weil man ja eh besser zu Hause bleibt und sich nicht mit Menschen treffen sollte. Aber ja, ich bin hin und her gerissen. Die Show macht mir Spaß. Ich habe nie Ziele eingestellt, was heißt, dass ich bei einem bestimmten Betrag etwas bestimmtes machen würde. Sondern mir Trinkgeld wirklich nur geben lassen, wenn den Zuschauern gefällt, was sie sehen. Ich glaube der Rekord waren bis zu 200 Viewer gleichzeitig. Meinen Account haben fast 500 Menschen (Männer) abonniert. Im Minuten-Rhythmus gesagt zu bekommen, dass man wunderschöne Brüste, einen tollen Körper, eine schöne Muschi und eine sexy Stimme hat, das geht runter wie Öl.

Niemand, nicht ein einziger hat geschrieben, dass ich häßlich oder fett wäre. Damit kommen wir zu den positiven Seiten meiner Erfahrung: Man merkt dort auch wirklich nochmal, dass die Vorlieben unterschiedlich sind und dass für jeden Figurtyp eine Fanbase gibt. Weder mein Bauch, noch mein Arsch haben Männer davon abgehalten mir zuzusehen und sich auf meinen Körper einen runterzuholen (was ich rein als Kompliment ansehe). Es ist ein Egobooster. Darüber hinaus ist es unterhaltsam und ich mag das Interagieren. Ich hab auch diverse Male den Männern dann auf ihrer Cam beim Wichsen zugesehen und Komplimente zurück verteilt.

Aber die Aufmerksamkeit, die easy verdienten Dollar machen fast schon süchtig. Man mus aufpassen, dass man sich nicht verleiten lässt die eigenen Grenzen immer weiter zu verschieben, doch das Gesicht zu zeigen, denn es ist ja gerade ne Privatshow „Mäuschen“ und wir sind ja unter uns.

7 Minuten Skype Call dafür nen 10 Euro Amazon Gutschein, wenn man es einfach mal so mitnimmt, dann ist das easy. Ich hab dafür nur gemacht worauf ich eh Lust hatte, also war es eine Win-Win. Aber ich lerne auch, dass man beim Streamen sehr aufpassen muss. Ich hab mir extra einen neuen Skype-Accoount angelegt. Damit habe ich vier Skype-Shows gemacht. Einer der Männer hat heute morgen sicher 10 Mal versucht mich anzurufen, weil er jetzt geil ist und eine Show haben will. So verrückt. Das ist in der Intensität sicher eher eine Ausnahme, aber ich habe nach den zwei Wochen gemerkt, dass durch das Streamen wohl mehr Nähe entsteht, als auf anderen Kanälen, denn die Menge der Anfragen nach realen Treffen ist oberkrass. Ich sehe das ganze und habe das ganze immer als reine Unterhaltung am PC gesehen. Ich zeige ein wenig, der Zuschauer genießt ein wenig. Für mich war es nie mehr. Aber die Flut der Mails in meinem Postfach dort in meinem Account ist riesig. Die meisten wollen mich in echt kennenlernen, chatten, whatsappen oder ein Date haben. Hätte ich ein Date gesucht, wäre ich auf die Rirarammelseite gegangen. Noch dazu in Pandemie-Zeiten finde ich verrückt, dass die alle nach einem Kennenlernen fragen. Zuneigung ist nicht erkaufbar. Das ist aber vermutlich dort nicht allen klar.

Ich habe immer mal wieder Berichte über Streamerinnen gelesen, die von Stalkern krass belästigt werden und kann mir nun sehr gut vorstellen, wie das läuft.

Ich werde sicher mal wieder online sein, dass ganze aber deutlich runterfahren. Zumal ich nach 14 intensiven Tagen irgendwie das Gefühl bekomme zu verblöden. Der Horizont war sehr eingeschränkt zwischen Dildos, Gleitgel und Höschen. Jetzt ist wieder Zeit für ein Buch. I am not only a body. – Auch ein Verstand, der pflegen braucht.

„Ich werde dich benutzen…“

„Dann wärst du also in der Lage, dem Setting zu folgen? Dich blind und nackt verfügbar zu machen? Brainfucking kultivieren. Ins Unbekannte vorstossen. Den aufregenden Kick zu erzeugen. Die Gedanken beflügeln. Dich bereit stellen. Fotografisch nutzbar und benutzbar sein. Dich der Situation ausliefern. Dem Setting hin geben. Erotisch ansprechbar sein wollen. Im Jetzt sein und im Hier. Abwartende Spannung aushalten. Dich deiner Lust zu stellen. Dich Konsequenz und Kompromisslosigkeit präsentieren. Den Bogen von lustvoll zu geil spannen. Geil sein wollen, Geilheit wünschen. Geilheit zeigen. Dich deinen Emotionen aussetzen. Blank, entblößt und pur sein. Einfach die sein, die du bist. Keine Rolle. Keine Fassade.“

„Das ist unsere Basis. Du kommst und machst dich verfügbar. Fotografisch. Wirst bereit sein, dich erotischer Energie hin zu geben. Erregung soll erzeugt und gelebt werden. Geilheit gezeigt und vermittelt werden. Du gewährst mir Zugriff und das erwünsche Ziel zu erreichen. Das Setting setzen wir wie ursprünglich geplant um. Möchtest du das so? Ist dies unser Einvernehmen?“

Ich hatte eine Adresse. Parkte mein Auto. Es war der zweite Anlauf. Beim ersten Mal hatte ich absagen müssen, weil ich meine Tage eine Woche zu früh bekommen habe. Jetzt ging es. Ich habe mich covern lassen. Mein Bauchgefühl sagte mir zwar, dass es nicht notwendig ist, aber trotzdem tat ich es. Jemand wusste also, wo ich den Nachmittag verbringen werde. Nicht mehr und nicht weniger.

Ich nahm meine Taschen und ging zur Eingangstür eines ganz normalen Wohnhauses. Dort sollte ich dann klingeln. Dabei hatte ich unzählige sexy Outfits, Unterwäsche und Schuhe. Ich war geduscht, überall frisch rasiert und gebodylotiont. Hatte mir ein leichtes Make-Up aufgelegt.

Er schrieb mir, wo ich klingeln sollte. Sagte aber nicht welcher Stock. An der Wohnungstüre würde mich eine Augenbinde erwarten. Diese sollte ich mir aufsetzen. Wenn ich nichts mehr sehe, würde er mir die Türe öffnen. Sprechen sollte ich nur im Notfall. Das war der Ausgangspunkt dieses Abenteuers.

Ich stand vor der Türe und klingelte. Der Türöffner surrte und ich konnte hineingehen. Ich lief mit meinem Gepäck durchs Haus. Und traf prompt auf eine Bewohnerin, was schräg ist, wenn du dich gleich in einen ungewöhlichen sexuellen Kontext begibst. Ich will mir ja nicht so gern im Treppenhaus dabei zusehen lassen, wie ich mir vor der Tür ihres Nachbarn eine Augenbinde aufsetze. Zum Glück verschwand sie relativ schnell, so dass es nicht komisch für mich wurde. Ich fand seine Türe, denn es hing die Augenbinde an der Klinke. In der Nachbarwohnung hatten Menschen gerade lauthals Streit. Ich grinste, weil die Szene gerade absurd normal und unnnormal zur gleichen Zeit war. Ich hatte meine Taschen abgestellt. Ich nahm die schwarze Augenbinde und hoffte sehr, dass nun kein Nachbar mehr an mir vorbei wollte. Ich setzte sie mir auf. Hinter der Türe konnte ich ihn schon wahrnehmen. Ich kannte nur seine Stimme vom Telefon und seine Fotos. Die waren ungewöhlich, künstlerisch spannend. Das hatte mich neugierig gemacht. Lange hatte ich das nicht mehr gehabt. Ein absolutes Blinddate. Dieses Mal nicht für Sex, sondern für Fotos. Aber bereit ihn alles machen zu lassen. Fast keine Tabus.

Keine Ahnung, ob ich mittlerweile abgeklärter bin, als damals beim ersten absoluten Blinddate, aber das Level der Aufgeregtheit, was bei diesem Mal bei weitem nicht so hoch, wie beim ersten Mal. Eher kuriose Neugierde auf das was kommt.

Er öffnete die Türe. Ich sah wirklich nichts unter der Maske und ich schloß die Augen. Wollte mich auf meine anderen Sinne einlassen. Er nahm meine Hände und führte mich langsam in seine Wohnung. Dann stellte er mich ab, gefühlt mitten in einem großen Raum. Er ließ mich stehen und ging zurück zur Türe, um mein Gepäck zu holen. Trotz der Maske fühlte sich der Raum hell an. Viel Licht für Fotos, dachte ich. Obwohl ich wusste, dass er nur mit Tageslicht fotografieren wollte, fühlte es sich an, als hätte er Scheinwerfer aufgebaut. Ansonsten hatte ich keine Vorstellung, was um mich herum war.

Ich wusste, dass ich mich ausziehen sollte. Ganz. Entblößt. Nackt sein, nur mit der Maske war besprochen. Das ist für mich weit aus der Komfortzone raus. Ich bin ja nicht wirklich gern nackt. Brainfuck vor dem eigentlichen Shooting, wofür ich meine Klamotten mitgenommen hatte. Wir hatten beide keine Erwartungen an die Fotos, die in dieser Zeit entstehen würde. Es war ein Spiel für uns beide.

Er kam wieder. Stellte mein Gepäck ab. Bewegte sich durch den Raum. Klick. Er fotografierte. „Zieh dich aus“. Ich kannte seine Stimme, wir hatten ja schon telefoniert. Er erwischte einen Tonfall, der mich anmachte.

Tat ich. Klick. Zog die Jacke aus. Ich versuchte zu vergessen, dass ich hell ausgeleuchtet war und vermutlich nicht sehr sexy aus meinen Klamotten klettern würde. Und es auch noch jemand bildlich festhalten würde. Da ich nicht wusste wohin mit meinen Klamotten, ließ ich sie neben mir auf den Boden fallen. Klick. Das Oberteil. Den BH. Klick.. Ich bin nicht gern nackt und eigentlich glaube ich, dass ich mit ein bißchen was an, besser aussehe. Aber raus aus der Komfortzone. Ich muss das ja nicht sehen, sondern er, dachte ich mir innerlich grinsend. Dann öffnete ich meine Hose. Klick. Blind das Gleichgewicht halten um eine Hose und Socken auszuziehen, gar nicht so leicht. Ich konnte mich auch nirgends abstützen. In sexy geht das auf gar keinen Fall. Hauptsache raus aus den Socken. Klick. Am Ende noch das Höschen. Dann stand ich da. Nackt, nur mit einer Augenbinde auf. Klick. Ich wusste nicht so genau, wohin mit den Händen.

Er kam zu mir, richtete meine Augenbinde ordentlich hin. Er zupfte die Haare drunter ordentlich hin und gab mir das Gefühl, dass er Wert darauf legt, dass ich auch gut aussehe. „Bist du bereit, dich benutzen zu lassen“. Flüsterte er in mein Ohr. Ich antwortete leise Ja. „Sag es lauter“. Tat ich. Dann ging er weg und räumte meine Klamotten weg. Klick. Es klickte immer mal wieder von einer anderen Seite. Er gab mir forografische Anweisungen.. Kinn runter, Kopf nach rechts, Kopf höher. Klick. In meinem Kopf waren es drei oder vier Kameras auf Stativen und er wechselte immer hin und her.

Zwischendurch kam er mir nahe und berührte mich. Zog an meinen Nippeln… Grrr wie ich es hasse, wenn Männer immer gleich so arg an die Nippel gehen. Aber Lustschmerz. Er stellte sich hinter mich, fasste mir zwischen die Beine. „Mach die Beine breit“ „Breiter“. Ein leichtes Stöhnen entfuhr mir. Er stimulierte gekonnt meinen Kitzler. Er würde mich auf Touren bringen und mich fotografieren. Ich hatte kein Gespür, dafür wie er aussah. Es war auch gar nicht wichtig. Seine Berührungen fühlten sich gut an. Dann ging er wieder weg und machte ein Bild. Klick. Er kam hinter mich und nahm meine Hände auf den Rücken. Er band sie mit einem weichen Band zusammen. Dann bugsierte er mich zu einem Sofa. Klick. Mach die Beine breit. Da lag ich weit gespreizt mit den Händen auf dem Rücken verbunden da. Klick. Er kam wieder und massierte meinen Kitzler. Drang mit dem Finger in mich ein, spielte an meinem Hintereingang. Drang mit dem Finger ein. Er wusste, was er tun musste. Ging wieder weg. Klick. Irgendwann steckte er etwas in mich hinein. Dildo. Fühlte sich das geil an. Fickte mich damit. Massierte mir den Kitzler. Brachte mich fast zum Kommen. Klick.

Nächster Anlauf. Dildo in mir, Finger im Hintern und die andere Hand am Kitzler und ich kam. Klick. Ich war befriedigt und lag sicher mit ziemlich roter Birne unsexy rum. Ich seh beim Kommen, wie beim Joggen eher unsexy aus, da ich einfach der Typ rote Birne bin. Aber völlig egal. Der Orgasmus war gut, ob die Bilder was werden, war mir eh relativ wurscht. Ich mochte das Setting und ließ den Orgasmus abklingen. Bis mir die Fesseln unbequem wurden. Er gab mir die Zeit. Fesselte mich ab und drückte mir ein Glas Wasser in die Hand. „Geht es dir gut?“. Ja, alles war bestens.

Dann fotografierte er mich viel. Gab mir viele Anweisungen. Hand auf den Oberschenkel. Füße auf die Zehenspitzen, Schultern zurück. Ich versuchte alles mitzumachen. Vermutlich zog ich nie meinen Bauch ein. Wenn man sich nicht sieht, ist es schwieriger daran zu denken, dass es auch fürs Bild gut aussieht. Ich musste mich auf sein ästhetisches Empfinden verlassen. Zeig mir deine Muschi – zieh sie auseinander. Er sprach nicht viel. Dann sagte er, dass ich es mir selbst machen sollte. Tat ich. Den Dildo hatte er mir noch reingesteckt. Klick. Klick. Durch die Augenbinde war es noch leichter für mich, es mir selbst zu machen, alles auszublenden. Ich kam zum zweiten Mal. Was mich erstaunte war, dass keine Erregung bei ihm spürbar war. Er hatte vorher gesagt, dass er das als Fotograf machen würde, weniger als Mann, aber ich hatte nicht gegelaubt, dass er das trennen konnte. Schließlich berührt mich ja der Mann. Aber es wirkte leidenschaftlich, aber professionell. Fast schon wie ein Callboy, denn ich dafür bezahlt habe es mir zu besorgen.

Auch nach meinem zweiten Orgasmus war es nicht vorbei. Ich sollte mich wieder hinstellen. Er war etwas holen gegangen. Zack, spürte ich den ersten Schlag auf meinem Hintern. Ich hatte ihm gesagt, dass ich nicht sehr masochistisch bin. Der Flogger prasselte auf mich ein. Ich fing zu tänzeln an. Es fühlte sich an, als hätte er damit Erfahrung. Schlag links, Schlag rechts. So ein paar Schläge konnte ich wegstecken, dann kommt der Moment, wo es mich nervt und ich anfange eine Schnute zu ziehen. Meine Ausweichbewegungen wurde mehr. Irgendwann drehte ich mich weg. Er hörte auf. Klick klick. Er fotografierte das. Drückte mir den Flogger in die Hand. „Beug dich nach vorne“ Klick links von mir, klick rechts von mir. Wie würden wohl die Fotos aussehen? So nackt, so ungeschützt, mit all meinen Makeln.

Dann lösten wir die Situation auf. So spannend. Von ihm hatte ich gar kein Bild gehabt. Mann mit Kappi, so um die 50, leicht ergraute Haare, Bart. Ich war erstaunt, wie der Ort aussah. Ziemlich weißes Zimmer, große Fenster. Er fotografiert nur mit Tageslicht. Weißes Sofa. In meiner Vorstellung waren Balken über dem Sofa. Warum auch immer ich das dachte. Aber weit gefehlt. Außerdem hatte es sich angefühlt, als wäre drei oder vier Kamerastative um mich herum gewesen. Nichts. Da war nur er mit seiner Kamera in der Hand. Ich bin erstaunt, wie lautlos er sich bewegt hatte.

Eigentlich hatte ich ja meine Klamotten nur deswegen mit, weil wir nach der Brainfuckgeschichte noch normal fotografieren wollten, aber das Licht ging zur Neige. Wir hatten zu lange geshooted. Wir werden es aber sicher nochmal nachholen.

Nach ein paar Tagen schickte er mir ersten Bilder. Viel besser als erwartet.

Fotograph: Bo

Mein creepy Nachbar…

Ich bin ja vor ein paar Monaten umgezogen, in die deutlich größte Wohnanlage in der ich bisher gewohnt habe. Bisher hatte ich nicht sonderlich viel Kontakt zu meinen Nachbarn. Es ist relativ anonym da. Ich würde mich auch nicht wundern, wenn im Haus mal jemand stirbt und man es erst merkt, wenn es zum Stinken anfängt.

Eines Morgens war ich in Gammelklamotten über den Gang geflitzt um nach einem Paket zu suchen, dass laut Amazon schon angekommen sein sollte. Dabei traf ich auf einen Nachbarn. Älterer Herr, kann ihn schlecht schätzen altersmäßig, irgendwas über 60 denke ich. Wohnt vermutlich allein, wie viele hier, da die Wohnungen eher klein sind. Er mustere mich amüsiert von oben bis unten als ich an den Briefkästen stand. Ich erklärte ihm, dass ich auf der Suche nach einem Paket wäre. Aber von diesem war weit und breit keine Spur. Etwa eine Stunde später klingelte es bei mir. Ich öffnete die Türe. Da stand eben jener Nachbar von den Briefkästen und teilte mit mir, dass mein gesuchtes Paket nun im Briefkasten stecken würde. Ein wenig creepy, aber nett, dachte ich mir und bedankte mich.

Ein paar Wochen vergingen und wir trafen zufällig am Fahrstuhl. Da begrüßte er mich mit „Junge Frau“, worauf hin ich sagte, dass ich ihn ja nun schlecht „Alter Mann“ nennen könnte. Er erzählte mir irgendwas von wegen „..So ein junger Mann bei uns hat immer Besuch…Ich hätte auch gern Besuch von so einer jungen hübschen Dame, wie dir.., wenn ich wüßte wo du wohnst, würde ich dich mal besuchen kommen…“ WFT. Fahrstuhl kam.. Weg war ich… Viele Dinge an dem kurzen Gespräch waren so dermaßen creepy.

Dann liefen wir uns eine Weile später wieder über den Weg. Ich bekomm den Inhalt nicht mehr so ganz zusammen. Aber er deutete auch an, dass mich gerne mal besuchen kommen würde… dass ich ihm gefalle… und mit einem Blick von oben nach unten, war offensichtlich, dass auch sexuell gemeint ist. Ich sprang einfach nicht drauf an und ließ die Avancen ins Leere laufen.

Natürlich ist es Belästigung. Die ist mir in dem Fall aber irgendwie egal. Er macht mir keine Angst. Er löst in mir eine Mischung aus Erstaunen und Mitleid aus. Jetzt ist er bei mir vermutlich noch an die sexuell aktivste Frau im ganzen Haus geraten, die ja auch schon den ein oder anderen Herrenbesuch bei sich hatte. Wobei er das von seiner Wohnung aus eigentlich nicht sehen kann. Jetzt bin ich vermutlich deutlich entspannter bei so einem Verhalten, als viele andere Frauen. Aber das kann er nicht wissen. Mein sieht mir mein sexuell aktiv sein nicht an. Außer er hat mich aus dem ein oder anderen Auto von Lover vor der Haustüre aussteigen sehen. Jedenfalls bin ich erstaunt, wie verzweifelt man sein muss, dass man eine Frau, mit der Mann quasi noch nie vorher gesprochen hat, so unverblümt anquatscht. Damit kann er sich im Zweifelsfall viel Ärger einhandeln.

Der Mitleidsteil in mir fragt sich, was rät man so einem Mann nur. Ich verstehe das Grundbedürfnis nach Nähe und Sex. Ich sehe nur nicht, wo jemand wie er das herbekommen sollte. Deutlich zu creepy, um es auf irgendeiner einschlägigen Dating-Plattform zu versuchen. Vermutlich nicht gut betucht genug, um es sich als Dienstleistung einzukaufen. Er ist zwar nicht doof, aber Typ Dauer-Junggeselle, wo nicht mehr viel im Leben kommt. Das ist natürlich mein Vorurteil ohne besseres Wissen. Aber so von der Wohnsituation her, kommt das vermutlich ganz gut hin.

Bisher habe ich ihn nicht auf seine Übergriffigkeit hingewiesen. Vielleicht erfrage ich einfach beim nächsten Mal, wie er auf die Idee kommt, dass ich auf sein Angebot eingehen könnte. Mich interessiert einfach immer, was Menschen so antreibt. Ich versuche das nicht zu verurteilen, ohne dass ich den Hintergrund kenne. Mal sehen, ob ich aus meinem creepy Nachbarn noch schlau werde.

Da kam ich mir ja fast schon übergriffig vor…

Es gibt Abende, da bleibt man allein mit dem Rest der Rotweinflasche zurück. Ein wenig ratlos. Auch ungefickt, aber ratlos überwiegt. Ich ergründe gerne Menschen, aber manche von ihnen wollen sich nicht ergründen lassen, haben gefühlt eine Burgmauer um sich aufgebaut.

Ich hab den Mann wieder getroffen, der mich bei meinem letzten Pornokinobesuch als die Bloggerin erkannt hatte. Der hatte mich neugierig gemacht, weil er so völlig untypisch reagiert hatte und auch sehr ungewöhnliche Gedanken formuliert hatte. Aber ich war damals schon nicht aus ihm schlau geworden, trotzdem hatte er meine Neugierde geweckt. Erstaunt war ich gewesen, dass er im Pornokino mein Angebot mich zu ficken ausgeschlagen hatte. Dabei erinnert er sich noch gut an meine verlockend gespreizten Beine mit freiem Blick auf meine Muschi, wie er mir später mal schrieb.

Nach dem Ende des Lockdowns hatte ich immer mal wieder Anläufe unternommen mich mit ihm auf ein Gespräch zu treffen. Er blockte ab. Ich wusste immer nicht so Recht, ob er keinen Bock auf mich oder keinen Bock Menschen als solches hatte.

Jetzt nach einem halben Jahr klappte es mit dem Date. Er hatte sehr überraschend gefragt, ob er mit einer Flasche Wein bei mir vorbeikommen dürfte. Ich war super neugierig darauf mich mit ihm zu unterhalten. Wobei ich sagen muss, dass ich mir schon schwer tat, in unserer Kommunikation immer zu erfassen, was er genau will.

Jedenfalls waren wir bei mir, er hatte Wein mitgebracht. Bevor wir uns auf die Lounge setzen, hatte er sich in meinem Zimmer umgesehen. Auf dem Fensterbrett lag mein Satisfyer zum laden. Darüber ergab es sich, dass ich ihm einfach mal meine ganze Spielzeugkiste zeigte. Packte alle Analplugs, meinen Dildo, meine diversen Vibratoren, Vibroeier, Liebeskugeln und was ich noch so alles habe aus. Er sah interessiert zu und fragte mich, ob ich die Dinge mit einem Kondom benutzen würde, was ich verneinte, weil ich sie ja nur mit mir benutze und hinterher desifiziere mit einem Toycleaner. Ich hatte mit dem Vorführen der Kiste gar nichts intendiert und er stieg aber auch gar nicht darauf ein. Ich glaube viele Männer hätten die Gelegenheit sofort genutzt zu fragen, ob sie irgend eines davon ausprobieren dürfen oder ich ihnen eines zeige. Das tat er keineswegs. Ich packte alles wieder brav in meine Kiste und schob sie in das Regal. Aus dem Mann werd ich vermutlich nie schlau werden.

Wir setzen uns auf meine Lounge. Aber schon dort hielt er den maximalen Abstand den man so haben kann. Durch Corona kann ich einfach nicht einschätzen, ob das gerade aktuell so ist, dass jemand da Wert drauf legt, was ich absolut respektiere, oder ob er einfach schüchtern ist, oder ob er einfach nur reden will, was es ja auch geben soll. Unser Gespräch war spannend und bereichernd, auch wenn er mich deutlich mehr reden ließ. Der Wein war gut, es war also kein verlorener Abend. Im Hinterkopf hatte ich aber schon noch, dass wir noch eine offene Rechnung aus dem Pornokino hatte, wo er in der Situation auf Sex verzichtet hatte. Ich hatte im Bad sogar noch sexy Klamotten hinterlegt, falls es sich danach angefühlt hätte. Aber er wollte sich ja schon partout nicht neben mich setzen. Irgendwann wechselten wir nach drinnen. Meine Sitzmöbel sind begrenzt, also blieb nur das Bett. Aber auch da blieb er weiter auf Abstand. Ich war schon ein wenig angeheitert, also auch echt rollig. Und werde dann so zutraulich. Ich hatte das Bedürfnis ihn anzufassen. Aber ich traute mich nicht so recht, weil ich nicht übergriffig sein wollte. Ich fragte ihn, ob ich es okay ist, wenn ich meine Hand auf seinen Oberschenkel lege. Es lies es zu. Aber alles an seiner Körpersprache signalisierte mir, dass das auch schon der maximale Körperkontakt war, den er zulassen wollte.

Je länger der Abend wurde, desto schwieriger fand ich es ihn nicht einfach zu knutschen. Aber mein Kopf sagte mir, dass das übergriffig wäre und man das auch als Frau einem Mann gegenüber nicht macht. Es ist echt ungewohnt, wenn man als willige Frau einen Mann zu Besuch hat, der da so gar nicht drauf anspringt. Engel und Teufel auf meiner Schulter hatten da eine sehr spannende Diskussion am Start. T: Verführ ihn, der will es doch. Er wäre ja schön blöd, wenn er sich diese Chance entgehen lässt. E: Nein, es fühlt sich nicht danach an. Er wollte sich nicht zu dir setzen und alle verbalen Versuche hat er ins Leere laufen lassen. Also akzeptiere einfach, dass er nicht will. T: Aber ich bin so geil. Kann er mich nicht einfach ficken. E: Er mag halt nicht, also Ruhe jetzt. Du bist anständig. Und wenn ihr Emanzen Gleichberechtigung wollt, dann sei jetzt mal ebenso wenig übergriffig, wie du es erwarten würdest. T: Aber ich hab doch so schöne Brüste… E: Ruhe jetzt.

Ich vermute, ab dem Moment, in dem unser Alkoholpegel ein wenig auseinander ging, weil er ja wieder heimfahren musste und es bei einem Glas Rotwein bewenden ließ, merkte er, dass er ich wohl ziemlich hibbelig wurde. Er entzog sich dem, in dem er sich anschickte nach Hause zu gehen. Auch wenn es für mich nicht der gewünschte Ausgang des Abends war, respektiere ich wenn es sich für jemanden nicht nach mehr anfühlt. Ich ließ ihn gehen, mit der Ernstgemeinten Einladung, dass er jederzeit wieder willkommen ist bei mir und meinem Balkon.

Natürlich ließ mich seine Ablehnung erstmal grübelnd zurück, zumal er sich einfach so gar nicht in die Karten schauen lässt, was er denkt und fühlt. Aber er schrieb mir am Tag danach nochmal eine Nachricht, dass es einfach für ihn der falsche Tag oder auch die falsche Zeit ist. Seine Nachricht endet mit den Worten „Die Toykiste fand ich spannend, auch wenn das eigentlich megaspannende das Nutzen der Spielsachen ist und nicht das Anschauen. Naja, dazu war ich der falsche Partner zur falschen Zeit, oder so.“

Ich werde nicht schlau aus ihm. Aber vielleicht ist das auch so gewollt von ihm. Wer weiß.