Blowjob vor dem ersten Date

Mal sehen, ob ich meine Gedanken sortiert bekomme, so dass da ein vernünftiger Post dabei raus kommt. Es sind noch so ein paar Gedanken und Erlebnisse unverbloggt, aber ich kann mich gerade nicht festlegen, womit ich anfangen will.

Morgen früh habe ich bei einer meiner Bewerbungen die zweite Vorstellungsrunde. Heute ist mein erster Tag als Arbeitsloser. Ich hatte das ganz gut verdrängt die letzten Tage. Aber nun ist die Freistellung doch schneller vorbei als gedacht. Mit fällt gerade auf, dass ich weniger Bewerbungen geschrieben habe, als das Arbeitsamt verlangt. Ts ts ts.

Mein Kopf hängt gerade zwischen Mr. Bondage und zwei neuen Männern, die ich gedated habe. Beide auch verheiratet.

Alle drei erfüllen Bedürfnisse. Alle drei triggern meinen Kopf. Jeder auf eine andere Art und Weise. Mr. Bondage ist Sicherheit, Vertrauen und sich gut kennen. Einer meiner Dates ist ein Anwalt. Es ist ein wenig die wilde Seite. Er hat einen unglaublichen Körper. Ist mutig, küsst mich einfach. Lässt mich spüren, dass er mich will. Dann ist da noch Mr. Jazz, der meinen Kopf fordert, philosophiert, was kreatives mitbringt. Immer nur von platonischen Dates spricht, es aber nicht hält. Manchmal ist mein Leben schon ein verrücktes. Das ich meist liebe, aber manchmal verfluche und mir Stabilität wünsche. Die Freiheit liebe, das nomadische schätze – mit meinem kleinen Rucksack den ich tatsächlich mit mir rumschleppe. In dem alles drin ist, was ich brauche. (Die Männer würden schmunzeln, die kennen meinen blauen Rucksack). Mein Kopf, der es genießt vieles neues zu sehen, Menschen zu treffen, woanders zu sein, auch oft nicht zu Hause zu schlafen. Der Kopf der andererseits einen Halt vermisst, jemand zum Teilen aller Erlebnisse, der Anker und Fixpunkt ist und mich als allererstes anruft. Keine Ahnung, ob sich dieses Dilemma jemals auflöst.

Wenn ich mich an meinen eigenen Vorsatz „Keine vergebenen Männer mehr zu daten“ gehalten hätte, dann wären mir die zwei aktuellen wunderbaren und mich bereichernden Bekanntschaften entgangen. Aber von welcher erzähle ich nun zuerst?

Mr. Jazz. Eigentlich steht unser erstes Date noch aus. Er hat mich eingeladen, dass wir zusammen in seinen Lieblingsjazz-Club gehen und uns ein Konzert anschauen. Das wird kommende Woche sein. Ich musste über die Einladung schmunzeln, weil mich schon mal ein Mann in exakt denselben Club eingeladen hat. Das ist nun ein paar Jahre her. Es war eine kurze Episode. Spannender Mann – Lionel. Ich denke gerne an ihn zurück. Als ich diesen Eintrag schreibe suche ich nach dem alten Blogeintrag. Und muss noch mehr lachen, ob der Parallelität der Ereignisse. Hier der Link.

An manche kleine Details erinnere ich mich erst wieder mit Lesen des Eintrags. Er trägt den Titel Sex vor dem ersten Date. hihihihi. Die beiden Männer eint, neben ihrem Faible für Jazz, dass sie eher Künstler/Kreative sind. Nicht so glatt und so angepasst, wie die Unternehmensberater. Kein Anzug, eher wie ich mir nen Feuilleton-Mitarbeiter in meinen Klischees so vorstellen würde (wobei keiner von beiden einer war). Ich mag es mich mit Menschen zu umgeben, die kreativ, philosophisch, unangepasst sind. Ich nehme davon viel mit. Befürchte, dass ich denen auf Dauer inhaltlich zu flach bin. Zu wenig musig. Zu wenig schön. Aber ich genieße die Zeit. Die beiden eint (es kommen auch noch Unterschiede) dass auch mit Mr. Jazz schon Sex vor dem ersten Date hatte.

Nicht weniger unerwartet, als bei Lionel. Mr. Jazz und ich hatte uns viele Nachrichten geschrieben. Bis zum Date war es noch lange. Als trafen wir uns, weil wir es vor Neugierede nicht mehr aushielten vorher schon in seiner Lieblingspizzaria. Er hatte im Vorfeld immer von Reden und Essen gesprochen und Sex so sehr ausgeklammert, dass ich auch nicht darüber nachgedacht hatte, dass das für ihn in Betracht kommt. Und eigentlich wollte er mich ja auch nicht in seine, wie er sagte sehr häßliche Übergangswohnung mitnehmen. Darüber hinaus hatte ich meine Tage und wie immer wenn das der Fall ist, die bequemste aber wenig vorzeigbarste Unterwäsche von allen an. Ich freute mich einfach sehr auf ein gutes Gespräch. Und dieses Bedürfnis wurde sehr erfüllt. Reden, gut essen, was trinken, draußen sitzen an einem lauen Sommerabend. Das ist schon sehr perfekt. Wenn ich das Gefühl habe etwas zu lernen, neuen Input bekomme und mich als Gesprächspartner geschätzt fühle. Hach, fast besser als Sex. Fast.

Nach ein paar Drinks, ohne betrunken zu sein, nur ein wenig angeheitert, nahm er mich doch mit zu sich. Und auch dann war ich noch davon überzeugt, dass wir diese Nacht zwar zusammen, aber ohne das was zwischen uns laufen würde, vielleicht mit quatschen oder Kuscheln verbringen würden. Dachte ich. Bis wir in seinem winzigen sehr spartanischen Einzimmer-Appartment, das aber immerhin einen netten Blick über die Stadt hat, standen. Auf dem Balkon. Bei quasi Vollmond und knutschten. Was eine überraschende Wendung. Zumindest für mich. Fühlte sich gut an. Die Initiative ging letztlich von ihm aus. Ich bin immernoch halbwegs schüchtern. Im Mondschein knutschen wir auf seinem Balkon und er entdeckte meine Brüste für sich. Das mit meinen Brüsten läuft. Die Körperregion, die als einzige profitiert hat von mehr Kilos auf den Rippen. Nachdem ich bis dato nicht mit körperlicher Annährung gerechnet hatte, hatte ich ihm auch vorher nicht mitgeteilt, dass ich meine Tage habe. Also blieb mir unromantischer Weise nichts anders übrig als es ihm zwischendurch mal mitzuteilen. Am wilden Geknutsche änderte das nichts. Aber es würde kein Sex daraus werden.

Aber ein Blowjob. Weil ich Lust darauf hatte. Also ging ich auf die Knie und blies hingebungsvoll. Einen für mich nicht ganz einach zu blasenden Schwanz, was mit der Biegung und dem Durchmesser zu tun hat und dass ich mit meinem Piercing manchmal an seinem Bändchen hängen blieb. Es gefiel ihm spürbar, aber auch der endete, ohne dass er gekommen war. Was ihm nichts auszumachen schien und auch dem Abend nichts ausmachte. Es fühlte sich völlig okay an so. Denn er Feedbackte mir, dass der Blowjob 9,9 Punkte von 10 bekommen würde. Ich interpretiere, dass er wohl zu den besseren in seinem Leben gehört. Er ist schwer zu lesen, zumindest dahingehend, was man tun muss um ihn endgültig zum Kommen zu kriegen. Aber das kommt bei kopflastigen Menschen öfter vor. Ich mag ja Herausforderungen. Kuscheln, schwitzen, quatschen, fummeln, einschlafen. Er musste früh raus und ich konnte in seiner Wohnung ausschlafen.

Schön anzusehender Sex, aber…

Wieso ist mein letzter Blogeintrag eigentlich schon wieder 14 Tage her? Verdammt. Die Zeit rauscht vorbei und das obwohl ich ja gerade nicht arbeiten gehe. Bewerbungen bringen erste Absagen aber auch Einladungen zu Vorstellungsgesprächen. Vielleicht bin ich schneller wieder in Lohn und Brot als gedacht. Geistig war ich schon auf einen Sommer ohne Arbeit eingestellt. Mal sehen, was sich noch so tut. Montag geht es in die zweite Vorstellungsrunde für einen Job, auf den ich mich eigentlich aus Verlegenheit beworben habe. Die machen ziemlich Tempo.

Wieso habe ich keine Zeit, obwohl ich Zeit haben sollte? Ich lese ungelaublich viel. Zeitung, Artikel die mich interessieren. Füttere meinen Kopf. Treffe Freunde, date, gehe wandern.

War zwischenzeitlich nochmal im Club. Mit einem alten Bekannten. Aber ich stelle fest, er kommt zwar schon zwei Mal in meinem Blog vor, aber ich habe ihm noch keinen Namen verpasst. Dann nenne ich ihn Mr. Clubdate. Er kommt manchmal auf Geschäftsreise in meine Stadt und ist dann meist für einen Abend da. Wir waren bisher immer im Club. Jetzt zum dritten Mal. Eigentlich läuft das sehr unkompliziert. Er sagt Bescheid, wenn er da ist. Insofern ich Zeit habe, dann fahre ich und hole ihn ab, wir gehen in den Club, er zahlt und ich fahre ihn am Ende wieder heim. Ein fairer Deal für beide würde ich meinen. Ich mag so unkomplizierte Sachen ja. Wenn wir uns sehen machen wir da weiter wo wir aufgehört haben. Stressfrei. Letztes Mal als wir im Club waren, hatte ich meine Tage bekommen, deswegen nur Blowjobs verteilt. Das war dieses Mal nicht der Fall.

Wir gingen wieder realtiv spät in den Club. Es war schon nach 23 Uhr. Deswegen war nicht mehr besonders viel los, aber es war auch nicht ganz leer. Für mich ist das immer angenehm, da die meisten Soloherren bis dahin schon ihren Druck abgebaut haben und dann zurückhaltender sind.

Mr. Clubdate war mit mir zum ersten Mal im Club. Damals merkte man ihm die Unsicherheit und Aufregung an. Jetzt gehen wir zum dritten Mal dort hin und schwupps schon ist es routiniert. Wenn man mal gesehen hat, wie es innen aussieht und wie die Menschen da so sind, dann geht es gleich viel entspannter.  Auch wenn ich sonst nicht gerne Röcke trage, bei meinem Cluboutfit mag ich das durchaus. Vielleich liegt es auch daran, dass ich dort nicht aufpassen muss, wie ich sitze (zu breitbeinig) oder was rausspitzelt. Da sollen die Strapse ja durchaus rausspitzeln. Das entspannt mich ziemlich.

Wir hatten beide Lust erst ein wenig zugucken zu gehen. Viel war auf den Matten nicht mehr los. Ich beobachte unglaublich gern, wie Menschen sich verhalten, wie sie mit einanderumgehen. Das gilt auch im Club. Wir gingen durch die Zimmer und schauten nach was auf den Matten los war. Viel passierte nicht mehr. Auf einer Matte lagen die Beteiligten noch im Post-Coitalen-Ruhemodus rum und ließen die Erregung abklingen. Ansonsten gerade relativ viel Leere. Außer uns streunten noch vereinzelte Soloherren herum, auch in der Hoffnung noch was geboten zu bekommen.

Dann kam ein Mann Mitte 30, nix besonders. Gegenteiliges galt für seine Begleiterin. Sie war der Typ hübsche Studentin mit perfekter Figur, angelehnt an ein medialtransportiertes Schönheitsideal. Sie trug Heels, Jeans Hotpants und ein einfarbiges Tanktop. Nicht sonderlich gestylt, nicht wirklich geschminkt. Wirkte schüchtern, kann aber auch bewußt so inszniert gewesen sein. Sie war sich sicherlich ihrer Wirkung bewußt. Wirkte fast ein wenig deplaziert in ihrem Outfit, mit dem sie auch einfach in der Öffentlichkeit ohne Probleme hätte rumlaufen können. Das machte das ganze aber nicht weniger spannend. Sie sah nach dem netten (wenn auch sehr hübschen) Mädchen von nebenan aus, das sich irgendwie in den Club verlaufen hat. Frage zwei war natürlich, wie kam der Mann dazu zu so einem Geschoss :-). Zu unserer Freude (und der aller anderen Männer auch) begaben sich die beiden auf eine Spielwiese. Die war wie ein Hochbett platziert und man musste eine Treppe hoch. Hatten den Vorteil, dass es nicht ganz so einfach für die Männer war einfach dazuzukommen. Und ich konnte einfach auf der Treppe stehen bleiben und das Geschehen beobachten.

Der Mann hatte es sich auf dem Rückenliegend bequem gemacht und seine „Freundin“ machte sich daran ihn zu blasen. Sie war angezogen, aber streckte ihren Hotgepanteten wunderschönen Hintern Richtung der versammelten Zuschauerrunde. Auch ich konnte diesem Bild durchaus etwas abgewinnen. Ob sie technisch versiert blasen konnte, war ich nicht zu beurteilen, vielleicht muss man das auch nicht können, wenn der Anblick allein schon so entzückend ist.

Ich freute mich über das dargebotenen Geschehen. Mr. Clubdate stand hinter mir und streichelte meinen Hintern. Sie blies wirklich ausdauernd, bis er signalisierte, dass er mehr wollte. Sie zog sich die Hotpants und ihr Höschen aus. Und setzt sich quasi ohne Vorspiel auf ihn drauf und ritt ihn. Was ein Bild. Die perfekte schöne Frau reitet ihn. Die Männer um mich herum waren völlig gefangen von der Szenerie. Und dann fing sie sogleich zu stöhnen an.  „mhhmm, ja.. oh.. mhmm..“ Zack. Meine Erregung war dahin. Och nein. Zu schade. Wie wenn ich bei Pornos vergesse den Ton auszuschalten. Das war so nicht echt. Sie hatte ja eh schon kein Vorspiel. Keine Ahnung, da mögen andere Frauen ja anders sein und womöglich hat sie die Gesamtsituation einfach so erregt, dass das geht. Aber dieses Losgestöhne war so „Ich muss das jetzt halt tun, damit er es gut findet.“ Brr. Sehr schade. Die Männer fanden das alle geil. Sind das aus den Pornos ja auch so gewohnt. Aber schade. Ich mag Clubs ja weil man echteren Sex sieht. Mr. Clubdate sah es ähnlich wie ich. Während der Mann seine wunderhübsche Begleiterin nach allen Regerln der Kunst in allen möglichen Stellungen durchvögelte, guckten wir noch ein wenig umher.

Dann suchten wir uns eine eigene ungestörte Ecke für uns. Stellten den kleinen Eimer in den Eingang zu unsere Höhle als Zeichen, dass wir niemanden dabei haben wollten. Am Anfang amüsierten wir uns noch darüber, dass der Mann der hübscgen Frau sehr laut und lange hörbar kam.

Wir knutschten. Ich fing an ihn zu blasen. Er mag das. Doch er bremste mich und sagte, dass er dieses Mal wollte, dass ich zuerst komme. Er kombinierte Lecken und Fingern gekonnt. Es dauert trotzdem einfach bis der Kopf abschaltet. Manchmal ist es ein Teufelskreis, wenn man den Kopf nicht ausbekommt und dann aber die ganze Zeit denkt, verdammt jetzt dauert es so lange, der Arme muss so lange lecken. Das macht dann den Kopf nicht schneller aus. Ich muss mir dann immer sagen, dass er daran bestimmt Spaß hat und ich mir keine Gedanken machen brauche. Er machte das gekonnt, brachte meine Erregung hoch. Er traf allerdings nicht genau den richtigen Punkt um mich über den Berg zu bringen. Also half ich mich meiner Hand nach. In der Kombination, dass er mich fingerte und zusätzlich zu meiner Hand noch leckte war das ziemlich geil und ich kam.

Nachdem mein Orgasmus abgeklungen war und revanchierte ich mich mit einem Blow-/Handjob. Und wir verließen beide zufrieden den Club. Bis zum nächsten Mal.

 

 

Unbefriedigt befriedigt

Wie ich diesen Blogeintrag nennen würde, war mir nach dem Abend sofort klar. Zum Schreiben hat es ein wenig länger gedauert.

Während ich dies schreibe, spült mir Facebook drei Jobausschreibungen meines Noch-Arbeitgebers in die Timeline. Dann kann ich die Kündigung also doch persönlich nehmen. Das schmerzt und frustriert mich jetzt für einen Moment. Und dann schiebe ich es weg von mir. Mich zu grämen hilft mir nicht weiter. Nach vorne blicken. Ich werde etwas finden, das passt.

Ich hatte mehr als einen Monat keinen Sex gehabt. Eigentlich weiß gar nicht wie lange. (Von dem Blowjob mal abgesehen) Immerhin kann man mir aktuell nicht vorwerfen ich würde nur für mein Blog vögeln. Dafür ist es einfach wirklich zu wenig. Jedenfalls bekam ich meine Tage. Dabei war mir aufgefallen, dass ich seit dem letzten Mal keinen Sex hatte. Eine Freundin hatte mich gefragt, ob ich eine Woche später mit in einen Club gehen würde. Ich sagte unter Vorbehalt zu. Ohne hormonelle Verhütung konnte ich nicht absehen, ob meine Tage bis dahin auch wirklich weg waren.

Aber es klappte. Genau am Tag des Clubbesuchs war ich mit meiner Periode durch.  Als ich meine Freundin fragte, ab wann sie denn im Club sei, antwortete sie zu meiner Überraschung bereits ab Mittag. Das hatte ich so gar nicht auf dem Schirm gehabt, dass man dort ja auch untertags hingehen kann. Ich war untertags bereits anderweitig verabredet. Ich sagte mein Kommen für den späten Nachmittag/Abend zu. Meine Freundin ging mit ihrem Mann in den Club. Beim Blick auf die Eintrittspreise dachte ich mir, dass es für Männer eine ziemliche Verschwendung wäre, wenn ich alleine in den Club gehe. Also stellte ich auf meiner liebsten Rirarammel-Seite ein Dategesuch nach einem Begleiter für den Abend im Swingerclub ein. Sollte ich mich nicht gut mit ihm verstehen, war er immer noch viel günstiger in den Club gekommen als allein. Also egal wie der Abend läuft es wäre eine Win-Win-Situation.

Als Frau ein Date auf so einer Seite einzustellen ist eine spannende Sache. Innerhalb von 10 Minuten ploppten knapp 10 Anfragen auf. Da war dann alles dabei. Vom Klassiker „Penisbild“ mit dem Hinweis, dass das XXL-Gerät des Besitzers schon einsatzbereit sei. Bis zu schüchternen Anfragen, dass derjenige gerne zum ersten Mal einen Club von innen sehen möchte. Mein Interesse weckte das Profil eines Mannes, der in etwa in meinem Alter war und auch eher ein wenig querdenkermäßig daherkam. Weniger auf Sex aus zu sein schien, als einfach einen guten Abend in der Clubatmosphäre haben zu wollen. Da entschied ich mich also für ein Gespräch, statt für hart rammeln. Zumal es den Typ „hirnrausvögeln“ im Club mit Sicherheit sowieso geben würde, also muss ich ihn nicht auch noch mitbringen.

Richtige Entscheidung, da wir wirklich ein für mich bereicherndes Gespräch über den Abend führten. Er hatte sich viel mit sich selbst beschäftigt und damit was ihm guttut. Mit Energie. Mit Mann und Frau sein. Wir waren nicht immer einer Meinung, aber ich mag gerne auch andere Perspektiven hören. Auch er tut sich schwer mit einem klassischen Job. Hat sich sein Arbeitsumfeld so geschaffen, wie es zu ihm passt. Beruhigend irgendwie.

Er war erst zwei Mal vorher in einem Club gewesen. Die zwei Herausforderungen waren also, dass wir uns nicht wirklich kannten und er kein erfahrener Clubgänger ist. Ziemlich spät streiften wir durch den Club um zu sehen, ob noch etwas Spannendes im Gange war.  Auf den Matten war es schon ziemlich leer. Wir fanden eine kleine Ecke, die nicht von allen Seiten zugänglich war in einer kleinen Hütte im Garten. Sie war allerdings eher ziemlich hell, nicht dunkel wie in so mancher Spielhöhle. Er war so zurückhaltend, dass ich aktiver werden musste, als mir das lieb ist im Club. Wir saßen also da auf der Matte und wussten nicht so recht wie anzufangen. Den Moment gibt es meistens, wenn man sich nicht kennt und die eigenen Unsicherheiten nicht mit Alkohol weggetrunken hat. Meistens fängt man dann an zu knutschen und dann geht das Krampfige weg. Knutschen klappte, aber das Krampfige wollte nicht weggehen. Ich griff auf das zurück, worin ich mich wohlfühle und bot ihm einen Blowjob an. Das klappte soweit ganz gut, allerdings hatten wir mittlerweile noch drei Männer auf der Matte, die mitmachen wollten. Allerdings wusste er nicht, was ich will und umgekehrt. Den ersten Mann schickte ich noch weg. Wir hatten uns nicht darüber unterhalten. Fehler. Den zweiten Mann ließ ich gewähren. Das war sehr schräg. Nach ein wenig Fummeln hatte ich irgendwann Sex mit dem zweiten Mann. Aber ich bekam den Kopf nicht aus. Bei meinem Begleiter war die Lust komplett weg und auch der Mann der mich fickte hatte am Ende auch keinen Spaß dran. Wir schickten die Männer weg. Aber mein Begleiter hatte einfach keine Lust mehr. Er ließ nicht so Recht raus woran es lag. Bei mir hinterließ es erst mal ein schlechtes Gefühl, weil ich das erstmal automatisch auf mich bezog.

Wir gingen zurück an die Bar und philosophierten noch mal zwei Stunden weiter über das Leben. Landeten später nochmal auf einer Matte, auf der wir einfach redeten. Ein wirklich gutes Gespräch, das allerdings dem misslungenen Sex nicht auf den Grund ging.

Befriedigt vom Gespräch, aber sexuell unbefriedigt nach Hause gegangen.

 

 

Wenn das Leben Kopf steht, greift man auf Bewährtes zurück…

In meinem letzten Eintrag habe ich über das Trennungsgespräch geschrieben. Das hatte eine halbe Woche vor der Kündigung stattgefunden. Ein paar Tage später hat mich dann die schon verbloggte Kündigung erreicht. Mr. Bondage und ich waren nach dem Trennungsgespräch auseinandergegangen, in dem Gefühl, dass wir uns bestimmt wiedersehen werden, dass es aber ein wenig dauern könnte.

Als dann mein Leben mit der Kündigung eine überraschende Wende genommen hat, habe ich in einem Reflex auch ihm geschrieben. Auf Bewährtes zurückgegriffen. Er hat mein Leben nun doch schon eine Weile nicht nur als Affäre sondern auch als kritischer, wohlmeinender Ratgeber und Freund begleitet. Ich konnte gar nicht anders als ihm von dem einschneidenden Erlebnis zu erzählen. Er hörte zu und bot mir nach zwei/drei Tagen an, dass ich ihm beim Aufbau seiner Möbel gegen Bezahlung helfen könnte. Das klingt komisch. War aber genau richtig für mich. Ich baue wirklich gerne Möbel auf. Es gab mir die Möglichkeit gar nicht erst in ein Loch zu fallen, da ich gleich was zu tun hatte. Und wir verbrachten, wenn er aus der Arbeit kam Zeit miteinander. Als klar war, dass ich übernachten würde, fragte er mich, wo ich denn schlafen wolle. (Ich hätte auch das Gästezimmer wählen können)  Er respektiere die Trennung. Ich wollte da schlafen, wo ich immer geschlafen hatte – bei ihm im Bett.

Ich hatte das Bedürfnis ihm nah zu sein und ihm Nähe zu geben. Ich tat das worauf ich Lust hatte und das war ihn zu streicheln. Wir streichelten uns, gaben uns Nähe, knutschten ein wenig. Nicht mehr und nicht weniger.  So wachte ich also ein paar Tage nachdem ich mich getrennt hatte wieder in seinem Bett auf.

Gefühlt war ich schon mal an dem Punkt. Und wenn ich drüber nachdenke ist das schon irgendwie bekloppt und schräg. Und ein im Kreis drehen. Irgendwie richtig und falsch zur selben Zeit. Keine Ahnung was daraus wird. Keine Ahnung, was das nun ist (außer unglaublich inkonsequent :-)) Vielleicht einfach menschlich…

Zu doof für ein Trennungsgespräch

Der erste Kündigungsschock ist überwunden. Es nagt immernoch ein wenig, aber das dauert einfach. Wäre auch komisch wenn nicht. Ansonsten mache ich das beste aus meinem überraschend leeren Terminkalender und überlegem welche Sachen ich schon lange mal erledigen wollte.

Vielen Dank für euer Mitgefühl und die vielen Ratschläge, die mich erreicht haben. Mein Blog ist öffentlich und nachkarteln nicht mein Stil, deswegen halte ich mich bedeckt. Zwei Fakten sind, dass der Zeitpunkt für mich überraschend war und dass ich an dem Tag nicht alleine gekündigt worden bin. Ich habe mich nicht in der Lage gesehen, das mir angebotete Gespräch darüber zu führen. Und ja, so selbstreflektiert bin ich durchaus, einer der Gründe wird gewesen sein, dass mein Arbeitgeber aus verschiedenen Gründen mit mir unzufrieden war.  Daraus ziehe ich meine Schlüsse. Ich war ein loyaler Arbeitnehmer und ich werde ein loyaler Ex-Mitarbeiter sein. Viele Gespräche zeigen mir, dass Kündigungen öfter vorkommen und sich für die meisten eine Freistellung superunangenehm anfühlt. Mal sehen, was die ersten Bewerbungen so bringen. Das war nur das Update, aber nicht der eigentliche Blogeintrag.

Das Schlussmach-Gespräch.

Per Whats-App Schluss machen ist sehr einfach. Vor Allem wenn man immer genau dann sauer ist auf einen Menschen, wenn man ihn nicht sieht, weil man ihn nicht sieht (zu wenig sieht.) Die Zeit zusammen war eigentlich nie das Problem. Mr. Bondage war mir viel zu wichtig um mich Ghosting-mäßig einfach vom Acker zum machen. Also bot ich ihm an, dass wir uns nochmal auf ein Gepräch treffen. Wir verabredeten uns auf einen Biergarten-Besuch. Es waren schon so ein paar Tage vergangen, seit der Messe. Mein akuter Ärger war verflogen. Nur das Wissen, dass ich immer wieder heftige Eifersuchtsschübe hatte, was der Asymmetrie unserer Beziehung geschuldet war und ich mir sicher bin, dass sich die Asymmetrie nicht ändern wird.

Wir trafen uns im Biergarten. Er war wie immer ein sehr anständiger Kerl, der bevor er mich umarmte nachfragte, ob das für mich okay sei. Immerhin hatte ich ja quasi schon Schluss gemacht. Kein Überreden, sondern Rücksicht nehmen auf meine Gefühle. Und dann sitzen wir da und sind eben zwei Seelenverwandte. Und reden los wie immer. Gar nicht bewußt, sondern einfach weil das passiert wenn wir uns sehen. Offen, weil keine Geheimnisse. Den Austausch und den Rat des anderen schätzend. Über den Job, das Leben und alles andere. Ich kann das schwer beschreiben. Wie, wenn man alte Freunde trifft, wo sich niemand rechtfertigen muss. Man sieht sich und macht da weiter, wo man vorher aufgehört hat. Mit Ausnahme meiner besten Freunde ist er der erste Mensch, bei dem das so einfach ist.

Und irgendwann kam das Gespräch natürlich auch auf das Ende unserer Beziehung. Ich sagte ihm das alles, er hat sich das alles angehört. Keine Rechtfertigung. Verständnis für mich und meine Beweggründe. Keine Versprechungen, kein Überreden zu Bleiben. Dafür wäre er auch nicht der Typ. Ich sage alles was mir auf der Seele liegt. Aber es fühlt sich nach „alles ist wie immer“ an. Ich sprach meine Gefühle aus, war aber nicht sauer, eher froh ihn zu sehen und mit ihm zu reden. Das ist sehr bescheuert irgendwie. Wir gingen am Ende auseinander und sprachen drüber, dass wir uns dann wohl erstmal nicht mehr sehen würden. ich umarmte ihn zum Abschied. Aber es fühlte sich anders an nicht nach Trennung an, sondern nach wiedersehen. Danach alleine im Auto wußte ich eigentlich gar nicht mehr so genau, was das jetzt für ein Gespräch war. Formal ein Ende, dass sie aber nicht so anfühlt. Zum Schluss machen bin ich wohl zu doof. Keine Ahnung, wie es weitergeht. Oh mann, ich hab es nicht hinbekommen. (wollen wahrscheinlich). Besser gesagt, ich hab es verkackt…

 

Das Leben steht Kopf – dann nochmal alles auf Anfang

Affäre so halb beendet und gestern überraschend gekündigt worden. Da ich mich im Job eh nicht mehr wohlgefühlt habe, hatte ich mich zwischenzeitlich war schon anderweitig beworben, aber die Kündigung war trotz alledem überraschend. Jetzt bin ich noch einen Monat freigestellt und dann arbeitslos.

Gestern war ich dann gleich auch noch zum ersten Mal in meinem Leben beim Arbeitsamt. So rein faktisch sieht mein Leben nicht sehr toll aus. 34, Single (ledig), keine Kinder, im ersten richtigen Job nach 9 Monaten gekündigt. Kein Anspruch auf irgendwelche Leistungen. So nüchtern betrachtet sieht das sehr düster aus. Schon vorher hatte ich in den letzten Wochen wieder alles in Frage gestellt. Mir vor allem auch die Frage gestellt, wo mein Platz im Leben ist. Ähnliche Situation wie ein Jahr vorher um die Zeit, bevor ich meinen ersten Job bekommen habe. Gehadert mit mir. Meine Freunde befragt, ob ich mich ändern muss. Ob ich verkehrt bin. Aber sie haben mich bestärkt, ich sei eben ein wenig unangepasst aber so in Ordnung, wie ich bin. Sie waren sich alle sicher, dass ich meinen Platz noch finden werde.

Die Kündigung hat gestern genagt, ich habe schlecht geschlafen, was selten vorkommt. Heute ist der Optimismus erst mal zurück. Ich habe noch eine weitere Bewerbung geschrieben. Vier sind raus. Mal sehen was passiert. Auch wenn ich mir sehr doof vorkomme, freigestellt, also nicht arbeitend und trotzdem noch Geld verdienend. Lauter nicht abgeschlossene halbfertige Dinge hinterlassen zu haben. Ich kann es nicht ändern, also schaue ich nach vorne. Nachdem ich in weiser Voraussicht meinen Lebensstil noch nicht verändert hatte und immer noch im Studentenzimmer wohne, ist es auch nicht sehr bedrohlich. Ich habe einen Monat Zeit einen Nebenjob für die Übergangszeit zu finden. Ich bin vorher auch klargekommen, also wird mir das jetzt auch gelingen. Mein Lebenslauf war vorher schon nicht gradlinig. Vielleicht bin ich in ein paar Monaten verzweifelt, sollte es mir nicht gelingen etwas Neues zu finden.

Ansonsten habe ich jetzt Zeit. Zeit für Sport, Zeit um Freunde zu besuchen. Zeit für ehrenamtliches. Zeit zu daten.

Nach Monaten ist es mir geglückt Mr. Tiefenentspannt mal wieder zu treffen. Auf ein Gespräch. Und siehe da, er ist aktuell vergeben. Damit fällt er mal von der Sexliste runter. Das heißt bedauerlicherweise erstmal keine sensationell geleckten Orgasmen mehr. Mir ist heute eh bewusst geworden, dass ich zwischen einen Monat keinen Sex hatte. Also ein Zyklus ohne Sex verstrichen ist. Das ist höchst ungewöhnlich für mich.

Wobei ich zumindest von einem Blowjob berichten kann. Im Auto. Irgendwann werde ich mal ein Buch zum Thema „Welches Auto für Sex besonders gut geeignet ist.“ BMWs sind aktuell nicht sehr Blowjobfreundlich. Zumindest wenn man vorne sitzt. Denn man kommt kaum über die fette Mittelkonsole drüber. Auf der Rückbank geht es grade so. Es war ein neuer Mann. Auf den ersten Blick der Typ konservativer Manager, unscheinbar, aber sehr nett. In meinem Alter überraschenderweise. Aber wie es sich für jemandem im Management gehört mit Familie. Ich unterhalte mich wahnsinnig gern mit ihm.

Bei unserem zweiten Treffen sind wir dann mit seinem Auto auf einem Parkplatz gelandet. Ich mag ja dieses jeder weiß worauf es hinauslaufen soll, aber man weiß trotzdem nicht wie man anfängt nervöse Reden um das zu überspielen-Ding. Er hatte mich schon vorgewarnt, dass er lange keinen Sex hatte und es wahrscheinlich schnell gehen könnte. Nach ein wenig Fummeln und knutschen, waren wir beiden gespannt, ob ich mit meinen Blowjobkünsten nicht zu viel versprochen hatte. Jedenfalls musste ich mich gar nicht sehr verausgaben. Kaum hatte ich steifgeblasen, kam er auch schon. Das war mal ein wirklicher Blowjob-Quickie. Hihi, das war einfach. Ich happy, er happy. Passt.

Aber wie bekomme ich jetzt wieder die Kurve von einem Blowjob-Quickie auf die existenziellen Fragen die mich eigentlich gerade umtreiben? Gar nicht.

Weil es mir noch wichtig ist…

.. muss ich das noch schreiben.

Mr. Bondage war immer ehrlich zu mir. Er hat (mit einer Ausnahme) nie etwas versprochen, dass er nicht halten konnte.

Das Problem waren meine Hoffnungen und Erwartungen, die sich nicht erfüllt haben.

Auch wenn es bitter ist, verstehe ich rational, warum er entscheidet, wie er es tut.

Er ist verheiratet, hat eine Partnerschaft mit seiner Frau. Die beiden haben sich auf ein Lebenskonzept geeinigt mit dem beide klarkommen und wollen. Nehmen die Verantwortung, die sie für sich gegenseitig haben, wahr. Er braucht also keine Partnerin. Die hat er schon. Das was fehlt ist der Bondage/BDSM/Sex-Teil.

Das hatten wir versucht. Semi erfolgreich. Ich musste beim ersten Spiel safeworden, weil es mir zu viel war. Bin nicht so weit und gefestigt in meinem BDSM-Dasein. Für mich sind Kleinigkeiten noch neu. Er kommt nicht zum Spielen, weil ich als SUB immernoch mit dem Finden meiner Rolle beschäftigt bin.

Er hat eine Familie und einen Job, der ihn sehr fordert. In der wenigen Zeit, die ihm bleibt hat er nicht die Muse sich mit meinen Anfängerproblemen auseinanderzusetzen.

Da gibt es eben noch seine SUB, die in etwa in seinem Alter ist, die das schon länger macht. Gefestigter in ihrem Sub-Sein. Die masochistischer und devoter ist, als ich. Besser zu seinen Vorlieben passt. Mit ihr läuft es einfacher, wenn er sich die Zeit zum spielen nimmt.

Fesseln. Wenn er Dinge tut, dann richtig. Geht gleich zum großen Meister nach Japan um zu lernen. Will es am liebsten Bühnenreif performen können. Ich bin gerne Ropebunny. Aber von den körperlichen Voraussetzungen her nicht so einfach fesselbar wie eine kleine Asiatin, aber auch nicht wie ein schlankes, biegsames deutsches Bunny. Man kann das mit mir tun, aber es ist komplizierter und aufwändiger. So gefestigt in seinem Rigger-Dasein ist er auch noch nicht, dass es ihm potentiell egal ist, wie sein Bunny aussieht, wenn die anderen alle Modelmäßige Frauen aufhängen. Und wie auch bei der BDSM-Geschichte ist es am Ende eine Zeitfrage.

Also war ich am Ende eine unkinky Freundin zum Reden, zum gelegentlichen Sex, zum Nähe geben. Wie eine Partnerin, aber eben hinter den anderen Dingen angestellt. Das hat so lange funktioniert, solange sich meine Erwartungen in Grenzen gehalten haben.

Dadurch, dass ich nun auch einen Vollzeitjob habe kommt der größte Vorteil den ich mitgebracht habe nicht mehr zum Tragen. Ich war zeitlich superflexibel. Das ist nun nicht mehr in dem Maße gegeben. Im Gegenteil durch viele ehrenamtliches Engagement muss man nun auch auf mich und meine Termine Rücksicht nehmen.

So, wie ich eigentlich mit allen Exfreunden klar komme, wird sich auch hier ein Weg finden wie wir miteinander umgehen können. Denn trotz aller Rationalität muss ich jetzt erst mal die kleinen Wunden auf meinem Herz heilen und feststellen, dass ich seit 5 Jahren Single bin. Krass lange ist das mittlerweile.

Thats the end…

… of Mr. Bondage.

Es werden Zeilen voller Liebe, Hass und Trauer.

Es war der Grund warum ich so lange nicht geschrieben habe.

Er war der erste, dem ich schöne Dinge erzählen wollte. Er war der erste an den ich dachte, wenn ich ein Wochenende wegfahren will. Bei dem ich mich ausheulen wollte wenn es mir schlecht geht. Die Schulter zum Anlehnen. Der Mann der soviel Macht über meine Lust hat, wenn er denn wollte. Der Mann, der mich nachhaltig für  Bondage begeistert hat. Einer der wenigen Seelenverwandten meinem Leben. Ich habe ihn geliebt. Ja, es war nie ausgesprochen, aber es war Liebe. Ich habe ihn geliebt. Polyamor und ich war okay damit.

Die große Asymetrie in unserer Beziehung hat Eifersucht entfacht, die einen hassenden Menschen aus mir macht, der ich nicht sein will. Er war meine Nummer Eins, ich die Nummer 5 in seinem Leben. Hinter seiner Frau (völlig okay), seiner Sub (ja, die hasse ich gerade wirklich und es nervt mich, dass die Eifersucht das mit mir macht), dem Fesseln und der Suche nach schönen Frauen. Praktisch war ich und nur dann von Bedeutung, wenn die Punkte Eins bis Vier gerade nicht relevant waren.

Es hat sich am Ende an zwei Punkten entzündet. Nach meinem Urlaub nahm er sich zu meiner Überraschung ebenfalls Urlaub. Hatte er dringend nötig. War komplett überarbeitet. Das würde ihm gut tun, freute ich mich erst noch für ihn. Eine Woche, die er mit seiner Sub wegfuhr. Gott, wie mich diese Scheißwoche mit Eifersucht gequält hat. Na klar mit ihr. Damit war mir meine Rolle nochmal deutlich geworden. Für mich blieben nur die wenigen Abende, an denen er sowieso abgekämpft von er Arbeit kommt. Na, danke. Das hatte mir nie viel ausgemacht, weil ich immer dachte, hauptsache Zeit miteinander verbringen, irgendwann wird er sich schon wieder Zeit für Dich nehmen. … Nicht. Das tut weh. Und nun war eben wieder die BoundCon in München, die Fetischmesse. Vor zwei Jahren waren wir dort zu dritt gewesen. Hat so semi gut funktioniert. Jedenfalls wollte seine Sub dann nie wieder was mit mir zu tun haben. Bitter, so schlimm fand ich es nicht. Aber ab da war für ihn klar, dass er ab jetzt immer mit ihr zu dieser Veranstaltung geht. Die in meiner Stadt stattfindet und ich der Gearschte bin. Das finde ich so albernen Kackscheiß. Ich muss allein auf die Messe, weil in einem normalen Verhältnis da hin gehen nicht läuft.

Ich hatte ihm in harten fiesen Worten  meine Eifersucht geschrieben. Er hat mir ehrlichweise geantwortet, dass er mir nur die Abende unter der Woche und gelegentlich einen Tag am Wochenende anbieten kann. Ich würde sagen anbieten will. Damit liegt die Entscheidung bei mir. Will ich das?

Dann ist da noch seine Sub, ich hasse sie. So sehr ich mich auch mühe, das Gefühl in meinem Kopf geht nicht weg. Ich bin erschrocken über mich selbst. Wie oft ich ihr in meinem Kopf auf der Messe begegnet bin und ihr einfach mal meinen Hass vor die Füße gereiert habe…. Sie hat gewonnen. Ich bin auf dem Abstellgleis. Toll für sie.

Ich bin noch nicht mal gut genug um die Nummer Zwei im Leben von jemandem zu sein. Das ist wirklich bitter. Er hinterlässt das Gefühl, dass ich einfach nicht schön bin. Nicht schlank und nicht hübsch genug.

Ich war heute auf der Messe und auf der Party danach. Ich habe die beiden gesehen. Sie mich auch. Ich habe ausgehalten, dass sie geknutscht haben, dass sie weiß, dass sie gewonnen hat. Er hat nicht mit mir gesprochen, sie haben mich nicht gegrüßt. Ich habe mir die Veranstaltung zurück erobert. Ich kann dorthin gehen, den Abend genießen und Spaß haben. Die beiden nehmen mir nicht alles.

Liebeskummer quält mich seit die beiden im Urlaub waren. Zusätzlich habe ich schwere Zeiten im Job. Damit bin ich an einem Punkt, wo ich mein Leben wieder grundsätzlich hinterfrage. Wer bin ich, was will ich und wo ist mein Platz im Leben? Das hatte ich vor einem 3/4 Jahr bei der Jobsuche auch schon. Jetzt wieder. Alles auf neu.

Er wird mir als Ratgeber fehlen und als Rigger. Es wird schwer werden jemandem auf dem Fesselniveau zu finden. Aber was hilft es, wenn ich für ihn nicht gut genug bin. Ich muss auf mich aufpassen.

Did I go black? – Part II

Wir stiegen vor der Einfahrt in den Hafen aus. Die Mitfahrer werden sich sicherlich ihren Teil gedacht haben. Der Gedanke ließ mich schmunzeln. Im nächsten Moment freute ich mich über meinen Mut die Komfortzone verlassen zu haben.
Sugardaddy, der den Tag über als Tourguide fungiert hatte, sagte mir lächelnd, dass wir jetzt mit seinem Bus unterwegs sein würden. Wie sein Bus? Ich war verwundert. Er war schließlich den ganzen Tag als Tourguide unterwegs gewesen und nicht als Fahrer. Er hatte einen Bus zur Verfügung, mit dem fährt er Touren, wenn nicht gerade ein Schiff am Hafen anlegt. Es sei nicht sein eigener Bus, bedauerte er. Und dass er davon träumte mal seinen eigenen kleinen Bus zu haben um damit selbständig zu arbeiten. Ich schmunzelte. Ein Bus wie praktisch. Ich hatte schon überlegt, falls dieser Nachmittag auf Sex hinauslaufen würde, wo wir dann wohl landen würden. Aber diese Frage hatte sich in diesem Moment erledigt. Also ab in den Bus. Wie cool. Jetzt hatte ich meinen eigenen Tourguide in einem riesigen Bus für mich ganz alleine.
Nachdem wir den ganzen Tag schon so intensiv geflirtet hatten, lag Sex in der Luft. Aber ich sprach das Thema nicht an. Ich fand es viel spannender, wie er dieses Thema angehen würde. Sugardaddy war eigentlich vergeben und erweckte nicht den Eindruck dauernd am Aufreißen zu sein. Wir setzten uns also in seinen Bus und er schlug vor, dass er mich nun auf ein Bier einladen würde. Also düsten wir los zum Supermarkt. Ich lächelte und dachte mir, dass er doch ein schlaues Kerlchen ist. Die Frage, wie er wohl die Nummer mit den Kondomen lösen würde hatte sich damit nun auch erledigt. Und in der Tat kam er mit zwei Tüten wieder aus dem Supermarkt zurück. Er öffnete mein Bier, wir stießen an. Er würde uns ein ruhiges Plätzchen suchen. Ich bat ihn nicht allzu weit vom Schiff wegzufahren. Mehr aus Angst, dass ich auf Grund einer Panne im schlimmsten Fall zu spät an den Hafen kommen würde. „Baby do not worry. I am a good one“, Daran hatte ich keine Zweifel. Und dass mich jemand Baby nennt, ohne das es aufgesetzt, sondern nur lässig klingt, machte mich unheimlich an.
Er erhörte meinen Wunsch so sehr, dass ich wirklich lachen musste. Wir fuhren zu einem abgelegenen Platz keine 500 Meter vom Schiff weg mit bestem Blick auf selbiges. Gott sei Dank hatte der Bus getönte Scheiben. Natürlich hinterfragte ich auch das ein oder andere Mal an diesem Nachmittag, ob das alles schlau ist, was ich da so anstelle. Niemand weiß wo ich bin. Kurz schweiften meine Gedanken ab und malten sich aus, wie wohl die Bild-Zeitungsschlagzeile zu meinem Verschwinden lauten würde. Aber eigentlich war ich mir sicher, dass mir nichts passieren würde. Er war den ganzen Tag ein netter Mensch und Gentleman gewesen. Dann setzte ich mich noch mit meinen Vorurteilen auseinander, die ich bezüglich Sex mit schwarzen Männern hatte. Und ich fragte mich andauernd, ob ich das gerade wirklich tue. Ob das wirklich passiert. Aber ich fühlte mich wohl in seiner Nähe. Es war erstaunlich wie gut unser Draht zueinander war. (Für alle Vorurteile in meinen nächsten Sätzen entschuldige ich mich hiermit schon mal) Die Kombination aus schlau, gutaussehend und einer Lässigkeit, die ich bei weißen Männern manchmal vermisse, machte ihn sehr attraktiv. Dazu das Selbstbewusstsein sich der eigenen Potenz sicher zu sein. Zumindest fühlte es sich so an, als wüsste er ganz genau, dass er es mir ordentlich besorgen kann. So wie ich eben weiß, dass ich Blowjobs kann. 

Er stellte den Bus ab und kam zu mir nach hinten.  Wir stießen an und tranken einen Schluck. Ich könnte gehen. Aber ich wollte nicht. Ich wusste, dass es auf Sex hinauslaufen würde. Und ich blieb. Ich wollte ihn.
Er sagte mir, dass er Lust auf Sex habe und fragte, ob ich das auch will. Ich bejahte. Dann küsste er mich mit seinen vollen Lippen. So ganz aus der Nähe fiel mir auf, wie abgetragen sein Hemd war. Er suchte mit seinen Händen nach meinen Brüsten. Zog mir das T-Shirt aus. Holte meine Brüste aus dem BH. Saugte an meinen Nippeln. Ich konnte ihm ansehen, dass ihm gefiel was er sah. Ich war komplett ungeschminkt vom Baden und hatte total zottelige Haare. Aber er gab mir das Gefühl attraktiv zu sein, dass er auf meinen Körper und mich abfährt. Gott, ich fühlte mich so sexy. Wahrscheinlich hatte ich total hässliche bequeme Unterwäsche an. Ich habe es vergessen und es war so unglaublich egal. Er fing an sich ausziehen. Oh Boy, was ein Körper. Das war mir den Tag über in seinen lockeren Klamotten gar nicht so bewusst gewesen. Gute Gene. Da kam ein Sixpack zum Vorschein. Ich bin ein fucking Glückspilz. Wo ist der Haken, da musste doch einer sein, dachte ich.
Ich zog mich auch aus. In meinem Kopf ploppten die Bilder von riesigen schwarzen Pornoschwänzen auf und ich hatte wirklich kurz Angst, dass er auch so ein Gerät haben würde. Er zog seine Shorts aus und zum Vorschein kam eine beeindruckende Latte. Aber zum Glück nur groß und nicht riesig. Und wenig Haare, also irgendwie andere als bei weißen Männern. Küssen, Streicheln. Seine Haut war so unglaublich weich und zart. Wow. Ist das wohl bei allen schwarzen Männern so? Ich konnte mein Hirn nicht ausschalten. Und siehe da er zauberte aus der zweiten Tüte die Kondome. Ich habe es doch gewusst, dass er sie im Supermarkt gekauft hatte. 🙂 Keine Diskussion über Safer Sex, juhu. Zog sich den Gummi über. Ich war gespannt in welcher Position er das nun anstellen wollte. Aber wenn die Ausstattung groß genug ist muss man sich da auch nicht ganz so viele Gedanken machen.
Wir vögelten im Stehen, vorne im Bus, von hinten auf der Rückbank: In zig Positionen. Er würde nicht eher aufhören, bis ich gekommen war. Am Ende lag ich auf dem Rücken neben dem Fahrersitz auf der Ablage. Es war geil, aber die Gedanken in meinem Kopf fuhren Achterbahn. „Oh Baby, You are so beautiful.“ Ich konnte nicht recht abschalten. So viele Komplimente. Er wollte es mir besorgen. Auf dem Rücken liegend half ich dann nach. Währenddessen stieß er seinen geilen Schwanz in mich hinein. Ich berührte seine Körper, streichelte seinen Knackarsch. Und kam. Und war dankbar, dafür, wie das Leben manchmal so spielt. Natürlich war er noch nicht gekommen. Er fragte, ob er es mir noch mal besorgen solle. Ich verneinte lachend. Im Hinterkopf auch immer die Uhr. Weil ich ja auch pünktlich aufs Schiff musste. Da stand er vor mir mit seiner Latte und ich fing an zu blasen. Es gefiel ihm. Trotzdem dauerte es. Ich blies geduldig, wollte mich revanchieren. Dann kam er und ich war happy.
Während wir uns wieder anzogen, fragte er mich unvermittelt, ob ich denn Kinder habe. Ich war verwirrt und musste innerlich schmunzeln. Die Kondome in Jamaica werden doch hoffentlich ihren Zweck erfüllen. Was eine passende Frage, wenn man gerade Sex hatte mit einem Mann, den man gerade erst ein paar Stunden kennt. Ich verneinte wahrheitsgemäß. Wenn du mal Kinder willst, komm wieder und ich mache dir ein paar wunderschöne schokofarbene Babys. Haha,  ich hatte kurz das Szenario vor Augen, wie ich den Damen im Dorf meiner Eltern erkläre, woher das Baby kommt. Ich soll also nicht zum Vögeln wiederkommen, sondern zum Vermehren. Immerhin der erste Mann in meinem Leben der Kinder mit mir will. Kann ich nun auch einen Haken hinter machen
Das war wohl ein kultureller Unterschied. Das ein Mann ganz versessen drauf ist seine Gene in der Welt zu verteilen. In meinem Kopf war das ein schwarzer-Mann-Potenz-Ding. Ich musste sehr über diesen Moment schmunzeln. Sehr kurios. Auch wenn ich mich für meine Vorurteile gleich wieder schäme. Nachdem wir beide befriedigt waren, aber noch Zeit übrig war, bis ich wieder auf dem Schiff sein musste, fragte er mich, ob ich noch was essen wollte. Klar hatte ich Bock. Wir fuhren mit seinem Bus zu einem Laden wo er gern Essen geht. Schon das allein, war wahrscheinlich cooler, als das, was die meisten Mitreisenden heute erlebt hatten. Da essen, wo die Jamaikaner essen. Ein Grill mit Hühnchen. Er lud mich ein. Wie krass. Obwohl er wahrscheinlich nicht besonders viel Geld hatte. Wir setzten uns in seinen Bus und es schmeckte sehr lecker. Ich war happy. Es war ein überragender Tag gewesen. Als er mich zum Hafen zurückfuhr tauschten wir Nummern. Er hoffe, dass ich eines Tages wieder komme mit mehr Zeit. Ja,  das wäre schön. Ich fragte ihn, ob ich ihm das Geld vom Essen wiedergeben dürfte. Ich hatte ein schlechtes Gewissen. Müsse ich nicht, aber er würde es annehmen.
Mit dem breitesten Grinsen überhaupt checkte ich wieder auf dem Schiff ein. Und hatte Mr. Logistik gegenüber ein schlechtes Gewissen. Ich erzählte es ihm nicht. Hätte es fies gefunden. Ich hatte das zwar gar nicht geplant. Es war einfach so geschehen. So verrückt. Viele Zufälle. Ohne Sonnenbrand wäre es nie passiert.

If you go black you never go back. – Das wird so nicht stimmen, aber die Neugier auf schwarze Männer ist größer geworden.

Did I go black

Da habe ich mir jetzt ganz schön was eingebrockt. Über was cooles lustiges schreiben, wenn man so semigut gelaunt ist. Aber da ich ja einen Cliffhanger stehen lassen habe, kann ich auch schlecht das Thema wechseln.

Kleiner Stress in der Arbeit, ein wenig Eifersucht, ein Telefonat von letzter Nacht.. ich könnte zehn Blogartikel schreiben…

Puuhh.. Ich versuche es und hoffe, dass ich dem Erlebnis gerecht werde.

Jamaika. Mr. Logistik und ich verließen das Schiff zum Landgang. Und trafen am Ausgang das ältere Ehepaar, mit dem wir uns schon auf dem ersten Jamaika-Landgang ein Taxi geteilt hatte. Ich freut mich sehr, denn ich war gern mit den beiden unterwegs. Wir hatten keinen Ausflug gebucht, sondern wollten wieder auf eigene Faust losziehen.  Als wir gerade am Infostand angekommen waren und die Preise der Taxis und Busse sondierten, sagte Mr. Logistik plötzlich, dass er wieder aufs Schiff zurück wollte. Er war am Vortag zu lange in der Sonne gelegen und hatte einen ziemlichen Sonnenbrand. Der Rucksack auf seinen Schultern schmerzte und er hatte keinen Bock. Ich war überrascht. Aber mit zurück aufs Schiff war für mich keine Option, zumal das endlich mal ein wirklich langer Landgangstag war. Er drehte also noch im Hafenterminal um und ging wieder aufs Schiff. Da war ich nun ganz alleine unterwegs. Ich freute mich trotzdem auf einen bestimmt lustigen Tag mit den beiden.

Wir entschieden uns mit dem Bus bis in die Stadt zu fahren und dort mal weiter zu gucken, ob sich da eine günstige Taxifahrt ausgehen würde. Am Hafen wollen einem alle immer ihre Touren andrehen, das wollten wir vermeiden und erst mal in die Stadt.

Der Bus wurde voll gemacht. Es passten etwa so 20 Menschen rein. Dann ging es los. Ich bin ja ein altes Fluchttier, also hatte ich mir den Einzelplatz direkt am Eingang geschnappt. Dann ging es los. Am Ausgang des Hafenbereichs hielt der Bus nochmal und ein Jamaikaner stieg ein. Dunkelrote Hose, weißes Hemd, Krawatte. Ein Tourguide. Er verkaufte die Hin- und Rückfahrttickets. Sehr witziger Kerl. Stellte sich unter dem Namen Sugardaddy vor. Verbreitete gute Stimmung. Sugardaddy, hahahaha, er war weder alt noch reich. Ein klein wenig älter als ich vielleicht. Aber den Namen konnte sich jeder merken, von dem her schlau gewählt. Sugardaddy, weil er die Zuckersüßen Angebote dabei hat. Er bot zusätzlich zu Hin- und Rückfahrt gegen einen kleinen Aufpreis noch eine kleine Rundtour mit dem Bus an. Er stand die ganze Zeit direkt vor mir in der Tür. Wir verstanden uns auf Anhieb gut. Die witzigen Sprüche flogen hin und her. Außerdem sprach der Rest wieder nicht besonders viel Englisch, also übersetzte ich hin und wieder oder übernahm eine Vermittler-Rolle. Wir fuhren also in die Stadt setzt die ab, die nur in die Stadt wollten. Am Ende waren wir etwa 10 die mit ihm auf die Rundfahrt gingen. Wir fuhren auch. Sugardaddy und ich flirten die ganze Zeit. Es ging mit gut. Er war smart und lässig, witzig. Ein schöner schwarzer Mann, mit einem darüber hinaus noch ganz ansehnlichen Körper, auch wenn das für mich das fast am wenigsten relevante war. Keine Rastas 🙂

Er machte mir Komplimente. Wirkte so, als würde er nicht dauern mit einer Touristin so intensiv flirten. Was ich beim Durchschnittsalter der Mitreisenden auf dem Schiff auch gar nicht so unwahrscheinlich finde. Ich hatte auf der ganzen Reise schon so unglaublich viele tolle Komplimente bekommen. Das tat so gut. Balsam für die Seele. Meine Offenheit und das Interesse an den Menschen wurde belohnt. Ich war sehr glücklich. Der Flirt mit Sugardaddy setzte dem ganzen noch einen drauf. Ich fühlte mich als unabhängige schlaue selbstbewußte Frau geschätzt. Das Gefühl gab er mir.

Nach zwei Stunden war die Rundfahrt zu Ende und auch wir stiegen aus. Wir wollten an den Strand und später mit Sugardaddy wieder zurückfahren. Es waren drei Zeitpunkte für die Rückfahrt angeboten. Das ältere Pärchen und ich wir gingen an einen Strand für Einheimische. So ziemlich als die einzigen Weißen. Als ich mich so umsah, wurde mir klar, warum ich das Gefühl hatte bei den Jamaikanern ganz gut anzukommen. Die meisten Frauen waren doch eher kurvig. Das bin ich ja auch. Mit dem für Jamaika-Exotenbonus, dass ich weiß bin. Whitey, wie sie mich so schön riefen.

Wenn mich früher im Urlaub jemand von der Seite angequatscht hat, dann wäre ich in vielen Fällen dem ganzen mit Ignorieren aus dem Weg gegangen. Jetzt ließ ich mich auf kleine Flirts ein, mit dem Wissen dass ich auch in Englisch schlagfertig genug bin. Ließ  mich auf Gespräche ein, bereute keines davon. Ich fühlte mich sehr bei mir. Sehr leicht. Keine Selbstzweifel.

Nach einer Weile am Strand wollten die beiden schon den vorletzten Bus zurück zum Schiff nehmen. Das fand ich schade. Mir war auch eigentlich der letzte Bus noch zu früh.  Der letzte Bus ging schon um 16 Uhr, wir mussten aber erst bis 19:30 auf dem Schiff sein. Naja, mal sehen dachte ich. Wir liefen zum vereinbarten Treffpunkt und ich hoffte sehr, dass wir Sugardaddy dort wieder treffen würden. Ich hatte Bock auf Flirten. Und juhu er stand da und wartete auch auf den Bus. Und auch er freute sich. Ich erzählte ihm, dass die anderen beiden schon zurück wollten, dass mir das aber zu früh sei. Ich würde den letzten Bus dann nehmen und solange noch mit ihm abhängen. Er kümmerte sich darum, dass die Fahrgäste in den Bus kam und fuhr aber dann nicht mit zum Hafen sondern blieb mit mir an der Promenade. Er war bei den anderen Guides bekannt wie ein bunter Hund. Und er musste sich wohl auch den ein oder anderen Spruch gefallen lassen, dafür, dass er offensichtlich mit mir Zeit verbrachte. Es war ihm egal. Sollen sie doch reden, kommentierte er.

Wir spazierten und redeten. Es ergab sich ein interessantes tiefgründiges Gespräch über Gott und die Welt. Auch irgendwann über Sex. Ich hielt mit meiner Einstellung nicht hinter dem Berg. Hihi, da erzähle ich ihm auch noch das grundsätzlich gerne Sex habe und so mehrere Männer am Start. Ohne Hintergedanken, einfach weil es ein Teil von mir ist. Hätte er mich irgendwann im Laufe des Gesprächs platt angegraben oder zu Sex überreden wollen, dann wäre ich gegangen. Aber das tat er nicht. Wir landeten in einer Einheimischen-Bar, in die ich mich mit dem älteren Ehepaar vorher nicht reingetraut hatte, weil ein unglaublicher Lärm aus der Bar gekommen war. So als ob sich Menschen prügeln und andere anfeuern. Lustiges Missverständnis. Der Lärm hatte einen einfachen Grund wie ich lernen sollte. Die Männer spielten an zig Tischen ein Spiel – Domino. Ja, so habe ich auch geguckt. Domino, das Steinanlege-Spiel. Der Gewinner muss schreien und auf den Tisch hauen.

Wir tranken ein Bier. Ich bezahlte. Ich genoss einfach die Zeit und Situation. Das Land pur zu erleben. In einer Bar zu sitzen, mich zu unterhalten. Was zu lernen. Wir mussten ja nach einer Stunde wieder zurück an der Bushaltestelle sein, denn er musste ja schließlich noch arbeiten. Die letzte Tour zurück ich stieg mit ihm ein. Er fragte mich, ob ich noch Zeit mit ihm verbringen wollte. Mein Bauch gab grünes Licht und er sagte, dass wir am Hafeneingang aussteigen würden. Im Nachhinein wurde mir klar, dass er für mich auf sein Trinkgeld verzichtete indem er mit mir vorher ausstieg und den Bus mit den übrigen Gästen allein in den Hafen fahren ließ. Krass, vor allem wenn man davon lebt. Ich war sehr gespannt, was wir noch anstellen würden..