Ringelpietz mit Anfassen oder Remi goes Tantra-Gruppe

In der letzten Zeit hatte ich eine Phase in der ich nicht besonders viel und auch nicht besonders Abwechslungsreiches erlebt und gebloggt habe. Nach vielem Ausprobieren in den letzten Jahren hatte ich das Bedürfnis nach etwas Stetigem, nach weniger Neuem, weniger Ausprobieren. Mehr Gefühl, ein bißchen weniger ungewöhnlichen Sex, nicht so viele neue Männer. Jetzt ändert sich das gerade wieder. Die Neugierde kehrt zurück. So ergab sich dann auch das folgende Erlebnis:

Der Kommilitone ist ja bekanntlich dem Tantra zugetan. Durch ihn bin ich auch schon in den Genuß der ein oder anderen Tantra-Massage gekommen. Ich habe darüber berichtet. Aber auch wenn er mir einen guten Orgasmus damit verschaffen konnte und ich irgendwie auch gern die Massagetechniken die es dazu gibt lernen würde, so ein wenig schräg sind die Tantra-Menschen und das Drumherum schon. So schräg, dass ich mich irgendwie gesträubt hatte weitere Erfahrungen in dem Bereich zu sammeln.

Dann gab es da einen Abend. Mr. Bondage war andersweitig unterwegs. Der Kommilitone erzählte mir, dass am Abend eine Tantra-Gruppenkuschel-Veranstaltung in privatem Rahmen stattfinden würde. Er wollte dorthin gehen und es waren kurzfristig noch zwei Frauenplätze frei geworden. Er fragte mich, ob ich denn nicht Lust hätte mitzugehen. Mein erster Reflex war sofort Nein zu sagen. Meiner Meinung nach würde ich da überhaupt nicht rein passen. Aber ich gab dem Impuls nicht nach und fragte den Kommilitonen erstmal aus, was an dem Abend so alles passieren würde. Er erzählte so ein wenig, wie die Abende dort in der Gruppe ablaufen. Ich erbat mir eine Stunde Bedenkzeit. Das war immerhin noch keine Absage. In der Stunde rang ich hart mit mir. Kuschelgruppe..huihuihui, Kuscheln ist schön, aber ich bin eigentlich ein nicht besonders körperlicher Mensch. Gibt wenige mit denen ich gern kuschel, ich umarme Menschen nicht einfach so. Bin mit relativ wenig Körperkontakt aufgewachsen. Ich und lauter Körperkontakt-Menschen… Das war eine Vorstellung, also eigentlich konnte ich mir das nicht so recht vorstellen. Und dann würden dort alle noch mindestens 10 Jahre älter sein.Puhh..Ich also Frischfleisch…Aber dann sagte ich mir, dass immer wenn ich mich aus meiner Komfortzone gewagt hatte, dass ich belohnt worden bin. Dass es meinen Horizont erweitern würde und dass ich sonst nur den Abend vermutlich am Laptop versauern würde. Also hatte ich nichts zu verlieren. Im schlimmsten Fall würde ich rumsitzen und den anderen einfach bei dem zusehen, was sie tun. Ich rang mich also durch den Kommilionen an diesem Abend zu begleiten. Ziemlich spontan, wie ich finde. Ich schmiss mir noch ein paar lockere Klamotten in den Rucksack und mein brasilianisches Badetuch, das so ähnlich aussieht, wie das was der Kommilitone immer als Lunghi trägt. Dann fuhren wir los in ein kleines Dorf irgendwo in Oberbayern. So schräg. Von wegen „Auf dem Land da gibts koa Sünd“…..

Dort angekommen erfüllten sich gleich zwei Erwartungen. Die Beteiligten waren alle ziemlich nett. Und sie drückten mich bei der Begrüßung fast alle. Es war die gleiche Anzahl Männer wie Frauen da. Ich war die jüngste Frau, mit doch deutlichem Abstand. Nur der Kommilitone und noch ein Mann waren jünger als ich. Sonst war das wohl zum Teil die Generation meiner Eltern. Auch sehr schräg. Der Abend begann mit Ankommen, Begrüßen und Buffet. Ich hatte also ausreichend Zeit mich zu akklimatisieren und mich umzusehen. Das ist auch bewußt so gemacht, dass alle erst Mal Zeit haben den Stress der Anreise oder eines langen Arbeitstages hinter sich zu lassen. In dieser Phase des Abends zementierte sich bei mir der Gedanke, dass ich einfach nur zuschauen werden was dort so passiert. Neugierig, aber unbeteiligt.

Während der Akklimatisierungsphase hatte ich ein gutes Gespräch mit den Mann, der am allerwenigsten mein Typ war von allen anwesenden. Klein, lange graue Haare zu einem Zopf gebunden, ein ganz klein wenig wie ein Gnom. Aber wir unterhielten uns gut. Er erzählte mir wie er zum Tantra gekommen ist. Es war für ihn nach seiner gescheiterten Ehe die Rückeroberung seiner Sexualität. Das scheint einer der Hauptgründe für die Teilnahme in der Gruppe zu sein. Wir saßen auf der wunderschönen Terrasse und er saß neben mir. Er fragte mich einfach, ob er mich den ein wenig streicheln dürfe. Ich horchte in mich rein und es fühlte sich angenehm an. Alles gar harmlos, ein netter Kontakt.

Dann ging der Abend los: Alle versammelten sich im Wohnzimmer. Jeder der Anwesenden sollte erzählen wie er angekommen ist. Also entweder von seiner Anreise oder von seinen aktuellen Lebensumständen. Das ist superschräg, aber eigentlich auch schlau. Man erfährt schon so wenig was von der anderen, hat Anknüpfungspunkte für ein späteres Gespräch. Dann gab es noch eine kurze Regelkunde. Wo was stattfinden dürfe, wo Kondome und Massageöl bereitsteht… Aha, dachte ich, Sex wird also nicht ausgeschlossen.. Dann wurde ein gemeinsames Lied gesungen und danach Musik zum Tanzen aufgelegt. Tanzen mit Körperkontakt wer wollte, Aber auch ohne für sich. Jeder so wie er Lust hat. Das ist eigentlich ganz angenehm. Es war eine sehr wertschätzende Atmosphäre. Jeder wurde in der Gemütslage akzeptiert, die er eben gerade so hatte. Und trotzdem hatte ich immer so ein Walddorfschule-Namenstanzen-Ding im Hinterkopf, dass ich nicht ganz ablegen konnte.

Ich verzog mich erstmal auf die Terrasse um mir das Geschehen mit sicherem Abstand anzugucken. Ich wollte aber auf jeden Fall noch eine Runde drehen und schauen, was in den Zimmern so ablief. Es dauerte auch gar nicht lange bis sich das Wohnzimmer leerte und die Teilnehmer in die Matratzenlager verschwanden..

9 Kommentare zu “Ringelpietz mit Anfassen oder Remi goes Tantra-Gruppe

  1. Tantra ist für mich auch so eine Sache für die Kerle, die keine abbekommen und einen auf Frauenversteher machen, um ein Weibchen anfassen zu dürfen.
    Allerdings ist eine liebe Freundin von mir mit einem 20 Jahre älteren und beruflich sehr erfolgreichen Mann liiert, der tantra-mäßig wohl was drauf haben soll, so mit Orgasmus nach innen. Mehr wollte sie mir nicht sagen. Sie meinte google es, es würde klappen. Seitdem bin ich diesbezüglich neugierig.

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  2. Man oh man. Jetzt kommen ja ganz neue Seiten von Dir zum Vorschein. Nach SM nun Tantra. Der krasse Gegensatz. Spanne uns aber nicht zu lange auf die Folter mit dem zweiten Teil. Aber ich denke der Gnom wird noch eine entscheidende Rolle spielen.

    Tantra habe ich noch nie gemacht und irgendwie assoziiere ich das mit Baumwollträger, alles schön, leise und weich sprechende Menschen, die viel und gesund leben. Aber vielleicht ist das wirklich nur ein Klischee, dass ich falsch interpretiere und Du mich im zweiten Teil eines besseren belehren wirst.

    Aber ist ja schon ein wenig wie Swingerclub, wenn ich das so lese mit den Räumen wo Matten drin sind. Nur im Club heißen sie Spielwiesen. 😉

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