Das Bambi unter den Swingerclubbesuchern

Ein verrückter Abend. Ich wollte mal wieder mit einem Bekannten in den Club gehen. Mein letzter Besuch ist schon eine Weile her und ich wollte einfach mal wieder ausgehen. Hätte auch nichts gegen Sex mit dem Bekannten einzuwenden gehabt. Hatten wir auch schon mal bei einem der vorangegangenen Swingerclubbesuche.

Als wir gegen halb neun in dem Club eintrafen, war es schon ziemlich voll – Freitag Abend und ein große Veranstaltung in der Stadt. Es gibt dort eigentlich nie Motto-Abende. Das Publikum ist immer sehr unterschiedlich. Irgendwie die Überraschungstüte unter den Clubs. Ich hatte keine Erwartungen an den Abend. Außer zwischen leicht bekleideten Menschen rumsitzen und das Flair aufzusaugen. Erfreulicherweise war das Publikum sehr bunt durchgemischt. Das mag ich am liebsten. Und doch auch so einige Soloherren. Wir aßen und tranken, wußten selbst noch nicht so genau, ob wir miteinander Sex haben wollten.

Als wir uns dann mal umsahen, was denn auf den Matten und Höhlen schon so im Gange war, wurden wir von einem Pärchen angesprochen. Da waren wir aber im Gang zwischen all den Soloherren noch nicht so weit. Zumal wir ja miteinander nicht besonders erfahren sind und der eine vom anderen nicht wußte, wie es mit so einem Vierer aussieht. Also wurde es nichts. Wir entschlossen uns dann doch noch eine Nachspeise essen zu wollen. Dabei quatschte mich ein eigentlich ganz niedlicher Typ an. Halb Türke, halb Iraner. Wir unterhielten uns ein wenig, aber er sprach nicht besonders gut Deutsch. Er wich uns ab dem Moment nicht mehr von der Seite. Als wir nach dem Nachtisch nochmal eine Runde drehten, war er immer an unseren Fersen. Wir sahen uns ein weiteres Mal um, ob irgendwas insprierendes stattfindet. Ich setzte mich in einem der Zimmer auf einen Sessel und stellte fest, das der genau die richtige Blowjob-Höhe hatte. Mein Bekannter wollte noch einen anderen Raum abchecken und so war ich mit dem Halbiraner allein. Ich hatte Lust auf einen Blowjob also beglückte ich ihn. Ich wollte nur blasen, mehr nicht und legte los. Er hatte allerdings anderes im Sinn und wäre gerne noch auf eine Matte verschwunden. Darauf hatte ich keine Lust, also blieb es dabei, dass ich ihn angeblasen, aber es nicht zu Ende gebracht hatte. Selbst Schuld, wenn er sich nicht mit einem Blowjob begnügen wollte. Es war gar nicht leicht ihn später wieder loszuwerden.

Nach der Nachspeise hatte mein Bekannter mit Magenproblemen zu kämpfen. Er war damit nicht mehr für Sex zu haben. Ich hatte mich wieder auf den Sessel gesetzt und wollte einem Paar zusehen, das Spaß miteinander hatte. Immerhin waren die Männer an diesem Abend so schlau sich nicht andauernd in meine Sichtlinie zu setzen. Ich bin auch kein Fan davon, wenn ich erst angefasst werde, bevor Mann mit mir spricht. Also wies ich alle Männer ab, die an meiner Schulter herumfummelten. Der Abend war schon fortgeschritten. Ich wanderte immer mal wieder herum um ein wenig zuzusehen. Mir ein paar echt weibliche Orgasmen anzusehen, hoffte ich. Ich saß wieder auf dem Stuhl. Dann kam ein älterer Mann vorbei, dem wohl aufgefallen war, dass ich bisher selbst nicht aktiv geworden war. „Du sitzt ja hier nur rum“, sagte er und ich antwortete „Ja, und???“ dann fuhr er fort: „Die ganzen Männer warten aber schon…“ und meine Antwort war. „Ja und weiter???“Er ging dann einfach und hatte das, was er offensichtlich dachte nicht ausgespochen. Nämlich, dass er so viel Eintritt bezahlt hatte und die Erwartung nun schon ist, dass er auch was davon hat. Hat das Konzept nicht verstanden und sollte nächstes Mal gegenüber in den Puff gehen, dachte ich mir. Ich habe auch Eintritt bezahlt und kann machen was ich will. Idiot.

Mein Begleiter mit dem verdorbenen Magen entschloss sich noch die Sauna zu nutzen. Ich gehe nicht gerne saunieren, also sah ich mir das von außen an. Da begegnete mir ein Mann vor der Tür, der mir einfach mit einem netten Lächeln ein Kompliment machte. Er machte so gar keine Anstalten mich auf eine Matte abschleppen zu wollen. Oktay war sein Name. Er hatte schon ein bißchen was getrunken. Musste sich Mut antrinken, wie er mir erzählte. Sein erster Swingerclubbesuch. Es wirkte nicht wie eine Masche, sondern sehr ehrlich. Es war angenehm, sich mit einem Mann zu unterhalten, der nicht sofort körperliche Nähe sucht, nur weil wir in einem Club sind. Er hielt normalen Abstand. Er wollte sich auch ein wenig in die Sauna begeben. Ich fand ihn wiklich niedlich. Er hatte so was Welpiges vom Verhalten her, einfach weil er wirklich den Eindruck vermittelte, dass er das erste Mal in einem Club ist und gar nicht darauf aus war Sex zu haben.

Ich ging in den Barbereich und dachte mir, dass er nach der Sauna schon irgendwann dort aufschlagen würde. Ich sagte meinem Bekannten, dass ich Lust auf den schüchternen Oktay habe. Irgendwann kam er dann in die Bar und ich stellte mich grinsend neben ihn. Irgendwie waren das vertauschte Rollen, denn ich musste ihn aufreißen. Er ging wohl einfach nicht davon aus, dass ich Sex mit ihm haben wollen könnte. Als ich ihn schließlich fragte, ob er mit mir nach oben gehen wollte, guckte er ganz überrascht und fragte: „Wie, jetzt gleich??“ Es amüsierte mich köstlich. Nach dem Motto: Ohje jetzt wird es Ernst. Das war so erfrischend anders. Also er wisse ja gar nicht, ob das er das so hinbekommen wird, so mit Zuschauern und so. Und ja er hat schon ein wenig was getrunken. Ich sagte, dass wir uns in eine dunkle Höhle verkriechen könnten, da würde niemand was sehen. Rein in die Höhle und erst mal den Eimer in die Tür stellen, damit keiner reinkommt.

Als wir nebeneinander auf der Matte lagen, gestand er mir noch, dass er „Chemie“ geschmissen hatte um sich aufzuputschen. Ich halte nicht viel von Drogen. Dann auch noch ein wenig Alkohol getrunken.. Uiuiui, eigentlich ist das so gar nicht meines. Aber er war so ehrlich und schüchtern, es hielt mich trotzdem nicht davon ab. Mein Bauchgefühl gab mir grünes Licht. Wir fingen an uns zu streicheln. Es passte mit uns, es fühlte sich natürlich an, nicht krampfig. Da wollte ich mich über seinen Schwanz hermachen, da sagte er mir, dass ich nicht böse sein solle und es nicht an mir liegen würde. Er meinte damit, dass er Null steif war. Kein Problem, ich bekam ihn schon steif. Er fasste mich auch an. Wir knutschten. Tolles Gefühl, es passte zusammen. Wie er mich anfasste, meinen Kopf hielt,mich küsste, machte mich an. Ich wollte mit ihm schlafen und sagte, dass er sich ein Kondom überziehen soll. Und musste ihm dann noch erklären, wo er eines herbekommt. „hihi, niedlicher Anfänger“, dachte ich mir.

Er zog es sich über, legte sich auf mich und wollte ihn mich eindringen. Es wurde nichts. Erst fand den richtigen Winkel nicht, dann war sein Schwanz nicht mehr steif genug. Er ärgerte sich voll über sich selbst. Ich sagte ihm, dass ich es nicht schlimm finden würde. Er sei ein Mensch. Das passiert schon mal. War ja auch viel neues. Ich fragte ihn, ob er einen Blowjob haben wollte. Er sagte ja. Aber dann fing er an es mir mit den Fingern zu besorgen. Wir lagen nah beieinander. Ich half mit meiner Hand nach und er durfte einen Orgasmus von mir spüren. Ich glaube, dass war schon mehr, als er sich vorher von dem Abend erhofft hatte. Wir lagen noch ein wenig nebeneinander und er sagte mir, dass er noch Viagra dabei habe. Ich musste lachen und fragte, wofür? So zur Sicherheit. Ich war nicht daran interessiert, dass er sich das Zeug einschmeißt. Dann sagte er mir, dass er mich so schnell nicht vergessen würde. Das Erlebnis mit mir würde sich einbrennen in sein Gedächtnis. Als er davon sprach, dass er einfach nur den Moment genießen wollte, da musste ich ihn einfach nochmal ganz intensiv küssen.

Trotz der Drogen, Alkohol und Ladehemmungen war es wirklich ein schöner Moment gewesen. Wir gingen dann zurück in die Bar und da es schon spät war ging ich bald nach Hause.

Ich kann schon verstehen, dass das für Männer gar nicht so leicht ist in der Swingerwelt. Wenn du keine Partnerin dabei hast ist es schwer jemanden abzubekommen und dann noch irgendwie Leistungsdruck zu haben. Sich beweisen müssen, potent sein vor den anderen. Uff. Er hatte sich bei mir entschuldigt, dass er sich was eingeworfen hat. Ich hätte es nicht gemerkt hätte er nichts gesagt. Das ist für mich schräg. Drogen gehen gar nicht, aber ich habe es ihm durchgehen lassen. Vielleicht lag es an seiner entwaffnenden Ehrlichkeit. Aber er konnte ja auch nicht wissen, dass er auf eine nette Frau wie mich trifft und es gar nicht nötig gewesen wäre.

18 Kommentare zu “Das Bambi unter den Swingerclubbesuchern

  1. Es kommt dir nicht in den Sinn, das zum Sex mehr gehört?
    Wenn ich sowas lese, komme ich mir seltsam antiquiert vor.
    Ich verstehe es einfach nicht.
    Aber hey, Menschen sind unterschiedlich.
    Du bist so gegensätzlich zu mir, dass ich mich wirklich frage, wieso ich so strikt bin.
    Und nachdenken hat doch was gutes, wie ich finde.

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        • Naja etwas von seiner Seele hat er mir schon gegeben. Ja, für mich braucht es wohl auch irgendwie mehr, als für so manch anderen Swingerclubbesucher. Aber Liebe braucht es nicht unbedingt.

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        • Sorry, ich bin neugierig.
          Ich war auch nur einmal da.
          Ich hab die Menschen dort als extrem spießig empfunden. So wie ich mir einen Kegelausflug vorstelle.
          Die Leute dort empfinden es wohl frivol dort. Ich hingegen empfinde es als völlig natürlich, nackt oder in Wäsche zu sein.
          Wobei ich Männer in jedweder Art kurzen Hosen als lächerlich empfinde.
          Ich hab mich einfach nicht zugehörig gefühlt. Nicht meine Welt.

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  2. Also für mich reichen gegenseitige Sympathie für Sex… Klar ist es viel schöner, wenn mehr dabei ist. Aber hey… Wir sind ein Produkt der Natur. Natur sah Sex zu Fortpflanzung vor. Von liebe ist bei Natur keine Spur. Sobald die Chemie zwischen Männlein und Weiblein stimmt, ist nix dagegen anzuwenden. Aber vllt bin ich etwas abgedroschen und kapiere den Kram mit „mehr“ nicht xD hat ja schon mein ex gemeint, ich würde das nicht verstehen.

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  3. Wenn ich deinen Text so lese, weiß ich wieder, warum Swingerclubs nie so recht mein Stil waren.
    Wenn ich in einen Swingerclub gegangen bin, dann, um mich ordentlich durchrammeln zu lassen, und nicht um mich mit irgendwelchen Männern, mit denen ich außer Sex gar nichts zu tun haben wollte, zu unterhalten.
    Dieser Smalltalk ist lästig, aber kaum vermeidbar (zumindest in den mit bekannten Clubs).

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  4. Hm, eigentlich fand in Deinen Post recht unterhaltsam und sehr interessant beschrieben. Ich habe es genossen ihn zu lesen, auch, wenn es jetzt nicht die Superorgie war, die mal als Stammleser bei Dir nun erwartet hätte. 😉

    Allerdings haben mich die Kommentare hier zum Grübeln angeregt und man sieht doch wieder wie verschieden die Menschen sind. Nämlich wie der angenehmste Weg zum Sex zu definieren ist. Die eine will nicht reden, sondern vögeln und die andere will erst einmal Sympathie aufbauen, die nächste will ein Mix aus beidem. Der nächsten ist die Sympathie vollkommen (Achtung Wortspiel ;-)) latte. Ich verurteile oder bevorzuge gar nichts. Aber da sieht man doch wie schwer es ist bei einer Frau entsprechend zu landen. Macht (M)an(n) es so, ist das der falsche Weg, bei einer anderen wäre es vielleicht genau die richtige Methode. Wie sagt man doch so schön, wie man es macht, macht man es falsch. Oder auch richtig. Ist halt wie im Lotto machmal verliert man und irgendwann kommt der Sechser, oder bei unserem Thema der Sexer. 😉

    Ich finde es auf jeden Fall höchst interessant, wie verschieden die Menschen ticken und bin gerne im Club und ich denke, wer einen Swingerclub besucht, kann nicht spießig sein. Klar, jeder setzt seine Grenze der Spießigkeit woanders, aber ich denke, dass ein Swingerclub heute immer noch nicht gesellschaftsfähig ist und alles was nicht zu unsere gängigen Gesellschaft gehört, würde ein Spießer nicht besuchen. Das ist meine Auffassung von Spießigkeit. ALIASNIMUE setzt die Grenze noch ganz woanders. Was natürlich absolut ok ist.

    Und wenn man den Club betritt, gibt man seinen Anstand nicht an der Garderobe ab. Ungefragtes Berühren geht mal gar nicht. Klar wollen alle das eine, aber deswegen muss man sich doch nicht wie ein Urmensch benehmen.

    Und beim nächsten Mal bitte dann wieder die Superorgie und nicht nur so einen lächerlichen Blowjob. 😉 *lach

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  5. Ich finde an Deinen Club-Geschichten immer den Essens-Aspekt witzig – da wird irgendwie immer erst gegessen bevor es losgeht.
    Finde ich schraeg, weil wenn ich satt bin hab ich so gar keinen Bock auf Sex (und dazu kommt ja noch, dass DT bei vollem Magen nicht so der Burner ist) 😀

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  6. Ich selber habe bisher noch nie einen Swingerclub besucht, doch stelle ich es mir nicht einfach vor sich einfach fallen zu lassen. Man kommt das erste mal in so einen Laden und kennt niemanden man schweift umher auf der Suche nach tollen Bekanntschaften oder dem Abenteuer und auf einmal kommt jemand und will Sex mit dir. Die Nervösität steigt in dir hoch und du weißt nicht wirklich wie du handeln sollst. Man kennt sich nicht sieht sich das erste Mal und wird direkt intim. Ich denke das es einfach Gewohnheit ist ob man das kann oder nicht, doch am Anfang wird das wohl viel Überwindung kosten.

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