Das erste Mal öffentlich gefesselt..

Mr. Bondage hatte im Zuge seines Fesselhobbies schon so einige Workshops und Fesselabende besucht. Das war der Grund, warum er – wie ich finde – das auch außerordentlich gut beherrscht. Dass alles, was er dabei tut, Hand und Fuß hat. Er fragte mich eines Tages, ob ich nicht mit ihm auf so einen Fesselabend gehen möchte. Dort sind verschiedene Menschen, ein wenig mehr als 10 anwesend und fesseln. Nutzen das als Übungsgelegenheit. Alle werden angezogen sein.

Angezogen, dachte ich mir, ist das kein Problem. Also sagte ich zu. Ich war neugierig zu sehen, was die anderen so treiben. Wie Mr. Bondage sich da einfügt. Er sagte mir, dass ich bequeme Klamotten mitnehmen sollte. Am besten eine Leggings und ein langärmliges Oberteil. Ich würde keinen BH drunter tragen, da der beim Fesseln nur irgendwann stört.

Das war alles kein Problem. Ich hoffe, dass ich nicht so sehr fremdeln würde mit den anderen. Darüber hinaus hatte ich eigentlich noch nie öffentlich gespielt. Außer mit JD im Pornokino, aber das empfand ich als etwas anderes. Keine Frauen, alles dunkel. Eigentlich keine Kommunikation mit anderen Menschen.

Wir kamen dort ein wenig zu spät an der Location an. Eigentlich ein Fotostudio, das gelegentlich auch für Fesselaktionen genutzt wurde. Hohe Decken, alles ganz hell. In der Mitte ein großer Teppich. Das Männer/Frauen-Verhältnis der Anwesenden war halbwegs ausgeglichen. Es begrüßten mich eigentlich alle ganz nett, ein wenig Smalltalk. Trotzdem hatte ich das Bedürfnis mich erst mal in eine Ecke zu verziehen und mir alles anzusehen.

Ich merkte, dass Mr. Bondage einen Teil der Anwesenden schon kannte. Es war auch eine Frau da mit der er schon gespielt hatte. Das habe ich vorher gewußt und das war kein Problem für mich. Was mich viel mehr beschäftigte war die Tatsache, dass die anderen Mr. Bondage ja kannten und wußten, dass er immer den dominanten Teil einer Spielbeziehung übernahm und sich somit ausrechnen konnten, dass ich der devote Part sein musste. Ich wollte aber so gar nicht in meiner sexuell devoten Rolle wahrgenommen werden. Das war bisher immer etwas sehr privates für mich. Vermutlich machte sich keiner der anderen darüber auch nur irgendwie Gedanken. Aber mich beschäftigte das.

Ich schaute mir aus meiner Ecke das Treiben ein wenig an. Die anderen bewegten sich alle viel natürlicher in ihren Rollen. Aber das waren ja auch keine Frischlinge so wie ich. Und sie hatten vermutlich auch schon das ein oder andere Mal an so einer Fesselgeschichte teilgenommen. Irgendwann schnappte ich mir meine Klamotten und ging mich auf der Toilette umziehen. Schwarze Leggings, rotes Oberteil, kein BH drunter.

Dann kam ich zurück in den Hauptraum. Mr. Bondage hatte derweil sein Equipment ausgepackt. Er trug im Gegensatz zu mir noch die Klamotten in denen er gekommen war. Er kam zu mir und sagte: „Zieh mich aus.“ So wie bei unserem Ritual zu Hause. Damit hatte ich so gar nicht gerechnet. Ich dachte, dass es ums Fesseln ging. Um mehr nicht. Ich war erstmal komplett überfordert. Zu Hause bei ihm mache ich das gerne. Aber hier, vor anderen Menschen. Das konnte ich mir so gar nicht vorstellen. Mich jetzt da hinknien und ihm die Schuhe ausziehen. Dieser Gedanke war mir sehr unangenehm. Ich vermute das Mr. Bondage die Verzweiflung in meinem Gesicht ablesen konnte. Ich überlegte hin und her. War gar nicht so weit entfernt davon meine Sachen zu packen und einfach wegzurennen.

Aber die Tatsache, dass er mir so wichtig war, hielt mich davon ab. Ich war auch irgendwie enttäuscht, wie er mich denn in so eine Lage bringen konnte. Mr. Bondage merkte wohl was in mir vorging. Er stellte sich vor mich hin, hielt meine Hände und sagte einen sehr entscheidenden Satz. „Bist du denn nicht stolz auf uns?“
Bist du denn nicht stolz auf uns? Ich habe das nicht als emotionale Erpressung verstanden und bin auch überzeugt, dass es nicht so gemeint war. Sondern er hat mir einen anderen Blick auf unser Spiel gegeben. Das ich mich nicht zu schämen brauche dafür. Das arbeitete in meinem Hirn. Doch ich war stolz auf uns. Genieße es mit ihm zu spielen. Es ging nur um uns. Die anderen waren völlig egal, beziehungsweise würden das vermutlich nicht als seltsam empfinde . Warum machte ich mir nur soviele Gedanken um die anderen. Ja, er hatte Recht.

Ja ich wollte mit ihm fesseln. Mit ihm spielen. An diesem Abend. Also blendete ich alle anderen aus. Sah nur noch ihn und kniete mich vor ihn hin. Ich band ihm seine Schürsenkel auf, sowie zu Hause. Dann zog ich ihm seine Schuhe aus. Als nächstes kam die Hose. Ich öffnete den Gürtel und die Knöpfe seiner Hose und zog sie ihm aus. Ich musste ein wenig über seine Unterhose schmunzeln, die ich natürlich kannte, die für zu Hause auch völlig okay ist, aber ich vermutlich nicht in der Öffentlichkeit angezogen hätte. Aber so ist er nun mal. Ich mag ihn einfach. Egal mit was für einem Höschen.

Als ich es tat empfand ich als gar nicht mehr so schlimm. Die anderen lebten ihre Spiele viel natürlicher aus. Mr. Bondage zog sich sein „Rigger“-Outfit an. Eine weiße Karatehose, bequeme Socken und ein T-Shirt. Er steckte sich das Sicherheitsmesser an den Hosenbund und breitete seine Seile aus.
Ich war sehr gespannt, was er mit mir vorhatte an diesem Abend.

7 Kommentare zu “Das erste Mal öffentlich gefesselt..

  1. Wenn es wirklich nur (!) ums Fesseln ging, dann wundert mich Deine Zurückhaltung schon sehr. Ich hab mich nur einmal für eine Photoaktion von einem Profi fesseln lassen und es war vollkommen klar, dass, wenn ich einen Ständer bekomme, der auch gleich mitphotographiert wird (wäre mir aber auch eh egal gewesen). Ich fand das unter diesen „künstlerischem“ Aspekt eher problemlos. Ich hab mich dann dem Profi auch als Vorführ-probe-objekt angeboten .. leider wohnen wir viel zu weit auseinander.

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  2. ich fand es auch eher spannend, weil es bei unserem Bondageworkshop eher so war, das die Meine bis auf den String sich sofort aller Klamotten entledigte, obwohl wir die meisten Leute nicht kannten :). Allerdings war es auch so, das für mich das ganze eher ein Flop war – zuviel, zu schnell, ab einem bestimmten Punkt war ich als Top völlig überfordert mit Seilen und Knoten.

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