Blogparade: Nur im Kopf

Ich habe mich von der lieben Kari breitschlagen lassen, an einer SM-Blogparade teilzunehmen, die den Titel #NurimKopf trägt. Alle Autoren haben dazu einen Text geschrieben, in dem es um Fantasien geht, die man im Kopf hat, aber aus irgendwelchen Gründen nicht ausleben möchte/kann. Ich sollte meinen Text eigentlich am 22. Dezember veröffentlichen, aber manchmal küsst mich die Muse nicht rechtzeitig (Oder ich war mit knutschen beschäftigt :-))

Nun erst mal die Links zu den anderen Texten:

  • Initiator ist Tomasz Bordemé dessen Text zu „Nur im Kopf“ findet ihr hier.
  • die liebe Kari: Hier
  • Ben Wilders Lusttagebuch: Hier
  • Margaux Navara – Autorin mit Lust an BDSM: Hier
  • Devote Romantikerin: Hier
  • Tanja Russ: Hier

Und nun setze ich mich mal mit dem Thema auseinander: Nur im Kopf. Wer jetzt eine ausgeschmückte Fantasie-Geschichte erwartet, den muss ich vorher schon enttäuschen. Was ich nicht kann: Geschichten erfinden. Was ich kann: Erlebnisse nacherzählen. Nichtsdestotrotz gibt es auch in meinem Kopf Fantasien. Allerdings finde ich es viel einfacher sowohl über Erlebtes zu schreiben, als auch zu erzählen. Damit habe ich wenig Probleme. Einen Einblick in die geheimen Fantasien zu geben finde ich sehr viel intimer. Stellt sich die Frage, wie tief lasse ich euch in meine geheime Kopfkino Filmothek blicken?

Viele Dinge, von denen ich dachte, dass ich sie nie tun würde habe ich mittlerweile abgehakt. Die ganzen Pornokino-Geschichten bei denen ich mich habe abgreifen lassen zum Beispiel…

Eine Fantasie, die ich mit zwei Drittel aller Frauen teile, ist eine Vergewaltigungsfantasie. Ich habe mich immer gefragt, warum wünsche ich mir, dass jemand über mich herfällt und sich einfach brutal nimmt, was er will. Nach Recherche und nachlesen denke ich Narzissmus ist die Antwort. Zumindest war das für mich bisher die einleuchtendeste Erklärung. Ich glaube, dass ich es in dem Buch von Daniel Bergner – „Die versteckte Lust der Frauen – ein Forschungsbericht“ gelesen habe. Wenn ich mich Recht erinnere steckt seiner Meinung nach dahinter der Wunsch so begehrenswert zu sein, dass der Mann sich über alle gesellschaftlichen/gesetzlichen Konventionen hinweg setzt, alle Bedenken beiseite schiebt, sich nicht mehr zurückhalten kann und sich einfach nimmt was er möchte, nämlich mich. Das ultimative Begehrtwerden.

Ähnlich argumentier auch Professor Ulrich Clement dazu im Zeit-Interview:

ZEITmagazin ONLINE: Den Mann gedanklich über mich herfallen zu lassen – worin besteht denn dabei der Reiz?

Clement: Es gibt eine interessante Theorie zu Vergewaltigungsfantasien, die besagt, dass es sich um verkappte Triumphfantasien handelt. Die Frau folgt mit der Inszenierung einem Unwiderstehlichkeitsparadigma: „Der will mich, weil ich so attraktiv bin.“ Er kann gar nicht anders!

ZEITmagazin ONLINE: Das ist ja mal eine ausgewachsene Allmachtsfantasie.

Clement: Absolut! Die Vorstellung „Ich bin so unwiderstehlich, dass der andere nur über mich herfallen kann“ ist grandios und macht es so erregend.

ZEITmagazin ONLINE: Sie sagten eben, dass das Thema Vergewaltigungsfantasien in der Sexualforschung aktuell sehr diskutiert wird. Warum?

Clement: Man weiß schon lange, dass es solche Gewaltfantasien gibt und wie häufig sie vorkommen. Man hat sie nur nicht richtig verstanden. Die Sexualforscherin Marta Meana sagt, wir haben uns darin geirrt, Frauen immer als Wesen zu betrachten, die ausschließlich an der Beziehung interessiert sind. Frauen sind viel narzisstischer, als sie zugeben. Sie wollen eigentlich großartig gefunden und begehrt werden. Deshalb denken sie sich Fantasien aus, in denen alle Blicke auf sie gerichtet sind.

ZEITmagazin ONLINE: Das klingt so schlüssig, dass man sich fragt, warum die Forscher nicht früher auf diese Erklärung gekommen sind. Passte sie nicht ins Frauenbild?

Clement: Sexualforschungskolleginnen sagen, dass sie jahrelang das Bild einer Frau zur Referenz genommen haben, die autonom über ihre Sexualität verfügt und sagt, wann sie Lust hat, und sich dann auf einen Mann einlässt oder einen verführt. Das ist ein sehr feministisch inspiriertes Bild. Diese Sexualforscherinnen verstehen jetzt, das sie selbst einem politisch motivierten blinden Fleck aufgesessen sind: Sie haben gedacht, Begierde würde bedeuten, sich dem Mann und seinem männlichen Blick zu unterwerfen. Sie haben übersehen, dass es auch ein eigenes Bedürfnis der – ansonsten autonomen, starken – Frauen gibt, und zwar das Bedürfnis, begehrt zu werden. Das hatten viele Sexualforscherinnen sich bisher verboten zu sehen, weil es nicht in ihr Frauenbild passte.

Seit ich weiß, dass mein eigener Narzissmus dahinter steckt, habe ich die Fantasie viel seltener. Für meine Fantasie war es also der völlge Lustkiller nach dem Warum zu fragen. Wie so manches Mal im Leben 🙂

Mein aktueller Lieblingsfilm im Kopfkino geht in etwa so: Eine Plattform in einem Raum. Drumherum ein Dutzend Männer in dunklen Anzügen. Ich befinde mich nackt auf einen Sybian gefesselt auf der Plattform. Meine Hände sind zur Seite in ein Eisengestänge eingebunden. Es gibt ein Fernbedienung mit dem die Männer den Sybian bedienen können. Sie können darüber bestimmen, wie oft ich komme und wann, mich mit Orgasmen quälen. Manchmal kommt einer der Männer zu mir und ich muss ihn blasen, während mich das Gerät stimuliert… Irgendwie auch narzisstisch. 🙂

15 Kommentare zu “Blogparade: Nur im Kopf

  1. Pingback: Blogparade – Devote Romantikerin

  2. Pingback: Lieber nur als Kopfkino | Margaux Navara

    • Das ist nicht ganz richtig, Clarco. Ein Tunnelspiel ist jedes Spiel, das man nicht einfach so abbrechen kann, man muss es ganz zu Ende bringen, also den Tunnel durchfahren und nicht umkehren oder aussteigen. Das beste Beispiel ist das Figging, also Ingwer im Anus. Wirkt der Ingwer erst einmal, kann man ihn durch nichts stoppen. Ähnliches bei Brennnesseln. Eine Vergewaltigungsszene wäre so ein Spiel, d.h. man vereinbart vorher, dass kein Safeword zu einem Abbruch führt, ein Nein schon gar nicht (kann man so machen, muss man aber nicht, d.h. man kann auch mit Safeword spielen).

      Gefällt 1 Person

  3. Pingback: Nur im Kopf | Tomasz Bordemé

  4. Danke, Remi!
    Spät, aber natürlich nicht zu spät. Deine Argumentation bzw. das Zitat muss ich mir erst noch durch den Kopf gehen lassen. Ich denke, es gibt noch andere Erklärungen …
    So, jetzt schnell verlinken!

    Liebe Grüße,
    Margaux

    Gefällt mir

  5. Pingback: Blogparade: Lieber nur als Kopfkino | Karis Tagebuch

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