Wenn er steht und steht und steht…

Ich muss mir noch ein paar ältere Geschichten aufschreiben. Dieser Eintrag war schon fast fertig, bevor es mein Gefühlsleben ein wenig durchgeschüttelt hat. Ich muss mich selbst ein wenig runterbremsen. Zerdenken macht nichts besser. Eigentlich hilft nur verdrängen, weil alles andere gerade keine Option ist. Weil Dinge Zeit brauchen. Ich habe es mir eingebrockt. Also muss ich es auslöffeln. Handlungen haben Konsequenzen. Also kein Bedauern, sondern Aushalten. Auch wenn es unangenehm ist. Mit Anstand und Verständnis. Das trage ich nun wie ein Mantra vor mir her. Hab ich was zu verlieren? Viel. Habe ich Angst. Nein. Wenn es so sein soll, dann wird es so sein. In der Hoffnung, dass das Bauchgefühl nicht trügt. Das es am Ende gut wird.

Also ein paar ältere Geschichten aufschreiben. About Sex. Um vorher noch Ernest Hemingway zu zitieren, der mich aus anderen Gründen heute Abend schon beschäftigt hat: „Man braucht zwei Jahre, um sprechen zu lernen, fünfzig, um schweigen zu lernen“ Da bin ich mutmaßlich noch weit weg davon.

Die Kombination nur semibefriedigt worden zu sein und der Moment im Zyklus, wo das Hirn an eh nix anderes mehr denken kann, als Vögeln ist eine sehr toxische. Was dazu führte, dass ich sehr viele Dinge innerhalb kürzester Zeit anstelle. Vielleicht gar nicht so schlecht, dass mich meine Tage danach dann automatisch wieder runterbremsen, sonst würde ich mit dem Schreiben gar nicht mehr nachkommen.

Ein Tag nach dem zweiten Swingerclub-Abend mit meinem Gentleman-Kollegen war ich wieder unterwegs und zwar mit Klaus. Genau der Klaus, den ich am ersten Swingerclub-Abend mit meinem Gentleman-Kollegen kennengelernt hatte. Wir hatten uns an dem Abend unseren Joyclub-Profilnamen verraten und uns so wiedergefunden. Es war ein bißchen mehr als eine Woche vergangen. Er hatte mir im Club noch erzählt, dass er auch manchmal im Pornokino unterwegs ist. Wir hatten nach dem Clubabend eigentlich  nur kurz hin und her geschrieben, dass wir ja mal gemeinsam ins Pornokino gehen könnten und uns eigentlich gleich für den Abend verabredet. Ich mag sowas ja. Nicht lange fackeln. Wir waren uns ja eh sympathisch. Einfach mal losziehen.

Ja schon wieder eine ganze Weile, dass ich das letzte Mal drin war. Ich glaube beim letzten Versuch war ich nicht reingekommen, weil der Begleiter kein Hemd anhatte. Mit Klaus war reinkommen kein Problem. Er ist quasi Stammgast, wie er mir schmunzelnd unterbreitete. Allerdings ist er sonst nie mit einer Frau dort. Der Moment des Eintretens bleibt irgendwie unangenehm, obwohl ich das mittlerweile ja schon kenne. Wenn man reinkommt steht man direkt an der Bar. Und man wird da einfach von allen bereits anwesenden (95 Prozent) Männern abgescannt. Die schauen gleich mal, ob sie Glück haben und einen fickbar fänden. Ich ignoriere die Blicke mittlerweile einfach. Aber ganz ausblenden lässt es sich nicht. Wenn der erste Abscan-Moment durch ist, dann bin ich da eigentlich ganz gerne. Denn im Unterschied zum Club kann man sich im Pornokino umziehen, muss man aber nicht. Das heißt ich kann da einfach in meinen ganz normalen Klamotten sein oder mich in ein Club-Outfit schmeißen, je nachdem wonach mir der Sinn steht. Und so für ein cooles Gespräch, bei einem Getränk während drumherum lustige Filme laufen habe ich auch ganz gern einfach mal meine normalen Klamotten an.

Klaus wirkte irgendwie süß nervös. Ich war verwundert, da wir ja im Club schon mal was miteinander gehabt hatten. Also kann nicht am ersten Aufeinandertreffen liegen. Aber er erzählte mir beim ersten Getränk, dass es für einen Mann voll den Unterschied macht, ob man alleine oder in der Begleitung einer Frau in das Pornokino kommt. Mann steigt da in der Hackordnung gleich ganz weit nach oben. An dem Abend waren außer mir nur zwei andere Frauen im Kino, bei etwa 25 Männern. Und irgendwie machte ihm das ungewohnte Gefühl, da nun mit einer Frau zu sein Druck. Da musste ich gleich mal wieder an meinen Blogeintrag mit dem Titel „Performing under pressure“ denken. Als Frau muss ich da gar nichts. Weder Sex haben, noch kommen, noch irgendwas anderes. Null Druck. Supereasy. Aber wenn du als Mann schon das rare Gut Frau mit dabei hast und die dann auch noch was anstellen will, dann musst deinen Mann stehen. Nicht mir gegenüber, aber Männer unter sich, mutmaße ich. Ich wollte eh erstmal einfach nur nen Drink und quatschen. Er war lustig, zumal er einfach mit allen quatschte. Ich stehe immer fasziniert daneben, wenn jemand so gar keine Hemmungen hat mit Menschen ins Gespräch zu kommen.

Das Publikum war wie immer sehr gemischt. Ich mag ja so nen Querschnitt durch die Gesellschaft. Und ich kann mir nicht helfen, die interessanteren Gespräche habe ich eindeutig an der Bar im Pornokino geführt, als in normalen Clubs.

Es ist so doof, das zuzugeben: Aber ich glaube ich mag Pornokinos einfach lieber als Clubs. Schon allein, weil es mein Ego streichelt. Dieses Begehrtwerden. Im restlichen Leben werde meistens gemocht, weil ich im Grunde meines Herzens meistens ein netter Mensch bin. Auch wenn ich mir zugegebenermaßen gerade als die erwischte Geliebte so semi-Nettfindeswert vorkomme. Da ist es doch auch mal ganz reizvoll sich in eine Umgebung zu begeben in der man einfach körperlich begehrt wird. Natürlich auch weil es da nicht sehr viel Konkurrenz lauert, das ist mir bewußt. Nimmt dem Begehrtwerden in dem Moment aber nicht sehr viel weg.

Pornokino mit Klaus also. Ein Drink zum Kopf entspannen. Quatschen an der Bar. Im Hintergrund immer wieder Männer, die aus dem Kinobereich auftauchen und gucken. Ein wenig inspizieren, ob die Chance besteht, mehr gucken zu können, als nur den Film auf der Leinwand. Klaus war immer noch süß nervös. Er hatte Lust, wollte sich aber nicht dabei zusehen lassen. Warf sich auf dem Weg zu einem Separee noch irgendein Potenzmittelchen ein. Auf die Idee, dass er das brauchen könnte, wäre ich gar nicht gekommen. Kleiner Raum mit einer Liege. Er schloss die Tür. Sie war nicht abgesperrt. Die Traube Männer, die uns gefolgt war blieb vor der Tür stehen. Obwohl sie nicht abgeschlossen war, versuchte keiner rein zu kommen. Sie respektierten die Regeln.

Drinnen ging es relativ schnell zur Sache. Raus aus den Klamotten. Wir hatten Lust aufeinander. Hochgeblasen, Gummi an und los ging es. Das Potenzmittel zeigte seine Wirkung. Er vögelte mich nach allen Regeln der Kunst. Ich stand vor der Liege, beugte meinen Oberkörper nach vorne. Er nahm mich von hinten. Fickte ausdauernd. Dann setzte ich mich auf die Liege, Becken an die Kante. Klassisch. Einfach ficken. Einen harten Schwanz spüren. Manchmal brauche ich das einfach. Massierte meinen Kitzler. Kam. Ließ ihn weiterficken. Ausdauernd. Steif, hart. Das Potenzmittel wirkte. Mit dem Nachteil, dass er nicht kam. Ich musste schmunzeln. Er wollte eine Pause.  Da fragte ich ihn irgendwann, ob er die anderen reinlassen wollte. Musste über mich schmunzeln. Weil ich da Bock drauf hatte..

Ein Kommentar zu “Wenn er steht und steht und steht…

Gib deinen Senf dazu. Ich freu mich..

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s