Das Bett ist zu klein… das Problem mit zuviel Intimität – Teil 2

Wir fallen also knutschend und fummelnd ins Bett…Es fühlt sich gut an, aber nicht zündend. Für das was er mit mir eigentlich anstellen wollte, ist Mr. Chef sehr zurückhaltend. Ich kann nicht einschätzen woran das liegt. An wenig Fremdhaut-Experience, an mir, an weiß der Kuckuck was. Ich bin also initiativer als erwartet. Ich streichel, ich knutsche, ich blase. Droht er an seiner eigenen Erwartungshaltung zu scheitern? Dabei habe ich ja gar keine große. Er fingert mich. Ich bin nicht superfeucht aktuell. Ich drehe ihm mein Massage-Öl an. Viel besser. Er macht das gut. Aber merke nicht, ob ihm das Spaß macht, oder er es macht weil er irgendwie muss. Während er mich fingert massiere ich meinen Kitzler. Er hatte mir im Vorfeld gesagt, dass er unbedingt miterleben möchte, wie ich es mir selbst mache. Also da wären wir. Da es schon eingermaßen spät ist, brechen wir danach zum Essen auf.

Den Rest werden wir sicher nachholen. Wir gehen Essen, ich genieße den Abend. Ich finde wir haben ein spannendes Gespräch. Mit Ausnahme seiner Unsicherheit beim Sex, alles palletti bei uns. Danach noch auf einen Drink in die Hotelbar. Wir nehmen den dann mit ins Zimmer. Er macht es sich bequem. Ich greife schnell mein kleines schwarzes Kleidchen und husche ins Bad. Ich komme also in dem sexy Hängerchen wieder – was als Einladung zu verstehen ist. Und ja wir haben sowas wie Sex, er nimmt mich quasi doggy und kommt am Ende auf meinem Arsch. Wie ein Tittenfick nur mit meinem Hintern, bei kurvigen Ärschen geht das. Ich weiß weder, ob das kommen so intendiert war, noch die Art wie er es mit mir gemacht hat. Aber man fragt das dann ja auch nicht. Aber es sah doch befriedigt aus. Ich machte es mir danach nochmal selbst mit meinem Dildo. Das glaube ich kickte ihn null. Wenn ich ihn währenddessen ansah, sah er ziemlich abwesend aus. Ich dachte mir in dem Moment nicht viel dabei. Im Nachhinein fällt mir das erst wirklich auf. Wir kuschelten und redeten viel. Ich nahm mir Nähe und gab sie ihm auch. Das fühlte sich sehr okay an. Aber eigentlich war der ganze Aufenthalt schon ab dem Schlafen gehen gekippt. Das war mir nur überhaupt nicht klar in dem Moment.

Die Nacht in einem Bett, das ziemlich klein ist und wenn man weit außen liegt musste man bei der Matratze Angst haben rauszufallen. Ich hab ja schon öfter Nächte mit Menschen im Bett verbracht, mit denen man intim war, die man aber nicht besonders gut kennt. ich glaube ihm war nicht so ganz klar, was das bedeutet, wenn man sich ein Zimmer teilt, in dem man quasi keinen Rückzugsort hat. Ich kann mir vorstellen, dass er ein bescheidene Nacht hatte schon auf Grund der Tatsache, dass man halt irgendwie nicht so einfach kacken gehen kann/will, wenn man sich nicht wirklich kennt. Sich schämt wenn man Nachts pupst. Wie oft hatte ich solche Nächte schon. Er hatte sich morgens um 7 gleich mal für eine Stunde ins Spa verzogen. Als er wieder kam hatten wir nochmal Sex, dieses mal richtigen, das hatte sich einfach so ergeben. Im Schlaf-Tshirt ungestylt.

Wir gingen frühstücken. Ich ahnte bis dahin noch nichts. Er machte Andeutungen, dass er fragen wollte, ob heute Nacht noch ein zweites Zimmer frei wäre. So weit okay. Allerdings sollte ich mich kümmern. Ab da war ich mir unsicher. Ich würde mir selbst niemals so ein teures Hotelzimmer buchen. Ich hatte keine Ahnung, ob er das erwartete. Dass ihn das mit dem Bett stresste konnte ich verstehen. Mein Zug geht morgen ab der Stadt zurück, in der er mich abgeholt hatte. Er musste mich da ja auch wieder hin zurückbringen. Ohne Auto war ich da sehr unflexibel. Er schlug dann vor ich könne ja schon in der Stadt schlafen… Huch. Aha. Wie jetzt? Unsicherheit machte sich bei mir breit. War irgendwas an mir verkehrt, doch nicht sexy? Irgendwas ekliges angestellt? Hmm.. Ich fing an nach Alternativen zu recherchieren. Es war eigentlich geplant, dass ich wandern gehen und er biken würde. Darauf hatte ich mich gefreut. Und irgendwann war klar, dass er mich eigentlich am liebsten sofort loswerden wollte. Es ging dann schnell, ich buchte mir das Zimmer in dem ich jetzt sitze und kein 30 Minuten später hatte ich gepackt und er fuhr mich mit dem Auto hier her. Da sah ich mich dann plötzlich in der Lobby des Hotels sitzen, so früh, dass ich noch drei Stunden warten musste bis ich ein Zimmer beziehen konnte. Es nervte mich, ich hatte in der Kürze nicht ordentlich gepackt, fühlte mich irgendwie abgestossen und wollte auch nicht mit meinem Krempel in die Stadt losziehen, die ich auch schon gesehen habe und nicht unbedingt noch länger hätte bleiben müssen. Aber früher heimfahren ging auch wegen des Tickets nicht. Er hatte mir aber immerhin das Geld für das Zimmer gegeben. Hätte er nicht müssen.

Auf dem Weg in die Stadt im Auto hatten wir ein gutes Gespräch. Trotzdem kullerten Tränen bei mir. Es war wie das Gefühl bei Eifersucht. Es fördert die eigenen Schwächen zu Tage. Zu häßlich, zu dick, zu ungepflegt, nicht weiblich genug. Die Teufel auf der Schulter schreit dir die eigenen Unsicherheiten ins Ohr. Laut und umbarmherzig. Da helfen alle Beteuerungen, dass es nicht an mir liegt, dass er zuviel Ballast mit ins Wochenende genommen hatte nichts. Oder dass er manches falsch eingeschätzt oder an den eigenen Erwartungen gescheitert war. Das Engelchen weiß das. Ich schließe nicht mal aus, dass wir uns wiedersehen. Er mit dem Wissen, dass er für sich so einen Trip anders organisieren muss. Ich weil ich im Grunde nicht nachtragend bin.

Trotzdem sitze ich hier und fühle mich furchtbar abgeschoben und ungewollt. So als ganzer Mensch. Wir hatten uns nicht mal 24 h gesehen. Auch nix mit ich fahr dich Abends dann ins Hotel und wir essen noch zusammen. Es war so plötzlich unumkehrbar. Das sticht in mein Ego. Tief rein in alle Unsicherheiten. In in einer Phase in meinem Leben, wo ich mich auf nix neues einlasse, weil unsicher.

Nichts für gegeben nehmen, freuen wenn es klappt. Das beste daraus machen, wenn es nicht klappt. Im Grunde ist mir ehrliche Kommunikation von Bedürfnissen immer am liebsten, von dem her alles fein. Aber das Tempo war ein wenig hart.

Ich gehe nun duschen und dusche mir das „nicht genügen Gefühl“ weg…

14 Gedanken zu „Das Bett ist zu klein… das Problem mit zuviel Intimität – Teil 2

  1. Hallo meine liebe,

    hört sich an als ob du dich in unserer Nähe aufhälst. Sollen wir dich abholen? Wir machen nachher noch den Grill an…..

    Lass dich nicht runterziehen! Ist halt ein Arsch!

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  2. Ach Remi, das macht mich gerade mit Dir traurig… Aber man schaut halt nicht in Menschen rein. Das erinnert mich sehr an einige meiner „Probleme“. Im Vorfeld stark aufgeladene Erwartungen, Phantasien, Wünsche und dann beim Zusammensein funkt es nicht mehr ganz so, wie erwartet. Dann noch irgendwelche Umstände und es gibt keine Dynamik mehr. Schade!
    Ich wünsche Dir schnell wieder bessere Dates! Unbedingt!
    Fühl Dich gedrückt, wenn Du magst… LG R.

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  3. Ich möchte ihn gar nicht wegen des Abbruchs verurteilen.
    Wer weiß schon was genau in ihm vorging
    Aber das Abschieben in ein anderes Hotel ist ein absolutes NoGo
    Ein wenig Erziehung aus der Kindheit hätte ihm sagen müßen, das er das Zimmer im guten Hotel zu verlassen hat um sich was anderes zu suchen, sowie, das man jemanden nicht so unbegründet wegschickt.
    Von mir selber wüsste ich das ich dabei auch kalte Füße bekommen würde, jedoch somit nie einem gemeinsamen Zimmer bei einem ersten gemeinsamen 2 Tagestripp zustimmen würde.
    Allein aus dieser Unsicherheit von mir raus nicht, auch wenn mir meine Phantasie davor die schönsten Dinge vorgaukelt wie toll das wird etc ppp

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  4. Manchmal fällt es schwer, über genau so etwas miteinander zu reden.Und ich kann deine Empfindungen nachvollziehen.

    Doch was hilft es, wenn du so denkst? An der Situation ändert es nicht – ggf. beurteilst du das ohne Feedback seinerseits falsch. Also durchatmen, die zweiflerischen Gedanken beiseite schieben und abwarten.

    Genieße den Rest des Tages und schau morgen etwas fröhlicher in den Tag.

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  5. Armes Mädchen, wie doof. Ein sehr unangenehmes Gefühl – das besonders dann auftritt, wenn man konkrete Erwartungen, Pläne oder Versprechungen hatte. Hatte gestern noch ein Gespräch mit meinem Freund über ähnliche Situationen und dass Frauen ständig an sich und ihrer Attraktivität zweifeln, wenn es mal nicht so läuft. Mag es geben, aber sicher viel, viel seltener, als Frauen glauben, wir sind ja viel kritischer mit uns selbst, als die Männer mit uns. Und dafür, dass du dich nicht als attraktiv genug empfandest, hattet ihr ja doch ziemlich viel Sex 😉 wer weiß, was in dem Kerl vorging.
    Krönchen richten, weiter geht’s. Es funzt halt nicht immer. Fühl dich feste gedrückt.

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  6. Schwer zu sagen, was da los war. Ich glaube, es war das bestimmte Gefühl „bei ihr bin ich falsch.“ Das hatte ich auch mal, als ich zu Studentenzeiten mit einer Sandkastenbekanntschaft anbandelte. Es funkte einfach nicht.

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