Die letzte Nacht

Die letzte Woche im Norden versöhnte mich wieder, denn Tom und ich sahen uns deutlich öfter als vorher. Eigentlich hatte ich sogar das Gefühl, dass wir uns so nah waren, wie noch nie. Es fühlte sich nach Liebe, nach Paarsein an. Ich genoss das sehr. Einen Abend verbrachte ich bei ihm zu Hause. Es sollte das erste Mal sein, dass er wir keinen Sex hatten. Aber der Abend war trotzdem wunderschön.. Abend ist vielleicht übertrieben. Eigentlich waren es 1 1/2 Stunden. Seine Frau war ausgegangen. Wir sahen einfach gemeinsam fern, redeten, kuschelten. Wenn mir das nochmal durch den Kopf gehen lasse, dann kommen mir die Tränen. Wie ein kurzer Einblick in eine Welt, die nie meine sein wird. Das wird nie Normalität werden. Doch sie war wunderschön, die kleine kurze Illusion.

Tom ist nicht nur mein Geliebter, sondern auch wie mein bester Freund. Er ist Zeuge meines Lebens. Mit ihm unterhalte ich mich fast jeden Tag über alles. Mit einem lachenden und einem weinenden Augen weiß ich, dass er auch das niemals offen werden kann.

Der Abschied nahte.. Meine letzte Nacht konnte ich mit ihm verbringen. Er blieb in seinem Büro übernacht und ich mit ihm. Hatte ein bißchen was von Camping, so mit dem Schlafsack auf der Couch.. Und es ließ mich ahnen, dass ich nicht megaviel schlafen würde.. Nicht weil wir die ganz Sex haben würden, das konnte weder er sich, noch ich mir erlauben, sondern weil ich nicht gut bin im Bettdecke teilen. Ich kam relativ spät, weil ich noch auf einer Veranstaltung war vorher. Er war mit Arbeiten schon fertig, als ich kam. Wir gingen auch gleich in das Zimmer mit der Couch..Ich erinnere mich nicht mehr genau, was wir in dieser Nacht alles gemacht haben. Was ich weiß ist, dass er dafür gesorgt hat, dass ich öfter komme als er. Er hat mir einen wunderbaren Orgasmus mit seiner Zunge und seinen Fingern geschenkt. Und dabei Ausdauer bewiesen, weil ich doch ein wenig gebraucht habe, um mich fallen zu lassen. Wir hatten auch Sex…

Wenn man es auch nicht gleich aufschreibt, dann ist es schwierig sich an alle Details zu erinnern. Aber dadurch, dass ich nur zwei Tage später nach Südamerika geflogen bin, hat das nicht so hingehauen. Aber das Gefühl, das geblieben ist von der Nacht, ist ein gutes. Und sollte er meinem Gedächtnis auf die Sprünge helfen können, dann werde ich es präzisieren…
Geschlafen habe ich allerdings nicht gut. Es ist wunderschön sich an ihn hinzuigeln, aber er hat mir die Decke geklaut und ich hab gefroren. Irgendwann habe ich es dann gar nicht mehr ausgehalten und mitten in der Nacht noch eine Decke aus meinen Auto geholt. Danach ging es mit Schlafen ein wenig besser. Wir mussten eh früh aufstehen, damit ich weg war, bevor der erste Kollege in die Arbeit kommt.

Ich war traurig zu fahren.. Nochmal küssen, seine gefühlvollen Küsse spüren, ihn nochmal umarmen und los ging es…In eine ungewisse Zukunft für unsere Beziehung, denn wir hatten keine Vorstellung, wie es weitergehen wird. Der Plan ging immer nur bis zu meiner Zeit bei ihm. Ein Experiment, das sich für mich durchaus gelohnt hat. Nicht nur wegen ihm. Auch um mich von meinem Ex und unserer Wohnung abzunabeln. Einfach mal für eine Weile weggehen und woanders wohnen. Und ich durfte tolle Menschen kennenlernen, manche leider etwas zu spät. Ob ich wiederkommen werde.. Gute Frage, mal sehen was die Zukunft bringt. Zwischenzeitlich gab es mal ein Phase, in der ich gesagt hätte, dass ihm das zu krass geworden ist mit uns und er sich sehr zurückgezogen hat. Da hätte ich nicht darauf gewettet, dass wir uns nochmal sehen.

Damit ist meine Zeit im Norden vorbei..

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