Übrig geblieben

Ich. Macht es mir etwas aus? Wenn ich das wüsste. Meine besten Freunde sind drei Freunde aus meiner Schulzeit. Im Laufe der Jahre sind noch zwei Partner zu diesen dazugekommen. Also sind wir sechs. Zwei Pärchen, zwei Singles. So war das nun lange Jahre. Beide Pärchen wohnen schon lange zusammen, eines davon ist verheiratet. Heute haben sich zwei Dinge geändert. Die zweite Singlefrau ist nun vergeben und das verheiratete Pärchen erwartet Nachwuchs.

Ich bin also übrig. Wir werden über kurz oder lang zu siebt sein. Macht mir das was aus? Ja und nein. Ich war immer schon anders und damit ja auch eigentlich okay. Viele Dinge sind mir gefühlt auch zu ’spießig‘. Andererseits kann ich mich auch nicht ganz lösen von der Angst, etwas zu verpassen. Ich komm alleine gut klar vs ich bin auch manchmal einsam.

Freunde erwarten ein Kind. Total genial. Die beiden wollten schon eine ganze Weile eines, sie werden coole Eltern werden. Aber es ist ein ganz neuer Lebensabschnitt. Mal sehen, was das mit der Freundschaft macht. Ändert sich nun alles? Gerade heute hatte ich mal wieder ein Gespräch mit meiner Mutter darüber, wie sehr sie auf Enkel hofft. Was soll ich sagen. Die biologische Uhr tickt hörbar vor sich hin. Keine Ahnung ob ich Kinder will, oder nur meine Hormone. Ob ich meine Freiheitsliebe eintauschen will.

An so einem Abend entkomme ich nicht dem Reflex, mein Leben an den anderen Lebensentwürfen zu messen. Doch der Vergleich kann ja nur auf eine Unvollkommenheit meines Lebens hinweisen. Dabei bin ich doch mit meinem Leben auch ganz zufrieden. Meistens. Bis auf an so einem Abend. Schnell schlafen, morgen ist es wieder okay.

Wenn das Leben Kopf steht, greift man auf Bewährtes zurück…

In meinem letzten Eintrag habe ich über das Trennungsgespräch geschrieben. Das hatte eine halbe Woche vor der Kündigung stattgefunden. Ein paar Tage später hat mich dann die schon verbloggte Kündigung erreicht. Mr. Bondage und ich waren nach dem Trennungsgespräch auseinandergegangen, in dem Gefühl, dass wir uns bestimmt wiedersehen werden, dass es aber ein wenig dauern könnte.

Als dann mein Leben mit der Kündigung eine überraschende Wende genommen hat, habe ich in einem Reflex auch ihm geschrieben. Auf Bewährtes zurückgegriffen. Er hat mein Leben nun doch schon eine Weile nicht nur als Affäre sondern auch als kritischer, wohlmeinender Ratgeber und Freund begleitet. Ich konnte gar nicht anders als ihm von dem einschneidenden Erlebnis zu erzählen. Er hörte zu und bot mir nach zwei/drei Tagen an, dass ich ihm beim Aufbau seiner Möbel gegen Bezahlung helfen könnte. Das klingt komisch. War aber genau richtig für mich. Ich baue wirklich gerne Möbel auf. Es gab mir die Möglichkeit gar nicht erst in ein Loch zu fallen, da ich gleich was zu tun hatte. Und wir verbrachten, wenn er aus der Arbeit kam Zeit miteinander. Als klar war, dass ich übernachten würde, fragte er mich, wo ich denn schlafen wolle. (Ich hätte auch das Gästezimmer wählen können)  Er respektiere die Trennung. Ich wollte da schlafen, wo ich immer geschlafen hatte – bei ihm im Bett.

Ich hatte das Bedürfnis ihm nah zu sein und ihm Nähe zu geben. Ich tat das worauf ich Lust hatte und das war ihn zu streicheln. Wir streichelten uns, gaben uns Nähe, knutschten ein wenig. Nicht mehr und nicht weniger.  So wachte ich also ein paar Tage nachdem ich mich getrennt hatte wieder in seinem Bett auf.

Gefühlt war ich schon mal an dem Punkt. Und wenn ich drüber nachdenke ist das schon irgendwie bekloppt und schräg. Und ein im Kreis drehen. Irgendwie richtig und falsch zur selben Zeit. Keine Ahnung was daraus wird. Keine Ahnung, was das nun ist (außer unglaublich inkonsequent :-)) Vielleicht einfach menschlich…

Zu doof für ein Trennungsgespräch

Der erste Kündigungsschock ist überwunden. Es nagt immernoch ein wenig, aber das dauert einfach. Wäre auch komisch wenn nicht. Ansonsten mache ich das beste aus meinem überraschend leeren Terminkalender und überlegem welche Sachen ich schon lange mal erledigen wollte.

Vielen Dank für euer Mitgefühl und die vielen Ratschläge, die mich erreicht haben. Mein Blog ist öffentlich und nachkarteln nicht mein Stil, deswegen halte ich mich bedeckt. Zwei Fakten sind, dass der Zeitpunkt für mich überraschend war und dass ich an dem Tag nicht alleine gekündigt worden bin. Ich habe mich nicht in der Lage gesehen, das mir angebotete Gespräch darüber zu führen. Und ja, so selbstreflektiert bin ich durchaus, einer der Gründe wird gewesen sein, dass mein Arbeitgeber aus verschiedenen Gründen mit mir unzufrieden war.  Daraus ziehe ich meine Schlüsse. Ich war ein loyaler Arbeitnehmer und ich werde ein loyaler Ex-Mitarbeiter sein. Viele Gespräche zeigen mir, dass Kündigungen öfter vorkommen und sich für die meisten eine Freistellung superunangenehm anfühlt. Mal sehen, was die ersten Bewerbungen so bringen. Das war nur das Update, aber nicht der eigentliche Blogeintrag.

Das Schlussmach-Gespräch.

Per Whats-App Schluss machen ist sehr einfach. Vor Allem wenn man immer genau dann sauer ist auf einen Menschen, wenn man ihn nicht sieht, weil man ihn nicht sieht (zu wenig sieht.) Die Zeit zusammen war eigentlich nie das Problem. Mr. Bondage war mir viel zu wichtig um mich Ghosting-mäßig einfach vom Acker zum machen. Also bot ich ihm an, dass wir uns nochmal auf ein Gepräch treffen. Wir verabredeten uns auf einen Biergarten-Besuch. Es waren schon so ein paar Tage vergangen, seit der Messe. Mein akuter Ärger war verflogen. Nur das Wissen, dass ich immer wieder heftige Eifersuchtsschübe hatte, was der Asymmetrie unserer Beziehung geschuldet war und ich mir sicher bin, dass sich die Asymmetrie nicht ändern wird.

Wir trafen uns im Biergarten. Er war wie immer ein sehr anständiger Kerl, der bevor er mich umarmte nachfragte, ob das für mich okay sei. Immerhin hatte ich ja quasi schon Schluss gemacht. Kein Überreden, sondern Rücksicht nehmen auf meine Gefühle. Und dann sitzen wir da und sind eben zwei Seelenverwandte. Und reden los wie immer. Gar nicht bewußt, sondern einfach weil das passiert wenn wir uns sehen. Offen, weil keine Geheimnisse. Den Austausch und den Rat des anderen schätzend. Über den Job, das Leben und alles andere. Ich kann das schwer beschreiben. Wie, wenn man alte Freunde trifft, wo sich niemand rechtfertigen muss. Man sieht sich und macht da weiter, wo man vorher aufgehört hat. Mit Ausnahme meiner besten Freunde ist er der erste Mensch, bei dem das so einfach ist.

Und irgendwann kam das Gespräch natürlich auch auf das Ende unserer Beziehung. Ich sagte ihm das alles, er hat sich das alles angehört. Keine Rechtfertigung. Verständnis für mich und meine Beweggründe. Keine Versprechungen, kein Überreden zu Bleiben. Dafür wäre er auch nicht der Typ. Ich sage alles was mir auf der Seele liegt. Aber es fühlt sich nach „alles ist wie immer“ an. Ich sprach meine Gefühle aus, war aber nicht sauer, eher froh ihn zu sehen und mit ihm zu reden. Das ist sehr bescheuert irgendwie. Wir gingen am Ende auseinander und sprachen drüber, dass wir uns dann wohl erstmal nicht mehr sehen würden. ich umarmte ihn zum Abschied. Aber es fühlte sich anders an nicht nach Trennung an, sondern nach wiedersehen. Danach alleine im Auto wußte ich eigentlich gar nicht mehr so genau, was das jetzt für ein Gespräch war. Formal ein Ende, dass sie aber nicht so anfühlt. Zum Schluss machen bin ich wohl zu doof. Keine Ahnung, wie es weitergeht. Oh mann, ich hab es nicht hinbekommen. (wollen wahrscheinlich). Besser gesagt, ich hab es verkackt…

 

Weil es mir noch wichtig ist…

.. muss ich das noch schreiben.

Mr. Bondage war immer ehrlich zu mir. Er hat (mit einer Ausnahme) nie etwas versprochen, dass er nicht halten konnte.

Das Problem waren meine Hoffnungen und Erwartungen, die sich nicht erfüllt haben.

Auch wenn es bitter ist, verstehe ich rational, warum er entscheidet, wie er es tut.

Er ist verheiratet, hat eine Partnerschaft mit seiner Frau. Die beiden haben sich auf ein Lebenskonzept geeinigt mit dem beide klarkommen und wollen. Nehmen die Verantwortung, die sie für sich gegenseitig haben, wahr. Er braucht also keine Partnerin. Die hat er schon. Das was fehlt ist der Bondage/BDSM/Sex-Teil.

Das hatten wir versucht. Semi erfolgreich. Ich musste beim ersten Spiel safeworden, weil es mir zu viel war. Bin nicht so weit und gefestigt in meinem BDSM-Dasein. Für mich sind Kleinigkeiten noch neu. Er kommt nicht zum Spielen, weil ich als SUB immernoch mit dem Finden meiner Rolle beschäftigt bin.

Er hat eine Familie und einen Job, der ihn sehr fordert. In der wenigen Zeit, die ihm bleibt hat er nicht die Muse sich mit meinen Anfängerproblemen auseinanderzusetzen.

Da gibt es eben noch seine SUB, die in etwa in seinem Alter ist, die das schon länger macht. Gefestigter in ihrem Sub-Sein. Die masochistischer und devoter ist, als ich. Besser zu seinen Vorlieben passt. Mit ihr läuft es einfacher, wenn er sich die Zeit zum spielen nimmt.

Fesseln. Wenn er Dinge tut, dann richtig. Geht gleich zum großen Meister nach Japan um zu lernen. Will es am liebsten Bühnenreif performen können. Ich bin gerne Ropebunny. Aber von den körperlichen Voraussetzungen her nicht so einfach fesselbar wie eine kleine Asiatin, aber auch nicht wie ein schlankes, biegsames deutsches Bunny. Man kann das mit mir tun, aber es ist komplizierter und aufwändiger. So gefestigt in seinem Rigger-Dasein ist er auch noch nicht, dass es ihm potentiell egal ist, wie sein Bunny aussieht, wenn die anderen alle Modelmäßige Frauen aufhängen. Und wie auch bei der BDSM-Geschichte ist es am Ende eine Zeitfrage.

Also war ich am Ende eine unkinky Freundin zum Reden, zum gelegentlichen Sex, zum Nähe geben. Wie eine Partnerin, aber eben hinter den anderen Dingen angestellt. Das hat so lange funktioniert, solange sich meine Erwartungen in Grenzen gehalten haben.

Dadurch, dass ich nun auch einen Vollzeitjob habe kommt der größte Vorteil den ich mitgebracht habe nicht mehr zum Tragen. Ich war zeitlich superflexibel. Das ist nun nicht mehr in dem Maße gegeben. Im Gegenteil durch viele ehrenamtliches Engagement muss man nun auch auf mich und meine Termine Rücksicht nehmen.

So, wie ich eigentlich mit allen Exfreunden klar komme, wird sich auch hier ein Weg finden wie wir miteinander umgehen können. Denn trotz aller Rationalität muss ich jetzt erst mal die kleinen Wunden auf meinem Herz heilen und feststellen, dass ich seit 5 Jahren Single bin. Krass lange ist das mittlerweile.

Der Kopf sagt ja, das Herz enthält sich…

Heilig Abend – Weihnachten – Familiendingens – Fragen nach dem Beziehungsstatus

Oh, wie ich mich schon darauf freue. NICHT.

Immerhin habe ich dieses Jahr ja einen Job vorzuweisen. Vielleicht lenkt das die Gespräche ein wenig ab vom Single-Dasein. Und ich weiß ja, die meinen es gar nicht böse. Die fragen ja nur nach. Aber man kommt sich doch irgendwie immer so bemitleidet vor.

Jemand hat mich heute gefragt, ob ich zu anspruchsvoll sei? Kann man zu anspruchsvoll sein? Zu anspruchsvoll suggeriert als Frage schon, dass der Fragesteller davon aus geht, dass man wohl nicht in der eigenen Liga sucht, also vermeintlich jemanden sucht der zu reich, zu schön, zu schlau ist…

Aber ist es übehaupt steuerbar? Es gibt da einen Mann, den finde ich wunderschön, supernett, wäre ein toller Vater, intelligent, humorvoll, sozial eingestellt, guter Job… Also rational betrachtet ein perfekter Partner. Aber mein Herz hüpft nicht. NullkommaNull. Ich verstehe es nicht. Aber da passiert nix. Kein bißchen klopfen oder Schmetterlinge. Keine Sorge ich rede nicht von so eine Teenager-Verknalltheit. Aber so ein klein wenig verliebt sollte schon sein, oder? Der Kopf sagt, yeah. Der Bauch sagt einfach gar nix.

Der Mann würde rational meine Ansprüche erfüllen. Aber irgendwie soll das nicht. Ich hab keine Ahnung warum. Oder meinen Menschen so eine Situation, wenn Sie einen nach zu hohen Ansprüchen fragen. Ist es zuviel erwartet, dass das Herz klopft?

Zugegebenermaßen ist in diesem ganzen Szenario außen vor geblieben, dass ich gar nicht weiß, wie er zu mir steht. Vielleicht ist da ja auch noch eine entscheidende Komponente.

Habt ein Frohes Fest. Seid nett zu den Singles in eurem Verwandten- oder Bekanntenkreis.

Die Aussprache

Im dem Moment, als Mr. Bondage unser Wochenende abgesagt hatte, weil er sich lieber mit seiner Sub treffen wollte, war ich mir sicher, dass ich ihn nie wiedersehen will. Meistens ändert sich so ein Gefühl wenn die erste Wut verraucht ist. Er schrieb von einem Wiedersehen. Mein Bauchgefühl war erst mal dagegen. Ich fühlte mich sehr verletzt. Eigentlich wollte ich mich ohne eine Entschuldigung überhaupt gar nicht erst treffen. Er wollte dieses Gespräch aber nicht per WhatsApp führen. Was ja eigentlich sehr schlau ist, denn nur zu schreiben öffnet Missverständnissen Tür und Tor. Ich merkte, dass ich anfing per WhatsApp rumzusticheln. Zwei, drei böse kleine Nachrichten schrieb. Das was ich eigentlich gar nicht tun wollte. Wie ich das hasse, wenn ich sowas mache. Er ging überhaupt nicht darauf ein. Aber ich wollte eine Gefühlsregung, wollte hören, dass ich ihm auch fehle ihm Leben.

Es dauerte eine ganze Weile, bis ich wirklich soweit war, dass ich mir vorstellen konnte, mich auf ein Gespräch mit ihm zu treffen. Hörte in meinen Bauch hinein, ob es sich okay anfühlt. Als es das tat, verabredeten wir uns zum Essen. Ich war sehr verletzt, aber so ohne ein abschließendes Gespräch wollte ich unsere Beziehung nicht enden lassen. Wollte den unausgesprochenen Dingen noch Platz geben.Vielleicht ein paar Wunden schließen. In unserer Konstellation war klar, dass wir uns nur in seiner Stadt zum Essen treffen können. Mit seinem Arbeitspensum wäre alles andere für ihn kaum zu leisten. Das heißt aber auch, dass ich mit Hin- und Rückfahrt 1 1/2 Stunden investiere. Gefühlt in Vorleistung gehe.

Während des Hinwegs stellte ich mir unser Gespräch vor. Wie es wohl laufen würde. Wenn er sich nicht ernstgemeint entschuldigt, dann würden wir uns nach dem Abend nie wiedersehen. Das war mein Vorsatz. Und ich war mir sicher, dass ich diesen so durchziehen würde. Ich ließ mir Gesprächsvarianten durch den Kopf gehen. Aber in meinem Geiste sah ich ihn nie sich entschuldigen. Er war da nicht der Typ für irgendwie. Er trifft seine Entscheidungen und lebt dann aber auch mit den Konsequenzen.

Ich war zu spät, weil ich noch aufgehalten worden war. Mr. Bondage wartete in unserem Lieblingslokal auf mich. Er saß in der oberen Etage, am Nebentisch Frauengruppe. Sonst war niemand da. Die Begrüßung war frostig von meiner Seite. Er reichte mir die Speisekarte und sagte, dafür dass ich die Spritkosten tragen müsste, würde das Essen auf ihn gehen. Ich wollte mich nicht einladen lassen, lehnte dankend ab. Wollte die Unanhängigkeit wahren. Hatte mein Bauchgefühl so entschieden. Mir war nicht nach Smalltalk. Also war ich ziemlich schweigsam. Wir bestellten Essen. Dann kam das Gespräch auf das abgesagte Wochenende. Er entschuldigte sich dafür, dass er es so kurzfristig abgesagt hat. Ich sagte, dass mir das nicht reicht. Nur wenn es ihm leid täte, dass er es überhaupt abgesagt hat, dann könnte ich das akzeptieren. Da wäre ich auch auf alle meine anderen Freunde sauer, wenn sie mich an einem lange geplanten Wochenende versetzen würde, weil sie lieber vögeln wollen, es ihnen aber nicht leidtut.

Mir war vorher schon klar, dass ich mit Sicherheit in Tränen ausbrechen würde. Darüber ärgere ich mich manchmal. Männer sitzen da immer so cool und ich frag mich immer, wie die das machen. Ich kann die Tränen dann einfach nicht zurückhalten, aber das fühlt sich dann irgendwie schwach an. Weil er mir in meine Gefühlskarten schauen kann. Er weiß woran er ist. Das es mir weh tut. Aber woran bin ich??

Er hatte unserem Wochenende nicht so viel Wichtigkeit beigemessen, wie ich. Ich sagte, dass ich alles andere als eine ernstgemeinte Entschuldigung nicht akzeptieren würde. Er fragte, noch ob er nicht was tun könne, um die Situation zu verbessern, dass besser zu ihm passen würde. Ich schüttelte den Kopf. Dann kam das Essen. Wir saßen uns gegenüber und aßen und schwiegen. Lange. Sehr lange. Währenddessen überkam mich ein Heulkrampf. Die Tränen liefen mir nur so runter. Ich musste hart kämpfen nicht laut zu schluchzen. Reichte schon, dass die Tränen kullerten. Ich wollte den Nachbartisch nicht auch noch aufmerksam machen. Mangels Tempo musste die Serviette mich retten. Mr. Bondage saß mir gegenüber und konnte meinen Schmerz sehen. Sehen, wie er mich verletzt hat. Ich konnte sehen, wie er  mit sich rang. Das ganze Essen sprachen wir kein Wort. Ich hatte die Entscheidung in seine Hände gelegt. Es lag an ihm, wie es weitergehen würde. War ihm unsere Freundschaft so wichtig und wertvoll, dass er über seinen Schatten springen würde?

Und dann passierte es: Er entschuldigte sich. An den ersten Satz erinnere ich mich nicht mehr, der zweite war:“Es tut mir leid, dass ich so ein Arschloch bin, dass ich dir so weh getan habe.“ Es fühlte sich aufrichtig an. Ich konnte gar nichts sagen, denn es kullerten noch mehr Tränen, jetzt erleichterte. Er nahm meine Hand. Mein Serviette hatte ich schon durchgeweicht, da fragte ich ihn nach einem Tempo. Er hatte keines einstecken. Da zog er – typisch pragmatisch er – die Serviette unter dem Brot hervor. Als er liebevoll die Krümmel rausklopfte musste ich loslachen. Das war so er und dafür mag ich ihn. Das war der Eisbrecher-Moment. Ich fragte ihn, ob ich zum ihm auf die Bank sitzen dürfe. Dann lagen wir uns in den Armen. Ja, ich hatte ihm auch gefehlt. Wir sind uns nahe, wir kennen uns ziemlich gut. Mit dem Moment der ernstgemeinten Entschuldigung habe ich ihm verziehen. Da gibt es auch kein nachkarteln mehr, wie man in Bayern sagt.

Freundschaft mit Kuscheln und Küssen. Mit Lachen und politischen Diskussionen. Mit Ehrlichkeit. Eine ernstgemeinte Freundschaft. Ohne Sex. Das fühlt sich vom Bauch her okay an. Wir sind doch  Seelenverwandt. Es wäre hart gewesen, das nicht mehr zu haben. Das „bunte-Mädchen-alter-Mann-Ding“, unsere Gegensätzlichkeit wäre mir sehr abgegangen. Einen Versuch ist es wert.

Ein stummer Schrei nach Liebe

Ich habe Geburtstag diese Woche. Das schlägt mir ein wenig auf das Gemüt. Dann werde ich wieder ein Jahr älter und die biologische Uhr tickt noch ein wenig lauter. Die Menschen gucken noch ein wenig mitleidiger auf mich als Singlefrau. Jetzt aber immerhin mit Abschluss.

Zu Beginn der Woche habe ich Mr. Bondage wiedergesehen. Das Wiedersehen nach dem Wochenende mit der anderen Frau. Wir trafen uns in unserem Lieblingsrestaurant. Es war wirklich schön zwischen uns. Lustig, ein gutes Gesprächch, liebevoll, ein bisschen knisternd. Alles wunderbar. Bis wir in seine Wohnung kamen. Ich hatte die Nacht vorher relativ kurz geschlafen. Ich freute mich darauf mich einfach nur an ihn hinzukuscheln und einzuschlafen. So sah der Plan in meinem Kopf aus. Dann betraten wir die Wohnung. Und ich stellte fest, dass die beiden alles umgeräumt hatten an dem Wochenende, an dem sie da war. Das Bett stand nun in einem anderen Zimmer. Im Wohnzimmer war noch zu sehen, was die beiden offensichtlich gemacht hatten. Nicht das ich das nicht weiß. Aber dass er für sie alles extra hübsch gemacht hat – sogar Kerzen aufgestellt hat – das warf mich wirklich aus der Bahn.

Jetzt so mit zwei Tagen Abstand ärgere ich mich über mein Verhalten, aber ich war verletzt. Und da sprang der Trotz-Modus an. Ich schnappte mir meine Decke, ein paar Wolldecken und mein Kissen und zog mich beleidigt auf den Boden in dem Zimmer in dem voher das Bett gestanden hatte, zurück Ich war wild entschlossen dort zu schlafen. Es war auch aushaltbar bequem. Ich wollte allein sein, meine Gefühle sortieren, nachdenken. Ich hoffte sehr, dass er mich entweder dort schmollen lassen oder in den Arm nehmen würde.

Er entschied sich anders und wollte mich vor „einer Dummheit“ bewahren. (Das auf den Boden schlafen). Er bat mich erst noch ganz normal, mich in das richtige Bett zu legen. Er würde mich auch in Ruhe lassen. Ich wollte nicht. War zu sehr im Schmollmodus, heulte. Wollte in Ruhe gelassen werden. Ich lehnte ab. Sagte ihm, dass er mich in Ruhe lassen soll. Er ließ mich in Ruhe. Kurzzeitig. Dann kam er wieder und ich merkte, dass er sehr genervt war von meinem Verhalten. Er setzte den Befehlston auf und sagte, dass ich mit dem Schmarrn aufhören solle und nicht so trotzig da auf dem Boden liegen bleiben kann. Ich war sauer, nicht gewillt klein bei zu geben, verletzt. Irgendwie war das ja auch „unser Reich“. Zumindest in meinem Kopf. Realistisch gesehen irgendwie Quatsch. Es ist einfach seine Wohnung in der ich durchaus oft mit ihm übernachtet hatte.

Aber in einer Situation in der ich mir der Rolle in seinem Leben nicht bewusst bin, war zum einen das Umräumen irgendwie schmerzhaft. Zum anderen nochmal so plastisch vor Augen geführt zu bekommen, dass die beiden offensichtlich schön mit einander gespielt hatten, das war zu viel. Wir hatten einmal Sex dieses Jahr und haben einmal zusammen gefesselt. In zwei Monaten. Tragischerweise ist das alles an Sex, was ich bisher in diesem Jahr hatte. Das war nicht so intendiert und auch zum einen meiner Prüfung geschuldet, zum anderen, dass das ein oder andere Date aus den verschiedensten Gründen nicht zustande gekommen ist.

Ich entgegnete ihm trotzig, dass er mich ja einfach mal in den Arm nehmen hätte können. Er fühlte sich ungerecht von mir behandelt und ging. Als er ins Bad verschwunden war ging ich meine Optionen durch. Auf Teufel komm raus im Zimmer liegen bleiben: Das würde er nicht zulassen, als Monster-Ärger. Heimfahren: Das wäre meine Lieblingsoption gewesen, um mit mir wieder ins Reine zu kommen und das Ganze nochmal rational zu betrachten. Aber ich hatte beim Essen vorher zuviel getrunken um noch zu fahren, also keine Option. Mich ins Bett legen: Also klein beigeben. Auf Grund der Alternativen blieb mir eigentlich nichts anderes übrig. Also schnappte ich mir mein Bettzeug, plus meine Kopfhörer um meinen Ärger mit Musik zu ersticken und ging ins Bett. Wir sprachen kein Wort. Zum Reden war ich zu verärgert. Er ließ mich gewähren. Ich schlief schlecht, wachte viel auf. Der Gipfel war, dass ich morgens aufwachte und merkte, dass er es sich gerade selbst machte. Da fühlte ich mich noch unattraktiver und weniger begehrt, als vorher schon.

Am Morgen ging ich vor ihm ins Bad. Als er dann im Bad war verschwand ich ohne ein Wort zu sagen. Das alles zusammen war wohl ein stummer Schrei nach Liebe. Unbeantwortet.

Im Laufe des Tages war ich dann soweit ihm mich per WhatsApp zuerklären. Das ich verletzt war. Das unsere Beziehung asymetrisch ist, dass ich mich nicht begehrt fühle. Er bot mir ein Gespräch an. Er schlug vor, dass wir uns eventuell weniger sehen, aber uns dann die Zeit nehmen. Das Gespräch steht noch aus.

Mit ein wenig Abstand ärgere ich mich über mich selbst. Ich hasse es, wenn ich so ein Drama mache. Aber ich bin nicht perfekt. Ich fühle mich manchmal verletzt und komme dann schwer aus der Situation raus. Ich hätte mir sehr gewünscht, dass er mich einfach in den Arm nimmt. Aber ich verstehe, dass das für ihn auch nicht einfach war. Und er ist als grundsätzlicher Menschentyp so wie ich auch kein „In-den-Arm-Nehmer“. Auch wenn das zwischen uns sonst erstaunlicherweise  gut klappt. Mit zwei Tagen Abstand merke ich auch, dass der meiste Ärger schon wieder verraucht ist. Nichtsdestotrotz braucht es das Gespräch zwischen uns. Ein wenig Sicherheit, wo ich in seinem Leben stehe. Sonst passiert immer und immer wieder.

Feel like a Ehefrau

Okay der Titel ist zugegebenermaßen ein wenig provokant. (Und vermutlich werden die sexuell erfüllten Ehefrauen jetzt gleich auf mich einprügeln :-))
Aber es beschreibt meine aktuelle Lage ganz gut. Mr. Bondage hat mich gewifezoned (in Anlehnung an gefriendzoned). Das meint: Wir geben uns gegenseitig Liebe und Halt, aber er ist sexuell nicht mehr scharf auf mich.
Diesen Eintrag habe ich bewußt nicht in einem verzweifelten Moment geschrieben, in dem mich das völlig runterzieht, sondern in einem Moment, in dem ich ganz gut damit leben kann. Beide Gefühlslagen sind vorhanden, es überwiegt allerdings momemtan die Zufriedenheit.

Ja, ich lag schon völlig verheult neben ihm in seinem Hotelbett. An einem Abend, an dem mich mal wieder die Erkenntnis eingeholt hat, dass er sexuell nach etwas anderem sucht. In einer Phase in der er sich wild in andere Abenteuer/Dates gestürzt hat, weil er ein Getriebener ist, der Angst hat, dass ihm die Zeit seiner Potenz davon läuft und er den ultimativen Kick noch nicht gefunden hat. Dann sehe ich sein Beuteschema und rede mir ein, dass ich nicht hübsch oder schlank genug bin. Das ist hart, weil es mich zu dem so ziemlich einzigen Punkt in meinem momentanen Leben führt, mit dem ich nicht zufrieden bin. Ich habe die Fuck-10-Kummer-Kilo aus meiner vergangenen Beziehung noch nicht wieder abgenommen. Das beschäftigt mich an solchen Abenden in seinem Bett mal mehr, mal spielt es eine untergeordnete Rolle. Ich date vorwiegend Männer, denen das nicht so wichtig ist, ob es 10 Kilo mehr oder weniger sind. Es ist am Ende auch nicht das wichtigste. Aber für mich noch eine offene Baustelle, bei der ich einfach nicht im Reinen mit mir bin.

Ich muss schmunzeln, wenn ich an meinen Eintrag nach dem Streit wegen des Japan-Aufenthalts von Mr. Bondage denke. Ich wollte mich gefühlsmäßig zurückziehen…. Genau das Gegenteil ist passiert. Weniger Sex, mehr Gefühle. Das ist schräg. Aber ich fühle mich sehr angekommen, sehr wohl mit ihm. Vertrautheit, Nähe, Liebe, Lachen, Gespräche. Es ist eine intensive vertrauensvolle Beziehung entstanden. Ich fühle mich wie eine Art Unter-der-Woche-Partnerin. Das ist schön. Und es reicht mir momentan auch völlig aus. Natürlich ist da in mir manchmal die kleine Angst, dass diese Beziehung verhindern könnte, dass ich mich auf einen anderen Mann einlasse, für den ich die Hauptpartnerin sein könnte. Dass es einen potentiellen Partner abschreckt, weil er merkt, dass ich da gefühlsmäßig so weit drin stecke. Aber es geht mir mit Ausnahme der wenigen (vermutlich auch zyklusgesteuerten Momente) gut damit.

Ich bin zugegebenermaßen langsam ein wenig untervögelt, weil ich es in letzter Zeit oft vorgezogen habe, Kuschelabende mit Mr. Bondage zu verbringen, statt mich mit Männern zum Sex zu treffen. Mal ist das Verlangen nach Nähe größer und in anderen Phasen brauche ich mehr Sex.

Urlaub noch zu retten?

Endlich stand er vor der Tür, der langersehnte Urlaub mit Mr. Bondage. 9 Tage nur er und ich. Diese Aussicht erschien mir so wundervoll. Die letzte Zeit war geprägt davon, dass wir uns nur Abends nach jeweils langen Tagen sahen. Er hatte viel gearbeitet, ich hatte die Last des Pendelns getragen. Wir waren meist nur noch etwas Essen gegangen, haben manchmal noch zusammen geduscht, ein wenig gekuschelt und dann geschlafen. Sex war wenig geworden. Aber mit der Aussicht auf den gemeinsamen Urlaub konnte ich das aushalten. Wir waren vor einer Weile mal für eine Nacht zusammen an den Gardasee gefahren. Das war ein wundervoller unbeschwerter leidenschaftlicher Urlaub gewesen. Viel Sex, gemeinsames Spazieren, eine gute Zeit. Mir war vor unserem Urlaub klar, dass er nie wieder Zeit haben würde neun Tage mit mir zu verbringen.  Neun Tage Urlaub, freie Zeit. Deswegen war es also was ganz besonderes.

Mit Ausblick auf die lange gemeinsame Zeit war aushaltbar, dass ich das Gefühl hatte, dass die anderen Frauen „Quality time“ bekamen und ich nicht. Für seine andere Sub muss er sich immer ein komplettes Wochenende Zeit nehmen, da die beiden so weit auseinander wohnen. Das hatte er für mich schon lange nicht mehr getan. An schlechten Tagen fühlt es sich an wie die „Nebenbei-Frau“ sein. Die so selbstverständlich da ist, dass es einfach nichts besonderes mehr ist. An guten Tagen wie eine besondere Beziehung unter seinen Beziehung, da wir am meisten Zeit miteinander verbrachten.

Er hat durch seinen Arbeitgeberwechsel ein paar Wochen frei. Bei der Planung dieser freien Zeit kann er nicht aus seiner Haut und versucht die Tage bis zur letzten Minute auszunutzen. Er träumte davon nach Japan zu gehen und seine Bondage-Kenntnisse dort nochmal zu intensivieren. Ich ermunterte ihn dazu. Ich kenne das Land ganz gut. War ein paar Mal dort gewesen. Hätte es unglaublich schön gefunden mit ihm dort hinzufahren. Aber mein Uniprüfungen liegen mitten in dem Zeitraum und so hätte ich nicht ganz mitgekonnt. Ich hatte mich eigentlich damit abgefunden, dass er alleine fahren würde. Bis zu dem Moment in dem wir auf den Weg zum Flughafen waren zu unserem kleinen Urlaub. Da sagte er mir beiläufig, dass er seine andere Sub mitnehmen wird für ein paar Tage.

Mich zerriss es in diesem Moment fast. Das tat mir unglaublich weh. ich erinnere mich nicht mehr daran, wann mir vorher etwas so sehr weh getan hat wie das. Ich wollte am liebsten laut schreien, den Schmerz rausschreien oder rennen bis ich einfach vor Erschöpfung umfalle. Irgendetwas damit es nicht so sehr weh tat. Aber es ging nicht. Ich konnte nicht mal weglaufen und meine Gedanken ordnen, die Konsequenz wäre gewesen, nicht mit in den Urlaub zu fahren. Ich betäubte den Schmerz mit lauter Musik und heulte hemmungslos in seinem Auto. Es ist etwas zerbrochen zwischen uns in diesem Moment und ich weiß noch nicht, ob das jemals wieder zu kitten sein wird.

Warum tat mir das so weh? Weil ich das Gefühl hatte, dass er schon am Anfang mich gar nicht wirklich mitnehmen wollte, da ich eben figurmäßig so weit weg bin von den Japanerinnen. Zu kräftig. Wollte da nicht mit mir als Bunny auftauchen. keine Ahnung, ob er es auch so meint, vor lauter anderen Frauen und Arbeit haben wir nicht viel geredet in letzter Zeit. Er wollte sowieso bei gar nichts meine Hilfe. Nicht bei der Unterkunftssuche, bei gar nichts. Jetzt hatte er seine andere Sub damit beauftragt etwas zu suchen. Ich fühle mich nutzlos, meine Kenntnisse sind nicht gewollt. Ich fühle mich fett und nicht vorzeigbar. Lieber die dünne Sub mitnehmen. Einfach ersetzt. Hinzu kommt, dass er in den letzten Tagen mir immer wieder das Gefühl vermittelt hat auf der Jagd zu sein. Auf der Jagd nach einem jungen perfekten hübschen schlanken Bunny oder Geliebten. Dass er noch einen anderen Frauentyp sucht ist aushaltbar, so lange ich auch das Gefühl habe gewollt zu sein. Bis dahin habe ich gedacht unsere Beziehung sei etwas besonderes. Aber ich bin nur eine unter Vielen. Austauschbar. Ich war verliebt. Er nicht.

Ich bin mitgeflogen, aber der Urlaub ist schwierig. Ich bin verletzt und dünnhäutig. Er genervt von meiner latent schlechten Stimmung. Er ist in einen Arbeitsmodus verfallen. Arbeitet noch alles ab, was er vor seinem Japan-Aufenthalt noch erledigen will. Klar kann das wieder nur in unserer gemeinsamen Zeit passieren. Wir sind nun drei volle Tage hier gewesen und haben nichts gemacht außer im Zimmer gesessen und gearbeitet und Fesseln gewesen. Fesseln im Trainingsmodus. Das ist okay, Das wußte ich vorher und da habe ich Lust drauf. Aber ich hatte gedacht, dass wir auch mal wieder zu zweit spielen würden. Nichts. Mein absoluter TIefpunkt war, als ich mich nackt vor ihn gekniet haber, während er am Laptop saß und gesagt habe, dass ich spielen will. Er hat die Arbeit vorgezogen. Ich fühle mich abstoßend und verletzt. Seine Bedürfnisse kommen immer zu erst. Es fühlt sich so an als wären meine nicht relevant. Es läuft so wie er das möchte. Da ich aber nicht seine Sub bin, sondern immer dachte, dass wir uns auf Augenhöhe begegnen kann ich damit nicht umgehen. Dieser ganze Urlaub bewegt sich zwischen Nähe und Abstand. Halbzeit hier, mal sehen was noch passiert.

Irgendwie freue ich mich mittlerweile darauf, wenn er drei Wochen nicht da ist. Ich werde mich entlieben in dieser Zeit. Er wird sich nicht melden. Er braucht mich nicht. Es ist seine Zeit. Sie wird intensiv. Intensiv auch mit der anderen Frau. Ich werde mich sammeln. You can not have it all, baby.

Hab kurz überlegt, die Kommentare für diesen Eintrag zu schließen.Denkt daran wenn ihr kommentiert, dass das meine subjektive Sicht der Dinge ist. Das ich gerade wütend und verletzt bin. Dass ich ihm an manchen Stellen vielleicht auch Unrecht tue.

Beim Blowjob eingeschlafen

Wenn Mr. Bondage und ich manchmal darüber reden, wie sich unsere „Beziehung“ so entwickelt hat, seit wir uns kennen, dann müssen wir beide schmunzeln. Irgendwie sind wir – zusammen mit unserem Dom/Sub-Spiel – in eine Vanilla-Affäre geruscht. Also wenn er in meiner Stadt ist, dann leben wir zusammen in seiner Wohnung irgendwie. Ich übernachte bei ihm, wir teilen uns ein Bett, wir essen zusammen. Ich habe auch schon für ihn gekocht. Er arbeitet am Wohnzimmertisch, ich mache Unikram auf der Couch. Wir waren schon zusammen laufen. Wenn es die Zeit zulässt, dann unternehmen wir etwas zusammen.

Manchmal diskutieren wir über Dinge und er reizt mich bis ich sauer bin, weil er einfach der Diskussion wegen einen konträren Standpunkt einnimmt. Manchmal sind wir Welten entfernt, bei den Essmanieren beispielsweise. Ich, manchmal studentisch auf der Couch essend, er immer die Serviette über die Beine gelegt. Beim Kochen weicht er nie vom Plan ab, ich mache das ganze mehr Freestyle und lange zum Probieren auch mal mit den Fingern in den Topf. Auf die Idee würde Mr. Bondage ja gar nie nicht kommen. Ich glaube wir könnten im wahren Leben nie zusammen wohnen und tun es in gewisserweise ja doch.

Das entspannt meine Gefühle zum ihm ein wenig. Ja ich bin verknallt in ihn. Ich vermisse ihn sehr, wenn wir uns eine Weile nicht sehen können. Wir schreiben viele Nachrichten. Ich denke er genießt die Aufmerksamkeit, das Hin- und Herschreiben. So wie ich die Ordnung genieße, die er in mein Leben bringt, so sehr mag er das Chaos, das ich ihn seinem Leben veranstalte. Aber das „Zusammenleben“ hat mir gezeigt (vermutlich ihm auch), dass es fast unmöglich wäre, dass wir eine ernsthafte Beziehung führen. So weit sind wir auseinander. Das lässt mich das Hier und Jetzt sehr genießen. Ich denke nicht daran, dass ein andere Auftrag ihn ganz plötzlich in eine andere Stadt führen könnte. Von heute auf morgen. Trotz aller Unterschiede fühle ich mich Seelenverwandt. Das wird bleiben und Mr. Bondage hat auch jetzt schon einen bleibenden Eindruck in meinem Leben hinterlassen.

Während wir so zusammenleben in meiner Stadt kommt es vor, dass er ganz wenig geschlafen hat. Weil er früh aufstehen muss, oder weil wir am Abend vorher noch lange wach waren. So auch an diesem Abend. Es war schon spät. Er hat in der Nacht vorher nur vier Stunden geschlafen. Er hatte Kerzen auf seinem Nachtischchen angezündet, so wie er das mittlerweile immer tut. Wir nahmen uns Zeit für einander und kuschelten ganz intensiv miteinander. Hielten uns fest und waren einander nah. Tanken Nähe auf. Dann überkam ihn die Lust und er sagte, dass ich ihn blasen sollte. Ich wollte ihm das sehr gerne geben. Ihn mit meinen Lippen entspannen. Ich kletterte unter der Decke an ihm runter und machte mich über seinen Schwanz her. Blies ihn hart. Ich hatte es bisher noch nie geschafft, dass er kommt. Das fordert mich heraus. Wie gerne würde ich das schaffen. Mit viel Hingabe und Leidenschaft saugte ich und ließ meine Zunge kreisen. Sein Schwanz feedbackte mir, dass es ihm gefällt. Auch er stöhnte manchmal leise.

Ich blies, blies und blies.. Irgendwann schaute ich wieder zu ihm hoch und merkte, dass er regelmäßig atmete. Scheinbar war das, was ich tat, weniger geil als unheimlich entspannend, denn er war mitten unter dem Blowjob eingeschlafen und fing dann auch prompt ziemlich unromantisch zu schnarchen an. Das war mir so auch noch nie passiert. Ich musste sehr lachen. Man könnte mich wohl gegen Schlafstörungen verschreiben, wie es aussieht.

Ich deckte ihn liebevoll zu, ging ins Bad, machte mich bettfertig und kraxelte zusammen mit meinen Oropax zurück zu ihm ins Bett.