Unbefriedigt befriedigt

Wie ich diesen Blogeintrag nennen würde, war mir nach dem Abend sofort klar. Zum Schreiben hat es ein wenig länger gedauert.

Während ich dies schreibe, spült mir Facebook drei Jobausschreibungen meines Noch-Arbeitgebers in die Timeline. Dann kann ich die Kündigung also doch persönlich nehmen. Das schmerzt und frustriert mich jetzt für einen Moment. Und dann schiebe ich es weg von mir. Mich zu grämen hilft mir nicht weiter. Nach vorne blicken. Ich werde etwas finden, das passt.

Ich hatte mehr als einen Monat keinen Sex gehabt. Eigentlich weiß gar nicht wie lange. (Von dem Blowjob mal abgesehen) Immerhin kann man mir aktuell nicht vorwerfen ich würde nur für mein Blog vögeln. Dafür ist es einfach wirklich zu wenig. Jedenfalls bekam ich meine Tage. Dabei war mir aufgefallen, dass ich seit dem letzten Mal keinen Sex hatte. Eine Freundin hatte mich gefragt, ob ich eine Woche später mit in einen Club gehen würde. Ich sagte unter Vorbehalt zu. Ohne hormonelle Verhütung konnte ich nicht absehen, ob meine Tage bis dahin auch wirklich weg waren.

Aber es klappte. Genau am Tag des Clubbesuchs war ich mit meiner Periode durch.  Als ich meine Freundin fragte, ab wann sie denn im Club sei, antwortete sie zu meiner Überraschung bereits ab Mittag. Das hatte ich so gar nicht auf dem Schirm gehabt, dass man dort ja auch untertags hingehen kann. Ich war untertags bereits anderweitig verabredet. Ich sagte mein Kommen für den späten Nachmittag/Abend zu. Meine Freundin ging mit ihrem Mann in den Club. Beim Blick auf die Eintrittspreise dachte ich mir, dass es für Männer eine ziemliche Verschwendung wäre, wenn ich alleine in den Club gehe. Also stellte ich auf meiner liebsten Rirarammel-Seite ein Dategesuch nach einem Begleiter für den Abend im Swingerclub ein. Sollte ich mich nicht gut mit ihm verstehen, war er immer noch viel günstiger in den Club gekommen als allein. Also egal wie der Abend läuft es wäre eine Win-Win-Situation.

Als Frau ein Date auf so einer Seite einzustellen ist eine spannende Sache. Innerhalb von 10 Minuten ploppten knapp 10 Anfragen auf. Da war dann alles dabei. Vom Klassiker „Penisbild“ mit dem Hinweis, dass das XXL-Gerät des Besitzers schon einsatzbereit sei. Bis zu schüchternen Anfragen, dass derjenige gerne zum ersten Mal einen Club von innen sehen möchte. Mein Interesse weckte das Profil eines Mannes, der in etwa in meinem Alter war und auch eher ein wenig querdenkermäßig daherkam. Weniger auf Sex aus zu sein schien, als einfach einen guten Abend in der Clubatmosphäre haben zu wollen. Da entschied ich mich also für ein Gespräch, statt für hart rammeln. Zumal es den Typ „hirnrausvögeln“ im Club mit Sicherheit sowieso geben würde, also muss ich ihn nicht auch noch mitbringen.

Richtige Entscheidung, da wir wirklich ein für mich bereicherndes Gespräch über den Abend führten. Er hatte sich viel mit sich selbst beschäftigt und damit was ihm guttut. Mit Energie. Mit Mann und Frau sein. Wir waren nicht immer einer Meinung, aber ich mag gerne auch andere Perspektiven hören. Auch er tut sich schwer mit einem klassischen Job. Hat sich sein Arbeitsumfeld so geschaffen, wie es zu ihm passt. Beruhigend irgendwie.

Er war erst zwei Mal vorher in einem Club gewesen. Die zwei Herausforderungen waren also, dass wir uns nicht wirklich kannten und er kein erfahrener Clubgänger ist. Ziemlich spät streiften wir durch den Club um zu sehen, ob noch etwas Spannendes im Gange war.  Auf den Matten war es schon ziemlich leer. Wir fanden eine kleine Ecke, die nicht von allen Seiten zugänglich war in einer kleinen Hütte im Garten. Sie war allerdings eher ziemlich hell, nicht dunkel wie in so mancher Spielhöhle. Er war so zurückhaltend, dass ich aktiver werden musste, als mir das lieb ist im Club. Wir saßen also da auf der Matte und wussten nicht so recht wie anzufangen. Den Moment gibt es meistens, wenn man sich nicht kennt und die eigenen Unsicherheiten nicht mit Alkohol weggetrunken hat. Meistens fängt man dann an zu knutschen und dann geht das Krampfige weg. Knutschen klappte, aber das Krampfige wollte nicht weggehen. Ich griff auf das zurück, worin ich mich wohlfühle und bot ihm einen Blowjob an. Das klappte soweit ganz gut, allerdings hatten wir mittlerweile noch drei Männer auf der Matte, die mitmachen wollten. Allerdings wusste er nicht, was ich will und umgekehrt. Den ersten Mann schickte ich noch weg. Wir hatten uns nicht darüber unterhalten. Fehler. Den zweiten Mann ließ ich gewähren. Das war sehr schräg. Nach ein wenig Fummeln hatte ich irgendwann Sex mit dem zweiten Mann. Aber ich bekam den Kopf nicht aus. Bei meinem Begleiter war die Lust komplett weg und auch der Mann der mich fickte hatte am Ende auch keinen Spaß dran. Wir schickten die Männer weg. Aber mein Begleiter hatte einfach keine Lust mehr. Er ließ nicht so Recht raus woran es lag. Bei mir hinterließ es erst mal ein schlechtes Gefühl, weil ich das erstmal automatisch auf mich bezog.

Wir gingen zurück an die Bar und philosophierten noch mal zwei Stunden weiter über das Leben. Landeten später nochmal auf einer Matte, auf der wir einfach redeten. Ein wirklich gutes Gespräch, das allerdings dem misslungenen Sex nicht auf den Grund ging.

Befriedigt vom Gespräch, aber sexuell unbefriedigt nach Hause gegangen.

 

 

7 Kommentare zu “Unbefriedigt befriedigt

  1. Was schätzt du, woran es liegt, dass du mit deinen Sex-Partnern keinen Sex, stattdessen nur B-Jobs hast? Weils für beide Seiten schneller geht oder weil die Männer nur „bedient“ werden wollen? Kommst du dir auf Dauer nicht benutzt vor? Irgendwie bleibst du dabei auf der Strecke, (auch wenn du B-Jobs gerne machst).

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  2. Beim Clubbesuch kann ich mangels Erfahrung nicht mitreden, aber die Art, wie du mit dem Job umgehst, scheint mir die richtige zu sein. Ich weiß jetzt nicht, in welchem Sektor du tätig bist, aber in manchem Job ist es ja leider so, dass eher unmotiviert die Leute vor die Tür gesetzt werden, nur um dann mit Personal ausgetauscht zu werden, das erst einmal ewig lange braucht, um den Standard der bisherigen Stelleninhaber zu erreichen.

    Gut, dass du dir das nur kurz zu Herzen nimmst. Auch wenn es schwer fällt.

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  3. … drei Job-Ausschreibungen Deines Noch-Arbeitgebers füttern jedenfalls eine Kündigungsschutzklage mit guten Argumenten und erhöhen eine Abfindungsleistung …

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    • Naja im Kleinbetrieb (unter 10 AN) ist das Kündigungsschutzgesetz nicht anwendbar und der AG muss seine Kündigung nicht sozial rechtfertigen.
      Man kann die Kündigung natürlich dennoch im eingeschränkten Umfang gerichtlich überprüfen lassen.
      Auf jeden Fall muss man auch im Kleinbetrieb innerhalb von drei Wochen nach Zugang der Kündigung Klage erheben.

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  4. Ist doch ok. Ich finde, man (und Frau) kann ja auch einfach akzeptieren, dass es nicht passt, sei es von der Stimmung, vom Partner oder anderem. Alles andere ist doch nur Oberflächlich, ohne innere Beteiligung und das wird auf die Dauer langweilig (und unbefriedigend). Und das beste kommt meistens ungeplant… Einfach mit offenen Augen und offenem Herzen umschauen und auf die Gefühle achten. Ach so: und Kopf ausschalten nicht vergessen 🙂

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