Wie ein guter Fick am Ende 200 Euro kostet

Wenn man mir eines nicht vorwerfen kann, dann dass ich nicht spontan bin. Man könnte auch sagen, dass ich beknackt spontan bin. Und dabei manchmal dann auch etwas gedankenlos..
So hat mich eines Tages am Vormittag Benno angeschrieben, wohnhaft in Hamburg. Und von Beruf? Na klar, Unternehmensberater, wie könnte es auch anders sein. Die scheine ich ja anzuziehen, wie das Licht die Motten.

Wir unterhielten uns den ganzen Tag, denn ich hatte nichts Wichtiges zu tun. Und im Laufe des Gesprächs erzählte er mir, dass er jetzt dann nach Zürich fliegen würde, weil er dort einen Termin habe. Sein Plan war dort zwei Tage zu bleiben. Ich googelte aus reiner Langweile, wie weit es von mir nach Zürich ist und stellte fest, dass es zwar näher als Hamburg liegt, aber deutlich zu weit, als dass ich es einfach so fahren würde.

Später korrigierte er seinen Standort, denn er sollte die erste Nacht nun doch in St. Gallen bleiben. Huch, das waren doch gleich ganz andere Voraussetzungen… Etwas mehr als 200 Kilometer und knapp über zwei Stunden Fahrzeit – das sah bewältigbar aus. Und ich fing an darüber nachzudenken..
Der Wochentag passte, denn als Alibi konnte der Mädelsabend in meiner Heimatstadt dienen, bei dem ich auch mal auswärts pennen kann, ohne dass es verdächtig ist. Und die Mädels, die sich eh freuten, dass sie die „alte Remi“ wieder haben, würden mich bestimmt decken. Sind einfach die Besten, meine Mädels.

Ich sagte ihm, dass ich darüber nachdenken würde und fragte ihn, wie er es sich denn vorstellen könnte..

Seine Antwort:
Interessiert Dich mehr die logistische Seite der Operation, oder willst Du gerne als nächstes einen Softporno in der Mailbox haben? 😉

Lol, die Logistik interessierte mich in dem Fall aber mehr..

Also seine Antwort per Mail:
Die Logistik ist recht simpel: Du fährst nach St. Gallen. Ich wohne dort in einem besseren Hotel und bin ab ca. 18.30 Uhr dort. Du kommst dann auch irgendwann dazu, wann immer es Dir passt. Danach passieren ein paar Stunden Porno („Soft“ habe ich mal gestrichen… ich habe irgendwie so eine Ahnung, dass Blümchensex nicht Dein Lieblingsspiel ist…). Dann etwas Schlaf, dann wieder Sex, dann wieder Schlaf, immer abwechselnd bis es morgens 6.30 Uhr ist oder so, dann eine Abschiedsrunde und ich muss los. Du fährst dann entweder auch los, oder Du kannst noch etwas liegen bleiben, gibst dann irgendwann den Zimmerschlüssel ab und fährst auch heim.

Hui, klang verlockend. Es kreiste in meinem Kopf. Wir verstanden uns auf Anhieb gut, zumindest per Mail. Und hatten ein paar Gemeinsamkeiten, wie dasselbe Studienfach. Wir tauschten Bilder.. Puh, ich konnte gar nicht einordnen, was ich da sah. Nicht mein Traummann auf den ersten Blick. Aber so anders, dass er mich wieder interessierte. Er mit seinem Anzug, den blonden Haaren und der Harry-Potter-zu-Guttenberg-Brille. Nicht auf den ersten Blick sexy, aber so ungewöhlich, dass mein Interesse nachhaltig geweckt war.

Dann kam noch eine Email von ihm:
Also, ich steige jetzt mal mit meinem Anzug ins Flugzeug. Überleg Dir, ob Du kommen willst. Das Hotel wäre …
Meine Telefonnummer … und diese Mail werde ich auch weiter im Auge behalten.
Wenn es klappt, freue ich mich. Wenn nicht, auch völlig ok – schließlich kennen wir uns erst ein paar Stunden und auch nur ganz flüchtig. Es würde sich sicher auch später noch Gelegenheit ergeben.

Okay, ich will.. Die Mädels angeschrieben, ob das mit dem Alibi klar geht.. Es ging klar. Noch einen Termin erledigt und dann meine Sachen gepackt. Losgefahren und erstmal mein Auto vollgetankt. So weit hatte ich noch gedacht. Dann mein Handy als Navi programmiert und ab auf die Autobahn…
Nachdem es schon Abends war, war die Autobahn frei und es fuhr sich gut. Je näher ich der Grenze kam, desto mehr fiel mir auf, dass ich doch ziemlich naiv und unvorbreitet losgefahren war. Und das passt eigentlich gar nicht zu mir.. Ich brauchte eine Vignette für Österreich und vielleicht auch eine für die Schweiz, aber das hatte ich nicht recherchiert. Also bat ich mein Date, das mit der Schweiz mal herauszufinden. Sehr schlau von mir, oh Mann. Er schrieb, dass es wohl eine Autobahngebühr in der Schweiz gäbe.

Na gut, kurz vor der Grenze gehalten und in den Shop gelaufen. Und gleich mal festgestellt, dass ich keinen Euro in bar dabei hatte, sondern nur meine EC-Karte. Ahh, damit konnte ich noch nicht mal das „Pickerl“ bezahlen, weil die keine Karten nahmen. Also runter von der Autobahn und zur nächsten Tankstelle gefahren und dort das Pickerl gekauft. Der Tankwart hatte mir noch erklärt, dass ich lieber die 30 Kilometer auf der Landstraße fahren solle, um mir die 33 Euro Autobahngebühr zu sparen. Okay gut.. aber dann das nächste Problem. Handynavi ohne Internet, da ging im Ausland erst mal gar nix mehr, außer ich lasse Roaming zu. Cool, ganz großes Kino.. Ich verfluchte meine Spontanität ziemlich..

Hmm was machen.. Zurück fahren nach 180 Kilometern keine Option.. Also meinem Date geschrieben, dass er mich per SMS navigieren muss, über die Landstraße.. Erst mal noch an der Autobahnausfahrt vorbei gedüst, aber irgendwann klappte es einigermaßen gut.. Ich bin noch nie in der Schweiz Auto gefahren, hatte mir keine Gedanken über Tempolimits und sonstige Gepflogenheiten gemacht.. Und dann die Serpentinen, ich bereute, dass ich mir nicht doch die Autobahngebühr geleistet hatte.. Es zog sich und mir war fast schlecht, von der kurvigen Strecke. Dann wurde ich zu allem Übel noch geblitzt, glaube ich. Weißes Licht von vorn und hinten und keine Ahnung, wie schnell ich war..ahh. Das auch noch.. oh mann.. Als ich es doch nach St. Gallen schaffte, war es dann eine Stunde später als erwartet.

Juhu aber angekommen, das Hotel und einen Parkplatz gefunden. Und drüber nachgedacht, ob mein Outfit mit Jeans und Sneakers nicht zu sportlich für das schicke Hotel ist. Er wollte am Aufzug warten..Jetzt also noch hinbekommen, dass ich im Hotel nicht noch blöd auffalle. Oh nein, dann stand da auch noch ein Portier im Eingang.. und ich brachte nur ein „Grüß Gott“ raus.. Ahh, aber es war nicht der Portier, es war Benno. .. megapeinlich.. mit seiner Brille und dem Anzug sah er so verkleidet aus, dass ich dachte er würde da arbeiten.. Das kann ja heiter werden..

Ab aufs Zimmer.. und das war wirkich sehr schick.. Ach ja wir hatten beide eine Erkältung und keine Stimme, also konnten wir und auch gar nicht so viel unterhalten. Es war jedenfalls megakrampfig.. Er war bemüht und kochte mir einen Tee.. und ich brauchte ein wenig bis ich mich von der Autofahrt erholt hatte. Ich wußte auch gar nicht einzuschätzen, ob Benno Bock auf mich hatte oder enttäuscht war. Irgenwann lagen wir dann auf dem Bett und küssten uns..

Und die Nacht sollte sich definitiv rentieren für mich. Er wußte mit Frauen umzugehen. Das hatte ich gar nicht erwartet. Obwohl es am Anfang auch gar nicht kribbelte, sollte sich das im Laufe der Nacht ändern. Er verschaffte mir Händen und Zunge gleich mal einen ersten Orgasmus.. und ich bin richtig geil gekommen. Das klappte zwar nicht während wir miteinander schliefen, aber da half ich einfach nach. Dieser ein wenig steif aussehende Typ (Beamtenstyle) mit seiner komischen Brille besorgte es mir wirklich gut.

Und zwischendrin kuschelte er mit mir, gab mir ein unglaublich gutes Gefühl. Er vermittelte mir, dass ich begehrenswert und spannend bin. Hörte mir zu, machte Komplimente und war unglaublich zuvorkommend. Das hatte ich gar nicht erwartet. Er besorgte mir auch noch einen zweiten Orgasmus bevor wir schlafen gingen.. Zu geil. Ich revanchierte mich mit einem Blowjob.. Ich konnte überhaupt nicht viel schlafen.. keine Ahnung warum.. vielleicht weil sich ein unbekannter Typ an mich rankuschelte oder aus Angst zu schnarchen mit meiner verstopften Nase..

Jedenfalls klingelte sein Wecker sehr früh und er sprang aus dem Bett, ging duschen und machte sich arbeitsfertig…Es war sauwitzig ihn bei seiner Routine zu beobachten. Wie ein aufgescheuchtes Hühnchen packte er seine Sachen und plötzlich übekam ihn doch nochmal die Lust und wir legten noch ein Runde hin..

Wow, was für ne Nacht. Ich durfte noch ein wenig auspennen im Zimmer.. Steckte seinen Anteil an meinen Fahrtkosten ein und fand dann sein Hemd vom Vortag, das er wohl vergessen hatte. Ich steckte es einfach ein und schrieb ihm eine SMS. Ich schaffte es dann erst zwei Wochen später ihm das Hemd wieder zu schicken und es erreichte ihn zeitgleich wie mich der Strafzettel aus der Schweiz… 200 Euro wegen 11 Km/h zu schnell.. Späte Reue.. aber die Nacht war trotzdem geil…

3 Kommentare zu “Wie ein guter Fick am Ende 200 Euro kostet

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