Ein Eintrag einer anderen Bloggerin hat mich zum Nachdenken darüber angeregt, ob das ein seelenloses Fickblog ist.
Seelenlose Fickgeschichten, hirnloses Rumvögeln. Sich etwas einbilden auf die Anzahl der Sexualpartner.. Sich emanzipiert finden, weil man es tut. Natürlich kann man das denken. Das ist auch ganz leicht, wenn man mein Blog liest.. Eine Aneinanderreihung von platten Sexgeschichten. Völlig unreflektiert. Mit den Wörtern Muschi und Schwanz.
Das mit nur Fickgeschichten muss ich mir so gefallen lassen, denn mein Blog erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Mein Blog ist und bleibt monothematisch. Viele Aspekte, die mein Leben betreffen haben darin bewusst nichts verloren. Ich blogge nur über den Sexteil in mir und manchmal über Gefühle. Das hat mit zwei Dingen zu tun. Ich glaube, dass es nicht einen weiteren xy-erzählt-vom-Leben-und-verbreitet-seine-Weisheiten-Blog, wie es soviele gibt, braucht. Da gibt es Menschen die ihre Gedanken in viel schönere Worte kleiden können, als ich es je könnte. Zum anderen ist das Thema Sex und die Offenheit mit der ich darüber blogge nicht ganz unheikel. Wenn ich verhindern will, dass ein potentieller Arbeitgeber mein Blog googelt, dann gilt es zu vermeiden, es zu eng mit meinem realen Ich zu verbinden. Ich stehe in der Tat zu dem, was ich tue, auch vor meinen Freunden, aber ich habe keine Lust mir einen Job zu erblasen.
Kritik für zu viele Tipp-, oder den ein oder anderen Rechtschreibfehler muss ich mir gefallen lassen, weil ich nie die Rechtschreibprüfung von WordPress habe drüber laufen lassen, oder die Texte in Word getippt habe. Ja, das ist respektlos gegenüber meinen Lesern und ich werde das in Zukunft besser machen. Meinen Schreibstil darf man platt finden und ihn nicht mögen. Ich wollte nie einen Pulitzerpreis dafür bekommen. Das Blog ist entstanden, weil ich die Geschichten meinen Freundinnen erzählt habe. So, wie ich sie erzählen würde, schreibe ich sie auf. Leicht verdaulich, manchmal mit Remi-Neologismen, mit der Unsitte der zwei Punkte nach einem Satz.
Dass ich seit 1 1/2 Jahren rumvögle, heißt nicht, dass mein Verhalten nicht reflektiert ist. Es fühlt sich jetzt richtig an. Das wird vermutlich nicht so bleiben, Aber so ist das nun mal im Leben. Es ist eine Phase. So eine Phase hatte ich mit Anfang 20 schon mal. Danach habe ich mich in längere Beziehungen gestürzt. Weil es sich dann eben richtig angefühlt hat. Ich bin in letzter Zeit gut damit gefahren auf meinen Bauch zu hören und wenn es möglich ist, das zu tun, was mir gut tut. Ich habe daran Spaß, jetzt. Daran kann ich nichts verwerflich finden. Es wird die Zeit kommen, da werde ich mir überlegen, ob ich Kinder will und eine Familie und in welchem Modell. Wenn es soweit ist, werde ich das tun. Ja, ich will Kinder. Aber es muss passen. In meiner Vorvögelphase mit ernsthaften Beziehungen, da hat es nicht gepasst. Das kann man nicht forcieren. Momentan ist das nicht relevant. Kann sein, dass morgen jemand kommt, mit dem alles anders wird. Kann aber auch nicht sein.
Ich habe manchmal Wochen in denen ich mit drei verschiedenen Männern Sex habe und dann wieder zwei Wochen gar keinen. Wie es sich ergibt, wie ich eben Lust habe. Und ja ich bin dankbar, dass ich außer verbal vielleicht, nicht dafür gesteinigt werde. Dass ich in einem Land lebe, in dem ich straffrei meine Sexualität ausleben kann. Dass das schlimmste, das mir droht, Ächtung eines Teils der Gesellschaft ist, der dahingehend andere Moralvorstellungen hat.
Als moralisch verwerflich diskutieren kann man die Tatsache, dass ich auch Sex mit verheirateten Männern habe. Ja, dessen bin ich mir bewusst. Und es bleibt aus einer Normvorstellung der Gesellschaft heraus verwerflich, trotz meines immer fairen, absolut diskreten Umgangs mit all den Männern. Ich halte mich ausnahmslos an die Kommunikationsregeln, die wir vereinbart haben. Ich würde und werde mich nie in eine Beziehung einmischen, egal was meine Gefühle sagen. Dass ich trotzdem mit verheirateten Männern Sex habe, das hängt mit meinem Umgang mit Sex zusammen. Es ist mein Wunsch, dass mein Gegenüber sich auslebt, seine Erfüllung bekommt. Das galt vor Allem auch für meine Partner. Wenn ich dieses nicht erfüllen konnte oder wollte, habe ich versucht Alternativen zu suchen, auch wenn das womöglich eine andere Frau war. Liebe heißt für mich, mich für die Bedürfnisse meines Partners zu interessieren und ihm dabei zu helfen, dass sich diese erfüllen. Das war und ist für mich Liebe. Nicht exklusiver Sex. An dieser Stelle messe ich mein Tun am kategorischen Imperativ. Ich könnte damit leben, wenn Monogamie nicht mehr die Grundlage für Beziehungen wäre und mein Partner mit anderen Frauen schläft.
Das dürfen alle Menschen für sich selbst anders definieren. Kein Thema. Was ich nicht tue und auch nicht mag, ist es meine Art zu leben, meine Sicht der Dinge, meine Moralvorstellungen als der Weisheit letzter Schluss zu verkaufen. Nein. Ich weiß nicht, warum ich besser wissen sollte, was für andere Menschen die richtige Art zu leben ist. Was die Summe ihrer Erfahrungen und ihres Intellekts ist. Die damit auch erst mal eine Berechtigung hat.
Ja, als Frau ist es deutlich einfacher Sexpartner zu finden. Ja. und weiter? Nur weil mich einer ficken will, macht mich das nicht interessanter und toller, das ist auch wahr. Aber darum geht es auch nicht. Ja, ganz am Anfang hat es mein Ego aufpoliert. Aber da war ich auch in einer selbstzerstörerischen Beziehung gesteckt. Da hat das gut getan. Darüber bin ich lange hinaus. Nichtsdestotrotz ist eine Lehre aus meiner Vögelei, die Nummer mit dem Gewicht nicht allzu ernst zu nehmen. Ich wiege immer noch zehn Kilo mehr also zu Beginn meiner letzten langen Beziehung. Für mich eine Art Ballast aus einer unglücklichen Zeit. Den bin ich immer noch nicht wieder losgeworden. Aber so relevant, wie ich immer gedacht habe, war das Gewicht bei der Vögelei eigentlich nie. Mit einem kritischen Blick auf die Männer könnte man sagen, weil sie eh alles vögeln, was willig ist, völlig egal wie es aussieht. Das glaube ich nicht. Vor Allem Männer ab 30 aufwärts haben sich oft ausgetobt und würden nicht mehr wahllos alles ficken. So nötig haben es die Männer dann doch nicht
Und auch trotz Rumvögelns, kann man auch andere Prioritäten im Leben haben. Ich würde für keinen Fick meine engen Freunde vernachlässigen. Oder meine Familie. Ich bin zwei bis drei Mal die Woche zu Hause, kümmere mich um meine Oma. Meine wichtigen Freunde kennen mein Blog, sie wissen was ich so anstelle. Sie lachen mit mir, auch wenn das was ich tue, nichts für sie wäre. Es leiden meine Blogeinträge manchmal darunter, dass ich nicht dazu komme die Erlebnisse sofort aufzuschreiben. Eben weil Freunde oder Familie Vorrang haben. Weil ich dann eben tagelang nicht am PC sitze.
Auch die Männer, die in meinem Blog vorkommen, sind für mich keine seelenlosen Fickgeschichten. Mich interessiert immer die Person dahinter. Alle, die mehr als einmal vorkommen, mag und schätze ich. Leider kann ich ihnen, wenn ich sie beschreibe nicht immer gerecht werden. Was mit Fairness zu tun hat. Ich will nicht, dass sie erkannt werden, ihre Identität lüften. Deswegen gebe ich lieber zu wenig als zu viel preis. Und dass ich ihnen völlig egal bin, kann ich so auch nicht unterschreiben. Ich erwarte keine Hilfe von den Männern. Dafür gibt es andere Menschen in meinem Leben. Aber sie haben es trotzdem schon getan. Ich bin dem Alten Mann heute noch dankbar, dass er mir mein Auto repariert hat. Dass er seine teure Juristenarbeitszeit dafür verwendet hat, mir zu helfen. Ein anderer wollte mir bei einem Problem Geld schenken. Ohne Gegenleistung. Das habe ich allerdings nicht angenommen. Aber es war wirklich nett. Man fickt auch mal und sieht sich nie wieder, aber es gibt auch Affären mit ein wenig mehr Tiefgang.
If you do not like it, do not read it. Das steht schon in meinem Vorwort. All das Genervt sein über platte Sexblogeinträge ist es doch überhaupt nicht wert. Viel zu unwichtig, um Energie zu verschwenden. Ich danke allen, die genau das tun: Mich ignorieren, weil ich keine Relevanz für sie habe. Das ist wirklich nett von euch.