Da kam ich mir ja fast schon übergriffig vor…

Es gibt Abende, da bleibt man allein mit dem Rest der Rotweinflasche zurück. Ein wenig ratlos. Auch ungefickt, aber ratlos überwiegt. Ich ergründe gerne Menschen, aber manche von ihnen wollen sich nicht ergründen lassen, haben gefühlt eine Burgmauer um sich aufgebaut.

Ich hab den Mann wieder getroffen, der mich bei meinem letzten Pornokinobesuch als die Bloggerin erkannt hatte. Der hatte mich neugierig gemacht, weil er so völlig untypisch reagiert hatte und auch sehr ungewöhnliche Gedanken formuliert hatte. Aber ich war damals schon nicht aus ihm schlau geworden, trotzdem hatte er meine Neugierde geweckt. Erstaunt war ich gewesen, dass er im Pornokino mein Angebot mich zu ficken ausgeschlagen hatte. Dabei erinnert er sich noch gut an meine verlockend gespreizten Beine mit freiem Blick auf meine Muschi, wie er mir später mal schrieb.

Nach dem Ende des Lockdowns hatte ich immer mal wieder Anläufe unternommen mich mit ihm auf ein Gespräch zu treffen. Er blockte ab. Ich wusste immer nicht so Recht, ob er keinen Bock auf mich oder keinen Bock Menschen als solches hatte.

Jetzt nach einem halben Jahr klappte es mit dem Date. Er hatte sehr überraschend gefragt, ob er mit einer Flasche Wein bei mir vorbeikommen dürfte. Ich war super neugierig darauf mich mit ihm zu unterhalten. Wobei ich sagen muss, dass ich mir schon schwer tat, in unserer Kommunikation immer zu erfassen, was er genau will.

Jedenfalls waren wir bei mir, er hatte Wein mitgebracht. Bevor wir uns auf die Lounge setzen, hatte er sich in meinem Zimmer umgesehen. Auf dem Fensterbrett lag mein Satisfyer zum laden. Darüber ergab es sich, dass ich ihm einfach mal meine ganze Spielzeugkiste zeigte. Packte alle Analplugs, meinen Dildo, meine diversen Vibratoren, Vibroeier, Liebeskugeln und was ich noch so alles habe aus. Er sah interessiert zu und fragte mich, ob ich die Dinge mit einem Kondom benutzen würde, was ich verneinte, weil ich sie ja nur mit mir benutze und hinterher desifiziere mit einem Toycleaner. Ich hatte mit dem Vorführen der Kiste gar nichts intendiert und er stieg aber auch gar nicht darauf ein. Ich glaube viele Männer hätten die Gelegenheit sofort genutzt zu fragen, ob sie irgend eines davon ausprobieren dürfen oder ich ihnen eines zeige. Das tat er keineswegs. Ich packte alles wieder brav in meine Kiste und schob sie in das Regal. Aus dem Mann werd ich vermutlich nie schlau werden.

Wir setzen uns auf meine Lounge. Aber schon dort hielt er den maximalen Abstand den man so haben kann. Durch Corona kann ich einfach nicht einschätzen, ob das gerade aktuell so ist, dass jemand da Wert drauf legt, was ich absolut respektiere, oder ob er einfach schüchtern ist, oder ob er einfach nur reden will, was es ja auch geben soll. Unser Gespräch war spannend und bereichernd, auch wenn er mich deutlich mehr reden ließ. Der Wein war gut, es war also kein verlorener Abend. Im Hinterkopf hatte ich aber schon noch, dass wir noch eine offene Rechnung aus dem Pornokino hatte, wo er in der Situation auf Sex verzichtet hatte. Ich hatte im Bad sogar noch sexy Klamotten hinterlegt, falls es sich danach angefühlt hätte. Aber er wollte sich ja schon partout nicht neben mich setzen. Irgendwann wechselten wir nach drinnen. Meine Sitzmöbel sind begrenzt, also blieb nur das Bett. Aber auch da blieb er weiter auf Abstand. Ich war schon ein wenig angeheitert, also auch echt rollig. Und werde dann so zutraulich. Ich hatte das Bedürfnis ihn anzufassen. Aber ich traute mich nicht so recht, weil ich nicht übergriffig sein wollte. Ich fragte ihn, ob ich es okay ist, wenn ich meine Hand auf seinen Oberschenkel lege. Es lies es zu. Aber alles an seiner Körpersprache signalisierte mir, dass das auch schon der maximale Körperkontakt war, den er zulassen wollte.

Je länger der Abend wurde, desto schwieriger fand ich es ihn nicht einfach zu knutschen. Aber mein Kopf sagte mir, dass das übergriffig wäre und man das auch als Frau einem Mann gegenüber nicht macht. Es ist echt ungewohnt, wenn man als willige Frau einen Mann zu Besuch hat, der da so gar nicht drauf anspringt. Engel und Teufel auf meiner Schulter hatten da eine sehr spannende Diskussion am Start. T: Verführ ihn, der will es doch. Er wäre ja schön blöd, wenn er sich diese Chance entgehen lässt. E: Nein, es fühlt sich nicht danach an. Er wollte sich nicht zu dir setzen und alle verbalen Versuche hat er ins Leere laufen lassen. Also akzeptiere einfach, dass er nicht will. T: Aber ich bin so geil. Kann er mich nicht einfach ficken. E: Er mag halt nicht, also Ruhe jetzt. Du bist anständig. Und wenn ihr Emanzen Gleichberechtigung wollt, dann sei jetzt mal ebenso wenig übergriffig, wie du es erwarten würdest. T: Aber ich hab doch so schöne Brüste… E: Ruhe jetzt.

Ich vermute, ab dem Moment, in dem unser Alkoholpegel ein wenig auseinander ging, weil er ja wieder heimfahren musste und es bei einem Glas Rotwein bewenden ließ, merkte er, dass er ich wohl ziemlich hibbelig wurde. Er entzog sich dem, in dem er sich anschickte nach Hause zu gehen. Auch wenn es für mich nicht der gewünschte Ausgang des Abends war, respektiere ich wenn es sich für jemanden nicht nach mehr anfühlt. Ich ließ ihn gehen, mit der Ernstgemeinten Einladung, dass er jederzeit wieder willkommen ist bei mir und meinem Balkon.

Natürlich ließ mich seine Ablehnung erstmal grübelnd zurück, zumal er sich einfach so gar nicht in die Karten schauen lässt, was er denkt und fühlt. Aber er schrieb mir am Tag danach nochmal eine Nachricht, dass es einfach für ihn der falsche Tag oder auch die falsche Zeit ist. Seine Nachricht endet mit den Worten „Die Toykiste fand ich spannend, auch wenn das eigentlich megaspannende das Nutzen der Spielsachen ist und nicht das Anschauen. Naja, dazu war ich der falsche Partner zur falschen Zeit, oder so.“

Ich werde nicht schlau aus ihm. Aber vielleicht ist das auch so gewollt von ihm. Wer weiß.

Cook and Cock…

Ich muss erst mal schnell meine Überschrift feiern. Manchmal fällt mir den ganzen Eintrag über nichts passendes ein und manchmal steht die Überschrift als erstes da. So wie jetzt. Und ja, ich finde mich gerade sehr witzig 🙂

Der Mann über den ich jetzt schreibe, den habe ich schön öfter getroffen, aber nie über ihn geschrieben. Bei manchen weiß ich sofort, wie ich über sie schreibe. Bei ihm finde ich es superschwierig. Er ist irgendwie auch speziell, was ich spannend finde. Ich nenne ihn Mr. Ex-Bundeswehr. Hat nicht so die klassische Laufbahn hingelegt, Ausbildung, über die Bundeswehr – Auslandseinsätze, Studium nachgeholt, dann interessanter Job. Wir reden viel über politisches, weil sein Job auch politisch ist. Er ist sehr rational. Ich finde, dass er leicht autistische Züge hat, weil sich ihm zwischenmenschliche Gefühle/Emotionen nicht immer erschließen, aber er halt gelernt hat, wie er auf was reagieren muss. Dafür dass er erst knapp über 40 ist, hat er schon ziemlich graue Haare, womit ich ihn manchmal aufziehe. Und er kommt immer in seinem Business-Outifit zu mir. Das fühlt sich allerdings immer mehr nach er muss das tragen, als er will das tragen an.

Ich mag die Abende mit ihm. Seit ich umgezogen bin, kam noch die Komponente Essen dazu. Ich habe beim ersten Mal für ihn gekocht. Nicht sehr ausgefallen, eher pragmatisch. Aber die Aussicht von meinem Balkon kompensiert auch die Qualität des Essen. Die letzten beiden Male stand er in meiner Küche und hat mich bekocht. Was ich nahezu sensationell finde. Er kommt zu mir, mit einer Papier-Einkaufstüte auf dem Arm und hat alle Zutaten einkauft. Dann legt er sehr versiert in meiner Küche los. Beim ersten Mal gab es einen französischen Salat dazu Speck ummantelten Chicoree und Knoblauchbaguette. Beim zweiten Mal eine sehr leckere Gemüse-Pasta mit dem passenden Wein dazu. Beim zweiten Mal hat er mir als Einzugsgeschenk eine Pfanne mitgebracht, da er beim ersten Kochversuch an meiner Winzpfanne fast verzweifelt ist. Ich feier voll, dass ich dabei auch noch was lerne. Das ist eigentlich ein tolles Konzept, gut frisch gekocht zusammen Essen, gute Gespräche, Nähe und Sex.

Wir hatten noch nie Sex in der Variante, die auch Bill Clinton als solches bezeichnen würde. Was ungewöhnlich ist, wenn ich jemanden schon mehrfach getroffen habe. Aber das ist nicht weiter schlimm. Er hat mir Orgasmen geleckt, ich hab ihm welche geblasen. Manchmal liegen wir einfach nur da reden und kuscheln. Wir haben schon miteinander geduscht (oder er guckt mir beim Duschen zu), er hat mich massiert. Ich glaube wir gehen die Dinge einfach irgendwie langsamer an. Ich habe bei ihm nie das Gefühl, dass er etwas bestimmtes erwartet, wenn er bei mir ist. Was passiert und sich gut anfühlt, das passiert. Wenn wir nur reden und kuscheln ist das auch okay und er würde gefühlt nicht enttäuscht nach Hause gehen. Lange hat er sich gewünscht, dass ich ihm in sexy Sachen die Türe öffne. Aber das hatte sich nicht ergeben, weil ich vor unseren Dates meist abgehetzt aus der Arbeit gekommen bin. Und es fühlt sich bei mir immer nur danach an, wenn ich das von mir aus machen kann. Ich bin da komisch. Aber er nimmt mich ungeschminkt und zerzaust und gibt mir trotzdem das Gefühl megaattraktiv zu sein. Deswegen habe ich mich dann auch bei einem unserer letzten Treffen in Schale geworfen und das sexy Teilchen ausgepackt. Ist ein Geben und Nehmen. Ach es ist einfach entspannt mit ihm. Kann so bleiben. Nächstes Mal bin ich dann wieder mit kochen dran… Muss schon mal überlegen, was ich noch so vorzeigbar kann 🙂

Halterlose in der Jogginghose…

Eigentlich wollte ich jetzt einen anderen Beitrag schreiben – noch nachholen. Aber manchmal ergeben sich spontan Dinge. Ich hatte eine Woche viel gedatet und jetzt eine ruhige Woche. Zum einen weil ich meinen Tage habe, zum anderen macht es in der Taktung auch aus vielen Gründen keinen Sinn. Dann wird es willkürlich.

Ich habe gerade noch Tassen und Geschirr von meinem Balkontisch in die Küche geräumt. Vom Brunch. Der gestern Abend noch nicht auf meinem Plan stand. Ich hatte vorgestern auf der Rirarammelseite rumgesurft und bin über ein spannendes Urlaubsgesuch gestolpert. Profil angesehen, ein Like dagelassen und gedacht, dass das er eh schon ausreichend Post bekommen haben muss. Doch überraschenderweise hatte ich ein paar Stunden später eine Nachricht in meinem Postfach, dass ihn mein Profil angesprochen hat. Yeah. Läuft bei mir. Und nach ein wenig hin und her schreiben stellte sich heraus, dass er einen Tag später, also gestern, zufällig einen Termin in meiner Stadt haben würde. Kaffee-Date? Kaffee-Date. Ich wollte eh nicht so ewig arbeiten. Also verabredeten wir uns, weil es auch für ihn von der Lage her passt in meiner Standard-Neutraler-Boden-Location von vor meinem Umzug. Ruhiger Ort mit wenigen Menschen. Ich date zwar wieder, aber ich meide Orte mit vielen Menschen, wo ich kann.

Ich hatte keine Erwartungen, außer dass er meinen Kaffee bezahlt. Ich hatte ihm aber vorher schon gestanden, dass ich meinen Geldbeutel zu Hause vergessen hatte, ich Schussel. Kaffee lief gut, wir waren uns gleich sympathisch. Er Mitte 40, Anzug weil Chef, Typ zupackender aber herzlicher Chef, dunkle Haare, kräftige Figur, Lachfalten im Gesicht, risch getrennt. Wir waren uns handelseinig, dass wir das Urlaubsdate, dass er eingestellt hat in die Tat umsetzen wollen. Müssen dafür nur noch einen Termin finden. Ich hatte ihm vor dem Kaffee-Date schon gesagt, dass ich meine Tage habe, um keine Erwartungen aufkommen zu lassen. Er musste eh bald wieder weg zu seinem eigentlich Termin. Zum Abschied küssten wir uns. Er war am Abend noch auf eine Geburtstagsfeier eingeladen und bot mir an mitzukommen. Manchmal mach ich sowas, wenn ich wirklich sehr abenteuerlustig bin. Aber gestern fühlte es sich nicht danach an, mit jemandem den ich nicht wirklich kenne auf eine Party zu gehen mit ganz vielen Menschen, die ich ebenfalls nicht kenne. Er schrieb mir spät noch, ob er nicht noch heute vormittag auf einen Brunch vorbei kommen soll? Ach, warum eigentlich nicht. Endlichmal jemand der Brötchen mitbringt. Also räumte ich noch ein klein wenig auf vor dem Zubettgehen. Er wollte um 10 Uhr da sein. Wecker auf 8:30.

Meine Tage waren nur noch ganz leicht da, aber trotzdem noch da. Aber da ich ja nur Binden benutze (was ich seit 20 Jahren tue, weil irgendwas in mir sich gegen OBs wehrt) stellt mich das vor eine Herausforderung wenn es um sexy Klamotten geht. Ich behalf mir mit einer schwarzen Slipeinlage. Das Zeitfenster in dem das geht ist halt nicht superlange, oder ich muss öfter mal wechseln. Frauen-Problem-Gedöns – hausgemacht. Wir würden auf dem Balkon essen. Erst mal duschen und rasieren. Auch wenn ich nicht davon ausging, dass wir Sex haben würden, also klassisch. Das war so das Feel-Good-Programm für mich. Zusammenpassende Unterwäsche an -schwarz-silber mit Spitze. Der BH macht ein schönes dralles Dekollete. Darüber ein schwarz-rotes Oberteil mit tiefem Ausschnitt. Und ich hatte Bock auf Halterlose. Wobei ich merkte, dass ich da nochmal besser kaufen muss. Die fast ein wenig eng oben. Ich fühlte mich gut. Es sollte aber nicht so offensichtlich sein. Also drüber ein schwarze Jogginghose und einen bequemen Hoody und einen großen Schal. Wobei ich gemerkt habe, als ich noch den Müllraus brachte, dass wenn man genau guckt, sich die Halterlosen unter der Jogging-Hose abzeichnen. Keine Ahnung, ob das meinem Nachbarn, den ich im Gang getroffen haben aufgefallen ist.

Ich hatte gute Laune, deckte schon mal den Tisch ein. Dann kam er mit Semmeln und ein wenig Essen. Cooles Setting eigentlich. Erst gemütlich auf dem Balkon quatschen und Essen, den Ausblick genießen und dabei mal sehen, ob man in Laune für mehr ist. Das Wetter trug aber seinen Teil dazu bei, dass wir irgendwann vom Balkon aufs Bett wechselten. Ich habe drinnen keine Couch, deswegen das Bett. Manchmal blöd, dass für eine Zwischenstation kein Platz ist in meiner Wohnung. Aber so ist es. Wir legten uns aufs Bett und quatschten weiter. Es war schön entspannt. Tiefer Blick in die Augen, knutschen. Knutsch-O-Meter gibt grünes Licht. Er knutscht sehr gut. Rrrr. So nach und nach packte mich aus. Dafür die sexy Klamotten drunter. Nur ist es eher schwierig eine Jogginghose auszuziehen und die Halterlosen nicht mit runter zu ziehen. Das hat so medium geklappt. Mein Höschen blieb aus Gründen an.

Wir sind beide Switcher-Typen. Jeder könnte den Ton angeben. Er fing dominant an, irgendwann übernahm ich. Er mag auch Schmerzen an sich selbst. Das kenn ich gar nicht soviel auch dominante Männer, die das mögen. Vermutlich ist er masochistischer als ich. Das was ich mit seinen Nippeln so anstellen durfte, hätte ich mir von ihm nicht gefallen lassen. Ich durfte sehr hart zubeißen und zwirbeln und er genoss es. Sehr spannend.

So verbrachten wir zwei h auf dem Bett, zwischen Knutschen, Quatschen, Lachen, Kuscheln, Streicheln und Blasen. Er macht mich schon sehr heiß, aber für Sex war mein Kopf nicht entspannt genug, das hätte nirgendwo hingeführt. Dafür hatte ich Spaß beim Blasen. Das Wetter wird kälter, mein Kiefer knackte beim Blasen anfänglich die ganze Zeit. Guter Blaseschwanz, nicht zu groß. Er feedbackt wenig körperlich. War nicht einfach herauszufinden was ihm gefällt, aber auf der anderen Seite gab es scheinbar auch nichts, was so gar nicht geht. Bis er mich wissen ließ, dass er es mag wenn ich Geräuschvoll blase. Gar kein Problem, dann bekommt er das Saugen und Lecken eben auch zu hören. Oder wenn ich ihn mir tief in den Hals stecken, das Röcheln. Zwischendurch leckte ich noch genüßlich über seine Eier. Er genoss, aber geräuschlos. Ich blies so vor mich hin und verließ mich auf mein Gefühl. Da dachte ich mir plötzlich: „Huch woher kommt der Geschmack in meinem Mund?“ Er war völlig ansatzlos gekommen. Weder seinem Schwanz noch seiner sonstigen Reaktion hatte ich das angemerkt. Das hatte ich so auch noch nie.

Wir lagen noch ein wenig im Bett und kuschelten, dann musste er los. Ich werd mich jetzt dann dem zweiten Teil des Brunches widmen. Und noch ein wenig was essen. Eigentlich ein optimaler Start in einen gruselig kalten, verregneten Samstag.

Soap Opera die Zweite?

So viel zu schreiben, also viel zu lesen. Gut für euch 🙂 Dieses Mal nur eine ganz kurze Zwischengeschichte.

Pling. Mail in meinem Postfach.

„Schade, dass du mir damals keine echte Chance gegeben hast“ Absendername fühlte sich bekannt an, aber es klingelte überhaupt nicht bei mir wer das sein könnte.

Meine Rückfrage: „Sorry, es klingelt nicht. Hilf mir auf die Sprünge. Hast du mir jemals mehr über dich verraten“

Er: „Ja, hab ich. Nächtelang in meinem Bett 🙂 Und als du mich im Krankenhaus besucht hast.“

Hmm, verdammt. Ich war in seinem Bett? Ich kann doch nicht schreiben, dass ich mich gerade Null erinnere. Wie komm ich denn aus der Nummer wieder raus. Mal weiterfragen: „Wie war denn dein Nick auf der Rirarammelseite? sorry, ist schon echt voll peinlich für mich“

Er: „Wir hatten uns auf einem Stammtisch kennengelernt. Und mochten uns irgendwie. Und dann waren wir ein paar Mal bei mir. Du hast mir von deiner Studium Deadline-Panik erzählt und ich Dir von meiner gescheiterten Ehe :-)“

Haha, so langsam glaube ich, es macht ihm Spaß, dass ich so gar nix peile. Muss man sich an alle Männer erinnern, mit denen man im Bett war? Vielleicht das Zeichen, dass ich es in den letzten Jahren doch übertrieben habe. Aber so ganz im Hinterkopf dämmerte ein klein wenig was. Nachdem es noch zu meiner Unizeit gewesen sein muss, ist es doch schon bestimmt 5 Jahre her. Weiterfragen auch wenn ich mich echt total schäme: „In welchen Stadtteil hast du damals gewohnt?“

Er verriet mir den Stadtteil. Und ich erinnere mich wieder wie ich zu ihm gefahren bin. In meinem Kopf klingelt irgendwas mit cooler Küche. Warum auch immer. Allerdings habe ich zu ihm immer noch so gar kein Bild im Kopf. „Warum ist unser Kontakt abgerissen?“#

Er: „Das kostet dich mindestens einen Drink“.. Dann dämmerte mir was mit Klinik in der Stadtmitte. Treffer. Und ich durchforschte nach dem dazu passenden Blogeintrag um meinem Gedächtnis endgültig auf die Sprünge zu helfen. Manchmal ist mein Leben wie eine Soap Opera. Ohne mein Blog wäre ich wirklich aufgeschmissen gewesen. Ich las mich durch meinen Eintrag und musste sehr schmunzeln. Das mit dem Kleid und dem teuen Italiener hatte ich ja völlig verdrängt. Ja das war eine wirklich sehr wilde Zeit. Und auch schon 6 Jahre her. Krass wie die Zeit vergeht. Wir rekapitulierten, dass wir nie miteinander geschlafen hatten, dass unser Kontakt abgerissen war, weil er sein Leben erstmal sortieren musste und ich noch voll im Uniabschluss-Stress war.

Aber was ein mega Kompliment, dass er sich auch nach 6 Jahren an mich erinnert und mich anschreibt. Wir verabredeten uns auf einen Drink (Den ich ja bezahlen darf :-)) In meinem Blog hatte ich ja auch geschrieben, dass er sensationell küssen kann. Ich hoffte, dass wir das nochmal auffrischen würden.

Ich taufe Manuel in Marco um, das passt besser. Marco und ich trafen uns im Biergarten. Er sieht in der Tat noch so aus wie vor 6 Jahren – unverändert gut, also sehr gut. Wir hatten viel zu reden, schließlich waren ja auch 6 Jahre vergangen, die sowohl in meinem Leben, als auch in seinem Leben für einige Veränderungen gesorgt hatten. Ich habe selten jemanden getroffen, der so selbstsicher und so unsicher zu selben Zeit ist. Ich kann gar nicht erklären, woran ich das festmache. In Liebesdingen hat er auch weiterhin kein gutes Händchen gehabt. Aktuell ist er wieder solo. Wir unterhielten uns bis der Biergarten schließen wollte. Dann liefen wir zur Ubahn. Und wir küssten uns. Fuck ja, er kann einfach wirklich so geil küssen. Ich habe nicht übertrieben. Wir knutschen wie ein Teenie-Pärchen. Macht Lust auf mehr. Sehr viel Lust.

Doch nun ist das schon wieder ein wenig her. Und ich habe da fast schon ein Dejavu. Mal sehen, ob ich ihn nicht doch eher wieder mal aus einer Kneipe einsammeln werde. Ich glaube, er hat gerade wieder nicht die beste Phase in seinem Leben. Vielleicht soll das einfach so sein. Ich würde das tun. So wie vor 6 Jahren auch.

Unvorbereitet nach Hause mitgenommen…

Das war noch vor meinem Urlaub.

Ich hatte mal wieder ein Date. Die Anzahl seit Corona ist vernünftigerweise sehr überschaubar. Aber das Daten, im Sinne von jemanden treffen, ergründen, flirten, reden und lachen ist mir wirklich abgegangen. Das Date war gar nicht intendiert. Derjenige hat mich glaube ich zum ersten Mal vor 5 Jahren auf Grund des Blogs angeschrieben. Liest also schon lange mit. Ist aber nie was draus geworden außer ein paar Zeilen hin und her. Dann ergab es sich, dass er mich in der richtigen abenteuerlustigen Laune erwischte und ich einem Date zustimmte. So wie es für nicht vereinbarte Dates oftmals keinen besonderen Grund gibt, außer „es passt gerade nicht“, so ist es anders herum auch. Soll heißen, man sollte das durchaus nicht immer persönlich nehmen im Dating-Game. (Was ich mir in der Tat auch ab und an wieder hinter die Löffel schreiben sollte). Manchmal entscheidet einfach der Zufall über Date oder No Date.

Nach langem Vorlauf, jetzt also ein Go. Also ab in den Biergarten bei mir ums Eck – Erwartungen keine, außer ein kühles Getränk und ein Gespräch. Und das Beste an „man hat keine Erwartungen“ ist, dass man dann gleich mal positiv überrascht werden kann. So geschehen als er vor mir stand. Huch, niedlich dachte ich. Er war mein Typ. Das könnte ein guter Abend werden. Mal wieder ein Berater, mein altes Beuteschema. Aber er war nicht so klischeeig. Ich muss noch dazu sagen, dass ich beim Date ein Bayern-Trikot trug. Ich war an dem Tag mit dem Trikot in der Arbeit gewesen und hatte mich danach nicht mehr umgezogen. War nach dem Finaleinzug, glaube ich. Wenn er mich damit (hin) nimmt, dann kann ja eigentlich nix mehr schiefgehen. Aber ich Vollheld hatte meinen Geldbeutel zu Hause vergessen. Was mir wirklich peinlich war, weil ich mich ja nicht aushalten lassen wollte. Er nahm es ganz locker hin, ich schämte mich ein wenig.

Er hat mich zu Beginn des Dates voll viel über mein Blog ausgequetscht. Nach dem Motto „Die große Bloggerin“, was mir schmeichelte, aber Quatsch ist. Aber er gab mir dadurch easy ein gutes Gefühl. Ich konnte von mir erzählen, cooles Gespräch. Aber ich bin ja auch an meinem Gegenüber interessiert, so dass es nicht einseitig blieb. Ich hab gerade Probleme einen Namen für ihn zu finden: Mr. Berater, auch wenn ihm der nur so medium gerecht wird. Ich finde, wir hatten ein spannendes Gespräch schon allein deswegen hat es sich gelohnt mich mit ihm zu treffen. Er war auf Termin in meiner Stadt und hatte in meiner Ecke ein Hotelzimmer gebucht.

Ich welcher Laune auch immer ich auf die Idee kam, dass ich ihn fragte, ob er noch mit zu mir kommen will. Geilheit vermutlich, weil meine Wohnung war Null überhaupt nicht auf Besuch eingestellt. Also eigentlich lag viel Zeug rum, Klamotten, Küche nicht aufgeräumt. Wie es halt so nach ein paar Tagen aussieht, wenn man sich nicht kümmert. Aber ich hatte Lust auf ihn. Und wollte ihm meinen Balkon mit der grandiosen Aussicht zeigen. Ich hatte da die Blowjob bei den Lichtern der Stadt-Nummer im Kopf.

Er hatte allerdings anderes im Sinn. Wollte mich verwöhnen. Memo an mich selbst – das ist nächstes Mal der Moment in dem du aufstehst und einfach schnell in die Dusche verschwindest. Ist ja auch nicht so schwer eigentlich. Oh Mann.

Ich hatte unsexy Unterschwäsche an, war nicht rasiert und nicht geduscht. Ich verstehe ja auch nicht was mich geritten hat. Wenn ich an diesen Abend zurück denke, dann fällt mir als erstes ein „O Gott, hoffentlich hat meine Muschi nicht super doof geschmeckt…“ Ich schäme mich für meine unaufgeräumte Wohnung und mein unaufgeräumtes Selbst. (Bei allen Dates danach habe ich das besser hinbekommen) Er schaffte es mir einen Orgasmus zu lecken. Und wollte keine Revanche, was mich ja am Allermeisten aus dem Konzept brachte und ich bis heute eigentlich nicht verstanden habe. Wollte mich lecken, aber ich durfte nicht blasen. Sehr schräg. Mein Kopf sagte gleich: „Ohje, du bist nicht sein Typ, hast verkackt“. So endete unser Abend mit so ein paar Fragezeichen in meinem Kopf. Aber wir schreiben noch und ich hoffe er kommt mal wieder. Ich würde jedenfalls gerne noch einen besseren Eindruck hinterlassen. Er hat mich quasi in der Joggingbuxe schon genommen, also bekommt er mich dann in der sexy aufgerüschten Version. Das Angebot steht.

Kein Sex für Intoleranz

Mein Date ist vor 5 Minuten gegangen. Unverrichteter Dinge. Besser ist das.

Ich hatte den Abend nicht verplant. Irgendwann ploppte über die Rirarammelseite eine Nachricht auf, ob ich Lust auf ein Date haben würde. Manchmal bin ich in Laune mich auf zufällige Begegnungen einzulassen, ohne ewiges hin und her schreiben. Ist oft cool gewesen, manchmal funktioniert es aber halt auch nicht.

Entgegen meiner Gewohnheit habe ich den neutralen Boden weggelassen und ihn zu mir auf den Balkon eingeladen. Nervt mich selber auch ein wenig. Aber mein Haus ist relativ anonym. Er weiß trotzdem er in meiner Wohnung war nicht mal meinen Namen. (Weil der Hausmeister lustigerweise den falschen Namen an meine Tür gehängt hat.) Aber ja, er weiß wo ich wohne. Lasse ich nicht zur Gewohnheit werden. Ich sagte er kann gern auf einen Ratsch und ein Bier kommen, ob ich für mehr in Laune bin, weiß ich nicht. Nur um mal die Fronten vorher zu klären.

Da stand er also da, tätowierter kurzhaariger Mann. Ganz normaler Typ, alles fein. Hat drei Bier mitgebracht. Wir gingen auf den Balkon genossen die Lichter der Stadt und redeten ein wenig. Eigentlich war mir nach wenigen Sätzen klar, dass wir nicht ganz dasselbe Bildungsniveau haben. Er war nicht dumm, aber anderes Milieu. Merkt man manchmal eben daran, wie jemand Dinge ausdrückt. Aber mir macht das ja nichts, ich finde immer erst mal jeden spannend. Jedenfalls tranken wir das Bier, das er mitgebracht hatte. Nach ein paar Schluck und ein klein wenig Gespräch, legte er mir dann gleich den Arm um die Schulter. Ich war über das Tempo erstaunt, aber hatte nichts gegen Kuscheln einzuwenden. Dann zwei Schluck Bier später macht er Anstalten mich zu küssen. Ich war erstaunt, aber ließ es zu. Ab da wusste ich eigentlich schon, dass vermutlich nicht so viel mehr laufen würde. Er gehörte zu den reinen Zungenküssern. Also Münder auf einander und die Zunge macht Dinge. Immerhin kreiste sie nicht im immer selben Takt in die immer selbe Richtung, aber so viel besser war das Küssen ohne Lippeneinsatz trotzdem nicht. Ich machte das ein bißchen mit, bis ich mich mit dem Verweis, dass ich noch meine Flasche Bier in der Hand halte aus dem Kuss befreite.

Danach nahm ich wieder das Gespräch auf. Mir war es einfach für etwaiges anderes noch zu früh und ich war mir eh nicht sicher was ich davon noch wollte. Ich hatte an keiner Stelle Angst nicht Herr der Lage zu sein. Also einfach mal weiter reden. Dann stellte er die fatale Frage, was ich denn beruflich mache und ich verriet ihm meinen Studiengang. Der Auftakt für die folgende politische Diskussion. Da waren schon wirklich wilde Theorien dabei. Aber ich ließ mich auf alle Diskussionen ein und hinterfragte immer, wie er denn darauf käme. Vom Wahlsystem in den USA gelangten wir irgendwann zur deutschen Politik. Und er stieg damit ein, dass die meisten keine Ahnung hätten und hier über viele Entscheidungen gar nicht diskutiert würde.., Wenn man nicht Mainstream sei, dann dürfe man doch gar nicht sagen was man meine… Nur die Mehrheitsmeinung würde akzeptiert, eben linksgrün.. (worauf hin ich fragte, welche Partei denn aktuell den Kanzler stellen würde).. Die Kanzlerin, die ja eingesperrt gehört, aber scheinbar gegen alle was in der Hand habe, weil niemand sie anklagt.. 2015… Da war mir dann wirklich klar aus welcher Ecke er kommt. Aber ich nahm ihn Ernst, diskutierte einfach sachlich alle Dinge, die er so sagte. Am Ende musste er mir immer mal Recht geben, zum Beispiel, dass auch er woanders hingehen würde, wenn er keine Perspektive hätte, dass es den Deutschen auch nicht gelungen war sich selbst von Hitler zu befreien, sondern die Alliierten gebraucht haben, als Entgegnung, dass die Syrer sich halt mal eben von Assad befreien sollen..

Eben die ganze Latte an Geschwurbel, das da so im Umlauf ist. Am wenigsten mochte ich den Überlegenheitsglauben weißer Menschen, der mitschwang. Aber wir diskutierten bis zum Ende sachlich. Aber er merkte auch, dass er die Diskussion nicht gewinnen würde. Ich hatte fast schon Spaß daran mich an all den kruden Thesen mit Argumenten abzuarbeiten. Ich hatte ihm auch nicht verraten, dass ich mal für ein Flucht- und Migrationsprojekt Vorträge gehalten und Diskussions-Workshops geleitet habe. Daher auch die Haltung, Argumente erst mal Ernst zu nehmen.

Irgendwann kletterte er von meinem Sofa, zog sich die Schuhe an und sagte, dass er nun besser gehen würde. Ich brachte ihn noch zur Türe und verabschiedete mich. Immerhin reichte es zur Erkenntnis, dass da nix mehr laufen würde zwischen uns. Und er nahm es mir ab ihn hinauskomplimentieren zu müssen. Jetzt trinke ich das übrige Bier. Auch wenn, die zufällige Begegnung nicht sehr erfolgreich war, eigentlich mag ich es mich auf ganz unterschiedliche Menschen einzulassen. Und wenn ich was Positives mitnehmen soll aus dem heutigen Abend, dann dass ich argumentativ noch auf der Höhe bin. Und kein Sex für Afdler.

Es ist kompliziert…

Der August naht und ich habe deutlich weniger Termine als sonst. Vielleicht gelingt es mir ja wirklich mich an die Buchversion zu setzen. Der Vorsatz steht. Und ich bin jedenfalls mal wieder deutlich produktiver, was Texte schreiben angeht, als die vergangenen Wochen.

Ich bin nun seit sechs Jahren Single. Sechs Jahre ohne die Verpflichtungen und Kompromisse die man mit einer Beziehung eingeht. Zumindest würde ich das in einem ersten Impuls so glauben. Ich gehe ja in meinen Affären irgendwie auch Kompromisse ein. Manchmal hinsichtlich der Kommunikation, manchmal wegen der Zeit, die man gemeinsam verbringt. Warum denke ich darüber nach?

Ich hatte vor einer ganzen Weile aus einem Gefühl heraus auf meinem Joy-Profil einen Text verfasst, der die Überschrift trägt „Ich wäre mal wieder für etwas Beständiges bereit“. Also eine Beziehung (wie auch immer geartet, nur nicht monogam). Mit gegenseitigen Freiheiten, Offenheit, aber doch als Team zusammen – grob zusammengefasst. Jedenfalls schrieb mich vor einer Weile ein Mann an, ziemlich explizit auf diesen Text hin. Er hätte ihm gefallen, daran sei er interessiert. Es brauchte eine Weile bis wir uns wirklich getroffen habe. Er war hartnäckig geblieben, zeigte Interesse. Am Anfang war ich skeptisch, weil er mich immer auf seine Terrasse einlud. Ich mache eigentlich nie erste Dates, die nicht auf neutralem Boden sind. Wir einigten uns darauf, dass ich bei ihm vorbei komme und wir dann in seinem Ort etwas trinken gehen würden. Das war akzeptabel für mich. Also doch neutraler Boden.

Er hatte mich vor dem Date schon gelöchert, wie dass denn mit meinen aktuellen Affären so sei. Wieviele es gäbe? Wie das Verhältnis zu Mr. Bondage sich so gestaltet? Mich hatte schon lange nicht mehr jemand dazu gebracht darüber nachzudenken, ob und vor allem wie ich mir eine Beziehung vorstellen kann. Und beim drüber Nachdenken und mir Vorstellen habe ich schnell gemerkt, dass ich es mir schon auch sehr gemütlich eingerichtet habe in meiner Singlewelt. Ein wenig wie die alten schrulligen Singles, die nicht mehr vermittelbar sind, weil sie sich schon so viele schräge Eigenheiten angewöhnt haben zwischenzeitlich.

Wir trafen uns. Ich finde er ist ein interessanter Mensch und ich will mich gerne mit ihm beschäftigen. Er ist um die 50 Jahre alt, aber jung geblieben, was man zwar seinen grauen Haaren nicht unbedingt ansieht. Ein attraktiver Mann. Ich nenne ihn Mr. Beziehung. Er wohnt in etwa 70 Kilometer von mir weg. Um mal so die harten Fakten abzuklappern. Er kommt aus bisher ausschließlich monogamen Beziehungen und ist auch eher der Beziehungs- als der Wildrumvögel-Typ. Aber er ist wirklich interessiert daran, wie ich mein Leben lebe. Er sagte, dass er mir das Freiheiten zugestehen glaubt. Dass ich den Eindruck vermittle, es ernst zu meinen mit dem wie ich leben will. Da liegt er sehr richtig.

Aber schon an diesem Punkt war spürbar, dass wir aus zwei ganz verschiedenen Richtungen kommen. Er klopfte schon beim Kennenlernen ziemlich genau ab, wie ich mir was vorstelle. Also wen es da sonst noch gibt. Wie das funktionieren soll mit den anderen. Das fühlte sich für mich nach der falschen Reihenfolge an. Vielleicht würde es zwischen uns eh nicht fliegen, dachte ich. Also ich war eher so, ach lass uns mal sehen, ob sich Gefühle entwickeln, dann verhandeln wir darüber, wie und mit welchen Bedingungen sich eine Beziehung entwickelt. Er wollte gefühlt vorher genau wissen, worauf er sich einlassen würde im Falle des Falles. Noch bevor er überhaupt herausgefunden hat, ob ich nicht vielleicht eh doof und nicht sein Typ bin.

Aber das brachte mich natürlich auch unfreiwillig dazu darüber nachzudenken, wie ich mir eine Beziehung vorstellen kann. Puhh. Was ich sicher weiß, meine Freundschaft zu Mr Bondage ist nicht verhandelbar. Sonstige Affären: Müssen ja nicht. Keine Clubbesuche mehr, fänd ich eher schwierig. Die Frage, die in meinem Kopf die meisten Zweifel auslöste, ob ich denn für eine Beziehung wirklich bereit wäre war, dass ich in nächster Zeit vermutlich die Möglichkeit habe mit jemandem spontan zu verreisen. Ich habe das Gefühl, das wäre für eine potentielle Beziehung deutlich weniger wahrscheinlich, dass man sich das zugesteht, als mit jemandem Sex zu haben. Ich genieße es schon sehr dahingehend unabhängig zu sein und so spontane Dinge tun zu können. Das ist sehr schräg. Ich weiß.

Unabhängig davon lagen wir bei ziemlich vielen Themen auf einer Wellenlänge. Es war ein schönes anregendes Gespräch. Mit Wiederholungs-Garantie. Am Ende küssten wir uns noch auf seinem Balkon. Es war schön. Auch wenn er küsst, wie Männer seiner Generation küssen. Zumindest ist das meine Erkenntnis nach jetzt doch so ein paar Männern, die ich im Laufe der Zeit geküsst habe. Gilt nie für alle. Aber überwiegend küssen die Männer seiner Generation eher zu fordernd, zu viel Zunge, zu viel gleich aufs ganze gehend, zu wenig Gefühl

Wir trafen uns ein paar Tage später ein weiteres Mal. Zwischendurch fragte er immer, was ich sexuell so angestellt hatte. Das schien ihn zu beschäftigen und mich irritierte es. Ich war ihm ja keine Rechenschaft schuldig. Wir hatten uns erst einmal gesehen. Aber wenn er mich fragt, dann beantworte ich seine Fragen auch. Bevor wir uns wiedersahen, fragte ich ihn, ob ich ihn an diesem Abend so küssen dürfe, wie es mir gefällt. Er war vermutlich irritiert, aber stimmte zu. Ich erklärte mich auch gar nicht näher. Das ich das ausgesprochen hatte war auch für mich selbst ein Zeichen, dass er mir wichtig war.

Auch der zweite Abend war schön. Ich musste auch dieses Mal wieder heimfahren, weil ich arbeiten musste am nächsten Tag, so dass wir nicht unendlich viel Zeit hatten. Wir gingen wieder essen und redeten viel. Dann landeten wir auf seiner Couch. Ich hatte meine Tage immer noch leicht. Das war sehr nervig, weil ich sie in letzter Zeit immer über einen relativ langen Zeitraum habe. Es war nicht richtig arg, aber so dass ich es zumindest thematisiert haben wollte und ihm auch sagte. Wenn man sich besser kennt, dann ist das kein Problem. Aber so beim ersten Mal sind es denkbar ungünstige Startvoraussetzungen. Da hilft auch alles beteuern des Mannes nichts, dass er es nicht schlimm findet. Ich fühle mich dann einfach eingeschränkt. Aber wir begannen zu knutschen und ihn trieb natürlich meine unterschwellige Kritik an seinem Knutschen um. Aber er nahm es mit Humor und sagte, dass ich frech sei. Und dann durfte ich ihn so küssen, wie ich es mag. Verspielter. Langsamer. Es war schön. Ich glaube es gefiel ihm auch. Bevor es ernst wurde verzog ich mich mal kurz ins Bad um die aktuelle Periodensituation abzuchecken. Unproblematisch. Ich zog es vor gleich nur noch im Höschen wiederzukommen.

Aber meine Tage sorgten dafür, dass ich lieber gab als nahm, an diesem Abend. Was ihn ein wenig quälte, weil er auch lieber gibt. Die Kopfmenschen halt. Erst mal geben, da muss man den eigenen Kopf nicht aus bekommen. Aber ich schaffte es ihm einen Orgasmus zu blasen, was ihm seiner Aussage nach noch nicht oft passiert ist. Yeah. (innerlicher Eckfahnenjubel an dieser Stelle). Mein Kopf wollte sich an dem Abend nicht fallen lassen. Für mich überhaupt nicht weiter wild. Das habe ich meistens, wenn ich mit jemandem was anfange, den ich noch nicht gut kenne. Ich bin ja eher mehr so der Typ für Two-night-Stands 🙂 Ich machte es mir mit seiner Unterstützung selbst. Yeah gekommen.

Eigentlich alles palletti. Soweit. Aber er kennt meinen Blog. Und fragte gleich am nächsten Tag, ob ich denn schon gebloggt habe. Nein, weil ich an dem Tag keine Zeit und Muße gehabt habe. Woraufhin er nachschob: „Nicht Blogwürdig?“ Das war zwar als Witz gemeint, aber ich spüre, dass ein Funken Ernst drunter liegt. Das Vergleichen, Nachlesen. Ich weiß gar nicht, ob das jemals funktionieren kann. Vielleicht kann ich so lange ich blogge keine Beziehung haben. Weil es ist ein Teil von mir, den zu verschweigen ich krass fände, aber mit dem Blog wird das gefühlt auch echt nicht möglich sein. Wir zofften dann auch gleich noch ein klein wenig, da ich das letzte Cluberlebnis gleich gebloggt hatte (noch vor seinem Eintrag jetzt)

Ich bin in den Club losgezogen, an einem Abend an dem er mir gesagt hat, dass er auf eine Party geht. Da dachte ich: Okay, er ist beschäftigt, dann gucke ich mal, was ich anstelle. Ich hatte ihn zuerst gefragt, wie er denn seinen Abend geplant hat. Er warf mir am nächsten Tag vor, dass ich ihn nicht gefragt hatte, ob er mit mir in den Club gehen will. What?? Warum sollte ich das denn fragen, nachdem er mir gesagt hat, dass er schon was vorhat. Das ist mir irgendwie zu hoch. Solche Diskussionen kenne ich sonst nur mit Frauen. Er hatte mit keiner Silbe angedeutet, dass er sich auch etwas anderes hätte vorstellen können. Oh Mann. Keine Ahnung, ob und wo das noch hinführt mit uns zwei. Wir haben uns auch seitdem nicht mehr gesehen.

Vielleicht haben wir doch ein paar Missverständnisse in unserer Kommunikation. Vielleicht will er sich der Freiheitsliebenden Frau nicht aufdrängen und ich denk mir, dass er schon sagen muss, wenn er etwas will. Mal sehen, wie das noch weitergeht.

Dates, die nicht so laufen wie geplant..

Wer Cliffhanger nicht mag, sollte erst lesen, wenn der nächste Eintrag kommt 🙂 Mir ist die Zeit davon gelaufen hinten raus..

Ein Wochenende ohne feste Termine. Das kommt gar nicht so oft vor. Ich genieße das gerade. Gestern Abend hatte ich noch spontan ein Date. Wir wollten auf einen Drink, offen für alles was kommt. Wir hatten uns ganz gut unterhalten. Er schlug vor noch ins Pornokino zu gehen. Weil es praktisch war. Jenes Pornokino, wo ich ein paar Tage zzuvor schon mal war. Wir standen vor der Tür und wollten den Eintritt bezahlen. Da guckte die Dame an der Kasse (eine andere als beim letzten Mal) durchs Fenster und zeigte auf ein Schild auf dem Stand, dass es heute den Dresscode Business-Hemd gab. Wir beide waren normal angezogen und trugen Jeans und Sneakers. (Steve Jobs hätte gut zu uns gepasst). Wir waren sehr ordentlich gekleidet (ich für meine Verhältnisse sogar noch eher schick) und nicht betrunken. Sie ging dann wieder weg und beachtete uns gar nicht mehr. Sie wollte uns wirklich nicht reinlassen, so wie es aussah. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass in dem Laden zu viele Frauen waren. Ich war wirklich erstaunt, dass sie uns, obwohl wir als Paar kamen nicht reinlassen wollte. Eigentlich fand ich es sogar ziemlich idiotisch. Ein paar Tage zuvor hatte ich noch den halben Laden entertaint und nun kam ich nicht rein. Wir wollten nochmal nachfragen, ob sie das ernst meint und sie sagte nur: „Wir diskutieren nie.“ Wow, der Laden muss sich das ja leisten können. Es ist echt ein hartes Gefühl aus optischen Gründen abgelehnt zu werden. „Du bist es nicht wert, du reichst nicht aus um in dieses Pornokino zu kommen.“ Das erinnert mich wieder daran warum ich in meiner Sturm und Drang-Zeit nicht versucht hatte in irgendwelche IN-Clubs zu kommen oder mal ins P1 gegangen wäre. Ich wollte mir ersparen, dass mir jemand mitteilt, dass ich nicht zur optischen Elite gehöre. Das nagt heute noch ein wenig an mir. Naja, da hab ich mal wieder was gelernt. Es ist also der Day-after-ich-komm-nicht-mal-ins-Pornokino-rein.

Es sind ja noch so ein paar Artikel offen. Gewünscht war der Blog zu Hirn wegeknutscht.

Ich habe einen Single-Mann gedatet. Kam ja nicht so oft vor in letzter Zeit. Deswegen wollte ich es mal extra erwähnen. Wobei ich unser erstes Date ja grandios verkackt habe. Es gibt so Tage, da steht man irgendwie neben sich. Der Tag unserer Dates begann damit, dass ich in der Arbeit ankam und dann feststellte, dass ich meinen Hoodie falsch herum angezogen hatte. Ja genau, mit der Mütze vorne. War wohl noch im Halbschlaf gewesen, als ich aus dem Haus gegangen bin. Zu meiner Verteidigung muss ich sagen, dass die Naketano-Hoodies eh so eine breite Halskrempe haben… Ich habe mich schlapp gelacht, die Kollegin sich auch. Am Abend wollten wir uns zum ersten Mal treffen. Auf einem Weihnachtsmarkt in der Stadt nahe seiner Arbeit. Eigentlich war mein Plan, nach der Arbeit schnell zu Hause vorbeizufahren und mich noch umzuziehen. Ein wenig besser also im Hoodie wollte ich dann schon angezogen sein. Aber ich musste furchtbar lange arbeiten an dem Tag. Wollte trotzdem nicht im Hoodie dahin und entschied mich doch noch schnell zu Hause vorbeizufahren. Also sagte ich ihm, dass es später werden würde. Ich ärgerte mich, dass ich morgens noch nicht so weit gedacht hatte und mich gleich ordentlich angezogen hatte. Ich zog mich um und fuhr los Richtung Stadt. Haare waschen war sich nicht mehr ausgegangen, also wollte ich meine Mütze anbehalten, die ich den ganzen Tag schon aufhatte. So der Plan. Als ich mit dem Auto an der U-Bahn ankam, stellte ich fest, dass ich meine Mütze zu Hause liegen gelassen hatte. Fuuuuuck. Ich hatte noch eine andere Mütze im Auto, aber die trug ich nicht oft. Puuhh. Also die semicoole Mütze auf und los. Gerade als ich in die U-Bahn runter wollte, stellte ich fest, dass ich meinen Geldbeutel im Auto liegen lassen hatte. Nochmal den ganzen Weg zurück zum Auto. Ich hasse zu spät kommen. Als ich dann endlich in der U-Bahn saß schickte ich ihm meine aktualisierte Ankunftszeit. Worauf hin er schrieb, dass das doof sei, weil er früher weg muss, da er Bandprobe haben würde. Na super. Jetzt war ich schon unterwegs. Wir einigten uns auf einen kurzen Kaffee in seiner Arbeit. Auf dem Weg zu Mr. Band musste ich einmal umsteigen. Und stieg prompt in die falschen U-Bahn ein. FUHUUCKK. Es soll wohl nicht sein. Der Tag war so verflixt. Irgendwann kam ich voll abhetzt am Treffpunkt an und er stand da und sah umwerfend aus in seinem Anzug. „OHH NEIN, das wird nie was. Voll verkackt.“ Ich war mir sicher, dass er mich nie wiedersehen will. Wir quatschten 20 Minuten, dann musste er los. Ich hatte es echt vergeigt. Vielleicht wäre Absagen und einen zweiten Anlauf in Ruhe besser gewesen. Aber es war so Remi-mäßig mitten aus dem Leben, immer unterwegs. Immerhin war ich es pur. Nett und ein klein wenig chaotisch zuweilen. Das Gespräch war ganz nett. Er hatte ein umwerfendens Lächeln. Trotzdem fuhr ich frustriert nach Hause. Abhaken. Dachte ich…

Bei seinem Foto schaltete es mein Hirn aus…

Noch zu schreiben (ich führe meine Liste fort)

  • Verrückter Italiener und die Familiengründung
  • Silvester allein im Club
  • Vorweihnachtliches Wiedersehen mit dem Tech-Nerd
  • Hirn rausgeknutscht
  • Strahlende Remi-Augen am Flughafen
  • Spätnachts bei Mr. Gentleman
  • Das H-Problem, das zum A-Problem wird
  • Performing under pressure

Immer noch so viele Artikel vor mir. Und vorne weg muss ich noch was loswerden, was mir im Kopf rumgeistert. Mich ein wenig ärgern, dass ich eitel war. Wenn man über Sex bloggt, dann möchte man in den überwiegenden Fällen, dass nicht die ganze Welt weiß, wer dahintersteckt. Nicht weil ich nicht zu dem stehen könnte, was ich tue, sondern weil es doch noch gesellschaftliche Konsequenzen nach sich ziehen kann. Mit jedem neuen Menschen, den ich treffe, dem ich meine Nummer gebe, weiß ein Mensch mehr wer hinter diesem Blog steckt. Ich glaube die meisten Menschen wollen mir gar nichts Böses. Aber manchmal gibt es doch ein paar, deren Ansinnen nicht freundlich ist. Es sind zwar wenige, aber auch ich hatte schon den ein oder anderen Troll, der unfreundliche Nachrichten da lässt. Ich schwanke immer, zwischen vorsichtig sein und Menschen erst einmal Vertrauen entgegenbringen. Eine meiner Prämissen ist auch, dass ich alle Menschen versuche fair zu behandeln. Aber ich kann bei Weitem nicht alle Menschen (Männer) treffen, die mich gern kennenlernen würden. Da bleiben viele übrig, vermutlich der ein oder andere auch enttäuscht.

Warum schreibe ich das? Weil ich glaube auf einen Fake hereingefallen zu sein. Weil ich mich zwei Mal in kurzer Zeit habe an der Eitelkeit packen lassen. Einmal von dem der mich vor dem Club versetzt hat und nie wieder auch nur einen Laut von sich gegeben hat. Und von noch jemandem. Eine supernette Mail. Stellte sich als Typ Mitte 40, gut gebildet dar. Lese schon lange meinen Blog, würde so gerne die Frau dahinter treffen, griff ein Thema daraus auf und teilte meine Meinung. Tolle Mail. Ich treffe mich natürlich gern mit Menschen, die mir das Gefühl vermitteln, dass sie an mir als Person interessiert sind. War sehr verlockend. Wir sprachen schon über einen Termin für ein Essen, er schickte ein Bild mit. Krass, was ein schöner Mann. Alarmsirenen hätten klingeln können. Aber alles klang plausibel. Ich schwanke immer zwischen „der ist einfach eine Liga über dir“ und „stell dich nicht so an und verkauf dich immer unter Wert, du bist ein interessanter Mensch, na klar kann dich auch ein sehr schöner Mann treffen wollen“. Er wollte überhaupt kein Foto von mir. Sagte, dass er nicht unbedingt eines müsse, aber natürlich schon auch sehr gespannt ist wie ich aussehe. Zwischen unseren Mails lagen in etwa immer 24 h. Ich schickte eines. Ein ganz harmloses normales. Er weiß auch außer meinem Vornamen nicht viel von mir. Als dann nach 24 h keine Antwort kam, fing es an in mir zu arbeiten. Dachte ich nochmal über alles nach. Sah mir das Foto nochmal genau an. Könnte auch ein Stockfoto sein. Hab versucht es zu googlen. Seit ein paar Tagen lässt jemand mit unterdrückter Nummer einmal am Tag mein Handy klingeln. Ich in diesem Kontakt meine Telefonnummer nicht verraten. Aber kann ja sein, dass er/sie sie ja von einem anderen Mal hat. Kann sein, dass beides Zufall ist.

Objektiv erstmal nicht viel passiert, außer dass ich jemandem ein harmloses Bild geschickt habe, vor nicht mal 48 h. Aber ich ärgere mich trotzdem drüber. Darüber, dass sich mein Hirn bei dem Foto ausgeschaltet hat. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich nie wieder was hören werde. Aber es lässt mich ein klein wenig misstrauischer sein allen anderen gegenüber. Das ist doof und will ich gar nicht.

Ich verspreche ich schreibe gleich noch einen Beitrag, wo ich eines der Erlebnisse aus meinem Themenspeicher verblogge.

Versetzte Single-Frau allein im Club

Kurze Memo was ich noch alles schreiben will:

  • Verrückter Italiener und die Familiengründung
  • Silvester allein im Club
  • Allein im Club weil versetzt… hach ja Pärchenabende, wenn du nicht die Bi-Nummer willst..
  • Vorweihnachtliches Wiedersehen mit dem Tech-Nerd
  • Hirn rausgeknutscht
  • Strahlende Remi-Augen am Flughafen
  • Spätnachts bei Mr. Gentleman
  • Das H-Problem, das zum A-Problem wird.

Oh Mann, wann soll ich das denn alles schreiben? Vor allem muss ich ja ab morgen wieder arbeiten. Wenn ich frei habe, habe ich Zeit zu schreiben, aber auch Dinge anzustellen. Worüber ich dann noch viel mehr schreiben könnte. Ein Dilemma.

Zwei Dinge noch vorneweg. Ich spare mir den Jahresrückblicks-Artikel. Kurzversion ist. Spaß gehabt, unfassbar tolle Dinge erlebt, weil andere Menschen sie mir ermöglicht haben, immernoch Single (meistens zufrieden damit), Job läuft super (schränkt nur die Freiheit ein), habe nicht abgenommen, sondern wiege dasselbe wie letztes Jahr auch. Bin dankbar für die Menschen, die mich auf meinem Weg begleiten.

Manchmal fragen mich Menschen, ob sie mir was schenken dürfen, manchmal denken sie dabei an Unterwäsche, manchmal an andere Dinge. Erst fand ich die Vorstellung befremdlich, von Unbekannten etwas anzunehmen. Zudem noch logistische Gründe dagegen sprechen und dass ich versuche nicht super viel zu konsumieren. Aber ich habe eine Weile drüber nachgedacht, ob ich etwas annehmen würde. Wenn es jemand ohne Hintergedanken tun will, dafür dass ich ihm mit meinem Blog eine schöne Zeit beim Lesen schenke und er sich für meine Zeit, die ich ja auch wirklich ins Schreiben reininvestiere bedanken will, dann würde ich es auch annehmen. Manchmal will ich mich auch bei Menschen bedanken einfach nur so. Aber wie soll das gehen?

Eine Amazon Wishlist kommt nicht in Frage, weil ich nicht Dinge nicht um des Besitzenwillens haben will. Praktische Dinge kaufe ich mir selbst und sind als Geschenk eh doof. Und ich kann meine Anonymität schwer wahren, weil beim Versand mein Klarname rauskommt. Ich bräuchte dann wieder jemanden an den ich die Dinge schicken lassen kann. Mag aber niemandem Arbeit machen.

Was also dann? Worüber würde ich mich freuen und es ist einfach abzuwickeln? Reisen, ist das worüber ich mich am meisten freue. Ich war bisher zwei Mal auf die AIDA eingeladen. Obwohl ich kein Cluburlauber bin, fand ich es cool, weil man sich ja einfach einen ruhigen Ort auf dem Schiff suchen kann. Ich liebe das Meer und große Schiffe. Wer mir also was gutes Tun will kann mir gerne eine kleinen Beitrag für eine Kreuzfahrt schenken. Das geht ab 5 Euro und man kann mir einfach den Code schicken. AIDA Irgendwann schippere ich dann los… Damit wäre auch das abgehakt

So welches der Themen verschreibe ich nun heute?

Zwischen den Feiertagen hatte ich Urlaub und war in der Laune Abends auszugehen. Die meisten meiner bekannten Herren sind im Weihnachtsurlaub bei ihren Familien und die Singles beim Skifahren. Das Leid der Geliebten/Singlefrau, wie in jedem Jahr. Aber es sollte ja kein Problem sein ein Date auf der RiRaRammelseite einzustellen und einen Begleiter für den Abend zu finden. Schon allein, weil ich es gut finde sich den Eintritt zu teilen. Dass ich wirklich in den Club wollte, fiel mir erst am späten Nachmittag ein. Bei so kurzfristigen Dategesuchen ist es manchmal gar nicht so leicht, jemanden zu finden, mit dem es dann auch passt. Eigentlich treffe ich mich lieber mit Männern, bei denen ich weiß, dass sie wirklich mich treffen wollen und nicht nur jemanden brauchen um kurzfristig in den Club zu kommen. (Ich sollte mir diese Zeilen einprägen, für das nächste Mal, wenn mir um 18 Uhr Abends einfällt, dass ich nicht alleine zu Hause sitzen und auf Teufel komm raus noch wo hin will.) Mich schrieben auch prompt ein paar an, aber die Profile waren mir zu flach. Standard-Texte, nicht greifbares. Dann schrieb mich ein Mann an, mit dem ich bei einem anderen Dategesuch schon mal Kontakt hatte. Damals: Profil passte, klang spannend, ich öffnete ihm mein Fotoalbum mit den Gesichtsbildern und er schrieb mir zurück, dass ich nicht sein Typ sei. Alles gut. Kontakt beendet.

Dieser Mann schrieb mich an mit: Wir hatten ja schon mal Kontakt.  Ich: Ja und ich war letztes Mal schon nicht dein Typ.

Er: Ich weiß. Aber ich habe deinen Blog gelesen.

Ich: Und?

Er: Ich finde du hast was Interessantes.

Ich: Aha. Und nun?

Er: Lust dich zu treffen?

Wenn ich das jetzt nochmal runterschreibe frage ich mich ernsthaft, was genau mich geritten hat mich darauf einzulassen. Aber es schmeichelte mir wohl, dass er nochmal schrieb, obwohl er eine Abfuhr erteilt hatte. Ebenso, dass mich mein Blog scheinbar so interessant machte, dass er es dann in Erwägung zog. Und die anderen, die sich gemeldet hatten waren nicht wirklich spannend. Wir schrieben ein wenig hin und her und er überlegte, wo er hingehen wollte. Zeit verging. Irgendwann drängte ich ihn sich zu entscheiden. Wir entschieden uns für einen Club. Ich wollte ein paar Minuten später los. War schon geduscht, packte noch schnell meinen Rucksack. Er schrieb, dass er noch ein paar Minuten was für die Arbeit fertigmachen müssen und dann losfahren würde. Ich fragte noch, wann er denn glaubt, dass er da sein kann. Ich wartete aber nicht seine Antwort ab, denn es war schon spät geworden. Ich wollte keine Zeit mehr verlieren und fuhr los. Schließlich kann ich ja auch dort warten, oder im Zweifelsfall einfach reingehen.

Und er antwortete einfach nicht mehr. Ab dem Moment: Funkstille. Ich war sehr irritert. Wollte er mich nur verarschen? Gab es gute Gründe? Eigentlich suche ich nicht zuerst die Gründe bei mir. Glaube daran, dass Dinge dazwischenkommen können, dass Menschen einem nichts Böses wollte. Ich las mir nochmal und nochmal den Chat durch, ob ich was übersehen hatte. Machte mein Fotoalbum wieder zu. Ich fing an mich über meine Eitelkeit zu ärgern, dass er mir mit dem Interesse geschmeichelt hatte. Die Angst kroch hoch, dass mir doch mal jemand was Böses will und ich zu nachlässig war. In meinem Fotoalbum sind zwar sexy Bilder, aber keine auf denen ich nackt bin. Kein Bild mit dem ich nicht leben könnte. Aber trotzdem würde ich nicht wollen, dass man sie veröffentlicht. Ich schrieb ihm nur, dass er schon Gründe dafür haben würde und beschloss allein in den Club zu gehen. Wollte nicht auch noch dem Ärger über das Versetzt werden Raum geben, der ihm nicht zustand.

Also rein in den Club als Single-Frau. 40 Euro hingeblättert. Ich kannte den Club ja schon. Mittelgroß. Ein wenig schicker. Allein war ich noch nie dort gewesen. Und ich war nicht überraschend die einzige Single-Frau an dem Abend. Und das ist auch schwieriger als gedacht, wenn man nur sehr selten Bi-Neigungen hat. Und nicht mitspielen will mit nem Paar, sondern sich mal nur den Mann ausleihen. Da sind viele Swingerpaare nicht so entspannt. Die machen entweder nur was zu zweit, lassen sich zugucken, fummeln ein kleinwenig an fremden Brüsten rum und sonst nix. Oder machen einen Vierertausch. Jedenfalls passe ich da solo nicht so ganz ins Konzept. Aber es gab ja noch ein paar Soloherren. Allerdings bin ich ein wenig allergisch dagegen, wenn man mich einfach anfasst, wenn ich neben einer Matte stehe und das Geschehen auf mich wirken lassen möchte. Wenn ich dann abwinke, dann halten sich alle dran und gehen, aber das gleich angefasst werden nervt mich. So haben fast alle Solo-Herren an dem Abend eine Abfuhr kassiert. Es ist mir zu flach. Ich will, dass irgendwas passiert, zwischen uns. Mehr als nur das Loch sein. Zwischen Drinks und Essen und gucken, kam ich auch mit einem Pärchen ins Gespräch. Die beiden waren nett, wenn auch fast so alt, wie meine Eltern. Aber wir unterhielten uns ganz gut. So dass der Abend auch okay war für mich. Die beiden gingen aber irgendwann nach Hause.

Ich zog nochmal eine Runde durch den Club. Beim Zusehen am Pärchenzimmer stand ein junger, blonder Typ neben mir, der sich auch mit zusehen begnügte. Vermutlich der einzige Mann im Laden, der mich noch nicht doof von der Seite angegraben hatte. Er war niedlich. Und ich war dann doch noch in Spiellaune. Also quatschte ich ihn blöd von der Seite an: Bock auf einen Blowjob? (Mal sehen, ob das Angebot mal jemals einer ablehnt) Er grinste und willigte ein. Wir gingen in den nächsten Raum. Ich legte mein Handtuch auf die Matte und setzte mich drauf. Ich deutete ihm an, dass er es sich neben mir bequem machen sollte. Zog seine Short aus und legte sich neben mich. Er wurde gleich hart. Schöner Schwanz. Ich blies ihn genüsslich und freute mich, dass es ihm gefiel. Die anderen Solo-Herren standen ein wenig neidisch daneben, aber hielten immerhin Abstand. Musste nur eine Hand abweisen. Ich packte all mein Blasekönnen aus und so dauerte es gar nicht lange bis er kam. Wie ich das mag, wenn das so funktioniert 🙂 Er war selbst überrascht, dass es so schnell gegangen war. Hihihihi. Der nächste Solo-Herr, der hoffte auch dranzukommen und schon blankgezogen hatte, hatte kein Glück. Ich hatte keine Lust mehr und lehnte ab. Der blonde junge Typ und ich quatschten noch ein wenig an der Bar. Wieso war der mir nicht früher aufgefallen. War wirklich niedlich. Ich bedauerte fast ein wenig, dass ich mich nicht hatte vögeln lassen. Aber das war nach dem Blowjob irgendwie durch. So ging ich dann nach Hause. Der Abend war schon okay. Ich lerne: also Solo-Frau geht schon irgendwie, aber ich mag es nicht, wenn fast nur Pärchen da sind. Dann doch lieber in den Club mit mehr Soloherren, da hab ich wenigstens eine Auswahl, auch wenn man mehr Typen abwimmeln muss.