Obwohl ich mir immer bewußt war, dass Mr. Bondage beruflich auch ganz schnell mal ganz wo anders hin müssen könnte, habe ich versucht mir nie darüber Gedanken zu machen, was dann passiert. Ein dreiviertel Jahr lang hat das auch wirklich wundervoll funktioniert. Wir zwei in unserem kleinen Liebesnest, seiner Arbeitswohnung. Eine ganze Weile hatte er nun aber schon an einem Ort einen Auftrag, der etwas mehr als eine Stunde Autofahrt weit weg liegt. Lange Zeit hat er das Pendeln in Kauf genommen um mich sehen zu könnnen. Aber ich habe auch gemerkt, dass er in letzter Zeit immer unzufriedener damit geworden ist. Das lag nicht an mir, sondern nur daran, dass ihn das Gefahre zunehmend stresst.
Nun wird Mr. Bondage die Konsequenzen ziehen und sich an dem Arbeitsort eine neue Bleibe suchen. Ist zwar nur 1 1/4 Stunden Autofahrt weg. Das wird aber vermutlich dann einen guten Teil der Fahrtlasten auf mich verlagern. Ab Ende März wird es so weit sein. Ich bin ganz froh, dass es erst nach meiner Magisterarbeit sein wird.
Als mir Mr. Bondage von seinen Plänen erzählt hat, konnte ich meine Tränen nicht zurückhalten. Ich wollte nicht heulen, vor Allem nicht vor ihm. Aber es ging nicht anders. Die Tränen quollen aus mir heraus. Ich war gerade so glücklich und hatte mich in unsere ungewöhnliche schräge Beziehung eingerichtet. Nun war das Ende nah. So fühlte es sich im ersten Moment zumindest an. Ich weiß das ist Quatsch. Dass er mal weggehen würde, war eigentlich immer erwartbar. Ich bin mir auch sicher, dass unsere Beziehung daran nicht kaputt gehen wird. Aber es wird nicht mehr so einfach werden wie vorher.
Es heißt dann Auszug aus dem heimeligen Liebesnest. Von dem her ist die Taktik, den Moment so gut wie möglich zu genießen wahrscheinlich nicht so verkehrt. Alles andere wird sich dann ergeben.