Über den nächsten Mann zu schreiben ist nicht ganz einfach, Mr. SUV.. Mitte 40, technischer Beruf, gut aussehend, schlank, mit Brille.
Ein Mann mt dem ich viel geschrieben und telefoniert habe. Der seit 25 Jahren verheiratet ist, ein Workaholic. Eigentlich immer arbeitet, ein wenig am Limit. Bis spät nachts. Und steht dann vor sechs wieder auf. Weil er seiner Familie ein schönes Leben ermöglichen will. Dabei ist vieles auf der Strecke geblieben. Zärtlichkeit beispielsweise. Er und seine Frau schlafen in getrennten Schlafzimmer. Haben gefühlt drei Mal im Jahr Sex. Bei allem was er erzählt hat, habe ich mich immer gefragt, warum Menschen das tun, sich so sehr aufzuarbeiten. Das Leben so gar nicht genießen, eine Beziehung aufrecht zu erhalten, die es nicht mehr wert scheint. Nur um dann mit 50 an einem Herzinfarkt abzunippeln und nichts mitnehmen zu können, vom materiellen Wohlstand?
Nein, man muss sich nicht bei jeder Kleinigkeit gleich trennen, aber nebeneinander herzuleben, weil man sich eben nicht trennt, ich weiß nicht. Aber manchmal heiratet man halt auch ohne Ehevertrag und all das, was er sich erarbeitet hat, wäre weg.. Vor allem auch das Haus. Ich weiß da auch keinen Rat. Um mich geht es dabei überhaupt nicht. Nur um ihn.
Dann ist er in meine Stadt gekommen, wir haben uns in einem Cafe getroffen. Ein gutaussehender Mann, der eigentlich gar nicht weiß, dass er gut aussieht. Der etwas verlegen wird, wenn man ihm Komplimente macht. Unglaublich gut gekleidet. Modern. Der dann den breitesten bayerischen Dialekt spricht. Irgendwie passt das alles nicht zusammen, aber genau das mag ich.
Wir unterhielten uns lange im Cafe, bis ich vorschlug etwas spazieren zu gehen. Es war ziemlich heiß. Wir liefen bis an den Waldrand. Das war mein Ziel. Wir setzten uns unter einen Baum. Ich lehnte mich an den Baum und er setzte sich vor mich und lehnte sich an. Das war intensiv. Ich wollte ihm einfach ein wenig Nähe geben, weil ich finde, dass er es verdient hat Zärtlichkeit und Nähe zu bekommen. Er genoß es spürbar, zwischen meinen Beinen zu liegen und sich von mir umarmen zu lassen. Zum einen die Zärtlichkeit zu bekommen, zum anderen einfach mal nichts zu tun. Den Vormittag mit mir zu verbringen und nicht zu arbeiten. Wie ein kurzer Urlaub. Er sagte immer, dass es ganz komisch für ihn sei, nichts zu tun. Dass er es genieße. Auch die Nähe, die er sonst nicht bekäme.
Ich spürte, dass er das in sich aufsaugte. Ich umarmte ihn, streichelte ihn. „So was bekomme ich nie“, waren seine Worte. Das machte mich ziemlich traurig. Dass jemand ohne Zärtlichkeit leben muss. Nach einer ganzen Weile einfach nur SItzen, Reden und Kuscheln, küssten wir uns. Sehr zurückhaltend erst. Aber ich merkte, dass es ihm Spaß machte. Er hatte seit 25 Jahren keine andere Frau mehr geküsst, sagte er. Der Tag war schön, es kamen immer wieder Spaziergänger vorbei. Aber das störte uns gar nicht. Ganz vorsichtig fing er auch mich zu streicheln. Ich fragte ihn, ob er meine Brüste anfassen wolle. Er wußte erst nicht so recht. Aber die Spaziergänger waren von Weitem zu sehen, so dass ich sagte, dass er ruhig anfassen könne. Und er genoß es und sagte, dass er es eigentlich mag, wenn es auch was zum Anfassen gibt. Nach einer Weile wurde er mutiger und saugte auch ein ganz klein wenig an meinen Brüsten. Sehr vorsichtig. Wir verbrachten zwei schöne entspannte gechillte Stunden im Schatten unter dem Baum. Eigentlich hätte ich dann noch zum einem Termin gemusst. Den ließ ich aber ausfallen und wir gingen noch gemeinsam Essen.
Es fühlte sich gut an, Zuneigung zu geben. Nichts zu fordern. Sich wie eine Oase zu fühlen, zu der er kommen kann.