Für jemanden der wichtigste Freund sein..

Mein gefühlsmäßiger Absturz nach dem Absoluten Blinddate und der Korb danach haben mich dazu gezwungen über mich nachzudenken.. Und daraus folgt nun eine kleine Bankrotterklärung an mein Leben.
Ich bin einsam.

Noch ein Einschub.. Sorry, an alle die auf den nächsten Teil des Suberlebnisses warten.

Natürlich hat der Genussmann sich um die Aftercare gedrückt. Dass das seine Aufgabe gewesen wäre und er sie nicht erfüllt hat, das hat er heute auch nochmal zugegeben und sich entschuldigt. Wir werden uns auch noch treffen. Er hat sich auch zurück gezogen, weil ich mich emotional an ihn binden wollte und ihm das zuviel war.

Das Problem ist aber eigentlich ein anderes. Die Erkenntnis hat mich heute viele Tränen gekostet.. Ich bin für niemanden der wichtigste Freund. Es gibt niemanden der zuallererst bei mit anrufen würde, wenn es ihm schlecht geht. Ich habe niemanden, der mich auffängt. Die Geschichte mit dem Genussmann hätte mich gar nicht so runterziehen müssen, aber ich habe keine Schulter zum Anlehnen. Ich habe eine Handvoll enge Freunde aus der Schulzeit. Die sind toll. Die würden an meinem Krankenbett stehen, ich könnte auch immer kommen, wenn ich Probleme hätte. Aber jeder von ihnen hat einen besten Freund/Freundin zu dem er/sie zuerst gehen würde bei Problemen.

Ich bin nicht einsam, weil ich keinen Partner habe. Dafür wäre ich noch nicht bereit. Mir fehlt ein bester Freund/Freundin, der mein Leben begleitet. Jemand für den ich die Schulter zum Ausweinen bin. Jemand dem ich einen Teil der Liebe geben kann, die ich in mir trage. Jemand für den ich nachts hunderte Kilometer fahren darf. Für den ich alles stehen und liegen lassen kann, um ihn zu unterstützen. Auch jemanden der mich begleitet. Der weiß was mein Plan für die Woche ist. Jemand der Zeuge meines Lebens ist.

Ich hatte bis zu Beginn meiner Twenzeit einen besten Freund und eine beste Freundin. Die fehlen mir beide. Das ist aus unterschiedlichen Gründen auseinander gegangen. Es ist beides nicht reparabel. Seitdem bin ich ein Einzelkämpfer, der viele Dinge mit sich selbst austrägt.
Es erklärt mir auch, warum ich mich in meiner Twenzeit von einer Beziehung in die nächste gestürzt habe. Um jemanden zu haben, der mich begleitet.. Beziehungen bei denen ich eigentlich schon vorher wußte, dass sie nicht von Dauer sein werden, dass er nicht der Richtige ist.

Momentan erfüllt mein Ex noch einen Teil der besten Freundfunktion.. Ich weiß, das ist nicht gut. Das ist der Grund, warum wir uns noch oft sehen, warum wir noch viel zusammen machen. Aber das ist keine Dauerlösung. Und er kann mir natürlich keine Schulter zum Anlehnen sein. Aber er weiß am Besten über mein Leben Bescheid, wenn man den Sex mal ausnimmt. Beschissene Konstruktion.. Aber immerhin benutzen wir uns beide.. Auch er hätte niemanden sonst.

Was mache ich aber nun mit der Erkenntnis, dass mir eine Bezugsperson fehlt? Man findet ja auch nicht schnell mal einen besten Freund. Ähnlich wie bei einer Beziehung. Ich hab immer das Gefühl, dass alle Menschen schon besetzt sind. Ich dränge mich nicht gern auf. Will niemandem auf den Keks gehen. Ziehe mich dann zurück. Das wird wohl oft als Desinteresse gewertet.
Beim Genussmann hab ich ein wenig aufgemacht und gehofft, dass wir Freunde werden könnten.. Zack.. eins auf die Mütze bekommen.

Und mir fehlt körperliche Nähe. Sehr.. Ich bin grundsätzlich ein körperlich eher distanzierter Mensch. Auch zu meinen Freunden oder Familie habe ich außer zu Verabschiedungen kein In-den-Arm-nehm Verhältnis.. Daran wird sich auch nichts mehr ändern. Nichtsdesotrotz brauche ich Nähe, Kuscheln, Körperkontakt..Ich glaube, nur weil mir das niemand gibt, habe ich so sehr gelitten, nach dem Blinddate.

Doch das ist so schnell nicht änderbar. Dann bleibt zum Einschlafen nur mein Kuscheltier..