Das H-Problem – ich und der Analverkehr

Dieser Artikel geistert mir schon lange im Kopf herum. Ich konnte mich aber nie durchringen ihn zu schreiben. Vielmehr wollte ich ihn eigentlich nicht schreiben. Nein, ich hab mir sogar geschworen ihn nie zu schreiben, weil ich nie wollte, dass mein Blog sich an Charlotte Roches Feuchtgebiete annähert. Manchmal wäre mir auch der Sinn danach gestanden zu schreiben, dass ich auch vor Dates gerne mal mit dem Finger durch meine Muschi fahre, um zu testen, ob ich an diesem Tag auch okay schmecke. Ja na klar weiß ich, wie meine Muschi schmeckt. Wenn ich will, dass mich ein Mann leckt, dann finde ich es auch sehr okay, zu wissen was er so schmecken wird dabei und mich nicht davor zu ekeln. Aber jetzt bin ich vom eigentlichen Thema abgekommen.

Das H-Problem. Ich merke in letzter Zeit wieder öfter, dass es ein Problem ist. Und vielleicht muss man doch einfach mal drüber reden. Aber es kostet mich Überwindung es auszusprechen. Es ist halt einfach so unsexy. Ich habe manchmal Probleme mit meinen Hämorriden. Laut Wikipedia kommt das bei Menschen unter 35 eigentlich nicht vor… (Super). Ich habe gelernt, haben tun wir die alle, weil die ja auch eine Funktion haben, aber manchmal sind die eben ein wenig … keine Ahnung … geschwollen… vergrößert… Was sind die denn eigentlich? Bei unausgewogener Ernährung, zu wenig Bewegung und zu wenig Flüssigkeitszufuhr und dem daraus resultierenden Stuhlgang merke ich sie. Vor ein paar Jahren war ich auch mal beim Proktologen. Der war ein Arsch (hahahaha). Der hat mich einfach doof behandelt. „Nehmen Sie ab, bewegen Sie sich mehr und ernähren sie sich besser….“, sagte er und schickte mich ohne weitere Behandlung wieder heim. Und ja, es gibt angenehmere Untersuchungen als bei dieser Art von Arzt. Da weißt du als Frau dann plötzlich den Frauenarzt wieder zu schätzen.

Ich hab noch keine charmante Lösung gefunden, wie ich Männern mitteilen kann, ob heute ein guter A (H-)Tag ist oder nicht, ohne vorher ein unsexy Gespräch über meinen Hinterausgang führen zu müssen. Aber ja, sie können es natürlich auch nicht erahnen.

Ich hatte lange keinen richtigen Analverkehr mehr. Ein wenig Finger ist meist kein Problem, hat Mr. Gentleman auch erst geschafft. Ich mag Analverkehr. So grundsätzlich. Allerdings sorgt das H-Problem dafür, dass dies mit größerer Vorsicht und Geduld passieren muss, als vielleicht sonst üblich. Darüber hinaus kann ich mich immernoch nicht mit der Analduschen-Nummer anfreunden oder habe auch nicht immer so lange Vorlauf, dass das gehen würde, so dass ich Vertrauen in den jeweilgen Menschen brauche und mich nicht zu Tode schämen muss, wenn das mal nicht so glatt läuft.

Ich glaube ich habe das schon mal thematisiert. Zum einen muss mein Kopf mitspielen. Das ist so eine Vertrauens-/Wohlfühlkiste. Zum anderen durch das H-Problem, muss man mit meinem Hintereingang noch ein wenig geduldiger umgehen. Der ein oder andere schmerzhafte Versuch in letzter Zeit hat nicht zu Entspannung meines Kopfes beigetragen, im Gegenteil. Einmal war es ein zu großes Plug, das beim Versuch für Schmerzen gesorgt hat und einmal wollte ein Mann eindringen. Ohne Gleitgel, ohne Vorbereitung. Ich hatte ihn nicht davon abgehalten. Vermutlich war auch ich von zu vielen Pornobildern überflutet in denen das immer so einfach geht. Ohne Gleitgel, gefühlt ohne Vorspiel. Zack, ansetzen und rein. Ich hätte gleich nein sagen sollen. Habe ich aber nicht gemacht. Dafür bin ich nun um eine schmerzhafte Erfahrung reicher.

Rein technisch ist mein Rat, wenn ihr einen empfindlichen und ungeübten Hintern, wie meinen trefft: Langsam. Ihr wollt immer gleich zu viel. Vorspiel ist eine Idee. Und gebt dem Anus Zeit sich an die Dehnung zu gewöhnen. Viel Zeit. Pausen dazwischen, nach jedem kleinen Stück. Nicht in einem Rutsch gegen den Druck reinarbeiten. Sondern einfach bewegungslos verharren und warten. Im Kopf muss ankommen: aha okay, tut nicht weh, dann geht das Signal an den Hintern, dass er sich entspannen kann. Und so lange bis der der Entspannungsmoment da ist, nicht bewegen. Sonst entspannt sich da zumindest bei mir nix. Gleitgel, Geduld und Humor sind eure Freunde, wenn ihr mich anal vögeln wollt. Beziehungsweise auch der kleinste Analplug, den ihr finden könnt, um mal langsam anzufangen. Kopf und Hintern müssen entspannt sein, nur dann wird das erfolgreich. Die paar wenige Mal, bei denen Männern das gelungen ist waren großartig.

So jetzt ist es raus. Ich hab das thematisiert und ihr vergesst gleich wieder, dass ihr das wisst, okay 🙂

Themenspeicher

  • Verrückter Italiener und die Familiengründung
  • Spätnachts bei Mr. Gentleman
  • Piercing trifft Piercing
  • Mal ein richtiges Bett
  • Die Dinge dazwischen

Langsam wird die Liste kürzer. Ich zehre in der Tat noch von meinem wilden Leben im Weihnachtsurlaub.