Die letzte Woche im Liebesnest

Veränderungen stehen ins Haus. Mr. Bondage und ich haben nun die letzte Woche in unserem „Liebesnest“ vor uns. Ende des Monats zieht er aus der Wohnung aus, die er in meiner Stadt nun eine lange Zeit bewohnt hat. Seit wir uns Mitte des letzten Jahres kennengelernt haben, war sie immer zentraler Punkt unserer Beziehung. Ich habe in der letzten Zeit eigentlich fast alle Nächte, die er in meiner Stadt war, dort mit ihm verbracht. Wir konnten ungestört allen Lüsten nachgehen, die uns so überkamen. Das hat nun ein Ende. Ich wußte das ja schon eine Weile. Aber heute ist sie nun angebrochen die letzte Woche. So ein wenig sentimental stimmt mich das schon.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass unsere Beziehung über den Ortswechsel hinaus Bestand haben wird. Aber es ist doch erst mal ein wenig ungewiss. Wir werden uns eben an eine neue Situation gewöhnen müssen. Er zieht in eine Stadt die etwa 100 Kilometer von meiner entfernt ist. Bisher musste er pendeln. Jetzt kommt ein gewaltiger Teil der Fahrlast auf mich zu. Bisher war er an seinen Einsatzort gependelt. Das bedeutete 2 1/2 Stunden Fahrzeit, um mich zu sehen. Jetzt war der Punkt erreicht, an dem er ihm das zuviel geworden war. Ich kann das verstehen.

Ein lachendes und ein weinendes Auge habe ich, wenn ich über seinen Umzug nachdenke. Zum einen bin ich ja Abenteuerlustig und freue mich durchaus auch darauf mit ihm zusammen einen neuen Ort für uns zu erobern, eine neue Stadt kennenzulernen.

Anderseits hatte ich seine Wohnung – unser Liebesnest- durchaus lieb gewonnen. Das aufgeben zu müssen, macht mich schon ein wenig traurig. Auch werde ich sehen müssen wie sich das Pendeln für mich gestaltet. Es sind zwar nur 100 Kilometer und eigentlich sollte ich die Flexibilität für die nächsten paar Monate noch haben, dass ich regelmäßig zu ihm pendeln kann. Aber wir werden uns mit ziemlicher Sicherheit eben nicht mehr jede Nacht unter der Woche sehen können, so wie bisher. Es wird weniger werden.

Aber so ist das Leben. Es gibt keinen Stillstand. Und um es Positiv zu sehen, es hätte ja auch weiter weg gehen können für ihn als 100 Kilometer. Ich werde jetzt also die letzte Woche mit ihm in meiner Stadt genießen und nebenbei hart an meiner Magisterarbeit schreiben. Auf gehts.