Nicht erwischen lassen…

Hatte ich schon erzählt, dass ich eine Wohnung besichtig habe? Nein. Mal gucken, was daraus wird. Hätte schon Lust auf was eigenes. Drückt mir also die Daumen 🙂

An einem der letzten Wochenenden war ich zum zweiten Mal auf einem Barcamp. Diesmal das LitCamp in Heidelberg. Das ist Barcamp, das sich komplett um Literatur dreht. Da bin ich zwar ein bißchen, wie ein Alien, weil ich ja eigentlich noch nichts mit Literatur am Hut habe. Aber so ein wenig geistert die Buchgeschicht immernoch im meinem Hinterkopf herum. Alle Klischees, die ich so über Buchmenschen hatte, konnte das Barcamp allerdings nicht ausräumen. Der Frauenanteil war sehr hoch. Wenn ich ein Bild im Kopf brauche von einer Filterbubble, dann muss ich einfach nur an das Barcamp denken. Die finden sich da gegenseitig alle gut und sind nett zueinander. Mit einem Sexblog ist man da jetzt eher unüblich. Nichtsdestotrotz habe ich drei Sessions auch zum Thema Sex besucht, die jemand angeboten hat. In einer ging es darum, dass in Romanen Verhütung eigentlich nie thematisiert wird. Dann hatte ich eine Session zum Thema Polyamorie. Da waren ein paar Teilnehmer dabei, die auch eher unklassische Beziehungsvarianten bevorzugen und spät Abends gab es noch eine Runde in der Teilnehmer Fragen zum Thema Sex stellen konnten. Nichts davon hatte ich angeboten. Denn trotzdem ich viel ausprobiert habe im Bereich Sex, finde ich nicht, dass ich irgendwie ein Experte bin. Das ist eh so ein bißchen mein Barcamp-Problem, dass ich immer das Gefühl habe, kein Fachgebiet zu haben, zu dem ich eine Session anbieten würde. Kann alles ein bißchen, aber nichts gescheit. Ich habe mich dieses Wochenende nur sehr theoretisch mit Sex befasst.

Bisher hatte ich Sex aus meinem Ehrenamt rausgehalten. War mir zu heikel. Never fuck the company. Galt auch für mein ehrenamtliches Engagement. Und so im seriösen (politischen) Kontext unterhält man sich auch nicht über Liebe, Sex und Gedöns. Bis ich bei einem meiner Kollegen auf einer Klausur-Tagung gesehen habe, dass er einen Ring mit BDSM-Logo trägt. Vielleicht habe ich ein wenig selektive Wahrnehmung zur Zeit, denn bei einem Arbeitskollegen hatte ich das auch auf einer Uhr entdeckt. Oder Menschen tragen mittlerweile viel offener eindeutige Zeichen und warten darauf, dass man sich drauf anspricht, wenn man denn eingeweiht ist.

In der Arbeit finde ich es viel entspannter, seit ich weiß, dass es dort auch einen Kollegen gibt, der sich auf der dunklen Seite herumtreibt. Wenn ich mal Redebedarf habe kann ich einfach vorbei gehen und fragen, wo er sich am Wochenende mit seiner Partnerin herum getrieben hat.

Bei beiden Kollegen, sowohl bei dem in der Arbeit, als auch im Ehrenamt hat es mich nur den Mut gekostet, eine Email zu schreiben und zu fragen, ob das Zeichen, das er trägt so beabsichtigt ist. Ich musste und habe mich auch aus der Deckung gewagt, denn damit war klar, dass ich Ahnung von dem Thema habe. Aber bei beiden sagte mir mein Bauchgefühl, dass ich richtig liegen würde. Ich habe in der Firma auch noch eine Kollegin, die trägt eine Halskette mit einer Triskele, bei ihr würde ich mich aber niemals trauen zu fragen, ob das keltisch oder BDSMisch gemeint ist. Ich spreche also auch nicht jeden an, sondern nur wenn ich das Gefühl habe, dass der Mensch auch in das Bild passt.

Zurück zum Ehrenamt und dem Kollegen. Wir fingen an uns zu schreiben und uns auszutauschen. Wir mochten uns immer schon ganz gerne. Aus schreiben wurde flirten. Und irgendwann ließ er durchblicken, dass er mich eigentlich auch ganz niedlich findet. Eines Nachmittags vor einer Sitzung schrieben wir ziemlich intensiv. Es wurde erstaunlich schnell explizit und klar, dass wir uns beide eine Affäre vorstellen können. Problem. Er war vergeben und ich habe keine Lust auf Verwicklungen, wegen der Rollen in unseren Ehrenämtern. Dabei habe ich nämlich mehr zu verlieren… Hochschlafen… Nichtsdestrotrotz war beim Hin und Her schreiben klar, dass wir ziemlich Lust aufeinander haben würden. Um so spannender, wenn es alle anderen Beteiligten nicht mitbekommen sollen.

Wir malten uns vor der Sitzung aus, wie es sein würde, wenn wir uns während der Sitzung verdrücken und heimlich knutschen würden. Es kribbelt ziemlich, ich denke auch bei ihm. Dann Sitzung. Mit den Beteiligten quatschen, mit denen man immer so quatscht. Einen auf alles wie immer machen. Ich gab mir Mühe ihn nicht dauern anzugrinsen. Aber trotzdem warfen wir uns Blicke zu und grinsten uns an. Die Sitzung lief, wir schrieben uns weiter Nachrichten. Wir wollten beide. Ich malte mir die ganze Zeit aus, wie er wohl küssen würde.

Am Tagungsort war Abends nicht mehr viel los. Die Büros waren um die Uhrzeit nicht mehr besetzt. Also beschlossen wir, dass wir uns einen Stock tiefer auf der Damentoilette treffen würde. Eigentlich sollte da niemand hinkommen. Wir müssten uns nur zur selben Zeit aus der Sitzung davon stehlen. Die Stzungrunde war zumindest so groß, dass es nicht gleich auffallen sollte. Wir würden nicht sehr lange Zeit haben.

Er war zuerst da. Mein Herz pochte ziemlich. Auf dem Weg dorthin ging mir wieder durch den Kopf, ob es denn eine gute Idee sei. Ob ich damit nicht eine Linie überschritt. Aber ich wollte es. Hoffentlich würde uns keiner erwischen. Wenn man weiß worauf es hinaus laufen soll, aber beide nervös sind… Hoffentlich kann er küssen. Wir standen uns gegenüber. Schon allein, dass wir uns anfassten, war neu. Da steht man nun voreinander, hat sich wildesten WhatsApp geschrieben und ist doch erst mal schüchtern. Nicht wie im Film, so mit gleich abknutschen. Sondern erstmal so: Grins.. Hi… Hihihi… Äh und jetzt? Dann nahm er meinen Kopf zwischen seine Hände und küsste mich. Oh fuck. Er küsste sensationell. Die Knie werden weich, die Welt bleibt stehen. Mehr. Nicht aufhören. Dann der Griff in die Haare. Rrrr. Er hätte alles in diesem Moment kriegen können.

Ich hätte Lust ihm mehr zu geben. Also kniete ich mich vor ihn hin. Scheiß egal, dass wir in der Kabine einer Damentoilette standen. Ich hatte Lust auf einen Blowjob. Er öffnete seine Hose und ich machte mich über seinen Schwanz her. Ich hoffte, dass er ihn genießen können würde, so mit dem ganzen Drumherum… Ich versuchte ihn zu erfühlen, zu verstehen, wie er tickt. Mit viel Hingabe. Er genoß es, stöhnte immer wieder leise. Sagte, dass ich das sehr können würde. (hehehe). Es dauerte doch ein paar Minuten. Aber dann kam er. Mangels Alternativen in meinen Mund. Ich grinste, stand auf, spuckte alles in die Toilette und ging dann aus der Kabine zum Waschbecken um mir den Mund auszuspülen.

Er bedankte sich, wir küssten uns nochmal und machten uns dann getrennt von einander auf den Weg zurück. Wir waren vielleicht 10 Minuten weggewesen. Hoffentlich ahnt niemand was. Ich kam zu erst wieder. Er kurz danach. Jedenfalls war die Chemie zwischen uns so gut, dass das mit Sicherheit nicht das letzte Mal gewesen ist.

So verboten. So aufregend. Auf was habe ich mich da nur wieder eingelassen…

Blow and go

Verrückter Abend kurz vor dem neuen Job. Ein Abend, der ein Date mit sich brachte. Ein Mann mit dem ich vor paar Monaten mal Kontakt hatte. Wir hatten telefoniert. Er wohnt aber ein Stück weg. Jetzt hat es sich ergeben, dass er auf der Durchreise durch meine Stadt war. Dass es gepasst hat sich zu treffen. Ich habe meine Tage. War von Kopf her auf ein gutes Gespräch und einen Drink eingestellt. Wir teilen das Studienfach, also würden wir sicher ein Gesprächsthema haben. Auch wenn er es nicht gern hören wird, weil er ihn nicht mag, sieht er ein bisschen aus wie der zu Guttenberg in jungen Jahren. Also grob vom Typ her. Ein paar Jahre älter also ich, damit aber jünger als die meisten meiner Männer in letzter Zeit. Ein Drink war der Plan, auch wenn er frecher Weise per WhatsApp schon mal anklingen ließ, dass er seinen Schwanz gerne in meinem Mund versenken würde. Ich schließe nichts aus, verspreche aber auch nix. Hängt von Sympathie, den Umständen und meiner Lust ab. Und von seiner Erwartungshaltung. Wenn er raushängen ließe, dass das seine Erwartung für das Treffen ist, dann läuft das bei mir nie.

Aber der Abend lief gut. Ich mochte das Gespräch. Und eigentlich dachte ich schon gar nicht mehr an den gewünschten Blowjob, da wir weder zu mir noch zu ihm gehen konnten und mitten in der Innenstadt waren. Doch nach zwei Drinks und einem interessanten Leben, Liebe, Politik und Sex-Gespräch brachte er das Thema Blowjob doch noch mal auf. Würden wir einen entspannten Ort finden, dann hatte ich da Lust drauf. Allerdings war das Stundenhotel in dem ich sonst bin am anderen Ende der Stadt und auch sonst fiel mir so zentral nix ein. Außer ein Pornokino in dem ich vor Jahren das letzte Mal gewesen bin. Ich hatte im Hinterkopf allerdings noch abgespeichert, dass ich mich da letztes Mal umgezogen hatte, ähnlich wie im Swingerclub. Und da ich so ganz normal angezogen war, dachte ich, dass das dann eh nicht geht. Aber Mr. Durchreise ist momentan wie er selbst sagt in einer Entdeckerphase.

Während ich diesen Eintrag schreibe bekomme ich die Nachricht, dass ein Bekannter/ Ehrenamtskollege, der nur wenige Jahre älter ist als ich an den Folgen eines Herzinfarkts gestorben ist.  Das hat mich gerade irgendwie aus dem Konzept gebracht. Da verabschiedest du dich nach der letzten Sitzung vor der Sommerpause und danach kommt einer nicht mehr wieder.  Da scheint so ein abenteuerlicher Abend wie meiner von gestern erst mal unrelevant und nichtig. Aber es bestärkt mich auch darin das Leben auszukosten. Wartet nicht auf Morgen.

Mr. Durchreise wollte sich zumindest mal das Pornokino von außen angucken. Ich willigte ein und wir machten uns auf den Weg. Und als wir dann da waren, sagte er, dass wir nun ja mal reingucken könnten. Nach dem Motto Fragen kostet ja nichts. Und zack war er schon vorangestürmt. Völlig angstfrei. Na gut, von so viel Neugierde lasse ich mich ja durchaus anstecken und ging ihm nach. Die Bardame öffnete ihr Fenster und er bezahlte den Eintritt. Ich hatte ihm vorher noch vom Steak-Moment erzählt. Nämlich wenn man die Türe in diesem Pornokino öffnet und direkt an der Bar steht. An der Bar mit den ganzen Männern. Die einen alle angucken und wie ein sehr interessantes Stück Steak mustern. Essen oder nicht essen. Alle Blicke sind auf einen gerichtet. Auch an diesem Abend war es so. Es war außer der Bardame nur noch eine andere Frau anwesend (deutlich älter und nicht sonderlich attraktiv) bei etwa 20 Männern, die von hübsch und schick bis alt und seltsam in allen Formen vertreten waren. Die Bardame war nicht zu haben, damit war ich plötzlich mangels Konkurrenz die attraktivste Frau in dem ganzen Laden, also das leckerste Steak. Worin ich mich geirrt hatte, war die Klamottenfrage. Es war kein Problem in den normalen Sachen herumzulaufen, solange sie nicht abgeranzt aussehen.

Lange her, dass ich das letzte Mal in diesem Pornokino war. Ich erinnerte mich nur noch an die Couch, die als Pärchenbereich abgegrenzt war. Auf dieser Couch hatte ich mal einen Blowjob gehabt. Der Mann stand darauf, dass die anderen Männer ihm zusahen und ihm den Blowjob neideten. Mit den zwei Drinks intus war ich in Spiellaune und fragte Mr. Durchreise, ob er da nicht auch Lust darauf hätte. Aber er verneinte. Er wollte eigentlich nur einen ruhigen abgetrennten Bereich. Er lief im Kino umher und sah sich um. Konnte aber bis auf die Toiletten keinen abgetrennten Bereich entdecken. Für die Damentoilette musste man sich im Gegensatz zur Herrentoilette den Schlüssel an der Bar geben lassen. Mr. Durchreise bat mich den Schlüssel zu holen. Er wollte sich ansehen, ob sich die Toilette für einen Blowjob eignete. Die Barfrau bei der ich den Schlüssel holte war super super lieb. Ich fühlte mich als Frau in dem Pornokino toll und gut behütet behandelt. Ich öffnete die Tür und wir stellten fest, dass die Toiletten wirklich schön waren. Schöner liebevoll eingerichteter Vorraum, der sich ganz gut für unser Vorhaben eignete. So schlossen wie die Türe hinter uns ab und er fackelte nicht lange. Zog mich zu sich hin und küsste mich. Ich war erstaunt. Nicht nur den Blowjob? Ich mochte wie er küsst. Ich konnte ihn nicht gut einschätzen. Er war nicht einfach zu lesen. Fand er mich wirklich attraktiv wie er sagt, oder war er einfach nur schlau und wusste, wie er es anstellen musste. Weil ich mir dessen nicht so sicher war, tat ich mir mit knutschen schwer, wie so oft bei Männern, die ich eigentlich einen Tick zu attraktiv für mich finde. Ich sollte beizeiten dahingehend mal an meinem Selbstbewusstsein arbeiten. Aber lieber sich unter- als überschätzen. Ich kniete mich hin und grinste. Blasen, das Gebiet auf dem ich mich auskenne. Wenn ich unsicher bin rettet mich das immer.

Er öffnete seine Hose und packte seinen Schwanz aus. Schöner angenehmer Schwanz zum Blasen. Es gefiel ihm. Es gefiel mir. Er hielt immer mal wieder meinen Kopf. Er musste sich an die Wand anlehnen um besser genießen zu können. Es ging eine ganze Weile, ich blies mit Hingabe, dann fickte er mal meinen Mund. Dann hielt ich meine Zunge hin während er sich wichste und ich blickte ihn von unten an. Ich hatte in meinem Kopf mal wieder Zeitdruck, den ich nicht abstellen konnte. Ein schlechtes Gewissen, weil ich das Klo ja zweckentfremdete. Und offensichtlich den Schlüssel so lange behielt. Ich bin doof manchmal, ich weiß. Um was ich mir nicht alles so Gedanken mache. Dann kam der Moment kurz vor dem Kommen und die Frage wohin. Nicht so gerne in den Mund. Auf den Körper abspritzen ging auch nicht, weil ich ja komplett bekleidet war. Puh. Er schlug aufs Gesicht vor. Ich wägte ab, denn an sich finde ich das eher ziemlich erniedrigend und in Pornos überstrapaziert gebraucht. Das erlaube ich Männern nur wenn ich sie gut kenne und wir uns auf Augenhöhe begegnen. Aber unter Abwägung der Umstände setzte sich mein Pragmatismus durch und ich hielt ihm mein Gesicht hin. Und hoffte, dass er gut zielen kann, denn ich hatte wenig Bock auf Spermaflecken auf meinen Klamotten. Er kam und mehrere Strahlen warmes Sperma ergossen sich über mein Gesicht. Ich stand auf und huschte zum Waschbecken um mein Gesicht und die Hände zu waschen. Ja zielen kann er, hat genau getroffen. Dann gingen wir zurück ins Kino um einen Absacker zu trinken. Unter den enttäuschten Blicken der Männer die ahnten, dass ihnen gerade die Show entgangen war. Aber der Abend war ja noch nicht zu Ende….