Der Kopf sagt ja, das Herz enthält sich…

Heilig Abend – Weihnachten – Familiendingens – Fragen nach dem Beziehungsstatus

Oh, wie ich mich schon darauf freue. NICHT.

Immerhin habe ich dieses Jahr ja einen Job vorzuweisen. Vielleicht lenkt das die Gespräche ein wenig ab vom Single-Dasein. Und ich weiß ja, die meinen es gar nicht böse. Die fragen ja nur nach. Aber man kommt sich doch irgendwie immer so bemitleidet vor.

Jemand hat mich heute gefragt, ob ich zu anspruchsvoll sei? Kann man zu anspruchsvoll sein? Zu anspruchsvoll suggeriert als Frage schon, dass der Fragesteller davon aus geht, dass man wohl nicht in der eigenen Liga sucht, also vermeintlich jemanden sucht der zu reich, zu schön, zu schlau ist…

Aber ist es übehaupt steuerbar? Es gibt da einen Mann, den finde ich wunderschön, supernett, wäre ein toller Vater, intelligent, humorvoll, sozial eingestellt, guter Job… Also rational betrachtet ein perfekter Partner. Aber mein Herz hüpft nicht. NullkommaNull. Ich verstehe es nicht. Aber da passiert nix. Kein bißchen klopfen oder Schmetterlinge. Keine Sorge ich rede nicht von so eine Teenager-Verknalltheit. Aber so ein klein wenig verliebt sollte schon sein, oder? Der Kopf sagt, yeah. Der Bauch sagt einfach gar nix.

Der Mann würde rational meine Ansprüche erfüllen. Aber irgendwie soll das nicht. Ich hab keine Ahnung warum. Oder meinen Menschen so eine Situation, wenn Sie einen nach zu hohen Ansprüchen fragen. Ist es zuviel erwartet, dass das Herz klopft?

Zugegebenermaßen ist in diesem ganzen Szenario außen vor geblieben, dass ich gar nicht weiß, wie er zu mir steht. Vielleicht ist da ja auch noch eine entscheidende Komponente.

Habt ein Frohes Fest. Seid nett zu den Singles in eurem Verwandten- oder Bekanntenkreis.

Gummi-Gate

„Wenn man einmal die echte Realness gefühlt hat, dann geht das nicht mehr mit“ so die WhatsApp von Mr. Undercut nachdem wir das letzte Mal Sex gehabt haben. Das war vor drei Monaten gewesen.

Vorrausgegangen war eine leidenschaftliche Nacht bei ihm. Ich hatte ihn wie immer in seiner coolen kleinen Wohnung besucht. Er hatte spät geschrieben, dass er untervögelt und allein ist. Ich hatte spät geantwortet, dass es mir auch so geht und war vorbeikommen. Ich konnte bei ihm pennen, von da aus hatte ich einen kurzen Weg zum damaligen Job gehabt. Also doppelt praktisch. Wir tranken ein Bier, quatschten auf seiner Couch. Bis wir irgendwann zum Knutschen übergehen. Darin ist Mr. Undercut unschlagbar. Keiner küsst so leidenschaftlich wie er. Seine Küsse allein machen mich jedes Mal wieder ganz wuschig. Tattoos, Zigaretten, Undercut, Bier, nett aber doch auch rotzig. Er macht mich einfach an. Unter wildem Knutschen und Ausziehen irgendwann von der Couch aufs Bett gewechselt. Letztes Mal hatte er mich so geil zum Orgasmus geleckt, dass ich danach zu nichts mehr zu gebrauchen war. Er hatte quasi noch einen Orgasmus gut. Er fing wieder an mich mit der Zunge zu befriedigen. Dieses Mal aber nicht bis zum Ende. Zwischendurch legte er sich immer wieder auf mich, rieb mit seinem geilen großen Penis über meinen Venushügel. Kam mir damit nahe aber nicht zu nahe. Leckte wieder. Dann wieder sein Schwanz an meiner Muschi. Näherte sich immer mehr dem Eingang an. Ohne Gummi. Ich war geil. Das war so verboten, machte mich noch geiler. War mir sicher, dass er sich das nicht trauen würde. Hatten bisher immer mit Gummi Sex gehabt. Er wirkte nicht wie der Typ der es auf ungeschützten Verkehr anlegen würde.

Das Spiel mit dem Feuer, mit den Grenzen machte mich an. Und dann tat er es. Er drang zwei drei Mal kurz in mich ein, gar nicht weit. Und dann zog er sich gleich zurück. Ich überlegte, ob ich was sagen sollte oder nicht. Verhütete noch hormonell, so dass es dahingehen keine Konsequenzen haben konnte. Ehe ich mich versah kam er dann auch schon außerhalb meiner Muschi. Das war schräg, weil es so schnell ging. Gar nicht so richtig wie vögeln war. Raus, rein gleich abgespritzt. Sonst hatte viel länger gebraucht. Er war glücklich und befriedigt. Dieses Mal kein Orgasmus für mich. Aber das war okay. Schließlich hatte ich ja irgendwie Vorsprung gehabt. Wir sprachen nicht drüber. Sondern legten uns schlafen. Er musste früher raus. Ich konnte in seiner Wohnung ausschlafen und dann in die Arbeit fahren.

Danach hatten wir eine Weile keinen Kontakt, was aber nicht ungewöhnlich war. Irgendwann schrieb ich ihn wieder an und fragte, wie es ihm so ginge und da antwortete er mir erstaunliches.

Es ginge ihm gut. Neuer Job. Der Grund warum er sich nicht gemeldet hatte, war folgender: „Ich habe mich nicht mehr gemeldet, weil ich Dich jetzt nicht mehr mit Gummi ficken will, aber Dich auch nicht dazu überreden möchte. Wenn man ein Mal diese Realness gefühlt hat, dann geht das nicht mehr mit.“

Huch, da war ich nun richtig Baff. Einmal ohne Gummi ist nicht schön, aber es ist passiert. Aber deswegen immer ohne Gummi?? Weil man mal ohne hat, dann geht es nicht mehr mit? Weil ich immer rausfinden möchte was Menschen so antreibt, habe ich ihn gefragt, ob er sich denn keine Sorgen macht, sich etwas zu holen. Deine Antwort: Er glaubt nicht, dass ich ohne Gummi wild in der Gegend rumvögel, und er macht es auch nicht. Mit Punkt 1 hat er prinzipiell recht, aber mit ihm ist es mir ja schließlich auch passiert. Punkt 2 kann ich nicht einschätzen, ob es stimmt, aber mit mir ist es ihm schließlich auch passiert.

Er fragte: „Es ist passiert und dann wieder mit? … dazu fand ich es ohne viel zu geil … und ich sag ja, ich will Dich zu nichts überreden. … aber da ist, als wenn man nach einigen Tandem-Fallschirmsprüngen zum ersten Mal alleine springt und danach wieder zum Tandem zurück wechselt.“

Immerhin nett, dass er mich nicht überreden will, ABER.. Not. Das geht gar nicht. Ich war sehr überrascht von dieser Einstellung. Habe mir seine Aussage immer mal wieder im Kopf umhergehen lassen. Ernsthaft lieber kein Sex als mit Gummi?

Unser letztes Treffen war im September. Der Sex mit ihm geht mir wiklich ein wenig ab, aber das Ohne-Gummi-Ding läuft nicht. Gestern habe ich ihn wieder anschrieben und gefragt, ob er doch wieder Lust auf einen Tandemsprung hat.

Die Leidenschaft kehrt zurück

Da setze ich mich wie so eine Großstadt-Singlefrau am 4. Adventssonntag abends in den hippen Burgerladen bei mir um die Ecke um nicht das Gefühl zu haben einsam und allein zu Hause zu sitzen. (Keine Sorge – ich war untertags mit Freunden unterwegs). Plötzlich bin ich von lauter Familien mit Kindern umzingelt. So hatte ich mir das nicht vorgestellt. Wie soll ich mich auf Texte über Sex konzentrieren in diesem Familienidyll?

Die ersten zwei Monate mit einem Vollzeitjob sind vorbei. Ich bin happy, habe mich langsam an die Arbeitsstunden gewöhnt. Ich liebe meinen Job, gehe gern in die Arbeit. Spontane Sexabenteuer gehen aber jetzt nicht mehr ganz so einfach wie früher. Nichtsdestotrotz habe ich noch Sex. 🙂 Allerdings auch nicht überragend viel in den letzten zwei Monaten.

Die Beziehung zwischen Mr. Bondage und mir war ziemlich abgekühlt. Es fühlte sich an, als würde er mich freigeben für eine „Richtige Beziehung“ Als hätte er gespürt, dass er mich loslassen muss, dass ich im Kopf (und Herzen) frei werden kann für etwas Neues. Wir sahen uns noch ab und an um gemeinsam Essen zu gehen und zu quatschen. Über den Sommer/Herbst hatten wir nicht oft gesehen. Ein, zweimal waren wir Essen, wenn er auf Durchreise in meiner Stadt vorbeikam. Ich war auch lange nicht mehr bei ihm gewesen. Dann fragte ganz unerwartet, ob ich ihn denn mal wieder besuchen will. Ich freute mich sehr und stimmte zu. Voller Vorfreude fuhr ich zu ihm. Wir gingen in unser Lokal, in dem wir meistens Essen waren. Der „alte“ Mann und das bunte Mädchen wieder zusammen. Die Chemie stimmte, der Humor passt. Es fühlt sich immer so leicht an mit ihm. Ich kann einfach ich sein. Er mag mich so wie ich bin. Das genieße ich sehr.

Ich freute mich auch darauf, mal wieder eine Nacht bei ihm zu verbringen, mit ihm kuscheln zu können. Mehr an Erwartungen hatte ich nicht. Händchenhaltend ging es Richtung Wohnung, vertraut wie eh und je. Während ich wie immer meinen ganzen Krempel auf einen Haufen werfe und auf die Toilette renne, hängt er alle seine Sachen ordentlich auf. Er setzt sich auf die kleine Bank im Eingangsbereich und wartet bis ich wiederkomme. Wie sehr ich mich auf das Ritual gefreut habe. Ich kniete mich vor ihn hin und zog ihm die Schuhe aus. Es machte mir Spaß ihm Freude zu bereiten, ihm etwas Gutes zu tun. Er hatte einen langen Tag hinter sich. Ich befreite ihn aus seinen Schuhen. Massierte seine Füße. Er genoss es. Ich sah es ihm an. Er genoss es nicht alleine zu sein. Er genoss es Nähe zu bekommen. Er freute sich, dass ich bei ihm bin. Ich zog ihn weiter aus. Socken. Hemd. Unterhemd. Hose. Unterhose. Da stand er nackt. Ich kniete mich hin und nahm seinen Schwanz in den Mund. Ungefragt. Er wurde hart. Sprang auf die Berührungen an. Fing an zu saugen und lecken.

Als er geil geworden war übernahm er die Führung. Befahl mir aufzustehen. Mich auszuziehen. Ich zog mich ganz aus. Er stellte sich hinter mich. Freute sich über meine Brüste, berührte sie. Spielte mit meinen Nippeln. Intensives Knutschen. Ich stand nackt vor der Eingangstür. Er befahl mir mich an die Türe zu stellen. Hände nach oben, Beine breit. Dann ging er weg. Dimmte das Licht in der Wohnung. Ich stand nackt an der Türe. Erwartungsvoll. Konnte die Nachbarn in der Wohnung gegenüber hören. Das machte mich an. Meine Brüste drückten gegen die kalte Türe. Er kam wieder berührte mich. Fing an mir auf den Hintern zu schlagen mit seiner flachen Hand. Fing ganz leicht an. Das war sehr unerwartet. Mal wieder spielen, so ein klein wenig. Wie hatte ich das vermisst. Die Dominanz, auch die Schläge. Ich stand an der Türe. Stöhnen entfuhr mir. Ich wurde feucht. Er ließ seine Hände über meinen Körper gleiten. Fasste mir zwischen die ausgebreiteten Beine. Er stellte sich hinter mich. Drückte seine Erektion gegen meinen Arsch. Ich streckte ihm meinen Hintern noch weiter entgegen. Dann zog er mich weg von der Türe Richtung Bett. Dort machte er mir mit seinen Händen einen Orgasmus. An mehr erinnere mich nicht mehr. Es war intensiv und schön gewesen.

Als ich am Morgen aufwachte, war er schon in die Arbeit gegangen. Er hatte mir eine WhatsApp-Nachricht geschrieben: „Buntes Mädchen, da liegt ein Höschen mit Pünktchen auf meinen Schuhen am Eingang … wie unauffällig! :-)“ Ich musste sehr lachen.