Wenn im Club die Empfindungen mit einem durchgehen – der Frischling Teil 2

Er war neugierig, aber blieb nie sonderlich lange an einer Szene stehen. Schlenderte wie rastlos durch die Zimmer. Immer mal kurz zusehen, dann wieder weiter. Es war nicht zu erkennen, wie er fand, was er sah. Keine Ahnung, ob er das Geschehen nicht an sich ranlassen wollte. Mögliche Erklärungen wären, dass ihm entweder nichts, was er sah richtig zusagte. Oder, dass er nichts verpassen wollte und immer auf der Suche nach noch einer besseren Szene war. Oder dass er ihm, wie auch mir am Anfang, unangenehm war einfach zuzugucken. Ich kam mir zu Beginn auch erstmal wie ein komischer Spanner vor, beim ungeniert Menschen anglotzen, die gerade Sex miteinander haben. Man bekommt das ja sonst eher nicht zusehen. Und ich ließ mir anfangs noch mehr wie jetzt, nicht so gerne beim zusehen zusehen. Wollte nicht, dass jemand sehen kann, ob mich etwas anturnt oder nicht. Ob einer meiner Erklärungsversuche auf sein Empfinden zutrifft, weiß ich nicht. Er fand es jedenfalls interessant, sagte er. Wobei das ja viel heißen kann. Zwischendurch gingen wir was Essen. Mr. Workaholic fühlte sich grundsätzlich wohl in dem Club, Essen und Sauna war gut.

Danach zogen wir immer wieder durch die Zimmer. Manchmal zog er alleine los. Er sagte, dass immer so viel los ist, wenn wir gemeinsam irgendwo reingingen. Da so wenig Soloherren da waren, die man als Traube hinter sich herziehen hätte können, war mir das bei den Pärchen gar nicht so sehr aufgefallen. Ich habe angenommen, dass die eben auch alle einfach auf der Suche waren nach einer Szene, einem Moment der ihnen zusagte. Er konnte aber schon auch Recht haben damit, dass die uns auch durchaus interessant fanden und abwarteten, wo wir hingehen. Es gab schon auch die ein oder andere Frau, die offensichtlich auf ihn abfuhr.

Irgendwann stach mir ein BDSM-Pärchen ins Auge. Jung und schön. Er als Dom optisch genau mein Typ und auch wie sie spielten, traf genau meine Fantasien. Beide tätowiert und sehr harmonisch zusammen. Sie hatte auch viele Piercings, einen kurze Undercut, aber wirklich sexy. Sie hatte verbundene Augen. Das erinnerte mich an meine ersten Besuche im Pornokino mit meinem Dom. Ich wußte genau, was das mit ihr machte, wie es sich anfühlt, nicht zu wissen, was passiert, wer einen anfasst. Manchmal ließ ihr Dom sie auf eine der großen Matratzen liegen. Auf den Rücken mit weit gespreizten Beinen. Dann ging er weg von ihr, ans andere Ende des Zimmers. Er passte auf sie auf, aber ließ anderen die Möglichkeit sie anzufassen. Das Erstaunliche war, dass niemand sich traute. Normalerweise wird man immer angefasst. Aber sie lag da, freier Blick und Zugang zu ihrer Muschi mit gespreizten Beinen mitten auf der Matte und niemand traute sich hin.

Das zeigte auch wieder, dass die „normalen“ Swinger mit den BDSMern wenig anfangen können. Das sind zwei verschiedene Welten. Ich springe manchmal zwischen den Welten. Damit bin ich aber eher ein Exot. Die meisten sind entweder das eine oder das andere, nicht selten mit eher wenig Verständis für die anderen.

Ihr Dom merkte, dass ich begeistert dem Spiel der beiden zusah. Er bot mir seine Sub auch immer wieder an. Allerdings halten sich meine Erfahrungen mit Frauen auch in überschaubaren Grenzen und ich fasse Menschen nicht so gerne unqualifiziert an. Deswegen war das weit außerhalb meiner Komfortzone, so dass ich sein Angebot mehrfach ablehnte. Mr. Workaholic sah meine Begeisterung für die Beiden, sagte aber auch, dass er damit so gar nichts anfangen konnte. Fand es – glaube ich – eher befremdlich die beiden spielen zu sehen. Nachdem ich den beiden ganz lange Zeit zugesehen hatte und auch oft mit ihnen durch die Räume gewechselt hatte, sah ich ihnen in einem kleineren Raum zu. Außer mir war niemand da. Er stand hinter ihr in einer Ecke und umarmte sie mit dem einen Arm und fingerte sie mit der anderen Hand. Sie genoß es sichtlich. Mr Workaholic war irgendwo anders unterwegs, weil er ja mit den beiden nicht viel anfangen konnte. Ich rang lange mit mir. War ja mit ihm gekommen, wollte ihn begleiten. Auch nichts ohne ihn tun. Überlegte, ob er es gut oder blöd finden würden, wenn ich mit den beiden mitspiele. Nach langem Ringen mit mir selbst, hüpfte ich raus aus meiner Komfortzone und kniete mich vor sie hin. Sie trug kein Höschen. Ich hatte ihre blankrasierte und gepiercte Muschi vor mir. Ich fing an ihre Oberschenkel zu streicheln. Überlegte immer, was ich mich trauen würde. Wie zum Henker fasst man eine gepiercte Muschi an. Ich streichelte vorwiegend in einer „neutralen“ Zone an den Oberschenkeln herum. Manchmal ließ ich meine Finger sanft über ihren Kitzler gleiten. Sie stöhnte. Es gefiel ihr. Aber ich wusste trotzdem nicht, wie weit ich gehen durfte. Ich sah Mr. Workaholic in den Raum kommen. Er sah, dass ich vor ihr kniete und sie streichelte. Ich war gespannt, ob er darauf reagieren würde. Er sah sich das ein Weilchen an und lief dann wieder aus dem Raum. Keine Ahnung, wie ich das nun deuten sollte. Ich streichelte weiter.

Irgendwann konnte Sie nicht mehr stehen und ihr Dom ließ sie auf die Matte liegen. Dort ergab sich die Möglichkeit, dass sie mich streicheln konnte, während ihr Dom sie leckte. Mr. Workaholic kam wieder und sah uns drei ein paar Minuten zu. Dann kam er zu mir und sagte, dass er gerne sofort gehen würde. Ich war überrascht. Es klang dringend. Ich stand sofort auf, entschuldigte mich bei den beiden und ging mit ihm. Was auch immer war, ich war ja in den Club gegangen um ihm alles zu zeigen, nicht um selbst Spaß zu haben. Er sah auch gar nicht gut aus, war ein wenig blass um die Nase. Wir packten relativ schnell unsere Sachen. Er hatte mir noch angeboten, dass er alleine geht und mich in ein paar Stunden wieder im Club abholten. Aber das wollte ich natürlich nicht. Als wir dann im Auto saßen, sprachen wir nochmal über das Erlebte. Ihm war schlecht geworden. Wie, wenn man mit vollem Magen ins Karussell steigt. Er hatte bisher immer monogam gelebt. Sex nur in einer Beziehung. Als er mir und dem Pärchen zugesehen hatte, konnte er seine Gefühle nicht mehr einordnen. Er empfand Erregung und Ekel zur selben Zeit. Zwiespältige Gefühle.  Ein Overload an Sex, an anderen Beziehungsformen, an Dingen die bisher weit weg waren. Irgendwann war es einfach zu viel geworden.

Das Reden im Auto auf dem Heimweg, brachte ein wenig Verarbeitung des Gesehenen mit sich. Manche Dinge muss man einfach sacken lassen. Für mich war das alles in Ordnung. Ich fand es gut, dass er einfach gesagt hatte, dass es ihm nun zuviel wird. Es war mutig Schwäche einzugestehen. Er ging an diesem Abend noch Laufen, lief ich den Kopf frei und schrieb dann noch mit einem grinsenden Emoji, dass er nun einen freien Kopf aber dicke Eier habe. Alles nur halb so wild. Es war für ihn allemal eine interessante Erfahrung. Als wir auf dem Heimweg über den Tag sprachen, reden wir auch über unser Verhältnis und er ließ anklingen, dass er mich als Freundin (Kumpel) sieht. Ich nannte das gefriendzoned. Er hätte nie Sex mit Freunden, sagte er. Ich konnte das nicht verstehen 🙂 Für mich kompliziert es Freundschaften nicht. Wir kommen aus zwei sehr entfernten Galaxien. Mal sehen, was das noch mit sich bringt.

 

Mit dem Frischling in den Club…

So ein erster Clubbesuch hinterlässt Eindruck. In welcher Form ist immer wieder spannend, wenn man Frischlinge begleitet. Dieses Mal war ich mit Mr. Workaholic. Denn habe ich auf einem BDSM-Speeddating-Abend in einer Kneipe kennengelernt. Mr. Bondage hatte mich dorthin mitgenommen und ich habe mich breitschlagen lassen, obwohl ich versuche mich sehr selten in der Szene rumzutreiben. Ich kann das übereinander Reden nicht ausstehen und will mich da in nix reinziehen lassen. Jedenfalls lernte man an diesem Abend durch das Format ziemlich viele Menschen kennen. Nachhaltig im Gedächtnis war mir nur Mr. Workaholic geblieben. Ein schöner Mann, Mitte 40 mit dem ich mich wirklich gut unterhalten hatte. Die Kommunikation lag sofort auf einer Wellenlänge. Allerdings hatte man immer nur ein paar Minuten Zeit bevor die Gesprächspartner wieder durcheinander gewürfelt wurden. Ich schrieb ihm schnell die Adresse meines Blogs auf seinen Zettel und war gespannt, ob er sich melden würde. Ich war mir nicht sicher, nachdem die Veranstaltung ausgerechnet mit der mir am wenigsten sympathischen Frau verließ, die noch dazu ein ganz anderer Frauentyp war als ich. Was mir den ganzen Abend nicht klar war, ist auf welcher Neigungsseite sich Mr. Workaholic sich so befindet. Bei den meisten Menschen hat man ja halbwegs ein Gefühl dafür, ob sie dominant oder devot sind. Er war gar nicht zu lesen. Ein erfolgreicher Mann, was er auch ausstrahlte, deswegen mutmaßlich dominant, wirkte aber in dem ganzen BDSM-Kontext so ganz unsicher, dass es mir einfach nicht klar wurde. Ich hatte ihn aber auch nicht gefragt.

Nachdem er mit der Frau an dem Abend verschwunden war, rechnete ich eigentlich nicht damit nochmal was von ihm zu hören. Aber ganz unerwarteterweise poppte schon am nächsten Tag eine Mail in meinem Postfach auf. Ich freute mich sehr und war sehr erstaunt. Er hatte die Seite gefunden. Und sich auch davon nicht abhalten lassen zu schreiben. Eine Weile später verabredeten wir uns auf einen Weihnachtsmarktbesuch. Der Abend war wirklich toll. Wir haben in vielen Dingen die selbe Meinung, sind beide überzeugte Europäer, hatten ein tolles Gespräch. Ich habe es wirklich genossen, ich glaube er auch. Vermutlich bin ich ein wenig anders als die Frauen, die er typischerweise sonst so kennenlernt. Ich hoffe, dass wir das bald wiederholen würden. Aber wie sein Name schon sagt, dass ist mit ihm nicht ganz so einfach, weil er viel arbeitet. Aber ich bin ja ein geduldiger Mensch. Er war über den Jahreswechsel beim Skifahren, so dass wir uns erst vor kurzem wieder gesehen haben.

Er hatte die Frau auf dem Speeddating nur zur Ubahn gebracht, erzählte er mir. Und ich glaube, dass er gar nicht viel von meinem Blog gelesen hat. Da ist er irgendwie nicht der Typ für. Wir trafen auf einen Kaffee in einem Cafe und quatschten. Er ist eigentlich ein sehr monogamer Mensch. (Da sind wir zwei ja eine Wahnsinnskombination). Mal einen Singlemann kennengelernt und dann ist der das glatte Gegenteil von mir. Ich nehme ihm auch ohne zu zweifeln ab, dass er seiner Exfrau nie fremdgegangen ist. Allerdings ist er zu Zeit auf der Suche. Ich glaube er weiß nur selbst nicht nach was. Ich glaube gar nicht so sehr nach einer konkreten Beziehung, sondern nach sexueller Erfüllung. Allerdings hat er bereits nach dem BDSM-Speedddating schon ausgeschlossen, dass diese Spielart was für ihn sein könnte (finde ich erstaunlich, dass man das nach einem Abend, wo Menschen nur drübergeredet haben schon kann). Aber da war er sehr klar. Das erklärt auch irgendwie, warum ich ihn dominant/devotmäßig gar nicht einschätzen konnte. Es ist einfach nicht sein Thema. Er war aber immer noch neugierig auf Dinge die man sonst noch ausprobieren kann. Ich hatte ihm schon vorher von den Swingerclubs in der Stadt erzählt und ihm angeboten, dass wir ja mal zusammen hingehen können.

Den Sonntag nach unserem Kaffee-Date hatte er noch nichts vor, also planten wir einen Clubbesuch. In einem größeren bei uns in der Gegend ist am Sonntag immer „Wellness“-Tag, heißt man kann auch in die Sauna gehen und sich massieren lassen. Der Club hat da ab dem Vormittag auf. Wir verabredeten uns für Mittags. Er mag Saunen und meinte, dass er das einfach wie einen Saunaaufenthalt nimmt, bei dem halt Drumherum noch andere Dinge passieren. Beim Packen meiner Tasche vorher fiel mir dann auf, dass ich gar nicht wusste, wie denn dort untertags der Dresscode sein würde. Ich war nur mal im Sommer am Sonntag gewesen. Da gibt es einen großen Garten und alle liefen wie im Freibad rum. Ich packte also einmal ein Strandtuch und FlipFlops ein und aber auch mein normales Cluboutfit. Dann konnte ich mich anpassen.

Er sammelte mich ein und eröffnete mir dann, dass er Schuhe und alles vergessen hat. Aber er würde sich dann halt dort einen Bademantel leihen und barfuß wäre kein Problem für ihn. Puh, Bademäntel würde es da nicht geben und barfuss ist schon eher schwierig so den ganzen Tag. Aber er klang so sicher, dass ich nicht widersprechen wollte. Wird schon irgendwie gehen.

Wir kamen am Club an. Es war Mittags rum. Es waren noch nicht sehr viele Autos da. Gut zum Eingewöhnen dachte ich mir. Ich ging voraus. Wollte auch bezahlten, ließ er mich aber nicht. Er fragte nicht nach einem Bademantel. Auf dem Weg zur Umkleide begegneten uns ein paar Menschen im Cluboutfit. Als Paar bekommt man (zumindest war es bei mir bisher immer so) meist einen gemeinsamen Spind. Da wir ja bisher Null intim waren, ist es schon komisch, wenn man sich dann nebeneinander auszieht. Ich ließ ein Höschen an, wickelte mir das Strandtuch rum und zog meine Flipflops an. Er hatte (zum Glück) eine schwarzes T-Shirt und eine schwarze enge Shorts an. Und war barfuß. Wir gingen als allererstes in den Saunabereich und reservierten uns klassisch-deutsch mal zwei Liegen. Dann zeigte ich ihm den Club. Wenn man schon oft im Club war, dann sieht man gar nicht mehr, dass in den meisten Pornos auf Bildschirmen laufen. Wenn man bisher nur in Saunas war, dann bemerkt man das  natürlich. So der erste Aha-Moment. Wir gingen an den verschiedenen Spielzimmern vorbei. Es war auf den Matten nur wenig los. Wir guckten so im Vorbeigehen rein und er nahm die ersten vögelnden Paare wahr. Nach der ersten Orientierung gingen wir in den Saunenbereich. Wir machten uns es auf den Liegen bequem. Wir quatschten erstmal.

Dabei wurde natürlich auch klar, dass wir bisher nie darüber geredet hatten, ob zwischen uns was laufen würde. Ich merkte, dass er mich als Mensch spannend findet. Aber ich habe keine Ahnung, ob ich ihn als Frau/potentielle Sexpartnerin interessiere. Ich glaube ja, dass ich optisch nicht sein Typ bin, Optik für ihn aber nicht alle ist. Er hatte mich bis dato mit keiner Silbe angegraben. Naja, mal sehen was passiert. Im Gespräch winkte er allerdings schnell ab und sagte, dass er sich sicher sei, dass er hier und heute nichts anstellen werde. Ich hatte ihm angeboten, dass wenn er Lust bekommt, er es nur sagen müsse. Er erklärte mir, dass er bisher ausschließlich monogam gelebt habe. Wir sind schon eine lustige Clubkombination.

Zum Akklimatisieren ging er erstmal in die Sauna, während ich mir ein Buch schnappte und las. Ich gehe nicht gern saunieren, von dem her ließ ich ihn allein gehen. Aber ich stellte fest, dass lesend auf der Liege im Swingerclub schon auch schräg ist und die Anderen ein wenig irritiert schauen. Die meisten waren eher im Cluboutfit unterwegs. Keine Frau außer mir trug FlipFlops. Also ging ich mich relativ schnell umziehen und warf mich in mein Cluboutfit mit den Halterlosen und den Pumps. Ich glaube er fand mein Outfit ganz gut soweit. Nach einer Weile wurde er wohl neugierig undwollte sich das Geschehen in den Spielzimmern ansehen, also zogen wir los. Ich war sehr gespannt, wie er darauf reagieren würde. Als wir durch die Räume gingen, wurden wir auch immer von den anderen Pärchen abgescannt, so als potentielle Sexpartner. Das amüsierte mich. Soloherren waren maximal eine Handvoll anwesend. Wir kamen in ein Zimmer wo Menschen zu gange waren. Ich war sehr gespannt, ob es ihn eher an- oder abturnte Paaren beim Sex zuzusehen…

Themenspeicher:

  • Verrückter Italiener und die Familiengründung
  • Vorweihnachtliches Wiedersehen mit dem Tech-Nerd
  • Spätnachts bei Mr. Gentleman
  • Das H-Problem, das zum A-Problem wird
  • Verstört im Club
  • Piercing trifft Piercing
  • Leidenschaft in seinen Augen
  • Mal ein richtiges Bett

Swingerclub-Entjungferung

Vorne weg: Vielen lieben Dank für die gedrückten Daumen  und die unzähligen Glückwünsche, die mich erreicht haben. Das hat mich bewegt und bin total geflasht von eurer Anteilnahme, an dem was ich tue.

Eine Geschichte aus der Lernphase vor der Prüfung. In der Zeit hatte nicht die Muse sie niederzuschreiben.

 

Ich erinnere mich noch ziemlich genau an meine Gefühle vor meinem ersten Swingerclub- Clubbesuch mit JD. Ich konnte vor Aufregung die Nacht vorher wenig schlafen. Vor Allem beschäftigte mich die Frage nach den passenden Klamotten sehr. Weil ich eben so gar kein Gefühl und Vorstellung davon hatte, wie die Menschen in so einem Club aussehen.

Mittlerweile war ich doch einige Mal in einem Club gewesen und der Clubbesuch hat seinen Schrecken verloren. Manchmal bin ich zwar noch ein bisschen aufgeregt, wenn es in einen neuen Club geht. Aber eigentlich trifft der Satz „Kennst du einen, kennst du alle“ weitestgehend zu.

Ich erinnerte mich an meinen Besuch, weil ich mit dem Kommilitonen mal über einen Clubbesuch gesprochen hatte. Er war noch nie in einem gewesen. Ich hatte ihm angeboten, dass wir mal gemeinsam in einen gehen könnten. Das war neben der Tatsache, dass er jemanden dabeihat, der sich auskennt, auch noch billiger. In all dem Lernstress für die letzte Prüfung hatte ich das Bedürfnis mal wieder einen Club zu gehen. Gar nicht um Sex zu haben, sondern an einem Ort zu sein, wo Sex haben das normalste der Welt ist. An einem Ort zu sein, den meine Mutter vermutlich nicht gutheißen würde. Der für mich immer noch ein klein wenig Verwegenheit, was Verbotenes ausstrahlt.

Der Kommilitone und ich würden dort unter der schon lange mal besprochenen Prämisse hingehen, dass ich an Sex mit ihm nicht interessiert war. Ich würde ihm einfach einen Club zeigen, wir würden Essen und Trinken und uns umsehen was dort so passiert.

Die Anspannung vor der letzten Prüfung hatte körperliche Auswirkungen hervorgerufen. Ich hatte Rückenschmerzen und war zusätzlich unglaublich verspannt. Das Spezialgebiet meines Kommilitonen sind Massagen. Er hat sich ein umfangreiches Wissen im Bereich Tantra angeeignet und ich war immer mal wieder in den Genuss einer Massage gekommen. Es ist sein Faible, seine Leidenschaft. Ich konnte eine Massage dringend brauchen. Also schlug ich ihm den Deal vor, dass ich den Eintritt bezahlen würde, wenn ich im Gegenzug eine Massage bekäme. Er war einverstanden. Vermutlich würde er so schnell auch nicht mehr für quasi lau in einen Club kommen. Da es unter der Woche war, war der Preis okay.

Dann macht ich per WhatsApp eine Fernberatung zum Thema Club-Klamotte. Er fragte mich, ob er denn seinen Lunghi (sein Tuch), das er beim Tantra-Massieren sonst üblicherweise trug anziehen könnte. In dem Club, in den wir gehen wollten, hatte ich noch nie jemanden mit einer derartigen Bekleidung gesehen. Also riet ich ihm davon ab und sagte ihm, dass es beim ersten Besuch, wenn man eh mit ganz vielen anderen Eindrücken/Gedanken beschäftigt ist, Sinn macht, den Klassiker zu tragen: Schwarze enganliegende Shorts und ein schwarzes Shirt. Damit konnte er nichts falsch machen. Den Lunghi riet ich ihm, sollte er einpacken. Den kann er dann ja optional, wenn er sich denn wohlfühlen sollte, immer noch anziehen.

Wir trafen uns und betraten den Club gemeinsam. Es schon relativ spät abends unter der Woche. Also waren nicht sonderlich viele Besucher da. Vielleicht so knapp über 20. Aber das war mir gerade Recht. Einfach nur sexy anziehen, ein wenig Essen, ein bisschen gucken und eine Massage bekommen. Und einem Mann in das Clubleben einführen. Das könnte ich mir so Patenmäßig für Erstclubbesucher öfter vorstellen. Ohne Verpflichtung.

Umkleidebereich, gemeinsamer Spind, Handtücher, kein Handy mitreinnehmen. Das sind die ersten Schritte in die Swingerwelt. Ich wie immer schwarzes Kleid, Pumps und Strapse. Ich mag das. Muss mir aber dringend mal noch das ein oder andere Outfit leisten. Das steht dann mal auf meiner To-Do-Liste 2016. Barbereich: erst Mal hinsetzen, was trinken und ihn ankommen lassen. Er hatte leider seine Badeschlappen zu Hause vergessen und war Barfuß unterwegs. Kann passieren. Dann mit dem Drink am Tisch sitzen und sich umsehen, was sich dort im Club für Menschen rumtreiben. Es war auch an diesem Abend ziemlich bunt gemischt. Es waren so alle üblichen Clubbesucher da. Die Handtuchträger, zwei junge, ziemlich sexy Pärchen, das Singer-Pärchen jenseits der 60, der dicke Mann im Stringtanga, älterer Herr mit junger Begleitung.

Nach einer Akklimatisierungsphase holten wir uns was zum Essen am Buffet. Der Porno auf dem TV über der Bar lenkte ihn anfänglich beim Essen ab. Das ging mir bei meinem ersten Clubbesuch auch so, dass ich von den Pornos, die liefen in Beschlag genommen war. Also wir fertig gegessen hatten, gingen wir nach oben in den Spielbereich und ich zeigte ihm die verschiedenen Spielwiesen und Höhlen. Und was passiert, wenn die Soloherren, Stöckelschuhe hören. Es war Herrenüberschuss. Nicht krass, aber sobald wie in die Nähe der Spielwiesen kamen, hofften die natürlich, dass sie zum Zug kommen würden. Mittlerweile lässt mich das einfach schmunzeln. Ein Pärchen hatte sich in einen abgesperrten Bereich zurück und machte unter Beteiligung eines Soloherren Sex. Aber leider waren sie gerade fertig als wir gucken wollten. Da sonst gerade nichts passierte, zogen wir uns in den Raum mit der Massageliege zurück. Und ich bekam eine wundervolle, entspannende hingebungsvolle Rückenmassage. Nicht mehr und nicht weniger war mein Begehr. Ich war deutlich entspannter und gut eingeölt.

Dann gingen wir wieder nach unten, was trinken. Ich hätte natürlich Sex haben können. Als ich an die Bar ging stand ich zwischen zwei Soloherren. Die waren nicht schlecht gebaut und nutzten auch gleich die Gelegenheit mich anzuquatschen. Aber schon nach kurzem Smalltalk merkte ich, dass das nicht, dass mich das vom Niveau her nicht kickte. Sex ist trotz dem ich viel davon mit unterschiedlichen Partnern habe, nichts Wahlloses geworden. Ich wollte einfach nicht. Das hätte mir nichts gegeben. Es muss da was passieren im Kopf. Vielleicht ändert sich das in meinem Leben noch irgendwann mal. Aber momentan muss ich es nicht übers Knie brechen.

Nachdem eines von den attraktiven Pärchen nach oben ging, schickte ich den Kommilitonen zum Gucken nochmal nach oben. Ich war mit dem Abend schon zufrieden. Es ist zwar nicht viel passiert, aber ich finde um ihm mal einen Club zu zeigen, zum ersten Rantasten, war das schon in Ordnung