Ich wollte ja mal wie Carrie Bradshaw werden – nur ohne High Heels und Monogamie

An Weihnachten war ich zu Hause bei meinen Eltern. Die kompletten drei Tage. Der Rettungsanker zu dem ich mich in den Jahren vorher immer mal abgeseilt hatte – die zwei Besties – waren in diesem Jahr maximal weit entflohen. Bis auf eine Ostseeinsel. Zu weit für eine kurze Flucht. Also wollte die Zeit miteinander verbracht werden. Ich mag meine Eltern und bin gerne und auch oft da. Aber so drei Tage am Stück ohne eigenes Zimmer ist dann schon irgendwie lang. Meine Mam schlug vor – meine Eltern haben dekadenterweise ein Sky-Abo – dass wir ja Sex and the City die neuen Folgen schauen könnten zusammen. Klar doch. hihihi. hi. hi. Ich quatsche ja echt mit jedem über Sex, aber bei meinen Eltern bin ich da maximal nicht daran interessiert. Keine Ahnung, da bin ich oberverklemmt. Das würde also ein Spaß werden. Sowas gucke ich sonst mit den Besties, so mit GinTonic, Kichern und eigene Sexgeschichten erzählen.

Und ja ich habe gelitten, als es um Masturbieren in der Öffentlichkeit ging. Und ich musste meiner Mam dann erklären was queer und nonbinär meint. Meine Eltern sind halt doch Boomer – dasselbe Alter wie die Protagonistinnen in SATC. Immerhin werden Frauen in dem Alter mit den neuen Folgen mal sichtbar gemacht. Jedenfalls erinnerte mich das Schauen der Serie daran, wie ich zu Beginn meiner Bloggerinnenzeit davon geträumt habe, dass ich einen ultra-erfolgreichen Blog über Sex erschaffen könnte, so ein bißchen wie Carrie Bradshaw. Und dann würde ich reich und berühmt und könnte nur noch vögeln und schreiben. Carrie, nur ohne die High Heels und weniger Monogamie. Aber naja, manchmal kommt es anders als man träumt. Immerhin ist mein Sexleben 1000 Mal spannender als das von Carrie. So.

Also hoffentlich bald wieder. Ich suchte (von Sucht, nicht suchen) seit 3 Tagen „Türkisch für Anfänger“ und hänge sabbernd an Elyas M´Barek bzw seinem Serien-Alterego Cem. Dieses das brave Mädchen kriegt den hotten bösen Buben rum-Geschichten-Ding funktioniert irgendwie einfach immer bei mir. Wenn die sich nach gefühlt 15 Folgen Vor(spiel)geplänkel zum ersten Mal küssen, da brauch ich keinen Porno mehr. Das macht irgendwie viel mehr in meinem Kopf.

Aber sorry für Geschichte, ich bin so ultra horny, weil ich am 1. Dezember eine OP hatte und seitdem nahezu komplett sexlos bin. Bei mir wurde ein Lipödem diagnostiziert, also eine Fettverteilungsstörung. Ich bin im Stadium 2, hab zum Glück keine akuten Beschwerden oder Schmerzen. Aber natürlich auch keine Lust, dass es noch schlimmer wird und ich kaputte Knie und ein komplett kaputtes Selbstwertgefühl kriege. Es hilft nur eine medizinische Fettabsaugung (Liposuktion). Zahlt leider niemand – „weil Frauenkrankheit und die Fetten würden sich ja dann einfach alle Fett absaugen lassen“ – Erster Kostenvoranschlag 3 OPS á 9500 Euro. Alter, da krieg ich ein E-Auto von. Da ich dem Arzt nicht das Dritthaus in Starnberg finanzieren wollte, habe ich mir einen Doc ein Stück weiter weg gesucht. Erste große OP 10.000 Euro, dann noch eventuell eine kleinere für 3000 Euro.

Auch nicht wenig, aber deutlich besser. Mit der Aussicht, dass man da wochenlang ein Kompressionsmieder tragen muss, lehnte ich den ersten Termin, den er mir für die OP angeboten hatte im Juli ab. Dezember war da viel besser. Eigentlich war erst klar, dass ich es wirklich mache, als ich die Zusage hatte meinen Job, auf den ich kommissarisch befördert worden war, auch behalten zu können. Sonst wäre das mit dem Kredit für die OP eng geworden. Jetzt sind 4 Wochen seit der OP vergangen. Die Hamätome sind fast verschwunden, die Schwellungen noch nicht ganz. Ich sitze auf meinem Bett in meinem Kompressionsmieder. Ich dürfte seit zwei Nächten wieder ohne das Ding schlafen, hab es aber nach der ersten Nacht wieder angezogen, weil es sich ohne noch sehr seltsam anfühlt. Die Oberschenkel sind noch ziemlich taub. Mir sind von den Knien bis zur Hüfte 6.8 Liter Fett abgesaugt worden. Der Doc ist da ziemlich ans Limit gegangen. Etwa 5 Stunden Vollnarkose. Mit 10 Tagen Resturlaub bin ich in die OP gegangen, weil man wird ja auch nicht Krankgeschrieben. Und lerne, dass man 14 Tage auf jeden Fall rechnen muss, dass man raus ist aus dem Job.

Die Besties haben mir in der Zeit nach der OP den Arsch gerettet. Ich durfte bei ihnen unterkommen. Erst war gedacht von Donnerstag bis Sonntag, daraus wurde noch ein Sonntag später. Sie haben mich bekocht, ertragen, Thrombose-Spritzen gegeben, rumgefahren, meine nackten geschundenen Bein fotografiert, das vollgesaute miefende Mieder mit der Hand gewaschen, mir als nackter Käfer auf dem Rücken liegend wieder ins im Schritt offene Mieder reingeholfen, waren mit mir um den Block Gassi, auch wenn so langsam eigentlich kein Mensch laufen kann, meine Wäsche gewaschen, mich mit ungewaschenen Haaren ertragen und viel gelacht. Ich bin unendlich dankbar. Und eigentlich fällt mir nun nichts mehr ein, was mir in dieser Freundschaft noch peinlich sein müsste.

Ob die OP nun was gebracht hat, das schreibe ich, wenn ich es weiß. Das Mieder muss ich noch etwa 10 Wochen tragen. Was das Dating-Game neben Omrikon ein wenig schwierig macht aktuell. Ich will niemanden treffen, der mich noch nicht kennt. Hach ja Corona – heute vor einem Jahr hatte ich mir das Virus schon einfangen und wusste noch nichts davon. Es nervt mich immernoch, dass es mich erwischt hat. Deswegen bin ich aktuell wieder sehr konsequent mit Maske, testen und impfen. Nochmal muss das nicht, zumal ich auch das Gefühl habe, dass es sich hin und wieder auf meine Leistungsfähigkeit auswirkt.

Die ersten drei Wochen nach der OP habe ich an Sex keinen Gedanken verschwendet, noch nicht mal masturbiert. Ich war einfach im Heilungsmodus. Aber jetzt bin ich langsam so überhorny. Immerhin habe ich nach Weihnachten ein Date gehabt mit Blowjob und einem geleckten Orgasmus für mich (während ich das Mieder anhatte – doch praktisch dieses unten offen :-)) Und Knutschen. Was ein Glücksgriff ist, denn die liierten oder zwar getrennten, aber Daddys unter meinen potentiellen Fuckbuddies sind zwischen den Jahren immer im Familien-/Pärchenurlaub. Also eigentlich die Dürrezeit. Bin zwar noch immer untervögelt, aber nicht ein klein wenig gelindert. Nächstes Jahr geht es dann wieder los, hoffe ich. Hab mir von einem Amorelie-Gutschein, den mir jemand mal geschenkt hat ein Strapon gekauft. Es steht da also was auf meiner Was-ich-ausprobieren-will-in-2022-Liste. Aber erst mal gut Rüberrutschen ins neue Jahr.

An Neujahr sehe ich dann alle meine Besties. Womit sich der Kreis zu Sex and the City wieder schließt. Wir sind im Ursprung vier Schulfreunde, die auch über alles reden können. Nur waren wir immer schon diverser aufgestellt als Carrie und Co., denn wir waren nie nur Mädels. Wenn schon nicht reiche und erfolgreiche Bloggerin, dann wenigstens mit unschlagbaren Freunden.

Beförderung – ohne Sex

Ich hab mich nicht hochgeschlafen – das vorne weg 🙂 Eigentlich war ich schon am überlegen, mir eine neue Stelle zu suchen, weil ich irgendwie festgesteckt bin. In einem eher für mich zu konservativen Betrieb, auf einer Stelle die deutlich unter meiner Qualifikation war. Mit zwei internen Bewerbungen, die nicht beachtet worden waren. Chef und ChefChef, die mich gefördert hatten waren in Rente. Neue Chefin kam. Ich schlug eine Projektstelle auf 2 Jahre vor mit besserer Eingruppierung um ein paar Digitalisierungs-Projekte voran zutreiben. Aber das mit befristeten Projektstellen mögen die in meinem Betrieb irgendwie nicht. Ich wollte aber die Digitalsierungsprojekte nicht unterbezahlt auf meiner aktuellen Stelle machen. So ganz kurz vor meiner inneren Deadline kam die Chefin ums Eck und bot mir eine vakante Referatsleitung an mit der Option 40 Prozent der Zeit Digitalisierung zu machen. Wow, deutlich mehr Gehalt – einziger Haken. Erstmal kommissarisch bis zum Jahresende. Aber besser als nix. Jetzt bin ich also zum ersten Mal Vorgesetzte – von einem kleinen Team. Erst noch Kollegen, jetzt bin ich die Chefin. Was lustig ist, wenn man den Kolleginnen vorher von schrägen Dates etc erzählt hat. Aber egal.

Sollte das über den Jahreswechsel hinweg so bleiben, wäre cool. Dann hätte ich zumindest vom Level auf dem ich arbeite endlich die verlorenen Jahre durch das zu lange Studium kompensiert.

Der Mehrverdienst eröffnet mir die Möglichkeit, dass ich nun die Lipödem-OP angehe. Das was mich aktuell am meisten quält. Seit meiner Covid-Erkrankung habe so 5 Kilo mehr, die ich nicht mehr loswerde und gefühlt hat das Lipödem nochmal einen Schub gemacht. Mein Oberschenkel reiben innen nun noch mehr aneinander. Ich merke, dass es so langsam Auswirkungen auf meine Körperstellung als Ganzes hat. Mein Bandscheiben-Vorfall wird durch das Mehrgewicht auch nicht besser. Alles Jöggen und trainieren hilft nix. Die Diagnose hatte ich mir bereits Anfang 2020 geholt. Zu der Zeit führte aber gar kein Weg hin das Geld für die Liposuktions-OP aufzubringen. Ich war bei mehreren Ärzten. Mein jetziger will 12500 Euro haben. Das ist noch ziemlich günstig. Der erste sagte 3 OPs für zusammen 27 000 Euro. Zu krass einfach.

Ich werde das aber aus verschiedenen Gründen auf 2 OPs aufteilen. Dann wird es noch ein wenig mehr von den Kosten. Aber das bekomme ich irgendwie hin. OP-Termin ist der 1.Dezember. Ich hatte schon einen Termin am 30 Juni gehabt. Aber 6 Wochen Mieder tragen im Sommer war mir dann doch zu krass. Ich will das weg haben, bevor es noch mehr Spuren an Körper und Geist hinterlässt. Vielleicht poste ich mal Bilder von meinen Beinen.

So viel zu einem kurzen Update. Sorry, weil schon wieder ohne Sex 🙂