Das Vorstellungsgespräch…

Dieser Blogeintrag beginnt mit einem sehr seriösen Angebot eines Mannes, der das Jammern über meine Jobsituation vernommen hatte. Nein, ich muss noch früher anfangen. Er hatte mir eigentlich schon vor vier Jahren, als ich nach dem Studium auf Jobsuche war zum ersten Mal einen Job angeboten. Aus irgendeinem Grund traute er mir zu, etwas zu können. Er ist in der Tat Geschäftsführer in einem kleinen Unternehmen. Aber es scheiterte bei mir einfach an der Tatsache, dass ich nicht die Stadt wechseln wollte. Er hatte mir auch in allen Phasen in denen ich Unzufriedenheit mit meiner Jobsituation äußerte immer wieder einen Job angeboten.

So auch jetzt, da ich wieder anfange zu jammern und mich unterfordert fühle. Diesmal kam er mit einer so konkreten Idee um die Ecke, die auch noch passte zu dem was ich kann, dass es ernster wurde. Man muss dazu sagen, dass wir uns nie getroffen hatten, sondern seit Jahren miteinander schreiben. Ein paarmal waren wir nahe dran gewesen, aber es hatte bisher nicht sollen sein. Ich spiele mit dem Gedanken irgendwann auf ein halbe feste Stelle zu reduzieren und freiberuflich die andere Hälfte zu arbeiten. Jedenfalls lag eine der Zweigstellen seines Unternehmens so günstig, dass es sich mit dem Urlaub verbinden ließ. Wir machten als einen konkreten Termin für ein Vorstellungsgespräch aus. Er bot mir an, dass ich dort in der Stadt übernachten kann und er mir dann das Hotelzimmer bezahlt (ohne, dass er mit dort übernachtet). Deal. Ich buchte das Zimmer, er würde mir dann das Geld geben. Das war der seriöse Teil. Es gab da in der Kommunikation zwischen Mr. Geschäftsführer und mir im Vorfeld des Vorstellungsgespräches aber noch den Moment in dem es flirty wurde. Es entwickelte sich zu einem spannenden Spiel zwischen seriös und sexy.

Das führte am Ende dazu, dass ich Lust bekam, mit dem Setting zu spielen. Ich packte also mal ein Business-Outfit ein (zumindest das was mein Schrank dahingehend so hergab.) Also Jeans, Blazer und Pumps (!). (Die habe ich sonst nur im Club getragen :-)) Ich hatte aber auch sexy Wäsche, Strapse und Spielzeug im Koffer. Man weiß ja nie. Auf den Fotos, die ich von ihm kannte, fand ich ihn durchaus attraktiv.

Wir trafen uns mittags vor dem Hotel und wollten dort bei einem Mittagessen unser Gespräch machen. Ich hatte mich echt aufgerüscht. Weil es mir Spaß machte und weil er mich auch in Turnschuhen akzeptiert hätte. Coronabedingt hatte das Restaurant zugemacht, wir konnten uns aber ins Café setzen, was wir dann auch taten. Er war mir gleich sympathisch. Und er trug natürlich des Gesprächs und seiner Rolle angemessen Anzug und Krawatte (steh ich halt auch irgendwie drauf). Dunkle tolle Haare, Lachfältchen, drahtig trotz Bäuchlein.

Ich bin mir ja nicht sicher, was sich die Damen vom Cafe gedacht haben, sollten sie auch nur ein wenig vom Gespräch mitbekommen haben. Es war wirklich eine kuriose Mischung zwischen Vorstellungsgespräch, privatem Kennenlernen, Flirten und Plaudern über Sex und das Bloggen. Wir hatten aber auch einen wirklich produktiven Teil über den Job. Das fand ich gut, weil ich mir das vorstellen kann, was er will und es wirklich eine Win-Win-Situation ist. Auch wenn die blasende Assistentinnen-Nummer ihren Reiz hat, ich wollte ja für seriöse Inhalte bezahlt werden.

Ein gutes Gespräch. Wir waren uns soweit handelseinig. Auch darüber, dass wir gemeinsam aufs Zimmer verschwinden würden. Also checkte ich ein. Auf dem Weg zum Auto um meinen Koffer zu holen, drückte er mir einen Umschlag in die Hand. Das war ein schräger Moment. Wie im Film, wenn er für seine Begleitung bezahlt. Fühlte sich ein wenig escortig an und ich mochte den Gedanken. Ich schaute nicht rein, sondern steckte ihn einfach in meinen Rucksack. So viel Vertrauen war da. Ich nahm an, dass es der Betrag fürs Zimmer war. Also 130 Euro. Er half mir ganz Gentleman den Koffer auf mein Zimmer zu bringen. Großes Zimmer, also in etwa so groß wie meine Wohnung. Er setzte sich auf die Couch. Ich wollte die Situation noch ein wenig anheizen, noch mehr damit spielen. Ich öffnete meinen Koffer, nahm den Beutel mit all meinen sexy Outfits und entschuldigte mich zum frischmachen ins Bad.

Aufregung machte sich in mir breit. Wir hatten Lust aufeinander. Er gab mir das Gefühl mich attraktiv zu finden. Da wollte ich ihm was bieten. Also zog ich mir schwarze Reizwäsche an. Eine Büstenhebe, die meine Brüste frei ließ, ihnen aber eine tolle Form gibt, darüber ein sexy Spitzenkleid. Ich legte noch das Strapsband um und zog mir die Strapse an. Es erregte mich, mich so aufzurüschen. Ich trug noch ein wenig Eyeliner auf und ein wenig Deo und richtete meine Haare. Keine Ahnung, ob er etwas ahnte, oder einfach nur ahnungslos wartete. Ich mutmaßte, dass die Aufregung in ihm hochkriechen würde. Ich wusste es zwar nicht sicher, aber er ist eigentlich weder der klassische Seitenspringer, noch sonst ein Aufreißer. Also für ihn war es sicher eine sehr wenig alltägliche Situation mit einer Frau mit eindeutigen Absichten auf einem Hotelzimmer zu sein. Ich war gespannt, wie gut er mit dieser Situation umgehen können würde. Da machte ich die Badezimmertüre auf. Er saß schräg gegenüber auf dem Bett. Ich lehnte mich lässig an den Türrahmen und wollte die Situation auskosten, wenn er mich in den sexy Sachen erblickte. Ein sehr breites Grinsen huschte über sein Gesicht. Ich lief auf ihn zu. Seinem Blick konnte ich entnehmen, dass ihm sehr gefiel was er sah. Dann setzte ich mich zu ihm auf die Couch. Ich fühlte mich sehr begehrenswert. Ich lehnte mich an ihn und sagte, dass dieser Moment bevor man zum ersten Mal intim wird, sich immer gleich schräg anfühlt. Dadurch, dass ich das thematisiert hatte, machte ich es uns leichter.

Dann küssten wir uns. Juhe. Wieder ein Mann der küssen kann. Die halbe Miete. Kann schon nicht mehr so viel schiefgehen. Ich ließ ihn meinen Körper erkunden. Streichelte ihm über den Schritt. Irgendwann wechselten wir aufs Bett. Ich hatte Lust ihm einen zu Blasen. Das würde die Vorstellungsgesprächs-Klischee-Fantasie noch komplettieren. Er zog sich aus. Ich nahm seinen Schwanz in den Mund und wollte ihn fertig hart blasen. Aber ich stutzte kurz. Es fühlte sich an, als ob seine Vorhaut verengt wäre, also nicht runterziehbar ist. Jetzt habe ich ja schon wirklich viele Schwänze geblasen. Aber ich erinnere mich nicht wirklich daran, das so ausgeprägt schon mal gehabt zu haben. Hmm, das warf schon mal meine normale Blasetaktik über den Haufen. Ich ließ mir aber hoffentlich meine kurze Verunsicherung nicht anmerken. Ich traute mich auch nicht fragen. Irgendwie wollte ich den Moment nicht zerstören. Manchmal macht man da bei jemandem ja ein Fass auf. Gut, dann einfach mal probieren, wie es funktioniert, ohne die Vorhaut zurückzuschieben. So ein wenig schade, ich konnte nicht mit meiner Zunge am Bändchen spielen. Ich blies also mit Vorhaut über der Eichel und spekulierte drauf, dass wenn es nicht funktionieren würde, was ich tat, er sich dann schon melden würde.

Seine Pläne waren aber erstmal andere. Er wollte lecken. Er erweckte den Anschein, als hätte er einfach Spaß daran mal wieder ausführlich eine Muschi lecken zu können. Na gut, ich lass mich dann auch nicht zweimal bitten und machte es mir bequem und spreizte die Beine. Ich war sehr gespannt, ob er wusste, was er tut. Die Antwort ist ja. Juhuu… Er leckte, wie ich blase. Rantasten an die Reaktion meines Körpers. Verschiedene Dinge probieren, spüren worauf ich reagiere. Lust anheizen, aber noch nicht aufs Ganze gehen. Potentieller Chef hat Leckprobe bestanden und mir einen 1A-Orgasmus geleckt. Und ich habe noch was gelernt. Er sagte mir, dass man mich ungewöhlicherweise mit seitlichen rechts/links-Bewegungen, statt von oben nach unten lecken müsse. Das war mir noch nie aufgefallen. (Alle Männer aufgemerkt!). Vermutlich hat es damit zu tun, dass ich auch mit seitlichen Bewegungen masturbiere und deswegen mein Kitzler so konditioniert ist.

Nun stand also noch meine Revanche an. Back to the Blowjob. Ohne den könnte das Vorstellungsgespräch nicht enden. Ich wollte ihn ja von all meinen Qualitäten überzeugen. Nun lehnte er sich zurück und ich blies seinen Schwanz wieder steif. Selbe Taktik, wie beim Anheizen. Und einfach Probieren was funktioniert. Es dauerte nicht sehr lange und er kam deutlich vernehmbar und sah sehr happy aus. Mission accomplished. Wir gingen danach noch Essen, unterhielten uns gut und waren uns sicher, dass wir uns wiedersehen werden. Beruflich, wie privat. Dann trat er seinen Heimweg an. Ich bin mir sicher, dass er nun immer wenn er in dieser Filiale ist mit einem Schmunzeln an unser Vorstellungsgespräch denken muss.

Lustiger Moment: Ich hatte ja noch vom Jäger das Glitzer-Einhorn im Dekolleté, dass ich mal kurz thematisieren musste…

Als ich allein zurück im Zimmer war, fiel mir der Umschlag wieder ein. Ich angelte ihn aus meinem Rucksack und wollte nachsehen, ob das Geld fürs Zimmer drin war. Ich öffnete ihn und war völlig irritiert. Zwei grüne Scheine ein paar braune. Das war ja viel zu viel Geld. Ich zählte durch. Alter Schwede oberkass 500 Euro. Für mich. So verrückt. Fühlte sich noch mehr escortig an. Mir gibt jemand soviel Geld. Das hatte er mir ja schon vorher gegeben. Ohne das irgendwas passiert war. Dabei hatte ich im Kopf kurz gewitzelt, dass meine Blowjobs schon krass gut sein müssten bei soviel Kohle. Ich schrieb ihm, dass er verrückt ist und ob er sich sicher ist, dass er mir das geben will. Ich hatte vergessen, dass er mir schon lange mal was Schönes schenken wollte. Dafür was das Geld gedacht. Ich sollte mir schöne Wäsche und Spielzeug kaufen… Damit wird das auch für mich ein wirklich unvergessliches Erlebnis bleiben.

Learn it the hard way…

Unabhängig davon, dass ich krass Urlaubsreif bin, weil ich dieses Jahr erst 5 Tage genommen habe, bin ich irgendwie durch mit meinem aktuellen Arbeitgeber. Da gab es den einen Job auf den ich spekuliert hatte, weil er wirklich zu mir passen würde. Leider ist der Vorgänger ein Jahr eher in Rente gegangen als ich gedacht habe. Deswegen war meine Bewerbung zu früh. Und da ich nicht davon ausgehe, dass der Job so schnell wieder zu haben ist und ich sonst so gar nicht in diese Firma passe, muss ich nun überlegen, wo denn der Weg hingeht.

Während so manch andere Frau, die (langsam!) auf die 40 zu geht, sich beruflich und familiär aufgestellt hat, sich vielleicht fragt, ob das sexuell schon alles war im Leben und ihre Midlife-Crisis in diesem Bereich bekommt, muss ich mich beruflich völlig neu aufstellen, weil ich so gar nicht zielführend Fuß fassen kann. Sexuell hingegen habe ich wenig Leidensdruck. Über die letzten 8 Jahren habe ich ziemlich gut ausprobiert, was ich mag, was mir gefällt. Scham abgelegt, Zweifel beseitigt. Keine akuten „Das muss ich unbedingt ausprobieren“ mehr.

Aber ich hadere aktuell wieder sehr mit der Oberflächlichkeit der Welt. Während der Schöpfer es bei der Brain-Ausstattung ganz gut mit mir gemeint hat, hat er mich optisch ziemlich durchschnittlich aussehen lassen. Das wäre wohl auch kompensierbar, wenn ich nicht in meiner letzten Beziehung von normal auf mollig gewechselt hätte. Wir sprechen nicht von fett, sondern von kurvig. Aber so, dass ich mich so gerade an der Grenze des Klamottengrößen-Korridors befinde, den H&M so im Angebot hat.

Ich habe in meiner Teenager/Twen-Zeit hart dran gearbeitet, nicht uncool zu sein. Cooler Style, viele Klamotten geshoppt, war ganz gut angezogen. Mit der relativ krassen Gewichtszunahme in kurzer Zeit in der unglücklichen Beziehung mit meinem Ex so vor etwa 11 Jahren ist das verschwunden, weil ich in den Läden in denen ich vorher eingekauft hatte, plötzlich in nichts mehr reingepasst habe. Oder die Klamotten waren auf ne 36 designt und dann einfach vergrößert, aber nicht sehr schmeichelhaft in 46 (wenn man denn mal eine gefunden hat). Das führt dazu, dass ich Shoppen hasse. Ich nur noch gehe, wenn es gar nicht mehr anders geht. Ich habe ne ganze Weile einfach nur getragen, was ich sich gefunden hat, in das ich reinpasse. Nicht wirklich Style, Hauptsache es passt und sieht okay aus. Okay, mehr nicht. Eigentlich krass, dass ich nun schon 10 Jahre brauche um die Scherben in meinem Leben aus dieser doofen Beziehung endgültig zu beseitigen. Die Figur habe ich immernoch nicht wieder.

Ich merke, dass aber nun im Berufsleben in das ich zwischenzeitlich eingetreten bin, die Optik wieder eine viel entscheidendere Rolle spielt. Auf der ersten Ebene noch nicht so sehr. Aber wenn du weiterkommen willst. Dress to impress wie heute jemand auf Twitter schrieb. Ich sehe jetzt nicht super unordentlich aus, aber auch nicht topgestylt. Ich trage meine Klamotten wirklich lange, was man vermutlich irgendwann sieht, bin nicht der größte Bügler, meine Hände sind mehr pragmatisch als durchmanikürt und Sneakers sind mein Freunde. Und dann müsste ich mich vermutlich in den Augen der Arbeitswelt noch perfekter stylen, so dass man mir das Mollig sein verzeiht und mir Kompetenz zutraut.

Da sitze ich nun da und denke: Hättest du statt dem Coolsein wollen mit mittelprächtiger Optik, doch wenigstens was aus dem nerdigen Brain gemacht, dann müsste ich jetzt nicht rumjammern. Aber auch der Gedanke hilft mir jetzt nicht. Aber wenn ich eben nicht führen will, weil ich auf diese Business-Kasper-Optik-Nummer keinen Bock habe, dann muss ich jetzt eben noch was lernen. Irgendwas, das gefragter ist, als das Politik-Ding, dass ich studiert habe. Und dann den harten Weg. Nebenbei. Neben dem Job. Alles andere kann ich mir eh nicht leisten. Und keine Abkürzung mehr, nur weil sich mal schnell ein bequemes Jobangebot auftut, das aber wieder unter dem liegt, was ich kann. Denn es wird dann nicht schon werden und jemand erkennt, was du kannst. Hahahaha. Ne so läuft das nicht. Das hab ich jetzt ausprobiert.

The good thing: Ich habe gerade eine Phase, in der ich abnehme. Mein Körper drängt mich gerade gute Dinge zu essen und ich habe die Zeit und die Nerven ordentlich zu kochen, gut zu essen. Das ist wohl die einzige gute Seite an meinem aktuellen Job. Der nervt mich zwar, weil er mich unterfordert und keine Perspektive bietet, aber ich gehe meist nicht gestresst heim. Und arbeite auch nicht zu viele Stunden. Ist also auch was Gutes dran. Vielleicht habe ich diesen Blogeintrag auch gebraucht, um mir das vor Augen zu führen.

Und habe ich einen schönen Balkon jetzt. Auf dem lässt es sich gut lernen. Bloggen auch.

Kurzer Ritt zum aktuellen Stand…

Langeweile im Flugzeug auf dem Weg nach Marrakesch. Alleinreisend – als Frau. Ich habe mir vorher nicht viele Gedanken gemacht. Jetzt sitze ich im Flugzeug, mit meinem winzigen Handgepäck und hoffe, dass es alles schon irgendwie werden wird. Auch einer der Momente aus meinem Leben, wo ich einfach mal gemacht habe. Nicht lange überlegt, den billigen Ryanair Flug einfach gebucht. Im Vertrauen, dass es sich schon fügen wird. Und es ist nicht meine erste Soloreise. Aber es kostet mich trotzdem jedes Mal wieder Überwindung.

Jetzt habe ich noch 1 1/2 Zeit bis zur Landung. Mit meinem Lesestoff bin ich schon durch. Also kann ich schreiben – Zeit rumkriegen. Gut für euch 🙂

Zum Jahreswechsel habe ich einen neuen Job angefangen, obwohl ich meine Kollegen und meinen Job sehr mochte. Aber es gab nicht wirklich eine Weiterentwicklungsperspektive. Mein Chef hat immer mal wieder Ideen aufgerissen, aber sie genauso schnell wieder fallen lassen. Ich war rein formal einfach überqualifiziert für meinen Job und er wollte mir das nicht bezahlen. Untypisch eigentlich für mich, da ich ein schlechter Trenner bin. Aber ich hab einen neuen Job angenommen. Auch für den bin ich überqualifiziert. Aber mit Aufstiegspotential. Dachte ich. Bis ich dort angefangen hatte. Jetzt bin ich in einem sehr konservativen Umfeld, in einem Job, der mich aktuell zu Tode langweilt. Aber ich bleibe noch ein paar Monate, dann geht mein Chef in Rente und ich bewerbe mich auf seine Stelle. Wenn das nicht klappt, dann ziehe ich weiter. Die Wahrscheinlichkeit, dass ich in dieser Firma eine Affäre mit einem Kollegen (oder mehreren) anfangen werde, geht gegen Null. Nix mit heimlichen Blowjobs während der Arbeitszeit.

Keine Clubbesuche, keine wilden Vögeleien: 2019 war ruhig dahingehend. Nicht ohne guten Sex, im Gegenteil, Sex mit Zuneigung und Vertrauen. Aber anders als die Jahre davor. Dazu kommt, dass mir mittlerweile zwei Ärzte ein Lipödem diagnostiziert haben. Ich glaube, dass mein sehr durcheinander geratener Hormonhaushalt eine Folge von nahezu 20 Jahren hormonelle Verhütung ist. Mit 15 habe ich angefangen die Pille zu nehmen, später dann stattdessen einen Verhütungsring. Als mein Frauenarzt in Rente ging, hatte ich erstmal keine Lust mir einen neuen zu suchen und dann einfach aufgehört mit den Hormonen. Jetzt mit ein wenig Abstand wird mit das Ausmaß des Ganzen bewusst.

Zuerst hatte ich Angst vor unerwünschten Haaren überall, weil plötzlich Haare an allen Stellen schneller und dunkler wuchsen. Dann habe ich nahezu 10 Tage lang meine Periode. Manchmal schon nach 2 1/2 Wochen wieder. Mit so viel stärkeren Blutungen als früher. Und zuletzt hatte ich das Gefühl meine Beine, vor Allem an den Knien, werden immer dicker, obwohl ich von der Zahl auf der Waage nicht zugenommen habe.

Irgendwann sind mir Berichte von Frauen mit Lipödem begegnet, der krankhaften Fettverteilungsstörung. Da klingelte es. Mehrere der klassischen Merkmale trafen auch auf mich zu. Neigung zu blauen Flecken, schmerzende Beine und dass sich trotz gesunder Ernährung die Beine sichtbar verändert haben und vor Allem Abnehmen nahezu unmöglich ist. Jetzt weiß ich das zwar, bestätigt von zwei Ärzten. Und auch dass ich nicht der Typ für Lymphdrainage und Kompressionstrümpfe bin. Aber warten bis ich Knieprobleme und sonstige Folgeerscheinungen kriege, will ich auch nicht. Liposuktion, also Fettabsaugen ist nach heutigen Stand die einzige Behandlung, die Verbesserung bringt. Doc 1 aus meiner teuren Stadt hätte dafür 2 bis 3 OPs für jeweils 9500 Euro angesetzt. Doc 2, der auch einen guten Ruf hat, aber in der günstigeren Provinz liegt schlägt eine OP für 12500 Euro vor. Jetzt habe ich mal die harten Rahmenbedingungen auf dem Tisch und kann mir überlegen, wie ich damit umgehe. Übrig haben tue ich das Geld jedenfalls nicht.

Was hat das mit meinen Blog zu tun? Ich merke, dass ich mir das Selbstbewusstsein hinsichtlich meines Körpers erst wieder erarbeiten muss. Fast so ein bißchen wie am Anfang meiner Seitenspringerinnen-Zeit. Deswegen zieht es mich auch noch gar nicht wieder in einen Club. Zur Zeit habe ich eher Lust auf ein Gespräch beim Essen, wo es erstmal um die Person geht, den Menschen zu ergründen. Woraus sich, wenn man sich gegenseitig interessant findet, ja vielleicht Sex ergibt. Ich bin noch nicht wieder bereit für einen Club-Besuch bei dem die Optik die entscheidendere Rolle spielt. (Oder vielleicht auch nicht, wenn reine Verfügbarkeit ausreicht :-)) Aber Gevögelt werden aus reiner Verfügbarkeit war mir meistens zu wenig.

Was mir in der monogame Phase am meisten gefehlt hat, war erstmal nicht der Sex, sondern viel mehr das Daten. Aber ohne potentielle Aussicht auf Sex oder eine Beziehung datet man ja eher erstmal nicht. Ich liebe es in die unterschiedlichsten Leben kurz eintauchen zu können, Gelegenheiten ergreifen zu können ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen. So habe ich das vergangenes Wochenende gemacht, bei einem Abstecher nach Wien….

Das Leben steht Kopf – dann nochmal alles auf Anfang

Affäre so halb beendet und gestern überraschend gekündigt worden. Da ich mich im Job eh nicht mehr wohlgefühlt habe, hatte ich mich zwischenzeitlich war schon anderweitig beworben, aber die Kündigung war trotz alledem überraschend. Jetzt bin ich noch einen Monat freigestellt und dann arbeitslos.

Gestern war ich dann gleich auch noch zum ersten Mal in meinem Leben beim Arbeitsamt. So rein faktisch sieht mein Leben nicht sehr toll aus. 34, Single (ledig), keine Kinder, im ersten richtigen Job nach 9 Monaten gekündigt. Kein Anspruch auf irgendwelche Leistungen. So nüchtern betrachtet sieht das sehr düster aus. Schon vorher hatte ich in den letzten Wochen wieder alles in Frage gestellt. Mir vor allem auch die Frage gestellt, wo mein Platz im Leben ist. Ähnliche Situation wie ein Jahr vorher um die Zeit, bevor ich meinen ersten Job bekommen habe. Gehadert mit mir. Meine Freunde befragt, ob ich mich ändern muss. Ob ich verkehrt bin. Aber sie haben mich bestärkt, ich sei eben ein wenig unangepasst aber so in Ordnung, wie ich bin. Sie waren sich alle sicher, dass ich meinen Platz noch finden werde.

Die Kündigung hat gestern genagt, ich habe schlecht geschlafen, was selten vorkommt. Heute ist der Optimismus erst mal zurück. Ich habe noch eine weitere Bewerbung geschrieben. Vier sind raus. Mal sehen was passiert. Auch wenn ich mir sehr doof vorkomme, freigestellt, also nicht arbeitend und trotzdem noch Geld verdienend. Lauter nicht abgeschlossene halbfertige Dinge hinterlassen zu haben. Ich kann es nicht ändern, also schaue ich nach vorne. Nachdem ich in weiser Voraussicht meinen Lebensstil noch nicht verändert hatte und immer noch im Studentenzimmer wohne, ist es auch nicht sehr bedrohlich. Ich habe einen Monat Zeit einen Nebenjob für die Übergangszeit zu finden. Ich bin vorher auch klargekommen, also wird mir das jetzt auch gelingen. Mein Lebenslauf war vorher schon nicht gradlinig. Vielleicht bin ich in ein paar Monaten verzweifelt, sollte es mir nicht gelingen etwas Neues zu finden.

Ansonsten habe ich jetzt Zeit. Zeit für Sport, Zeit um Freunde zu besuchen. Zeit für ehrenamtliches. Zeit zu daten.

Nach Monaten ist es mir geglückt Mr. Tiefenentspannt mal wieder zu treffen. Auf ein Gespräch. Und siehe da, er ist aktuell vergeben. Damit fällt er mal von der Sexliste runter. Das heißt bedauerlicherweise erstmal keine sensationell geleckten Orgasmen mehr. Mir ist heute eh bewusst geworden, dass ich zwischen einen Monat keinen Sex hatte. Also ein Zyklus ohne Sex verstrichen ist. Das ist höchst ungewöhnlich für mich.

Wobei ich zumindest von einem Blowjob berichten kann. Im Auto. Irgendwann werde ich mal ein Buch zum Thema „Welches Auto für Sex besonders gut geeignet ist.“ BMWs sind aktuell nicht sehr Blowjobfreundlich. Zumindest wenn man vorne sitzt. Denn man kommt kaum über die fette Mittelkonsole drüber. Auf der Rückbank geht es grade so. Es war ein neuer Mann. Auf den ersten Blick der Typ konservativer Manager, unscheinbar, aber sehr nett. In meinem Alter überraschenderweise. Aber wie es sich für jemandem im Management gehört mit Familie. Ich unterhalte mich wahnsinnig gern mit ihm.

Bei unserem zweiten Treffen sind wir dann mit seinem Auto auf einem Parkplatz gelandet. Ich mag ja dieses jeder weiß worauf es hinauslaufen soll, aber man weiß trotzdem nicht wie man anfängt nervöse Reden um das zu überspielen-Ding. Er hatte mich schon vorgewarnt, dass er lange keinen Sex hatte und es wahrscheinlich schnell gehen könnte. Nach ein wenig Fummeln und knutschen, waren wir beiden gespannt, ob ich mit meinen Blowjobkünsten nicht zu viel versprochen hatte. Jedenfalls musste ich mich gar nicht sehr verausgaben. Kaum hatte ich steifgeblasen, kam er auch schon. Das war mal ein wirklicher Blowjob-Quickie. Hihi, das war einfach. Ich happy, er happy. Passt.

Aber wie bekomme ich jetzt wieder die Kurve von einem Blowjob-Quickie auf die existenziellen Fragen die mich eigentlich gerade umtreiben? Gar nicht.

Wie vermehrt sich die Menschheit bei einer 40h-Woche?

Es ist sehr ruhig geworden. Das hat einen einfachen Grund. Mitte Oktober habe ich meine ersten richtigen Vollzeit-Job angefangen. Ich mag meinen Job, bei einem ganz kleinen StartUp. Aber ich merke auch, dass ich mein hippieiges Leben vorher gemocht habe. Einen richtigen Job zu haben ist erleichternd. Es fällt so der erste „Was soll aus mir werden“-Druck ab. Aber ich mochte meine Freiheiten durchaus. Und ich war ja auch nicht faul vorher. Hatte diverese Nebenjobs und Ehrenämter. Jetzt habe ich diverse Nebenjobs und Ehrenämter und einen 40h-Job. Und ja, man muss ich das Arbeitspensum erst antrainieren. Nichtsdestotrotz weiß ich bereits nach zwei Wochen, dass ich nicht den Rest meinen Arbeitslebens Vollzeit arbeiten will. Leben um zu Arbeiten – nicht mein Ding. Lieber die Ansprüche niedrig halten und Freiheit haben.

Nach zwei Wochen Vollzeit habe ich mich gefragt, wann Menschen dann noch Zeit für Sex haben… Faszinierend, dass wir noch nicht ausgestorben sind. Ich übertreibe natürlich. Aber die Tage sind kurz wenn man mindestens 8h arbeitet. Und meine Libido ist in der 40h-Wochen-EIngewöhnungsphase komplett eingeschlafen. Ich habe mich seit ich arbeite (14 Tage) genau einmal selbstbefriedigt. Und reichte Kopfkino nicht aus. Ich musste mir einen Porno reinziehen um überhaupt Lust zu haben. Aber alle Menschen, die ich treffe, sagen dass man sich an das Vollzeit-Arbeiten gewöhnt und es wieder besser wird. Also habe ich noch Hoffnung.

Aber ja, so richtig viel Sex hatte ich im letzten Monat nicht. Einmal um genau zu sein. Was eine Bilanz :-)) Jemand neues Kennenlernen ist auch gerade vom Kopf her nicht drin. So bleibt es bei Altbewährtem. Drei (vier) Männer sind noch akut. Mr. Bondage, Mr Tiefenentspannt und Mr. Undercut, plus noch ausstehende Dates mit ebenfalls schon bekannten Männern.

Ich halte euch auf dem Laufenden.