Zwei Orgasmen am Tag

Zur Zeit fühle ich mich fast schon übervögelt, was nicht daran liegt, dass ich wie wild durch Clubs ziehe. Im Gegenteil. Ich war schon seit Monaten in keinem mehr. Es liegt am Kollegen Mr. Unauffällig. So nach und nach kommen immer mehr unerwartete Seiten zum Vorschein. Ich habe ja bisher nur über unseren ersten Abend geschrieben. Und darüber, dass ich mich gefreut habe, dass er Küssen kann. Das ist zwei Monate her. Seitdem ist viel passiert.

Was mich mit am meisten schmunzeln lässt ist, dass ich nicht damit gerechnet habe, dass ausgerechnet er ficken kann, wie ein junger Gott. Der erste Versuch am ersten Abend hatte ja nicht so wirklich funktioniert. Darüber hinaus ist er schon Anfang 50, eher dünn und in der Arbeit öfter mal nicht da, weil krank. Nicht der große Sprüchklopfer. Ein hilfsbereiter Kollege, nett und freundlich. Und entpuppt sich so nach und nach als Mr. Superlibido. Der vor ein paar Tagen grinsend zu mir sagte: „Sei froh, dass du mich nicht mit Anfang 30 kennengelernt hast, da konnte ich drei Mal nacheinander und bin zwischendurch noch nicht mal weich geworden.“

Ich zweifle keine Sekunde am Wahrheitsgehalt dieser Aussage. Ich hatte ja nun schon öfter mit Männern seines Alters Sex. Das Stehvermögen ist sehr unterschiedlich in dem Alter. Die meisten können noch relativ unproblematisch einmal. Aber halt nur einmal und dann braucht es eine Pause. Meist eine längere. Nicht so Mr. Unauffällig. Er kann mit einer kurzen Pause gleich wieder. Dann grinst er meist breit und sagt vorwarnend, dass der nächste Orgasmus ein wenig länger dauern könnte. Damit deutet er mir netterweise an, dass ich mich beim Blowjob auf ein wenig längeres Blasen einstellen soll. Heißt aber im Umkehrschluss auch, dass mich auch noch ganz locker durchvögeln kann. „Don´t judge a book by its cover“ ist sowas von auf ihn zutreffend. Nicht der Sprücheklopfer, der sportlich-trainierte Superkollegen-Hecht offenbart eine Libido die meiner ähnelt, sondern der Kollege von dem ich es nie gedacht hätte.

Naja und da er sich, ähnlich wie ich, nicht auf in Übermaß vorhandener Schönheit ausruhen kann, ist er neben seiner Standfestigkeit auch noch ein geschickter und schnelllernender Liebhaber. Was dazu führte, dass wir ziemlich viel Sex haben. Also für Menschen die kein Pärchen sind.

Während ich meine Wohnung in ein Zuhause verwandeln wollte, hat er mir ein gut funktionierendes Zuhause mit Nähe, viel Sex, Lust und Lachen geboten. Die Zeit ist vorbei geflogen und ich hatte nicht die Muse zu bloggen. Aber das Sexleben stand nicht still. Ich werde nachholen.

Ich glaube, dass ich auch ihm ziemlich gut tue. Vermutlich hatte er nie eine Partnerin, die von sich aus schon so viel Lust auf Sex hat wie ich. Die manchmal einfach vor ihm steht, ihm die Hose runterzieht und ihm ohne Vorwarnung anfängt einen zu blasen. Ich liebe sein ungläubiges und zugleich sehr glückseliges Gesicht. Wenn ich vor ihm knie und ihm ins Gesicht sehe, während ich seinen Schwanz ganz weit in meinen Rachen packe. Wenn ich mit der Zunge an seinem Bändchen entlang lecke und spüre, wie es ihm gefällt. Er sagte, ich sei die erste Frau mit der er Sex hat, die wirklich gern bläst. Dadurch, dass er das spürt und weiß kann er sich ganz leicht fallen lassen. Ich mag das. Er kommt nämlich zuckend und laut stöhnend. Ich freue ich dann, dass er auch in diesem Punkt wieder ganz anders ist als gedacht.

Will ich das noch?

Bekanntermaßen habe ich Mitte Oktober ja meinen ersten Vollzeitjob angefangen. Dementsprechend weniger Zeit für alles habe ich seitdem. Das führte prompt dazu, dass ich es nicht schaffte rechtzeitig einen Termin beim Frauenarzt auszumachen, für die jährliche Untersuchung. Was natürlich heißt, dass ich kein neues Rezept für den Verhütungsring habe. Damit habe ich ein wenig unfreiwillig meine hormonelle Verhütung pausiert.

Meine Verhütungsgeschichte ist wohl ähnlich, wie bei vielen Frauen. Ich hatte als Teenager ziemlich arg Akne und habe daher relativ früh mit 15 schon die Pille bekommen. Eingestiegen bin ich mit Valette und später mit einem Wechsel des Frauenarztes auf Diane umgestiegen. (Ja, die ist in Frankreich mal zwischenzeitlich vom Markt genommen worden.) Vor 5 Jahren in etwa hat mir eine Freundin einen Tipp für einen guten Frauenarzt gegeben. Erst da war ich zufrieden. Mit den Ärztinnen, die ich vorher hatte, bin ich nicht so gut in Schuss gekommen. Er hat mich dann von der Pille auf den Nuva-Verhütungsring umgestellt. Niedriger dosiert, weniger dran denken. Perfekt für mein unstetes Leben. Ich übernachte oft nicht zu Hause, aus den verschiedensten Gründen. Bei der Pille musste man zwar jeden Tag dran denken, aber immerhin wusste man relativ einfach, wann eine Pause kommt.

Beim Ring müsste man nur einmal im Monat an raus und einmal an rein denken. Da muss ich ein wenig über mich selbst lachen, denn ich habe es allzu oft nicht hinbekommen ihn pünktlich nach 3 Wochen rauszunehmen und habe meinen Zyklus ziemlich durcheinandergebracht.

Jetzt habe ich seit Mitte Dezember eine unfreiwillige Hormon-Pause eingelegt. Meine Libido hat gefeiert. Jetzt kann ich wahrlich nicht über zu wenig Lust auf Sex klagen. Aber seitdem bin ich dauerspitz. Der Wahnsinn. Mein Porno-Selbstbefriedigungs-VordemEinschlafen-Konsum ist in ungeahnte Höhen geschnellt. Ich mache es mir wieder jeden Tag selbst. Juhu juhu. Nachteil, ich habe gefühlt unendlich viel länger und stärker meine Tage gehabt und anfangs etwas Angst, dass meine Brüste explodieren könnten, so geschwollen waren sie. Letzteres tat richtig weh.

Nach dem Aussetzten der Verhütung blieb mir erstmal nichts Anderes übrig als abzuwarten, denn ich musste ja erstmal zur Untersuchung und ein neues Rezept beantragen. Ich hatte versucht mich im Internet schlau zu machen, ob es Sinn macht nach einem Monat Pause gleich wieder anzufangen oder nicht. Aber da gehen die Meinungen weit auseinander. Zwischen ja gleich und mach lieber ein halbes Jahr Pause findet sich alles.

Termin beim Frauenarzt, der Schock. Mein supertoller, netter, großartiger Frauenarzt hat zum Jahresende seine Praxis aufgegeben. Das habe ich rausgefunden, als ich in der Praxis war zum Termin und mir plötzlich Olga gegenübersaß. Olga – die neue Ärztin. NEEEEEIIINNN, ich will nicht. Keine Frau, (finde sie gröber als die Männer). Die mir nicht zuhört, als ich sagte, dass ich mich auf alles testen lassen will. (Haben wir nicht gemacht) Die mir als erstes wieder die Pille andrehen will. Nein. Nein. Nein. Die alle 6 Monate einen Termin möchte… Auf gar keinen Fall….Nie wieder Olga.

Verhütung über 30, kein fester Partner zur Familiengründung in Sicht. Trotzdem ich mein Rezept in meinem Geldbeutel herumtrage, konnte ich mich noch nicht durchringen es zu benutzen. Mein Körper sagt mir irgendwie, dass 18 Jahre Hormone auch mal genug sind. Alle anderen Verhütungsalternativen (außer Kondom) passen auch nicht wirklich. Spirale schreckt mich ab. Allerdings ist nur Kondom bei meinem Lebenswandel mit Swingerclubs und so irgendwie auch nix. Denn wenn doch mal eines reißt…

Aber vielleicht besteht ja Hoffnung in der Zukunft:

http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/vasalgel-verhuetungsgel-fuer-maenner-besteht-test-in-affen-a-1133537.html

🙂