Gedanken aus New York

Nachgereicht, weil noch Korrektur gelesen werden musste.

Dieser Eintrag entsteht in einem kleinem Café in Astoria in New York City. Eigentlich dachte ich, dass ich in New York viel mehr bloggen würde. Aber ich hab nicht viele Orte gefunden, die sich nach Schreiben angefühlt haben. Zu viel Hektik, kein Platz an dem man im Winter mal länger verweilen kann. Mit meiner Airbnb-Unterkunft hab ich es dieses Mal nicht so gut erwischt. Schade eigentlich. Meist schreibe ich viel im Urlaub. Aber leider habe ich darüberhinaus die kaputte Bluetooth-Tastatur mitgenommen, die immer alle Buchstaben erstmal doppelt macht. Mal sehen, wie weit ich komme, bis es mich tot genervt hat .

Meine letzten Stunden hier in dieser verrückten Stadt. Die ich mag – für seine Kunst, Museen. Die mir aber auch immer viel Energie zieht. Mich hat es nicht allein in eine Bar/Kneipe gezogen, deswegen habe ich auch niemanden kennengelernt. Aber das war auch okay so und gar nicht mein Plan gewesen. Was in der sommerlichen Hitze der Karibik funktioniert, geht nicht im kalten NewYork – für mich zumindest. Es ist eher normal, dass ich auf Reisen niemanden kennenlerne, als dass ich sowie die beiden letzten Mal jemanden aufreiße. In der Karibik und in Südafrika war das irgendwie anders. Aber in der westlichen Welt bin ich nicht die, die man in der Bar anspricht.. Zumal ich dafür ja erst Mai in eine hätte gehen müssen. Deswegen bin ich immer verwundert, wenn mir Menschen sagen „Ja, du lernst ja bestimmt jemanden kennen…“ Ich find das gar nicht so easy, im Gegenteil. Sonst date ich halt über ne Dating-Plattform Da ich nicht tindere, hätte ich nicht gewusst, wie ich das in NY bewerkstelligen hätte sollen. Dabei geht es gar nicht um Sex. Ich hätte es cool gefunden jemanden von hier zu treffen, der mir seine Stadt zeigt. Aber dazu bin ich zu schlecht vorbereitet losgeflogen.

Schreibe gerade wenig.. Hatte ein paar schwierige Momente im Ehrenamt die Energie gekostet haben. Bin immer noch mit Umziehen und Ankommen beschäftigt. Und hab mich beim Kollegen eingenistet. Das hat sich so ergeben. Zwei einsame Menschen die zusammen weniger einsam sind. Ein Nicht-Pärchen-Pärchen – undercover. Ich kann mir irgendwie so Null vorstellen, dass ein offizielles Paar aus uns würde. Aus vielen Gründen: – Alter – Job… Aber wir funktionieren aktuell wie ein verliebtes Paar. Ich  verbringe meine Abende bei ihm. Er betüddelt mich, ich genieße die stabile Ordnung, die er in mein Leben bringt. Ich mache sein Leben ein wenig chaotischer und bunter und er meines ordentlicher und häuslicher. Das ist eine coole Kombination. An sich sind wir zwei einsame Menschen, die sich mit Nähe betanken. Auch wenn das vielleicht nicht für immer ist. Jetzt ist es gerade perfekt. Ich habe sogar hier im fernen New York ein wenig Heimweh gehabt, nach seinem Bett und dem Eingekuschelt einschlafen. Eingekuschelt einschlafen auch so ein Ding, das mir bisher sehr fernlag und mit ihm aber einfach funktioniert. Einen Nachtflug noch, dann kuscheln wir wieder.

Ich zuuuu ungeduldig….

Ich sitze Mitten in Sachsen in einem McDonalds und habe noch ein wenig Zeit übrig, weil ich ein gutes Stück zu früh dran bin. Warum bin ich da? Ich werde auch am zweiten Kaminabend BDSM teilnehmen, der Martin vom Training-of-the-O-Blog wieder zusammen mit dem Joyclub organsiert hat. Es wird wieder einen Podcast geben. Es war eigentlich gar nicht vorgesehen, dass ich schon wieder teilnehme. Aber es hat wohl jemand abgesagt und ich bin reiselustig und kompetent und witzig :-). Also freue ich mich, dass ich nochmal dabei bin. Mal sehen, ob ich was sinnvolles zu dem Thema beitragen kann. Wie immer bin ich schlecht vorbereitet, habe keine Themen geschickt, habe mir das zwischen lauter Ehrenamtstermine in das Wochenende reingequetscht. So dass ich heute die 400 Kilometer rauf und später auch wieder runterfahren werde. Aber was tut man nicht alles. Ich werde dann natürlich auch wieder den Link zu dem Podcast posten, sobald er fertig ist.

Ansonsten war die letzte Woche gefühlmäßig ein wenig einsam. Es wird schon spürbar, dass Mr. Bondage sich beruflich verändert hat. Er ist viel seltener in meiner Ecke. Wir waren noch einmal Mittags kurz Essen, was schon war, aber bei weitem nicht ausreicht um meine Nähe-Speicher aufzufüllen.

Mr. Workaholic war in der weiten Welt beruflich unterwegs, also gibt es auch dort nichts neues. Fast nicht. Einmal hat er mir nach einem langen Arbeitstag offensichtlich betrunken WhatsApps geschickt. Sehr aufschlussreich 🙂 Ich nehme an, dass er das meiste davon gerne zurücknehmen würde. Ich fand es spannend mal in seinee Gefühlswelt Einblick zu bekommen. Von dem missglückten ersten Clubbesuch ist ihm am allermeisten der Moment im Gedächtnis geblieben, als ich auf der Couch meinen Kopf an seine Schulter gelehnt hatte. Das fand ich sehr erfreulich. Wenn du einen Mann mit in einen Swingerclub nimmst und der Moment, der ihm am Besten gefallen hat der war, als du dich an ihn hingekuschelt hast. Ich nehm das jetzt einfach mal als Kompliment.

Mr. Band mit dem ich so intensiv geknutscht habe, der bringt mich noch um meinen Verstand. Wir haben uns noch ein weiteres Mal getroffen. Wieder an meinem Peak-Day. Wir haben ein erstaunliches Timing. Wir haben uns drei Mal bei ihm zu Hause getroffen. Zwei Mal davon hatte ich den Peak-Day meiner Tage. Deswegen war der Abend quasi die Blaupause von unserem ersten Treffen bei ihm zu Hause. Das Knutschen war so intensiv, so nah, so aufwühlend. Ich bin nahe dran mich Hals über Kopf in ihn zu verknallen. Dabei weiß ich verhältnismäßig wenig von ihm. Außer dass er Single ist und schon Papa aus einer vergangenen Beziehung. Aber er küsst mich einfach um den Verstand. Eigentlich würde ich ihn am liebsten dauernd sehen. Mehr haben, mehr küssen, mehr von ihm. Aber er hat auch viel zu tun und sagt mir immer, dass es dauern wird bis wir uns wiedersehen. Ich sitze ich immer wie ein verknallter Teenager auf Kohlen bemüht ihn nicht zu sehr zu nach einem Wiedersehen zu bedrängen (was mir wirklich sehr schwer fällt.) Und ja, ich habe schon den Fehler gemacht, dass ich ihm per WhatsApp gestanden habe, dass ich mich ein klein wenig verknallt habe in ihn. Was ihn natürlich erstaunt habt, weil wir uns ja wirklich kaum kennen. Naja ich habe es mal wieder nicht ausgehalten. Ich Depp. Wie ich mich ärgere, dass ich immer so ungeduldig bin. Keine Ahnung wie das mit uns weitergehen wird. Mal sehen, ob ich ihn verschreckt habe.

Im Darüber-Nachdenken, ob ich mir eine Beziehung mit Mr. Band vorstellen kann, ist mir auch klargeworden, dass meine Freundschaft zu Mr. Bondage nicht mehr verhandelbar ist für mich. Wenn mich also jemand nur unter der Prämisse nehmen würde, dass ich Mr. Bondage aus meinem Leben streichen muss, dann würde das nicht mehr gehen für mich. Viel zu wichtig ist er mir als Freund geworden. (Ich spreche gerade nicht von ihm als Sexualpartner) .

Das war jetzt mal so ein kleiner Gefühlszwischenbericht. So jetzt mache ich mich auf den Weg zum Kaminabend. Freu mich schon.