Wie der Abend im Swingerclub endete…

Erwartet nicht zuviel, der Blogeintrag wird nicht mehr sehr lange. Manchmal schaffe ich es aber einfach nicht ein Thema zu Ende zu schreiben und muss es teilen.

Je länger der Abend im Club dauerte, desto mehr gelangte ich zur Erkenntnis, dass es für mich an diesem Abend aus vielerlei Gründen schwierig werden würde zu kommen. Es stach mir kein Mann ins Auge, auf den ich Lust gehabt hätte, die Pärchen waren alle als Pärchen zugange, dass die meisten ohne Kondome fickten und man sich die erst hätte an der Bar holen müssen und Klamotten, in denen ich mich nicht wohl fühlte. Vieles was mir im Kopf umher geisterte. Was nicht hieß, dass ich dem Abend im Club nichts abgewinnen konnte. Ich bin einfach immer zufrieden, wenn ich Menschen beobachten kann und davon gab es ausreichend.

Ich verabschiedete mich innerlich von meinem Orgasmus, aber fragte Mirco, ob er denn kommen könne, wenn ich ihm vor Zuschauern einen blase. Er bejahte. Also gingen wir in den Paare-Bereich und suchten uns eine Szene, die uns anmachte. Wir setzten uns wieder an den Rand auf die Bank und sahen eine kurvige Frau, die mit zwei Männern zu Gange war. Ein MMF, wie schön. Das ganze hatte eine leichte BDSM Komponente, weil ihr Partner ließ sie auf dem Boden knien und dem anderen Mann einen blasen.

Mirco lehnte sich lässig gegen die Wand neben der gepolsterten Sitzbank. Er packte mir seinen Schwanz aus und ich machte mich gierig drüber her. Ich hatte Lust ihm Formvollendet mein Können angeihen zu lassen. Leckte, saugte, massierte ihn mit der Zunge. Blendete das meiste um mich herum aus. Er sah sich die Dreierszene an. Irgendwann konnte ich hören, wie die Frau satte Schläge auf den Hintern bekam. Dazu ihr Stöhnen zwischen Schmerz und Genuss. Mirco mochte das, ich wusste, dass er auch in die Richtung geneigt ist. Das hatte er meinen Hintern auch schon spüren lassen. Bei jedem Schlag, den ich hörte spürte ich, wie er noch einen Tick härter wurde. Ich spürte, dass ihn das was er sah anturnte. Ich konnte ihn leise stöhnen hören und auch dass er mich vorwarnte, dass er gleich kommen wird. Ich wollte keine Sauerei veranstalten, also ließ ich ihn in meinen Mund kommen. Ich nahm alles auf, stand auf und verschwand in den Duschbereich. Leider gab es kein Waschbecken, also spuckt ich es innerlich grinsend ein wenig umständlich in die Dusche und versuchte mir den Mund auszuspülen, ohne komplett nass zu werden. Er stand zufrieden lächelnd da, als ich wieder kam. Also war ich auch zufrieden. Wir gingen dann relativ schnell nach Hause. Es war auch schon spät geworden.

Ich freute mich darauf bei ihm zu übernachten. In seiner Nähe zu sein war unglaublich angenehm. So kamen die Jungs auch zu ihrem zweiten Abend allein. Wir hätten es vermutlich auch so geschafft ohne uns auf den Keks zu gehen, aber es ist doch immer gut, wenn jeder mal ein wenig Zeit für sich hat. Und ich hoffte ja doch noch ein klein wenig drauf, dass Mirco und ich noch ficken würden. Nur wir zwei in seinem Bungalow war mir eh die sympathischte Variante. Es war spät, wir landeten schnell im Bett. Dieses Mal zurrte er die beiden Betten gleich mit seinem Gürtel zusammen. Beim ersten Mal sind die immer auseinander gerutscht. Und dann haben wir es endlich getan. Gefickt. Und ich habe es genossen. Auch wenn er mir keinen Orgasmus ficken kann, aber das kann eh quasi keiner. Und es gibt da ja andere Wege und ich war am Ende des Abends auch befriedigt. Und am morgen dann nochmal. Dieses Mal hat er nicht so gut geschlafen neben mir, wie beim ersten Mal, ich dafür umso besser. Dann trennten sich unsere Wege. Ich hatte den Jungs gesagt, dass ich zum Frühstück komme. Es war der letzte ganze Urlaubstag. Wir küssten uns ein letztes Mal und gingen auseinander. Ohne Wehmut, denn es war eine schöne Zeit gewesen.

Und am Ende ergab es sich, dass wir auch den letzten Abend noch zusammen verbrachten und wir auch nochmal im Bett landeten. Ich genoss es mit ihm. Seit der Trennung vom Kollegen war das gefühlt das erste Mal richtige Nähe. In der letzten Nacht blieb ich nicht bis zum Morgen, weil unser Flug halbwegs früh ging und ich noch packen musste. So brachte er mich in der Nacht dann ganz Gentleman zu meiner Hotelanlage zurück. Wir haben uns gut getan in dieser Woche. Was ein schöner Zufall. Ich schließe nicht aus, dass wir uns bei Gelegenheit mal wieder sehen. Unabhängig von der wirklich witzigen aufregenden Zeit mit den Jungs, komplettierte Mirco unseren Urlaub einfach perfekt.

Swingerclub auf der Insel – die Klamotte sitzt nicht – Teil 1

Mirco und ich beschlossen an einem Abend doch einen Club aufzusuchen. Doch das stellte mich vor ein Problem: Ich hatte vor dem Urlaub überhaupt nicht drüber nachgedacht, dass ich mir was Passendes zum Anziehen einpacke. In meinem Kopf war vor dem Abflug nur, dass ich mit meinen Jungs losziehe und dabei sind meine Klamotten eher unrelevant. Ich bin einfach so pragmatisch. Und darüber hinaus nur mit Handgepäck geflogen. Wobei so ein Clubkleidchen passt immer in den Koffer. Aber nun ja, da stand ich nun und war auf der Suche nach einem Laden, in dem ich was Passendes für mich kaufen kann. Mit den Jungs war ich in unzähligen Läden gestanden, in denen es geile Gay-Festisch-Sachen gibt. Aber die Auswahl für mich hielt sich in sehr überschaubaren Grenzen.

Ich fand mit den Jungs im Schlepptau immerhin einen klassischen Sex-Shop, der aber auch irgendwie aussah wie aus den 90ern. Es gab da auch noch DVDs und Videokassetten zu kaufen. Darüber hinaus war eine kleine Auswahl an „Klamotten“ im Angebot. Aber das was da hing, war für mich eher die Suche nach dem kleinsten Übel und wo passe ich überhaupt rein. Die Verkäuferin zog mir dann auch ganz dynamisch das schwarze Netzkleidchen über meine Klamotten drüber und war ganz verzückt. Naja, wenn man auf lustige Presswürste in Dessous über den Straßenklamotten steht, dann kann ich das noch nachvollziehen. Die Qualität war eher so billiges Asia-Amazon-Klamotten-Zeug, das man – wenn überhaupt – einmal anziehen kann. Ich hab mich dann notgedrungen für eines entschieden, schwarzes Netzkleid ohne Ärmel. Dafür hab ich dann noch 65 Euro ausgegeben, da kaufe ich zu Hause zwei Outfits. Aber naja, wenn man vorher nicht ordentlich nachdenkt – lernen durch Schmerzen quasi.

Mirco und ich hatten die Auswahl zwischen zwei Clubs, der eine schied aus, weil ich nichts weniger abkann, als Pärchen- und Bi-Ladys-Abende. Das sind für mich die Spießerswinger unter sich. Aber jedem so wie er will, mir kommt es einfach nicht entgegen. Der andere Club hatte kein Motto. Auf der Rirarammel-Seite konnte man ein paar Anmeldungen sehen, ein paar Pärchen hatten sich angekündigt.

Beim Packen meiner Tasche für den Club fiel mir auf, dass ich nicht über Schuhe nachgedacht hatte. In meiner Auswahl, die ich dabei hatte, waren 3 Paar Sneakers, 1 Paar Turnschuhe und FlipFlops… Haha, haha, hahahaha. Das ist die Auswahl zwischen Pest und Colera. Ich steckte also die FlipFlops in meine Tasche. Angezogen war ich wie so eine Sozialarbeiterin: Zerrissene Jeans, schwarzes Trägertop, bißchen pummlig, beige Strickweste, Sneakers und meine nerdy Stofftasche mit Tukanen drauf. Aber immerhin mit knallroten Haaren. Ich bin mir ja nicht sicher, ob ich mich reingelassen hätte. Immerhin hatte ich einen halbwegs Ausgehpassablen Schlüpper an. Mirco sah Mircoig aus, normale Hose, Stoffschuhe, Poloshirt. Passte soweit.

Dann ging es wieder ab in den Keller von dem abgeranzten Einkaufszentrum. Ich war ja sehr gespannt auf den Club. Der Eintritt betrug 20 Euro, also nicht weiter wild. Allerdings nicht so ein All-inc-Konzept wie bei den Clubs zu Hause. Hier war nur ein Getränk pro Person inkludiert. Wir kamen relativ früh an gegen 22:30. Der Club hatte um 22 Uhr aufgemacht. An der Tür stand dann ein Schild mit den Bekleidungsregeln. Ratet: Keine Sneakers oder FlipFlops. Na wunderbar. Das ging ja super los. Barfuß war überhaupt keine Alternative für mich. Das würde ein schwieriger Abend werden, weil mein Kopf die ganze Zeit mit meiner unpassenden Optik beschäftig sein wird. Aber Mirco war wunderbar. Ich hatte immer das Gefühl, dass er keinerlei Erwartungen hat und es ihm im Zweifelfall auch genügen würde, wenn wir bei ihm im Bungalow vögelnd die Nacht beenden. Das war gut.

Wir wurden eingelassen. Wenn man reinkommt steht man erstmal vor der Bar. Wir besorgten uns noch einen Spindschlüssel. Der Raum war in rotes Licht getaucht. Neben der Bar war eine Tanzfläche. Neben der Eingangstüre waren die Spinde. Das war ein wenig doof, weil die einfach offen im Raum standen. Es gab keine Umkleide. Wir beschlossen erstmal im Straßenoutfit was zu trinken – Bier und Wasser. Wir saßen auf der hinteren Barseite und schauten uns das Treiben an. Es waren schon vereinzelte Paare da. Vielleicht so 20 Menschen. Auch der ein oder andere Soloherr. Eine Mischung aus klassischen Swingerpaaren, die sicher nur im Pärchenbereich vögeln würden, maximal dass die Frau dabei noch eine andere Frau küsst. Die meisten von diesen Paaren waren ein Stück älter. Gruppe Zwei: optische Granaten-Paare, bei denen wir eh nicht gefragt sein würden. Wenig dazwischen. Von den Soloherren sprach mich auch auf Anhieb keiner an. Die meisten waren wenig wählerisch, sondern sprangen allem hinterher. Da bin ich kein Fan von. Wenn ich mir einen aussuche, dann will ich kein reines Weg-Steck-Material sein.

Es gab einen großen Bereich nur für Paare, der wirklich gut ausgestattet war, mit vielen unterschiedlichen Möglichkeiten: eine große Spielwiese mit Bänken drumerhum, ein Käfig, ein Fenster für die Soloherren aus dem anderen Bereich, Whirlpool, Duschen, abschließbare Spielräume, ein bißchen SM-Spielutensilien, ein schönes Bett mit zuziehbaren weißen Vorhängen. Von der Einrichtung her ein wirklich schöner Club. Auch der nicht nur Paare-Bereich war ganz in Ordnung, auch hier gab es abschließbare Räume, Gloryholes, einen Kinosaal mit Matte davor und einen Bereich mit Gitterstäben, an dem die Damen aus dem Paarebereich die Solo-Herren im anderen Bereich beglücken konnten, ohne belästigt zu werden. Ein Unterschied zu den Clubs in Deutschland, die ich kenne war, dass Kondome nicht überall auslagen. Man hätte die wohl an der Bar bekommen.

Irgendwann ging ich mich dann umziehen. Ich ließ mein Trägertop an und verwandelte mein Netzkleid in einen Rock. Und ich ließ meine Sneakers an. Ich habe mich noch nie in einem Club so dermaßen schlecht angezogen gefühlt. Das merkte man mir wahrscheinlich auch an. Sonst weiß ich genau, ich bin nicht perfekt, aber es gibt Männer, die stehen auf meine Kurven. Aber egal, ich hatte ja Mirco mit und zwischen ihm und mir passte es ja sowieso. Dann zogen wir mal los in den Nicht-Nur-Paare-Bereich. Und sofort schwirrten die Soloherren um uns herum. Mich verunsicherte zusätzlich, dass der Club in einem anderen Land war und ich nicht so ganz genau wusste, wie da so die unausgesprochenen Gesetze sind. Bei uns ist ja meistens so, dass die Herren wenn sie Interesse haben, ihre Hand an eine unproblemtische Stelle legen. Wenn man diese dann nicht wegmacht, dann tasten sie sich weiter vor. Auch wenn ich Herrenüberschuss mag, ich fand im Nicht-Paare-Bereich keinen Ort an dem ich mich stragisch günstig hinstellen und dem Treiben einfach zusehen konnte, ohne gleich ein Schar Männer um mich zu haben. Aber mein Genervtsein lag sicher auch am Outfit, in dem ich mich nicht wohlfühlte.

Wir wechselten in den Paar-Bereich setzten uns neben die große Spielwiese und sahen einfach zu. Es begann gerade erst, dass sich einzelne Paare vergnügten. Aber nur untereinander, nicht mit anderen. Wir saßen in respektvollem Abstand zu einem Paar, dass ich auf der langen Bank, gegenüber der Spielwiese vergnügte. Sie hatte Kopf und Schultern auf der Bank, Füsse auf dem Boden, er fingerte und leckte sie. In meinem Kopf war immer die Frage, warum zum Henker diese unbequeme Position. Ein ziemlich altes Pärchen kam auch hinzu und beobachtete die beiden. Ich bekam das Gefühl, dass sie gerne mit uns was anstellt hätten. Zumindest interpretierte ich deren Körpersprache so. Aber die sahen zum einen aus, wie wenn sie direkt von einer Wanderung kamen, also noch unpassender angezogen als ich und sie waren viiiiiel älter als meine Eltern. Never ever in my life. Mirco und ich tingelten immer ein wenig hin und her auf der Suche nach interessanten Szenarien bei denen sich das zusehen lohnt. Zwischen durch mal wieder an die Bar, dann durch eine Runde durch den Nicht-Paar-Bereich.

Einmal, als ich kurz alleine durch den Nicht-Paar-Bereich eine Runde drehte, kam mir das Pärchen entgegen, das wir ganz zu Beginn beim Spielen beobachet hatten. Zwei ein wenig moppelige Engländer. Als wir auf derselben Höhe waren, fasste mir der Mann so völlig ohne Vorwarnung zwischen die Beine und da mein Höschen nicht sehr fest saß erwischte er sogar meine Muschi. Ich schlug empört seine Hand weg. Ich erinnere mich nicht, dass mich schon mal jemand so kackdreist im Club angegerapscht hatte. So übergriffig. Und der hatte dann echt auch noch Dreistigkeit mich später nochmal auf dem Sofa sitzend anzuquatschen, ob ich denn nicht mit ihm mitgehen wolle, wo ich ihn empört abblitzen ließ. Das nervt mich jetzt beim Schreiben noch mehr, als es mich an dem Abend genervt hat.

Im Paar-Bereich war irgendwann richtig viel los. Es vergnügten sich so einige auf der Spielwiese. Aber so wie ich gedacht hatte, die Paare mit sich selbst, maximal die Frauen fummelten mal ein wenig an anderen rum. Es wurde auch quasi nicht mit Kondomen gefickt. Was mich sehr erstaunt hat. Aber ich habe auf den einsehbaren Flächen auch keinen Partner-Tausch gesehen. Im Käfig war ein attraktives Pärchen, bei dem der Mann es seiner devoten Freundin richtig kunstvoll besorgte. Das war heiß anzusehen. Davor platzierte sich ein Paar, sichtbar angeturnt von dem was sie sahen und er fickte sie doggy mit Blick in den Käfig, Die beiden hatten perfekte Körper. Sie, blonde lange Haar, top Figur, er sportlich, Dauerständer. Aber ihr Fick war mehr Performance, als dass ich den Spaß dabei erkennen hätte können. Er rammelte sie unermüdlich von hinten. Sie machte sich ein bißchen an die Frau im Käfig ran. Aber es sah immer nach Show aus und nie echt. Und die fickten ewig, immer in der selben Position. Allerdings fragte man sich wozu eigentlich.

Einmal sah ich eine wirklich schöne Frau an den Gitterstäben aus dem Paarbereich heraus einem jungen knackigen Soloherrn einen Blowjob verpassen. Ihr Partner stand einen Meter hinter ihr und sah ihr dabei zu. Den Soloherrn hätte ich auch genommen, super schöner Schwanz, gutaussehender Typ. Aber ich konnte mich nicht durchringen, nachdem sie ihn geil geblasen und stehen lassen hatte einfach weiter zu machen. Alle anderen Soloherren waren mir an diesem Abend einfach nicht geheuer. Mirco und ich hatten uns zwischendurch mal in ein abschließbares Zimmer im Nicht-Paar-Bereich verzogen. Das Schloss war aber kaputt. Normalerweise ist eine geschlossene Tür aber ja auch Zeichen genug, dass man nicht stören soll. Das hielt die Herren von außen aber nicht ab, immer mal wieder die Tür zu öffnen. Das war ein wenig nervig. Mirco stellte irgendwann einen kleinen Ikea-Tisch der im Zimmer war gegen die Türe. So richtig entspannen konnten wir uns nicht. Und eigentlich wollte ich ja gerne einen zweiten Mann haben. Aber es fand sich keiner der mir gefiel.

Doch so ganz unverrichteter Dinge wollte ich dann aber nicht nach Hause….

Schwarzlicht bei den Gloryholes ist eher medium – Pornokino

Ich liebe weirde Orte, die mit Sex zu tun haben. Mittlerweile schaue ich mir fast alles an. Und versuche nicht so sehr zu werten, wo Menschen einen Ort haben um sich Befriedigung zu verschaffen. Auf der Suche nach einem Ort an dem sowohl heteros als auch meine schwulen Besties reindürfen hätten, stieß Mirco (zu ihm werden ich später noch mehr schreiben) auf ein Pornokino, das wohl zwei verschiedene Kinoräume, aber auch gemeinsame Räume haben würde (theoretisch). Wir wollten uns das mal von außen ansehen, ob sich alle Beteiligten das vorstellen können. Vor Allem ob da auch irgendwelche Menschen U50 reingehen. Also fanden wir uns in einem der riesigen Einkaufszentren wieder, das seine besten Zeiten lange durch hat. Das Kellergeschoss in dem die einschlägigen Clubs und Orte sein sollen, war eine Mischung aus Lost Place und in den 90ern hängen geblieben. Nur noch wenige Clubs waren in Betrieb. Wir standen vor dem Kino, das bereits Mittags öffnet und es gingen nur wenige Männer, alle relativ alt, hinein. Nichts attraktives. Vor Allem für die Besties völlig unrelevant, die ja nur ihre App aufklappen müssen und sich Herrscharen an Waschbrettbäuchigen, gut bestückten Männern aussuchen könnten.

Die Besties wollten also verständlicherweise keine 15 Euro investieren um den weirden Ort kennen zu lernen. So trennten sich an diesem Abend unsere Wege. Die Jungs gingen zurück in die Gay-Party-Zone, wir heteros wollten mal unsere Clublandschaft testen. So standen Mirco und ich nochmal vor dem Eingang zum Pornokino und überlegten, ob wir das wirklich machen wollten. Das war weniger der sexuelle Reiz, als einfach die Neugierde auf den Ort. Ein bißchen wie sexuelle Geisterbahn. Er war im Vergleich zu mir noch nie in einem gewesen. Ich hatte ja schon das ein oder andere gesehen. Für die 15 Euro würde man auch einen Drink bekommen, also zwei Drinks, weil ja für jeden einen. Der finanzielle Verlust würde sich also in sehr überschaubarem Rahmen halten. Mehr als dass wir nach fünf Minuten wieder gehen, kann nicht passieren. Wir beschlossen also reinzugehen. Im Keller des Einkaufszentrums. Bunte Neonröhren und Fake-Palmen standen vor dem Eingang. Wir gingen hinein, wurden vom Mann hinter der Kasse unter einer roten Absperrkordel hindurch gelassen. Er war offensichtlich der Besitzer, ein Engländer zumindest ließ das sein Dialekt vermuten und die Tatsache, dass er uns auf Englisch nicht Spanisch angesprochen hatte.

Mirco zahlte, wir bekamen ein graues Handtuch ausgehändigt und wurden gefragt, was wir trinken wollten. Wir nahmen beide jeweils ein Bier. Und bekamen die Dosen hingestellt. Neben der kleinen Empfangstheke stand ein hoher Tisch mit vier Barhockern, da hin setzten wir uns erstmal mit unserem Bier und ließen alles auf uns wirken. Der Raum war nicht besonders groß. Neben unserem Tisch mit den Barhockern hing noch eine sehr 90er Jahre Style Vitrine mit Dingen, die man kaufen konnte. Irgendwelche schrägen Outfits, Gleitgels, Vibratoren und so einiges mehr. Aber auch eher nicht das allerneuste Zeug. Hinter meinem Rücken waren zwei Eingänge mit einem Vorhang davor. Mirco hatte beim Reinkommen in den rechten Raum geguckt, das war der kleine Kinosaal mit dem Gay-Porno. Ich warf einen Blick in den anderen Raum, der ein wenig größer war, mit einer großen Leinwand vorne und rechts und links Sitzbänken zum Film schauen. Ich denke es waren so 15 Sitzplätze. Dort lief ein Hetero-Porno. Es waren vielleicht 10 Männer im Kino. Ich denke keiner unter 50. Als Motto für den Abend war eigentlich Unterwäsche ausgegeben. Mirco und ich beschlossen das aber einfach mal zu ignorieren, weil wir wenig Lust hatten dort in Unterwäsche rumzurennen. Beim Rest des Publikums war das gemischt. Der erste Mann, der aus dem Gaybereich kam und auf die Toilette neben uns ging hatte einen String an, der weniger nicht hätte sein können. Aber alle anderen trugen weitestgehend normale Straßenklamotten.

Wir nuckelten eine Weile an unserem Bier und sahen und alles an. In meiner Blickrichtung an der Wand hingen zwei Bildschirme. Auf denen waren nochmal in klein die beiden Pornos aus den Kinos zu sehen. In dem Kino in dem ich sonst so manchmal bin, da laufen dann meist hochwertig produzierte Filme, was Sinn macht, wenn sie auf der großen Leinwand gezeigt werden. Das traf für den Gay-Content auch halbwegs zu. Aber der Hetero-Porno auf den ich da so starrte, der war wirklich schlecht. Die Kamera war auf den falschen Punkt scharfgestellt, man sah eigentlich nicht die relevanten Sachen, die Darsteller rutschten manchmal halb aus dem Bild. Man fragte sich, was zum Henker ist das für ein Film. Das ist ja das Youpornzeug besser.

Dann nach dem halben Bier fassten wir uns ein Herz und gingen in das Hetero-Kino hinein. Es waren sechs Männer im Raum. Die saßen alle auf jeweils einer Bank. Auf der linken Seite war die hinterste Bank frei. Wir setzten uns hin. Vorne war ein Getränkehalter, wo wir unsere Bierdosen abstellen konnten. Daneben hing eine große Papierrolle und drunter Stand ein Mülleimer. Aber es ja auch ein Pornokino. Wenn man da nicht aufs Wichsen eingestellt wäre, dann wäre ja auch was falsch. Da wir ganz hinten saßen, nahmen uns die Männer erst gar nicht wahr. Allerdings konnten wir es uns nicht verkneifen, das was wir auf der Leinwand sahen auch zu kommentieren. Ich rechnete damit, dass die anderen Männer relativ schnell genervt sein würden von uns. Nach ein paar Minuten Film gucken war ich durchaus angeturnt von der Gesamtsituation. Ich sagte Mirco, dass er ruhig meine Brüste auspacken und verwöhnen dürfe. So hatten ich und die anderen Männer was davon. Einer hatte sich in den Bereich hinter unserer Sitzbank platziert. Die Männer fingen an uns zuzusehen und drehten sich vom Film weg. Alle waren sehr zurückhaltend. Keiner versuchte mitzumachen.

Für mehr als ein wenig Fummeln fühlte es sich aber in der Location auch gar nicht an. Nach einer Weile packte ich dann meine Brüste wieder ein. In der Zwischenzeit hatten wir bemerkt wie ein Mann neben der Leinwand noch durch ein Tür ging. Meine Neugierde war geweckt, ich wollte wissen, was sich in diesem Raum versteckt. Ganz kurz hatte ich Bedenken, dass uns dann das halbe Kino hinterherdackeln würde. Aber dem war nicht so. Wir gingen in den Raum. Es war total dunkel mit Schwarzlicht. In der Mitte des Raums war eine Holzwand mit zwei Gloryholes. Man konnte auf beiden Seiten an der Wand vorbeigehen, es war also kein abgeschlossener Bereich auf der anderen Seite. Schräg. Mirco merkte, dass über all an der Wand gut sichtbar durch das Schwarzlicht Spermaspuren waren. Also quasi überall rund herum an den Außenwänden. Nicht an der Gloryholewand selbst. Da sah es okay aus. Trotzdem sehr gruselig. Also besser nichts anfassen

Dann war unser Intermezzo im etwas abgeranzten Pornokino auch schon wieder vorbei. Schön war, dass die Herren alle so zurückhaltend gewesen sind und mit respektvollem Abstand einfach zugesehen hatten.

Da der Abend noch jung war, überlegten wir, was wir sonst noch anstellen konnten. Mirco kannte von früher noch zwei drei Kontaktbars, wo Menschen sich kennenlernen konnten, aber es wohl auch ein Separee für das eine oder andere mehr gab. So hatte er es in Erinnerung. Also suchten wir nach der ersten Bar. Vorbei an all den wirklich schrägen Läden mit den Alleinunterhaltern und dem in die Jahre gekommenen Publikum. In dieser Ecke der Insel gab es gefühlt nur Touris, die schon seit Jahrzehnten ihre Zeit hier verbringen und nie was anderes sehen wollen. Am besten sollte alles so bleiben, wie es auch schon vor 30 Jahren war. Lange wird es gefühlt nicht mehr dauern, bis ihnen die verblieben Gäste dann auch noch wegsterben.

Nach ein wenig Suchen im Einkaufszentrum fanden wir die erste Kontaktbar. Mirco wusste schon, dass sich der Besitzer geändert hatte. Er war gespannt, wie das neue Konzept der Bar war. Für mich sah es nach einer ganz normalen kleinen Bar mit roten Ledersitzmöbeln aus. Wir suchten uns einen Platz und bestellten uns Drinks. Es war nicht tote Hose, aber auch nicht besonders viel los. Ich war, wie ich schon erwartet hatte die jüngste Frau in der Bar. Mirco erzählte mir, dass sie den Laden umgebaut haben und die Separees, die es früher gegeben hatte, nun fehlten. Also kein Ort mehr um zu „spielen“. Nach einem Blick in die Rirarammel-App vorher war mir eigentlich schon klar gewesen, dass die meisten anderen die aktuell auf der Insel waren, eher deutlich jenseits der 50 waren. Ich kann mit dem Brathähnchen-FKK-Typ-Mensch, dessen Hauptbeschäftigung im Urlaub darin besteht sich in der Sonne braten zu lassen, einfach nicht besonders viel anfangen. Da sind die Gesprächsthemen und Interessen zumeist so unterschiedlich gelagert, dass das einfach nirgends hinführt.

Mirco sah das ähnlich, so dass wir nach dem ersten Drink weiterzogen. Auf dem Weg dorthin hielten wir Händchen. Mirco ist zwar vergeben, lebt aber in einer Beziehung, in der sich beide Freiräume lassen. So war er auch allein in den Urlaub gefahren. Ich bin gar nicht oft der Händchenhalte-Typ, aber es fühlte sich schön an mit ihm. So nach „in diesem Urlaub gehören wir zusammen“.

Zweite Kontaktbar: Dieses Mal deutlich voller. Überwiegend Pärchen. Auch hier war ich die deutlich jüngste Frau und Mirco gehörte trotz Anfang 50 zu den jüngsten Männern in der Bar. Die meisten Menschen waren so, wie man sie in so einer klassischen Dokumentation über Swinger wohl sehen würde. Machen sonst FKK. Treten als Pärchen auf, suchen Anschluss an ein anderes Paar im selben Alter oder wollen einfach nur frivol ausgehen. Hat alles seine Berechtigung und ich will das gar nicht abwerten. Für mich sind das so ein wenig die klassischen, spießigen Swinger. In der Bar waren wohl überwiegend Stammgäste, denn die meisten wurden mit einem Kuss vom Betreiber-Ehepaar begrüßt. Bei Bussi-Bussi bin ich ja auch immer schon raus. Die Betreiberin war eine Frau um die 60 in einem roten Kleid mit Spaghetti-Trägern, großen Brüsten und natürlich ohne BH drunter. Der Betreiber-Mann packte anderen Frauen zum Abschied erst mal ganz frech an die Möpse. Die hat das nicht gestört von dem her schon okay, aber für mich zeichnet das halt immer schon so ein Bild, was so für ein Grundton in einem Laden herrscht. Für viele dort sicher ein gern gewählter Ort, an dem sie eine gute Zeit haben, für uns war es nicht stimmig. Da ticken wir beiden einfach anders. Jetzt bin ich auch eher pragmatisch als eine Stilikone, aber manches ist mir im Umgang halt dann auch einen Tick zu flach.

Nach dem wir nun glücklos im dritten Laden saßen, überlegten wir uns, wie unser Abend nun weitergehen sollte. Wir checkten in der Rirarammelseiten-App noch was in den gelisteten Swingerclubs an diesem Abend an Partys stattfinden sollte. In beiden Clubs, die wir in Erwägung zogen, war das Motto FKK-Party. Das liegt mir einfach nicht. Ganz nackt ist nicht meine Baustelle. Also beschlossen wir, dass wir zu Mirco in den Bungalow gehen und einfach nur Spaß zu zweit haben wollen.

Mirco zu treffen war ein Glücksfall für uns beide. Mirco folgt meinem Blog hier schon eine Weile und kennt mein Profil auf der Rirarammelseite. Wir hatten aber noch nie Kontakt gehabt. Über die Seite schrieb er mich dann auch an, nachdem ich dort erwähnt habe, dass ich eine Woche auf der Insel Urlaub machen würde. Er war zufällig die exakt selbe Woche dorthin geflogen, von einem anderen Ort aus, aber selbe Reisewoche. Ich fragte ihn, ob wir uns nicht spontan zum Essen treffen wollten, ich und die Jungs waren gerade in der Stadt unterwegs und er stimmte zu. Er entschuldigte sich schon vorher, dass er nicht mehr zum Duschen kommen würde, weil zu spontan. Da trafen wir uns im wuseligen Yumbo-Center, wo auch in der Woche vor der Pride Week soweit das Auge reicht nur mutmaßlich schwule Männer unterwegs waren. Zu viert gingen wir in eine gute Tapas Bar. Die Jungs und ich nahmen wie immer kein Blatt vor den Mund und die Männer drumherum waren schnell in fuckable und nicht fuckable abgecheckt, wir waren uns einig, dass wir den Kellner gern „verräumt“ hätten, was ein Hottie. Mirco glaube ich mochte diese Offenheit. Bei einem ersten Date mit Menschen an einem Tisch zu sitzen, wo es augenscheinlich nicht wirklich Tabuthemen gibt. Vielleicht auch ein wenig Einblick zu bekommen, wie schwule Männer so ticken. Ich glaube er mochte uns exakt in dieser Konstellation. Wir sind nette, interessierte, umgängliche Menschen, da kann man sich einfach mit jedem von uns über was unterhalten. Was für ihn aber auch galt. Er war ein ganz normaler Typ Mann, Anfang 50, ITler, dunkle Haare, leichter Bauchansatz, leichte Anzeichen des ersten Haarverlusts, Cargohose und Poloshirt an. Ich mochte die Lachfalten um seine Augen gleich sehr. Als Typ fällt er einem nicht sofort ins Auge, aber ich mag das. Sympathischer Mann.

Es hat sich einfach gefügt. Wir kamen gut miteinander klar. Wir gingen am ersten Abend auseinander und es war klar, dass wir uns wiedersehen würden. Für den Abend waren wir nämlich schon mit den anderen Jungs, die meine Besties noch kannten, verabredet um einen draufzumachen in den Gaylocations. Zu dem Rest dieses Abends komme ich dann aber in einem weiteren Eintrag.

Am nächsten Tag relativ spät, nachdem der Abend in den Gaylocations doch länger ging und ich ein bißchen brauchte, bis ich in die Puschen kam, traf ich mich mit Mirco am FKK-Strand. Er hatte mich in seine Muschel eingeladen. Was ein unschlagbares Argument für mich war, weil ich Schneewittchen sonst in der Sonne einfach eingangen wäre. FKK ist nicht so meines, aber ich war dann einfach nackt unter meinem dünnen Strandtuch. Mirco war ganz nackt. Um uns herum ebenfalls lauter nackte Menschen. Die Jungs hatten sich in den Gay-FKK-Bereich verzogen, der 200 Meter weiter war. Wir unterhielten uns, ich fühlte mich wohl mit ihm. Es gibt so Menschen mit denen fühlt sich alles leicht und einfach an. Wir grabbelten ein wenig aneinander rum, Berührungen am Arm und Rücken, lachten, sahen uns Menschen an. Ich brauchte noch am Rücken eincremen. Nach einer Weile knutschten wir auch ein wenig. So stelle ich mir einen perfekten Urlaubsflirt vor. Wir waren beide angeturnt. Wir doch in der Öffentlichkeit, wenn auch ein wenig geschützt in der halboffenen Strandmuschel. Mirco fing an meine Brüste zu liebkosten, saugte genüsslichst an meinen Nipplen. Es erregte ihn sichtbar. Auch mich machte das sehr an. Uns gegenüber lag ein dunkelhäutiger Mann mit einem großen Schwanz, der uns zu sah und auch an sicher herumspielte.

Ich dachte kurz drüber nach, wie weit ich in der Öffentlichkeit gehen würde. Er vermutlich auch. Ich kannte ja die Geschichten und die Pornos über Sex in Dünen, aber ich hatte mir am ersten Tag fast die Füße verbrannt, als wir dort durchgelaufen sind und es war furchtbar anstrengend gewesen in der prallen Sonne zu laufen, weswegen ich den Gedanken, dass wir uns ja ein Plätzchen dort zum Vögeln suchen könnten wieder verwarf. Der Gedanke machte mich allerdings schon heiß. Doch nur ein wenig später standen dann auch schon die Jungs wieder vor mir, die genug hatten vom Strand so dass wir Mirco zurückließen und in den Bungalow gingen. Wir wollten vor dem Abend noch ein wenig relaxen. Später am Abend trafen wir dann wieder auf Mirco und dann sind wir am Anfang dieses Blogeintrags, weil wir dann das Pornokino auscheckten.

Fehlt noch das Ende des Abends: Mirco hatte zufälligerweise seine Unterkunft nur 400 Meter von unserer entfernt. So cool einfach. Nach einem schon angegeilten Nachmittag am Strand und dann halb angegeilten Abend in den Locations gingen wir zum ihm und wir brauchten nicht viel Anlauf. Endlich in Ruhe Knutschen, Fummeln und Streicheln. Da hatte ich mich sehr darauf gefreut. Er saugte so gekonnt an meinen Nippeln, dass ich davon schon ultra geil wurde. Bevor er zwischen meine Schenkel abtauchte um mich zu lecken, sagte er noch: „Das hatte ich schon seit dem Nachmittag am Strand machen wollen, deine geile Muschi zu lecken“ Rrrr. Das kickte mich dann gleich nochmal. Am Ende kam er beim Blowjob und ich beim Fingern mit Nachhelfen. Mein Heimweg wäre nicht lange gewesen, aber ich fühlte mich wohl beim ihm, so dass ich über Nacht blieb. Auch wenn ich keine Zahnbürste mit hatte. Er hatte noch eine freie Betthälfte in seinem Doppelbett. Ich kuschelte mich an ihn hin zum Einschlafen. Wir haben beide richtig gut geschlafen (besser als auf meiner Couchlocation im Bungalow). Bevor ich zum Frühstücken heimging, legte ich noch einen Morgen-Blowjob nach. Ich finde er hätte es auch schlechter treffen können, als mit mir 😊

In den Urlaub zu dritt…

Meine Besties haben geheiratet. Nicht sehr überraschend – die beiden sind seit 10 Jahren ein Paar. Am Ende ohne den jahrelang erwarteten pompösen Heiratsantrag, ganz pragmatisch während der Corona-Zeit in kleinem Rahmen. Und irgendwie war das doch stimmig. Die große Party wird nachgeholt. Jetzt sitzen wir im Flugzeug auf dem Weg in den Urlaub. Es ist der erste Urlaub nach der Hochzeit. Man könnte es als Hochzeitsreise bezeichnen. Nur dass ich auch dabei bin und wir zu dritt ein Zimmer haben werden. Allein reisend hätte ich einfach das doppelte zahlen müssen, so haben die beiden ganz pragmatisch beschlossen, dass wir ein Dreierzimmer nehmen.

Neben der Tatsache, dass wir in die Sonne fliegen freue ich mich auch darauf, dass kurz vor der Winter-Pride-Week ist, also wirklich viele schwule Männer dort sein werden und die Besties mich mit auf ihre Piste nehmen werden. Einfach weil ich es super spannend finde in andere Szenen als meine eigene einzutauchen. Zu verstehen, wie man dort tickt, was dort passiert. Der feste Vorsatz ist also, dass sie mich mal zum Aufreißen mitnehmen. Und es ist auch völlig okay für mich, dass mich unter Unmengen an Männer keiner auch nur mit dem Arsch anschauen wird. Schön wäre es, wenn es nen hotten Bi-Mann geben würde, aber muss auch nicht. Es ist auch voll okay, wenn die Männer mal nur ihr Ding haben.

Meine Besties sind ein spannendes Pärchen. Für mich haben sie die tragfähigste Beziehungsgrundlage aller Paare, die ich kenne. Mit einer unglaublichen Offenheit den jeweils anderen mit all seinen Facetten zu akzeptieren. Mir würde nichts einfallen, über was die beiden nicht sprechen können. Im Bereich Sex ist es bei den beiden so, dass Bestie1 – ich nenne ich hier im Blog mal Qutie (wie Cutie) – unglaublich viel Sex braucht und wild aufreißen geht, sich auch in den unterschiedlichsten Spielarten ausprobiert. Also noch mehr als ich. Wenn wir Sonntag Abends üblicherweise sehen, dann frage ich immer erst mal viel er vergangene Woche gevögelt hat. Was wunderbare Gespräche ergibt.

Bestie2 (steht im übrigen nicht für Bestie als deutsches Wort, sondern im Sinne von bestfriend, sprich Bestii) ist eher ruhiger. So ganz ab und an zieht er auch mal los. Aber eher selten. Er will auch innerhalb der Beziehung eher selten Sex. Das ist ihm einfach nicht so wichtig. Bestie2 lässt Qutie aber laufen, ist da eigentlich nie eifersüchtig. Er ist sogar meist froh, wenn Qutie loszieht, zufrieden und ausgeglichen zurückkehrt. Dauerhaft untervögelt wäre er vermutlich etwas unleidig.

Das geht sogar soweit, dass ein Lover und guter Freund von Qutie dessen Trauzeuge war. Was lustig ist, wenn man bei seiner eigenen Hochzeit zwischen zwei Männern stehen kann, die man aktuell beide liebt und vögelt. Und für alle Beteiligten ist das völlig in Ordnung.

In dieser Konstellation sind wir also in den Urlaub geflogen. Wir haben zu Hause schon immer bedauert, dass es wenig bis gar keine Sex-Clubs bei uns gibt, wo beide Szenen sich rumtreiben gay und hetero. So dass wir dahingehend eigentlich nie zusammen losziehen können. Ich werde nun eine Woche weit in die schwule Welt eintauchen. Und wenn ich vom Schwuppen-Bomber (also einem Fluzeug, das die Besucher der Gay-Pride auf die Insel befördert) spreche, dann nie despektierlich, sondern weil sich das was die Jungs sagen auf mich überträgt. Ich lerne die Vorteile von Grindr kennen und wie Sexdating funktioniert, wenn es keine geschlechtsspezifischen Unterschiede zwischen den Beteiligten gibt. Das man vorsichtig sein muss, welche Farbe man als schwuler Mann anzieht, wenn man Abends mit Absichten auf die Piste geht. Welche Vorteile die Prep hat. Und sich immer die Frage stellt ob aktiv oder passiv. Welche Gruppierungen es in der schwulen Szene gibt. Dass Mann auch morgens um 6 Uhr ein Date für einen schnellen Fick klar machen kann. Welche angesagten Fetisch-Klamotten es gibt. Und wo man Cruisen geht. Es sind immer nur Einblicke, meine Eindrücke. But I love it. Ich werde berichten.

Running around with a Pornhub-Shirt…

Während ich diesen Blogeintrag – der letzte Teil – meines Urlaubs, liegt ein andere Mann in meinem Bett und ist nach einem Orgasmus seelig eingeschlummert. Ich schreibe ja am liebsten in solch kuriosen Momenten, in denen ich mein Leben sehr mag. Die Geschichte des aktuellen Abends erzähle ich aber ein anderes Mal.

In meiner Woche Urlaub war ich also vom Jäger zum Vorstellungsgespräch gefahren. Zwischendurch habe noch noch Freunde getroffen – was auch gut so war, sonst hätte ich vermutlich ein schlechtes Gewissen gehabt, wenn ich die Männer so nahtlos aneinander gereiht hätte. Jedenfalls waren die beiden ersten Erlebnisse nicht so erwartbar gewesen und eigentlich war ich total überrascht, was mir da an guter Zeit widerfahren ist. Bei der letzten Station kann ich das nun so nicht behaupten, also dass ich nicht wusste, was mich erwarten würde. Denn ich sollte Mr. Tech-Nerd wiedersehen. Jetzt haben mir zwei Männer in der Urlaubswoche schon einen Orgasmus geleckt und beim noch kommenden wusste ich ja schon, dass das sein Ding ist. Jackpot.

Und das coole war, dass er sich extra noch zwei Tage Zeit für mich genommen hat um mir seine Heimat zu zeigen. Ganz großes Kino. Er sagte immer in etwa: „Dein Urlaub – deine Wünsche“. So stellte er ein volles Programm an Sehenswürdigkeiten und Urlaubsdingen zusammen – was ich wirklich sehr liebe. Ich entdecke gerne Orte. Und diesem Fall noch mit einem witzigen, ortskundigen Mann. Mr. Tech-Nerd hat eine Vorliebe für bedruckte T-Shirts. Ist mal jemand mit einem Mann durch die Fußgänger-Zone gelaufen, der ein Pornhub-Shirt trägt? Nein? Oh Mann. Am Anfang dachte ich noch, Häh was gucken die Menschen mich so doof an. Bis mir klar wurde, dass es an seinem Shirt liegt. – Wenn der ein Pornhub-T-Shirt trägt… Und ne Frau dabei hat… Ganz toll, wenn du angeguckt wirst ob Porno-Darstellerin bist oder nicht…Dabei sehe ich doch einigermaßen brav aus. Also finde ich.

Die Abende im Hotel wollte er dem ausführlichen Lecken meiner Muschi widmen. Was ein Rundum-Paket. Ich ging als erst mal gemütlich duschen und mich dann in ein sexy Outfit werfen (Zum Glück hatte ich genügend eingepackt, so dass ich nicht dasselbe nochmal tragen musste.) Dann begab ich mich aufs Bett. Völlig ohne Umschweife legte er los. Ich musste mich einfach nur auf den Rücken legen und ihn machen lassen. Das war das, was er wollte. Einfach für meinen Kopf war, dass ich wirklich wusste, dass er es gern und ausdauernd macht und er mich ja schon ein wenig kennt. Er wusste auch mit meiner Lust zu spielen, den Orgasmus hinauszuzögern und es so noch intensiver zu machen. Er konnte noch eine Stufe darauf legen im Vergleich zu den anderen, weil er ja schon wusste, wie ich funktioniere. So gut.

Ich hatte ja schon ein wenig Angst gehabt, dass ich währen der Corona-Zeit zuviel mit Satisfyer/Womanizer und Co. masturbiert habe und deswegen mein Kitzler eventuell zu stark darauf getriggert ist. Aber alle drei Männer schafften es mit unterschiedlicher Technik zum Ziel. Es braucht zwar immer Zeit, bis ich vom Kopf so weit bin ich, dass ich mich aus der Situation lösen und mich nur auf mich selbst konzentrieren kann. Aber es geht.

Schwieriger war da schon mich zu revanchieren. Ich glaube, dass er es mir für seinen Kopf immer zu erst besorgen muss. Erst wenn ich Spaß hatte, dann kann er entspannt an seine Lust denken. Ich revanchierte mich mit einem Blowjob. Allerdings schaffte ich es nicht ganz dass er kommt. Er stand am Ende neben dem Bett und ich bot ihm meinen Körper zum darauf abspritzen an. Was er dann auch in riesiger Menge tat. Und ich war froh, dass die Dusche nicht weit war.

Dieses Erlebnis kann man nun in etwa noch mal 2 nehmen, denn auch am zweiten Abend wurde mir Lust bereitet. Ich kann über beide Abende nicht so detailreich schreiben, denn wenn man mir sagte ich soll mich fallen lassen, dann mache ich das auch und kann mir dabei dann aber nicht en detail merken, was alles so passiert.

Was ein Urlaub. Das nenne ich mal Erholungsurlaub. Andere machen Wellness… Manchmal hatte ich wenig schlechtes Gewissen, ob man das so machen kann. Aber warum eigentlich nicht. Ich hab da kein Geheimnis draus gemacht, dass ich noch andere Männer getroffen habe. Und ich glaube alle Beteiligten hatten ihren Spaß. Also schlechtes Gewissen wieder aus.

Ich hab aber auch gemerkt, dass der Jäger mehr in meinem Kopf steckt als ich dachte. Tiefer. Und so gab es auf meinem Rückweg noch ein kurzes Wiedersehen.

Entspannung auf voller Linie…

Negativ. Um es gleich mal vorweg zu nehmen. Das Ergebnis meines HIV-Tests ist negativ. Was auch zu erwarten war, so rein von der Wahrscheinlichkeit her. Dass ich solange nicht gebloggt habe, hatte also nichts mit dem Ergebnis des Tests zu tun. An dieser Stelle trotzdem ein vielen lieben Dank fürs Mitfühlen und Daumen drücken.

Ich habe die sechs Wochen warten bis ich mich testen lassen konnte eigentlich ganz gut weggesteckt. Außer an dem Tag des geplatzten Kondoms selbst habe ich nichts mehr darüber gelesen. Die rein mathematische Wahrscheinlichkeit war trotz Südafrika immer noch sehr gering. Also habe ich das in meinem Kopf weit hintergeschoben in die Schublade „Dinge, die ich gerade nicht ändern kann“. Ich hatte beschloss den Test abzuwarten. Auch die zwei Tage zwischen dem Test und dem Ergebnis gingen eigentlich ganz gut. Was vermutlich auch an dem ziemlich coolen Personal in der HIV-Beratungsstelle liegt. Die nehmen einem nochmal viel Angst. Auch wenn man mit jemandem schläft der HIV-positiv ist, sofern er seine Erkrankung kennt, sind die meisten heutzutage mit Medikamenten so gut eingestellt, das die Virenlast so niedrig ist, dass es quasi unmöglich ist, dass das Virus übertragen wird. Das führt jetzt nicht zu einem leichtsinnigen Umgang meinerseits mit dem Thema, aber ich bleibe meiner Linie treu. Der Test dahingehend war jetzt ja auch der Test über die letzten vier Jahre. Für die anderen STIs muss ich jetzt noch beim Frauenarzt testen lassen. Die Challenge für mich ist da vorher noch einen neuen Frauenarzt zu finden. Meiner ist ja leider in Ruhestand gegangen und mit seiner Nachfolgerin bin ich so gar nicht in Schuss gekommen.

Was die Zeit der „Unklarheit“ allerdings doch bewirkt hat, war dass ich mich in den sechs Wochen sexuell sehr zurück gehalten habe. Ich hatte wenig Lust das zu thematisieren. Deswegen habe ich eigentlich nur zwei Männer getroffen in der Zeit. Das Thema hatte mich also doch so im Hinterkopf ein klein wenig beschäftigt. Nichtsdestotrotz habe ich spannenden Dinge angestellt über die es sich lohnt zu schreiben.Mal sehen, ob ich Zeit dazu haben werde. Während ich diesen Text geschrieben habe, liege ich auf meinem Bett in einer Ferienunterkunft. Ich habe einen wunderbaren Blick auf ein Bergpanorama. Neben mir schnarcht Mr. Bondage seit etwas mehr als einer Stunde und hält ein nachorgasmisches Schläfchen. Wir haben die seltene Gelegenheit gefunden und sind für 5 Tage zusammen in den Urlaub gefahren. Ich wollte in diesen fünf Tagen mich bewegen, mir etwas Gutes tun. Also sind wir in die Berge gefahren. Nach zwei Tagen mit langen Wandertouren haben wir uns heute bisher nur zum Frühstück aus dem Bett bewegt. Ich will eigentlich unbedingt noch raus. Aber Mr. Bondage ist heute ein wenig lahmarschig 🙂 Vielleicht sollte ich mich nicht andauernd über ihn her machen …

Jetzt nehme ich schon eine ganze Weile keine hormonelle Verhütung mehr. Das hat meiner Libido wirklich gut getan, aber es nervt mich mittlerweile auch wieder. Der Preis den ich für mehr Lust bezahle ist, dass ich meine Tage nicht mehr so kalkulierbar habe. Am Donnerstag letzte Woche, also vor 8 Tagen habe so ganz leicht die ersten Blutungen gehabt. Dachte mir noch, coole dann könnten die Tage ja halbwegs durch sein bis wir am Dienstag in den Urlaub fahren. Von wegen.. nach immer so wenige Rumgetröpfle habe ich sie heute (!) richtig bekommen. Das ist doch mal superätzend. Jetzt habe ich die immer fast zwei Wochen. Ich glaube, das will ich auch nicht. Zwei Wochen… Ist das nervig… Ja, man kann auch trotzdem Sex haben… Aber nervt. Mal sehen, ob ich das doch noch mal wieder ändern werde.

Unsere Tage in den Bergen laufen immer ähnlich an. Sie beginnen morgens immer mit einem ausführlichen Blowjob. Das ist die Tageszeit zu der Mr. Bondage am meisten Lust hat, ich eher nicht so. Also verwöhne ich ihn. Die Revanche gibt es dann für mich Abends… Jetzt ist es nachmittag.. Hihi…

Once you go black, you never go back…

Ich habe eine Weile überlegt, ob ich diesen Eintrag schreiben werde, oder nicht. Aber mein Vorsatz war immer, mich nicht davon leiten zu lassen, wer eventuell mitlesen könnte und trotzdem das Aufzuschreiben, was ich erlebt habe.

Anfang des Jahres war ich ein wenig urlaubsreif und hatte im Bekanntenkreis aber niemanden, der mit mir in den Urlaub gefahren wäre. Die Pärchen fahren lieber als Pärchen, Mr. Bondage mit dem ich am allerliebsten wegfahren würde, verbringt seinen Urlaub natürlich mit seiner Familie. Für eine Alleinreise hatte ich keine Muse. Also suchte ich über die Rirarammelseite eine Reisebegleitung. Nicht, weil ich auf Sex aus war, aber ich habe das Gefühl bei Menschen, die ich über die Seite kennenlerne, kann ich einfach ich sein und muss mich nicht verstellen.

Es ergab sich, dass mich ein Mann anschrieb und fragte, ob ich mit ihm eine Kreuzfahrt in der Karibik machen würde. Woooah, krasser Scheiß. Er wollte nur den Aufpreis, den die Reise zu zweit mehr kostet, als sie allein gekostet hätte. Ich konnte mein Glück nicht fassen. Wir trafen uns um herauszufinden, ob wir uns sympathisch sind oder nicht. Mr. Logistik. Großer, stattlicher Mann mit Glatze. Sechs Jahre älter als ich. Ein unglaublich netter, zuvorkommender Mensch. Er ist ein netter Mensch, ich bin ein netter Mensch. Das Bauchgefühl sagte schnell, dass wir problemlos einen Urlaub miteinander verbringen können. Also wurde gebucht. Ich konnte mein Glück nicht fassen. Er gab mir nie das Gefühl dafür eine Gegenleistung außer einen schönen Urlaub zu haben zu wollen. Ich wäre allerdings auch nicht mitgefahren, wenn er Sex dafür erwartet hätte. Ich schloss Sex nicht aus. Es würde sich zeigen, ob es sich danach anfühlte oder nicht.

Ende März ging es los. Die zwei Wochen waren wirklich unglaublich schön. Auch wenn ich immer noch nicht so recht zu den Menschen auf so einem Kreuzfahrtschiff passe. Aber man kann sich das ja schön machen. So ein Schiff ist groß, da findet man schon Ecken, die einem gefallen. Und auch Landgänge kann man ja selbst gestalten. Es würde den Eintrag sprengen wenn ich all die schönen Sachen auflisten würde, die wir unternommen haben.

Wenn ich was auf der Reise gelernt habe dann das ich wirklich gut Englisch spreche. Ich kann mittlerweile einfach reden, ohne übersetzen zu müssen. Ich habe vermutlich besser Englisch gesprochen als 95 Prozent der anderen Passagiere. Damit konnte ich das tun, was ich am liebsten tue, mich mit Menschen unterhalten. Zum Beispiel mit den einheimischen Tourguides quatschen. Die fanden es wiederum gefühlt auch ganz cool, dass sie jemand versteht, Witze reißt und mit ihnen quatscht.

Am besten hat das in Jamaika geklappt. Ich komme mit der sehr entspannten Lebensweise der Jamaikaner sehr gut klar. So ein kleinwenig habe ich mich in dieses Land verliebt. Wir waren zweimal in Jamaika. Schon beim ersten Aufenthalt quasselte der Tourguide mit mir über Sex. Also erzählte mir wie der Hase so in Jamaika läuft. Ich war völlig unschuldig und hatte das Thema nicht angefangen. Auch wenn mir das jetzt keiner glaubt. Aber strahle wohl aus, dass man mit mir über so was quatschen kann. Dieser erste Tourguide der uns für ein paar Stunden rumkutschierte gab mir am Ende der Tour den legendären Satz „Once you go black you never go back“, vermutlich als eine Art Vorwarnung mit auf den Weg. Ich mag ja das unerschütterliche Selbstbewusstsein mancher schwarzen Männer hinsichtlich ihrer sexuellen Performance.

Die Wahrscheinlichkeit, dass ich das auf der Reise ausprobieren würde ging gegen Null. Zum einen war ich ja in Begleitung verreist und zum anderen war ich bisher in meinem Leben immer sehr vorsichtig was Sex im interkulturellen Kontext angeht. Ich wollte Missverständnissen, was Erwartungshaltungen angeht aus dem Weg gehen und da ich das in anderen Kulturkreisen schlechter einschätzen kann oder es früher manchmal an einer Sprachbarriere haperte, habe ich das bisher eigentlich nie zugelassen. Also nahm ich den Satz des Tourguides schmunzelnd hin und dachte nicht weiter darüber nach.

Mr. Logistik und ich kamen gut miteinander klar. Auch wenn unsere Interessen durchaus auseinandergingen. Für mich war es das größte, wenn ich einfach an Seetagen unter Deck lesen konnte, er hing lieber auf Deck an der Bar rum. Wir machten Dinge zusammen, aber auch allein. Das war für mich ganz okay so. Zu Beginn der Reise hatte ich erst mal meine Tage bekommen. Ganz super. Ein Nachteil des Nicht-Mehr-Verhütens. Da stand Sex auch erstmal nicht zur Debatte. Aber so nach und nach merkte ich, dass vermutlich nichts zwischen uns Laufen würde. Es fühlte sich einfach nicht danach an. Er war mir als Mensch (nicht sexuell!) zu devot. Zu nett. Ein Kreuz mit den netten Männern. Er braucht mit Sicherheit auch eine eher dominante Frau an seiner Seite. Das wäre ich schon, so als Menschentyp. Aber ich brauche Kontra, eine Herausforderung. Ich weiß, dass ist für nette Männer immer blöd, wenn es am nett scheitert. Und man kann ja nett nicht einfach abstellen und nett sein ist ja auch was Gutes. Aber manchmal fliegt das eben nicht. Zur Beruhigung, ich bin ja auch nett und ich kenne das andersrum genauso gut. Ich bin auch zu wenig zickig, meist grade raus. Das ist auch keine Herausforderung im Regelfall.

Ein ganz klitzekleines bisschen Fummeln hat sich dann allerdings aus einer Massage heraus doch noch ergeben. Er bot sich an mich einzucremen und ich genoss es und ließ mich drauf ein. Ich war gespannt, wie mutig er sein würde. In dem Moment hätte er vermutlich auch Sex haben können, wenn er es darauf angelegt hätte. Das konnte er aber nicht wissen. So endete es in einer Massage mit Happy End für mich. Mich hat schon auch so ein kleinwenig mein schlechtes Gewissen gequält, dass ich ihm nichts zurückgegeben habe. Aber es ergab sich nicht der Moment, wo es für mich gepasst hätte. Ich hätte mich schon zwingen können, aber das habe ich nach meiner letzten Beziehung abgelegt. Es soll ehrlich sein. Und nicht vorgegaukelt.

Dafür habe ich den Hotelmanager des Schiffes in seiner schicken Uniform dauernd anstarrt. Ich kann nix dafür. Fieses Uniform-Ding. Da hatte ich schon immer eine Schwäche für. Der hat auch geschnallt, dass ich ihn lüstern anstarre – man könnte es auch Blickstalking nennen. Ich war jedenfalls nicht mutig genug ihn ansprechen.

Nicht sehr spannend der Urlaub, was das Thema Sex angeht. Dachte ich. Bis wir zum zweiten Mal in Jamaika Halt machten…

Verdammter Cliffhänger 😊

Ich lebe noch

Ich war eine Woche im Urlaub. Jetzt muss ich noch eine kleine Arbeit bis 31. März fertig schreiben. Dann gibt es wieder Updates. Sorry für die lange Durststrecke.

Nach der Wut ist es doch schön

Im letzten Eintrag habe ich mir meine Wut von der Seele gebloggt. Und kaum hatte ich auf Senden gedrückt, passierte etwas Erstaunliches. Die Wut war verraucht. Ich hatte meine negativen Gefühle verbalisiert und konnte sie loslassen. Ich kehrte zurück in unsere „Höhle“ (Ferienwohnung) und war deutlich entspannter. Meine Entspanntheit führte dazu, dass auch Mr. Bondage deutlich besser gelaunt war. Und ab diesem Moment fing der Urlaub an auch den Namen Urlaub zu verdienen. Mr. Bondage hatte an dem Nachmittag, an dem ich im Cafe beim Bloggen war alle seine noch offenen Aufgaben erledigt, so dass wir dann endlich frei waren für Unternehmungen. Dann kam auch der Sex zurück. Seine Lust zu spielen.

An diesem Abend fesselten wir nicht zu Übungszwecken wie sonst während des Aufenthalts, sondern lustvoll. Zu seinem und meinem Lustgewinn. Er verschnürte mich nackt auf dem Bett. Fesselte mir ein Seil zwischen den Beinen durch und schaffte es mir mit diesem Seil einen Orgamsus zu machen. Aber ich war ja auch hungrig nach Berührung, nach Sex. Nach einer kurzen Pause legte er noch mit einem Dildo nach und fickte mich so lange damit, bis ich richtig hart kam. Danach nahm er mich in den Arm und wir kuschelten. Wir gaben uns gegenseitig wieder Zuneigung.

Mr. Bondage liest immer mal wieder meinem Blog mit. Mir war klar, dass der letzte Blogeintrag sehr hart für ihn sein würde. Nichtsdestotrotz stehe ich zu dem was ich schreibe. Aber die Vorstellung, dass er den letzten Eintrag lesen würde, war schon seltsam, da ich nach dem Eintrag anders fühlte als beim Schreiben des Blogeintrags. Ein paar Tage später kam er morgens von der Toilette und fragte, ob ich noch Redebedarf hatte. Er hatte den Eintrag gelesen. Und er hatte Verständnis für mich. Er war mir nicht böse. Obwohl ich gescrhieben hatte, dass ich mich Entlieben wollte, wenn er nicht da war. Wir redeten noch mal über alles. Das hätten wir durchaus früher tun sollen, aber wir waren beiden vorher nicht in der Lage gewesen. Vieles von dem weswegen ich sauer war, konnte ich so gar nicht mehr nachvollziehen. Das Problem war, dass mich die Eifersucht übermannt hatte in einem Moment, in dem ich sie nicht in Ruhe verarbeiten konnte. Ich war ein wenig unfair gewesen. Mr. Bondage hatte bis zu unserem Gespräch immer wieder recherchiert, ob es nicht doch noch Sinn machen würden mich nach Japan mitzunehmen. Aber es ging wegen meiner Uniprüfung nicht. Ich sah das inzwischen ähnlich.

Jetzt bin ich wieder zu Hause und er ist für drei Wochen weg. Wir werden uns wiedersehen, wenn er zurück kommt. Ich bewahre ein paar Sachen von ihm auf. Ich gönne ihm die Reise und hoffe, dass er viel für sich in Sachen Bondage mitnehmen kann. Ich freue mich auch auf die drei Wochen für mich. Die Zeit werde ich nutzen um mich auch mal wieder mit Anderen zu treffen. Außerdem kann ich mich so in Ruhe auf meine letzten Prüfungen vorbereiten. Darüber hinaus kann ich ein wenig Runterkommen, die eigenen Gefühlswogen ein wenig glätten.

Urlaub noch zu retten?

Endlich stand er vor der Tür, der langersehnte Urlaub mit Mr. Bondage. 9 Tage nur er und ich. Diese Aussicht erschien mir so wundervoll. Die letzte Zeit war geprägt davon, dass wir uns nur Abends nach jeweils langen Tagen sahen. Er hatte viel gearbeitet, ich hatte die Last des Pendelns getragen. Wir waren meist nur noch etwas Essen gegangen, haben manchmal noch zusammen geduscht, ein wenig gekuschelt und dann geschlafen. Sex war wenig geworden. Aber mit der Aussicht auf den gemeinsamen Urlaub konnte ich das aushalten. Wir waren vor einer Weile mal für eine Nacht zusammen an den Gardasee gefahren. Das war ein wundervoller unbeschwerter leidenschaftlicher Urlaub gewesen. Viel Sex, gemeinsames Spazieren, eine gute Zeit. Mir war vor unserem Urlaub klar, dass er nie wieder Zeit haben würde neun Tage mit mir zu verbringen.  Neun Tage Urlaub, freie Zeit. Deswegen war es also was ganz besonderes.

Mit Ausblick auf die lange gemeinsame Zeit war aushaltbar, dass ich das Gefühl hatte, dass die anderen Frauen „Quality time“ bekamen und ich nicht. Für seine andere Sub muss er sich immer ein komplettes Wochenende Zeit nehmen, da die beiden so weit auseinander wohnen. Das hatte er für mich schon lange nicht mehr getan. An schlechten Tagen fühlt es sich an wie die „Nebenbei-Frau“ sein. Die so selbstverständlich da ist, dass es einfach nichts besonderes mehr ist. An guten Tagen wie eine besondere Beziehung unter seinen Beziehung, da wir am meisten Zeit miteinander verbrachten.

Er hat durch seinen Arbeitgeberwechsel ein paar Wochen frei. Bei der Planung dieser freien Zeit kann er nicht aus seiner Haut und versucht die Tage bis zur letzten Minute auszunutzen. Er träumte davon nach Japan zu gehen und seine Bondage-Kenntnisse dort nochmal zu intensivieren. Ich ermunterte ihn dazu. Ich kenne das Land ganz gut. War ein paar Mal dort gewesen. Hätte es unglaublich schön gefunden mit ihm dort hinzufahren. Aber mein Uniprüfungen liegen mitten in dem Zeitraum und so hätte ich nicht ganz mitgekonnt. Ich hatte mich eigentlich damit abgefunden, dass er alleine fahren würde. Bis zu dem Moment in dem wir auf den Weg zum Flughafen waren zu unserem kleinen Urlaub. Da sagte er mir beiläufig, dass er seine andere Sub mitnehmen wird für ein paar Tage.

Mich zerriss es in diesem Moment fast. Das tat mir unglaublich weh. ich erinnere mich nicht mehr daran, wann mir vorher etwas so sehr weh getan hat wie das. Ich wollte am liebsten laut schreien, den Schmerz rausschreien oder rennen bis ich einfach vor Erschöpfung umfalle. Irgendetwas damit es nicht so sehr weh tat. Aber es ging nicht. Ich konnte nicht mal weglaufen und meine Gedanken ordnen, die Konsequenz wäre gewesen, nicht mit in den Urlaub zu fahren. Ich betäubte den Schmerz mit lauter Musik und heulte hemmungslos in seinem Auto. Es ist etwas zerbrochen zwischen uns in diesem Moment und ich weiß noch nicht, ob das jemals wieder zu kitten sein wird.

Warum tat mir das so weh? Weil ich das Gefühl hatte, dass er schon am Anfang mich gar nicht wirklich mitnehmen wollte, da ich eben figurmäßig so weit weg bin von den Japanerinnen. Zu kräftig. Wollte da nicht mit mir als Bunny auftauchen. keine Ahnung, ob er es auch so meint, vor lauter anderen Frauen und Arbeit haben wir nicht viel geredet in letzter Zeit. Er wollte sowieso bei gar nichts meine Hilfe. Nicht bei der Unterkunftssuche, bei gar nichts. Jetzt hatte er seine andere Sub damit beauftragt etwas zu suchen. Ich fühle mich nutzlos, meine Kenntnisse sind nicht gewollt. Ich fühle mich fett und nicht vorzeigbar. Lieber die dünne Sub mitnehmen. Einfach ersetzt. Hinzu kommt, dass er in den letzten Tagen mir immer wieder das Gefühl vermittelt hat auf der Jagd zu sein. Auf der Jagd nach einem jungen perfekten hübschen schlanken Bunny oder Geliebten. Dass er noch einen anderen Frauentyp sucht ist aushaltbar, so lange ich auch das Gefühl habe gewollt zu sein. Bis dahin habe ich gedacht unsere Beziehung sei etwas besonderes. Aber ich bin nur eine unter Vielen. Austauschbar. Ich war verliebt. Er nicht.

Ich bin mitgeflogen, aber der Urlaub ist schwierig. Ich bin verletzt und dünnhäutig. Er genervt von meiner latent schlechten Stimmung. Er ist in einen Arbeitsmodus verfallen. Arbeitet noch alles ab, was er vor seinem Japan-Aufenthalt noch erledigen will. Klar kann das wieder nur in unserer gemeinsamen Zeit passieren. Wir sind nun drei volle Tage hier gewesen und haben nichts gemacht außer im Zimmer gesessen und gearbeitet und Fesseln gewesen. Fesseln im Trainingsmodus. Das ist okay, Das wußte ich vorher und da habe ich Lust drauf. Aber ich hatte gedacht, dass wir auch mal wieder zu zweit spielen würden. Nichts. Mein absoluter TIefpunkt war, als ich mich nackt vor ihn gekniet haber, während er am Laptop saß und gesagt habe, dass ich spielen will. Er hat die Arbeit vorgezogen. Ich fühle mich abstoßend und verletzt. Seine Bedürfnisse kommen immer zu erst. Es fühlt sich so an als wären meine nicht relevant. Es läuft so wie er das möchte. Da ich aber nicht seine Sub bin, sondern immer dachte, dass wir uns auf Augenhöhe begegnen kann ich damit nicht umgehen. Dieser ganze Urlaub bewegt sich zwischen Nähe und Abstand. Halbzeit hier, mal sehen was noch passiert.

Irgendwie freue ich mich mittlerweile darauf, wenn er drei Wochen nicht da ist. Ich werde mich entlieben in dieser Zeit. Er wird sich nicht melden. Er braucht mich nicht. Es ist seine Zeit. Sie wird intensiv. Intensiv auch mit der anderen Frau. Ich werde mich sammeln. You can not have it all, baby.

Hab kurz überlegt, die Kommentare für diesen Eintrag zu schließen.Denkt daran wenn ihr kommentiert, dass das meine subjektive Sicht der Dinge ist. Das ich gerade wütend und verletzt bin. Dass ich ihm an manchen Stellen vielleicht auch Unrecht tue.