Entspannung auf voller Linie…

Negativ. Um es gleich mal vorweg zu nehmen. Das Ergebnis meines HIV-Tests ist negativ. Was auch zu erwarten war, so rein von der Wahrscheinlichkeit her. Dass ich solange nicht gebloggt habe, hatte also nichts mit dem Ergebnis des Tests zu tun. An dieser Stelle trotzdem ein vielen lieben Dank fürs Mitfühlen und Daumen drücken.

Ich habe die sechs Wochen warten bis ich mich testen lassen konnte eigentlich ganz gut weggesteckt. Außer an dem Tag des geplatzten Kondoms selbst habe ich nichts mehr darüber gelesen. Die rein mathematische Wahrscheinlichkeit war trotz Südafrika immer noch sehr gering. Also habe ich das in meinem Kopf weit hintergeschoben in die Schublade „Dinge, die ich gerade nicht ändern kann“. Ich hatte beschloss den Test abzuwarten. Auch die zwei Tage zwischen dem Test und dem Ergebnis gingen eigentlich ganz gut. Was vermutlich auch an dem ziemlich coolen Personal in der HIV-Beratungsstelle liegt. Die nehmen einem nochmal viel Angst. Auch wenn man mit jemandem schläft der HIV-positiv ist, sofern er seine Erkrankung kennt, sind die meisten heutzutage mit Medikamenten so gut eingestellt, das die Virenlast so niedrig ist, dass es quasi unmöglich ist, dass das Virus übertragen wird. Das führt jetzt nicht zu einem leichtsinnigen Umgang meinerseits mit dem Thema, aber ich bleibe meiner Linie treu. Der Test dahingehend war jetzt ja auch der Test über die letzten vier Jahre. Für die anderen STIs muss ich jetzt noch beim Frauenarzt testen lassen. Die Challenge für mich ist da vorher noch einen neuen Frauenarzt zu finden. Meiner ist ja leider in Ruhestand gegangen und mit seiner Nachfolgerin bin ich so gar nicht in Schuss gekommen.

Was die Zeit der „Unklarheit“ allerdings doch bewirkt hat, war dass ich mich in den sechs Wochen sexuell sehr zurück gehalten habe. Ich hatte wenig Lust das zu thematisieren. Deswegen habe ich eigentlich nur zwei Männer getroffen in der Zeit. Das Thema hatte mich also doch so im Hinterkopf ein klein wenig beschäftigt. Nichtsdestotrotz habe ich spannenden Dinge angestellt über die es sich lohnt zu schreiben.Mal sehen, ob ich Zeit dazu haben werde. Während ich diesen Text geschrieben habe, liege ich auf meinem Bett in einer Ferienunterkunft. Ich habe einen wunderbaren Blick auf ein Bergpanorama. Neben mir schnarcht Mr. Bondage seit etwas mehr als einer Stunde und hält ein nachorgasmisches Schläfchen. Wir haben die seltene Gelegenheit gefunden und sind für 5 Tage zusammen in den Urlaub gefahren. Ich wollte in diesen fünf Tagen mich bewegen, mir etwas Gutes tun. Also sind wir in die Berge gefahren. Nach zwei Tagen mit langen Wandertouren haben wir uns heute bisher nur zum Frühstück aus dem Bett bewegt. Ich will eigentlich unbedingt noch raus. Aber Mr. Bondage ist heute ein wenig lahmarschig 🙂 Vielleicht sollte ich mich nicht andauernd über ihn her machen …

Jetzt nehme ich schon eine ganze Weile keine hormonelle Verhütung mehr. Das hat meiner Libido wirklich gut getan, aber es nervt mich mittlerweile auch wieder. Der Preis den ich für mehr Lust bezahle ist, dass ich meine Tage nicht mehr so kalkulierbar habe. Am Donnerstag letzte Woche, also vor 8 Tagen habe so ganz leicht die ersten Blutungen gehabt. Dachte mir noch, coole dann könnten die Tage ja halbwegs durch sein bis wir am Dienstag in den Urlaub fahren. Von wegen.. nach immer so wenige Rumgetröpfle habe ich sie heute (!) richtig bekommen. Das ist doch mal superätzend. Jetzt habe ich die immer fast zwei Wochen. Ich glaube, das will ich auch nicht. Zwei Wochen… Ist das nervig… Ja, man kann auch trotzdem Sex haben… Aber nervt. Mal sehen, ob ich das doch noch mal wieder ändern werde.

Unsere Tage in den Bergen laufen immer ähnlich an. Sie beginnen morgens immer mit einem ausführlichen Blowjob. Das ist die Tageszeit zu der Mr. Bondage am meisten Lust hat, ich eher nicht so. Also verwöhne ich ihn. Die Revanche gibt es dann für mich Abends… Jetzt ist es nachmittag.. Hihi…

Once you go black, you never go back…

Ich habe eine Weile überlegt, ob ich diesen Eintrag schreiben werde, oder nicht. Aber mein Vorsatz war immer, mich nicht davon leiten zu lassen, wer eventuell mitlesen könnte und trotzdem das Aufzuschreiben, was ich erlebt habe.

Anfang des Jahres war ich ein wenig urlaubsreif und hatte im Bekanntenkreis aber niemanden, der mit mir in den Urlaub gefahren wäre. Die Pärchen fahren lieber als Pärchen, Mr. Bondage mit dem ich am allerliebsten wegfahren würde, verbringt seinen Urlaub natürlich mit seiner Familie. Für eine Alleinreise hatte ich keine Muse. Also suchte ich über die Rirarammelseite eine Reisebegleitung. Nicht, weil ich auf Sex aus war, aber ich habe das Gefühl bei Menschen, die ich über die Seite kennenlerne, kann ich einfach ich sein und muss mich nicht verstellen.

Es ergab sich, dass mich ein Mann anschrieb und fragte, ob ich mit ihm eine Kreuzfahrt in der Karibik machen würde. Woooah, krasser Scheiß. Er wollte nur den Aufpreis, den die Reise zu zweit mehr kostet, als sie allein gekostet hätte. Ich konnte mein Glück nicht fassen. Wir trafen uns um herauszufinden, ob wir uns sympathisch sind oder nicht. Mr. Logistik. Großer, stattlicher Mann mit Glatze. Sechs Jahre älter als ich. Ein unglaublich netter, zuvorkommender Mensch. Er ist ein netter Mensch, ich bin ein netter Mensch. Das Bauchgefühl sagte schnell, dass wir problemlos einen Urlaub miteinander verbringen können. Also wurde gebucht. Ich konnte mein Glück nicht fassen. Er gab mir nie das Gefühl dafür eine Gegenleistung außer einen schönen Urlaub zu haben zu wollen. Ich wäre allerdings auch nicht mitgefahren, wenn er Sex dafür erwartet hätte. Ich schloss Sex nicht aus. Es würde sich zeigen, ob es sich danach anfühlte oder nicht.

Ende März ging es los. Die zwei Wochen waren wirklich unglaublich schön. Auch wenn ich immer noch nicht so recht zu den Menschen auf so einem Kreuzfahrtschiff passe. Aber man kann sich das ja schön machen. So ein Schiff ist groß, da findet man schon Ecken, die einem gefallen. Und auch Landgänge kann man ja selbst gestalten. Es würde den Eintrag sprengen wenn ich all die schönen Sachen auflisten würde, die wir unternommen haben.

Wenn ich was auf der Reise gelernt habe dann das ich wirklich gut Englisch spreche. Ich kann mittlerweile einfach reden, ohne übersetzen zu müssen. Ich habe vermutlich besser Englisch gesprochen als 95 Prozent der anderen Passagiere. Damit konnte ich das tun, was ich am liebsten tue, mich mit Menschen unterhalten. Zum Beispiel mit den einheimischen Tourguides quatschen. Die fanden es wiederum gefühlt auch ganz cool, dass sie jemand versteht, Witze reißt und mit ihnen quatscht.

Am besten hat das in Jamaika geklappt. Ich komme mit der sehr entspannten Lebensweise der Jamaikaner sehr gut klar. So ein kleinwenig habe ich mich in dieses Land verliebt. Wir waren zweimal in Jamaika. Schon beim ersten Aufenthalt quasselte der Tourguide mit mir über Sex. Also erzählte mir wie der Hase so in Jamaika läuft. Ich war völlig unschuldig und hatte das Thema nicht angefangen. Auch wenn mir das jetzt keiner glaubt. Aber strahle wohl aus, dass man mit mir über so was quatschen kann. Dieser erste Tourguide der uns für ein paar Stunden rumkutschierte gab mir am Ende der Tour den legendären Satz „Once you go black you never go back“, vermutlich als eine Art Vorwarnung mit auf den Weg. Ich mag ja das unerschütterliche Selbstbewusstsein mancher schwarzen Männer hinsichtlich ihrer sexuellen Performance.

Die Wahrscheinlichkeit, dass ich das auf der Reise ausprobieren würde ging gegen Null. Zum einen war ich ja in Begleitung verreist und zum anderen war ich bisher in meinem Leben immer sehr vorsichtig was Sex im interkulturellen Kontext angeht. Ich wollte Missverständnissen, was Erwartungshaltungen angeht aus dem Weg gehen und da ich das in anderen Kulturkreisen schlechter einschätzen kann oder es früher manchmal an einer Sprachbarriere haperte, habe ich das bisher eigentlich nie zugelassen. Also nahm ich den Satz des Tourguides schmunzelnd hin und dachte nicht weiter darüber nach.

Mr. Logistik und ich kamen gut miteinander klar. Auch wenn unsere Interessen durchaus auseinandergingen. Für mich war es das größte, wenn ich einfach an Seetagen unter Deck lesen konnte, er hing lieber auf Deck an der Bar rum. Wir machten Dinge zusammen, aber auch allein. Das war für mich ganz okay so. Zu Beginn der Reise hatte ich erst mal meine Tage bekommen. Ganz super. Ein Nachteil des Nicht-Mehr-Verhütens. Da stand Sex auch erstmal nicht zur Debatte. Aber so nach und nach merkte ich, dass vermutlich nichts zwischen uns Laufen würde. Es fühlte sich einfach nicht danach an. Er war mir als Mensch (nicht sexuell!) zu devot. Zu nett. Ein Kreuz mit den netten Männern. Er braucht mit Sicherheit auch eine eher dominante Frau an seiner Seite. Das wäre ich schon, so als Menschentyp. Aber ich brauche Kontra, eine Herausforderung. Ich weiß, dass ist für nette Männer immer blöd, wenn es am nett scheitert. Und man kann ja nett nicht einfach abstellen und nett sein ist ja auch was Gutes. Aber manchmal fliegt das eben nicht. Zur Beruhigung, ich bin ja auch nett und ich kenne das andersrum genauso gut. Ich bin auch zu wenig zickig, meist grade raus. Das ist auch keine Herausforderung im Regelfall.

Ein ganz klitzekleines bisschen Fummeln hat sich dann allerdings aus einer Massage heraus doch noch ergeben. Er bot sich an mich einzucremen und ich genoss es und ließ mich drauf ein. Ich war gespannt, wie mutig er sein würde. In dem Moment hätte er vermutlich auch Sex haben können, wenn er es darauf angelegt hätte. Das konnte er aber nicht wissen. So endete es in einer Massage mit Happy End für mich. Mich hat schon auch so ein kleinwenig mein schlechtes Gewissen gequält, dass ich ihm nichts zurückgegeben habe. Aber es ergab sich nicht der Moment, wo es für mich gepasst hätte. Ich hätte mich schon zwingen können, aber das habe ich nach meiner letzten Beziehung abgelegt. Es soll ehrlich sein. Und nicht vorgegaukelt.

Dafür habe ich den Hotelmanager des Schiffes in seiner schicken Uniform dauernd anstarrt. Ich kann nix dafür. Fieses Uniform-Ding. Da hatte ich schon immer eine Schwäche für. Der hat auch geschnallt, dass ich ihn lüstern anstarre – man könnte es auch Blickstalking nennen. Ich war jedenfalls nicht mutig genug ihn ansprechen.

Nicht sehr spannend der Urlaub, was das Thema Sex angeht. Dachte ich. Bis wir zum zweiten Mal in Jamaika Halt machten…

Verdammter Cliffhänger 😊

Ich lebe noch

Ich war eine Woche im Urlaub. Jetzt muss ich noch eine kleine Arbeit bis 31. März fertig schreiben. Dann gibt es wieder Updates. Sorry für die lange Durststrecke.

Nach der Wut ist es doch schön

Im letzten Eintrag habe ich mir meine Wut von der Seele gebloggt. Und kaum hatte ich auf Senden gedrückt, passierte etwas Erstaunliches. Die Wut war verraucht. Ich hatte meine negativen Gefühle verbalisiert und konnte sie loslassen. Ich kehrte zurück in unsere „Höhle“ (Ferienwohnung) und war deutlich entspannter. Meine Entspanntheit führte dazu, dass auch Mr. Bondage deutlich besser gelaunt war. Und ab diesem Moment fing der Urlaub an auch den Namen Urlaub zu verdienen. Mr. Bondage hatte an dem Nachmittag, an dem ich im Cafe beim Bloggen war alle seine noch offenen Aufgaben erledigt, so dass wir dann endlich frei waren für Unternehmungen. Dann kam auch der Sex zurück. Seine Lust zu spielen.

An diesem Abend fesselten wir nicht zu Übungszwecken wie sonst während des Aufenthalts, sondern lustvoll. Zu seinem und meinem Lustgewinn. Er verschnürte mich nackt auf dem Bett. Fesselte mir ein Seil zwischen den Beinen durch und schaffte es mir mit diesem Seil einen Orgamsus zu machen. Aber ich war ja auch hungrig nach Berührung, nach Sex. Nach einer kurzen Pause legte er noch mit einem Dildo nach und fickte mich so lange damit, bis ich richtig hart kam. Danach nahm er mich in den Arm und wir kuschelten. Wir gaben uns gegenseitig wieder Zuneigung.

Mr. Bondage liest immer mal wieder meinem Blog mit. Mir war klar, dass der letzte Blogeintrag sehr hart für ihn sein würde. Nichtsdestotrotz stehe ich zu dem was ich schreibe. Aber die Vorstellung, dass er den letzten Eintrag lesen würde, war schon seltsam, da ich nach dem Eintrag anders fühlte als beim Schreiben des Blogeintrags. Ein paar Tage später kam er morgens von der Toilette und fragte, ob ich noch Redebedarf hatte. Er hatte den Eintrag gelesen. Und er hatte Verständnis für mich. Er war mir nicht böse. Obwohl ich gescrhieben hatte, dass ich mich Entlieben wollte, wenn er nicht da war. Wir redeten noch mal über alles. Das hätten wir durchaus früher tun sollen, aber wir waren beiden vorher nicht in der Lage gewesen. Vieles von dem weswegen ich sauer war, konnte ich so gar nicht mehr nachvollziehen. Das Problem war, dass mich die Eifersucht übermannt hatte in einem Moment, in dem ich sie nicht in Ruhe verarbeiten konnte. Ich war ein wenig unfair gewesen. Mr. Bondage hatte bis zu unserem Gespräch immer wieder recherchiert, ob es nicht doch noch Sinn machen würden mich nach Japan mitzunehmen. Aber es ging wegen meiner Uniprüfung nicht. Ich sah das inzwischen ähnlich.

Jetzt bin ich wieder zu Hause und er ist für drei Wochen weg. Wir werden uns wiedersehen, wenn er zurück kommt. Ich bewahre ein paar Sachen von ihm auf. Ich gönne ihm die Reise und hoffe, dass er viel für sich in Sachen Bondage mitnehmen kann. Ich freue mich auch auf die drei Wochen für mich. Die Zeit werde ich nutzen um mich auch mal wieder mit Anderen zu treffen. Außerdem kann ich mich so in Ruhe auf meine letzten Prüfungen vorbereiten. Darüber hinaus kann ich ein wenig Runterkommen, die eigenen Gefühlswogen ein wenig glätten.

Urlaub noch zu retten?

Endlich stand er vor der Tür, der langersehnte Urlaub mit Mr. Bondage. 9 Tage nur er und ich. Diese Aussicht erschien mir so wundervoll. Die letzte Zeit war geprägt davon, dass wir uns nur Abends nach jeweils langen Tagen sahen. Er hatte viel gearbeitet, ich hatte die Last des Pendelns getragen. Wir waren meist nur noch etwas Essen gegangen, haben manchmal noch zusammen geduscht, ein wenig gekuschelt und dann geschlafen. Sex war wenig geworden. Aber mit der Aussicht auf den gemeinsamen Urlaub konnte ich das aushalten. Wir waren vor einer Weile mal für eine Nacht zusammen an den Gardasee gefahren. Das war ein wundervoller unbeschwerter leidenschaftlicher Urlaub gewesen. Viel Sex, gemeinsames Spazieren, eine gute Zeit. Mir war vor unserem Urlaub klar, dass er nie wieder Zeit haben würde neun Tage mit mir zu verbringen.  Neun Tage Urlaub, freie Zeit. Deswegen war es also was ganz besonderes.

Mit Ausblick auf die lange gemeinsame Zeit war aushaltbar, dass ich das Gefühl hatte, dass die anderen Frauen „Quality time“ bekamen und ich nicht. Für seine andere Sub muss er sich immer ein komplettes Wochenende Zeit nehmen, da die beiden so weit auseinander wohnen. Das hatte er für mich schon lange nicht mehr getan. An schlechten Tagen fühlt es sich an wie die „Nebenbei-Frau“ sein. Die so selbstverständlich da ist, dass es einfach nichts besonderes mehr ist. An guten Tagen wie eine besondere Beziehung unter seinen Beziehung, da wir am meisten Zeit miteinander verbrachten.

Er hat durch seinen Arbeitgeberwechsel ein paar Wochen frei. Bei der Planung dieser freien Zeit kann er nicht aus seiner Haut und versucht die Tage bis zur letzten Minute auszunutzen. Er träumte davon nach Japan zu gehen und seine Bondage-Kenntnisse dort nochmal zu intensivieren. Ich ermunterte ihn dazu. Ich kenne das Land ganz gut. War ein paar Mal dort gewesen. Hätte es unglaublich schön gefunden mit ihm dort hinzufahren. Aber mein Uniprüfungen liegen mitten in dem Zeitraum und so hätte ich nicht ganz mitgekonnt. Ich hatte mich eigentlich damit abgefunden, dass er alleine fahren würde. Bis zu dem Moment in dem wir auf den Weg zum Flughafen waren zu unserem kleinen Urlaub. Da sagte er mir beiläufig, dass er seine andere Sub mitnehmen wird für ein paar Tage.

Mich zerriss es in diesem Moment fast. Das tat mir unglaublich weh. ich erinnere mich nicht mehr daran, wann mir vorher etwas so sehr weh getan hat wie das. Ich wollte am liebsten laut schreien, den Schmerz rausschreien oder rennen bis ich einfach vor Erschöpfung umfalle. Irgendetwas damit es nicht so sehr weh tat. Aber es ging nicht. Ich konnte nicht mal weglaufen und meine Gedanken ordnen, die Konsequenz wäre gewesen, nicht mit in den Urlaub zu fahren. Ich betäubte den Schmerz mit lauter Musik und heulte hemmungslos in seinem Auto. Es ist etwas zerbrochen zwischen uns in diesem Moment und ich weiß noch nicht, ob das jemals wieder zu kitten sein wird.

Warum tat mir das so weh? Weil ich das Gefühl hatte, dass er schon am Anfang mich gar nicht wirklich mitnehmen wollte, da ich eben figurmäßig so weit weg bin von den Japanerinnen. Zu kräftig. Wollte da nicht mit mir als Bunny auftauchen. keine Ahnung, ob er es auch so meint, vor lauter anderen Frauen und Arbeit haben wir nicht viel geredet in letzter Zeit. Er wollte sowieso bei gar nichts meine Hilfe. Nicht bei der Unterkunftssuche, bei gar nichts. Jetzt hatte er seine andere Sub damit beauftragt etwas zu suchen. Ich fühle mich nutzlos, meine Kenntnisse sind nicht gewollt. Ich fühle mich fett und nicht vorzeigbar. Lieber die dünne Sub mitnehmen. Einfach ersetzt. Hinzu kommt, dass er in den letzten Tagen mir immer wieder das Gefühl vermittelt hat auf der Jagd zu sein. Auf der Jagd nach einem jungen perfekten hübschen schlanken Bunny oder Geliebten. Dass er noch einen anderen Frauentyp sucht ist aushaltbar, so lange ich auch das Gefühl habe gewollt zu sein. Bis dahin habe ich gedacht unsere Beziehung sei etwas besonderes. Aber ich bin nur eine unter Vielen. Austauschbar. Ich war verliebt. Er nicht.

Ich bin mitgeflogen, aber der Urlaub ist schwierig. Ich bin verletzt und dünnhäutig. Er genervt von meiner latent schlechten Stimmung. Er ist in einen Arbeitsmodus verfallen. Arbeitet noch alles ab, was er vor seinem Japan-Aufenthalt noch erledigen will. Klar kann das wieder nur in unserer gemeinsamen Zeit passieren. Wir sind nun drei volle Tage hier gewesen und haben nichts gemacht außer im Zimmer gesessen und gearbeitet und Fesseln gewesen. Fesseln im Trainingsmodus. Das ist okay, Das wußte ich vorher und da habe ich Lust drauf. Aber ich hatte gedacht, dass wir auch mal wieder zu zweit spielen würden. Nichts. Mein absoluter TIefpunkt war, als ich mich nackt vor ihn gekniet haber, während er am Laptop saß und gesagt habe, dass ich spielen will. Er hat die Arbeit vorgezogen. Ich fühle mich abstoßend und verletzt. Seine Bedürfnisse kommen immer zu erst. Es fühlt sich so an als wären meine nicht relevant. Es läuft so wie er das möchte. Da ich aber nicht seine Sub bin, sondern immer dachte, dass wir uns auf Augenhöhe begegnen kann ich damit nicht umgehen. Dieser ganze Urlaub bewegt sich zwischen Nähe und Abstand. Halbzeit hier, mal sehen was noch passiert.

Irgendwie freue ich mich mittlerweile darauf, wenn er drei Wochen nicht da ist. Ich werde mich entlieben in dieser Zeit. Er wird sich nicht melden. Er braucht mich nicht. Es ist seine Zeit. Sie wird intensiv. Intensiv auch mit der anderen Frau. Ich werde mich sammeln. You can not have it all, baby.

Hab kurz überlegt, die Kommentare für diesen Eintrag zu schließen.Denkt daran wenn ihr kommentiert, dass das meine subjektive Sicht der Dinge ist. Das ich gerade wütend und verletzt bin. Dass ich ihm an manchen Stellen vielleicht auch Unrecht tue.

Geplatzer Urlaub und ein Baby

Mister E-Technik und ich hatten beschlossen, dass wir zusammen an die Nordsee fahren wollen. Ein verlängertes Wochenende. Ich freute mich sehr darauf. Ich musste in meinem neuen Nebenjob ein wenig vorarbeiten, um auch auf meine Stundenzahl zu kommen. Aber mit dem Ziel vor Augen, dass ich dann einen wunderbaren Urlaub mit ihm verbringen darf, ging das eigentlich leicht von der Hand. Ich verbringe meine Zeit saugern mit Mr. E-Technik. Völlig egal, dass der Sex zwischen uns ordentlich in die Binsen gegangen war. Darauf kommt es mir gar nicht an. Ich mag ihn wirklich gern.

Am vorletzten Arbeitstag vor dem Urlaub dann die Hiobsbotschaft.. Er hatte sich eine fette Erkältung zugezogen und war krankgeschrieben. Er musste den Urlaub absagen. Uhh Horror.. Das war gar nicht so einfach zu verdauen.. Hatte mich sehr darauf gefreut. Aber der Arme konnte ja auch nichts dafür und hörte sich wirklich Elend an. Was tun, fragte ich mich. Ich hatte das Auto komplett ausgebucht und wollte den Mitfahrern nicht absagen. Ich beschloss mit dem kleinen Umweg über Mr. E-Techniks Heimatstadt nach Bremen in meine Fluchtstadt zu fahren. Ich fragte bei meinen Freunden an, ob sie mich so kurzfristig beherbergen würden. Es klappte und ich war dann wieder euphorisch. Bremen wunderbar. Eine zumindest adäquate Alternative.

Ich schrieb auch Tom an und hoffte, dass sich die Gelegenheit bieten würde, dass wir uns zumindest kurz sehen. Mittlerweile war er schon wieder ein wenig zurückgerudert von seiner Wir-werden-nie-wieder-Sex-haben-Haltung. Wir hatten das ein oder andere Mal heiß geflirtet per WhatsApp. Ich schrieb ihn an und war noch voller Hoffnung auf ein Date.

Und dann der Hammer.. Er war am Tag vorher zum zweiten Mal Vater geworden. Uff.. Was ein Timing.. Ich wußte, dass seine Frau zum zweiten Mal schwanger war. Aber ich hatte nie ausgerechnet, wann es denn so weit sein würde. Bis dahin hatte ich das ziemlich gut verdrängt. Sollte ich noch einen winzigkleinen Funken Hoffnung gehabt haben, dass aus Tom und mir was werden würde, dann war immer klar, dass das zweite Kind der endgültige Todesstoß sein würde. Als er mir das schrieb, da holte mich mein Liebeskummer mit einem Nachbeben nochmal ordentlich ein. Ihm gehört einfach immernoch ein kleines Stück meines Herzens. Sein Kind war zu früh gekommen,. Er musste sich kümmern. Natürlich, anders hätte ich es auch nicht gewollt. Ich freute mich für ihn. Jetzt war seine kleine Familie perfekt. Es war allerdings nicht leicht, ihm das Glück nicht zu neiden.. Aber ich wischte die bösen Gedanken beiseite..

Ich fuhr trotzdem, und die Tage in Bremen waren wundervoll. Denn die Menschen, die ich dort kenne sind wundervoll. Ich schlief jede Nacht woanders, lernte neue wunderbare Menschen kennen und hatte mich damit arrangiert, dass Tom nicht Teil dieses Aufenthalts werden würde. Lernte einen unglaublich netten Mann kennen. Der hatte den Vor- oder Nachteil, dass er Tom optisch ähnlich ist. Was dazu führte, dass ich ihn beim Abendessen zu dem er miteingeladen war, immer anstarren musste. Ich hoffte, dass ihm das nicht aufgefallen war. Mr. Unkonventionell, kannte mein Blog schon, weil unsere gemeinsamen Freunde ihm davon erzählt hatten. Er ist ein wenig nerdig, ein Kopfmensch, intelligent, wirklich nett, herzlich, spontan und abwartend. Eigentlich fällt er einem erst auf den zweiten Blick auf und man fragt sich dann, warum eigentlich.

Es ergab sich, dass ich meine letzte Nacht beim ihm übernachtete. Mir wurde relativ schnell klar, dass es schwierig werden würde, dass bei uns was läuft. Denn zwei eher abwartende Menschen trafen mit uns aufeinander. Wenn ich, wie sonst, darauf warten würde, dass der Mann den ersten Schritt macht, dann würden wir in den nächsten 200 Jahren nichts miteinander anfangen. Also wurde ich entgegen meiner eigentlich Angewohnheit initiativ. Das war auch mal wieder ganz nett. Ich fühlte ihm verbal auf den Zahn und winkte dabei mit einem ganzen Zaun. Der war auch nötig, denn vorher ließ er mich auch überhaupt nicht merken, dass ihm auffiel, dass ich ihn gerade angrabe. Es dauerte eine genze Weile, bis ich mir sicher war, dass er auch Bock hatte. Allerdings sagte er mir, dass er keinen Sex haben konnte zur Zeit, weil er Medikamente nahm, die dies nicht zuließen.

Dem Rotwein sei Dank, dass wir am Ende knutschend und kuschelnd auf seiner Couch endeten und es ein wirklich schöner Abend war. Nur nebeneinander einschlafen war nichts für ihn und er überließ mir sein Bett. ich hoffe sehr, dass ich ihn beim nächsten Ausflug in seine Stadt auch wiedersehen werde. Eigentlich bedauere ich sehr, dass wir soweit auseinander wohnen, denn ich hätte gern mehr von den Gesprächen mit ihm.

Auf dem Heimweg fuhr ich dann doch noch beim Mr. E-Technik vorbei. Er war noch nicht wieder ganz fit, aber es ging ihm ein wenig besser. Wir beließen es dann auch bei Kuscheln. Aber ich verbringe wirklich gern Zeit mit ihm. Völlig egal, dass der Sex in die Binsen gegangen war. Ich fühle mich wohl in seiner Nähe. Ich mag ihn einfach und so war es für mich auch wunderbar mit Pizza und Bier auf seiner Couch in meinen Geburtstag zu rutschen. An meinen Geburtstag bin ich dann nach Hause gefahren um Abends mit meinen Freunden zu feiern. Ich hoffe sehr, dass wir unseren geplanten Urlaub noch nachholen.

Ich hatte in den 5 Tagen keinen Sex, aber mein Knutsch- und Kuschelbedürfnis gestillt und meine Zeit mit tollen Menschen verbracht.