Ein bißchen Natursekt…

Ich liebe es neue Dinge zu sehen, neue Locations zu entdecken, wenn mich jemand mitnimmt in eine andere Welt. So durfte ich erst vor kurzem einen neuen Club in meiner Stadt entdecken. Einen Fetisch Underground Club, so würde ich es zumindest nennen. So eine Art Club hätte ich eher in Berlin verortet, als hier. Der Mann, den ich in der Silvesternacht im Club kennengelernt hatte, der nahm mich neben seiner Partnerin mit in den Club. Wir starteten Abend zu Hause bei ihm mit einem schönen Abendessen. Die beiden sind sehr sympathisch. In kurzen Momenten irritiert es mich, dass sie im selben Alter, wie meine Eltern sind. Im überwiegenden Teil der Zeit ist das aber gar nicht wichtig. Nachhaltig beeindruckt hat mich, wie krass man wohnen kann. Das Badezimmer der Wohnung war größer als mein immer-noch-studentisches Zimmer, aus dem ich nie ausgezogen bin. Sehr stilvoll und wohlüberlegt eingerichtete Penthouse-Wohnung. Man kann sich auch schöne Dinge gönnen, wenn man sich das Geld dazu erarbeitet hat. Ich merke dann immer, dass es eben unterschiedliche Wege gibt im Leben und ich einen anderen gewählt habe. Ohne Wertung. Es ist eher Dankbarkeit, dass ich immer mal wieder Gelegenheit bekomme in andere Leben hinein zu schnuppern, die im ersten Moment sehr weit wenig sind von meinem.

Nach dem Essen machten wir uns fertig für den Club. Ich hatte mein Rotkäppchen-Outfit mitgebracht. Ein anderes, dass in die Richtung passt, besitze ich nicht. Irgendwie zieht es mich alleine nicht in einen Laden um mit ein passendes Party-Outfit zuzulegen. Außerdem mag ich das Outfit ja. Die beiden hatten auch zum Anlass passende schwarze Outfits angezogen. Meine Erwartung an den Abend war einfach ein wenig abtauchen in eine andere Welt, mir den Club und positiv verrückte Menschen gucken. Mir war klar, dass ich nicht spielen würde. Da müsste es schon mit dem Teufel zugehen, dass ich da meine Meinung ändern würde. Unbekannter Club, wenig vertraute Begleitung, quasi öffentlich. Nee, nee, nee. Das macht der Kopf nie mit.

Der Club war so underground, oder in dem Fall Hinterhof, dass wir erst mal Probleme hatten ihn überhaupt zu finden. Wirklich nur für Eingeweihte. Kein Laufpublikum im KittyKitchen. Es war nicht sehr viel los an diesem Abend. Aber mir ist das eigentlich ganz Recht, wenn ich Platz zum entdecken habe. Ich habe noch nie einen Club gesehen, der mit so wahnsinnig vielen Details eingerichtet ist. Vieles verschiedenes, nicht ramschig, aber wild durcheinander. Vom Beichtstuhl mit Bibel und Kreuz, bis zur durchsichtigen Fetischtoilette. Ein Club zum Tanzen, aber mit Raum zum Spielen. Mit Sitzgelegenheiten und Tanzfläche. Mit Badewanne auf einer kleinen Bühne. Zig Fesselmöglichkeiten, Gynstuhl. Mit Neonfarben zum Bemalen und Feuer um das Gogo-Podest. Die Sinne wurden zu jeder Zeit mit Reizen geflutet. Aufgestylte Transmänner, Frauen die einfach nur ihren Nackttanzfetisch ausleben wollten. Ein Betreiber, der einen Schuhfetisch hat. Ich liebe es, wenn man zwischen all den herrlich verrückten Menschen kein bißchen auffällt.

Erste Szene des Abends: Ein schöne dominante Frau (nicht so ein klassische Domina, eher ziemlich feminin) bespielt ihren männlichen Sub (der wiederum so auf den ersten Blick gar nicht typisch wie ein Submann wirkte. Sondern mit Reiterstiefeln, schicker Hose und Hemd mit Weste eher fast was Dominantes auf mich ausstrahlte.) Sie ließ ihn mit verbundenen Augen und heruntergelassenen Hosen ohne Hemd auf dem Beichtstuhl knien und peitschte ihn kunstvoll aus. Kein Prügeln sondern ein lustvolles Bearbeiten seines Rückens und Hinterns – während er ein Holz-Kreuz in der Hand hielt. Das Spiel der beiden und die Inszenierung für die das Ambiente drumherum sorgte, zog mich in den Bann. Der Betreiber hüllte die Szene mit der Nebelmaschine noch passend in sakralen (Weihrauch)-Nebel und verteilte an die übrigen anwesenden Damen Wunderkerzen womit sie den Rücken des Sub-Mannes ein bißchen piesacken konnten. Unter den wachsamen Augen seiner Domina brannten die Wunderkerzen in der Nähe seines Rückens ab und warfen kleine Funken auf ihn. Viel Show, die aber deswegen funktionierte, weil sie als Inhalt ein ehrliches, ästhetisches Spiel zwischen den beiden Protagonisten hatte. Sie schlug ihn erst mit der flachen Hand, wechselte dann später auf eine Bullwhip, die sie gekonnte mal rechts und mal links auf seinen Rücken treffen ließ. Später fuhr sie noch mit einem Nervenrad über die schon getroffenen Stellen und quälte ihren Partner lustvoll. Eiswürfel als Folterwerkzeug fehlten auch nicht und zuletzt Kerzenwachs. Es war eine ziemliche Bandbreite an unterschiedlichen Reizen, die sie in ihrem Spiel einsetzte. Dazu spielte der DJ zur Szene passende Musik. Herrlich. Ich konnte nicht umhin mir vorzustellen, wie es wäre mit so einem attraktiven Mann zu spielen. Er war sowas von genau mein Typ. Als Sub. Und das kommt wirklich extrem selten vor. Später am Abend lächelte er mir zu. Das freut mich sehr und ich hoffte, dass ich ihn nicht zu offensichtlich angestarrt hatte.

Mein Begleiter bekam Lust zu spielen. Ich war überrascht, dass er auch mit mir spielen wollte. Schließlich hatte er seine Partnerin dabei. Ihr machte das offensichtlich nichts aus. Ich lehnte dankend ab. Neben der Tatsache, dass ich nicht so gern öffentlich spiele, passt seine Art zu dominieren vermutlich nicht auf mich. Wenn er Dinge sagt, klingt es für mich immer nach um Erlaubnis fragen. Was für mich nicht den richtigen Ton trifft, mag für jemand anderen perfekt sein. Ich kann mir mit ihm Vanillamäßigen Sex ohne Weiteres vorstellen, aber die Dom/Sub-Nummer wird es vermutlich nicht werden. Die beiden verschwanden in einen kleinen Nebenraum mit Spielgeräten und amüsierten sich.

Auf einer kleinen Bühne stand eine Fetisch-Toilette. Das war eine Klobrille auf die man sich setzen konnte und darunter konnte sich jemand hinlegen. Das war das erste Mal, dass ich jemand beim einem Natursekt-Spielchen zusehen konnte. Eine Frau setzte sich auf die Toilette ein Mann legte sich mit dem Gesicht drunter und nahm einen Trichter in den Mund. Die Frau pinkelte wirklich. Ich war ziemlich beeindruckt, dass sie das so ohne weiteres konnte, so mitten auf der Bühne unter den Augen des Publikums. Nachdem er das offensichtlich genoss, fand ich nichts Ekliges an der Szene. Einfach zwei Menschen die etwas tun, was beiden gefällt. (Und meinen Horizont mal wieder ein Stück erweitert haben.

Ein Schmunzelerlebnis hatte ich noch an dem Abend. Es war ja sichtbar, dass ich ohne eigene männliche Begleitung unterwegs war. Ich lächelte ab und an jemandem zu, weil ich ein fröhlicher aufgeweckter Mensch bin. Was Männer aber oftmals anders interpretieren. Was dazu führte, dass ein Mann sich animiert sah mit mir ein wenig Smalltalk zu beginnen. Wogegen nichts spricht, da ja ein spannendes Gesprch daraus werden kann. Was aber nicht heißt, dass ich in irgendeiner Form verzweifelt wäre und der Abend nur dadurch gerettet werden kann, dass er mich angrabbelt. Frau alleine heißt nicht, dass sie einsam und verzweifelt ist. Aber nur ein Gespräch führen scheint in einem Club wohl irgendwie nicht zu gehen. Ich war wirklich nicht darauf aus irgendetwas anzustellen. Das einzige, was ich mir gewüscht hätte, wäre Mr. Bondage mit seinen Seilen gewesen. Es gab da ein Pärchen, dass mehr schlecht als Recht irgendwelche Fesselungen ausprobiert hatte. Da war ich schon beim Zusehen frustriert. Und diese Location wäre einfach der perfekte Rahmen für eine gepflegte Suspention gewesen. Hängepunkt ist vorhanden. Hab ich gleich abgecheckt.

Themenspeicher

  • Verrückter Italiener und die Familiengründung
  • Spätnachts bei Mr. Gentleman
  • Die einzigen Gäste im Club
  • Nicht im Club
  • Hanging infront of Vanillas

Schicki-Micki-Party und ein Geständnis

Der Alte Mann, das Partytier, nahm mich eines Abends mit auf eine Schicki-Micki-Party.. Dabei musste ich vorher erst Mal noch zum Shoppen, weil ich sogar nichts Passendes zum Anziehen hatte… Wobei das Shoppen die Sache auch nicht besser machte und ich beschloss mir treu zu bleiben. Also rein in ne (zumindest) neue Jeans, Sneakers und ein neues Oberteil an. Wenn schon auf ungewohntes Terrain, dann wenigstens in Klamotten in denen ich mich wohlfühle..

Und außerdem sollten die Blicke sich eh erstmal woanders hinverirren, denn da der Alte Mann es ausgefallen mag, zog er sich einen knallblauen Anzug an. Also so ein Teil bekommt man nirgends zu kaufen, dass hat er sich schneidern lassen. Wir würden also eh auffallen. Auf dem Weg zum Club (ein stinknormaler, man geht da Abends aus, aber Schicki-Micki-Club) musste ich die ganze Zeit schmunzeln, weil er einfach so cool in seinen Anzug aussieht und es ihm egal ist, was die anderen denken.. Der verrückte, overdresste Typ im grellblauen Anzug und seine underdresste Begleiterin, die Altersmäßig überhaupt nicht zusammenpassen. Wir gaben schon so ein Pärchen ab.
Und dann hatten wir noch einen Mann dabei, denn der Alte Mann übers Internet eingeladen hatte. Auch der war nicht Schicki-Micki-Party tauglich.. So gingen wir da also rein. Und die Leute schauten auch dementsprechend. Für mich war es einfach cool in einer Ecke zu stehen und mir mal anzuschauen, wer in so nem Schuppen alles abhängt und was die da so machen und wie die miteinander umgehen.. Sehr spannend und lehrreich. Zum schmückenden Beiwerk tauge ich definitv nicht, aber ich habe ja auch andere Qualitäten 🙂

Irgendwann saßen wir dann gemütlich auf ner Couchlandschaft und bekamen leckeres Essen. Der Alte Mann bestellte Gin Tonic.. Hatte ich vorher noch nie getrunken, entdeckte ich aber für mich. Er musste allerdings eine ganze Flasche bestellen.. Lol, für die ich wohl nen halben Monat jobben gegangen wäre.. Ich saß auf der Couch zwischen dem Alten Mann und dem eingeladenen Mann. Es war ziemlich laut, so dass man sich schwer unterhalten konnte, beziehungsweise sich ziemlich auf die Pelle rücken musste zum Reden. Mein Problem ist, dass ich ja immer ein wenig Zeit brauche bis ich warm werde und so war es mir fast irgendwann zu viel Körperkontakt vor Allem mit Kurt, dem anderen Mann.

Jedenfalls fand ich den Ausflug in die für mich ungewohnte Welt spannend. Später als wir draußen saßen und der Alte Mann schon ein wenig was getrunken hatte, war er ziemlich süß. Er küsste mich ein paar Mal auf die Wangen und flüsterte mir ins Ohr, dass er mir wenn wir mal allein sind noch was sagen müsse.. Uhh, klingt spanndend..Keine Ahnung, was er mir sagen will.. Nachdem ich mich noch gegen eine Kussattacke von Kurt für ein Foto des Clubfotographen unter Anfeuerung des Alten Mannes, der mich ärgern wollte, erfolgreich gewehrt hatte, ging ich nach Hause.. Und das Partytier feierte noch weiter.. Mal sehen, wann sich die Gelegenheit ergibt aus ihm herauszubekommen, was er mir sagen will..

Partyanimal

In den letzten Jahren war ich nicht mehr viel in Clubs und Diskotheken unterwegs. Ganz anders als ich 18 war. Da war ich ziemlich wild unterwegs und hab auch mal ne kurze Zeit lang mit Tanzen Geld verdient.. Gogo-Tanzen, nicht Ausziehen. Aber ich den letzten Jahren bin ich eher ruhig geworden. Mehr der Kneipentyp. Ausgerechent der Alte Mann brachte mich nun dazu mal wieder mit ihm auszugehen.. Im Vergleich zu mir ist er ein richtiges Partyanimal. Geht gern und oft aus. Wir geben eh schon immer ein ungewöhliches Paar ab, wenn mir unterwegs sind. Ich sehe den Menschen immer an, dass sie so gar nicht einschätzen können, in welcher Beziehung der Alte Mann und ich so stehen. Ich find das cool und amüsiere mich über die Blicke der Anderen.

Erst waren wir gemütlich noch was Essen und sehr süß wir sind schon in der Besteck-Teilen-Phase.. Wir haben uns gut unterhalten und er hat mich mal komplett verlegen gemacht, als er mich auf meine Gefühle für ihn angesprochen hat. Ich weiß eigentlich gar nicht warum ich da so verlegen war, denn hätte man mich vorher gefragt, wie meine Geühle für ihn aussehen, hätte ich geantwortet, dass ich ihn wirklich sehr gerne mag, aber mehr?
Aber irgendwie bin ich mir wohl meiner eigenen Gefühlslage nicht so ganz bewußt. Ich habe aber auch keine Ahnung, wie es bei ihm aussieht. Er hat mal erwähnt, dass er in einer Beziehung nicht damit leben könnte, dass es noch andere Männer gibt.

Jedenfalls gingen wir unter der Woche aus, in einen Club in dem meine Kommilitonen auch abhängen. Es war witzig denn es kam Musik aus der Zeit zu der ich auch noch ein Partyanimal war so Anfang der 2000er.
Ich hatte ein bißchen was getrunken und ein bißchen hohe Schuhe an und merkte, dass ich es einfach nicht mehr gewohnt war auf hohen Schuhen zu tanzen. Der Alte Mann tanzt sehr gern und wie verrückt. Und er ist unglaublich ausdauernd.. (Nicht nur beim Tanzen :-)). Jedenfalls schwankte ich dort in dem Club zwischen fasziniert wie der Alte Mann tanzt und wie geil er sich bewegt und „oh nein, nein, das macht er jetzt nicht, nein nicht die Bewegung, o gott, wer hat ihm denn gesagt, dass das cool aussieht?“… Aber im Grunde genommen genoss ich es sehr mit ihm dort zu sein.

Allerdings machte ich relativ früh schlapp und der Alte Mann fuhr mich mit seinem Auto heim.. Manchmal neigt er dazu wirklch wild Autozufahren.. Aber diesmal für er anständig. Ich war vom Alkoholpegel her genau in einer „Ich will dich sofort vernaschen und es mir egal wer dabei zusieht“-Phase und sagte ihm auch, dass ich angespitzt bin. Allerdings kämpfte ich mal wieder gegen eine Blasenentzündung an, was ich ihm erzählt hatte und von daher war es ganz gut, dass ihn das davon abhielt, meinen Zustand auszunutzen.

Er brachte mich nach Hause und ganz Gentleman bis vor die Tür.. Und als er ging flüsterte er mir ins Ohr: “ Wir müssen mal über unsere Beziehung reden..“