27 Schwänze in einer Woche – Grindr sei Dank

Dank der Besties habe ich schon eine geraume Weile Einblick in die Gay-Welt und ich finde es so mega spannend. Ich wollte nicht so viel drüber schreiben nicht weil es nicht berichtenswert wäre, sondern weil es in erster Linie mein Blog ist und ich nicht ungefragt deren Geschichte erzählen wollte. Aber jetzt fühlt es sich okay an.

Ich muss schmunzeln, wie sehr es sich für mich normalisiert hat mit den Jungs auch einfach über ihre Sexpraktiken zu reden. Mein Blog gibt es schon lange. Damit war wohl auch der Ausgangspunkt gelegt, dass man einfach über Sex reden kann innerhalb unserer Clique, zu der noch drei weitere unfassbar coole Menschen gehören. Aber über Sex im Großen und Ganzen zu sprechen und sich zu erzählen, was man so konkret anstellt ist nochmal ein himmelschreiender Unterschied. Ich glaube, ich weiß noch gar nicht so superlange, wer in der Beziehung der beiden der aktive und wer der passive Part ist. Und dass mir zumindest vorher noch gar nicht klar war, dass das neben der Liebe ja auch irgendwie zusammen passen muss, weil es sonst schwierig wird. Es wird schon auch mal geswitcht, aber in den meisten Fällen ist die Präferenz klar. Ficken oder gefickt werden – die meisten haben eine bevorzugte Spielart.

Ich kenne den Stellenwert von Grindr in der Szene und dass man als hetereo mit den Ohren schnackelt, was die Möglichkeiten und die Geschwindigkeit von unverfänglichem Sex angeht. Dass die PrEP als Mittel um eine Ansteckung mit HIV zu verhindern nochmal ein völliger Gamechanger ist. Mit der Einnahme geht eine regelmäßige Testung auch auf alle anderen klassischen STIs einher. Ich weiß, wo in unserer Heimatregion Cruising-Spots sind und man beispielsweise einfach auf dem Heimweg von der Arbeit vorbeidüst, wenn man Lust hat. Man findet da fast sicher jemanden, der einem den Schwanz bläst oder den man blasen kann oder anderes mehr. Für den Hetero-Bereich kenn ich keine Cruisings-Spots. Die gibt es sicher auch und mit Recherchieren würde ich das auch rausfinden, aber sie sind mir nicht so geläufig wie die Gayspots. Ich weiß, dass man sich als passiver Mann im Regelfall vorbereitet, bevor man aufreißen geht, deswegen geht das nur mit ein wenig Vorlauf – Spülung. Ich kenne das Spielzimmer der Jungs, weiß was Twinks sind. Welche Art sich zu kleiden angesagt ist in einem Teil der Szene. Ich habe also durchaus schon ein wenig Ahnung von dem was die Jungs da so treiben. Aber manches wurde mir in diesem gemeinsamen Urlaub noch viel plastischer vor Augen geführt.

Wir haben immer bedauert, dass es so wenig Möglichkeiten gibt gemeinsam loszuziehen und hatten nun den festen Vorsatz, dass ich in Maspalomas mal mit zum Aufreißen gehen würde, um zu sehen, wie es bei den Jungs so abgeht. Einfach als sexpositiver Mensch, der sich gerne ansieht, wenn Menschen miteinander Spaß haben. Eigentlich haben wir sogar gewitzelt, dass wir einen Blowjob-Contest machen. Wir würden einen Bi-Mann suchen und uns duellieren – wer kann besser blasen ich oder Qutie.

In der Woche vor der Winter-Pride-Week waren wirklich schon viele schwule Männer auf der Insel. Sie ist ja sonst schon ein Hotspot für die Szene, weil man sich da frei bewegen kann, weil es einschlägige Bars gibt. Diese Woche dort vor Ort hat mal kurz meine Realität völlig verschoben. Denn es waren quasi nur noch schwule Männer und Pärchen überall. Man kann den Eindruck bekommen, dass es viel mehr sind, als man denkt. Ich fand die Sichtbarkeit wunderbar. Für mich ist es kein ungewohntes Bild, dass meine Besties sich mal küssen oder Händchen halten, aber es ist sonst so unglaublich selten sichtbar. Hier war ich an einem Ort, an dem ich das Gefühl hatte, dass die Anwesenden einfach so sein konnten, wie sie wollten. Jeder ganz bei sich. Die bärigen alten Rockertypen, die man zu Hause nie Händchenhaltend sehen würde. Alte Pärchen, blutjunge Männer, dick, dünn, Sugardaddys mit Jungs, Männer die sehr feminin gekleidet sind, auftrainierte Schönlinge, wilde Dreierkonstellationen. Männer, von denen ich glaube, dass sie zu Hause nicht geoutet sind, ziehen durch die einschlägigen Locations. Es wird geflirtet, geknutscht und gefummelt. Man fühlt richtig die Befreitheit, das Angekommen sein. Dafür liebe ich diesen Ort. Jeder kann das sein, was er will. Bei der Auswahl findet auch jeder wonach er sucht. Endlich mal ein Pool in dem man fischen kann.

Nachdem wir am Gay-FKK-Strand lagen, habe ich dort Unmengen an Schwänzen gesehen. Schwänze haben im Gay-Schnell-Dating-Game auch eine viel größere Bedeutung, als bei heteros. Während sich Hetero-Männer hüten sollten ihr Dating-Gesuch bei einer Frau ungefragt mit einem Schwanzbild zu unterstreichen, weil sie sonst mittlerweile im Zweifelsfall auch angezeigt werden, gehört es zum guten Ton bei den Jungs gleich ein Bild von dem was man so an Ausstattung hat mitzuschicken. Ich muss auch darüber schmunzeln, wie sie mit den weiblichen Begriffen wie Slut und Bitch spielen können und sich diese um die Ohren hauen. Auch bunte Farben und Klamotten, die üblicherweise eher Mädels getragen haben finden sich alle in der Szene wieder. Die Hotpants der Jungs sind auch mal wirklich hot kurz. Aber sie können es halt auch tragen.

Als wir an einem Abend ins Yumbo-Center losgezogen sind, war ich mit einer Gruppe von acht Jungs unterwegs. Zwei Paare mit jeweils noch einem Toyboy und meine Besties. Was sehr lustig war und auch eher exotisch. Ich bin da einfach überall hinterher gedackelt, das hat erst mal keiner hinterfragt. Die anderen guckten kurz irritiert, ob meiner Anwesenheit, aber ich fühlte mich nie ungewollt. Es war spannend das Geflirte untereinander mitzubekommen. Von den drei Paaren mit denen ich unterwegs waren, lebt keines eine monogame Beziehung. Viel Geflirte und Geknutsche auch untereinander. Qutie ist am wildesten von allen unterwegs. Die anderen Jungs kannte ich noch nicht, bzw sie mich auch nicht. Ich glaube sie waren überrascht, dass da eine Hetero-Frau sitzt, die halbwegs unscheinbar aussieht, die aber ähnlich wild unterwegs ist, wie sie selbst. Die bei den meisten Themen einfach mitquatscht. Blowjobs, Streamen, sich nageln lassen, Fetischzeug… Alles kein Ding.

Wir endeten in einer Gaykneipe. Ich parkte mich auf einer erhöhten Bank im Außenbereich und saugte das Treiben in mich auf. Da ich kein Part des Flirting-Games war und nichts zu verlieren hatte, konnte ich einfach alle anquatschen. Ich las einem Schönling die Leviten, der sichtbar frustriert war, dass er noch nicht erfolgreich war. Zu seinem Übel kokketierte auch noch ich damit, dass ich ja auch schon jemanden kennengelernt hatte, am Abend vorher, nämlich Mirco. Ich sagte zu ihm, dass ich wette, dass er es mag wenn er mit jemandem was hatte sich am nächsten Tag nicht mehr zu melden und zu genießen, wenn der andere ihm hinterher läuft. Er ist ein schöner Mann, aber er lebt zu sehr von der Aufmerksamkeit dafür. Ich fühlte das. Mit meiner Aussage traf ich den Nagel auf dem Kopf. Ich sagte, dass das Problem sei, dass er weiß dass er hübsch ist und das auch ausstrahlt. Als er ein wenig jammerte, dass ihm sein Aussehen nichts mehr helfe, seit er älter wird, sagte ich, dass das nicht das Problem sei, sondern dass die anderen sich mittlerweile an Männern wie ihm schon mal die Finger verbrannt hätten und sich deswegen nicht mehr darauf einließen.

Keine Ahnung, ob er ein wenig darüber nachdenkt. Ich glaube er war erstaunt, dass ich das so analysiert hatte, obwohl wir uns erst zwei Stunden kannten. Aber in manchen Dingen unterscheiden sich Heteros und Nicht-Hetereos halt doch nicht so sehr. Während ich da saß, trieben die Jungs sich herum. Fummeln auf dem Klo… immer was los. An dem Abend war es sogar eher harmlos.

Qutie schoß im Laufe des Urlaubs den Vogel ab. Eines morgens zum Beispiel hörte ich wie er unseren Bungalow verließ. Es muss so kurz vor 6 Uhr gewesen sein. Die Erklärung hinterher: Bestie2 und ich hätten geschnarcht, er hat nicht schlafen können. Also Grindr auf. Mit einem Typen geschrieben, der auch auf unserer Anlage war und auch nicht schlafen konnte. Klamotten angezogen, drei Bungalows weitergegangen, den Typ einmal ordentlich durchgefickt (oder verräumt, um in seinem Chargon zu bleiben) und dann wieder ins Bett gegangen… So ging das öfter. Eigentlich ist passiv sein eher seins, aber für den schnellen Spaß übernimmt er öfter mal die aktive Rolle. Im Laufe des Urlaubs hatte er so ziemlich alle Bungalows um uns herum durch.

Mit den Party-Abenden in den Cruising-Bars, wo ich nicht dabei war, entweder weil ich mit Mirco unterwegs war oder weil ich am Türsteher gescheitert bin, kam er am Ende des Urlaubs auf 27 Typen. Der zurückhaltende Bestie noch auf 3 und ich, die wilde Sex-Bloggerin auf 1. Völlig verkehrte Welt aus meiner Sicht. Qutie hatte es in Darkrooms und Gloryholes krachen lassen, bei uns in den Bungalows. Aktiv (überwiegend), passiv (selten), zu zweit, zu dritt, Belgier, Iren, Spanier… alles wild durcheinander. Eines Morgens saß er mit einem riesigen Knutschfleck am Hals da. Und er sah einfach so völlig glücklich gefickt aus.

Corona-konform war das alles nicht. In der Hoffnung, dass die Gaypride das nicht völlig aus dem Ruderlaufen lässt. Qutie hat es genossen sich oberkrass auszuleben, ist nun erst mal wieder abstinent und geht jetzt nach Rückkehr sich auf alles testen. Die Zeit ist aktuell doof für sowas, aber ansonsten freue ich mich, dass es dort einen Platz gibt, wo meine Besties es so wild treiben können, wie sie wollen, völlig offen, ganz frei. Sollte überall so sein.

Schwarzlicht bei den Gloryholes ist eher medium – Pornokino

Ich liebe weirde Orte, die mit Sex zu tun haben. Mittlerweile schaue ich mir fast alles an. Und versuche nicht so sehr zu werten, wo Menschen einen Ort haben um sich Befriedigung zu verschaffen. Auf der Suche nach einem Ort an dem sowohl heteros als auch meine schwulen Besties reindürfen hätten, stieß Mirco (zu ihm werden ich später noch mehr schreiben) auf ein Pornokino, das wohl zwei verschiedene Kinoräume, aber auch gemeinsame Räume haben würde (theoretisch). Wir wollten uns das mal von außen ansehen, ob sich alle Beteiligten das vorstellen können. Vor Allem ob da auch irgendwelche Menschen U50 reingehen. Also fanden wir uns in einem der riesigen Einkaufszentren wieder, das seine besten Zeiten lange durch hat. Das Kellergeschoss in dem die einschlägigen Clubs und Orte sein sollen, war eine Mischung aus Lost Place und in den 90ern hängen geblieben. Nur noch wenige Clubs waren in Betrieb. Wir standen vor dem Kino, das bereits Mittags öffnet und es gingen nur wenige Männer, alle relativ alt, hinein. Nichts attraktives. Vor Allem für die Besties völlig unrelevant, die ja nur ihre App aufklappen müssen und sich Herrscharen an Waschbrettbäuchigen, gut bestückten Männern aussuchen könnten.

Die Besties wollten also verständlicherweise keine 15 Euro investieren um den weirden Ort kennen zu lernen. So trennten sich an diesem Abend unsere Wege. Die Jungs gingen zurück in die Gay-Party-Zone, wir heteros wollten mal unsere Clublandschaft testen. So standen Mirco und ich nochmal vor dem Eingang zum Pornokino und überlegten, ob wir das wirklich machen wollten. Das war weniger der sexuelle Reiz, als einfach die Neugierde auf den Ort. Ein bißchen wie sexuelle Geisterbahn. Er war im Vergleich zu mir noch nie in einem gewesen. Ich hatte ja schon das ein oder andere gesehen. Für die 15 Euro würde man auch einen Drink bekommen, also zwei Drinks, weil ja für jeden einen. Der finanzielle Verlust würde sich also in sehr überschaubarem Rahmen halten. Mehr als dass wir nach fünf Minuten wieder gehen, kann nicht passieren. Wir beschlossen also reinzugehen. Im Keller des Einkaufszentrums. Bunte Neonröhren und Fake-Palmen standen vor dem Eingang. Wir gingen hinein, wurden vom Mann hinter der Kasse unter einer roten Absperrkordel hindurch gelassen. Er war offensichtlich der Besitzer, ein Engländer zumindest ließ das sein Dialekt vermuten und die Tatsache, dass er uns auf Englisch nicht Spanisch angesprochen hatte.

Mirco zahlte, wir bekamen ein graues Handtuch ausgehändigt und wurden gefragt, was wir trinken wollten. Wir nahmen beide jeweils ein Bier. Und bekamen die Dosen hingestellt. Neben der kleinen Empfangstheke stand ein hoher Tisch mit vier Barhockern, da hin setzten wir uns erstmal mit unserem Bier und ließen alles auf uns wirken. Der Raum war nicht besonders groß. Neben unserem Tisch mit den Barhockern hing noch eine sehr 90er Jahre Style Vitrine mit Dingen, die man kaufen konnte. Irgendwelche schrägen Outfits, Gleitgels, Vibratoren und so einiges mehr. Aber auch eher nicht das allerneuste Zeug. Hinter meinem Rücken waren zwei Eingänge mit einem Vorhang davor. Mirco hatte beim Reinkommen in den rechten Raum geguckt, das war der kleine Kinosaal mit dem Gay-Porno. Ich warf einen Blick in den anderen Raum, der ein wenig größer war, mit einer großen Leinwand vorne und rechts und links Sitzbänken zum Film schauen. Ich denke es waren so 15 Sitzplätze. Dort lief ein Hetero-Porno. Es waren vielleicht 10 Männer im Kino. Ich denke keiner unter 50. Als Motto für den Abend war eigentlich Unterwäsche ausgegeben. Mirco und ich beschlossen das aber einfach mal zu ignorieren, weil wir wenig Lust hatten dort in Unterwäsche rumzurennen. Beim Rest des Publikums war das gemischt. Der erste Mann, der aus dem Gaybereich kam und auf die Toilette neben uns ging hatte einen String an, der weniger nicht hätte sein können. Aber alle anderen trugen weitestgehend normale Straßenklamotten.

Wir nuckelten eine Weile an unserem Bier und sahen und alles an. In meiner Blickrichtung an der Wand hingen zwei Bildschirme. Auf denen waren nochmal in klein die beiden Pornos aus den Kinos zu sehen. In dem Kino in dem ich sonst so manchmal bin, da laufen dann meist hochwertig produzierte Filme, was Sinn macht, wenn sie auf der großen Leinwand gezeigt werden. Das traf für den Gay-Content auch halbwegs zu. Aber der Hetero-Porno auf den ich da so starrte, der war wirklich schlecht. Die Kamera war auf den falschen Punkt scharfgestellt, man sah eigentlich nicht die relevanten Sachen, die Darsteller rutschten manchmal halb aus dem Bild. Man fragte sich, was zum Henker ist das für ein Film. Das ist ja das Youpornzeug besser.

Dann nach dem halben Bier fassten wir uns ein Herz und gingen in das Hetero-Kino hinein. Es waren sechs Männer im Raum. Die saßen alle auf jeweils einer Bank. Auf der linken Seite war die hinterste Bank frei. Wir setzten uns hin. Vorne war ein Getränkehalter, wo wir unsere Bierdosen abstellen konnten. Daneben hing eine große Papierrolle und drunter Stand ein Mülleimer. Aber es ja auch ein Pornokino. Wenn man da nicht aufs Wichsen eingestellt wäre, dann wäre ja auch was falsch. Da wir ganz hinten saßen, nahmen uns die Männer erst gar nicht wahr. Allerdings konnten wir es uns nicht verkneifen, das was wir auf der Leinwand sahen auch zu kommentieren. Ich rechnete damit, dass die anderen Männer relativ schnell genervt sein würden von uns. Nach ein paar Minuten Film gucken war ich durchaus angeturnt von der Gesamtsituation. Ich sagte Mirco, dass er ruhig meine Brüste auspacken und verwöhnen dürfe. So hatten ich und die anderen Männer was davon. Einer hatte sich in den Bereich hinter unserer Sitzbank platziert. Die Männer fingen an uns zuzusehen und drehten sich vom Film weg. Alle waren sehr zurückhaltend. Keiner versuchte mitzumachen.

Für mehr als ein wenig Fummeln fühlte es sich aber in der Location auch gar nicht an. Nach einer Weile packte ich dann meine Brüste wieder ein. In der Zwischenzeit hatten wir bemerkt wie ein Mann neben der Leinwand noch durch ein Tür ging. Meine Neugierde war geweckt, ich wollte wissen, was sich in diesem Raum versteckt. Ganz kurz hatte ich Bedenken, dass uns dann das halbe Kino hinterherdackeln würde. Aber dem war nicht so. Wir gingen in den Raum. Es war total dunkel mit Schwarzlicht. In der Mitte des Raums war eine Holzwand mit zwei Gloryholes. Man konnte auf beiden Seiten an der Wand vorbeigehen, es war also kein abgeschlossener Bereich auf der anderen Seite. Schräg. Mirco merkte, dass über all an der Wand gut sichtbar durch das Schwarzlicht Spermaspuren waren. Also quasi überall rund herum an den Außenwänden. Nicht an der Gloryholewand selbst. Da sah es okay aus. Trotzdem sehr gruselig. Also besser nichts anfassen

Dann war unser Intermezzo im etwas abgeranzten Pornokino auch schon wieder vorbei. Schön war, dass die Herren alle so zurückhaltend gewesen sind und mit respektvollem Abstand einfach zugesehen hatten.

Da der Abend noch jung war, überlegten wir, was wir sonst noch anstellen konnten. Mirco kannte von früher noch zwei drei Kontaktbars, wo Menschen sich kennenlernen konnten, aber es wohl auch ein Separee für das eine oder andere mehr gab. So hatte er es in Erinnerung. Also suchten wir nach der ersten Bar. Vorbei an all den wirklich schrägen Läden mit den Alleinunterhaltern und dem in die Jahre gekommenen Publikum. In dieser Ecke der Insel gab es gefühlt nur Touris, die schon seit Jahrzehnten ihre Zeit hier verbringen und nie was anderes sehen wollen. Am besten sollte alles so bleiben, wie es auch schon vor 30 Jahren war. Lange wird es gefühlt nicht mehr dauern, bis ihnen die verblieben Gäste dann auch noch wegsterben.

Nach ein wenig Suchen im Einkaufszentrum fanden wir die erste Kontaktbar. Mirco wusste schon, dass sich der Besitzer geändert hatte. Er war gespannt, wie das neue Konzept der Bar war. Für mich sah es nach einer ganz normalen kleinen Bar mit roten Ledersitzmöbeln aus. Wir suchten uns einen Platz und bestellten uns Drinks. Es war nicht tote Hose, aber auch nicht besonders viel los. Ich war, wie ich schon erwartet hatte die jüngste Frau in der Bar. Mirco erzählte mir, dass sie den Laden umgebaut haben und die Separees, die es früher gegeben hatte, nun fehlten. Also kein Ort mehr um zu „spielen“. Nach einem Blick in die Rirarammel-App vorher war mir eigentlich schon klar gewesen, dass die meisten anderen die aktuell auf der Insel waren, eher deutlich jenseits der 50 waren. Ich kann mit dem Brathähnchen-FKK-Typ-Mensch, dessen Hauptbeschäftigung im Urlaub darin besteht sich in der Sonne braten zu lassen, einfach nicht besonders viel anfangen. Da sind die Gesprächsthemen und Interessen zumeist so unterschiedlich gelagert, dass das einfach nirgends hinführt.

Mirco sah das ähnlich, so dass wir nach dem ersten Drink weiterzogen. Auf dem Weg dorthin hielten wir Händchen. Mirco ist zwar vergeben, lebt aber in einer Beziehung, in der sich beide Freiräume lassen. So war er auch allein in den Urlaub gefahren. Ich bin gar nicht oft der Händchenhalte-Typ, aber es fühlte sich schön an mit ihm. So nach „in diesem Urlaub gehören wir zusammen“.

Zweite Kontaktbar: Dieses Mal deutlich voller. Überwiegend Pärchen. Auch hier war ich die deutlich jüngste Frau und Mirco gehörte trotz Anfang 50 zu den jüngsten Männern in der Bar. Die meisten Menschen waren so, wie man sie in so einer klassischen Dokumentation über Swinger wohl sehen würde. Machen sonst FKK. Treten als Pärchen auf, suchen Anschluss an ein anderes Paar im selben Alter oder wollen einfach nur frivol ausgehen. Hat alles seine Berechtigung und ich will das gar nicht abwerten. Für mich sind das so ein wenig die klassischen, spießigen Swinger. In der Bar waren wohl überwiegend Stammgäste, denn die meisten wurden mit einem Kuss vom Betreiber-Ehepaar begrüßt. Bei Bussi-Bussi bin ich ja auch immer schon raus. Die Betreiberin war eine Frau um die 60 in einem roten Kleid mit Spaghetti-Trägern, großen Brüsten und natürlich ohne BH drunter. Der Betreiber-Mann packte anderen Frauen zum Abschied erst mal ganz frech an die Möpse. Die hat das nicht gestört von dem her schon okay, aber für mich zeichnet das halt immer schon so ein Bild, was so für ein Grundton in einem Laden herrscht. Für viele dort sicher ein gern gewählter Ort, an dem sie eine gute Zeit haben, für uns war es nicht stimmig. Da ticken wir beiden einfach anders. Jetzt bin ich auch eher pragmatisch als eine Stilikone, aber manches ist mir im Umgang halt dann auch einen Tick zu flach.

Nach dem wir nun glücklos im dritten Laden saßen, überlegten wir uns, wie unser Abend nun weitergehen sollte. Wir checkten in der Rirarammelseiten-App noch was in den gelisteten Swingerclubs an diesem Abend an Partys stattfinden sollte. In beiden Clubs, die wir in Erwägung zogen, war das Motto FKK-Party. Das liegt mir einfach nicht. Ganz nackt ist nicht meine Baustelle. Also beschlossen wir, dass wir zu Mirco in den Bungalow gehen und einfach nur Spaß zu zweit haben wollen.

Mirco zu treffen war ein Glücksfall für uns beide. Mirco folgt meinem Blog hier schon eine Weile und kennt mein Profil auf der Rirarammelseite. Wir hatten aber noch nie Kontakt gehabt. Über die Seite schrieb er mich dann auch an, nachdem ich dort erwähnt habe, dass ich eine Woche auf der Insel Urlaub machen würde. Er war zufällig die exakt selbe Woche dorthin geflogen, von einem anderen Ort aus, aber selbe Reisewoche. Ich fragte ihn, ob wir uns nicht spontan zum Essen treffen wollten, ich und die Jungs waren gerade in der Stadt unterwegs und er stimmte zu. Er entschuldigte sich schon vorher, dass er nicht mehr zum Duschen kommen würde, weil zu spontan. Da trafen wir uns im wuseligen Yumbo-Center, wo auch in der Woche vor der Pride Week soweit das Auge reicht nur mutmaßlich schwule Männer unterwegs waren. Zu viert gingen wir in eine gute Tapas Bar. Die Jungs und ich nahmen wie immer kein Blatt vor den Mund und die Männer drumherum waren schnell in fuckable und nicht fuckable abgecheckt, wir waren uns einig, dass wir den Kellner gern „verräumt“ hätten, was ein Hottie. Mirco glaube ich mochte diese Offenheit. Bei einem ersten Date mit Menschen an einem Tisch zu sitzen, wo es augenscheinlich nicht wirklich Tabuthemen gibt. Vielleicht auch ein wenig Einblick zu bekommen, wie schwule Männer so ticken. Ich glaube er mochte uns exakt in dieser Konstellation. Wir sind nette, interessierte, umgängliche Menschen, da kann man sich einfach mit jedem von uns über was unterhalten. Was für ihn aber auch galt. Er war ein ganz normaler Typ Mann, Anfang 50, ITler, dunkle Haare, leichter Bauchansatz, leichte Anzeichen des ersten Haarverlusts, Cargohose und Poloshirt an. Ich mochte die Lachfalten um seine Augen gleich sehr. Als Typ fällt er einem nicht sofort ins Auge, aber ich mag das. Sympathischer Mann.

Es hat sich einfach gefügt. Wir kamen gut miteinander klar. Wir gingen am ersten Abend auseinander und es war klar, dass wir uns wiedersehen würden. Für den Abend waren wir nämlich schon mit den anderen Jungs, die meine Besties noch kannten, verabredet um einen draufzumachen in den Gaylocations. Zu dem Rest dieses Abends komme ich dann aber in einem weiteren Eintrag.

Am nächsten Tag relativ spät, nachdem der Abend in den Gaylocations doch länger ging und ich ein bißchen brauchte, bis ich in die Puschen kam, traf ich mich mit Mirco am FKK-Strand. Er hatte mich in seine Muschel eingeladen. Was ein unschlagbares Argument für mich war, weil ich Schneewittchen sonst in der Sonne einfach eingangen wäre. FKK ist nicht so meines, aber ich war dann einfach nackt unter meinem dünnen Strandtuch. Mirco war ganz nackt. Um uns herum ebenfalls lauter nackte Menschen. Die Jungs hatten sich in den Gay-FKK-Bereich verzogen, der 200 Meter weiter war. Wir unterhielten uns, ich fühlte mich wohl mit ihm. Es gibt so Menschen mit denen fühlt sich alles leicht und einfach an. Wir grabbelten ein wenig aneinander rum, Berührungen am Arm und Rücken, lachten, sahen uns Menschen an. Ich brauchte noch am Rücken eincremen. Nach einer Weile knutschten wir auch ein wenig. So stelle ich mir einen perfekten Urlaubsflirt vor. Wir waren beide angeturnt. Wir doch in der Öffentlichkeit, wenn auch ein wenig geschützt in der halboffenen Strandmuschel. Mirco fing an meine Brüste zu liebkosten, saugte genüsslichst an meinen Nipplen. Es erregte ihn sichtbar. Auch mich machte das sehr an. Uns gegenüber lag ein dunkelhäutiger Mann mit einem großen Schwanz, der uns zu sah und auch an sicher herumspielte.

Ich dachte kurz drüber nach, wie weit ich in der Öffentlichkeit gehen würde. Er vermutlich auch. Ich kannte ja die Geschichten und die Pornos über Sex in Dünen, aber ich hatte mir am ersten Tag fast die Füße verbrannt, als wir dort durchgelaufen sind und es war furchtbar anstrengend gewesen in der prallen Sonne zu laufen, weswegen ich den Gedanken, dass wir uns ja ein Plätzchen dort zum Vögeln suchen könnten wieder verwarf. Der Gedanke machte mich allerdings schon heiß. Doch nur ein wenig später standen dann auch schon die Jungs wieder vor mir, die genug hatten vom Strand so dass wir Mirco zurückließen und in den Bungalow gingen. Wir wollten vor dem Abend noch ein wenig relaxen. Später am Abend trafen wir dann wieder auf Mirco und dann sind wir am Anfang dieses Blogeintrags, weil wir dann das Pornokino auscheckten.

Fehlt noch das Ende des Abends: Mirco hatte zufälligerweise seine Unterkunft nur 400 Meter von unserer entfernt. So cool einfach. Nach einem schon angegeilten Nachmittag am Strand und dann halb angegeilten Abend in den Locations gingen wir zum ihm und wir brauchten nicht viel Anlauf. Endlich in Ruhe Knutschen, Fummeln und Streicheln. Da hatte ich mich sehr darauf gefreut. Er saugte so gekonnt an meinen Nippeln, dass ich davon schon ultra geil wurde. Bevor er zwischen meine Schenkel abtauchte um mich zu lecken, sagte er noch: „Das hatte ich schon seit dem Nachmittag am Strand machen wollen, deine geile Muschi zu lecken“ Rrrr. Das kickte mich dann gleich nochmal. Am Ende kam er beim Blowjob und ich beim Fingern mit Nachhelfen. Mein Heimweg wäre nicht lange gewesen, aber ich fühlte mich wohl beim ihm, so dass ich über Nacht blieb. Auch wenn ich keine Zahnbürste mit hatte. Er hatte noch eine freie Betthälfte in seinem Doppelbett. Ich kuschelte mich an ihn hin zum Einschlafen. Wir haben beide richtig gut geschlafen (besser als auf meiner Couchlocation im Bungalow). Bevor ich zum Frühstücken heimging, legte ich noch einen Morgen-Blowjob nach. Ich finde er hätte es auch schlechter treffen können, als mit mir 😊

In den Urlaub zu dritt…

Meine Besties haben geheiratet. Nicht sehr überraschend – die beiden sind seit 10 Jahren ein Paar. Am Ende ohne den jahrelang erwarteten pompösen Heiratsantrag, ganz pragmatisch während der Corona-Zeit in kleinem Rahmen. Und irgendwie war das doch stimmig. Die große Party wird nachgeholt. Jetzt sitzen wir im Flugzeug auf dem Weg in den Urlaub. Es ist der erste Urlaub nach der Hochzeit. Man könnte es als Hochzeitsreise bezeichnen. Nur dass ich auch dabei bin und wir zu dritt ein Zimmer haben werden. Allein reisend hätte ich einfach das doppelte zahlen müssen, so haben die beiden ganz pragmatisch beschlossen, dass wir ein Dreierzimmer nehmen.

Neben der Tatsache, dass wir in die Sonne fliegen freue ich mich auch darauf, dass kurz vor der Winter-Pride-Week ist, also wirklich viele schwule Männer dort sein werden und die Besties mich mit auf ihre Piste nehmen werden. Einfach weil ich es super spannend finde in andere Szenen als meine eigene einzutauchen. Zu verstehen, wie man dort tickt, was dort passiert. Der feste Vorsatz ist also, dass sie mich mal zum Aufreißen mitnehmen. Und es ist auch völlig okay für mich, dass mich unter Unmengen an Männer keiner auch nur mit dem Arsch anschauen wird. Schön wäre es, wenn es nen hotten Bi-Mann geben würde, aber muss auch nicht. Es ist auch voll okay, wenn die Männer mal nur ihr Ding haben.

Meine Besties sind ein spannendes Pärchen. Für mich haben sie die tragfähigste Beziehungsgrundlage aller Paare, die ich kenne. Mit einer unglaublichen Offenheit den jeweils anderen mit all seinen Facetten zu akzeptieren. Mir würde nichts einfallen, über was die beiden nicht sprechen können. Im Bereich Sex ist es bei den beiden so, dass Bestie1 – ich nenne ich hier im Blog mal Qutie (wie Cutie) – unglaublich viel Sex braucht und wild aufreißen geht, sich auch in den unterschiedlichsten Spielarten ausprobiert. Also noch mehr als ich. Wenn wir Sonntag Abends üblicherweise sehen, dann frage ich immer erst mal viel er vergangene Woche gevögelt hat. Was wunderbare Gespräche ergibt.

Bestie2 (steht im übrigen nicht für Bestie als deutsches Wort, sondern im Sinne von bestfriend, sprich Bestii) ist eher ruhiger. So ganz ab und an zieht er auch mal los. Aber eher selten. Er will auch innerhalb der Beziehung eher selten Sex. Das ist ihm einfach nicht so wichtig. Bestie2 lässt Qutie aber laufen, ist da eigentlich nie eifersüchtig. Er ist sogar meist froh, wenn Qutie loszieht, zufrieden und ausgeglichen zurückkehrt. Dauerhaft untervögelt wäre er vermutlich etwas unleidig.

Das geht sogar soweit, dass ein Lover und guter Freund von Qutie dessen Trauzeuge war. Was lustig ist, wenn man bei seiner eigenen Hochzeit zwischen zwei Männern stehen kann, die man aktuell beide liebt und vögelt. Und für alle Beteiligten ist das völlig in Ordnung.

In dieser Konstellation sind wir also in den Urlaub geflogen. Wir haben zu Hause schon immer bedauert, dass es wenig bis gar keine Sex-Clubs bei uns gibt, wo beide Szenen sich rumtreiben gay und hetero. So dass wir dahingehend eigentlich nie zusammen losziehen können. Ich werde nun eine Woche weit in die schwule Welt eintauchen. Und wenn ich vom Schwuppen-Bomber (also einem Fluzeug, das die Besucher der Gay-Pride auf die Insel befördert) spreche, dann nie despektierlich, sondern weil sich das was die Jungs sagen auf mich überträgt. Ich lerne die Vorteile von Grindr kennen und wie Sexdating funktioniert, wenn es keine geschlechtsspezifischen Unterschiede zwischen den Beteiligten gibt. Das man vorsichtig sein muss, welche Farbe man als schwuler Mann anzieht, wenn man Abends mit Absichten auf die Piste geht. Welche Vorteile die Prep hat. Und sich immer die Frage stellt ob aktiv oder passiv. Welche Gruppierungen es in der schwulen Szene gibt. Dass Mann auch morgens um 6 Uhr ein Date für einen schnellen Fick klar machen kann. Welche angesagten Fetisch-Klamotten es gibt. Und wo man Cruisen geht. Es sind immer nur Einblicke, meine Eindrücke. But I love it. Ich werde berichten.

Zwischen Traum und Realität – mal wieder im Club – Part 1

In der Corona-Zeit habe ich sehr oft von einem MMF geträumt. Eigentlich war es immer der selbe Film im Kopfkino. Ein Mann nimmt mich doggy, während ich einen anderen blase…

Ich habe vor Kurzem sogar die wirklich wunderbaren Jungs angeschrieben, mit denen ich vor vier Jahren den Dreier hatte. Leider können oder wollen sie aktuell nicht – vermutlich aus Beziehungsgründen. Sehr schade. Den Wert dessen, was die beiden gut eingespielt da mit mir angestellt hatten, der erschloss sich mir in seiner Gesamtheit erst viel später. Gute eingespielte Männer, die sich im besten Fall auch noch mögen, für einen Dreier – unbezahlbar.

Die Swingerclubs haben ja seit Anfang Oktober wieder offen. Die ersten beiden Wochenenden war mir das, was ich da an Anmeldezahlen auf der Rirarammelseite für die einzelnen Veranstaltungen gesehen hatte viel zu krass. Ich war ja nicht einsam während Corona, aber größere Menschenmengen auf engem Raum, irgendwie geht das für mich noch nicht. Sollen die sich alle erstmal austoben, ich komme dann wenn sich der erste Clubrausch wieder gelegt hat.

Doch dann bekam ich doch Lust wieder loszuziehen. Mein Lieblingsclub hat überlebt und seine Pforten wieder geöffnet. Ich sah in der Anmeldeliste einen Mann, mit dem ich schon mal ein Date gehabt hatte. An den musste ich seit unserem Date manchmal denken. Er war etwas unglücklich mit seinem Kopf gegen mein Balkontüre gelaufen, was einen Fleck hinterlassen hatte. Dieser Fleck brachte mich aber immer wieder zum Schmunzeln so dass ich ihn einfach nicht weggewischt hatte. Still there. Und nachdem der Abend mit ihm auch sehr okay war fragte ich ihn einfach, ob er alleine oder in Begleitung an diesem Abend sein würde. Man zahlt genau das gleich, wenn man als Paar oder als Solomann kommt. Für ihn wäre es sicher ein Vorteil mit einer Frau dorthin zu gehen und nicht als Solomann losziehen zu müssen.

Er antwortete prompt, dass er sich freuen würde, wenn wir zusammen dorthin gehen. On top lud er mich vorher noch zum Essen ein und holte mich ab und fuhr mich wieder ein. Das war viel mehr als ich erwartet hatte. Aber ich freute mich auf das Essen mit ihm. Er war ein wirklich interessanter Gesprächspartner. Der Abend konnte also gar nicht schlecht werden.

Wir gingen Essen, dann bald Richtung Club. Ich hatte am Nachmittag richtig viel Zeit gehabt mich aufzubrezeln. Rasieren, Pediküre, Eincremen, Stylen… Beim Essen trug ich die Strapse schon unter meiner Jeans. So aufregend nach so langer Zeit mal wieder loszuziehen. Wir hatten vorher nicht über unsere Erwartungen gesprochen, aber das würde mit ihm schon klappen. Wir hatten uns Zeit gelassen mit dem Essen, so dass schon einiges los war, als wir am Club ankamen. Seine Adresse und den Klarnamen im Club hinterlassen fühlt sich irgendwie schräg an, ebenso die ganzen Menschen ohne Masken. Aber 3G wurde streng kontrolliert.

Ab in die Umkleide. Das erste Paar, das wir sahen, da hatte die Frau eher sexy Abendgardarobe an, als das was ich unter klassischem Cluboutfit kannte. Führte gleich mal zum Outfit umdisponieren meinerseits. Ich hatte mir neben meiner Lieblingsclub-Klamotte noch ein kleines Schwarzes mit Cut-Outs in den Rucksack geschmissen. Also erst mal noch ein wenig seriöser. Strapse drunter, Pumps an, ab in die Menge. Und das war wirklich ab in die Menge. Vor der Bar drängten sich die Menschen. Das mochte ich vor Corona schon nicht besonders gerne, noch weniger aktuell. Er ganz Gentleman übernahm das Drinks besorgen, so dass ich mich etwas abseits neben die Tanzfläche stellen konnte. Man sah den Menschen an, dass sie es genossen, einfach mal wieder unter Menschen zu sein, sich sexy zu kleiden und zu flirten.

Ja, ich genoss es sehr, dem bunten Treiben mit etwas Abstand zuzusehen. Zu beobachten und zu rätseln, ob die Paare, die gemeinsam da sind, auch im wahren Leben zusammen sind. Zu Rästeln nach was der einzelne wohl suchen mag hier im Club. Menschen in mehr oder weniger geschmackvollen sexy Outfits beim Tanzen, beim Bewegen, beim Genießen zu beobachten. Es machte mir gar nicht so viel aus, dass die Musik so nahe an der Bar fast zu laut war für eine gute Unterhaltung.

Damit ich hatte ich eigentlich schon mein Soll erfüllt für diesen Abend. Ich wusste sonst gar nicht so genau worauf ich Lust hatte. Nach einer Weile bevölkerten die ersten die diversen Matten, Höhlen oder Spielbereich. Meine Begleitung im Schlepptau zog ich durch die Zimmer um zu sehen, ob mich etwas kickt von dem was sich dort abspielt. Das ist erst mal völlig unabhänggig von wie alt die Beteiligten sind, oder wie sie aussehen. Mich fesselt immer, wenn ich das Gefühl habe, dass die Lust echt ist, wenn Frau wirklich Spaß haben und im besten Fall auch noch kommen und nicht nur Pornomäßig rumstöhnen. Zu Beginn sind immer viele Soloherren auf der Suche nach einer Gelegenheit.

Ich stand neben einer Spielhöhle/Wiese, die durch eine Wand mit großen Gucklöchern abgegrenzt war. Man konnte von drei Seiten reinschauen. Innen war es dunkel. Zwei Paare fingen an sich zu vergnügen. Ich ging auf die der Eingangstür abgewandten Seite, so dass nicht so viele Menschen an mir vorbei kamen. Mein Begleiter kam mir nach. Während ich zusah, spürte ich ihn an meinem Rücken. Ein weiterer Mann stand neben mir und sah auch zu. Keine Ahnung, ob die Herren mit Blicken mit einander kommuniziert hatten, aber sie fingen an mich zu streicheln, sanft zu berühren – jeder auf einer Seite. Ich genoss es. Es fühlte sich aufregend an. Sie ließen mich auch ihr harte Lust an meinem Hintern spüren.

Aber nach kurzer Zeit schaltet sich der pragmatische Teil meines Hirns ein sagte mir, dass es hier im Gang ja doof ist und darüber hinaus hatte ich jetzt auch das Kleid an, wo man nicht so leicht an die relevanten Sachen ran kommt. Im Nachhinein muss ich sehr über mich schmunzeln. Ich hätte das ja auch einfach mal das Problem der Herren sein lassen können. Die hätte sich sicher was überlegt, wie sie das llösen wollen. Um dem Problem zu entgehen wurde ich initiativ. Ich drehte mich ihnen zu und begann ihre Ständer zu erfühlen. Hart, was zu erwarten war. Der mir unbekannte Mann nahm es als Aufforderung sein gutes Stück aus seiner Hose zu befreien. War ja eh eng geworden. Dann tat ich was mir Spaß macht und blies ihm einen. Bis er kam und ich entschwand um mir das Sperma von den Händen zu waschen. Hinterher fiel mir auf, dass ich ihn am Schwanz wieder erkennen würde, aber nicht am Gesicht, da hatte ich gar nicht so bewusst hingeschaut. Aber muss man ja auch nicht. Das war nun zwar ein MMF gewesen, aber anders als in meinen Träumen.

Kann ich einen 22-jährigen daten und was zum Henker will der von mir…?

Ich schreibe gerade auf der Terrasse eines Restaurants, das nicht weit von meiner Wohnung weg liegt. Ich mag es, wenn ich im Getümmel sitze, Menschen sich um mich herum bewegen. Aber jetzt habe ich gerade das Pech, dass ich trotzdem ich mir Papier in die Ohren gestopft habe, meine Ohren nicht aus zwei Gesprächen bekomme. Neben mir steht ein Ami, der einfach neben der Terrasse des Restaurants steht und lautstark telefoniert. Manchmal bewundere ich ja das Selbstverständnis in dem manch Ami durch die Welt geht und 0, zero, gar nicht reflektiert, dass er das ganze Restaurant dazu nötigt seinem Gespräch zu lauschen. Es ist schon fast unverschämt, mit welcher Lautstärke und Selbstverständlichkeit er sein Telefonat führt. Ich weiß nun, dass er Stress mit seinem Boss hatte und dass er „I don´t fucking care….“ Immerhin hat sein Telefonat meine Ohren von der Frau, die am ersten Tisch gegenüber sitzt gelöst. Die hat einfach eine nicht überhörbare Stimme… Normalerweise mag ich Grundrauschen, aber beide waren so penetrant, dass ich sie fast nicht ausblenden konnte.

Zurück zum eigentlichen Thema: Schreibt mich auf der Rirarammel-Seite unlängst ein 22-jähriger an. Er würde mich gerne kennenlernen. Aha. In meinem Profil steht definitiv, wie alt ich bin. „Danke, das freut mich, aber bin ich nicht ein wenig alt für dich?“ Ich musste der Sache auf den Grund gehen. „Dein Alter passt mir, hatte viel ältere“ Hui scheint ja wild unterwegs zu sein, der Kleine. Dann wollte er in mein geschlossenes Fotoalbum mit den Gesichtsbildern sehen. Dafür würde ich seine gucken dürfen. Gut, dachte ich mir, spätestens dann würde er mich wohl aussortieren, da ich mich jetzt nicht zur Kategorie Hot Milf zähle. Er guckte nach und anwortete „Schön“. Aha. Das war unerwartet. Naja, vielleicht hat er es auch einfach besonders nötig gerade. Dann inspizierte ich sein Album. Niedlich, entfuhr es mir. Südländischer dunkelhaariger Typ, trainiert aber nicht zu prollig.

Ich schrieb ihm, dass ich ihn niedlich fand. Er bedankte sich. Währenddessen versuchte ich mir vorzustellen, wie ein Date zwischen uns funktionieren würde. Über was sollten wir reden? Also ich so drüber nachdachte fiel mir auf, dass als er geboren worden ist, ich schon gevögelt hatte. Ach Gott, das ist schon echt jung. Wie macht ihr Typen das mit so viel jüngeren Frauen?

„Lässt du mich die Führung haben?“ What? ÄHHHH. Ich musste den Satz ein paarmal lesen. Hat er das jetzt wirklich geschrieben? Ganz schon selbstbewusst der Kleine. Da haben sich schon viel ältere Männer die Zähne ausgebissen. Trotzdem meine Neugierde definitiv geweckt war, bekam ich das in meinem Kopf nicht geregelt. Ich wollte in der Nummer ja auch nicht die komische Alte abgeben. Ich schrieb ihm, dass ich eh gerade meine Tage hatte und das eher ungünstig wäre. Worauf hin er ein „Ich kann dich abholen und wir chillen mit meinen Freunden“ antwortete. Ich sah ihn vor meinem geistigen Auge gerade schon mit seiner gut gepflegten Aufreißerkarre vorfahren um mich „Baby“ einsammeln… Also wenn ich so JLO-Milfig-hot wäre, dann hätte ich mir ja vorstellen können, mit zu seinen Kumpels zum chillen genommen zu werden… Trotz aller Neugierde führte in meinem Kopf da gar kein Weg hin. Manchmal bin ich bei sowas mutig und springe einfach hinein. Aktuell bin ich nicht so im Reinen mit mir, dass das geht.

Also schrieb ich ihm (und kam mir sehr alt und reflektiert vor): Danke für das Angebot, aber es liegt nicht an dir. Ich habe dafür einfach gerade zu viele Komplexe. Ich würde mir wie die Mutti vorkommen, wenn du mich zu deinen Kumpels mitnimmst. Sorry.

Der was wäre gewesen wenn Gedanke, lässt sich nicht ganz abstellen. Aber bisher bin ich immer ganz gut damit gefahren auf meine Intuition zu hören.

Liebe, doch kein Beziehungsmodell das passt…

Es war leise hier auf dem Blog der Seitenspringerin: Leise, weil der Kollege und ich uns in einen weiteren Versuch eines Beziehungsmodells gestürzt hatten. Es entstand zu Beginn des zweiten Lockdows im Herbst. Wir konnten so die einsame Zeit gemeinsam verbringen. Uns im Sinne der Kontaktbeschränkung auf uns gegenseitig beschränken. Es fiel mir für ein halbes Jahr überhaupt nicht schwer. Es war perfekt. Nähe und Sex soviel oder sowenig wie es sich einfach für uns anfühlte.

Der Lockdown ging vorbei, aber unsere Zweisamkeit blieb erstmal. Bis wir vor dem selben Problem standen wie schon mal. Je mehr Lockerungen kamen, desto größer wurde mein Drang wieder losziehen zu wollen. Ich hoffte auch dieses Mal, dass er sich auf irgendein Modell jenseits von Monogamie einlassen würde. Er hoffte, dass ich vielleicht merken würde, dass er reicht, dass ich alles bekomme, was ich brauche.

Wir hatten uns darauf eingegroovt, dass wir uns immer Samstag auf Sonntag sehen – etwa 24 h lang. Mehr war ihm zu viel, mir passte das so auch ganz gut. Ich hoffte in diesem Modell, dass er mich unter der Woche „laufen“ lassen können würde. Aus meiner Sicht würde ich ihm damit weder Zeit noch Sex wegnehmen. Vermutlich würde es ihm oft noch nicht einmal bewusst werden, wenn ich einen Abend anderweitig verbracht hätte. Ich glaube aber, dass er in diesem Modell den Gedanken nicht abstreifen kann, dass er nicht genügt, sich mangelhaft vorkommen würde. Für ihn ist es einfach nichts.

Der Sex ist wunderbar mit ihm, er kann es mir unglaublich gut besorgen. Er begehrt mich so wie ich bin. Ich fühle mich geliebt. Dieser Moment, wenn ich bei ihm unter der Dusche stehe und er sich im Bad zu mir setzt, einfach um mich anzusehen. Und steif wird, weil er meinen Körper so sehr begehrt. Doch trotzdem bleibt der Drang in mir, dass ich fremde Haut spüren will, dass ich die zusätzliche Bestätigung brauche, den Flirt, das Unbekannte. Eine Weile geht es immer ohne, aber das bleibt nie so. Das war bisher immer so. Wenn ich das so schreibe fühlt es sich undankbar an, weil begehrt werden und Liebe nicht reichen. Aber ja, so ist es, weil es einen Teil von mir eben nicht akzeptiert.

Im Grunde haben wir nie zusammen gepasst: Er der genügsam auch zu Hause bleiben kann, ich die immer los will, immer was unternehmen muss. Er ordentlich, gut organisiert, ich chaotisch, manchmal wankelmütig. Ich bräuchte jemanden der mich mitzieht, er auch, aber ich ziehe zu viel. Aber wir haben uns einfach geliebt.

Jetzt haben wir wieder Funkstille. Die ist von ihm so gewählt und ich respektiere sie. Es wird auch beim dritten Mal nicht leichter, auch wenn ich kein Modell sehe in dem das mit uns dauerhaft funktionieren könnte.

Aber ist nicht das erste Mal, dass ich das schreibe, mal sehen, ob es das letzte Mal wird.

Aber ich sortiere mich wieder neu und werde berichten.

Da kam ich mir ja fast schon übergriffig vor…

Es gibt Abende, da bleibt man allein mit dem Rest der Rotweinflasche zurück. Ein wenig ratlos. Auch ungefickt, aber ratlos überwiegt. Ich ergründe gerne Menschen, aber manche von ihnen wollen sich nicht ergründen lassen, haben gefühlt eine Burgmauer um sich aufgebaut.

Ich hab den Mann wieder getroffen, der mich bei meinem letzten Pornokinobesuch als die Bloggerin erkannt hatte. Der hatte mich neugierig gemacht, weil er so völlig untypisch reagiert hatte und auch sehr ungewöhnliche Gedanken formuliert hatte. Aber ich war damals schon nicht aus ihm schlau geworden, trotzdem hatte er meine Neugierde geweckt. Erstaunt war ich gewesen, dass er im Pornokino mein Angebot mich zu ficken ausgeschlagen hatte. Dabei erinnert er sich noch gut an meine verlockend gespreizten Beine mit freiem Blick auf meine Muschi, wie er mir später mal schrieb.

Nach dem Ende des Lockdowns hatte ich immer mal wieder Anläufe unternommen mich mit ihm auf ein Gespräch zu treffen. Er blockte ab. Ich wusste immer nicht so Recht, ob er keinen Bock auf mich oder keinen Bock Menschen als solches hatte.

Jetzt nach einem halben Jahr klappte es mit dem Date. Er hatte sehr überraschend gefragt, ob er mit einer Flasche Wein bei mir vorbeikommen dürfte. Ich war super neugierig darauf mich mit ihm zu unterhalten. Wobei ich sagen muss, dass ich mir schon schwer tat, in unserer Kommunikation immer zu erfassen, was er genau will.

Jedenfalls waren wir bei mir, er hatte Wein mitgebracht. Bevor wir uns auf die Lounge setzen, hatte er sich in meinem Zimmer umgesehen. Auf dem Fensterbrett lag mein Satisfyer zum laden. Darüber ergab es sich, dass ich ihm einfach mal meine ganze Spielzeugkiste zeigte. Packte alle Analplugs, meinen Dildo, meine diversen Vibratoren, Vibroeier, Liebeskugeln und was ich noch so alles habe aus. Er sah interessiert zu und fragte mich, ob ich die Dinge mit einem Kondom benutzen würde, was ich verneinte, weil ich sie ja nur mit mir benutze und hinterher desifiziere mit einem Toycleaner. Ich hatte mit dem Vorführen der Kiste gar nichts intendiert und er stieg aber auch gar nicht darauf ein. Ich glaube viele Männer hätten die Gelegenheit sofort genutzt zu fragen, ob sie irgend eines davon ausprobieren dürfen oder ich ihnen eines zeige. Das tat er keineswegs. Ich packte alles wieder brav in meine Kiste und schob sie in das Regal. Aus dem Mann werd ich vermutlich nie schlau werden.

Wir setzen uns auf meine Lounge. Aber schon dort hielt er den maximalen Abstand den man so haben kann. Durch Corona kann ich einfach nicht einschätzen, ob das gerade aktuell so ist, dass jemand da Wert drauf legt, was ich absolut respektiere, oder ob er einfach schüchtern ist, oder ob er einfach nur reden will, was es ja auch geben soll. Unser Gespräch war spannend und bereichernd, auch wenn er mich deutlich mehr reden ließ. Der Wein war gut, es war also kein verlorener Abend. Im Hinterkopf hatte ich aber schon noch, dass wir noch eine offene Rechnung aus dem Pornokino hatte, wo er in der Situation auf Sex verzichtet hatte. Ich hatte im Bad sogar noch sexy Klamotten hinterlegt, falls es sich danach angefühlt hätte. Aber er wollte sich ja schon partout nicht neben mich setzen. Irgendwann wechselten wir nach drinnen. Meine Sitzmöbel sind begrenzt, also blieb nur das Bett. Aber auch da blieb er weiter auf Abstand. Ich war schon ein wenig angeheitert, also auch echt rollig. Und werde dann so zutraulich. Ich hatte das Bedürfnis ihn anzufassen. Aber ich traute mich nicht so recht, weil ich nicht übergriffig sein wollte. Ich fragte ihn, ob ich es okay ist, wenn ich meine Hand auf seinen Oberschenkel lege. Es lies es zu. Aber alles an seiner Körpersprache signalisierte mir, dass das auch schon der maximale Körperkontakt war, den er zulassen wollte.

Je länger der Abend wurde, desto schwieriger fand ich es ihn nicht einfach zu knutschen. Aber mein Kopf sagte mir, dass das übergriffig wäre und man das auch als Frau einem Mann gegenüber nicht macht. Es ist echt ungewohnt, wenn man als willige Frau einen Mann zu Besuch hat, der da so gar nicht drauf anspringt. Engel und Teufel auf meiner Schulter hatten da eine sehr spannende Diskussion am Start. T: Verführ ihn, der will es doch. Er wäre ja schön blöd, wenn er sich diese Chance entgehen lässt. E: Nein, es fühlt sich nicht danach an. Er wollte sich nicht zu dir setzen und alle verbalen Versuche hat er ins Leere laufen lassen. Also akzeptiere einfach, dass er nicht will. T: Aber ich bin so geil. Kann er mich nicht einfach ficken. E: Er mag halt nicht, also Ruhe jetzt. Du bist anständig. Und wenn ihr Emanzen Gleichberechtigung wollt, dann sei jetzt mal ebenso wenig übergriffig, wie du es erwarten würdest. T: Aber ich hab doch so schöne Brüste… E: Ruhe jetzt.

Ich vermute, ab dem Moment, in dem unser Alkoholpegel ein wenig auseinander ging, weil er ja wieder heimfahren musste und es bei einem Glas Rotwein bewenden ließ, merkte er, dass er ich wohl ziemlich hibbelig wurde. Er entzog sich dem, in dem er sich anschickte nach Hause zu gehen. Auch wenn es für mich nicht der gewünschte Ausgang des Abends war, respektiere ich wenn es sich für jemanden nicht nach mehr anfühlt. Ich ließ ihn gehen, mit der Ernstgemeinten Einladung, dass er jederzeit wieder willkommen ist bei mir und meinem Balkon.

Natürlich ließ mich seine Ablehnung erstmal grübelnd zurück, zumal er sich einfach so gar nicht in die Karten schauen lässt, was er denkt und fühlt. Aber er schrieb mir am Tag danach nochmal eine Nachricht, dass es einfach für ihn der falsche Tag oder auch die falsche Zeit ist. Seine Nachricht endet mit den Worten „Die Toykiste fand ich spannend, auch wenn das eigentlich megaspannende das Nutzen der Spielsachen ist und nicht das Anschauen. Naja, dazu war ich der falsche Partner zur falschen Zeit, oder so.“

Ich werde nicht schlau aus ihm. Aber vielleicht ist das auch so gewollt von ihm. Wer weiß.

Cook and Cock…

Ich muss erst mal schnell meine Überschrift feiern. Manchmal fällt mir den ganzen Eintrag über nichts passendes ein und manchmal steht die Überschrift als erstes da. So wie jetzt. Und ja, ich finde mich gerade sehr witzig 🙂

Der Mann über den ich jetzt schreibe, den habe ich schön öfter getroffen, aber nie über ihn geschrieben. Bei manchen weiß ich sofort, wie ich über sie schreibe. Bei ihm finde ich es superschwierig. Er ist irgendwie auch speziell, was ich spannend finde. Ich nenne ihn Mr. Ex-Bundeswehr. Hat nicht so die klassische Laufbahn hingelegt, Ausbildung, über die Bundeswehr – Auslandseinsätze, Studium nachgeholt, dann interessanter Job. Wir reden viel über politisches, weil sein Job auch politisch ist. Er ist sehr rational. Ich finde, dass er leicht autistische Züge hat, weil sich ihm zwischenmenschliche Gefühle/Emotionen nicht immer erschließen, aber er halt gelernt hat, wie er auf was reagieren muss. Dafür dass er erst knapp über 40 ist, hat er schon ziemlich graue Haare, womit ich ihn manchmal aufziehe. Und er kommt immer in seinem Business-Outifit zu mir. Das fühlt sich allerdings immer mehr nach er muss das tragen, als er will das tragen an.

Ich mag die Abende mit ihm. Seit ich umgezogen bin, kam noch die Komponente Essen dazu. Ich habe beim ersten Mal für ihn gekocht. Nicht sehr ausgefallen, eher pragmatisch. Aber die Aussicht von meinem Balkon kompensiert auch die Qualität des Essen. Die letzten beiden Male stand er in meiner Küche und hat mich bekocht. Was ich nahezu sensationell finde. Er kommt zu mir, mit einer Papier-Einkaufstüte auf dem Arm und hat alle Zutaten einkauft. Dann legt er sehr versiert in meiner Küche los. Beim ersten Mal gab es einen französischen Salat dazu Speck ummantelten Chicoree und Knoblauchbaguette. Beim zweiten Mal eine sehr leckere Gemüse-Pasta mit dem passenden Wein dazu. Beim zweiten Mal hat er mir als Einzugsgeschenk eine Pfanne mitgebracht, da er beim ersten Kochversuch an meiner Winzpfanne fast verzweifelt ist. Ich feier voll, dass ich dabei auch noch was lerne. Das ist eigentlich ein tolles Konzept, gut frisch gekocht zusammen Essen, gute Gespräche, Nähe und Sex.

Wir hatten noch nie Sex in der Variante, die auch Bill Clinton als solches bezeichnen würde. Was ungewöhnlich ist, wenn ich jemanden schon mehrfach getroffen habe. Aber das ist nicht weiter schlimm. Er hat mir Orgasmen geleckt, ich hab ihm welche geblasen. Manchmal liegen wir einfach nur da reden und kuscheln. Wir haben schon miteinander geduscht (oder er guckt mir beim Duschen zu), er hat mich massiert. Ich glaube wir gehen die Dinge einfach irgendwie langsamer an. Ich habe bei ihm nie das Gefühl, dass er etwas bestimmtes erwartet, wenn er bei mir ist. Was passiert und sich gut anfühlt, das passiert. Wenn wir nur reden und kuscheln ist das auch okay und er würde gefühlt nicht enttäuscht nach Hause gehen. Lange hat er sich gewünscht, dass ich ihm in sexy Sachen die Türe öffne. Aber das hatte sich nicht ergeben, weil ich vor unseren Dates meist abgehetzt aus der Arbeit gekommen bin. Und es fühlt sich bei mir immer nur danach an, wenn ich das von mir aus machen kann. Ich bin da komisch. Aber er nimmt mich ungeschminkt und zerzaust und gibt mir trotzdem das Gefühl megaattraktiv zu sein. Deswegen habe ich mich dann auch bei einem unserer letzten Treffen in Schale geworfen und das sexy Teilchen ausgepackt. Ist ein Geben und Nehmen. Ach es ist einfach entspannt mit ihm. Kann so bleiben. Nächstes Mal bin ich dann wieder mit kochen dran… Muss schon mal überlegen, was ich noch so vorzeigbar kann 🙂

Neben einem heißen nackten Mann aufgewacht…

Ich muss dieses Wochenende arbeiten. Und während ich gerade bei einer Prüfung zugegen bin, muss ich daran denken, wie schwer es mir gefallen ist heute morgen aus dem Bett zu klettern. Wenn die Anwesenden wüssten, dass ich gerade versonnen vor mich hinschmunzle, weil ich an das Gefühl von heute morgen zurück denke. Da lag er neben mir, mit seinem Adonis-Körper. Was mir eigentlich gar nicht so wichtig ist, aber er hat ihn einfach. Und er nimmt das überhaupt nicht wichtig. Neben ihm komme ich mir Null blöd vor. Er lag da einfach nackt unter meiner Decke. Mit seinem perfekten Hintern. Dem perfekten Bauch. Nicht so auftrainiert. Einfach fit, weil sportlich unterwegs. Wie schwer es doch war, mich unter diesen Umständen zum Arbeiten an einem Feiertag zu motivieren.

Ich bin aufgewacht mit Mr. Montage. Typ Rennradfahrer, war vor etwa 2 Jahren in mein Leben getreten. Damals frisch aus einer Trennung gekommen. Er schrieb mich gestern Abend an, was ich so vor habe. Ich hatte einen wirklich langen Arbeitstag hinter mir und war eigentlich echt durch. „Soll ich mit Pizza und Rotwein vorbei kommen“, fragte er. Wer kann bei dieser Frage schon mit Nein antworten. Adonis mit Rotwein und Pizza. Ich finde es gibt schlechtere Angebote nach einer harten Woche als dieses.

Wir hatten uns vor nicht allzu langer Zeit schon mal getroffen. Davor aber eine ganze Weile nicht. Ich hatte den Kollegen, er hatte sich zwischenzeitlich auch eine neue Freundin angelacht, die jetzt allerdings nicht mehr aktuell ist. Wobei unser Kontakt nie abgerissen war. Wir hatten uns einfach nur eine ganze Weile nicht getroffen. Schon der erste Abend war sehr intensiv leidenschaftlich gewesen. Es gibt so Menschen, mit denen ist man einfach kompatibel. Mit manchen setzt man sich auf eine Couch und es dauert ewig, bis man eine bequeme Kuschelposition findet. Mit ihm setze ich mich hin und es fühlt sich immer so an, als soll es so sein. Beim ersten Treffen hatten wir ein ähnliches Setting gehabt. Nur dass ich gekocht habe, statt der Pizza. Den Rotwein und die Gläser dazu hatte er mitgebracht. Danach saßen wir auf meiner Outdoor-Couch mit Wein, kuschelten und sahen uns die Lichter der Stadt an. Ich mag es extrem, wie er mich im Arm hält, wenn er seinen Kopf auf meinen legt, wie er mir eine Haarsträhne aus dem Gesicht streift, wie er mich küsst.

Am ersten Abend hatte ich mich zwischendurch mal kurz auf die Toilette verabschiedet und kam dann statt in meinen normalen Klamotten im Negligee mit Reizwäsche drunter wieder. Was der Situation nochmal einen krassen Kick gab, auch weil ich bisher bei ihm nie was besonderes angezogen hatte. Schon am ersten Abend wurde mir wieder bewusst, wie sehr ich auf seinen Körper abfahre. Und auf ihn. Wenn der Verstand alleine über eine potentielle Beziehung entscheiden würde, dann wäre er in der ganze Zeit seit ich blogge, vermutlich derjenige gewesen, den ich gewählt hätte.

Der erste Abend endete im Bett und mit der Erkenntnis in meinem Kopf, dass es ihm gut getan hat, dass er ein paar unterschiedliche Frauen hatte, seit wir uns kennengelernt haben. Vor zwei Jahren hatte man ihm angemerkt, dass er aus einer Beziehung kam, wo er sehr auf eine bestimmte Frau und deren Körper eingestellt war. Mittlerweile ist er viel souveräner im Umgang meinem Körper. An diesem ersten Abend hatte mir so mühelos einen Orgasmus lecken können. Es war wunderbar. Von allen Männern in letzter Zeit hat er es auch geschafft meine Brustwarzen am perfektesten zu stimulieren. Er war nie zu fest, aber so fest, dass es mich heiß machte. Gestern hat er mich toll geleckt, ich bin aber nicht gekommen und ich habe ihn geblasen und er ist nicht gekommen. Ich glaube, dass wir beide zu müde waren. Ich von der Arbeit, er vom Sport. Es hat der Schönheit des Abends aber überhaupt keinen Abbruch getan.

Er blieb beide Male über Nacht da. Was immernoch ein sehr ungewohntes Gefühl für mich ist, wenn Männer bei mir übernachten. Das hatte ich ja jahrlang nicht. Mit ihm in einem Bett schlafen ist easy. Ich kann gar nicht genau erklären warum. Er ist, wie ich auch ein unkomplizierter (Ein-)Schläfer. Mit ihm ist es einfach zu kuscheln, er wärmt mich, macht aber nicht zu warm, er piekst nicht, sondern ist anschmiegsam. Gestern Nacht bin ich sensationellerweise mit ihm unter einer meiner wirklich kleinen Bettdecken eingeschlafen. Eine Bettdecke in groß ist ja sonst schon mein Horror. Wir haben uns unter eine kleine gelegt und sind beiden wunderbar aneinander gekuschelt eingeschalfen. An ihn kuschel ich mich hin und kann schlafen. Das ist sehr erstaunlich. Sonst hatte ich das nur mit dem Kollegen. Mit ihm sind die Abende leicht, unkompliziert und leidenschaftlich. Werden wir sicher wieder öfter haben.

Über den Wert von Freundschaft…

Gefühlsmäßig wildes Wochenende: Samstag Abend bin ich nach der Auseinandersetzung mit dem Kollegen früh ins Bett gegangen. Gefühle schlauchen mich manchmal. Viel zum Nachdenken und Grübeln – über mich, was ich so tue oder anderen antue.

Auch in kurzen Momenten ein Infragestellen des öffentlichen Bloggens. So sehr es motiviert, wenn viele Menschen mitlesen, so sehr pervertiert man ja den Gedanken einem Tagebuch Dinge anzuvertrauen. Dinge, die eben keiner liest. Gedanken im Affekt, Gedanken, die es später vielleicht gar nicht mehr wert erscheinen gedacht worden zu sein. Würde man immer alles wissen wollen, was der Partner so denkt? Da sage ich so leicht: „Dann lies es nicht“ und ertappe mich selbst, wie ich das ganze Wochenende jemanden Social Media stalke. Dann nervt mich das, was die Sozialen Netzwerke manchmal mit uns anstellen. Vor Allem wenn man unsicher ist.

So ging es mir beim Jäger. Da weiß ich einfach noch nicht woran ich bin. Was an sich gar nicht weiter schlimm ist. Wir kennen uns ja erst kurz, das muss sich finden. Aber ich spüre eine Unsicherheit. Das ist vermutlich immer so, wenn man nicht genau weiß, ob der gegenüber ähnlich empfindet. Wenn ich unsicher bin, dann nervt mich zum einen das ich dann unsicher und gefühlt so unsouverän bin. Zum Anderen versucht man dann immer herauszufinden, woran man ist. Besonders toll, wenn das in einem offenen Beziehungskonstrukt stattfindet, sich die anderen Beteiligten treffen und diese auch darüber in den Sozialen Netzwerken schreiben. Da glaube ich so cool zu sein und stalke schäbigst, was sie posten. Wie ich mich dafür gehasst habe.

Aber ich bin zumindest der Typ, dem es schwerer fällt zu verzichten, wenn er weiß dass es das gibt. Wenn ich Schokolade im Haus habe, muss ich verzichten. Um das zu verhindern, kaufe ich mir keine. Dann ist es auch okay, dass keine da ist. Einfach wäre es, wenn nirgendswo nachlesbar wäre, was die anderen so angestellt haben. Dann gibt es die Info nicht und gut ist es. Aber naja. Hat aber ja auch niemand behauptet, dass offene Beziehungskonstrukte einfach sind. Ich hab mir auch als Strafe für mich selbst ein bisschen Social Media Abstinenz verordnet. Was heißt, dass ich diesen Eintrag schreiben werde, aber aktuell nicht interagieren werde.

Noch ein Beispiel: Mr Urlaubsdate von vorgestern, mit dem gefühlt alles gepasst hat und wir eigentlich nur noch einen Termin ausmachen wollten, schreibt mir, dass es ja gerade ach so viel tun hat und jetzt schwierig den Urlaub einbauen kann und sucht dann auf seinem Profil nach einem Date. Ich nehm das jetzt mal nicht persönlich. Nicht ranlassen an mich. Ist abgehakt.

Unabhängig davon führt es mich wieder zur Frage, ob mein Weg zu leben so okay ist. Glücklicherweise hat sich gestern für mich ergeben, dass ich bei meinen besten Freunden vorbeischauen konnte. Freunde aus meiner Schulzeit. Bei denen ich genau weiß, dass sie mich akzeptieren, wie ich bin, sie mir aber auch sagen würden, wenn ich mich aufs falsche Gleis begebe. Es hat sich in dieser Freundschaft entwickelt über die letzten Jahre, dass wir offen über alles reden können. Über wirklich alles. Mittlerweile auch über jegliche sexuelle Themen. Das ist für mich so unglaublich wertvoll, weil eben das Thema Sex in meinem Leben keine so unerhebliche Rolle spielt. Wenn da Menschen sind, bei denen du einfach jedes Thema ansprechen kannst. Ich glaube, das macht mich als Mensch nochmal eine Runde gelassener.

Dort konnte ich dann auch die Geschichte mit dem Kollegen verarbeiten. Was nicht heißt, dass das nun alles gut ist und nicht mehr weh tut. Das dauert sicher noch ein wenig. Aber auch nochmal ein Feedback zu bekommen, dass auch in deren Einschätzung eine monogame Beziehung nicht das gewesen wäre, das zu mir gepasst hätte.

Und noch zum Ende eine schöne Social Media Begebenheit: Mr. Bondage hat meine Gefühlsäußerungen auch gelesen und schreibt mir dann, dass ich mich auch jederzeit wenn es mir schlecht geht bei ihm melden kann. Er bietet mir „Nähe, Spontanität und die Überzeugung, dass du okay bist, wie du bist.“ Was auch eine wirklich wunderbare Entwicklung über die 7 Jahre ist, die wir uns jetzt kennen. Mit allen Höhen und Tiefen, die wir so durchgemacht haben. Mit Phasen in denen ich nicht gepasst, habe weil nicht die perfekte Sub für ihn bin. In denen ich ihn gern verändert hätte, weil ich ihn so pedantisch fand. Die Zeit und weniger überbordende Gefühle haben dafür gesorgt, dass wir wissen was wir aneinander haben, dass wir uns sein lassen können wie wir sind und haben uns sehr viel Gelassenheit im Umgang miteinander gegeben. Das fühlt sich schön an.