Dates und Politik

Bloggen in guten, wie in schlechten Zeiten: Es hat nach der Buchmesse also genau vier Tage gedauert, bis die Absage von dem großen Verlag kam, bei dem ich mich am Stand vorgestellt hatte. „Wir sind nicht an dem Inhalt Ihres Blogs interessiert“. Ich müsste darüber nicht schreiben. Aber ich tue es,wie immer. Denn das Leben läuft natürlich nicht immer so, wie man es gern hätte.

Natürlich habe auch ich diese ureigene Angst mich zu blamieren. Mich in etwas zu verrennen, das fern jeder Realität ist. Mir am Ende völlige Selbstüberschätzung eingestehen zu müssen. Manche Kritiker werden sich jetzt bestätigt fühlen: Siehste, habe ich dir gleich gesagt, dass dein Zeug vom Niveau her nicht reicht. Dass es sprachlich zu lieblos, inhaltlich zu flach und nur einer unter 1000en Blogs ist.

Nach der ersten Absage aufzugeben kommt allerdings nicht in Frage. Es wäre nämlich ähnlich vermessen, zu glauben, dass er kürzeste Weg ans Ziel führt. Außerdem habe ich außer meinem Gesicht vor mir selbst nichts, aber auch rein gar nichts zu verlieren. Ich werde also sehen was passiert. Ich habe die Absage zur Kenntnis genommen. Wenn die Kritik irgendwann größer wird, als die Bestärkung, dann werde ich den Traum aufgeben. Das als Aspekt am Rande.

Dates und Politik

Vermutlich ist es eine goldene Dateregel, nicht über Politik zu sprechen beim ersten Date. Aber erstens halte ich mich ja nie an solche Regeln und zweitens spätestens wenn ich erzähle, was ich studiert habe, dann landet das Gespräch sowieso in diesem Themengebiet. Seit das bestimmende politische Thema in letzter Zeit die Flüchtlingsfrage ist, hat das für Dates noch einmal einen ganz andere Brisanz. Vermutlich weil das Thema so dominierend ist, dass es eigentlich niemanden gibt, der sich dabei nicht positioniert. Beziehungsweise hat die Meinung zu diesem Thema was mit einer Haltung zu tun. Mit einer grundsätzlichen Haltung. In früheren Dates ging es auch um Politik. Ich halte es auch gut aus, wenn jemand nicht den selben Standpunkt vertritt wie ich, oder einer anderen demokratischen Partei anhängt. Aber das Thema Flüchtlinge bringt so schnell wie keine anderes latenten Rassismus zum Vorschein.

Um sonst soweit zu einem Menschen vorzudringen, dass man am Ende wußte, welche Haltung derjenige einnimmt, hat es vorher mit ziemlicher Sicherheit mehr als ein Gespräch gedauert. Man hat sich vermutlich meist um einfachere Themen gedreht. Die politischen Fragen waren nicht so eklatant, dass man sich zwingend auf eine Seite stellen musste. Aber ich merke, dass die persönliche Haltung in der Flüchtlingsfrage für mich sehr große Relevanz besitzt. Uneinigkeit in der Flüchtlingsfrage als Datekiller sozusagen. Vor allem als Sexkiller. Ich kann niemanden vögeln, bei dem ich auch nur leichten Rassismus vermute. Keine Chance. Egal wie er aussieht.

Vermutlich könnte ich Dates in naher Zukunft einfach abkürzen mit: „Hi ich bin Remi, sag mal, wie stehst du eigentlich zur Flüchtlingsfrage?“

Vor Allem überrascht und erschreckt mich die Tatsache, wieviele gut ausgebildete Mittelschichts-Männer Meinungen vertreten, die ich schwer ertragen kann. Ängste darf man formulieren, darüber reden und diskutieren, gar keine Frage. Aber wenn der Bodensatz der Ängste Rassismus ist, dann endet die Toleranz für mich. Dann wird man sich wohl nicht wiedersehen.

Buchmessetag endet auf der Rücksitzbank

Ich bin zurück von zwei Tagen auf der Frankfurter Buchmesse. Ich habe zwar keinen Vertrag unterschrieben, aber wirklich wundervolle Bloggerkollegen oder Twitterer kennengelernt. Ich habe sehr aufmunternde und motivierende Gespräche geführt. Viele Tipps bekommen, mich noch besser vernetzt. Ich habe mich ins Getümmel gestützt und mich zwei Mal sogar fangirlen lassen. Wenn jemand extra für mich auf die Buchmesse kommt, dann darf ich das auch so nennen finde ich. Es war ein tolles Gespräch unter Frauen. Bin um Rat gefragt worden, hab versucht darauf zu antworten. Hab den ein oder anderen Verlagsstand aufgesucht. Es waren Alles in allem intensive zwei Tage.

Weil ich den Abend nicht alleine in dem WG-Zimmer meines Kumpels abhängen wollte, war ich froh, dass sich jemand aus der Frankfurter Ecke gemeldet hatte. Wir hatten vor einer Weile schon mal kurz Kontakt gehabt. Ich hatte keine Erwartungen, wollte einfach was Essen gehen, ein nettes Gespräch haben. Es war ein ziemlich spontanes Date, ohne großen Vorlauf. Wir telefonierten um schneller einen Treffpunkt ausmachen zu können. Er war sehr sympathisch am Telefon. Meine Gefühl sagte mir da schon, das würde ein guter Abend werden. Da er aus der Nähe von Frankfurt kommt, nenne ich ihn jetzt einfach den Frankfurter.

Er holte mich an der Wohnung ab und wir liefen los um ein Restaurant zu finden. Er war so schlau gewesen und hatte extra seinen Anzug vom Arbeiten angelassen. Da sammelt Mann bei mir ja gleich mal den ersten Pluspunkt. Er war mir von Anfang an sympathisch. Mitte 40, gut aussehend. Er ließ mich merken, dass er schon lange mein Blog liest und unbedingt die Frau hinter den Zeilen kennenlernen wollte. Das schmeichelte mir und machte einen Einstieg in ein intensives Gespräch ziemlich einfach. Er fragte mich aus, ich beantwortete mit Freude seine Fragen. Wir landeten in einer Kneipe und aßen italienisch. Wir quatschten so viel, dass ich es nicht schaffte meine Pasta aufzuessen, bevor sie kalt geworden war. Ich musste mal nicht fahren und war in Trinklaune, was gar nicht so oft vorkommt. Er trank nichts, weil er noch fahren musste. Das war lustig, denn ich war leicht angeheitert. Ein Russ und zwei Aperol-Sprizz brachten mich in Knutschlaune. Er hat mir das Gefühl gegeben, dass er sich wirklich für mich interessiert, also für den Menschen, dass es ihm nicht primär darum ging, mich abzuschleppen. Das war sehr schön.

Als wir die Kneipe verlassen hatten deutete ich an, dass ich in Knutschlaune bin. Das führte dann zu ziemlich wildem und intensivem Knutschen an diversen Hauswänden. Er küsste gut. Der Alkohl, der Abend, das Knutschen machten mich sehr spitz. Trotzdem war klar, dass es ein Tabu für mich ist, jemanden in das Zimmer meines Kumpels mitzunehmen. Also blieb nur sein Auto. Wir knutschen erst da wo er geparkt hatte. Mitten im Wohngebiet. Als er anfing meine Brüste zu entdecken wurde mir der Ort zu heikel. Wir fuhren auf einen nahe gelegenen Supermarkt-Parkplatz. Knutschen, Fummeln. Aber irgendwie ging es da ziemlich zu, trotzdem es schon spät war. Viele Autos kamen und fuhren wieder. Das ließ mich nicht entspannen.

Wir fuhren weiter und suchten nach einem besseren Platz. Den fanden wir zum Glück, auch Mitten in der Stadt. Wir wechselten auf die Rückbank. Wildes Knutschen, Fummeln, Blasen. Er machte mir Komplimente für meine Figur. Ich glaubte sie ihm. Es fühlte sich schön an. Dann angelte er sich ein Kondom aus seiner Jacke. Dabei fiel mir auf, dass ich schon eine Weile keine Kondome mehr mit mir herum trug. Blöd eigentlich. Warum sich darauf verlassen, dass Mann welche dabei hat? Ich machte mir die Gedankennotiz, dass ich das wieder ändern musste.

Derweil präparierte er sich. Ich war gespannt, ob das funktionieren würde. Im Auto auf der Rückbank. Ich musste schmunzeln, denn ich hatte mit vielem gerechnet, aber nicht dass er Abend mit Sex im Auto enden würde. Ich lag unten. Quer über die Rückbank und versuchte so gut wie möglich meine Beine breit zu machen. Er war über mir und es gelang ihm relativ unproblematisch in mich einzudringen. Es fühlte sich gut an. Ich war ausgehungert, hatte eine Weile keinen Sex gehabt und hatte genau den richtigen leichten Alkoholpegel, der mich zusätzlich anheizte. Er drückte die richtigen Knöpfe. Dann fickte er mich. Gerade als ich anfangen wollte meinen Kitzler zusätzlich zu massieren, zog er sich nach wenigen Stößen zurück. Das Blasen vorher war so intensiv gewesen, dass er Angst hatte gleich zu kommen. Aber warum sollte er sich bremsen? Ich wollte, dass er seine Lust rauslässt. Für meine Befriedigung würde sich schon ein Weg finden. Ich sagte ihm, dass er weitermachen soll. Dass ich will, dass er intensiv kommt, dass er sich nicht zurückhält.

Er drang wieder ein, stieß noch ein paar Mal zu. Und kam dann auch schon. Das gefiel mir. Er kletterte runter, blieb zwischen meinen Beinen sitzen. Er konnte sich vermutlich trotzdem nicht ganz von einem schlechten Gewissen befreien, weil er so schnell gekommen war. Ich nahm es als Kompliment. Dann nahm ich seine Hand und deutete an, dass er in mich eindringen sollte. Ich lieh mir seine Finger. Er tat wie geheißen, ich massierte meinen Kitzler und kam auch zu meinem Orgasmus. Auf der Rückbank seines Autos. Schöner Abend. Sollte der Frankfurter mal in meine Gegend kommen oder ich mal wieder in seine wird nichts gegen ein Wiedersehen sprechen.

Seitenspringerin goes Frankfurter Buchmesse

Ja, ich bin dahin eingeladen – als Bloggerin. Das ist ziemlich cool. Leider bin ich nicht gut vorbereitet. Ich habe es trotz der freien Zeit nicht hinbekommen, die ganzen Blogeinträge in eine sinnvolle Form zu bringen. So kann ich leider nicht mit einem Manuskript dort hinfahren. NIchtsdestotrotz hoffe ich, dass ich dort einige Tipps mitnehmen kann.Es gibt dort einen großen Selfpublishing-Bereich. Mal sehen, ob ich dort ein paar Blogger treffe, die ähnliches gemacht haben. Ich werde auf jeden Fall davon berichten, was ich dort alles so erlebt habe. Bin gespannt, ob es da Erotik-Literatur gibt.

Irgendwie träume ich immer noch davon, dass jemand mein Blog so gut findet, dass er es veröffentlichen will. Wenn nicht, dann muss ich es doch selbst tun. Aber bisher hat mir die letzte Motivation gefehlt mich konsequent ans Skript zu setzen. Los, tretet mir in den Hintern 🙂

Was meine berufliche Laufbahn angeht, hänge ich immer noch an der einen nicht bestandenen Prüfung. Keiner der Dozenten war bereit mir einen früheren Termin zur Wiederholung einzuräumen. Das frustriert mich ziemlich. Und so wie es im Moment aussieht muss ich bis Januar 2016 warten.

Swinger-Partys schräg und inspirierend zugleich

Zum ersten Mal auf einer Swinger-Party könnte man den Eindruck gewinnen, dass dort ziemlich viele durchschnittliche Menschen, die nicht dem medialen Ideal entsprechen, wahllos, stillos und eher ab- als anturnend rumvögeln. Es gibt zahlreiche Artikel und Einträge, in denen sich Erstbesucher eines Swingerclubs darüber auslassen, dass Hinz und Kunz sich dort zum Vögeln treffen. Manche finden es abstoßend und ekelhaft. Kann man finden, muss man aber nicht.

Auf der besagten Swinger-Party, auf der ich mit meinem Date war, gab es nur einen Raum der mit Matratzen ausgestattet war. Ein ziemlich großer Raum auf dem Balkon, in dem sich etwa 10 aufblasbare Matratzen auf den ganzen Raum verteilt befanden. Es verteilte sich gut, man konnte aber trotzdem den ganzen Raum überblicken. Vom Balkon konnte man auf die Tanzfläche des Partyraums gucken. Es war jemand abgestellt, dessen Job es war, nach jedem Akt den Matratzen neue Laken zu verpassen.

Im Laufe der Party wollte ich ein wenig gucken gehen. Ich saß an der Wand auf einem Stuhl und konnte so ein wenig von oben dem Treiben zusehen. Es waren fast alle Matten belegt. Zusätzlich standen bestimmt noch zehn Paare an der Brüstung des Balkons. Es gab Zweier, Dreier, Vierer und Fünfer-Konstellationen, alles war mit dabei.

Wenn man die Bilder des eigenen Standard-Pornokonsums im Kopf hat, dann wirkt das alles erst mal sehr ernüchternd. Quasi niemand hat so einen Body wie eine der Porno-Darstellerinnen. Alle sehen unperfekt aus. Und ein erster Gedanke der einen durchzuckt ist schon: „Warum treiben die das dann so öffentlich?…. Huch, omg, die oder der ist aber dick… Die Alten rammeln auch, boah, da hängt ja schon alles.“ Und dann ist man im Kopf relativ schnell bei Fat-Shaming und Altersdiskriminierenden-Gedanken

Um jetzt auch noch das letzte Klischee aus meinem Kopf auszupacken: Manche Partyteilnehmer wirkten eher wie Mitglieder des örtlichen Dackelzüchter – oder Kleingärtner-Vereins. (Nicht auszuschließen, dass der ein oder andere tatsächlich auch noch diesen Hobbys nachgeht.) Außerdem waren wir ja mitten in der Provinz auf einer Party. Da ist nun mal auch anderes Klientel, als in der Stadt. Aber ich reflektierte meine ersten Impulsgedanken.

Jeder egal wie alte, dicke oder dünne Partyteilnehmer hat die Berechtigung sich dort auszuleben, ob das nun meinem Geschmack entspricht oder nicht. Ja, da waren einige Menschen, die nicht meiner Vorstellung von Stilvoll oder vorteilhaft angezogen entsprachen. Aber in diesem geschützten Rahmen, der extra dafür geschaffen worden ist, sollen sie Sex haben, soviel sie möchten. Wenn es mir nicht gefällt, dann bin ich dort verkehrt, nicht die. Warum sollten nur perfekt aussehende attraktive Menschen öffentlich vögeln dürfen. Niemand sieht aus wie im Hochglanz-Porno. Wenn Paare darauf stehen sich beim Sex zu zweit zusehen zu lassen, aber niemand anderen brauchen, dann sollen sich den Kick holen. Auch wenn ich dann mit den Augen rolle und mir denke: Jaja, performt ihr nur. Wenn die anderen zu dritt, viert oder fünft vögeln wollen – bitte.

Nur weil ich es attraktiver finde, wenn man noch ein wenig Klamotten anbehält, können sich die anderen trotzdem ganz nackt ausziehen und wild durcheinander vögeln, weil sie darauf stehen. Nur weil für mich Erotik mehr über den Kopf und Intelligenz funktioniert, können andere trotzdem einfach auf einen Riesenschwanz abfahren. Die Freiheit besteht darin, dass sich jeder ausleben kann, so wie es für ihn passt. Ich werde darüber nicht urteilen, sondern akzeptieren, dass jede Sexualität individuell ist. Ich freue mich darüber, dass es Möglichkeiten gibt sich auszuleben. Auch wenn ich so manches Geschlecke, Gefingere oder Gestöhne nicht geil finde.

Manche Konstellation mag für mich wahllos aussehen. „Die reißen sich da wild durcheinander einfach auf, ohne viel miteinander gesprochen zu haben.“ So wirkt es manchmal auf mich. Dabei weiß ich gar nicht, ob die sich nicht schon länger kennen und sich auf vielen Partys begegnet sind und gar nicht viel quatschen müssen.

Je länger ich da saß, desto inspirierender fand ich, dass sich die meisten nicht so viele Gedanken machten, sondern sich ihrer Lust hingaben. Dass die Menschen einfach so unperfekt sind. Dass sich mein medialgeprägtes Körper-Bild, dass mich oft auch sehr kritisch mit mir selbst umgehen lässt, dann relativiert, wenn ich merke, dass niemand so gut aussieht wie die Profi-Pornodarsteller oder Models. Dass es Falten gibt, Speckröllchen, Penisse und Muschis in allen Formen und Farben. Dass sich ältere Paare um die 60 eben nicht vom Alter abhalten lassen, sondern rausgehen und sich amüsieren. Sex im Alter, auch so was totgeschwiegenes.

Trotz dem Soloherren auf dieser Party dasselbe zahlen wie Frauen, waren erstaunlich wenig Wichser auf der Party. Es standen nicht so viele Gaffer und Wichser dreist herum, wie sonst im Swingerclub. Das war angenehm. Ich hatte nicht das Gefühl, dass die Menschen auf den Matratzen auch nur irgendjemand abwimmeln mussten.

Aber auch ich hatte auf der Party meine Berechtigung. Sexy angezogen, zusehend, aber nicht zu haben.

Mir war von vornherein klar, dass wenn ich meinen Begleiter nicht sofort so attraktiv finden würde, dass ich Sex mit ihm haben wollte, dann würde an diesem Abend nichts laufen. Wobei dieser eine große öffentliche Raum ohne Rückzugsmöglichkeiten für mich momentan noch nichts ist. Ich merke selbst, dass ich immer lockerer werde, was sowas angeht, deshalb schließe ich nicht aus, dass sich das irgendwann noch ändert. Aber jemanden neu auf einer Party kennenlernen und die Chemie stimmt gleich – Sehr schwierig. Bisher hat das nur einmal geklappt, sonst hatte ich immer nur mit schon bekannten Menschen Sex im Club (außer wenn ich mit meinem Dom unterwegs war.)

Ich genoss es zuzusehen, in meinen sexy Klamotten zu tanzen und mich ein bißchen angucken zu lassen. Außerdem war meine Neugierde, wie solche Partys wohl sind, befriedigt worden. Für den Preis muss ich so schnell aber auf keine mehr.

Erstes Date auf einer Swinger-Party – not good

Die Neugierde hatte mal wieder gesiegt. Ein Mann, der mich relativ konsequent über ein Jahr immer mal wieder angeschrieben hatte, fragte mich dieses Mal, ob ich ihn auf eine Swinger-Party begleiten möchte. Also nicht in einen Club, sondern auf eine Party mit einem Motto, bei der es aber wohl auch so ein paar Möglichkeiten zum Vögeln geben würde. Ich interpretierte das Angebot so, dass ihm die Begleitung abhanden gekommen war und er jetzt noch nach einer Partnerin suchte. Dem war nicht so, sollte ich später merken.

Der Mann war vom Profil her nicht unbedingt mein Typ. Aber er war nett und höflich und ich war mir sicher, dass er „wir treffen uns da einfach mal ohne Erwartungen“ auch genau so gemeint hat. Ich war neugierig auf so eine Veranstaltung irgendwo im oberbayerischen Hinterland und hatte an dem Abend noch nichts vor. Also sagte ich zu. Erst wollte er mich abholen und wieder nach Hause fahren. Von mir aus war es immerhin eine Stunde Fahrzeit bis dorthin. Ich konnte aber erst später nachkommen, da ich vorher noch eine Verpflichtung hatte. Da ich gerne Auto fahre, war das nicht wirklich schlimm, zumal ich dann unabhängig war und auch gehen könnte, wann ich wollte.

Als ich dort gegen 22 Uhr ankam, war es schon ziemlich voll. Und mein Date wartete wie versprochen vor der Tür. Er war genau so wie ich in mir vorgestellt hatte: ein wirklich netter Mann, kräftige Statur, ein klein wenig größer als ich, wirkte geerdet und dort heimatverwurzelt. Allerdings sagte mir mein Bauchgefühl, dass wenn ich so einen Typ Mann suchen würde, dann könnte ich auch wieder nach Hause in mein kleines Dorf gehen und müsste nicht in der Großstadt bleiben. In diesem Frage hatte ich mich ja eindeutig gegen das Dorf entschieden. Aber ich war bereit offen in den Abend zu gehen. Bevor wir die Party betraten, wurde mir klar, dass er nicht eh schon Paarticket hatte und ich darauf mitkommen sollte, sondern ganz normal als Frau Eintritt bezahlen würde. Hätte ich mich vorher intensiver über die Veranstaltung informiert wäre mir aufgefallen, dass Männer und Frauen gleich viel Eintritt zahlen. Einerseits löblich, andererseits zahlte ich nun 30 Euro Eintritt und im Vergleich zu den meisten Clubs, war in diesem Preis Essen und Trinken nicht beinhaltet. Nicht gerade Studentenkompatibel, aber na gut, jetzt war ich schon da, dann würde ich jetzt auch reingehen.

Ich war noch in Straßenklamotten und wollte mich dort umziehen. Den meisten Swingern macht es wohl nix aus sich im Eingangsbereich neben der Garderobe umzuziehen. Ich zog die Toilette vor. Wollte nicht die ganze Welt daran teilhaben lassen, wie ich versuche meine Strapse ohne sie aus dem Strapsgürtel auszuhängen richtig herum anzuziehen. (Nicht so einfach…)

Irgendwann war ich dann Partytauglich angezogen in einem kleinen Schwarzen, das meine Brüste betont, aber sonst ein stinknormales Abendkleid war, Strapsen und Pumps. Also sehr zurückhaltend gekleidet. Ich gab meine Sachen an der Garderobe ab und wollte die Party betreten, als mich ein Typ am Eingang aufhielt und nach meinem Stempel fragte. Da ich es nicht besser wußte, dachte ich, dass das sein Job wäre. Zeigte ihm den Stempel, er sagte, der wäre an der falschen Stelle und krabbelte mir zugleich unters Kleid und machte mir den Stempel neben mein Höschen auf den Oberschenkel. Ich war irritert und machte den Spaß mit und weil auch niemand von den Menschen an der Kasse einschritt, dachte ich, der gehört halt dazu. Besagter Mann hörte auch gar nicht auf, bis mein Begleiter mich dann retten kam. Es hat mir nicht gepasst, denn ich lasse mich nicht gern anfummeln einfach so, aber ich wollte nicht gleich am Eingang die zickige Tussi sein.

Mein Date hat mich von dem Typen befreit, der einfach ein Gast war, der sich da an den Eingang gestellt hatte um Mädels aufzureißen. Nach der Beschützernummer legte mein Date gleich mal seinen Arm um meine Hüfte und führte mich auf die Party. Uaahh schon wieder so viel Körperkontakt und ich kam mir vor die Trophäe im Arm. Brr. So was mag ich ja gar nicht. Mein Date kannte ziemlich viele Menschen auf der Veranstaltung. Auch das fand ich irgendwie schräg. Aber die treffen sich wohl alle auf ähnlichen Parties immer wieder. Er konnte mir auch zu vielen irgendwas erzählen. Wir setzen uns an einen Tisch. Ich wollte erst einmal was Trinken und Essen um mich zu akklimatisieren. Ich guckte mir die sehr bunte Mischung aus alt und jung, stilvoll und stillos an.

Bei meinem Date war ich ausgerechnet an einen Anfasser-Mann geraten. Jemand der immer körperliche Nähe sucht. Gar nicht so sehr übergriffig und für ihn normal. Für mich total stressig. Das überfordert mich immer komplett. Zumal ich ihn ja nicht kannte. Ich wollte ihn kennenlernen. Essen, reden, mir Menschen ansehen. Er machte mir schnell klar, dass er auf mich steht. Mir war das alles zuviel und ich sagte ihm dann auch, dass er mich nicht anfassen soll und dass mit mir nichts laufen würde. Nichtsdestotrotz wollte ich die Party auf mich wirken lassen, Eindrücke aufnehmen, tanzen, reden, einen guten Abend haben. Das klappte nach geklärten Fronten auch problemlos. NIchtsdestotrotz ist eine Swinger-Party, wenn man so wie ich kein wirklicher Swinger ist, wohl der falsche Ort für ein erstes Date. Auch wenn er sagte, dass es okay wäre wenn nichts läuft, hatte er mit Sicherheit auf mehr spekuliert. Und wenn um einen herum alle fummeln und vögeln ist ihm das auch nicht zu verdenken. Aber so funktioniere ich nicht. Er akzeptierte das und ich hatte noch Gelegenheit die Party wirken zu lassen. Mit jemandem, den ich nicht kenne, würde ich mich wohl nicht mehr auf einer Swinger-Party verabreden. Aber ich bereue nicht, mir diese Art der Party angesehen zu haben. Die widersprüchlichen Eindrücke davon schildere ich in einem extra Eintrag nochmal.

101 coole erste Dates – geschätzt

Weil mir immer wieder Blogs begegnen, die vernichtend über ihre Date-Erfahrungen berichten, kommt hier meine Lobhudelei auf ziemlich viele coole erste Dates.

Vermutlich hat es mit der Herangehensweise zu tun, mit der man in ein Date geht. Meine einzige Erwartung ist eine interessante Zeit zu haben und mit Respekt behandelt zu werden. Interessant kann die Zeit aus verschiedenen Gründen werden und damit wären wir schon bei den Gründen, warum ich erste Dates liebe:

Ich habe unglaublich tolle Orte und Cafes/Restaurants in meiner Stadt kennengelernt. Ein Date führte mich zu den Eisbach-Surfern, ein anderes auf die Terrasse des Hotels Bayerischer Hof. Ich hatte ein Picknick im Park oder ein Dinner auf dem Olympiaturm. Einmal war ich auch beim einem Kickboxevent. Dabei geht es mir gar nicht darum teuer Essen zu gehen oder mich einladen zu lassen. Ich würde auch niemals etwas bestellen, was ich mir nicht selbst leisten könnte. Aber ich mag es, wenn jemand einen Ort den er gern mag und schön findet mit mir teilt. Dann habe ich schon etwas wertvolles hinzugewonnen. Ich habe tolles Essen probiert, Konzerte besucht, die eigentlich gar nicht mein Musikgeschmack waren und sie trotzdem genossen.

Ich habe bereichernde Gespräche geführt. Ich interessiere mich für Menschen und ihre Geschichten, ihre Berufe, Erfahrungen. Auch wenn manchmal schnell klar ist, dass man nicht zu einander passt, ist es für mich trotzdem immer wieder bereichernd Einblicke in die Lebensweise anderer zu erhalten. Ich habe Investementbanker, Ärzte, Piloten, Unternehmensberater, Immobilienmakler, Handwerker, Dirigenten, Sportjournalisten, Schriftsteller und Ingenieure getroffen. Ich lasse mir gerne von einem Lokführer alles über seinen Job erzählen, mich interessiert, wie das funktioniert. wie er lebt und liebt. Lasse mich beeindrucken davon, dass ausgerechnet der junge Lokführer geschafft hat, was viele meiner superduper erfolgreichen Unternehmensberater-Männer nicht hinbekommen haben. Der Lokführer hat es geschafft mit seiner Freundin zu reden, um die eigene Beziehung sexuell zu öffnen, sich gegenseitig Freiheiten zu geben und sich nicht belügen zu müssen. Gestehe Menschen Fehler und schrullige Eigenheiten zu. Ich bin ja schließlich auch weit davon entfernt perfekt zu sein. Manche habe ich wieder getroffen, so einige auch nicht. Mit manchen ergab sich Sex, mit manchen eine platonische Freundschaft. Manche sehe ich einmal in Jahr wieder, andere jeden Monat oder einmal in der Woche.

Habe wertvolle Menschen gefunden, die mich weiter durchs Leben begleiten.

Ich habe meine Fähigkeit geschärft offen zu sein für neue Menschen, neue Orte und neue Erfahrungen. Natürlich gibt es auch immer wieder Phasen in denen ich nicht bereit bin für neues, da man ja auch nicht ohne Ende neue Menschen und Erfahrungen vertiefen kann. Aber ein Date zu haben war immer wieder wie ein Implusgeber für etwas. Mein jüngstes Date mit einem Mediziner führte zu einer politischen Diskussion in der wir doch sehr unterschiedliche Standpunkt eingenommen haben. Das führte hinterher dazu, dass er mir Links zu Artikeln schickte, die seine Meinung untermauern sollten. Ich lese das gerne und mit Interesse.

Natürlich könnte ich hadern mit Dates, bei denen ich nicht den perfekten Partner gefunden habe. Zeitverschwendung.. Könnte schon mit den Augen rollen, nur weil ein Mann ein Hemd trägt, dass mir nicht gefällt. Könnte nach 5 Minuten davon laufen, weil wir politisch nicht einer Meinung sind oder ich feststelle, dass der Mann viel kleiner und leichter ist als ich. Aber bisher waren es fast ausnahmslos alle Dates wert, als Person ergründet zu werden. Natürlich hab auch ich den ein oder anderen Idioten getroffen. Aber das hält mich nicht davon ab zu glauben, dass die meisten anderen eigentlich ganz cool sind.

Ich selektiere natürlich vor und date nicht wahllos. Vor allem zu oberflächliche Männer versuche ich auszusortieren. Aber ja, vielleicht findet sich doch mal ein potentieller Partner unter den vielen Dates. Zumindest lege ch nicht alles auf die Goldwaage, was beim Date so passiert. Nur bei knausrigem Trinkgeld für die Bedienung zucke ich ganz leicht zusammen 🙂