Der Fick, den du nicht vergisst…

Ein kurzer aktueller Einschub wegen Jan Böhmermann 🙂 Der wiederum hat sich aktuell die DVAG vorgenommen. Das hat mich an einen Bekannten erinnert, der Berater dort war. Den kannte ich aus der Schulzeit. Unabhängig davon, dass ich ihn sehr hot fand und er eigentlich ein netter Typ war, war er ein klassischer Kandidat für sowas. Mittelprächtiger Schulabschluss, gut aussehend, konnte gut reden, passte gut in einen Anzug. Diese Finanznummer war für ihn die Aussicht auf Aufstieg. Wegen dieser ganzen Finanznummer, die mir immer schon suspekt war ist aus uns nie ein Paar geworden. Aber der Sex war ziemlich gut. Wir haben es im Büro oder seinem Auto getrieben. Für mich hat er damals optisch immer in ein paar Ligen über mir gespielt, um so aufregender war es für mich, dass er Sex mit mir wollte.

Auch wenn ich mich nicht mehr konkret an den Sex mit ihm erinnere. Nur noch so ein paar ziemlich verblasste einzelne Bilder im Kopf habe. Ich habe das Gefühl gespeichert, dass ich wirklich aufregenden Sex mit ihm hatte. Ich glaube er hat einmal – Jahre später – auch seine jetzige Frau mit mir betrogen. Unser letzter Kontakt ist aus dem Jahr 2012 glaube ich. Irgendwann platzt man dann besser nicht mehr in das Leben von jemandem einfach so wieder rein.

Wobei er auch aus anderen Gründen damals nachhaltig Eindruck in meinem Leben hinterlassen hat: Auf dem Weg zu seinem Büro – es muss auch November gewesen sein – hat er mich und einen weiteren Bekannten im Auto mitgenommen. Er fuhr einen alten eckigen stabilen BMW. Sein Büro war auf dem Land. Wir fuhren auf der Landstrasse. Er überholte in einer langgezogenen Rechtskurve einen LKW und hat dabei einen entgegenkommenden Opel übersehen. Wir fuhren so mit 100 Sachen frontal ineinander. Den Knall des Aufpralls habe ich nicht vergessen. Und auch nicht den Moment, als alles ruhig wurde und ich mit geschlossenen Augen kurz meinen Körper abgecheckt habe, ob alles passt. Beide Autos total kaputt. Mir fehlte einfach nichts. Nichts. Kleines Gurtschleudertrauma, aber zu vernachlässigen. Es gab noch nicht mal einen Beifahrer-Airbag in dem Auto. Mr. Vermögensberatung war auch unverletzt. Ihm hatte es allerdings die Schuhe komplett zerfetzt. Die Fahrerin aus dem anderen Auto war eingeklemmt, aber auch ihr hat am Ende nicht viel gefehlt. Ich bin immernoch erstaunt, wie viel Glück wir hatten. Die Feuerwehr, die hinzukam, beglückwünschte uns zu unserem zweiten Geburtstag. Sie hatten aus solchen Autos auch schon Tote geborgen. Ich glaube danach ist unser Kontakt einschlafen, vermutlich weil er immer ein klein wenig Schuldgefühle deswegen gehabt hat. Mittlerweile ist er raus bei der DVAG und hat sich selbstständig gemacht.

Dann gibt es da den Sex mit meinem damals besten Freund. Wir hatten in seinem Elternhaus Sex, weil er damals noch dort gewohnt hat. Im Obergeschoss. ich glaube im Zimmer seiner Schwester die schon ausgezogen war. Jedenfalls nicht in seinem Zimmer. Alles heimlich. Dieses Aufpassen nicht erwischt zu werden, machte das Ganze noch spannender. Einer der maximal 5 Orgasmen in meinem Leben, bei denen ich gekommen bin ohne selbst klitoral nachhelfen zu müssen. Ich habe ihn geritten und mich völlig gehen lassen. Irgendwann habe ich ihm dabei wohl so wehgetan, dass er fast ein wenig beleidigt war. Aber auch hier erinnere ich mich vor allem an das Gefühl, dass der Fick hinterlassen hat. Seitdem hab ich nur noch ganz selten Sex gehabt, bei dem ich reitend auf dem Mann saß. Vor allem habe ich mich nie wieder dabei gehen lassen. Das muss ich mal noch aufarbeiten. Sollte mir einen verständnisvollen Mann dafür suchen, der mich „zureitet. Eigentlich glaube ich war der Sex mit ihm, vor allem genau dieser Orgasmus, den ich da gehabt habe, lange Zeit auch der Antrieb für mein wildes Leben. Das wiederzufinden. Diesen tiefen, heftigen Orgasmus. Aber das passierte in einer Freundschaft, wo es keine Scham oder Peinlichkeiten mehr gab. Mit viel Vetrauen.

Er fehlt mir als Freund. Unsere Freundschaft ist am Ende daran zerbrochen, dass wir auf der Love Parade waren, er hatte sich heimlich was eingeworfen, ich hielt nicht viel von Drogen. Beim Heimfahren wurde er erwischt von der Polizei und ich war sauer, ob des Vertrauensbruchs. Danach hat er sich immer beschwert, dass die Polizei ihn daheim bei Kontrollen schikaniert hat, aber ich konnte ihm nicht immer glauben, dass er nichts genommen hat. Und ja, ich war komplett nüchtern auf der Love Parade. Nicht mal Alkohol.

Fick 3 aus meiner Zeit zwischen 18 und 25: Mit meinem damaligen Freund, auch er wohnte noch zu Hause. Auf dem Land ist das in den großen Häusern nicht so unüblich. Seine Eltern waren nebenan und wir wollten eigentlich gleich los. Seine Mam hätte jeden Moment reinkommen können, um zu fragen ob wir schon startklar sind. Da ist es uns überkommen – zwischen geil und pflichtbewusst anständig. Ich bin echt der Meister im leise kommen. Falls noch einer fragt warum…

Was so ein Beitrag von Jan Böhmermann zu einem Finanzthema in meinem Kopf so triggert 🙂

Schwarzlicht bei den Gloryholes ist eher medium – Pornokino

Ich liebe weirde Orte, die mit Sex zu tun haben. Mittlerweile schaue ich mir fast alles an. Und versuche nicht so sehr zu werten, wo Menschen einen Ort haben um sich Befriedigung zu verschaffen. Auf der Suche nach einem Ort an dem sowohl heteros als auch meine schwulen Besties reindürfen hätten, stieß Mirco (zu ihm werden ich später noch mehr schreiben) auf ein Pornokino, das wohl zwei verschiedene Kinoräume, aber auch gemeinsame Räume haben würde (theoretisch). Wir wollten uns das mal von außen ansehen, ob sich alle Beteiligten das vorstellen können. Vor Allem ob da auch irgendwelche Menschen U50 reingehen. Also fanden wir uns in einem der riesigen Einkaufszentren wieder, das seine besten Zeiten lange durch hat. Das Kellergeschoss in dem die einschlägigen Clubs und Orte sein sollen, war eine Mischung aus Lost Place und in den 90ern hängen geblieben. Nur noch wenige Clubs waren in Betrieb. Wir standen vor dem Kino, das bereits Mittags öffnet und es gingen nur wenige Männer, alle relativ alt, hinein. Nichts attraktives. Vor Allem für die Besties völlig unrelevant, die ja nur ihre App aufklappen müssen und sich Herrscharen an Waschbrettbäuchigen, gut bestückten Männern aussuchen könnten.

Die Besties wollten also verständlicherweise keine 15 Euro investieren um den weirden Ort kennen zu lernen. So trennten sich an diesem Abend unsere Wege. Die Jungs gingen zurück in die Gay-Party-Zone, wir heteros wollten mal unsere Clublandschaft testen. So standen Mirco und ich nochmal vor dem Eingang zum Pornokino und überlegten, ob wir das wirklich machen wollten. Das war weniger der sexuelle Reiz, als einfach die Neugierde auf den Ort. Ein bißchen wie sexuelle Geisterbahn. Er war im Vergleich zu mir noch nie in einem gewesen. Ich hatte ja schon das ein oder andere gesehen. Für die 15 Euro würde man auch einen Drink bekommen, also zwei Drinks, weil ja für jeden einen. Der finanzielle Verlust würde sich also in sehr überschaubarem Rahmen halten. Mehr als dass wir nach fünf Minuten wieder gehen, kann nicht passieren. Wir beschlossen also reinzugehen. Im Keller des Einkaufszentrums. Bunte Neonröhren und Fake-Palmen standen vor dem Eingang. Wir gingen hinein, wurden vom Mann hinter der Kasse unter einer roten Absperrkordel hindurch gelassen. Er war offensichtlich der Besitzer, ein Engländer zumindest ließ das sein Dialekt vermuten und die Tatsache, dass er uns auf Englisch nicht Spanisch angesprochen hatte.

Mirco zahlte, wir bekamen ein graues Handtuch ausgehändigt und wurden gefragt, was wir trinken wollten. Wir nahmen beide jeweils ein Bier. Und bekamen die Dosen hingestellt. Neben der kleinen Empfangstheke stand ein hoher Tisch mit vier Barhockern, da hin setzten wir uns erstmal mit unserem Bier und ließen alles auf uns wirken. Der Raum war nicht besonders groß. Neben unserem Tisch mit den Barhockern hing noch eine sehr 90er Jahre Style Vitrine mit Dingen, die man kaufen konnte. Irgendwelche schrägen Outfits, Gleitgels, Vibratoren und so einiges mehr. Aber auch eher nicht das allerneuste Zeug. Hinter meinem Rücken waren zwei Eingänge mit einem Vorhang davor. Mirco hatte beim Reinkommen in den rechten Raum geguckt, das war der kleine Kinosaal mit dem Gay-Porno. Ich warf einen Blick in den anderen Raum, der ein wenig größer war, mit einer großen Leinwand vorne und rechts und links Sitzbänken zum Film schauen. Ich denke es waren so 15 Sitzplätze. Dort lief ein Hetero-Porno. Es waren vielleicht 10 Männer im Kino. Ich denke keiner unter 50. Als Motto für den Abend war eigentlich Unterwäsche ausgegeben. Mirco und ich beschlossen das aber einfach mal zu ignorieren, weil wir wenig Lust hatten dort in Unterwäsche rumzurennen. Beim Rest des Publikums war das gemischt. Der erste Mann, der aus dem Gaybereich kam und auf die Toilette neben uns ging hatte einen String an, der weniger nicht hätte sein können. Aber alle anderen trugen weitestgehend normale Straßenklamotten.

Wir nuckelten eine Weile an unserem Bier und sahen und alles an. In meiner Blickrichtung an der Wand hingen zwei Bildschirme. Auf denen waren nochmal in klein die beiden Pornos aus den Kinos zu sehen. In dem Kino in dem ich sonst so manchmal bin, da laufen dann meist hochwertig produzierte Filme, was Sinn macht, wenn sie auf der großen Leinwand gezeigt werden. Das traf für den Gay-Content auch halbwegs zu. Aber der Hetero-Porno auf den ich da so starrte, der war wirklich schlecht. Die Kamera war auf den falschen Punkt scharfgestellt, man sah eigentlich nicht die relevanten Sachen, die Darsteller rutschten manchmal halb aus dem Bild. Man fragte sich, was zum Henker ist das für ein Film. Das ist ja das Youpornzeug besser.

Dann nach dem halben Bier fassten wir uns ein Herz und gingen in das Hetero-Kino hinein. Es waren sechs Männer im Raum. Die saßen alle auf jeweils einer Bank. Auf der linken Seite war die hinterste Bank frei. Wir setzten uns hin. Vorne war ein Getränkehalter, wo wir unsere Bierdosen abstellen konnten. Daneben hing eine große Papierrolle und drunter Stand ein Mülleimer. Aber es ja auch ein Pornokino. Wenn man da nicht aufs Wichsen eingestellt wäre, dann wäre ja auch was falsch. Da wir ganz hinten saßen, nahmen uns die Männer erst gar nicht wahr. Allerdings konnten wir es uns nicht verkneifen, das was wir auf der Leinwand sahen auch zu kommentieren. Ich rechnete damit, dass die anderen Männer relativ schnell genervt sein würden von uns. Nach ein paar Minuten Film gucken war ich durchaus angeturnt von der Gesamtsituation. Ich sagte Mirco, dass er ruhig meine Brüste auspacken und verwöhnen dürfe. So hatten ich und die anderen Männer was davon. Einer hatte sich in den Bereich hinter unserer Sitzbank platziert. Die Männer fingen an uns zuzusehen und drehten sich vom Film weg. Alle waren sehr zurückhaltend. Keiner versuchte mitzumachen.

Für mehr als ein wenig Fummeln fühlte es sich aber in der Location auch gar nicht an. Nach einer Weile packte ich dann meine Brüste wieder ein. In der Zwischenzeit hatten wir bemerkt wie ein Mann neben der Leinwand noch durch ein Tür ging. Meine Neugierde war geweckt, ich wollte wissen, was sich in diesem Raum versteckt. Ganz kurz hatte ich Bedenken, dass uns dann das halbe Kino hinterherdackeln würde. Aber dem war nicht so. Wir gingen in den Raum. Es war total dunkel mit Schwarzlicht. In der Mitte des Raums war eine Holzwand mit zwei Gloryholes. Man konnte auf beiden Seiten an der Wand vorbeigehen, es war also kein abgeschlossener Bereich auf der anderen Seite. Schräg. Mirco merkte, dass über all an der Wand gut sichtbar durch das Schwarzlicht Spermaspuren waren. Also quasi überall rund herum an den Außenwänden. Nicht an der Gloryholewand selbst. Da sah es okay aus. Trotzdem sehr gruselig. Also besser nichts anfassen

Dann war unser Intermezzo im etwas abgeranzten Pornokino auch schon wieder vorbei. Schön war, dass die Herren alle so zurückhaltend gewesen sind und mit respektvollem Abstand einfach zugesehen hatten.

Da der Abend noch jung war, überlegten wir, was wir sonst noch anstellen konnten. Mirco kannte von früher noch zwei drei Kontaktbars, wo Menschen sich kennenlernen konnten, aber es wohl auch ein Separee für das eine oder andere mehr gab. So hatte er es in Erinnerung. Also suchten wir nach der ersten Bar. Vorbei an all den wirklich schrägen Läden mit den Alleinunterhaltern und dem in die Jahre gekommenen Publikum. In dieser Ecke der Insel gab es gefühlt nur Touris, die schon seit Jahrzehnten ihre Zeit hier verbringen und nie was anderes sehen wollen. Am besten sollte alles so bleiben, wie es auch schon vor 30 Jahren war. Lange wird es gefühlt nicht mehr dauern, bis ihnen die verblieben Gäste dann auch noch wegsterben.

Nach ein wenig Suchen im Einkaufszentrum fanden wir die erste Kontaktbar. Mirco wusste schon, dass sich der Besitzer geändert hatte. Er war gespannt, wie das neue Konzept der Bar war. Für mich sah es nach einer ganz normalen kleinen Bar mit roten Ledersitzmöbeln aus. Wir suchten uns einen Platz und bestellten uns Drinks. Es war nicht tote Hose, aber auch nicht besonders viel los. Ich war, wie ich schon erwartet hatte die jüngste Frau in der Bar. Mirco erzählte mir, dass sie den Laden umgebaut haben und die Separees, die es früher gegeben hatte, nun fehlten. Also kein Ort mehr um zu „spielen“. Nach einem Blick in die Rirarammel-App vorher war mir eigentlich schon klar gewesen, dass die meisten anderen die aktuell auf der Insel waren, eher deutlich jenseits der 50 waren. Ich kann mit dem Brathähnchen-FKK-Typ-Mensch, dessen Hauptbeschäftigung im Urlaub darin besteht sich in der Sonne braten zu lassen, einfach nicht besonders viel anfangen. Da sind die Gesprächsthemen und Interessen zumeist so unterschiedlich gelagert, dass das einfach nirgends hinführt.

Mirco sah das ähnlich, so dass wir nach dem ersten Drink weiterzogen. Auf dem Weg dorthin hielten wir Händchen. Mirco ist zwar vergeben, lebt aber in einer Beziehung, in der sich beide Freiräume lassen. So war er auch allein in den Urlaub gefahren. Ich bin gar nicht oft der Händchenhalte-Typ, aber es fühlte sich schön an mit ihm. So nach „in diesem Urlaub gehören wir zusammen“.

Zweite Kontaktbar: Dieses Mal deutlich voller. Überwiegend Pärchen. Auch hier war ich die deutlich jüngste Frau und Mirco gehörte trotz Anfang 50 zu den jüngsten Männern in der Bar. Die meisten Menschen waren so, wie man sie in so einer klassischen Dokumentation über Swinger wohl sehen würde. Machen sonst FKK. Treten als Pärchen auf, suchen Anschluss an ein anderes Paar im selben Alter oder wollen einfach nur frivol ausgehen. Hat alles seine Berechtigung und ich will das gar nicht abwerten. Für mich sind das so ein wenig die klassischen, spießigen Swinger. In der Bar waren wohl überwiegend Stammgäste, denn die meisten wurden mit einem Kuss vom Betreiber-Ehepaar begrüßt. Bei Bussi-Bussi bin ich ja auch immer schon raus. Die Betreiberin war eine Frau um die 60 in einem roten Kleid mit Spaghetti-Trägern, großen Brüsten und natürlich ohne BH drunter. Der Betreiber-Mann packte anderen Frauen zum Abschied erst mal ganz frech an die Möpse. Die hat das nicht gestört von dem her schon okay, aber für mich zeichnet das halt immer schon so ein Bild, was so für ein Grundton in einem Laden herrscht. Für viele dort sicher ein gern gewählter Ort, an dem sie eine gute Zeit haben, für uns war es nicht stimmig. Da ticken wir beiden einfach anders. Jetzt bin ich auch eher pragmatisch als eine Stilikone, aber manches ist mir im Umgang halt dann auch einen Tick zu flach.

Nach dem wir nun glücklos im dritten Laden saßen, überlegten wir uns, wie unser Abend nun weitergehen sollte. Wir checkten in der Rirarammelseiten-App noch was in den gelisteten Swingerclubs an diesem Abend an Partys stattfinden sollte. In beiden Clubs, die wir in Erwägung zogen, war das Motto FKK-Party. Das liegt mir einfach nicht. Ganz nackt ist nicht meine Baustelle. Also beschlossen wir, dass wir zu Mirco in den Bungalow gehen und einfach nur Spaß zu zweit haben wollen.

Mirco zu treffen war ein Glücksfall für uns beide. Mirco folgt meinem Blog hier schon eine Weile und kennt mein Profil auf der Rirarammelseite. Wir hatten aber noch nie Kontakt gehabt. Über die Seite schrieb er mich dann auch an, nachdem ich dort erwähnt habe, dass ich eine Woche auf der Insel Urlaub machen würde. Er war zufällig die exakt selbe Woche dorthin geflogen, von einem anderen Ort aus, aber selbe Reisewoche. Ich fragte ihn, ob wir uns nicht spontan zum Essen treffen wollten, ich und die Jungs waren gerade in der Stadt unterwegs und er stimmte zu. Er entschuldigte sich schon vorher, dass er nicht mehr zum Duschen kommen würde, weil zu spontan. Da trafen wir uns im wuseligen Yumbo-Center, wo auch in der Woche vor der Pride Week soweit das Auge reicht nur mutmaßlich schwule Männer unterwegs waren. Zu viert gingen wir in eine gute Tapas Bar. Die Jungs und ich nahmen wie immer kein Blatt vor den Mund und die Männer drumherum waren schnell in fuckable und nicht fuckable abgecheckt, wir waren uns einig, dass wir den Kellner gern „verräumt“ hätten, was ein Hottie. Mirco glaube ich mochte diese Offenheit. Bei einem ersten Date mit Menschen an einem Tisch zu sitzen, wo es augenscheinlich nicht wirklich Tabuthemen gibt. Vielleicht auch ein wenig Einblick zu bekommen, wie schwule Männer so ticken. Ich glaube er mochte uns exakt in dieser Konstellation. Wir sind nette, interessierte, umgängliche Menschen, da kann man sich einfach mit jedem von uns über was unterhalten. Was für ihn aber auch galt. Er war ein ganz normaler Typ Mann, Anfang 50, ITler, dunkle Haare, leichter Bauchansatz, leichte Anzeichen des ersten Haarverlusts, Cargohose und Poloshirt an. Ich mochte die Lachfalten um seine Augen gleich sehr. Als Typ fällt er einem nicht sofort ins Auge, aber ich mag das. Sympathischer Mann.

Es hat sich einfach gefügt. Wir kamen gut miteinander klar. Wir gingen am ersten Abend auseinander und es war klar, dass wir uns wiedersehen würden. Für den Abend waren wir nämlich schon mit den anderen Jungs, die meine Besties noch kannten, verabredet um einen draufzumachen in den Gaylocations. Zu dem Rest dieses Abends komme ich dann aber in einem weiteren Eintrag.

Am nächsten Tag relativ spät, nachdem der Abend in den Gaylocations doch länger ging und ich ein bißchen brauchte, bis ich in die Puschen kam, traf ich mich mit Mirco am FKK-Strand. Er hatte mich in seine Muschel eingeladen. Was ein unschlagbares Argument für mich war, weil ich Schneewittchen sonst in der Sonne einfach eingangen wäre. FKK ist nicht so meines, aber ich war dann einfach nackt unter meinem dünnen Strandtuch. Mirco war ganz nackt. Um uns herum ebenfalls lauter nackte Menschen. Die Jungs hatten sich in den Gay-FKK-Bereich verzogen, der 200 Meter weiter war. Wir unterhielten uns, ich fühlte mich wohl mit ihm. Es gibt so Menschen mit denen fühlt sich alles leicht und einfach an. Wir grabbelten ein wenig aneinander rum, Berührungen am Arm und Rücken, lachten, sahen uns Menschen an. Ich brauchte noch am Rücken eincremen. Nach einer Weile knutschten wir auch ein wenig. So stelle ich mir einen perfekten Urlaubsflirt vor. Wir waren beide angeturnt. Wir doch in der Öffentlichkeit, wenn auch ein wenig geschützt in der halboffenen Strandmuschel. Mirco fing an meine Brüste zu liebkosten, saugte genüsslichst an meinen Nipplen. Es erregte ihn sichtbar. Auch mich machte das sehr an. Uns gegenüber lag ein dunkelhäutiger Mann mit einem großen Schwanz, der uns zu sah und auch an sicher herumspielte.

Ich dachte kurz drüber nach, wie weit ich in der Öffentlichkeit gehen würde. Er vermutlich auch. Ich kannte ja die Geschichten und die Pornos über Sex in Dünen, aber ich hatte mir am ersten Tag fast die Füße verbrannt, als wir dort durchgelaufen sind und es war furchtbar anstrengend gewesen in der prallen Sonne zu laufen, weswegen ich den Gedanken, dass wir uns ja ein Plätzchen dort zum Vögeln suchen könnten wieder verwarf. Der Gedanke machte mich allerdings schon heiß. Doch nur ein wenig später standen dann auch schon die Jungs wieder vor mir, die genug hatten vom Strand so dass wir Mirco zurückließen und in den Bungalow gingen. Wir wollten vor dem Abend noch ein wenig relaxen. Später am Abend trafen wir dann wieder auf Mirco und dann sind wir am Anfang dieses Blogeintrags, weil wir dann das Pornokino auscheckten.

Fehlt noch das Ende des Abends: Mirco hatte zufälligerweise seine Unterkunft nur 400 Meter von unserer entfernt. So cool einfach. Nach einem schon angegeilten Nachmittag am Strand und dann halb angegeilten Abend in den Locations gingen wir zum ihm und wir brauchten nicht viel Anlauf. Endlich in Ruhe Knutschen, Fummeln und Streicheln. Da hatte ich mich sehr darauf gefreut. Er saugte so gekonnt an meinen Nippeln, dass ich davon schon ultra geil wurde. Bevor er zwischen meine Schenkel abtauchte um mich zu lecken, sagte er noch: „Das hatte ich schon seit dem Nachmittag am Strand machen wollen, deine geile Muschi zu lecken“ Rrrr. Das kickte mich dann gleich nochmal. Am Ende kam er beim Blowjob und ich beim Fingern mit Nachhelfen. Mein Heimweg wäre nicht lange gewesen, aber ich fühlte mich wohl beim ihm, so dass ich über Nacht blieb. Auch wenn ich keine Zahnbürste mit hatte. Er hatte noch eine freie Betthälfte in seinem Doppelbett. Ich kuschelte mich an ihn hin zum Einschlafen. Wir haben beide richtig gut geschlafen (besser als auf meiner Couchlocation im Bungalow). Bevor ich zum Frühstücken heimging, legte ich noch einen Morgen-Blowjob nach. Ich finde er hätte es auch schlechter treffen können, als mit mir 😊

Zwischen Traum und Realität – mal wieder im Club – Part 2

Nach dem Einstand beschloss ich mein eigentlich es Cluboutfit anzuziehen. Das hatte den Vorteil, dass man es easy über die Brüste nach unten ziehen konnte. Damit konnte ich es anbehalten, die Männer aber alle spaßigen Stellen erreichen. Win-Win-Situation quasi. Wir wanderten wieder durch die Zimmer, blieben mal hier mal da stehen. Eine ältere Frau vergnügte sich mit drei Männern. Ein junges sexy Pärchen stand in einer Ecke und war nur mit sich beschäftigt. Die beiden waren aber wirklich erregend anzusehen. Weil es knisterte, weil ihre Lust sich echt anfühlte.

Irgendwann fragte ich meinen Begleiter, ob er Lust hatte, dass wir in die einsehbare Höhle gehen. Also Handtücher ausgebreitet und rein ins Vergnügen. Nun beschäftigten wir uns auch erst mal miteinander. Knutschen, fummlen, streicheln, blasen. Aus den Augenwinkeln konnte ich sehen, dass uns ein paar Männer dabei zusahen. Meine Gelegenheit die MMF-Fantasie in die Tat umzusetzen. Also bat ich einen Mann hinzu. Ich hoffte, dass es meinen Begleiter nicht stören würde. So wirklich abgesprochen hatten wir das nicht. Ich ließ mich von meinem Begleiter doggy ficken, während ich den Unbekannten blies. Allerdings stelle ich fest, dass das in Pornos besser aussieht, als es in echt ist, zumindest wenn man den Anspruch hat gut zu blasen. Aber man kann nicht technisch gut blasen, wenn derjenige der einen von hinten fickt den Rhythmus vorgibt. Dann bleibt nur übrig, den Mund offen zu halten und sich dem Rhythmus zu ergeben. Aber wenn man den Anspruch gut zu blasen beiseite räumt, dann kickt es mich doch. Ich mag es einfach mit mehr als einem Mann, wenn ich im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehe. Manchmal brauche ich das einfach.

Als der erste Mann der beteiligt war gekommen ist und ging, bat ich ein wenig später einen anderen hinzu, der mir sympathisch war. Dann blies ich meinen Begleiter mal ordentlich fertig und ließ mich vom zweiten Mann streicheln und befummeln. Ich bin mittlerweile viel kommunikativer geworden in solchen Situationen. Allerdings bin ich mir gar nicht sicher, dass alle Männer damit umgehen können. Ich mag es aber, wenn man zwischendurch zusammen lachen kann. Manchmal können die Jungs auch nicht so wie sie wollen und bleiben nicht steif und ich versuche herauszufinden, woran es liegt, was ihnen Stress im Kopf macht. Ich frage dann auch schon mal: „Ist alles in Ordnung bei dir, geh es dir gut?“ Ich glaube meine zunehmende Erfahrung lässt mich das mittlerweile anders machen. Früher habe ich mich bei Clubbesuchen quasi immer hinter den Männern versteckt und nun entscheide ich selbst und manage so eine Situation auch mal.

Als alle Beteiligten dann irgendwann durch waren gingen mein Begleiter und ich an die Bar auf einen Drink. Er tanzte ein wenig, ich sah mir Menschen an. lch finde das einfach so superspannend. Wir unterhielten uns mit einem Paar, bei dem sie ein unglaublich krass geschnürtes Korsett trug. Sie hatte mir ihren Mann immer ausgeliehen, weil er es als einziger schaffte mein hinteres Strapsband wieder einzuhängen. Das mit dem Korsett war deren Fetisch. Die wollten im Club gar nichts anderes, als dass sie ihr wirklich beeindruckend aussehendes Kleidungsstück ausführen konnte. Kein Sex, nur Sehen und Gesehen werden und ein wenig tanzen. Aber auch okay.

Meinem Begleiter war nicht entgangen, dass ich noch nicht gekommen war. Das wollte er noch ändern. Deswegen gingen wir, als es schon ein wenig später war, wieder in die Höhle, dieses mal aber auf eine zweite Etage der selben Spielwiese bei der wir zu Beginn des Abends waren. Diese lag nur schwerer erreichbar im Inneren, so dass wir nicht so einfach gestört werden würden. Ich war mir ja nicht sicher, dass ich meinen Kopf so ausbekommen würde, dass das klappt. Aber er sagte, dass er einfach gern leckt. Also legte ich mich auf den Rücken und versuchte an nicht allzuviel zu denken. Was gar nicht so einfach war, wenn immer mal wieder jemand durch die kleinen Öffnungen reinschaute. Aber nachdem er wirklich Ausdauer an den Tag legte und auch wusste was er tat, merkte ich, wie ich mich mehr und mehr darauf einlassen konnte und meine Erregung anstieg. Nach einer gefühlten Ewigkeit (und ich bewunderte ihn wirklich sehr für sein Durchhaltevermögen) spürte ich die ersten leichten Wellen kommen. Ich kam, nicht sehr intensiv aber gekommen. Mein Begleiter ließ aber nicht locker, er ging gleich zu Runde zwei über. Das war genau das richtige. Nach so einem Halborgasmus machte er einfach weiter. Und dann kam ich richtig heftig. Rrrr. Männer, die gerne lecken und wissen was sie tun sind Gold wert.

Es war also ein gelungener Abend mal wieder in einem Club. Wir werden uns sicher irgendwann nochmal verabreden, wenn wir beide Lust haben auf einen Abend im Club.

In den Urlaub zu dritt…

Meine Besties haben geheiratet. Nicht sehr überraschend – die beiden sind seit 10 Jahren ein Paar. Am Ende ohne den jahrelang erwarteten pompösen Heiratsantrag, ganz pragmatisch während der Corona-Zeit in kleinem Rahmen. Und irgendwie war das doch stimmig. Die große Party wird nachgeholt. Jetzt sitzen wir im Flugzeug auf dem Weg in den Urlaub. Es ist der erste Urlaub nach der Hochzeit. Man könnte es als Hochzeitsreise bezeichnen. Nur dass ich auch dabei bin und wir zu dritt ein Zimmer haben werden. Allein reisend hätte ich einfach das doppelte zahlen müssen, so haben die beiden ganz pragmatisch beschlossen, dass wir ein Dreierzimmer nehmen.

Neben der Tatsache, dass wir in die Sonne fliegen freue ich mich auch darauf, dass kurz vor der Winter-Pride-Week ist, also wirklich viele schwule Männer dort sein werden und die Besties mich mit auf ihre Piste nehmen werden. Einfach weil ich es super spannend finde in andere Szenen als meine eigene einzutauchen. Zu verstehen, wie man dort tickt, was dort passiert. Der feste Vorsatz ist also, dass sie mich mal zum Aufreißen mitnehmen. Und es ist auch völlig okay für mich, dass mich unter Unmengen an Männer keiner auch nur mit dem Arsch anschauen wird. Schön wäre es, wenn es nen hotten Bi-Mann geben würde, aber muss auch nicht. Es ist auch voll okay, wenn die Männer mal nur ihr Ding haben.

Meine Besties sind ein spannendes Pärchen. Für mich haben sie die tragfähigste Beziehungsgrundlage aller Paare, die ich kenne. Mit einer unglaublichen Offenheit den jeweils anderen mit all seinen Facetten zu akzeptieren. Mir würde nichts einfallen, über was die beiden nicht sprechen können. Im Bereich Sex ist es bei den beiden so, dass Bestie1 – ich nenne ich hier im Blog mal Qutie (wie Cutie) – unglaublich viel Sex braucht und wild aufreißen geht, sich auch in den unterschiedlichsten Spielarten ausprobiert. Also noch mehr als ich. Wenn wir Sonntag Abends üblicherweise sehen, dann frage ich immer erst mal viel er vergangene Woche gevögelt hat. Was wunderbare Gespräche ergibt.

Bestie2 (steht im übrigen nicht für Bestie als deutsches Wort, sondern im Sinne von bestfriend, sprich Bestii) ist eher ruhiger. So ganz ab und an zieht er auch mal los. Aber eher selten. Er will auch innerhalb der Beziehung eher selten Sex. Das ist ihm einfach nicht so wichtig. Bestie2 lässt Qutie aber laufen, ist da eigentlich nie eifersüchtig. Er ist sogar meist froh, wenn Qutie loszieht, zufrieden und ausgeglichen zurückkehrt. Dauerhaft untervögelt wäre er vermutlich etwas unleidig.

Das geht sogar soweit, dass ein Lover und guter Freund von Qutie dessen Trauzeuge war. Was lustig ist, wenn man bei seiner eigenen Hochzeit zwischen zwei Männern stehen kann, die man aktuell beide liebt und vögelt. Und für alle Beteiligten ist das völlig in Ordnung.

In dieser Konstellation sind wir also in den Urlaub geflogen. Wir haben zu Hause schon immer bedauert, dass es wenig bis gar keine Sex-Clubs bei uns gibt, wo beide Szenen sich rumtreiben gay und hetero. So dass wir dahingehend eigentlich nie zusammen losziehen können. Ich werde nun eine Woche weit in die schwule Welt eintauchen. Und wenn ich vom Schwuppen-Bomber (also einem Fluzeug, das die Besucher der Gay-Pride auf die Insel befördert) spreche, dann nie despektierlich, sondern weil sich das was die Jungs sagen auf mich überträgt. Ich lerne die Vorteile von Grindr kennen und wie Sexdating funktioniert, wenn es keine geschlechtsspezifischen Unterschiede zwischen den Beteiligten gibt. Das man vorsichtig sein muss, welche Farbe man als schwuler Mann anzieht, wenn man Abends mit Absichten auf die Piste geht. Welche Vorteile die Prep hat. Und sich immer die Frage stellt ob aktiv oder passiv. Welche Gruppierungen es in der schwulen Szene gibt. Dass Mann auch morgens um 6 Uhr ein Date für einen schnellen Fick klar machen kann. Welche angesagten Fetisch-Klamotten es gibt. Und wo man Cruisen geht. Es sind immer nur Einblicke, meine Eindrücke. But I love it. Ich werde berichten.

Zwischen Traum und Realität – mal wieder im Club – Part 1

In der Corona-Zeit habe ich sehr oft von einem MMF geträumt. Eigentlich war es immer der selbe Film im Kopfkino. Ein Mann nimmt mich doggy, während ich einen anderen blase…

Ich habe vor Kurzem sogar die wirklich wunderbaren Jungs angeschrieben, mit denen ich vor vier Jahren den Dreier hatte. Leider können oder wollen sie aktuell nicht – vermutlich aus Beziehungsgründen. Sehr schade. Den Wert dessen, was die beiden gut eingespielt da mit mir angestellt hatten, der erschloss sich mir in seiner Gesamtheit erst viel später. Gute eingespielte Männer, die sich im besten Fall auch noch mögen, für einen Dreier – unbezahlbar.

Die Swingerclubs haben ja seit Anfang Oktober wieder offen. Die ersten beiden Wochenenden war mir das, was ich da an Anmeldezahlen auf der Rirarammelseite für die einzelnen Veranstaltungen gesehen hatte viel zu krass. Ich war ja nicht einsam während Corona, aber größere Menschenmengen auf engem Raum, irgendwie geht das für mich noch nicht. Sollen die sich alle erstmal austoben, ich komme dann wenn sich der erste Clubrausch wieder gelegt hat.

Doch dann bekam ich doch Lust wieder loszuziehen. Mein Lieblingsclub hat überlebt und seine Pforten wieder geöffnet. Ich sah in der Anmeldeliste einen Mann, mit dem ich schon mal ein Date gehabt hatte. An den musste ich seit unserem Date manchmal denken. Er war etwas unglücklich mit seinem Kopf gegen mein Balkontüre gelaufen, was einen Fleck hinterlassen hatte. Dieser Fleck brachte mich aber immer wieder zum Schmunzeln so dass ich ihn einfach nicht weggewischt hatte. Still there. Und nachdem der Abend mit ihm auch sehr okay war fragte ich ihn einfach, ob er alleine oder in Begleitung an diesem Abend sein würde. Man zahlt genau das gleich, wenn man als Paar oder als Solomann kommt. Für ihn wäre es sicher ein Vorteil mit einer Frau dorthin zu gehen und nicht als Solomann losziehen zu müssen.

Er antwortete prompt, dass er sich freuen würde, wenn wir zusammen dorthin gehen. On top lud er mich vorher noch zum Essen ein und holte mich ab und fuhr mich wieder ein. Das war viel mehr als ich erwartet hatte. Aber ich freute mich auf das Essen mit ihm. Er war ein wirklich interessanter Gesprächspartner. Der Abend konnte also gar nicht schlecht werden.

Wir gingen Essen, dann bald Richtung Club. Ich hatte am Nachmittag richtig viel Zeit gehabt mich aufzubrezeln. Rasieren, Pediküre, Eincremen, Stylen… Beim Essen trug ich die Strapse schon unter meiner Jeans. So aufregend nach so langer Zeit mal wieder loszuziehen. Wir hatten vorher nicht über unsere Erwartungen gesprochen, aber das würde mit ihm schon klappen. Wir hatten uns Zeit gelassen mit dem Essen, so dass schon einiges los war, als wir am Club ankamen. Seine Adresse und den Klarnamen im Club hinterlassen fühlt sich irgendwie schräg an, ebenso die ganzen Menschen ohne Masken. Aber 3G wurde streng kontrolliert.

Ab in die Umkleide. Das erste Paar, das wir sahen, da hatte die Frau eher sexy Abendgardarobe an, als das was ich unter klassischem Cluboutfit kannte. Führte gleich mal zum Outfit umdisponieren meinerseits. Ich hatte mir neben meiner Lieblingsclub-Klamotte noch ein kleines Schwarzes mit Cut-Outs in den Rucksack geschmissen. Also erst mal noch ein wenig seriöser. Strapse drunter, Pumps an, ab in die Menge. Und das war wirklich ab in die Menge. Vor der Bar drängten sich die Menschen. Das mochte ich vor Corona schon nicht besonders gerne, noch weniger aktuell. Er ganz Gentleman übernahm das Drinks besorgen, so dass ich mich etwas abseits neben die Tanzfläche stellen konnte. Man sah den Menschen an, dass sie es genossen, einfach mal wieder unter Menschen zu sein, sich sexy zu kleiden und zu flirten.

Ja, ich genoss es sehr, dem bunten Treiben mit etwas Abstand zuzusehen. Zu beobachten und zu rätseln, ob die Paare, die gemeinsam da sind, auch im wahren Leben zusammen sind. Zu Rästeln nach was der einzelne wohl suchen mag hier im Club. Menschen in mehr oder weniger geschmackvollen sexy Outfits beim Tanzen, beim Bewegen, beim Genießen zu beobachten. Es machte mir gar nicht so viel aus, dass die Musik so nahe an der Bar fast zu laut war für eine gute Unterhaltung.

Damit ich hatte ich eigentlich schon mein Soll erfüllt für diesen Abend. Ich wusste sonst gar nicht so genau worauf ich Lust hatte. Nach einer Weile bevölkerten die ersten die diversen Matten, Höhlen oder Spielbereich. Meine Begleitung im Schlepptau zog ich durch die Zimmer um zu sehen, ob mich etwas kickt von dem was sich dort abspielt. Das ist erst mal völlig unabhänggig von wie alt die Beteiligten sind, oder wie sie aussehen. Mich fesselt immer, wenn ich das Gefühl habe, dass die Lust echt ist, wenn Frau wirklich Spaß haben und im besten Fall auch noch kommen und nicht nur Pornomäßig rumstöhnen. Zu Beginn sind immer viele Soloherren auf der Suche nach einer Gelegenheit.

Ich stand neben einer Spielhöhle/Wiese, die durch eine Wand mit großen Gucklöchern abgegrenzt war. Man konnte von drei Seiten reinschauen. Innen war es dunkel. Zwei Paare fingen an sich zu vergnügen. Ich ging auf die der Eingangstür abgewandten Seite, so dass nicht so viele Menschen an mir vorbei kamen. Mein Begleiter kam mir nach. Während ich zusah, spürte ich ihn an meinem Rücken. Ein weiterer Mann stand neben mir und sah auch zu. Keine Ahnung, ob die Herren mit Blicken mit einander kommuniziert hatten, aber sie fingen an mich zu streicheln, sanft zu berühren – jeder auf einer Seite. Ich genoss es. Es fühlte sich aufregend an. Sie ließen mich auch ihr harte Lust an meinem Hintern spüren.

Aber nach kurzer Zeit schaltet sich der pragmatische Teil meines Hirns ein sagte mir, dass es hier im Gang ja doof ist und darüber hinaus hatte ich jetzt auch das Kleid an, wo man nicht so leicht an die relevanten Sachen ran kommt. Im Nachhinein muss ich sehr über mich schmunzeln. Ich hätte das ja auch einfach mal das Problem der Herren sein lassen können. Die hätte sich sicher was überlegt, wie sie das llösen wollen. Um dem Problem zu entgehen wurde ich initiativ. Ich drehte mich ihnen zu und begann ihre Ständer zu erfühlen. Hart, was zu erwarten war. Der mir unbekannte Mann nahm es als Aufforderung sein gutes Stück aus seiner Hose zu befreien. War ja eh eng geworden. Dann tat ich was mir Spaß macht und blies ihm einen. Bis er kam und ich entschwand um mir das Sperma von den Händen zu waschen. Hinterher fiel mir auf, dass ich ihn am Schwanz wieder erkennen würde, aber nicht am Gesicht, da hatte ich gar nicht so bewusst hingeschaut. Aber muss man ja auch nicht. Das war nun zwar ein MMF gewesen, aber anders als in meinen Träumen.

Liebe, doch kein Beziehungsmodell das passt…

Es war leise hier auf dem Blog der Seitenspringerin: Leise, weil der Kollege und ich uns in einen weiteren Versuch eines Beziehungsmodells gestürzt hatten. Es entstand zu Beginn des zweiten Lockdows im Herbst. Wir konnten so die einsame Zeit gemeinsam verbringen. Uns im Sinne der Kontaktbeschränkung auf uns gegenseitig beschränken. Es fiel mir für ein halbes Jahr überhaupt nicht schwer. Es war perfekt. Nähe und Sex soviel oder sowenig wie es sich einfach für uns anfühlte.

Der Lockdown ging vorbei, aber unsere Zweisamkeit blieb erstmal. Bis wir vor dem selben Problem standen wie schon mal. Je mehr Lockerungen kamen, desto größer wurde mein Drang wieder losziehen zu wollen. Ich hoffte auch dieses Mal, dass er sich auf irgendein Modell jenseits von Monogamie einlassen würde. Er hoffte, dass ich vielleicht merken würde, dass er reicht, dass ich alles bekomme, was ich brauche.

Wir hatten uns darauf eingegroovt, dass wir uns immer Samstag auf Sonntag sehen – etwa 24 h lang. Mehr war ihm zu viel, mir passte das so auch ganz gut. Ich hoffte in diesem Modell, dass er mich unter der Woche „laufen“ lassen können würde. Aus meiner Sicht würde ich ihm damit weder Zeit noch Sex wegnehmen. Vermutlich würde es ihm oft noch nicht einmal bewusst werden, wenn ich einen Abend anderweitig verbracht hätte. Ich glaube aber, dass er in diesem Modell den Gedanken nicht abstreifen kann, dass er nicht genügt, sich mangelhaft vorkommen würde. Für ihn ist es einfach nichts.

Der Sex ist wunderbar mit ihm, er kann es mir unglaublich gut besorgen. Er begehrt mich so wie ich bin. Ich fühle mich geliebt. Dieser Moment, wenn ich bei ihm unter der Dusche stehe und er sich im Bad zu mir setzt, einfach um mich anzusehen. Und steif wird, weil er meinen Körper so sehr begehrt. Doch trotzdem bleibt der Drang in mir, dass ich fremde Haut spüren will, dass ich die zusätzliche Bestätigung brauche, den Flirt, das Unbekannte. Eine Weile geht es immer ohne, aber das bleibt nie so. Das war bisher immer so. Wenn ich das so schreibe fühlt es sich undankbar an, weil begehrt werden und Liebe nicht reichen. Aber ja, so ist es, weil es einen Teil von mir eben nicht akzeptiert.

Im Grunde haben wir nie zusammen gepasst: Er der genügsam auch zu Hause bleiben kann, ich die immer los will, immer was unternehmen muss. Er ordentlich, gut organisiert, ich chaotisch, manchmal wankelmütig. Ich bräuchte jemanden der mich mitzieht, er auch, aber ich ziehe zu viel. Aber wir haben uns einfach geliebt.

Jetzt haben wir wieder Funkstille. Die ist von ihm so gewählt und ich respektiere sie. Es wird auch beim dritten Mal nicht leichter, auch wenn ich kein Modell sehe in dem das mit uns dauerhaft funktionieren könnte.

Aber ist nicht das erste Mal, dass ich das schreibe, mal sehen, ob es das letzte Mal wird.

Aber ich sortiere mich wieder neu und werde berichten.

Lebenszeichen – after Covid

Ich hatte eine ganze Weile einfach keine Lust zu schreiben. Ich weiß eigentlich gar nicht warum. In gewisser Weise habe ich es genossen mich in dieser Lockdown-Phase in einen immer gleichbleibenden Lebensrhythmus einzuigeln. Unter der Woche nur Arbeiten – halb Homeoffice, halb Office, Ehrenamts-Telkos, Essen, Lesen, Bett, jetzt wieder Sport. Am Wochenende einen Tag Lover, einen Tag Familie und die Besties. Sieben Kontakte, seit Wochen aber dafür immer dieselben. Ich könnte das noch eine Weile so durchhalten. Aber ich bin zumindest vom Job privilegiert, da die Krise keinerlei Auswirkung für mich hat.

Mein letzter Beitrag ging über meine Streaming-Erlebnisse. Das habe ich so bis zum Jahreswechsel betrieben. Dann kam der Neujahrstag. Ich hatte den Jahreswechsel mit dem Besties-Pärchen und einer weiteren ganz engen Freundin verbracht. Wir waren in der Tat einer mehr als in Bayern erlaubt war. Ich hatte am Silvestertag leichten Schnupfen bekommen. War in den Tagen vorher zwei Mal Joggen gewesen. In normalen Jahren hätte ich das noch nicht mal wahrgenommen. So aber fragte ich meine Freunde, ob ich trotzdem kommen soll oder nicht. Sie bejahten, waren aber über meine minimal laufende Nase informiert. Als ich am Neujahrstag zurück nach Hause kam, ging ich duschen. Dann fiel mir auf, dass ich mein Duschgel nicht mehr roch. Verrückt, denn ich hatte es mir wegen des Blutorange-Minze-Geruchts gekauft… Ohoh.. Verdammt. Es roch einfach nach nichts. Nach dem Duschen ab in die Küche, an der Kaffee-Dose riechen. Nichts. Shit. Feiertag. Gleich den Termin im Schnelltest-Zentrum ausgemacht für den nächsten Tag. Freunde informiert, Lover informiert, Familie informiert – die hatte ich aber seit 5 Tagen nicht mehr gesehen.

Am nächsten Tag zum Schnelltest. Ich bin Ubahn gefahren, was ich sonst nie mache, aber der Testort lag Mitten in der Innenstadt. Nachdem alle anderen ihr Ergebnis aus der einen Tür bekamen und ich zur anderen gebeten wurde, war mir gleich klar, dass der Test positiv ausgefallen ist. Fuck. FUCK. Und dann muss man noch mit der Ubahn heimfahren. Zweit Tage später bestätigten mir dann zwei PCR-Tests dasselbe Ergebnis. Ich hatte also Corona. Und auch bis heute keine Ahnung, wer mich angesteckt haben könnte. Meine Freunde haben sich alle gleich in Quarantäne begeben. Meine Familie, obwohl sie nicht hätte müssen auch. Alle haben sich mehrmals getestet. Niemand hat es sonst bekommen. Immerhin.

32 Quadratmeter, 1-Zimmer, allein 10 Tage. Viele wunderbare Menschen die mich anriefen oder mir Essen brachten. Ein Arthouse-Channel Abo, Bücher und Internet brachten mich durch die Zeit. An sich ist Allein sein für mich nicht das Problem. Ich kann mich da schon beschäftigen. Aber die Sorgen und Ängste die immer mal wieder durchbrachen waren nicht so ohne. In der ersten Nacht nach dem Ergebnis hatte ich eine irrationale Angst davor einzuschlafen. Man könnte ja im Schlaf ersticken. Am Ende bin ich mutmaßlich mit einem 5-tägigen Geruchs- und Geschmacksverlust, ein klein wenig Halsschmerzen und minimal Schnupfen davon gekommen. Ich hätte statt Kaffee auch einfach heißes Wasser trinken können, es hätte keinen Unterschied gemacht. Aber ich hab trotzdem Kaffee gekocht.

Am 10. Tag durfte ich wieder raus. Ab Mitternacht. Was ich dann gleich genutzt hatte, um den auf dem Balkon gelagerten Müll rauszubringen. Mein Hausarzt hat mir geraten 6 Wochen keinen Sport zu machen. Jetzt habe ich langsam wieder angefangen zu joggen. Ich bin nun 2 Monate Post-Covid und merke soweit nichts. Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich mich weniger lang konzentrieren kann, als vorher. Aber keine Ahnung, ob ich mir das nur einbilde.

2021 und ich sind nach dem holprigen Start noch nicht so wirklich Freunde geworden. Kurz nach meiner Quarantäne ist eine meiner beiden Omas gestorben. Nicht an Corona. Aber auch ohne Abschied. Die Beerdigung im kleinen Rahmen war dafür schön, da nur Menschen da waren, die sich gewogen sind. Es war trotz der Umstände eigentlich die schönste Beerdigung auf der ich bisher war. Ich wurde dazu auserkoren, die Grabrede zu halten. Eine Herausforderung. Aber ich glaube es ist mir ganz gut gelungen. Und keine Rede bisher in meinem Leben, habe ich vorher so oft geübt wie diese.

Meine andere Oma ist gerade noch auf Reha, weil sie sich den Oberschenkelhals gebrochen hat. Heute ist ihr Sohn, mein Onkel gestorben. Ich war bisher in meinem Leben sehr wenig mit Tod konfrontiert, jetzt gehäuft. Wenn ich darin was positives sehen kann, dann dass es meine Freundschaften und die Familienbindungen enger macht. Der zweite Lockdown hat dafür gesorgt, dass ich jeden Sonntag bei meinen Eltern esse. Es ist ein schöner Brauch geworden. Danach zu den Besties zum Abendessen und Filme gucken

Es geht mir gut, nur Sex hatte einen eindeutig geringeren Stellenwert in meinem Leben als sonst. Der Kollege und ich sehen uns ein bis zwei Mal die Woche, wir geben uns Nähe und haben auch Sex. Wunderbar, dass sich das so gefügt hat, für den zweiten Lockdown.

Das war ein erstes Update. So ein bißchen was habe ich schon noch zu schreiben. Es fühlt sich an, als kehrt die Muße zurück.

Da kam ich mir ja fast schon übergriffig vor…

Es gibt Abende, da bleibt man allein mit dem Rest der Rotweinflasche zurück. Ein wenig ratlos. Auch ungefickt, aber ratlos überwiegt. Ich ergründe gerne Menschen, aber manche von ihnen wollen sich nicht ergründen lassen, haben gefühlt eine Burgmauer um sich aufgebaut.

Ich hab den Mann wieder getroffen, der mich bei meinem letzten Pornokinobesuch als die Bloggerin erkannt hatte. Der hatte mich neugierig gemacht, weil er so völlig untypisch reagiert hatte und auch sehr ungewöhnliche Gedanken formuliert hatte. Aber ich war damals schon nicht aus ihm schlau geworden, trotzdem hatte er meine Neugierde geweckt. Erstaunt war ich gewesen, dass er im Pornokino mein Angebot mich zu ficken ausgeschlagen hatte. Dabei erinnert er sich noch gut an meine verlockend gespreizten Beine mit freiem Blick auf meine Muschi, wie er mir später mal schrieb.

Nach dem Ende des Lockdowns hatte ich immer mal wieder Anläufe unternommen mich mit ihm auf ein Gespräch zu treffen. Er blockte ab. Ich wusste immer nicht so Recht, ob er keinen Bock auf mich oder keinen Bock Menschen als solches hatte.

Jetzt nach einem halben Jahr klappte es mit dem Date. Er hatte sehr überraschend gefragt, ob er mit einer Flasche Wein bei mir vorbeikommen dürfte. Ich war super neugierig darauf mich mit ihm zu unterhalten. Wobei ich sagen muss, dass ich mir schon schwer tat, in unserer Kommunikation immer zu erfassen, was er genau will.

Jedenfalls waren wir bei mir, er hatte Wein mitgebracht. Bevor wir uns auf die Lounge setzen, hatte er sich in meinem Zimmer umgesehen. Auf dem Fensterbrett lag mein Satisfyer zum laden. Darüber ergab es sich, dass ich ihm einfach mal meine ganze Spielzeugkiste zeigte. Packte alle Analplugs, meinen Dildo, meine diversen Vibratoren, Vibroeier, Liebeskugeln und was ich noch so alles habe aus. Er sah interessiert zu und fragte mich, ob ich die Dinge mit einem Kondom benutzen würde, was ich verneinte, weil ich sie ja nur mit mir benutze und hinterher desifiziere mit einem Toycleaner. Ich hatte mit dem Vorführen der Kiste gar nichts intendiert und er stieg aber auch gar nicht darauf ein. Ich glaube viele Männer hätten die Gelegenheit sofort genutzt zu fragen, ob sie irgend eines davon ausprobieren dürfen oder ich ihnen eines zeige. Das tat er keineswegs. Ich packte alles wieder brav in meine Kiste und schob sie in das Regal. Aus dem Mann werd ich vermutlich nie schlau werden.

Wir setzen uns auf meine Lounge. Aber schon dort hielt er den maximalen Abstand den man so haben kann. Durch Corona kann ich einfach nicht einschätzen, ob das gerade aktuell so ist, dass jemand da Wert drauf legt, was ich absolut respektiere, oder ob er einfach schüchtern ist, oder ob er einfach nur reden will, was es ja auch geben soll. Unser Gespräch war spannend und bereichernd, auch wenn er mich deutlich mehr reden ließ. Der Wein war gut, es war also kein verlorener Abend. Im Hinterkopf hatte ich aber schon noch, dass wir noch eine offene Rechnung aus dem Pornokino hatte, wo er in der Situation auf Sex verzichtet hatte. Ich hatte im Bad sogar noch sexy Klamotten hinterlegt, falls es sich danach angefühlt hätte. Aber er wollte sich ja schon partout nicht neben mich setzen. Irgendwann wechselten wir nach drinnen. Meine Sitzmöbel sind begrenzt, also blieb nur das Bett. Aber auch da blieb er weiter auf Abstand. Ich war schon ein wenig angeheitert, also auch echt rollig. Und werde dann so zutraulich. Ich hatte das Bedürfnis ihn anzufassen. Aber ich traute mich nicht so recht, weil ich nicht übergriffig sein wollte. Ich fragte ihn, ob ich es okay ist, wenn ich meine Hand auf seinen Oberschenkel lege. Es lies es zu. Aber alles an seiner Körpersprache signalisierte mir, dass das auch schon der maximale Körperkontakt war, den er zulassen wollte.

Je länger der Abend wurde, desto schwieriger fand ich es ihn nicht einfach zu knutschen. Aber mein Kopf sagte mir, dass das übergriffig wäre und man das auch als Frau einem Mann gegenüber nicht macht. Es ist echt ungewohnt, wenn man als willige Frau einen Mann zu Besuch hat, der da so gar nicht drauf anspringt. Engel und Teufel auf meiner Schulter hatten da eine sehr spannende Diskussion am Start. T: Verführ ihn, der will es doch. Er wäre ja schön blöd, wenn er sich diese Chance entgehen lässt. E: Nein, es fühlt sich nicht danach an. Er wollte sich nicht zu dir setzen und alle verbalen Versuche hat er ins Leere laufen lassen. Also akzeptiere einfach, dass er nicht will. T: Aber ich bin so geil. Kann er mich nicht einfach ficken. E: Er mag halt nicht, also Ruhe jetzt. Du bist anständig. Und wenn ihr Emanzen Gleichberechtigung wollt, dann sei jetzt mal ebenso wenig übergriffig, wie du es erwarten würdest. T: Aber ich hab doch so schöne Brüste… E: Ruhe jetzt.

Ich vermute, ab dem Moment, in dem unser Alkoholpegel ein wenig auseinander ging, weil er ja wieder heimfahren musste und es bei einem Glas Rotwein bewenden ließ, merkte er, dass er ich wohl ziemlich hibbelig wurde. Er entzog sich dem, in dem er sich anschickte nach Hause zu gehen. Auch wenn es für mich nicht der gewünschte Ausgang des Abends war, respektiere ich wenn es sich für jemanden nicht nach mehr anfühlt. Ich ließ ihn gehen, mit der Ernstgemeinten Einladung, dass er jederzeit wieder willkommen ist bei mir und meinem Balkon.

Natürlich ließ mich seine Ablehnung erstmal grübelnd zurück, zumal er sich einfach so gar nicht in die Karten schauen lässt, was er denkt und fühlt. Aber er schrieb mir am Tag danach nochmal eine Nachricht, dass es einfach für ihn der falsche Tag oder auch die falsche Zeit ist. Seine Nachricht endet mit den Worten „Die Toykiste fand ich spannend, auch wenn das eigentlich megaspannende das Nutzen der Spielsachen ist und nicht das Anschauen. Naja, dazu war ich der falsche Partner zur falschen Zeit, oder so.“

Ich werde nicht schlau aus ihm. Aber vielleicht ist das auch so gewollt von ihm. Wer weiß.

Zu viel Arbeit, zu wenig Sex

Bei mir fühlt es sich schon wieder an wie in der Lockdown-Situation im März. Was daran liegt, dass es bei mir in der Arbeit den nahezu identischen Engpass abzuarbeiten gilt, wie damals im Frühjahr. Ich stürze mich in die Arbeit, mache Überstunden, komme heim wenn es schon dunkel ist und mache nichts außer Essen, im Internet surfen, schlafen und wieder in die Arbeit hetzen. Meine Bandscheibe meldet sich wieder, weil ich mich viel zu wenig bewege und zu lange am Schreibtisch sitze. Es wird mir keiner Danken. Ich weiß das. Und doch will ich meinen Job ordentlich machen. Kurz sah es so aus, als würde sich die fleißige Bienchen-Nummer lohnen. Die Beförderung sah ich schon vor meinem Kopf baumeln.

Mir wurden neue Aufgaben übertragen, man stellte mir in Aussicht, dass ich die Umstrukturierung des Bereichs, der immer hakt leiten könnte, dass ich zwei Mitarbeiterinnen unterstellt bekomme. Das dachte ich jetzt mal für eine Woche. Aber sie werden nicht konkret, was das für mich nun heißt. Heute hat die Chefin mal kurz angedeutet, dass die Aufgaben ja zur Eingruppierung passen müssten und wir eh alle eher zu hoch eingruppiert sind. Und vermutlich scheuen sie auch, dass sie meine (dann neue) Stelle zumindest intern ausschreiben müssten… So euphorisch ich bis gestern noch war, so frustriert bin ich heute. Naja, mal sehen. Noch ist nichts durch. Und ich bin auch einfach sehr ungeduldig. Aber ich lasse mich auch nicht verheizen. Dann mach ich Dienst nach Vorschrift, wenn sie das so wollen.

Toll auch, dass mein Körper dieses Mal schon nach zwei Wochen beschlossen hat, dass ich wieder meine Tage bekommen muss. Irgendwie sind die Hormone immer noch ein wenig aus der Reihe. Deswegen keine Dates gerade. Fühlt sich wieder einsam an. Von den bekannten Männern will gerade keiner kuscheln. Es ist wie immer. Manchmal will keiner und dann kommen sie alle auf einmal. Also lasse ich mich jetzt nicht runterziehen.

Letzte Woche war der Jäger mal noch auf eine Nacht bei mir gewesen. Ich hatte vorgeschlafen, weil mir schon klar war, dass ich eher zu wenig Schlaf bekommen würde. Dieses Mal haben wir eine ähnliche Nacht/Abend verbracht wie beim letzten Mal. Er kam nach der Arbeit zu mir. Ficken, Pizza, Kuscheln, Schlafen, Ficken, Arbeiten. Morgens früh um kurz vor 6 ist er schon wieder aufgebrochen und ich habe mich nochmal schlafen gelegt. So die Kurzzusammenfassung. Die Leidenschaft ist noch da, die Gefühle sind kleiner geworden, auch weil er sie nicht erwidern kann. Aber das ist auch sehr okay. Wir haben guten Sex und eine gute Zeit miteinander. Dieses Mal völlig ohne Schmerzen. Was besser ist, weil ihn das mit mir gar nicht kicken kann, so wenig wie ich davon mag. Nähe tanken, reden, guten Sex haben. Alles fein. Dieses Mal ohne zu wissen, wann wir uns wiedersehen. Weil er viel unterwegs ist mit all seinen verrückten Ideen. Im Geiste rufe ich ihm zu: „Geh und mach auch den Rest der Welt glücklich mit all den coolen Aktionen die du ausheckst,Träume die du erfüllst“

Gut für die kommende Zeit ist, dass ich noch neues Spielzeug habe, das ich testen kann. Bin also bestens gerüstet. Hab auch noch mal tolle Reizwäsche gekauft. So gut war ich noch nie ausgestattet. Man muss ja vorbereitet sein, wenn es mit dem wilden Leben wieder losgeht.

Ich denk immer noch oft an den Kollegen. Vor Allem wenn ich viel allein zu Hause bin. Na klar, hab ich das erst mal mit Dates kompensiert. Aber so einfach geht das nicht weg. Ich versuche die Zeit zu wertschätzen die wir hatten, nicht so sehr zu bedauern, was wir nun nicht mehr haben.

Cook and Cock…

Ich muss erst mal schnell meine Überschrift feiern. Manchmal fällt mir den ganzen Eintrag über nichts passendes ein und manchmal steht die Überschrift als erstes da. So wie jetzt. Und ja, ich finde mich gerade sehr witzig 🙂

Der Mann über den ich jetzt schreibe, den habe ich schön öfter getroffen, aber nie über ihn geschrieben. Bei manchen weiß ich sofort, wie ich über sie schreibe. Bei ihm finde ich es superschwierig. Er ist irgendwie auch speziell, was ich spannend finde. Ich nenne ihn Mr. Ex-Bundeswehr. Hat nicht so die klassische Laufbahn hingelegt, Ausbildung, über die Bundeswehr – Auslandseinsätze, Studium nachgeholt, dann interessanter Job. Wir reden viel über politisches, weil sein Job auch politisch ist. Er ist sehr rational. Ich finde, dass er leicht autistische Züge hat, weil sich ihm zwischenmenschliche Gefühle/Emotionen nicht immer erschließen, aber er halt gelernt hat, wie er auf was reagieren muss. Dafür dass er erst knapp über 40 ist, hat er schon ziemlich graue Haare, womit ich ihn manchmal aufziehe. Und er kommt immer in seinem Business-Outifit zu mir. Das fühlt sich allerdings immer mehr nach er muss das tragen, als er will das tragen an.

Ich mag die Abende mit ihm. Seit ich umgezogen bin, kam noch die Komponente Essen dazu. Ich habe beim ersten Mal für ihn gekocht. Nicht sehr ausgefallen, eher pragmatisch. Aber die Aussicht von meinem Balkon kompensiert auch die Qualität des Essen. Die letzten beiden Male stand er in meiner Küche und hat mich bekocht. Was ich nahezu sensationell finde. Er kommt zu mir, mit einer Papier-Einkaufstüte auf dem Arm und hat alle Zutaten einkauft. Dann legt er sehr versiert in meiner Küche los. Beim ersten Mal gab es einen französischen Salat dazu Speck ummantelten Chicoree und Knoblauchbaguette. Beim zweiten Mal eine sehr leckere Gemüse-Pasta mit dem passenden Wein dazu. Beim zweiten Mal hat er mir als Einzugsgeschenk eine Pfanne mitgebracht, da er beim ersten Kochversuch an meiner Winzpfanne fast verzweifelt ist. Ich feier voll, dass ich dabei auch noch was lerne. Das ist eigentlich ein tolles Konzept, gut frisch gekocht zusammen Essen, gute Gespräche, Nähe und Sex.

Wir hatten noch nie Sex in der Variante, die auch Bill Clinton als solches bezeichnen würde. Was ungewöhnlich ist, wenn ich jemanden schon mehrfach getroffen habe. Aber das ist nicht weiter schlimm. Er hat mir Orgasmen geleckt, ich hab ihm welche geblasen. Manchmal liegen wir einfach nur da reden und kuscheln. Wir haben schon miteinander geduscht (oder er guckt mir beim Duschen zu), er hat mich massiert. Ich glaube wir gehen die Dinge einfach irgendwie langsamer an. Ich habe bei ihm nie das Gefühl, dass er etwas bestimmtes erwartet, wenn er bei mir ist. Was passiert und sich gut anfühlt, das passiert. Wenn wir nur reden und kuscheln ist das auch okay und er würde gefühlt nicht enttäuscht nach Hause gehen. Lange hat er sich gewünscht, dass ich ihm in sexy Sachen die Türe öffne. Aber das hatte sich nicht ergeben, weil ich vor unseren Dates meist abgehetzt aus der Arbeit gekommen bin. Und es fühlt sich bei mir immer nur danach an, wenn ich das von mir aus machen kann. Ich bin da komisch. Aber er nimmt mich ungeschminkt und zerzaust und gibt mir trotzdem das Gefühl megaattraktiv zu sein. Deswegen habe ich mich dann auch bei einem unserer letzten Treffen in Schale geworfen und das sexy Teilchen ausgepackt. Ist ein Geben und Nehmen. Ach es ist einfach entspannt mit ihm. Kann so bleiben. Nächstes Mal bin ich dann wieder mit kochen dran… Muss schon mal überlegen, was ich noch so vorzeigbar kann 🙂