Ein stummer Schrei nach Liebe

Ich habe Geburtstag diese Woche. Das schlägt mir ein wenig auf das Gemüt. Dann werde ich wieder ein Jahr älter und die biologische Uhr tickt noch ein wenig lauter. Die Menschen gucken noch ein wenig mitleidiger auf mich als Singlefrau. Jetzt aber immerhin mit Abschluss.

Zu Beginn der Woche habe ich Mr. Bondage wiedergesehen. Das Wiedersehen nach dem Wochenende mit der anderen Frau. Wir trafen uns in unserem Lieblingsrestaurant. Es war wirklich schön zwischen uns. Lustig, ein gutes Gesprächch, liebevoll, ein bisschen knisternd. Alles wunderbar. Bis wir in seine Wohnung kamen. Ich hatte die Nacht vorher relativ kurz geschlafen. Ich freute mich darauf mich einfach nur an ihn hinzukuscheln und einzuschlafen. So sah der Plan in meinem Kopf aus. Dann betraten wir die Wohnung. Und ich stellte fest, dass die beiden alles umgeräumt hatten an dem Wochenende, an dem sie da war. Das Bett stand nun in einem anderen Zimmer. Im Wohnzimmer war noch zu sehen, was die beiden offensichtlich gemacht hatten. Nicht das ich das nicht weiß. Aber dass er für sie alles extra hübsch gemacht hat – sogar Kerzen aufgestellt hat – das warf mich wirklich aus der Bahn.

Jetzt so mit zwei Tagen Abstand ärgere ich mich über mein Verhalten, aber ich war verletzt. Und da sprang der Trotz-Modus an. Ich schnappte mir meine Decke, ein paar Wolldecken und mein Kissen und zog mich beleidigt auf den Boden in dem Zimmer in dem voher das Bett gestanden hatte, zurück Ich war wild entschlossen dort zu schlafen. Es war auch aushaltbar bequem. Ich wollte allein sein, meine Gefühle sortieren, nachdenken. Ich hoffte sehr, dass er mich entweder dort schmollen lassen oder in den Arm nehmen würde.

Er entschied sich anders und wollte mich vor „einer Dummheit“ bewahren. (Das auf den Boden schlafen). Er bat mich erst noch ganz normal, mich in das richtige Bett zu legen. Er würde mich auch in Ruhe lassen. Ich wollte nicht. War zu sehr im Schmollmodus, heulte. Wollte in Ruhe gelassen werden. Ich lehnte ab. Sagte ihm, dass er mich in Ruhe lassen soll. Er ließ mich in Ruhe. Kurzzeitig. Dann kam er wieder und ich merkte, dass er sehr genervt war von meinem Verhalten. Er setzte den Befehlston auf und sagte, dass ich mit dem Schmarrn aufhören solle und nicht so trotzig da auf dem Boden liegen bleiben kann. Ich war sauer, nicht gewillt klein bei zu geben, verletzt. Irgendwie war das ja auch „unser Reich“. Zumindest in meinem Kopf. Realistisch gesehen irgendwie Quatsch. Es ist einfach seine Wohnung in der ich durchaus oft mit ihm übernachtet hatte.

Aber in einer Situation in der ich mir der Rolle in seinem Leben nicht bewusst bin, war zum einen das Umräumen irgendwie schmerzhaft. Zum anderen nochmal so plastisch vor Augen geführt zu bekommen, dass die beiden offensichtlich schön mit einander gespielt hatten, das war zu viel. Wir hatten einmal Sex dieses Jahr und haben einmal zusammen gefesselt. In zwei Monaten. Tragischerweise ist das alles an Sex, was ich bisher in diesem Jahr hatte. Das war nicht so intendiert und auch zum einen meiner Prüfung geschuldet, zum anderen, dass das ein oder andere Date aus den verschiedensten Gründen nicht zustande gekommen ist.

Ich entgegnete ihm trotzig, dass er mich ja einfach mal in den Arm nehmen hätte können. Er fühlte sich ungerecht von mir behandelt und ging. Als er ins Bad verschwunden war ging ich meine Optionen durch. Auf Teufel komm raus im Zimmer liegen bleiben: Das würde er nicht zulassen, als Monster-Ärger. Heimfahren: Das wäre meine Lieblingsoption gewesen, um mit mir wieder ins Reine zu kommen und das Ganze nochmal rational zu betrachten. Aber ich hatte beim Essen vorher zuviel getrunken um noch zu fahren, also keine Option. Mich ins Bett legen: Also klein beigeben. Auf Grund der Alternativen blieb mir eigentlich nichts anderes übrig. Also schnappte ich mir mein Bettzeug, plus meine Kopfhörer um meinen Ärger mit Musik zu ersticken und ging ins Bett. Wir sprachen kein Wort. Zum Reden war ich zu verärgert. Er ließ mich gewähren. Ich schlief schlecht, wachte viel auf. Der Gipfel war, dass ich morgens aufwachte und merkte, dass er es sich gerade selbst machte. Da fühlte ich mich noch unattraktiver und weniger begehrt, als vorher schon.

Am Morgen ging ich vor ihm ins Bad. Als er dann im Bad war verschwand ich ohne ein Wort zu sagen. Das alles zusammen war wohl ein stummer Schrei nach Liebe. Unbeantwortet.

Im Laufe des Tages war ich dann soweit ihm mich per WhatsApp zuerklären. Das ich verletzt war. Das unsere Beziehung asymetrisch ist, dass ich mich nicht begehrt fühle. Er bot mir ein Gespräch an. Er schlug vor, dass wir uns eventuell weniger sehen, aber uns dann die Zeit nehmen. Das Gespräch steht noch aus.

Mit ein wenig Abstand ärgere ich mich über mich selbst. Ich hasse es, wenn ich so ein Drama mache. Aber ich bin nicht perfekt. Ich fühle mich manchmal verletzt und komme dann schwer aus der Situation raus. Ich hätte mir sehr gewünscht, dass er mich einfach in den Arm nimmt. Aber ich verstehe, dass das für ihn auch nicht einfach war. Und er ist als grundsätzlicher Menschentyp so wie ich auch kein „In-den-Arm-Nehmer“. Auch wenn das zwischen uns sonst erstaunlicherweise  gut klappt. Mit zwei Tagen Abstand merke ich auch, dass der meiste Ärger schon wieder verraucht ist. Nichtsdestotrotz braucht es das Gespräch zwischen uns. Ein wenig Sicherheit, wo ich in seinem Leben stehe. Sonst passiert immer und immer wieder.

Feel like a Ehefrau

Okay der Titel ist zugegebenermaßen ein wenig provokant. (Und vermutlich werden die sexuell erfüllten Ehefrauen jetzt gleich auf mich einprügeln :-))
Aber es beschreibt meine aktuelle Lage ganz gut. Mr. Bondage hat mich gewifezoned (in Anlehnung an gefriendzoned). Das meint: Wir geben uns gegenseitig Liebe und Halt, aber er ist sexuell nicht mehr scharf auf mich.
Diesen Eintrag habe ich bewußt nicht in einem verzweifelten Moment geschrieben, in dem mich das völlig runterzieht, sondern in einem Moment, in dem ich ganz gut damit leben kann. Beide Gefühlslagen sind vorhanden, es überwiegt allerdings momemtan die Zufriedenheit.

Ja, ich lag schon völlig verheult neben ihm in seinem Hotelbett. An einem Abend, an dem mich mal wieder die Erkenntnis eingeholt hat, dass er sexuell nach etwas anderem sucht. In einer Phase in der er sich wild in andere Abenteuer/Dates gestürzt hat, weil er ein Getriebener ist, der Angst hat, dass ihm die Zeit seiner Potenz davon läuft und er den ultimativen Kick noch nicht gefunden hat. Dann sehe ich sein Beuteschema und rede mir ein, dass ich nicht hübsch oder schlank genug bin. Das ist hart, weil es mich zu dem so ziemlich einzigen Punkt in meinem momentanen Leben führt, mit dem ich nicht zufrieden bin. Ich habe die Fuck-10-Kummer-Kilo aus meiner vergangenen Beziehung noch nicht wieder abgenommen. Das beschäftigt mich an solchen Abenden in seinem Bett mal mehr, mal spielt es eine untergeordnete Rolle. Ich date vorwiegend Männer, denen das nicht so wichtig ist, ob es 10 Kilo mehr oder weniger sind. Es ist am Ende auch nicht das wichtigste. Aber für mich noch eine offene Baustelle, bei der ich einfach nicht im Reinen mit mir bin.

Ich muss schmunzeln, wenn ich an meinen Eintrag nach dem Streit wegen des Japan-Aufenthalts von Mr. Bondage denke. Ich wollte mich gefühlsmäßig zurückziehen…. Genau das Gegenteil ist passiert. Weniger Sex, mehr Gefühle. Das ist schräg. Aber ich fühle mich sehr angekommen, sehr wohl mit ihm. Vertrautheit, Nähe, Liebe, Lachen, Gespräche. Es ist eine intensive vertrauensvolle Beziehung entstanden. Ich fühle mich wie eine Art Unter-der-Woche-Partnerin. Das ist schön. Und es reicht mir momentan auch völlig aus. Natürlich ist da in mir manchmal die kleine Angst, dass diese Beziehung verhindern könnte, dass ich mich auf einen anderen Mann einlasse, für den ich die Hauptpartnerin sein könnte. Dass es einen potentiellen Partner abschreckt, weil er merkt, dass ich da gefühlsmäßig so weit drin stecke. Aber es geht mir mit Ausnahme der wenigen (vermutlich auch zyklusgesteuerten Momente) gut damit.

Ich bin zugegebenermaßen langsam ein wenig untervögelt, weil ich es in letzter Zeit oft vorgezogen habe, Kuschelabende mit Mr. Bondage zu verbringen, statt mich mit Männern zum Sex zu treffen. Mal ist das Verlangen nach Nähe größer und in anderen Phasen brauche ich mehr Sex.

Urlaub noch zu retten?

Endlich stand er vor der Tür, der langersehnte Urlaub mit Mr. Bondage. 9 Tage nur er und ich. Diese Aussicht erschien mir so wundervoll. Die letzte Zeit war geprägt davon, dass wir uns nur Abends nach jeweils langen Tagen sahen. Er hatte viel gearbeitet, ich hatte die Last des Pendelns getragen. Wir waren meist nur noch etwas Essen gegangen, haben manchmal noch zusammen geduscht, ein wenig gekuschelt und dann geschlafen. Sex war wenig geworden. Aber mit der Aussicht auf den gemeinsamen Urlaub konnte ich das aushalten. Wir waren vor einer Weile mal für eine Nacht zusammen an den Gardasee gefahren. Das war ein wundervoller unbeschwerter leidenschaftlicher Urlaub gewesen. Viel Sex, gemeinsames Spazieren, eine gute Zeit. Mir war vor unserem Urlaub klar, dass er nie wieder Zeit haben würde neun Tage mit mir zu verbringen.  Neun Tage Urlaub, freie Zeit. Deswegen war es also was ganz besonderes.

Mit Ausblick auf die lange gemeinsame Zeit war aushaltbar, dass ich das Gefühl hatte, dass die anderen Frauen „Quality time“ bekamen und ich nicht. Für seine andere Sub muss er sich immer ein komplettes Wochenende Zeit nehmen, da die beiden so weit auseinander wohnen. Das hatte er für mich schon lange nicht mehr getan. An schlechten Tagen fühlt es sich an wie die „Nebenbei-Frau“ sein. Die so selbstverständlich da ist, dass es einfach nichts besonderes mehr ist. An guten Tagen wie eine besondere Beziehung unter seinen Beziehung, da wir am meisten Zeit miteinander verbrachten.

Er hat durch seinen Arbeitgeberwechsel ein paar Wochen frei. Bei der Planung dieser freien Zeit kann er nicht aus seiner Haut und versucht die Tage bis zur letzten Minute auszunutzen. Er träumte davon nach Japan zu gehen und seine Bondage-Kenntnisse dort nochmal zu intensivieren. Ich ermunterte ihn dazu. Ich kenne das Land ganz gut. War ein paar Mal dort gewesen. Hätte es unglaublich schön gefunden mit ihm dort hinzufahren. Aber mein Uniprüfungen liegen mitten in dem Zeitraum und so hätte ich nicht ganz mitgekonnt. Ich hatte mich eigentlich damit abgefunden, dass er alleine fahren würde. Bis zu dem Moment in dem wir auf den Weg zum Flughafen waren zu unserem kleinen Urlaub. Da sagte er mir beiläufig, dass er seine andere Sub mitnehmen wird für ein paar Tage.

Mich zerriss es in diesem Moment fast. Das tat mir unglaublich weh. ich erinnere mich nicht mehr daran, wann mir vorher etwas so sehr weh getan hat wie das. Ich wollte am liebsten laut schreien, den Schmerz rausschreien oder rennen bis ich einfach vor Erschöpfung umfalle. Irgendetwas damit es nicht so sehr weh tat. Aber es ging nicht. Ich konnte nicht mal weglaufen und meine Gedanken ordnen, die Konsequenz wäre gewesen, nicht mit in den Urlaub zu fahren. Ich betäubte den Schmerz mit lauter Musik und heulte hemmungslos in seinem Auto. Es ist etwas zerbrochen zwischen uns in diesem Moment und ich weiß noch nicht, ob das jemals wieder zu kitten sein wird.

Warum tat mir das so weh? Weil ich das Gefühl hatte, dass er schon am Anfang mich gar nicht wirklich mitnehmen wollte, da ich eben figurmäßig so weit weg bin von den Japanerinnen. Zu kräftig. Wollte da nicht mit mir als Bunny auftauchen. keine Ahnung, ob er es auch so meint, vor lauter anderen Frauen und Arbeit haben wir nicht viel geredet in letzter Zeit. Er wollte sowieso bei gar nichts meine Hilfe. Nicht bei der Unterkunftssuche, bei gar nichts. Jetzt hatte er seine andere Sub damit beauftragt etwas zu suchen. Ich fühle mich nutzlos, meine Kenntnisse sind nicht gewollt. Ich fühle mich fett und nicht vorzeigbar. Lieber die dünne Sub mitnehmen. Einfach ersetzt. Hinzu kommt, dass er in den letzten Tagen mir immer wieder das Gefühl vermittelt hat auf der Jagd zu sein. Auf der Jagd nach einem jungen perfekten hübschen schlanken Bunny oder Geliebten. Dass er noch einen anderen Frauentyp sucht ist aushaltbar, so lange ich auch das Gefühl habe gewollt zu sein. Bis dahin habe ich gedacht unsere Beziehung sei etwas besonderes. Aber ich bin nur eine unter Vielen. Austauschbar. Ich war verliebt. Er nicht.

Ich bin mitgeflogen, aber der Urlaub ist schwierig. Ich bin verletzt und dünnhäutig. Er genervt von meiner latent schlechten Stimmung. Er ist in einen Arbeitsmodus verfallen. Arbeitet noch alles ab, was er vor seinem Japan-Aufenthalt noch erledigen will. Klar kann das wieder nur in unserer gemeinsamen Zeit passieren. Wir sind nun drei volle Tage hier gewesen und haben nichts gemacht außer im Zimmer gesessen und gearbeitet und Fesseln gewesen. Fesseln im Trainingsmodus. Das ist okay, Das wußte ich vorher und da habe ich Lust drauf. Aber ich hatte gedacht, dass wir auch mal wieder zu zweit spielen würden. Nichts. Mein absoluter TIefpunkt war, als ich mich nackt vor ihn gekniet haber, während er am Laptop saß und gesagt habe, dass ich spielen will. Er hat die Arbeit vorgezogen. Ich fühle mich abstoßend und verletzt. Seine Bedürfnisse kommen immer zu erst. Es fühlt sich so an als wären meine nicht relevant. Es läuft so wie er das möchte. Da ich aber nicht seine Sub bin, sondern immer dachte, dass wir uns auf Augenhöhe begegnen kann ich damit nicht umgehen. Dieser ganze Urlaub bewegt sich zwischen Nähe und Abstand. Halbzeit hier, mal sehen was noch passiert.

Irgendwie freue ich mich mittlerweile darauf, wenn er drei Wochen nicht da ist. Ich werde mich entlieben in dieser Zeit. Er wird sich nicht melden. Er braucht mich nicht. Es ist seine Zeit. Sie wird intensiv. Intensiv auch mit der anderen Frau. Ich werde mich sammeln. You can not have it all, baby.

Hab kurz überlegt, die Kommentare für diesen Eintrag zu schließen.Denkt daran wenn ihr kommentiert, dass das meine subjektive Sicht der Dinge ist. Das ich gerade wütend und verletzt bin. Dass ich ihm an manchen Stellen vielleicht auch Unrecht tue.

Beim Blowjob eingeschlafen

Wenn Mr. Bondage und ich manchmal darüber reden, wie sich unsere „Beziehung“ so entwickelt hat, seit wir uns kennen, dann müssen wir beide schmunzeln. Irgendwie sind wir – zusammen mit unserem Dom/Sub-Spiel – in eine Vanilla-Affäre geruscht. Also wenn er in meiner Stadt ist, dann leben wir zusammen in seiner Wohnung irgendwie. Ich übernachte bei ihm, wir teilen uns ein Bett, wir essen zusammen. Ich habe auch schon für ihn gekocht. Er arbeitet am Wohnzimmertisch, ich mache Unikram auf der Couch. Wir waren schon zusammen laufen. Wenn es die Zeit zulässt, dann unternehmen wir etwas zusammen.

Manchmal diskutieren wir über Dinge und er reizt mich bis ich sauer bin, weil er einfach der Diskussion wegen einen konträren Standpunkt einnimmt. Manchmal sind wir Welten entfernt, bei den Essmanieren beispielsweise. Ich, manchmal studentisch auf der Couch essend, er immer die Serviette über die Beine gelegt. Beim Kochen weicht er nie vom Plan ab, ich mache das ganze mehr Freestyle und lange zum Probieren auch mal mit den Fingern in den Topf. Auf die Idee würde Mr. Bondage ja gar nie nicht kommen. Ich glaube wir könnten im wahren Leben nie zusammen wohnen und tun es in gewisserweise ja doch.

Das entspannt meine Gefühle zum ihm ein wenig. Ja ich bin verknallt in ihn. Ich vermisse ihn sehr, wenn wir uns eine Weile nicht sehen können. Wir schreiben viele Nachrichten. Ich denke er genießt die Aufmerksamkeit, das Hin- und Herschreiben. So wie ich die Ordnung genieße, die er in mein Leben bringt, so sehr mag er das Chaos, das ich ihn seinem Leben veranstalte. Aber das „Zusammenleben“ hat mir gezeigt (vermutlich ihm auch), dass es fast unmöglich wäre, dass wir eine ernsthafte Beziehung führen. So weit sind wir auseinander. Das lässt mich das Hier und Jetzt sehr genießen. Ich denke nicht daran, dass ein andere Auftrag ihn ganz plötzlich in eine andere Stadt führen könnte. Von heute auf morgen. Trotz aller Unterschiede fühle ich mich Seelenverwandt. Das wird bleiben und Mr. Bondage hat auch jetzt schon einen bleibenden Eindruck in meinem Leben hinterlassen.

Während wir so zusammenleben in meiner Stadt kommt es vor, dass er ganz wenig geschlafen hat. Weil er früh aufstehen muss, oder weil wir am Abend vorher noch lange wach waren. So auch an diesem Abend. Es war schon spät. Er hat in der Nacht vorher nur vier Stunden geschlafen. Er hatte Kerzen auf seinem Nachtischchen angezündet, so wie er das mittlerweile immer tut. Wir nahmen uns Zeit für einander und kuschelten ganz intensiv miteinander. Hielten uns fest und waren einander nah. Tanken Nähe auf. Dann überkam ihn die Lust und er sagte, dass ich ihn blasen sollte. Ich wollte ihm das sehr gerne geben. Ihn mit meinen Lippen entspannen. Ich kletterte unter der Decke an ihm runter und machte mich über seinen Schwanz her. Blies ihn hart. Ich hatte es bisher noch nie geschafft, dass er kommt. Das fordert mich heraus. Wie gerne würde ich das schaffen. Mit viel Hingabe und Leidenschaft saugte ich und ließ meine Zunge kreisen. Sein Schwanz feedbackte mir, dass es ihm gefällt. Auch er stöhnte manchmal leise.

Ich blies, blies und blies.. Irgendwann schaute ich wieder zu ihm hoch und merkte, dass er regelmäßig atmete. Scheinbar war das, was ich tat, weniger geil als unheimlich entspannend, denn er war mitten unter dem Blowjob eingeschlafen und fing dann auch prompt ziemlich unromantisch zu schnarchen an. Das war mir so auch noch nie passiert. Ich musste sehr lachen. Man könnte mich wohl gegen Schlafstörungen verschreiben, wie es aussieht.

Ich deckte ihn liebevoll zu, ging ins Bad, machte mich bettfertig und kraxelte zusammen mit meinen Oropax zurück zu ihm ins Bett.

Du kannst noch nicht gehen, Oma…

… das ist mein sehr egoistischer Wunsch. Meine Oma hatte gestern einen Herzinfarkt und wurde heute am Herzen operiert. Ich habe noch keine Ahnung, wie die OP verlaufen ist. Aber manchmal sind keine Nachrichten auch gute Nachrichten.

An sich kam das überraschend, weil meine Oma eigentlich noch ziemlich fit war. Allerdings klagte sie am Mittwoch, als ich sie das letzte Mal besucht habe, über Kurzatmigkeit. Als sie mir das erzählt hatte, habe ich kurz daran gedacht, dass das auf einen Herzinfarkt hindeuten könnte, habe den Gedanken dann aber wieder verworfen. Darüber ärgere ich mich ein wenig.

Jetzt bin ich über 30 und weiß, dass es gar nicht so selbstverständlich ist, dass man in diesem Alter noch Großeltern hat. Aber ich wünsche mir sehr, dass sie noch miterlebt, dass ich die Uni doch noch gebacken bekomme. Sie hat mit mir gelitten und gefiebert. Vor der Anmeldung zur Magisterprüfung hat sie für mich gebetet und Gott ein paar Rosenkranzgebete versprochen, wenn das alles klappt. Ich war sehr gerührt, als sie mir das hinterher erzählt hat.

An sich kenne ich niemanden, der sich soviel um seine Großeltern kümmert, wie meinen Bruder und mich. Von dem her bin ich mit mir im Reinen und habe die Zeit, die wir hatten auch sehr genossen. Aber Oma, du bist ein Fighter… und ich hoffe, dass alle meine Sorgen umsonst waren.

Ich hoffe sehr, dass sie das alles übersteht und ich ihr den wunderschönen Ort noch zeigen kann, an dem mich die Nachricht ihres Herzinfarkts ereilt hat. Ich saß im Sonnenschein an der Uferpromenade in Meersburg und habe die Aussicht auf den Bodensee genoßen. Da bekam ich den Anruf.. Da werde ich mit ihr nochmal hinfahren.. So Gott will..

Das ist ein wenig Off-Topic.. Sorry dafür.. Jetzt habe ich dem Menschen einen Blogeintrag gewidmet, von dem ich am wenigsten hoffe, dass er jemals davon erfährt 🙂

Menschen, die sich lieben sind manchmal sehr unfair zueinander

Achtung, dieser Eintrag ist im Affekt geschrieben..:-) Manchmal ist das Blog dann mein Ventil.

Tom, mal wieder Tom..
Liebe lässt Menschen manchmal ziemlich unfair miteinander umgehen..

Aber ich hab hier mal einfach die Kommunikation 1:1 wieder gegeben, die zeigt, wie aus einem harmlosen Gespräch ein komplettes Ende wird, in etwas mehr als zwei Stunden. Ich kommentiere zwischen rein meine Gefühlslage.

Remi: Erzähl wie war Wiesn.
7. Okt, 11:16 – Tom: Der Hammer! Die bisher beste Tour und das will was heißen
7. Okt, 11:17 – Remi: Warum das?
7. Okt, 11:18 – Tom: Leute, Stimmung, Bier, alles einfach…
7. Okt, 11:26 – Remi: Cool 😉
7. Okt, 11:29 – Remi: Hach so nah warst du und ich hab dich trotzdem nicht gesehen
7. Okt, 11:29 – Remi: Viel geflirtet?
7. Okt, 11:30 – Tom: Nun ja… Sozusagen… ^^
7. Okt, 11:31 – Remi: Das heißt?
7. Okt, 11:33 – Tom: Na ja… Samstag eigentlich nur mit einer jungen Dame… Das dann aber, wie soll ich sagen, recht intensiv… 😉
7. Okt, 11:33 – Remi: Sex?
7. Okt, 11:34 – Tom: Ich hab nicht alleine geschlafen… Genau genommen hab ich fast gar nicht geschlafen, obwohl ich recht früh im Bett war…
7. Okt, 11:34 – Tom: Also ja…
7. Okt, 11:34 – Remi: Soso
7. Okt, 11:35 – Remi: 😉
7. Okt, 11:35 – Remi: Seht ihr euch wieder?
7. Okt, 11:35 – Remi: Wars gut?
7. Okt, 11:36 – Tom: Denke nicht. Wissen ja außer Alter, Vorname und Herkunft sowie Beruf nix voneinander!
7. Okt, 11:37 – Tom: Aber ja, war es… Sie ist erst gestern um 12 gegangen, als ich auschecken musste
7. Okt, 11:37 – Remi: Dann war es besser dass ich nicht da war 😉
7. Okt, 11:37 – Remi: Trotzdem nicht Nummern getauscht
7. Okt, 11:38 – Remi: Sowas
7. Okt, 11:38 – Remi: Lol ich bin eifersüchtig 😉
7. Okt, 11:39 – Tom: Nein. Eigentlich war uns Beiden klar, dass es einmalig bleibt! Zum Einen wg der Entfernung und zum Anderen auch wg dem Alter… Das gilt jedenfalls für mich…
7. Okt, 11:39 – Remi: Wie alt war sie?
7. Okt, 11:39 – Tom: Anfang 20.
7. Okt, 11:40 – Remi: Da mach dich noch einmal lustig wenn meine Männer zehn jahre älter sind
7. Okt, 11:41 – Tom: Jaaaaa… Das hab ich dann auch zwischenzeitlich mal so gedacht… ^^
7. Okt, 11:42 – Tom: Aber egal! Es war geil, wir hatten Spass, alles gut! Und ich denke, ich werde sie finden können, wenn ich sie suche. So groß ist ihr Ort ja nicht…

Okay, das war die Stelle, an der ich wirklich eifersüchtig war. Als er schreibt, dass er sie wiederfinden kann, wenn er möchte und das auch im Hinterkopf hat. Ich war eifersüchtig, obwohl ich ja nichts mehr von ihm habe. Er hat unsere Affäre beendet und ich hab es immernoch nicht ganz verwunden, auch wenn ich meistens gut damit umgehen kann.. Eigentlich weiß ich, dass er in mir auch manchmal jemandem zum reden sieht, über seine Affären, da er sonst mit niemandem drüber reden kann. Zumindest hat es sich so für mich angefühlt. Darum nehme ich es ihm, wenn ich wieder im rationalen Denkmodu bin, nicht übel. Außerdem hab ich oben nochmal darauf rumgeritten, dass er mir immer vorgehalten hat, dass Sex mit Männern die zehn Jahr älter sind irgendwie eklig ist, was ich nie verstehen konnte. Aber ich hätte das auch nicht nochmal auspacken müssen. Ab da nahm es seinen Lauf. Das führte dann zu komischen Aussagen meinerseits, wie:

7. Okt, 11:43 – Tom: Haben zumindest gesagt, wir sehen uns nächstes Jahr im gleichen Zelt am ersten Oktober-WE wieder! Mal schauen… 😉
7. Okt, 11:43 – Remi: Sex beim ersten Treffen
7. Okt, 11:43 – Remi: Du hast mehr Sex als ich. Wollte ich nur mal festhalten

Hätte ich mir auch sparen können, aber da war ich nicht zu bremsen. Bezog sich auf den Sex beim ersten Date mit dem Alten Mann.. Wobei zugegebenermaßen sagte er immer, dass er Weggehen von seiner Regel „Kein Sex beim ersten Date“ ausnimmt, aber ich bin nicht dazu gekommen, ihm das zu schreiben. Also war ich auch ein wenig unfair. Und ich Depp, ich musste unbedingt auch drauf rumreiten, dass er wohl zur Zeit mehr Sex hat, als ich..Aber das lag daran, dass er mir immer das Gefühl gibt, dass nur ich wild rumzuvögele..Fairerweise hat er eigentlich nur dauerhafte Affären. Und ich immerhin keine Beziehung.. Naja

7. Okt, 11:46 – Tom: Zwischen geplantem Date und besoffenem ONS ist ja wohl ein ziemlicher Unterschied… 😉
7. Okt, 11:46 – Remi: Soso, ich hatte auch getrunken – Zwei caipis
7. Okt, 11:46 – Tom: Außerdem hätte ich nie im Leben geglaubt, dass sie wirklich mit ins Hotel kommt… Obwohl es fast klar war, nachdem ihr Freund gegangen war, dass noch mehr passiert…
7. Okt, 11:48 – Remi: Das bezog sich auf den abend mit dem Alten Mann
7. Okt, 11:48 – Remi: Ich hatte ne Weile keinen
7. Okt, 11:50 – Remi: Es freut mich dass du guten geilen Sex hattest
7. Okt, 11:50 – Tom: Danke…
7. Okt, 11:50 – Remi: Aber manchmal ist es halt nicht so einfach
7. Okt, 11:50 – Remi: Ich muss aufhören mich zu ärgern
7. Okt, 11:51 – Tom: Und hättest du nicht so doof nachgefragt, hätte ich es dir gar nicht gesagt… Will dich ja nicht verletzen oder so…
7. Okt, 11:51 – Remi: Schon okay
7. Okt, 11:51 – Tom: Worüber ärgerst du dich noch?
7. Okt, 11:51 – Remi: Egal
7. Okt, 11:51 – Tom: Sprich ruhig
7. Okt, 11:51 – Remi: Nein

Das wäre der Moment gewesen, sich zu verabschieden und immer mal wieder losen Kontakt zu haben, so wie es bisher für mich gut funktioniert hat.. Mann…

7. Okt, 11:52 – Remi: Die neuerliche Diskussion führt zu nix
7. Okt, 11:53 – Remi: Aber ich hatte weder geplant noch damit gerechnet, dass damals was läuft. Ich hatte was getrunken. Und dass mir ein Mann im Auto die Augen verbindet, das wird in meinem ganzen Leben nicht mehr vorkommen.

Aber da war es aus mir rausgeplatzt… Verdammt.. Warum..

7. Okt, 11:53 – Tom: Stimmt, ist wohl so. Habe ja in einigen deiner Blog-Aussagen schon gemerkt, dass du nicht wirklich verstehst, worum es mir damals ging. Der alte Mann war doch nur der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat
7. Okt, 11:54 – Remi: Vermutlich hast du Recht
7. Okt, 11:55 – Remi: Aber ich will dir nur zeigen, dass du manches dass du mir vorwirfst auch nicht anders machst
7. Okt, 11:56 – Tom: Habe ich nie bestritten
7. Okt, 11:56 – Tom: Und auch nicht, dass das Eine oder Andere damals vielleicht etwas übertrieben war. Aber das Gesamtbild hat halt einfach nicht mehr gepasst! Ich habe mich zu häufig über Inkonsequenz, lockerem Auslegen der Regeln etc geärgert und da war das dann tatsächlich der viel zitierte Tropfen
7. Okt, 11:58 – Remi: Das ist was anderes
7. Okt, 11:59 – Remi: Das klingt wie wenn man in ner Beziehung sagt „ich liebe dich einfach nicht mehr.“ und ist leichter zu akzeptieren
7. Okt, 12:00 – Remi: Naja dann ist das so.. Das kann ich eher hinnehmen, als den Abschuss wegen des Alten Mannes

So da war ich eigentlich auch versöhnt. Damit kann ich besser umgehen, als immer zu glauben, er hat nur wegen der einen Regelübertretung mit dem Alten Mann die Affäre beendet.

7. Okt, 12:06 – Tom: Habe auch nie was Anderes gesagt… Aber du wolltest das nie hören…
7. Okt, 12:07 – Remi: Mag sein
7. Okt, 12:12 – Tom: Geht’s dir jetzt besser damit?
7. Okt, 12:12 – Remi: Die Zeit heilt alle Wunden
7. Okt, 12:15 – Tom: Freut mich, wenn dir jetzt vielleicht ein Licht aufgeht…
7. Okt, 12:16 – Remi: In der Kombination mit dem Blog konnte das nicht funktionieren
7. Okt, 12:28 – Tom: Auch das habe ich dir mehrfach gesagt… Dein Leben für den Blog hat viel kaputt gemacht! Da hat doch überhaupt erst zu den Regeln geführt. Normal ist es mir doch egal, wenn du beim ersten oder doch erst beim 2., 3. Date Sex hast. Aber ich hätte irgendwann den Eindruck, dass du sofort mit jedem Date ficken musst, um ne neue Geschichte zu haben und habe gehofft, deinen Blick damit etwas zu schärfen!

AHHH, wieso muss ich auch immernoch einen nachlegen. Ich wollte damit aber eigentlich nur sagen, dass durch die Transparenz die mein Blog ihm über das was ich tue gibt, kann es nicht funktionieren. Bei allen anderen Affären weiß er schlicht nicht was sie tun, und damit lebt es sich leichter..

Dann bin ich Auto gefahren und habe nicht mehr geantwortet.

7. Okt, 12:41 – Remi: Grad die Ergebnisse vom Frauenarzt
7. Okt, 12:41 – Remi: Alles negativ juhu
7. Okt, 12:41 – Remi: Hiv, Hepatitis, Clamydien

Das Thema bekommt nochmal einen eigenen Blogeintrag. Aber tragisch, dass es sich dann so hochschaukelt.

7. Okt, 12:42 – Tom: Na dann Glückwunsch!
7. Okt, 12:43 – Tom: Glück gehabt, hm? 😉

Diese Bemerkung war eigentlich der Auslöser für den finalen Streit. Die hat mich mega auf die Palme gebracht. Denn wir haben in unserer Affäre auch relativ schnell ohne Verhütung miteinander geschlafen. Er wollte darauf hinaus, dass JD mich bei unserer ersten Session ohne Kondom gefickt hat, was so nicht vereinbart war, ich mit ihm drüber geredet hatte und es ihm verziehen habe. Ansonsten habe ich mir immer viele Gedanken über Verhütung gemacht.

7. Okt, 12:47 – Remi: Manchmal bist du ein Arsch
7. Okt, 12:55 – Tom: Wieso das denn jetzt?
7. Okt, 12:57 – Remi: Verhütest du bei Svenja?

Okay, da bin ich zu weit gegangen. Aber mein Bauchgefühl sagt mir, dass er es nicht tut, was eigentlich völlig okay ist, Aber er mir dasselbe vorhält.

7. Okt, 12:59 – Tom: Sorry, aber ich werde mich zu Dingen, die Svenja betreffen, nicht mehr weiter äußern! Fand sie neulich gar nicht so gut, dass du über unser Treffen Bescheid wusstest

Ich hatte mir ihr über das Treffen geredet, als ich mich während meines Bremen Aufenthalts mit ihr zum Frühstücken getroffen hatte. Aber ganz neutral. Schön zu erfahren, dass es sie stört, dass ich es wußte- Aber das ist ja auch nicht wichtig.

7. Okt, 13:00 – Remi: Kann mir ja auch wurscht sein dann, aber versteh ich nicht
7. Okt, 13:01 – Tom: Boah bist du pissig! Man wird ja wohl noch mal nen Scherz machen dürfen

Da war ich sauer, und die Nummer mit dem vermeintlichen Scherz hat es nicht besser gemacht.

7. Okt, 13:02 – Remi: Haha
7. Okt, 13:04 – Remi: Hätte mich geärgert, denn ich hätte nicht verstanden warum
7. Okt, 13:04 – Remi: Das klang so als hätte ich versucht euch gegeneinander auszuspielen
7. Okt, 13:06 – Tom: Nein, hast du nicht. Aber ich werde trotzdem keinerlei Details aus der Affäre mehr preisgeben!
7. Okt, 13:06 – Remi: Und kurz kurz vorher unterstellst du mir noch dass ich komplett unverantwortlich wäre und nur Glück gehabt habe, dass ich jetzt nicht HIV habe
7. Okt, 13:06 – Remi: Da hält sich mein Humor in Grenzen
7. Okt, 13:07 – Remi: Ich bin mir relativ sicher dass ihr keinen Gummi benutzt

Ja, das würde ich gerne zurücknehmen. Aber im Kern der Sache verurteilt er mich für was, was er auch nicht anders macht. Am Ende kann er sich auch nach einem halben Jahr nicht sicherer sein, dass da nix is, als ich nach dem ersten Treffen.

7. Okt, 13:07 – Tom: Wie du meinst
7. Okt, 13:08 – Tom: Selbst wenn es so wäre: wir haben seit fast einem Jahr regelmäßig Sex. Ist was Anderes als beim 2. oder 3. Treffen, oder?
7. Okt, 13:08 – Remi: Is immer anders
7. Okt, 13:08 – Remi: Bei dir

AHHH, ich Depp. Aber ich war wirklich verletzt, von seinem Kommentar oben.

7. Okt, 13:09 – Tom: Remi, sorry, aber darauf habe ich echt keinen Bock!
7. Okt, 13:09 – Remi: Ich beende das Gespräch jetzt, sonst reden wir nie mehr miteinander

Ich wollte nur sagen, dass es besser ist, wenn wir uns erst wieder schreiben, wenn wir uns beruhigt haben. Mir erhitzten Gemütern bringt es nichts. Und ich wollte erst in Ruhe reflektieren und mich nicht zu weiteren Aussagen verleiten lassen, die ich bereue, aber da war es von seiner Seite nicht mehr aufzuhalten..

7. Okt, 13:09 – Remi: Das macht keinen Unterschied
7. Okt, 13:09 – Remi: Keinen
7. Okt, 13:10 – Tom: Ok, dann lass uns den Kontakt jetzt beenden. Ist vielleicht besser so
7. Okt, 13:10 – Remi: Bis irgendwann
7. Okt, 13:10 – Remi: Wenn ich nicht mehr wütend bin

7. Okt, 13:11 – Tom: Tut mir leid, dass das jetzt offenbar so endet
7. Okt, 13:12 – Tom: Aber ich bin das Vergleichen satt
7. Okt, 13:12 – Remi: Weil du dir immer ein vernünftigeres Urteil zu traust als mir
7. Okt, 13:12 – Tom: Und werde mich vor dir nicht mehr rechtfertigen, so wie du es auch nicht vor mir tust
7. Okt, 13:13 – Remi: An deiner Reaktion merke ich aber, dass der Punkt wund ist
7. Okt, 13:13 – Tom: Remi, mir reicht es jetzt. Ich habe keine Lust auf diesen Mist!
7. Okt, 13:13 – Remi: Okay
7. Okt, 13:13 – Remi: Muss ich akzeptieren
7. Okt, 13:14 – Tom: Wund? Wenn du damit „es geht mir auf den Sack, weil es schlicht und ergreifend für uns, egal wie, keine Relevanz hat“ meinst, dann hast du Recht
7. Okt, 13:14 – Remi: Okay
7. Okt, 13:15 – Remi: Ich werde dir in Ruhe eine Email schreiben .. Ließ sie oder nicht
7. Okt, 13:15 – Remi: Mach es gut
7. Okt, 13:15 – Tom: Ciao

So enden Beziehungen.. Menschen, die sich irgendwie lieben, behandeln sich unfair, weil sie in ihren Gefühlen gefangen sind. Das macht mich sehr traurig.. Aber ich hab das nicht mehr in der Hand. Er hat sich entschieden. Das einzige Positive das für mich daraus bleibt ist, dass er mich wirklich gemocht haben muss. Sonst wäre dieser Streit nicht passiert..

Keine Ahnung, was passiert. Ich lerne, dass wenn es hätte mir dem losen Kontakt funktionieren sollen, dann muss ich das Nachkarteln lassen und seine Entscheidung ein für alle Mal akzeptieren. AKZEPTIEREN, dass er sich entschieden hat, gegen mich als Affäre..

Warum hänge ich so an dem Kontakt mit ihm? Wäre es nicht leichter, es komplett abzubrechen? Ich bin kein Fan davon, Menschen den Rücken entgültig zukehren, wenn man sie wirklich gemocht hat. Ich hab auch zu allen meinen Exen einen Kontakt der okay ist. Mit dem einen mehr, mit dem anderen weniger. Aber ich kann mit allen sprechen. Aber das liegt dann wohl auch daran, dass die Dinge aus der Beziehung und deren Ende nicht mehr relevant waren. Und soweit war ich mit Tom wohl noch nicht.

Nochmal in den Norden – Affäre aufarbeiten

Nun bin ich wieder hier..In meiner Fluchtstadt Bremen..Die Stadt mit der ich einen wirklich wunderbaren Mann verbinde. Ich habe mich sofort wieder zu Hause gefühlt. Auch wenn die Voraussetzungen dieses Mal ganz andere sind. Es ist doch ein halbes Jahr vergangen seit meinem letzten Aufenthalt hier. Nachdem Jessica unseren Balaton-Urlaub abgesagt hatte und der Alte Mann alleine in Südfrankreich im Urlaub ist, nutze ich die Gelegenheit für einen dreitägigen Urlaub hier. Viele wunderbare Erinnerungen verbinden mich mit dieser Stadt, in der ich für ein paar Wochen gewohnt habe.

Es ist Toms Stadt. Tom meine verheiratete Ex-Affäre, in die ich mich verknallt hatte. Er hatte unsere Affäre beendet, nachdem ich eine Regel, die wir für unsere Affäre vereinbart hatten, gebrochen habe. Nämlich kein Sex beim erste Date. Ich war mit dem Alten Mann beim ersten Treffen im Bett gelandet.

Seit dem „Schluss“ war mit Tom und mir, hatten wir uns nicht mehr gesehen. Wir haben immernoch losen Kontakt per WhatsApp, aber mehr eigentlich nicht. Ich bin auch hierher gefahren, um mich mit dem Ende unserer Affäre auszusöhnen. Ich hatte ihm geschrieben, dass ich hierher fahren würde und fragte ihn, ob er sich den Zeit für mich nehmen könne und wollte. Und gleich am ersten Abend sollte es mit einem Treffen klappen.

Ich freute mich wirklich sehr und schmiss mich extra in mein neues kleines schwarzes Kleid. Ich wußte, dass ihm das gefällt und dass er mich gerne mal so sehen würde. Ist ja quasi auch das einzige Kleid, das ich besitze 🙂 Leider hatte die Fahrt nach Bremen deutlich länger gedauert als geplant, deswegen hatte ich zum Stylen nur eine halbe Stunde übrig. Schade, ich hätte mich gern in Ruhe für ihn aufgehübscht udn meine Haare hochgesteckt. Aber am Ende war ich auch mit meinem 30 Minuten-Look zufrieden, überraschenderweise. Auf den 30 Minuten Fahrt zu unserem Treffpunkt war ich relaxed und aufgeregt. Seltsame Mischung. Ich freute mich auf ihn, wußte aber gar nicht wie es werden würde. Ich hatte angedeutet, dass ich mir eigentlich noch einmal richtig intensiven Abschiedssex wünschen würde und glaubte auch, dass das bei all den Gefühlen, die ich zwischen uns gespürt hatte, krass werden musste. Aber er hatte vorher gesagt, dass das für ihn nicht in Frage kommen würde. Aber ich war gespannt, ob seine Geühle für mich weg waren und ob er das so ganz abgehakt hatte.

Als ich kam, wartete er schon. Und wow, er sah noch besser aus als noch vor einem halben Jahr. Er hatte mir ja immer schon sehr gefallen, aber das wieder konsequente Training hatte angeschlagen und sein Körper war perfekt. Groß, sportlich, ein bißchen arrogant, aber eigentlich ein netter Kerl. Wir umarmten uns. Ich war zurückhaltend, hätte ihn sehr gerne geküsst, wollte aber keine Grenze überschreiten. Ich wartete ab, ob es Zeichen von ihm gab. Er grinste mich an und machte mir ein Kompliment für mein Kleid und die Turnschuhe, die vom Autofahren noch dazu anhatte. Ich hatte mir zur Sicherheit noch andere Klamotten eingepackt, schon allein weil ich ja nicht wußte in welchem Outfit er erscheinen würde. Er stand da in Jeans und rotem Shirt und sah unverschämt gut aus. Ich war froh über die anderen Klamotten, denn ich hatte festgestellt, dass ein Absatz meiner Pumps gebrochen war und ich nicht weit damit gekommen wäre. Also zog ich mich schnell hinter dem Auto um. Dann fuhren wir Essen.

Zwei Stunden in denen er sich nicht in die Karten schauen ließ, in denen ich nicht dahinter stieg, was er wirklich dachte, was er empfand. Zu Beginn unseres Treffens, als er mich fragte, worüber ich nachdachte und meine ehrliche Antwort war, dass das vielleicht das letzte Mal sein würde, dass wir uns sehen würden, da hätte ich beinahe zu Heulen angefangen. Ich musste sehr gegen meine Tränen ankämpfen..Aber ich wollte unser Date nicht mit Heulen verbringen, lieber die Zeit mit ihm genießen. Und auch jetzt, wo ich es niederschreibe, schießen mir die Tränen in die Augen. Es tut mir nicht weh, ich bereue nicht, dass ich ihn nochmal sehen wollte, aber der Gedanke diesen großartigen Menschen vielleicht nicht mehr wiederzusehen, macht mich ziemlich traurig. (Keine Ahnung, was die Menschen hier im Starbucks gerade über mich denken: nachdem ich abweschselnd zwischen Lachen und Weinen in meinen Laptop tippe. Die Musik, die ich nebenbei höre, tut ihr Übriges.)

Wir redeten und die Zeit verging schnell, aber es war eigenartig. Irgendwas war da zwischen uns, aber auch nicht richtig. Dann zahlte er und brachte mich zurück zu meinem Auto. Auf der Fahrt hatte ich die ganze Zeit das Verlangen seine Hand zu nehmen, so wie früher, aber ich traute mich nicht (was ich jetzt bereue, denn hatte ja nichts zu verlieren.)

Wir hielten neben meinem Auto. Wir redeten noch kurz. Da er so gar kein Zeichen machte, dass es okay wäre ihn zu küssen, sagte ich Tschüß und stieg einfach aus..Komisch so zu gehen..

Auf dem Heimweg WhatsAppten wir noch und er schrieb, dass er mich gern geküsst hätte.. ARSCH, dachte ich mir, warum hast du es nicht einfach gemacht. VERDAMMT, was hätte ich für diesen Kuss gegeben, in den ich vermutlich alle meine noch vorhandenen Gefühle gelegt hätte. Er hatte Angst, dass ich dann mehr erhoffen würde, also Sex. Ich schrieb ihm, dass ich keine Erwartungen habe. Alles was er mir geben wolle, sei okay und was nicht, sei auch okay. Aber es besteht die Hoffnung, dass wir uns während ich hier bin nochmal sehen werden.

Wir werden wohl auch losen Kontakt halten, schon allein, weil er eigentlich niemanden hat, mit dem auch er über seine anderen Affären spechen kann und manchmal tut das einfach gut.

Ich fühle mich versöhnt mit ihm, dem Ende der Affäre. Spätestens jetzt hätte ich der Realität eh ins Auge blicken müssen. Denn er wird nochmal Vater werden. Er fehlt mich nach wie vor sehr als guter Freund. Er ist und bleibt ein wunderbarer Mann, den ich vom Fleck weg geheiratet und viele Kinder mit ihm gemacht hätte. Aber manchmal muss man das, was man liebt auch ziehen lassen.

Der Alte Mann verliebt sich in meine beste Freundin?

Das Leben ist schon manchmal ein Arschkrapfen. Am Freitag hatten der Alte Mann und ich noch den wunderschönen Abend verbracht. Danach bin ich in den Urlaub gefahren. Er hatte mich gefragt, ob er die Nummer meiner Freundin Jessica haben kann, weil sie bei unserem gemeinsamen Treffen ein Thema angeschnitten hatte, worüber er mit ihr reden wollte.
Mein Magen hatte gegrummelt, meine Bauchgefühlsampel war auf orange. Denn er hatte sie schon nach dem Treffen direkt angeschrieben über die Internetplattform, auf der wir alle drei angemeldet sind. Darüber hatte ich mich schon gewundert, denn meine und seine Kommunikation verläuft ja in letzter Zeit eher schleppend. Immerhin ist er also noch so fair und fragt mich nach ihrer Nummer. Gut in meinem Bauch klingeln alle Eifersuchtsalarmglocken. Aber ich tendiere dazu Dinge rational zu betrachten. Ich vertraue ihr und eigentlich ihm auch. Ich mag beide. Sind beide tolle Menschen. Wenn ich beide toll finde, warum sollten die beiden sich nicht mögen? Warum hänge ich so an der Tatsache, dass er mein „Freund“ ist? Warum hab ich ein Problem das zu teilen? Ist das Egoismus? Warum fühle ich mich hintergangen bei der Vorstellung, dass die beiden sich ohne mich treffen, wenn ich im Urlaub bin?

Ich stelle es den beiden frei sich zu treffen, halte meine Gefühle im Zaum. Sie treffen sich dann auch prompt den ersten Abend, an dem ich weg bin. Vier Tage nachdem er und ich einen tollen Abend hatten. Ich dachte, dass alles wieder seinen Gang geht..

Ich sitz in der Pampa, kann mein Handy nur eingeschränkt benutzen, bin ein bißchen von der Außenwelt abgeschnitten. Da schreibt mir Jessica, dass sie beim Dart spielen sind. Erster Stich.. Darten.. klingt so vertraut..puhhh. Sie wollte mir schreiben, wenn sie wieder daheim sind. Dann die SMS: So wieder daheim. Er meinte zum Abschied gerade Du bist süß und das fünf Mal Komischer Mann (…Woaaahh.. Ich kämpfe dagegen an, meinem Bauch zuzuhören, der meint, dass das nach ich würg dir jetzt eines rein klingt.  Nein, mein Kopf sagt sie ist ehrlich und erzählt dir wie es war… Aber scheiße es tut echt weh.. Ich ahnte, dass das nicht lustig für mich wird. Schon da sagt mir mein Bauchgefühl, dass das eine harte Probe für mich wird. Für meine Freundschaft zu jedem der beiden..

Ich war erst einmal bedient. Um nichts zu schreiben, was ich hinterher bereuen würde, sagte ich ihr, dass ich eine Nacht darüber schlafen muss. Nicht aus dem Bauch heraus, dem Kopf Zeit geben, das Kommando wieder zu übernehmen. Ich ging frustriert früher als alle anderen zu Bett. Nach dem Aufstehen sah die Welt in der Tat schon wieder besser aus und der Sturm in meinem Bauch hatte sich gelegt. Sie hatte mir noch geschrieben, dass sie sich nicht mehr allein mit ihm treffen würde und ich meinte, dass es schon okay sei. Mit ein wenig Abstand konnte ich damit umgehen und ja, sie waren nur beim Dartspielen, also kein Grund gleich auszuflippen.
Dann hörte ich ein paar Tage nichts mehr, von ihm schon gleich gar nicht. Zwischen dem Date, dass der Alte Mann und ich hatten und seinem Date mit Jessica hatte er richtig viel geschrieben. Jetzt gar nicht mehr. Es fiel mir auf. Aber ich war auch so eingespannt, dass ich gar nicht so viel Zeit hatte, es an mich heranzulassen. Bis Jessica einen Facebookpost absetzte fünf Tage später, der mich hellhörig werden ließ. „Warum eigentlich immer ich?“.. der ließ mich stutzig werden. Aus den Kommentaren entnahm ich, dass es was mit Männern zu tun haben musste und ich fragte sie ob der Alte Mann Teil des Problems ist. Daraufhin schrieb sie: Um ehrlich zu sein, ja er ist ein Teil. Aber auch der mit dem ich am leichtesten abschließen kann. Bei allen anderen wird das nicht gehen.
Aha.. dachte ich mir.. Also doch was im Busch. Also fragte ich, was er dazu beiträgt. Und dann kam der Hammer: Er will mehr als ich jemals bereit bin zu geben. Und ich hab Angst, dass unsere Freundschaft darunter leidet.
AHHHHHHHH. Ich hatte es geahnt. Um sicherzugehen fragte ich noch, was er will. Ihre Antwort: Ich glaube so genau will ich das gar nicht wissen. Er meldet sich zumindest täglich…. Das tut weh, einfach weh.. Er kann sich also melden, wenn er will… Bauchgefühl auf Rot, dunkelrot..Aber wenn ich anfange nachzudenken, dann weiß ich gar nicht auf wen ich sauer sein soll.. und dass ich mir mehr kaputt mache, wenn ich meiner Wut freien Lauf lasse.. Also Kopf an. Sie hat nichts dazu beigetragen… Nicht böse sein.. Gefühle kann man nicht kontrollieren.. Also warum bin ich wütend und eifersüchtig. Sie ist toll, sie ist meine Freundin. Warum stört es mich, wenn er sich in sie verliebt? Warum könnte ich es ihr und ihm nicht gönnen? Bin ich es wert ihre Freundin zu sein, wenn es mich quält, dass er sie besser finden könnte als mich? Bin ich nicht einfach nur egoistisch?

Ich hab sie angerufen und ihr gesagt, dass alles okay ist.. Und dass ich vermutlich auch am Ende damit leben könnte, wenn sich was entwickelt.. Das hab ich ihn wirren unsortierten Sätzen von mir gegeben. Alles was mein Kopf sagt.. Aber das Gespräch war komisch, weil sie zum einen nicht verbergen konnte, dass sie sich freut, dass er sich in sie verliebt hat. Ich unterstelle ihr dabei keine Schadenfreude im Bezug auf mich. Sondern wie man sich halt freut, wenn sich jemanden in einen verliebt. Zum anderen endete das Gespräch damit, dass sie mir ihre aktuellen Probleme erzählte.. Und das war irgendwie schwierig für mich, da ich in der Lage beim besten Willen kein gutes Ohr zum Zuhören war.  Ich beendete es..und dann ließ ich den Gefühlen aus dem Bauch freien Lauf.  Es musste raus.

Es tut mir weh beim Aufschreiben. Ich habe zu kurz geschlafen, bin unter Spannung weil die Situation in der ich gerade arbeite stressig ist. Es sind immer Menschen um mich herum. Ich lasse nicht gern öffentlich Gefühle zu, bin ein kontrollierter Mensch. Weiß nicht an wen ich mich wenden soll. Jessica geht nicht. Die zwei anderen Menschen die mir einfallen sind nicht greifbar. Hier wären genug Menschen die wunderbar sind, aber ich fühle mich durch Art mein Leben zu leben ein wenig anders. Nicht passend in ein konservatives Setting, was Beziehungen angeht. Ich hab mich verkrümmelt und es zerreißt mich fast. Es muss raus, ich lass es fließen und heule Rotz und Wasser. War es Liebe? Ich weiß es nicht, es tut mir einfach weh…. So geht es dem Herzen. Der Kopf weiß dass ihn auch eine Teilschuld trifft. You can not have it all…

Die Wartenummer ist gar nicht lustig…

Der Alte Mann treibt mich noch komplett zur Verzweiflung. Da war er wieder aufgetaucht und wir hatten den wunderbaren Tag am See verbracht und waren Abends mit meiner Freundin Jessica was trinken gegangen.. Haben uns die zwei Tage danach noch wunderbare Emails geschrieben und dann plötzlich Stille..Keine Antwort mehr.. ich konnte auch sehen, dass er meine letzte Mail nicht gelesen hatte..
So mitten im Gespräch abgetaucht.. Nachdem das ja nicht das erste Mal war, nahm ich es anfangs gelassener hin..

Aber die Tage vergingen.. Ich schrieb ihm so alle zwei Tage eine SMS und versuchte ihn zwei Mal am Tag anzurufen.. Mal schrieb ich ihm, dass ich gerade ein schönes schwarzes Kleid trage (ja, das ist was besonderes, kommt so einmal im Jahr vor), mal, dass er mir fehlt…Nichts.. Manchmal glaube ich, dass ich zu Tode erschrecken würde, sollte er doch mal ans Telefon gehen. Ich mache das schon aus reiner Gewohnheit. Für ich-mach-mich-interessant-und-melde-mich-nicht-Spielchen bin ich viel zu inkonsequent. Sollte es nur so gehen einen Mann zu erobern, dann bin ich raus. Mich rar machen, absichtlich, davon halte ich irgendwie nichts. Wenn ich an ihn denken musste, er mir besonders gefehlt hat, dann habe ich versucht ihn anzurufen..

Eine Woche vorbei.. keine Reaktion.. zehn Tage vorbei.. keine Reaktion.. Wenn ich mir nicht bis auf den tiefsten Grund meines Herzens sicher wäre, dass er mir sagt, wenn er nichts mehr mit mir zu tun haben will, dann hätte ich ihn längst abgeschrieben. Aber das würde überhaupt nicht zu ihm passen. Aber ich hab auch nicht die geringste Ahnung, wo er abgeblieben sein könnte, ob es Absicht ist..

Am Anfang hab ich gedacht, dass er sich ganz in die Beziehung mit einer anderen gestürzt hat und alles andere vergisst. Denn wenn er etwas tut, dann tut er es exzessiv. Aber irgendwann fand ich das auch nicht mehr plausibel.

Ich frag niemanden aus, warte bis Menschen mir Dinge von selbst erzählen. Das führt manchmal dazu, dass ich wenig über jemanden weiß. Das ist beim Alten Mann auch so. Aber ich vertraue ihm. Doch die Warterei ohne zu wissen was los ist, macht mich wahnsinnig..

Nach fast genau 14 Tagen schrieb ich ihm, dass mir seine Nähe und unsere Gespräche fehlen und dass ich nicht aufhören kann an ihn zu denken.. Und plötzlich völlig unerwartet vibriert mein Handy und ich sehe eine SMS von ihm..

Du bist lieb und süß 🙂 Bin im Ausland und nächste Woche zurück dann meld ich mich wieder….

Mir kullteren die Tränen.. Vermutlich weil ich einerseits erleichtert bin, dass er sich meldet, zum anderen ein wenig enttäuscht, dass er 14 Tage braucht, um mir das mitzuteilen..Wenn da eine Taktik dahinter steckt um herauszufinden, wie meine Gefühle für ihn sind, dann werd ich im sowas von den Hintern versohlen, wenn ich ihn das nächste Mal sehe.. ARGH..

Aber ich bin froh, sehr froh und zu seinem Glück kein besonders nachtragender Mensch.. Aber oft mach ich das nicht mehr mit..

Er fehlt mir

Liebeskummer kommt auch in Wellen..
Tom fehlt mir sehr.
Wir haben uns bis vorgestern noch per Email ausgesprochen.. Aber leider sind wir damit jetzt durch und es gibt für ihn keinen Grund mehr zu schreiben.. Ich kann mir noch nicht vorstellen, wie es ist, wenn er komplett aus meinem Leben verschwindet.. Tom, meine vergebene Affäre aus Bremen, in die ich mich Hals über Kopf verknallt hab.. Manche sagen, vielleicht ist es besser so, hatte ja eh keine Zukunft mit euch.. Mag sein.. Aber an der Tatsache, wie sehr mich mein Liebeskummer beutelt, merke ich, wie wichtig er mir war..Wie ernsthaft meine Gefühle waren..Alle Erinnerungen quälen mich.. ihn nie wieder spüren zu dürfen. Ich liebe seinen Körper..seinen perfekten Hintern..
ja manchmal trifft man sich einfach auch zum falschen Zeitpunkt im Leben.. Nicht nur weil er vergeben war, sondern weil ich auch gerade noch so im Auspobiermodus bin, dass ich zu wenig auf seine Gefühle Rücksicht genommen habe…

Liebe is doof.. Manchmal 🙂