Wenn das Leben Kopf steht, greift man auf Bewährtes zurück…

In meinem letzten Eintrag habe ich über das Trennungsgespräch geschrieben. Das hatte eine halbe Woche vor der Kündigung stattgefunden. Ein paar Tage später hat mich dann die schon verbloggte Kündigung erreicht. Mr. Bondage und ich waren nach dem Trennungsgespräch auseinandergegangen, in dem Gefühl, dass wir uns bestimmt wiedersehen werden, dass es aber ein wenig dauern könnte.

Als dann mein Leben mit der Kündigung eine überraschende Wende genommen hat, habe ich in einem Reflex auch ihm geschrieben. Auf Bewährtes zurückgegriffen. Er hat mein Leben nun doch schon eine Weile nicht nur als Affäre sondern auch als kritischer, wohlmeinender Ratgeber und Freund begleitet. Ich konnte gar nicht anders als ihm von dem einschneidenden Erlebnis zu erzählen. Er hörte zu und bot mir nach zwei/drei Tagen an, dass ich ihm beim Aufbau seiner Möbel gegen Bezahlung helfen könnte. Das klingt komisch. War aber genau richtig für mich. Ich baue wirklich gerne Möbel auf. Es gab mir die Möglichkeit gar nicht erst in ein Loch zu fallen, da ich gleich was zu tun hatte. Und wir verbrachten, wenn er aus der Arbeit kam Zeit miteinander. Als klar war, dass ich übernachten würde, fragte er mich, wo ich denn schlafen wolle. (Ich hätte auch das Gästezimmer wählen können)  Er respektiere die Trennung. Ich wollte da schlafen, wo ich immer geschlafen hatte – bei ihm im Bett.

Ich hatte das Bedürfnis ihm nah zu sein und ihm Nähe zu geben. Ich tat das worauf ich Lust hatte und das war ihn zu streicheln. Wir streichelten uns, gaben uns Nähe, knutschten ein wenig. Nicht mehr und nicht weniger.  So wachte ich also ein paar Tage nachdem ich mich getrennt hatte wieder in seinem Bett auf.

Gefühlt war ich schon mal an dem Punkt. Und wenn ich drüber nachdenke ist das schon irgendwie bekloppt und schräg. Und ein im Kreis drehen. Irgendwie richtig und falsch zur selben Zeit. Keine Ahnung was daraus wird. Keine Ahnung, was das nun ist (außer unglaublich inkonsequent :-)) Vielleicht einfach menschlich…

Zu doof für ein Trennungsgespräch

Der erste Kündigungsschock ist überwunden. Es nagt immernoch ein wenig, aber das dauert einfach. Wäre auch komisch wenn nicht. Ansonsten mache ich das beste aus meinem überraschend leeren Terminkalender und überlegem welche Sachen ich schon lange mal erledigen wollte.

Vielen Dank für euer Mitgefühl und die vielen Ratschläge, die mich erreicht haben. Mein Blog ist öffentlich und nachkarteln nicht mein Stil, deswegen halte ich mich bedeckt. Zwei Fakten sind, dass der Zeitpunkt für mich überraschend war und dass ich an dem Tag nicht alleine gekündigt worden bin. Ich habe mich nicht in der Lage gesehen, das mir angebotete Gespräch darüber zu führen. Und ja, so selbstreflektiert bin ich durchaus, einer der Gründe wird gewesen sein, dass mein Arbeitgeber aus verschiedenen Gründen mit mir unzufrieden war.  Daraus ziehe ich meine Schlüsse. Ich war ein loyaler Arbeitnehmer und ich werde ein loyaler Ex-Mitarbeiter sein. Viele Gespräche zeigen mir, dass Kündigungen öfter vorkommen und sich für die meisten eine Freistellung superunangenehm anfühlt. Mal sehen, was die ersten Bewerbungen so bringen. Das war nur das Update, aber nicht der eigentliche Blogeintrag.

Das Schlussmach-Gespräch.

Per Whats-App Schluss machen ist sehr einfach. Vor Allem wenn man immer genau dann sauer ist auf einen Menschen, wenn man ihn nicht sieht, weil man ihn nicht sieht (zu wenig sieht.) Die Zeit zusammen war eigentlich nie das Problem. Mr. Bondage war mir viel zu wichtig um mich Ghosting-mäßig einfach vom Acker zum machen. Also bot ich ihm an, dass wir uns nochmal auf ein Gepräch treffen. Wir verabredeten uns auf einen Biergarten-Besuch. Es waren schon so ein paar Tage vergangen, seit der Messe. Mein akuter Ärger war verflogen. Nur das Wissen, dass ich immer wieder heftige Eifersuchtsschübe hatte, was der Asymmetrie unserer Beziehung geschuldet war und ich mir sicher bin, dass sich die Asymmetrie nicht ändern wird.

Wir trafen uns im Biergarten. Er war wie immer ein sehr anständiger Kerl, der bevor er mich umarmte nachfragte, ob das für mich okay sei. Immerhin hatte ich ja quasi schon Schluss gemacht. Kein Überreden, sondern Rücksicht nehmen auf meine Gefühle. Und dann sitzen wir da und sind eben zwei Seelenverwandte. Und reden los wie immer. Gar nicht bewußt, sondern einfach weil das passiert wenn wir uns sehen. Offen, weil keine Geheimnisse. Den Austausch und den Rat des anderen schätzend. Über den Job, das Leben und alles andere. Ich kann das schwer beschreiben. Wie, wenn man alte Freunde trifft, wo sich niemand rechtfertigen muss. Man sieht sich und macht da weiter, wo man vorher aufgehört hat. Mit Ausnahme meiner besten Freunde ist er der erste Mensch, bei dem das so einfach ist.

Und irgendwann kam das Gespräch natürlich auch auf das Ende unserer Beziehung. Ich sagte ihm das alles, er hat sich das alles angehört. Keine Rechtfertigung. Verständnis für mich und meine Beweggründe. Keine Versprechungen, kein Überreden zu Bleiben. Dafür wäre er auch nicht der Typ. Ich sage alles was mir auf der Seele liegt. Aber es fühlt sich nach „alles ist wie immer“ an. Ich sprach meine Gefühle aus, war aber nicht sauer, eher froh ihn zu sehen und mit ihm zu reden. Das ist sehr bescheuert irgendwie. Wir gingen am Ende auseinander und sprachen drüber, dass wir uns dann wohl erstmal nicht mehr sehen würden. ich umarmte ihn zum Abschied. Aber es fühlte sich anders an nicht nach Trennung an, sondern nach wiedersehen. Danach alleine im Auto wußte ich eigentlich gar nicht mehr so genau, was das jetzt für ein Gespräch war. Formal ein Ende, dass sie aber nicht so anfühlt. Zum Schluss machen bin ich wohl zu doof. Keine Ahnung, wie es weitergeht. Oh mann, ich hab es nicht hinbekommen. (wollen wahrscheinlich). Besser gesagt, ich hab es verkackt…

 

Weil es mir noch wichtig ist…

.. muss ich das noch schreiben.

Mr. Bondage war immer ehrlich zu mir. Er hat (mit einer Ausnahme) nie etwas versprochen, dass er nicht halten konnte.

Das Problem waren meine Hoffnungen und Erwartungen, die sich nicht erfüllt haben.

Auch wenn es bitter ist, verstehe ich rational, warum er entscheidet, wie er es tut.

Er ist verheiratet, hat eine Partnerschaft mit seiner Frau. Die beiden haben sich auf ein Lebenskonzept geeinigt mit dem beide klarkommen und wollen. Nehmen die Verantwortung, die sie für sich gegenseitig haben, wahr. Er braucht also keine Partnerin. Die hat er schon. Das was fehlt ist der Bondage/BDSM/Sex-Teil.

Das hatten wir versucht. Semi erfolgreich. Ich musste beim ersten Spiel safeworden, weil es mir zu viel war. Bin nicht so weit und gefestigt in meinem BDSM-Dasein. Für mich sind Kleinigkeiten noch neu. Er kommt nicht zum Spielen, weil ich als SUB immernoch mit dem Finden meiner Rolle beschäftigt bin.

Er hat eine Familie und einen Job, der ihn sehr fordert. In der wenigen Zeit, die ihm bleibt hat er nicht die Muse sich mit meinen Anfängerproblemen auseinanderzusetzen.

Da gibt es eben noch seine SUB, die in etwa in seinem Alter ist, die das schon länger macht. Gefestigter in ihrem Sub-Sein. Die masochistischer und devoter ist, als ich. Besser zu seinen Vorlieben passt. Mit ihr läuft es einfacher, wenn er sich die Zeit zum spielen nimmt.

Fesseln. Wenn er Dinge tut, dann richtig. Geht gleich zum großen Meister nach Japan um zu lernen. Will es am liebsten Bühnenreif performen können. Ich bin gerne Ropebunny. Aber von den körperlichen Voraussetzungen her nicht so einfach fesselbar wie eine kleine Asiatin, aber auch nicht wie ein schlankes, biegsames deutsches Bunny. Man kann das mit mir tun, aber es ist komplizierter und aufwändiger. So gefestigt in seinem Rigger-Dasein ist er auch noch nicht, dass es ihm potentiell egal ist, wie sein Bunny aussieht, wenn die anderen alle Modelmäßige Frauen aufhängen. Und wie auch bei der BDSM-Geschichte ist es am Ende eine Zeitfrage.

Also war ich am Ende eine unkinky Freundin zum Reden, zum gelegentlichen Sex, zum Nähe geben. Wie eine Partnerin, aber eben hinter den anderen Dingen angestellt. Das hat so lange funktioniert, solange sich meine Erwartungen in Grenzen gehalten haben.

Dadurch, dass ich nun auch einen Vollzeitjob habe kommt der größte Vorteil den ich mitgebracht habe nicht mehr zum Tragen. Ich war zeitlich superflexibel. Das ist nun nicht mehr in dem Maße gegeben. Im Gegenteil durch viele ehrenamtliches Engagement muss man nun auch auf mich und meine Termine Rücksicht nehmen.

So, wie ich eigentlich mit allen Exfreunden klar komme, wird sich auch hier ein Weg finden wie wir miteinander umgehen können. Denn trotz aller Rationalität muss ich jetzt erst mal die kleinen Wunden auf meinem Herz heilen und feststellen, dass ich seit 5 Jahren Single bin. Krass lange ist das mittlerweile.

Thats the end…

… of Mr. Bondage.

Es werden Zeilen voller Liebe, Hass und Trauer.

Es war der Grund warum ich so lange nicht geschrieben habe.

Er war der erste, dem ich schöne Dinge erzählen wollte. Er war der erste an den ich dachte, wenn ich ein Wochenende wegfahren will. Bei dem ich mich ausheulen wollte wenn es mir schlecht geht. Die Schulter zum Anlehnen. Der Mann der soviel Macht über meine Lust hat, wenn er denn wollte. Der Mann, der mich nachhaltig für  Bondage begeistert hat. Einer der wenigen Seelenverwandten meinem Leben. Ich habe ihn geliebt. Ja, es war nie ausgesprochen, aber es war Liebe. Ich habe ihn geliebt. Polyamor und ich war okay damit.

Die große Asymetrie in unserer Beziehung hat Eifersucht entfacht, die einen hassenden Menschen aus mir macht, der ich nicht sein will. Er war meine Nummer Eins, ich die Nummer 5 in seinem Leben. Hinter seiner Frau (völlig okay), seiner Sub (ja, die hasse ich gerade wirklich und es nervt mich, dass die Eifersucht das mit mir macht), dem Fesseln und der Suche nach schönen Frauen. Praktisch war ich und nur dann von Bedeutung, wenn die Punkte Eins bis Vier gerade nicht relevant waren.

Es hat sich am Ende an zwei Punkten entzündet. Nach meinem Urlaub nahm er sich zu meiner Überraschung ebenfalls Urlaub. Hatte er dringend nötig. War komplett überarbeitet. Das würde ihm gut tun, freute ich mich erst noch für ihn. Eine Woche, die er mit seiner Sub wegfuhr. Gott, wie mich diese Scheißwoche mit Eifersucht gequält hat. Na klar mit ihr. Damit war mir meine Rolle nochmal deutlich geworden. Für mich blieben nur die wenigen Abende, an denen er sowieso abgekämpft von er Arbeit kommt. Na, danke. Das hatte mir nie viel ausgemacht, weil ich immer dachte, hauptsache Zeit miteinander verbringen, irgendwann wird er sich schon wieder Zeit für Dich nehmen. … Nicht. Das tut weh. Und nun war eben wieder die BoundCon in München, die Fetischmesse. Vor zwei Jahren waren wir dort zu dritt gewesen. Hat so semi gut funktioniert. Jedenfalls wollte seine Sub dann nie wieder was mit mir zu tun haben. Bitter, so schlimm fand ich es nicht. Aber ab da war für ihn klar, dass er ab jetzt immer mit ihr zu dieser Veranstaltung geht. Die in meiner Stadt stattfindet und ich der Gearschte bin. Das finde ich so albernen Kackscheiß. Ich muss allein auf die Messe, weil in einem normalen Verhältnis da hin gehen nicht läuft.

Ich hatte ihm in harten fiesen Worten  meine Eifersucht geschrieben. Er hat mir ehrlichweise geantwortet, dass er mir nur die Abende unter der Woche und gelegentlich einen Tag am Wochenende anbieten kann. Ich würde sagen anbieten will. Damit liegt die Entscheidung bei mir. Will ich das?

Dann ist da noch seine Sub, ich hasse sie. So sehr ich mich auch mühe, das Gefühl in meinem Kopf geht nicht weg. Ich bin erschrocken über mich selbst. Wie oft ich ihr in meinem Kopf auf der Messe begegnet bin und ihr einfach mal meinen Hass vor die Füße gereiert habe…. Sie hat gewonnen. Ich bin auf dem Abstellgleis. Toll für sie.

Ich bin noch nicht mal gut genug um die Nummer Zwei im Leben von jemandem zu sein. Das ist wirklich bitter. Er hinterlässt das Gefühl, dass ich einfach nicht schön bin. Nicht schlank und nicht hübsch genug.

Ich war heute auf der Messe und auf der Party danach. Ich habe die beiden gesehen. Sie mich auch. Ich habe ausgehalten, dass sie geknutscht haben, dass sie weiß, dass sie gewonnen hat. Er hat nicht mit mir gesprochen, sie haben mich nicht gegrüßt. Ich habe mir die Veranstaltung zurück erobert. Ich kann dorthin gehen, den Abend genießen und Spaß haben. Die beiden nehmen mir nicht alles.

Liebeskummer quält mich seit die beiden im Urlaub waren. Zusätzlich habe ich schwere Zeiten im Job. Damit bin ich an einem Punkt, wo ich mein Leben wieder grundsätzlich hinterfrage. Wer bin ich, was will ich und wo ist mein Platz im Leben? Das hatte ich vor einem 3/4 Jahr bei der Jobsuche auch schon. Jetzt wieder. Alles auf neu.

Er wird mir als Ratgeber fehlen und als Rigger. Es wird schwer werden jemandem auf dem Fesselniveau zu finden. Aber was hilft es, wenn ich für ihn nicht gut genug bin. Ich muss auf mich aufpassen.

Affäre gescheitert

Bin das ganze Wochenende schon ein wenig liebesverkummert. Es hatte sich ja schon eine Weile abgezeichnet, dass das mit Mr. Bondage so nicht weitergehen würde. Aber final wurde es dann am Freitag morgen, als er mich anrief. Schon die Tatsache, dass er mich morgens anrief war ungewöhnlich.  Dann auch noch an einem Tag, an dem ich wirklich Respekt hatte vor meinem vollgestopften Zeitplan. Viele Termine wenig Zeit zum Durchschnaufen. Er würde am kommenden Wochenende heimfahren und nicht in seiner Wohnung bleiben, wie eigentlich geplant. Das wußte ich schon. Familientermin, kein Ding. Wir hatten ja noch unser Wochenende im Mai. Da wollten wir uns endlich mal wieder Zeit für einander nehmen und gucken, wie es um uns steht, ohne Stress und Arbeit. Ich freute mich da sehr drauf. Wir hatten schon vor Wochen den Termin ausgemacht, weil es gar nicht so leicht war ein Wochenende zu finden, an dem wir beide können. Ich hatte ihn am Abend vorher noch gefragt, ob das Wochenende steht.

Er rief mich an, weil er es mir persönlich sagen wollte und nicht als Nachricht schreiben. Er wird das Mai-Wochenende nicht mit mir verbringen, sondern mit seiner SUB. Sie hätte da zufällig auch frei und deswegen böte es sich an. Ich dachte mich zerreißt es. Ich sagte nur Okay und Tschüß.

Jetzt ist das drei Tage her. Die erste Wut ist ein wenig abgeflaut. Aber jetzt wo ich es aufschreibe, zerreißt es mich fast wieder. Oh Gott, wie weh das tut. So wenig wichtig bin ich ihm also. An erster Stelle kommt Sex und dann lange nichts. Und dann ich. Das war ja mal deutlich.

Ich schrieb, dass er damit seine Entscheidung getroffen habe, wünschte ihm ein gutes Leben und dass er den Rest meiner Sachen behalten könne… Ich dem Moment war ich mir sehr sicher ihn nie wieder sehen zu wollen. Er bot mir noch einen Fesselabend nächste Woche an.

Ich schrieb ihm, dass das vermutlich nicht mehr zu kitten sein wird. Er könne das verstehen und würde sich an unsere schönen Momente erinnern. Es gingen noch zwei drei Nachrichten hin und her.

Ich habe im Laufe des Wochenendes schon drüber nachgedacht, ob ich mir vorstellen könnte aus einer Affäre eine Freundschaft zu machen. So viele Menschen, denen ich mich so Seelenverwandt gefühlt habe, habe ich noch nicht getroffen. Und wir hatten wirklich viele wundervolle Momente.

Aber jetzt beim Niederschreiben merke ich wie sehr mich das kränkt, dass ich ihm so wenig wichtig bin. Es zerreißt mich. Ich denke über meinen Selbstwert nach. Ich weiß nicht, ob ich das jemals verzeihen kann. Wenn wird es noch ganz schön lange dauern.

Ich hoffe für ihn, dass er wenigtens überragenden Sex hat an unserem Wochenende. Wäre bedauerlich, wenn er für weniger als überragenden Sex unsere Beziehung weggeworfen hat.

Mir schießen noch 1000 Gedanken durch den Kopf, werde das im Blog sicher nochmal aufarbeiten. Für mehr reicht es heute nicht.

Wenn er jetzt nie wieder kommt?

Jetzt ist er plötzlich gekommen, der Moment, von dem ich wußte, dass es ihn irgendwann mal geben wird, aber über den ich mir bis dato nie Gedanken gemacht hatte. Das Ende der Projekte von Mr. Bondage in meiner Stadt. Wir hatten schon auch mal darüber gesprochen, was wohl passieren wird, dann im November, aber je näher der Moment kam, desto weniger war es Thema zwischen uns gewesen. Diese Woche begann wie immer, eigentlich. Er wollte Montag Abend spät anreisen. Ich wollte dann zu ihm ins Hotel kommen. Gegen halb zehn wollte er in meiner Stadt ankommen. Er hatte in letzter Zeit immer wieder Phasen, wo es ihn sichtbar quälte Sonntags oder Montags Abends seine Koffer zu packen und sich wieder in die Arbeitswoche zu stürzen. Das hat weniger mit dem Verlassen der Familie zu tun, denn er ist schon sein ganzes Berufsleben ein Reisender. Aber die Arbeit erfüllt ihn immer weniger. Die Sinnfrage, vielleicht auch Midlife-Crises bedingt wird immer größer.

So war es dann auch diese Woche Montag. Statt um 21:30 wie anvisiert, kam er dann erst gegen 24 Uhr an. Damit war der gemeinsame Abend ziemlich kurz geworden. Ich wollte ihn unbedingt sehen, deswegen war ich wachgeblieben und hatte auf ihn gewartet. Am nächsten Morgen hatte ich keinen Zeitdruck, deswegen war das nicht weiter schlimm.Ich versuchte allerdings den Umstand, dass er sich trotzdem es mich in seinem Leben gibt, irgendwie nicht mehr motivieren kann, nicht persönlich zu nehmen. Denn eigentlich finde ich, hat er es momentan ziemlich gut getroffen. Wenn ich mir so manchen von den einsamen Beratern so ansehe, die ich in seinen Hotels so treffe. Die manchmal völlig verzweifelt die Rezeptionistin angraben und hoffen, dass sie mit aufs Zimmer kommt. (Alles schon erlebt und bis heute nicht verstanden, wie man so dämlich sein kann, zu glauben, dass sie während ihrer Arbeitszeit mit ihm mitkommt.) Mr. Bondage muss die Woche nicht einsam verbringen, auf ihn wartet jemand in seiner Arbeitsstadt. Und trotzdem erleichtert dieser Umstand ihm in letzter Zeit das Arbeiten irgendwie nicht mehr.

Als er dann endlich da war, gaben wir uns Nähe,kuschelten waren zusammen. Es tat gut, denn wir hatten uns in der Woche vorher auch nur einen Abend sehen können.

Am Morgen bevor ich ging, unterhielten wir uns noch über den Rest der Woche. Es wurde klar, dass er am Dienstag Abend ein Geschäftsessen hatte und am Mittwoch Abend ein Date. Am Donnerstag würde er nach Hause fahren. Das traf mich ziemlich. Ich war sauer und verließ ihn merklich wütend.

Auf dem Weg in die Stadt tat ich etwas, dass ich sonst vermeide zu tun. Ich schrieb eine drastische Nachricht: „Ich bin eifersüchtig und gekränkt. Muss nachdenken, ob es mir gut tut.“ Das meinte ich auch genau so. Ich fühlte mich nicht wertgeschätzt. Dass er andere Dates hat okay. Aber er hatte mich vorher nicht mal gefragt, wie meine Woche aussieht, wann ich Abends Termine habe. Und die Tatsache dass er dann, obwohl er wußte, dass wir den Rest der Woche keinen gemeinsamen Abend mehr haben würden, es trotzdem nicht geschafft hatte, zur einer vernünftigen Zeit aufzuschlagen, machte die Sache nicht besser. Ich wollte darüber nachdenken, ob die Sache mit ihm mir in dieser Form noch gut tut. Er schrieb zurück, dass er redebereit wäre und ich mich einfach melden solle.

Ich musste erst noch arbeiten. Einen Workshop geben. Der lief sehr gut, das machte mich Stolz. Danach ging es mir schon deutlich besser und ich konnte ohne den Wutimpuls nochmal über die Sache nachdenken. Auch der Workshop hatte mir nochmal bewußt gemacht, dass Mr. Bondage maßgeblich daran beteiligt war, dass ich am Ende des Jahres jetzt dort stand und einen Workshop hielt. Dass ich die Uni doch nochmal beendet hatte. Er hat mich wertschätzend und motivierend begleitet. Hat mir immer was zugetraut. Mich spüren lassen, dass er mich als Mensch mit allem was ich kann schätzt. Das ist nach meiner letzten Beziehung, die mir genau die gegenteilige Erfahrung beschert unglaublich wertvoll für mich. Ich schrieb ihm ohne wütend zu sein, dass ich mich nicht wertgeschätzt fühle mit seinem Verhalten in dieser Woche. Er gestand seinen Fehler ein und gelobte Besserung. Ich fühlt sich ernst gemeint an. Er hatte auch meine erste Nachricht sehr ernst genommen. Wir sahen uns an diesem Abend spät nochmal und ich blieb die Nacht bei ihm. Am Morgen befriedigten wir uns gegenseitig und es fühlte sich gut an. Der Sex war nicht gänzlich verloschen zwischen uns.

Im Laufe der Woche kristallisierte sich dann heraus, dass er nicht mehr persönlich anwesend sein muss in meiner Stadt. Dass er die Projekte auch von zu Hause fertig stellen konnte. Nach der Aussprache trug ich ihm die Planung der Woche nicht mehr nach. Aber es dann danach aus, als würde er den vorerst letzten Abend in meiner Stadt mit einer anderen Frau verbringen. Oh mann. Ich ertappte mich kurz bei dem Gedanken, ob es nicht einfach das beste wäre für uns zwei, wenn es im Sande verläuft. Wir würden uns erst vermissen und uns dann irgendwann vergessen. Ich verwarf den Gedanken aber schnell wieder. Am Donnerstag Abend nahm er sich bevor er heimfuhr noch die Zeit mit mir Essen zu gehen. Und konnte mir berichten, dass ein Projekt überraschend verlängert wurde, so dass er bis zum Jahresende zumindest noch die ein oder andere Nacht in meiner Stadt verbringen wird. Ich freue mich auf die Zeit mit ihm. Die zwar weniger wird, aber wir werden uns noch sehen.

Menschen, die sich lieben sind manchmal sehr unfair zueinander

Achtung, dieser Eintrag ist im Affekt geschrieben..:-) Manchmal ist das Blog dann mein Ventil.

Tom, mal wieder Tom..
Liebe lässt Menschen manchmal ziemlich unfair miteinander umgehen..

Aber ich hab hier mal einfach die Kommunikation 1:1 wieder gegeben, die zeigt, wie aus einem harmlosen Gespräch ein komplettes Ende wird, in etwas mehr als zwei Stunden. Ich kommentiere zwischen rein meine Gefühlslage.

Remi: Erzähl wie war Wiesn.
7. Okt, 11:16 – Tom: Der Hammer! Die bisher beste Tour und das will was heißen
7. Okt, 11:17 – Remi: Warum das?
7. Okt, 11:18 – Tom: Leute, Stimmung, Bier, alles einfach…
7. Okt, 11:26 – Remi: Cool 😉
7. Okt, 11:29 – Remi: Hach so nah warst du und ich hab dich trotzdem nicht gesehen
7. Okt, 11:29 – Remi: Viel geflirtet?
7. Okt, 11:30 – Tom: Nun ja… Sozusagen… ^^
7. Okt, 11:31 – Remi: Das heißt?
7. Okt, 11:33 – Tom: Na ja… Samstag eigentlich nur mit einer jungen Dame… Das dann aber, wie soll ich sagen, recht intensiv… 😉
7. Okt, 11:33 – Remi: Sex?
7. Okt, 11:34 – Tom: Ich hab nicht alleine geschlafen… Genau genommen hab ich fast gar nicht geschlafen, obwohl ich recht früh im Bett war…
7. Okt, 11:34 – Tom: Also ja…
7. Okt, 11:34 – Remi: Soso
7. Okt, 11:35 – Remi: 😉
7. Okt, 11:35 – Remi: Seht ihr euch wieder?
7. Okt, 11:35 – Remi: Wars gut?
7. Okt, 11:36 – Tom: Denke nicht. Wissen ja außer Alter, Vorname und Herkunft sowie Beruf nix voneinander!
7. Okt, 11:37 – Tom: Aber ja, war es… Sie ist erst gestern um 12 gegangen, als ich auschecken musste
7. Okt, 11:37 – Remi: Dann war es besser dass ich nicht da war 😉
7. Okt, 11:37 – Remi: Trotzdem nicht Nummern getauscht
7. Okt, 11:38 – Remi: Sowas
7. Okt, 11:38 – Remi: Lol ich bin eifersüchtig 😉
7. Okt, 11:39 – Tom: Nein. Eigentlich war uns Beiden klar, dass es einmalig bleibt! Zum Einen wg der Entfernung und zum Anderen auch wg dem Alter… Das gilt jedenfalls für mich…
7. Okt, 11:39 – Remi: Wie alt war sie?
7. Okt, 11:39 – Tom: Anfang 20.
7. Okt, 11:40 – Remi: Da mach dich noch einmal lustig wenn meine Männer zehn jahre älter sind
7. Okt, 11:41 – Tom: Jaaaaa… Das hab ich dann auch zwischenzeitlich mal so gedacht… ^^
7. Okt, 11:42 – Tom: Aber egal! Es war geil, wir hatten Spass, alles gut! Und ich denke, ich werde sie finden können, wenn ich sie suche. So groß ist ihr Ort ja nicht…

Okay, das war die Stelle, an der ich wirklich eifersüchtig war. Als er schreibt, dass er sie wiederfinden kann, wenn er möchte und das auch im Hinterkopf hat. Ich war eifersüchtig, obwohl ich ja nichts mehr von ihm habe. Er hat unsere Affäre beendet und ich hab es immernoch nicht ganz verwunden, auch wenn ich meistens gut damit umgehen kann.. Eigentlich weiß ich, dass er in mir auch manchmal jemandem zum reden sieht, über seine Affären, da er sonst mit niemandem drüber reden kann. Zumindest hat es sich so für mich angefühlt. Darum nehme ich es ihm, wenn ich wieder im rationalen Denkmodu bin, nicht übel. Außerdem hab ich oben nochmal darauf rumgeritten, dass er mir immer vorgehalten hat, dass Sex mit Männern die zehn Jahr älter sind irgendwie eklig ist, was ich nie verstehen konnte. Aber ich hätte das auch nicht nochmal auspacken müssen. Ab da nahm es seinen Lauf. Das führte dann zu komischen Aussagen meinerseits, wie:

7. Okt, 11:43 – Tom: Haben zumindest gesagt, wir sehen uns nächstes Jahr im gleichen Zelt am ersten Oktober-WE wieder! Mal schauen… 😉
7. Okt, 11:43 – Remi: Sex beim ersten Treffen
7. Okt, 11:43 – Remi: Du hast mehr Sex als ich. Wollte ich nur mal festhalten

Hätte ich mir auch sparen können, aber da war ich nicht zu bremsen. Bezog sich auf den Sex beim ersten Date mit dem Alten Mann.. Wobei zugegebenermaßen sagte er immer, dass er Weggehen von seiner Regel „Kein Sex beim ersten Date“ ausnimmt, aber ich bin nicht dazu gekommen, ihm das zu schreiben. Also war ich auch ein wenig unfair. Und ich Depp, ich musste unbedingt auch drauf rumreiten, dass er wohl zur Zeit mehr Sex hat, als ich..Aber das lag daran, dass er mir immer das Gefühl gibt, dass nur ich wild rumzuvögele..Fairerweise hat er eigentlich nur dauerhafte Affären. Und ich immerhin keine Beziehung.. Naja

7. Okt, 11:46 – Tom: Zwischen geplantem Date und besoffenem ONS ist ja wohl ein ziemlicher Unterschied… 😉
7. Okt, 11:46 – Remi: Soso, ich hatte auch getrunken – Zwei caipis
7. Okt, 11:46 – Tom: Außerdem hätte ich nie im Leben geglaubt, dass sie wirklich mit ins Hotel kommt… Obwohl es fast klar war, nachdem ihr Freund gegangen war, dass noch mehr passiert…
7. Okt, 11:48 – Remi: Das bezog sich auf den abend mit dem Alten Mann
7. Okt, 11:48 – Remi: Ich hatte ne Weile keinen
7. Okt, 11:50 – Remi: Es freut mich dass du guten geilen Sex hattest
7. Okt, 11:50 – Tom: Danke…
7. Okt, 11:50 – Remi: Aber manchmal ist es halt nicht so einfach
7. Okt, 11:50 – Remi: Ich muss aufhören mich zu ärgern
7. Okt, 11:51 – Tom: Und hättest du nicht so doof nachgefragt, hätte ich es dir gar nicht gesagt… Will dich ja nicht verletzen oder so…
7. Okt, 11:51 – Remi: Schon okay
7. Okt, 11:51 – Tom: Worüber ärgerst du dich noch?
7. Okt, 11:51 – Remi: Egal
7. Okt, 11:51 – Tom: Sprich ruhig
7. Okt, 11:51 – Remi: Nein

Das wäre der Moment gewesen, sich zu verabschieden und immer mal wieder losen Kontakt zu haben, so wie es bisher für mich gut funktioniert hat.. Mann…

7. Okt, 11:52 – Remi: Die neuerliche Diskussion führt zu nix
7. Okt, 11:53 – Remi: Aber ich hatte weder geplant noch damit gerechnet, dass damals was läuft. Ich hatte was getrunken. Und dass mir ein Mann im Auto die Augen verbindet, das wird in meinem ganzen Leben nicht mehr vorkommen.

Aber da war es aus mir rausgeplatzt… Verdammt.. Warum..

7. Okt, 11:53 – Tom: Stimmt, ist wohl so. Habe ja in einigen deiner Blog-Aussagen schon gemerkt, dass du nicht wirklich verstehst, worum es mir damals ging. Der alte Mann war doch nur der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat
7. Okt, 11:54 – Remi: Vermutlich hast du Recht
7. Okt, 11:55 – Remi: Aber ich will dir nur zeigen, dass du manches dass du mir vorwirfst auch nicht anders machst
7. Okt, 11:56 – Tom: Habe ich nie bestritten
7. Okt, 11:56 – Tom: Und auch nicht, dass das Eine oder Andere damals vielleicht etwas übertrieben war. Aber das Gesamtbild hat halt einfach nicht mehr gepasst! Ich habe mich zu häufig über Inkonsequenz, lockerem Auslegen der Regeln etc geärgert und da war das dann tatsächlich der viel zitierte Tropfen
7. Okt, 11:58 – Remi: Das ist was anderes
7. Okt, 11:59 – Remi: Das klingt wie wenn man in ner Beziehung sagt „ich liebe dich einfach nicht mehr.“ und ist leichter zu akzeptieren
7. Okt, 12:00 – Remi: Naja dann ist das so.. Das kann ich eher hinnehmen, als den Abschuss wegen des Alten Mannes

So da war ich eigentlich auch versöhnt. Damit kann ich besser umgehen, als immer zu glauben, er hat nur wegen der einen Regelübertretung mit dem Alten Mann die Affäre beendet.

7. Okt, 12:06 – Tom: Habe auch nie was Anderes gesagt… Aber du wolltest das nie hören…
7. Okt, 12:07 – Remi: Mag sein
7. Okt, 12:12 – Tom: Geht’s dir jetzt besser damit?
7. Okt, 12:12 – Remi: Die Zeit heilt alle Wunden
7. Okt, 12:15 – Tom: Freut mich, wenn dir jetzt vielleicht ein Licht aufgeht…
7. Okt, 12:16 – Remi: In der Kombination mit dem Blog konnte das nicht funktionieren
7. Okt, 12:28 – Tom: Auch das habe ich dir mehrfach gesagt… Dein Leben für den Blog hat viel kaputt gemacht! Da hat doch überhaupt erst zu den Regeln geführt. Normal ist es mir doch egal, wenn du beim ersten oder doch erst beim 2., 3. Date Sex hast. Aber ich hätte irgendwann den Eindruck, dass du sofort mit jedem Date ficken musst, um ne neue Geschichte zu haben und habe gehofft, deinen Blick damit etwas zu schärfen!

AHHH, wieso muss ich auch immernoch einen nachlegen. Ich wollte damit aber eigentlich nur sagen, dass durch die Transparenz die mein Blog ihm über das was ich tue gibt, kann es nicht funktionieren. Bei allen anderen Affären weiß er schlicht nicht was sie tun, und damit lebt es sich leichter..

Dann bin ich Auto gefahren und habe nicht mehr geantwortet.

7. Okt, 12:41 – Remi: Grad die Ergebnisse vom Frauenarzt
7. Okt, 12:41 – Remi: Alles negativ juhu
7. Okt, 12:41 – Remi: Hiv, Hepatitis, Clamydien

Das Thema bekommt nochmal einen eigenen Blogeintrag. Aber tragisch, dass es sich dann so hochschaukelt.

7. Okt, 12:42 – Tom: Na dann Glückwunsch!
7. Okt, 12:43 – Tom: Glück gehabt, hm? 😉

Diese Bemerkung war eigentlich der Auslöser für den finalen Streit. Die hat mich mega auf die Palme gebracht. Denn wir haben in unserer Affäre auch relativ schnell ohne Verhütung miteinander geschlafen. Er wollte darauf hinaus, dass JD mich bei unserer ersten Session ohne Kondom gefickt hat, was so nicht vereinbart war, ich mit ihm drüber geredet hatte und es ihm verziehen habe. Ansonsten habe ich mir immer viele Gedanken über Verhütung gemacht.

7. Okt, 12:47 – Remi: Manchmal bist du ein Arsch
7. Okt, 12:55 – Tom: Wieso das denn jetzt?
7. Okt, 12:57 – Remi: Verhütest du bei Svenja?

Okay, da bin ich zu weit gegangen. Aber mein Bauchgefühl sagt mir, dass er es nicht tut, was eigentlich völlig okay ist, Aber er mir dasselbe vorhält.

7. Okt, 12:59 – Tom: Sorry, aber ich werde mich zu Dingen, die Svenja betreffen, nicht mehr weiter äußern! Fand sie neulich gar nicht so gut, dass du über unser Treffen Bescheid wusstest

Ich hatte mir ihr über das Treffen geredet, als ich mich während meines Bremen Aufenthalts mit ihr zum Frühstücken getroffen hatte. Aber ganz neutral. Schön zu erfahren, dass es sie stört, dass ich es wußte- Aber das ist ja auch nicht wichtig.

7. Okt, 13:00 – Remi: Kann mir ja auch wurscht sein dann, aber versteh ich nicht
7. Okt, 13:01 – Tom: Boah bist du pissig! Man wird ja wohl noch mal nen Scherz machen dürfen

Da war ich sauer, und die Nummer mit dem vermeintlichen Scherz hat es nicht besser gemacht.

7. Okt, 13:02 – Remi: Haha
7. Okt, 13:04 – Remi: Hätte mich geärgert, denn ich hätte nicht verstanden warum
7. Okt, 13:04 – Remi: Das klang so als hätte ich versucht euch gegeneinander auszuspielen
7. Okt, 13:06 – Tom: Nein, hast du nicht. Aber ich werde trotzdem keinerlei Details aus der Affäre mehr preisgeben!
7. Okt, 13:06 – Remi: Und kurz kurz vorher unterstellst du mir noch dass ich komplett unverantwortlich wäre und nur Glück gehabt habe, dass ich jetzt nicht HIV habe
7. Okt, 13:06 – Remi: Da hält sich mein Humor in Grenzen
7. Okt, 13:07 – Remi: Ich bin mir relativ sicher dass ihr keinen Gummi benutzt

Ja, das würde ich gerne zurücknehmen. Aber im Kern der Sache verurteilt er mich für was, was er auch nicht anders macht. Am Ende kann er sich auch nach einem halben Jahr nicht sicherer sein, dass da nix is, als ich nach dem ersten Treffen.

7. Okt, 13:07 – Tom: Wie du meinst
7. Okt, 13:08 – Tom: Selbst wenn es so wäre: wir haben seit fast einem Jahr regelmäßig Sex. Ist was Anderes als beim 2. oder 3. Treffen, oder?
7. Okt, 13:08 – Remi: Is immer anders
7. Okt, 13:08 – Remi: Bei dir

AHHH, ich Depp. Aber ich war wirklich verletzt, von seinem Kommentar oben.

7. Okt, 13:09 – Tom: Remi, sorry, aber darauf habe ich echt keinen Bock!
7. Okt, 13:09 – Remi: Ich beende das Gespräch jetzt, sonst reden wir nie mehr miteinander

Ich wollte nur sagen, dass es besser ist, wenn wir uns erst wieder schreiben, wenn wir uns beruhigt haben. Mir erhitzten Gemütern bringt es nichts. Und ich wollte erst in Ruhe reflektieren und mich nicht zu weiteren Aussagen verleiten lassen, die ich bereue, aber da war es von seiner Seite nicht mehr aufzuhalten..

7. Okt, 13:09 – Remi: Das macht keinen Unterschied
7. Okt, 13:09 – Remi: Keinen
7. Okt, 13:10 – Tom: Ok, dann lass uns den Kontakt jetzt beenden. Ist vielleicht besser so
7. Okt, 13:10 – Remi: Bis irgendwann
7. Okt, 13:10 – Remi: Wenn ich nicht mehr wütend bin

7. Okt, 13:11 – Tom: Tut mir leid, dass das jetzt offenbar so endet
7. Okt, 13:12 – Tom: Aber ich bin das Vergleichen satt
7. Okt, 13:12 – Remi: Weil du dir immer ein vernünftigeres Urteil zu traust als mir
7. Okt, 13:12 – Tom: Und werde mich vor dir nicht mehr rechtfertigen, so wie du es auch nicht vor mir tust
7. Okt, 13:13 – Remi: An deiner Reaktion merke ich aber, dass der Punkt wund ist
7. Okt, 13:13 – Tom: Remi, mir reicht es jetzt. Ich habe keine Lust auf diesen Mist!
7. Okt, 13:13 – Remi: Okay
7. Okt, 13:13 – Remi: Muss ich akzeptieren
7. Okt, 13:14 – Tom: Wund? Wenn du damit „es geht mir auf den Sack, weil es schlicht und ergreifend für uns, egal wie, keine Relevanz hat“ meinst, dann hast du Recht
7. Okt, 13:14 – Remi: Okay
7. Okt, 13:15 – Remi: Ich werde dir in Ruhe eine Email schreiben .. Ließ sie oder nicht
7. Okt, 13:15 – Remi: Mach es gut
7. Okt, 13:15 – Tom: Ciao

So enden Beziehungen.. Menschen, die sich irgendwie lieben, behandeln sich unfair, weil sie in ihren Gefühlen gefangen sind. Das macht mich sehr traurig.. Aber ich hab das nicht mehr in der Hand. Er hat sich entschieden. Das einzige Positive das für mich daraus bleibt ist, dass er mich wirklich gemocht haben muss. Sonst wäre dieser Streit nicht passiert..

Keine Ahnung, was passiert. Ich lerne, dass wenn es hätte mir dem losen Kontakt funktionieren sollen, dann muss ich das Nachkarteln lassen und seine Entscheidung ein für alle Mal akzeptieren. AKZEPTIEREN, dass er sich entschieden hat, gegen mich als Affäre..

Warum hänge ich so an dem Kontakt mit ihm? Wäre es nicht leichter, es komplett abzubrechen? Ich bin kein Fan davon, Menschen den Rücken entgültig zukehren, wenn man sie wirklich gemocht hat. Ich hab auch zu allen meinen Exen einen Kontakt der okay ist. Mit dem einen mehr, mit dem anderen weniger. Aber ich kann mit allen sprechen. Aber das liegt dann wohl auch daran, dass die Dinge aus der Beziehung und deren Ende nicht mehr relevant waren. Und soweit war ich mit Tom wohl noch nicht.