Merry Christmas

Ich wünsche Euch allen Frohe Weihnachten. Vielen Dank, dass ihr mich so treu und fleißig lest und begleitet.

Ich hab es weder geschafft mich ordentlich über mein zweijähriges Blogjubiläum im Oktober zu freuen, noch dass ich die 500.000 Klicks voll gemacht habe. Viel los mit der Uni, ein wenig verliebt, reiselustig, hach ja ihr kennt das bestimmt.

Nachdem die Weihnachtszeit immer die saure Gurkenzeit als Geliebte ist und Mr. Bondage sich in den Weihnachtsurlaub verabschiedet hat, habe mich mir vorgenommen, so etwa alle zwei Tage einen Eintrag zu veröffentlichen. Damit ich endlich mal alles wegschreibe, was noch so in 2014 passiert ist. Mal sehen, ob es mir auch gelingt.

Runde zwei, der Pool und der Barkeeper

Der Soldat und ich kamen zurück an die Bar und trafen dort wieder meine Freundin Elisa. Sie hatte sich wie es schien nicht gelangweilt, sondern sich mit dem einen oder anderen Mann unterhalten. Der Soldat und ich lachten noch ein wenig über das eben Erlebte. Vor Allem darüber, dass wir das mit dem Eimer in der Tür nicht gewusst hatten. Irgendwie war ich noch nicht so recht befriedigt und er hatte auch noch Lust. Noch dazu war ich mir nicht sicher, dass ich nochmal jemanden finden würde, auf den ich Lust hatte. Also beschlossen wir es nochmal zu versuchen, dieses Mal mit dem Eimer in der Tür. Wir gingen also schon ein paar Minuten später wieder nach oben und beschlossen am Ende wieder in die gleiche dunkle, etwas versteckt gelegene Höhle zu gehen, in der wir am Anfang schon gewesen waren.

Immerhin wussten wir dieses Mal schon, wie das mit dem Küssen zwischen uns beiden funktioniert. Und der Eimer schien Erfolgversprechend. Es waren zwar Zuschauer da, aber die blieben dieses Mal vor der Türe. Es gelang uns die anderen auszublenden. Knutschen, fummeln, blasen und dann beschlossen wir, dass wir Sex haben wollten. Er angelte sich ein Kondom zog es an und fickte mich. Ich massierte mir mit den Fingern den Kitzler und kam so relativ schnell. Am Ende kurz vor seinem Orgasmus war dann doch noch ein Mann in unsere Höhle geklettert und hatte sich langsam an uns heran gerobbt. Das war ein wenig nervig. So dass wir dann doch noch sagen mussten, dass er nicht mitmachen darf. Aber der Soldat kam dann trotz der Ablenkung noch. Es war schön. Aber auch von beiden Seiten sehr zielorientiert. Wir wollten ficken, ohne große Umwegen und das hatten wir getan. Anziehen, duschen und zurück an die Bar.

Mein Freundin Elisa und ich waren ja schon ziemlich früh in den Club gegangen. Als ich dann mit dem Soldaten zurück kam, war es gerade so 20 Uhr und der Abend war noch jung. Mittlerweile war noch ein Freund von uns dazu gekommen. Der Soldat, verabschiedete sich unmittelbar nach dem Sex und ging nach Hause. Elisa fragte, ob ich denn nicht die Nummer von ihm hätte haben wollen. Darüber hatte ich gar nicht nachgedacht. Für mich war es völlig okay, dass er sich verkrümmelt hat. Ich habe mir auch nicht seinen Namen gemerkt. Es war okay so wie es war. Nettes Gespräch, kurzer Fick und gut. So konnte ich nun einfach einen netten lustigen Abend mit meinen Freunden haben.

Wir aßen ein wenig, tranken und sahen uns die anderen Menschen an. Es gibt da wirklich alles. Dick, dünn, gut angezogen, komische Klamotten, geschmackvoll, alt und jung. Die Mischung ist wirklich interessant. Ich würde ja vieles von dem was die anderen da so anziehen aus ästhetischen Gründen nicht tragen, aber jeder soll das so machen, wie er es gerne hätte. Zwischendurch drehten wir immer mal wieder eine Runde durch die Zimmer um zu schauen, was da so im Gange war. So einiges. Die vielen Soloherren bekamen auch immer mal wieder die Gelegenheit sich zu beteiligen. Und ich hatte das Gefühl, dass je später der Abend wurde, desto geringer wurde der Druck und desto weniger nervig wurden die Handtuchträger.

Elisa kannte von früheren Besuchen einen wunderhübschen netten durchtrainierten schwarzen Mann, der noch dazu gern Frauen den Rücken massiert. Zumindest fädelte Elisa ein, dass wir nach einander eine wunderbare Rückenmassage bekamen. Ich traute dem Braten am Anfang ja nicht und war mir sicher, dass er eine Gegenleistung dafür haben wollte. Aber er wollte wirklich nicht. Zu cool einfach. Noch eine Massage bekommen, einfach so. Es fing an mir zu gefallen. Netten Typ abgeschleppt, Massage bekommen, All-inclusive-für wenig Geld, da kann man nicht meckern.

Und ich konnte mich im Laufe des Abends noch davon überzeugen, dass das Prinzip „zu Geben ohne dafür eine Gegenleistung zu erwarten“ meistens dazu führt, dass der Gebende reichlich belohnt wird. Der leckere Masseur konnte sich jedenfalls nicht über zu wenig Sex beschweren.

Gut durch geknetet beschloss Elisa, den Clubeigenen Pool zu entern. Ich hasse ja baden eigentlich. Bade vielleicht zweimal im Jahr. Aber ich ließ mich überreden mit in den Pool zu klettern. Da saßen wir dann zu dritt, Elisa, unser Freund und ich.. Bis noch ein Typ kam und einfach mitreinkletterte.. Dann war es ziemlich eng.. Aber so ein wenig unter Wasser fummeln war schon ganz nett. Ich streichelte mal Elisas Beine und mal die Beine unseres Kumpels. Der auch wirklich ganz niedlich ist. Lange hielt ich es aber trotz netter Begleitung nicht in der Wanne aus und flüchtete. Ich duschte mich und zog mir wieder mein Kleid an. Ich hatte das Gefühl, dass sich was zwischen Elisa und unserem Kumpel etwas anbahnte und beschloss mich zu verkrümmel um nicht im Weg umzugehen. Ich ging wieder nach unten und setzte mich allein an die Bar.

So ganz allein als Solofrau. Ich war gespannt, was passieren würde. Ich wollte gar niemanden kennenlernen. Wollte eigentlich auch gar nicht kommunizieren. Mittlerweile war der Abend schon ein wenig fortgeschrittener. Der Druck bei den meisten Männern war abgebaut. Und ich strahlte vermutlich auch aus, dass ich nicht aufgerissen werden wollte. So wurde ich ziemlich in Ruhe gelassen. Und kam mit dem wirklich gutaussehenden schwarzen Barkeeper ins Gespräch. Wir flirteten, es gefiel mir. Er fragte mich dann heimlich nach meiner Nummer. Ich war mir nicht sicher, ob er das nicht eben bei jeder Frau machen würde und überlegte, ob ich sie im wirklich geben wollte. Aber ich hörte auf mein Bauchgefühl und schrieb die richtige Nummer auf. Wir wollten uns mal auf einen Drink treffen. Haha, ich reiße in einem Swingerclub einen Mann auf, mit dem ich erst mal einen Trinken gehen will. Auch gut. Sowas mag ich ja..

Nach einer ganzen Weile kamen meine beiden Freunde dann grinsend wieder. Ich hatte Recht behalten. Es war was gelaufen. So gingen wir am Ende alle zufrieden nach Hause.

Wie zwei schüchterne Teenager…

Der schnuckelige Soldat und ich gingen nach oben. Und irrten erst mal eine ganze Weile zwischen den Zimmern umher. Denn es war gar nicht so leicht einen Platz zu finden, bei dem man einigermaßen ungestört ist. Das abschließbare Pärchenzimmer war schon belegt. Mitten auf den Präsentierteller wollten wir auch nicht, also schieden 90 Prozent der anderen Möglichkeiten von vorn herein aus. Und dann schleppten wir auch dieses Mal eine kleinere Traube Männer hinter uns her. Nachdem wir zwei Runden durch alle Höhlen und Zimmer gedreht hatten, entschieden wir uns für eine ganz versteckt liegende Höhle unter einem Bett. Wir kletterten hinein und breiteten unsere Handtücher aus.

Sex ist für mich nie ohne Gefühle einfach ausziehen und losrammeln. Er war auch nicht so abgebrüht. So lagen wir auf unseren Handtüchern und grinsten uns erstmal verlegen an. Wie loslegen? Natürlich waren wir in einem Swingerclub und erwachsene Menschen. Aber ich fühlte mich trotzdem ein bisschen wie in meine Teenagerzeit zurückversetzt. Es war ähnlich krampfig, wie zu Teenagerzeiten. Aber mit ein wenig mehr Erfahrung als damals, versuche ich jetzt mit Humor solchen Situationen beizukommen, in dem ich halt ausspreche, dass wir uns gerade wie zwei Teenies anstellen. Das half. Wir küssten uns und das knisterte durchaus. Allerdings war ein wenig irritierend, dass wir schon vom ersten Kuss an drei Männer im Eingang der Höhle sitzen hatten, die versuchten näher zu rutschen.

Also einer von uns beiden war immer damit beschäftigt, den Männern klarzumachen, dass sie gerade nicht erwünscht sind. Wir knutschten weiter. Zwischen durch mussten wir einfach lachen, weil wir beim Knutschen beobachtet wurden. Mein Soldat fing an mich anzufassen und ich zog mein Kleid aus. Behielt aber meine Wäsche an. Ich bot ihm an, dass ich ihm einen blasen würde, denn mehr würde mein Kopf so nicht mitmachen. Er war einverstanden und ich fing an ihm genüßlich einen zu blasen. Es gefiel ihm. Aber es kamen immer wieder Männer in die Höhle. Hatten wir den einen weggeschickt, kam der nächste. Er konnte sich erstmal nicht fallen lassen, weil er sich verpflichtet fühlte die Männer wegzuschicken. Nichts desto trotz hatte ich ihn geil geblasen und bot ihm an, dass er auf meinen Brüsten abspritzen durfte. Zog meinen BH noch aus. Er kniete sich über mich und kam. Dann machten wir uns halbwegs sauber, packten unsere Sachen und verschwanden zum Duschen. Nicht ohne, dass noch ein Mann sein Bedauern darüber ausgedrückt hatte, dass er so gerne mitgemacht hätte, wo er doch meine Brüste so schon fände. Beim Rausgehen erklärte uns noch einer, dass wenn wir hätten ungestört sein wollen, wir ja auch einfach den kleinen Eimer in die Türe hätten stellen können. Ein Aha-Moment für uns beide, die wir nicht besonders erfahrene Swinger waren.

Das Erlebnis war eine Mischung aus witzig, nervig und schön. Er war ein wunderbarer Küsser, das war schön. Das wir uns so angestellt hatten, war witzig, die anderen Männer eher nervig. Wenn sie uns nur zugesehen hätte, wäre es okay gewesen. Aber immer das auf die Pelle rücken…

Nach einer halben Stunde waren wir zurück an der Bar bei meiner Freundin. Der Abend war ja noch jung..

Mädelsabend im Swingerclub

Eines Freitag Abends sollte es sich ergeben, dass ich mit meiner Freundin Lisa, die ich über den Stammtisch der Rirarammelseite kennengelernt hatte in einen Swingerclub ging. Sie war da schon ein paar Mal ohne männliche Begleitung gewesen. Ich hingegen kannte Swingerclubs ja bisher nur mit meinem Dom JD zusammen. Ich war sehr gespannt zu einen auf den Club, zum Anderen wie der Besuch ohne einen Mann an meiner Seite werden würde.

Wir trafen uns vor der Türe. Ich ging ohne große Erwartungen hin. Aber es konnte auch nicht viel schief gehen, wenn alles inklusive ist und man als Frau nur 10 Euro Eintritt zahlt. (Wobei ich mir noch nicht abschließend sicher bin, dass ich den niedrigen Eintritt für Frauen auch gut finde). Lisa und ich trafen uns am Parkplatz. Wir waren schon realtiv früh verabredet. Es war später Nachmittag. Um diese Zeit war der Club vermutlich noch nicht besonders voll. Also easy zum Eingewöhnen für mich. Wir zahlten brav unseren Eintritt und gingen dann zum Umziehen. Ich wollte beim ersten Mal ohne Begleitung nicht zu nackig rumlaufen und entschied mich für ein kleines schwarzes Kleid, dass ein wunderbares Dekollete macht. Dazu zog ich meine Overkneestiefel (um nicht zu viel von meinen Eisbärweißen Beinen zu zeigen). Lisa hatte ebenfalls ein Kleidchen an.

Dann enterten wir den Club. Aus der Umkleide kommt man direkt in den Barbereich. Handtücher auf die Stühle und erst mal etwas trinken. Und die anderen scannen. Oder gescannt werden. Es war wirklich noch nicht viel los. Ich musste fahren und konnte nur ein klein wenig Alkohol trinken. Aber so zum Auftauen bestellte ich mir einen Aperol Sprizz. Das Publikum war bunt gemischt. Ältere Pärchen, jüngere Pärchen, Soloherren jeden Alters. Und natürlich auch meine Lieblingsgruppe – die Handtuchträger. Niemals werde ich, wenn ich es selbst bestimme, mit einem der Handtuchträger Sex haben. Wenn es nicht mal für Shorts reicht…

Lustig ist, dass Lisa und ich ähnlich ticken, was potentielle Sexualpartner angeht. Brain muss sein. Gar nicht so leicht in einem Swingerclub. Uns quatschte auch der ein oder andere Typ an, als wir da zu zweit an der Bar saßen, aber da war nichts wirklich ehaltvolles dabei. So unterhielten wir uns einfach zu zweit. Nach dem ersten Getränk zeigte mir Lisa dann die einschlägigen Räumlichkeiten einen Stock höher. Und ja, es ist wirklich witzig einerseits und unfassbar nervig andererseits, dass wenn du als zwei Frauen im Club aufstehst und Anstalten machst, Richtung Sexbereich zu gehen, dann hast du eine ganze Traube Männer die dir hinterher dackelt. Lisa und ich standen auf und ich würde schätzen fünf Männer taten es uns nach und liefen uns hinterher. Wir wollten uns eigentlich ganz entspannt mal umsehen. Das ist allerdings wirklich schwierig, zumal noch nicht besonders viele Frauen im Club waren.

Wir zogen von Zimmer zu Zimmer uns sahen uns alles an. Und hinter uns immer die Männertraube, die irgendwie hofft einen Stich zu machen. Völlig falsche Taktik dieses permanente auf die Pelle rücken. Aber das hat ihnen vermutlich niemand erklärt bisher. Wir konnten leider auch nicht in Ruhe irgendwo zusehen, weil immer Männer an uns dranklebten. Oder sie sich wichsend einfach ins Blickfeld stellten. Das überforderte mich komplett. So dauerte der Ausflug in den Sexbereich auch nicht allzu lange und Lisa und ich gingen wieder an die Bar zurück.

Wir unterhielten uns einfach weiter. Irgendwann kamen wir mit einem Soldaten ins Gespräch. Er war Ende 20 und ganz niedlich. Ich hab seinen Namen vergessen. Er war wirklich nett. Wir unterhielten uns ganz unverfänglich. Er stand neben Lisa. Ich war gespannt, ob sich etwas ergeben würde zwischen den beiden. Wobei er Lisa viel zu klein war. Sie mag große Männer. Und er schien sich für mich zu interessieren, stellte sich heraus. Ich wusste eigentlich gar nicht so genau, was ich wollte. Aber Lust zu knutschen hatte ich, und er war niedlich. Also sprang ich über meinen Schatten und wir gingen die Treppe nach oben…

Manchmal ist mein Leben wie eine Soap Opera

Tut mir leid, ich merke, dass die Intervalle in denen ich blogge gerade riesig sind. Aber dieses Uni-fertig-machen-Ding spannt mich echt ganz schön ein. Geschichten gäbe es wirklich genug.

Eine kleine Geschichte, die sich auf einem Stammtisch der Rirarammelseite angebahnt hatte. Ich war allein dort. Mr. Bondage war nicht mitkommen, sondern in den Urlaub gefahren. Wie immer war ich eigentlich auch nur hingegangen, um die Menschen, die ich eh schon kenne, mal wieder zu treffen, zu lachen, zu quatschen, einfach einen schönen Abend zu haben.
Im Laufe des Abends kam ich dann aber in Flirtlaune. Mit einer Freundin hielt ich Ausschau nach passenden männlichen Flirtobjekten. Und siehe da, da stand eines an der Bar, ganz allein. Genau mein Typ, dunkle Haare, Mitte/Ende 30, Jeans, Hemd und Jackett, ein in meinen Augen schöner, gepflegter Mann.

Ich fing an ihn aus sicherer Entfernung anzulächeln. Er lächelte ein wenig zurück. Ein bißchen Augenflirt. Das ging eine Weile so, bis er mit seinem Bier nach draußen verschwand und ich beschloss, dass ich ihm einfach mal hinterher gehen wollte. Jetzt oder nie. Perfekte Gelegenheit. Manuel heißt er. Wir unterhielten uns. Er erzählte mir, dass er wegen mir auf den Stammtisch gekommen war. Er hatte mein Profil gelesen und wollte mich kennen lernen. Ich lachte mich schlapp. Klar, ich flirte ausgerechnet den Typ an, der mich kennenlernen will. Hahaha.. Er hatte mein Profil gelesen und sich deswegen ein Jackett angezogen. Sagte er zumindest. Fuck, wie durchschaubar mein Beuteschema doch ist. Und es hat auch noch funktioniert. Das fand ich lustig und beängstigend.

Wir unterhielten uns gut. Und er überredete mich zum Knutschen. Eigentlich wollte ich nicht lange bleiben an dem Abend, weil ich sehr früh aufstehen musste. Aber da saß ich dann knutschend mit Manuel. Boah, konnte dieser Mann unfassbar geil küssen. Das schrie förmlich nach mehr. Ich ließ es sogar zu, dass er meine Brüste anfasste und aus dem Oberteil holte. Der Abend schrie nach Sex mit ihm. Aber ich musste früh raus, hatte einen Termin am nächsten Tag. Ich ließ mich nicht überreden, obwohl ich ziemlich Lust gehabt hätte. Aber es war mir auch alles irgendwie zu schnell gegangen. Ich ging allein nach Hause. Lieber erstmal Tempo rausnehmen. Ich wurde aus ihm auch nicht schlau. Er war eine Mischung aus Selbstbewußt und „er weiß genau was er will“ und unsicherer Eifersucht.

Wir schrieben uns viele Nachrichten. Er schrieb mir irgendwann den legendären Satz „Ich bin alles was eine Frau sucht, fordere aber auch dafür“. Spätestens da war meine Neugierde groß. Ich wollte herausfinden, ob er wirklich so selbsbewußt ist. Was hinter diesem Satz steckt.

Wir verabredeten uns zum Essen. Er lud mich in seinen Lieblingsitaliener ein. Und teilte mir mit, dass Frauen dort ein Kleid tragen müssten. Er würde im Jackett kommen. Sehr witzig, der Typ. Ich besitze genau zwei Kleider. Trage die nur wenn ich muss, auf Hochzeiten oder Empfängen. Das Sneakersgirl zum schicken Italiener ausführen. Oh Mann. Aber ich hatte Lust. Sagte ihm, dass ich vermutlich ein wenig verkleidet aussehen würde. Ich kam mir ziemlich overdressed vor in meinem kleinen Schwarzen. Aber auch sehr hübsch. Ich musste über mich selbst lachen, weil es mir Spaß gemacht hatte, mich für ihn so aufzurüschen. Es war ein tolles kleines Restraurant und das teuerste Essen meines Lebens. Das ich unfallfrei im Kleid absolvierte. Es war ein schöner Abend. Ich war mit dem Auto da und bot ihm an ihn heimzufahren. Ohne Hintergedanken. Das war mehr der Student in mir, der jemandem die Taxikosten ersparen wollte. Was ihm wohl sehr wurscht gewesen wäre. Er vermutete Hintergedanken und als ich das merkte musste ich über meine Naivität lachen.

Vor seiner Haustüre angekommen ließ ich mich aus einem Bauchgefühl heraus noch überreden mit zu ihm zu kommen. Ohne Hintergedanken. Er war vor nicht allzulanger Zeit noch verheiratet gewesen. Sagte mir die Klingel. Aber jetzt Single. Seine Wohnung sah so aus, als wäre es nicht sein Plan gewesen mich mit nach Hause zu nehmen. Das machte ihn wieder symphatisch. Er hatte mir vorher schon erklärt, dass er etwas getrunken hatte, deswegen würde bei ihm eh nichts mehr gehen. Wir kuschelten ein wenig und es passierte wirklich nicht mehr viel zwischen uns.

Nach unserem Date vergingen zwei Tage, da schrieben wir wieder und er rückte nach einer Weile raus, dass es ihm nicht gut ginge und dass er sich gerade in einer Kneipe betrank. Ich bot ihm an vorbei zu kommen und ihn nach Hause zu bringen. Er sah wirklich nicht gut aus und hatte viel getrunken. Er war vor einer Weile überfallen und beklaut worden, seitdem hatte er manchmal Angstanfälle. Und die bekämpft er mit Alkohol. Dass das nicht zielführend ist, wußte er selbst. Jedenfalls übernachtete ich bei ihm. War einfach da. Das alles war in der Phase in der ich meine letzten Hausarbeiten schrieb. In der ich mein eigenes Leben in den Griff bekommen musste. Ich wußte, dass ich mich nicht hineinsteigern durfte in das Helfen. Ich kannte ihn ja auch erst ein paar Tage. Warum sollte es mich etwas angehen? Aber ich fand ein Maß, in dem es mich nicht belastete ihm zu Helfen, ich ihm aber trotzdem helfen konnte.

Ich holte ihn nochmal aus einer Kneipe ab ein paar Abende später und fuhr ihn dann am Morgen auf seinen Wunsch hin in eine Psychatrie. Posttraumatische Belastungsstörung. Er begab sich ein wenig später in stationäre Behandlung…

Innerhalb kürzester Zeit quatsche ich den Typ an, der mich kennenlernen will, wir gehen unfassbar toll Essen und dann bringe ich ihn in die Psychatrie. Solche Geschichten kann nur das Leben schreiben

So langsam normalisiert sich sein Leben wieder und mein Stress wird weniger. Ich hoffe, dass wir uns bald mal wiedersehen.

Warum verhüten Männer über 40 deutlich weniger freiwillig?

Diese Frage habe ich mir im Laufe meiner sexuellen Erfahrungen öfter mal gestellt. Es gilt natürlich nicht für alle Männer über 40, aber meine Erfahrungen zeigen, dass ich bei den älteren Männer viel mehr dahinter sein muss, dass sie auch ein Kondom benutzen, während die jüngeren Männer in meinem Alter oft einfach automatisch welche bereit gelegt hatten.

Das Erlebnis, dass mich vor Kurzem mal wieder darüber nachdenken ließ war ein neuerliches Treffen mit Mark. Mit ihm hatte ich Anfang des Jahres mal einen netten Ausflug an einen See gemacht, dabei waren wir uns in seinem Auto näher gekommen.

Danach habe ich lange nichts von ihm gehört, dachte schon er hätte kein Interesse mehr. Nach ein paar Monaten meldete er sich völlig aus dem nichts wieder und erklärte seinen sehr plötzlichen Kontaktabbruch mit einem kurzfristigen beruflichen Aufenthalt im Ausland. Da ich nicht nachtragend bin, war es mir am Ende auch völlig Wurscht was er in der Zwischenzeit getrieben hatte. Da wir bei unserem ersten Treffen im Auto von Fußgängern gestört wurden, verabredeten wir uns dieses Mal in einem Hotel. Er war schon vor mir dort und erwartete mich bereits im Zimmer. Er hatte mir die Zimmernummer geschickt.

An sich war an unserem Date nichts ungewöhnlich. Ich kam dort an, wir knutschten, zogen uns gegenseitig aus und schickten uns an miteinander Sex zu haben. Während des Vorspiels lag er dann irgendwann auf mir drauf und kam meiner Muschi mit seinem Schwanz schon sehr nahe. Aber da dachte ich mir noch nicht viel. Irgendwann fragte er dann, ob wir miteinander schlafen wollten. Ich sagte ja und dachte, dass er dann von mir runterklettern und das Kondom rauszaubern würde. Aber nix da. Bevor er in mich eindringen wollte, unterbrach ich und fragte ihn nach Verhütung. Er fragte mich dann, ob er denn nicht ohne dürfe. Ich war perplex und sagte: „ÄHH Nein!!!“ Eigentlich ein Moment zum Abbrechen und Anziehen. Allerdings wäre mir das auch zu abrupt gewesen und da er dann auch gleich aufstand und ein Kondom aus seiner Jacke holte, blieb ich.

Wir hatten noch okayen Sex, aber irgendwie war die Kondomdiskussion auf beiden Seiten ein Stimmungskiller gewesen. Er ging dann bald. Ich machte es mir noch ein wenig im Hotelzimmer gemütlich, duschte ausgiebig. Wenn er es denn schon gezahlt hatte, konnte ich ja noch ein wenig dableiben und über die Frage nachdenken, was ihn den bei der Kondomnummer geritten hatte. Beim ersten Mal hatte er noch ganz vorbildlich das Kondom ungefragt gezückt und dann wollte er ohne vögeln?

Das Phänomen ist mir vor Allem beim Männern über 40 aufgefallen. Mit keinem der Männer in meinem Alter habe ich je darüber sprechen müssen, da war das selbstverständlich. Ich habe versucht mir zu erklären, was die Herren reitet. Meine Generation ist ja von Kindesbeinen an mit den „Gib Aids keine Chance“- Kampagnen groß worden. Die waren legendär und ich hatte die zum Teil in meinem Kinderzimmer hängen, so mit 12. Es kann durch aus sein, dass die Generation, die nochmal zehn Jahre älter ist, ihre ersten sexuellen Erfahrungen noch in der Zeit vor HIV gemacht hat und man es ihnen nicht so sehr eingetrichtert hat.

Aber unabhängig davon wissen die meisten, dass ich ein relativ ausschweifendes Sexleben habe, da wäre es noch einmal mehr sehr beknackt nicht zu verhüten. Und ja, neben den ganzen Krankheiten bin ich auch einfach noch im gebärfähigen Alter. Finde ich verrückt, dass sie sich dann auch noch drauf verlassen, dass ich zusätzlich noch Empfängnisverhüte.

Denkt man sich ab einem bestimmten Alter, dass es einen eh nicht mehr erwischt, oder dass es dann nicht mehr besonders viel ausmacht, wenn man sich doch mit etwas ansteckt? Sie die Medikamente so gut geworden, dass HIV den Schrecken verloren hat? Oder ist es eine einfache Wahrscheinlichkeitsrechnung, die die Männer verleitet auf Verhütung zu verzichten? Liegt es daran, dass die meisten eigentlich schon verheiratet sind und sich über die letzten Jahre daran gewöhnt haben, ohne Kondom Sex zu haben und es dann komisch finden nun wieder eines benutzen zu müssen?

Während ich das so aufschreibe, klingt das so als hätte ich es schon mal aufgeschrieben, kann aber auch sein, dass ich mich einfach mit jemandem darüber unterhalten habe. Und derjenige hat dann wohl gemeint, dass es ab einem gewissen Alter schwieriger wird seinen Schwanz steif zu halten und Kondome wären dem nicht zuträglich. Ich kann das nicht beurteilen, weiß auch nicht wie es sich anfühlt, wenn das beste Stück in so einem Gummiding steckt. Jedenfalls ist meine persönliche Erfahrung, dass die älteren Herren eher versuchen ohne Verhütung zum Zug zu kommen, als die jüngeren.

Natürlich ist es unverantwortlich, vor Allem auch mit Partnerin. Darüber will ich gar nicht mehr schreiben. Ich hätte es nur gern verstanden.

Mark und ich hatten seitdem keinen Kontakt mehr und ich gehe auch davon aus, dass das so bleiben wird.

Stolz auf mein erstes Hänge-Bondage…

Mr. Bondage ging nochmal weg bevor wir anfingen. Er ging zu der Frau, von der ich wußte, dass er mit ihr schon mal gespielt hat. Das macht mir nichts aus. Ich spiele ja auch noch mit anderen. Aber dann kam er mit ihr im Schlepptau zurück und ich verstand, was sein Plan war. Er hatte mir vorher Bilder gezeigt, auf denen zwei Frauen aneinander gefesselt waren. Das sah sehr schön und sehr ästhetisch aus. Keine Frage. Aber dafür war ich überhaupt nicht bereit. Ich machte komplett zu und sagte ihm, dass das gar nicht geht für mich jetzt gerade. Man muss mir das angesehen haben. Es tat mir voll leid, weil das unmöglich war der anderen Frau gegenüber. Sie kann ja nichts für meine Überforderung. Sie erkannte ganz schnell, dass ich dabei ein Problem habe und zog sich ohne dass wir darüber reden mussten zurück.

Mr. Bondage erkannte meine Lage und spürte wohl auch, dass es nicht an der Zeit war noch etwas zu fordern. Ich kam mir so blöd vor, zickig, geistig unflexibel. Aber mit dem ersten Mal öffentlich gefesselt werden hatte ich im Kopf schon genug zu tun, so dass ich nicht noch mit einer anderen Frau klar kam. Er nahm mich einfach in den Arm und sagte, dass wir jetzt nur für uns zwei fesseln würden. Er sei mit mir hier und wir würden uns nun einen schönen Abend machen. Er gab mir das Gefühl, dass für ihn nun nichts anderes wichtig war, als genau mich nun ihn eine kunstvolles Bondageobjekt zu verwandeln. Ich war ihm sehr dankbar dafür. Dankbar, dass er mir auch meine Unflexibilität nicht übel nahm.

Wir setzten uns auf den Boden, er hielt mich fest im Arm. Ein intensiver Moment. Ich konnte wirklich alle anderen ausblenden. Nur er und ich waren wichtig. Unser Fesselmoment. Er begann damit mir die Arme vor den Körper zu fesseln. Ich legte sie auf einander und der band sie zusammen. Dann führte er das Seil immer wieder auch um meinen Oberkörper und band es vor meiner Brust zusammen. Er sieht beim Fesseln nichts was um ihn herum passiert. Ist völlig fokussiert auf das was er dort tut. Er genoss es. Ich genoss es. Ich konnte das Seil spüren. Seine Bewegungen, die klar waren, die mir zeigten, dass er weiß was er tut. Als er mit mehreren Seilen meinen Oberkörper eingebunden hatte erklärte er mir, dass das für eine Hängebondage ist. Das hatte er allerdings noch nie mit den Armen vor dem Körper gemacht. Da ich aber einfach keine kleine zierliche Japanerin bin, dachte er sich, dass die Arme vor dem Körper für mich angenehmer sein mussten als hinter dem Körper. Deswegen probierte er es so aus.

Während er mich einband, fragte ich mich natürlich, ob das so klappen würde. Ich war keine Gazelle, war mir nicht sicher, wie er mich hoch bekommen wollte. Fragte mich, ob ich das körperlich schaffen würden, nachdem ich in letzter Zeit schon manchmal einfach beim Schlafen eingeschlafene Körperteile bekommen habe. Würde das mit meinem Gewicht gehen?

Als er fertig war und zufrieden mit seiner Konstruktion gingen wir zu dem Ring, der von der Decke hing. Wir stellten uns hin und er fragte mich: „Traust du dich?“ Trotz aller Fragen im Kopf, war mir diese Entscheidung nicht besonders schwer gefallen. Wenn er glaubte dass das geht, dann vertraue ich auf sein Fachwissen. Ich war überzeugt, dass er weiß was er tut. Ich sagte: Wenn du glaubst, dass das geht, dann vertraue ich dir“

Er band die Armkonstruktion am Ring fest. Dann band er mir ein Seil um die Hüften und um ein Bein. Er zog das erste Bein hoch, so dass ich auf dem zweiten Bein das Gleichgewicht halten musste. Ich war dankbar um meine Grundsportlichkeit. Dann kam die große Kraftanstrengung für ihn, als er mich in die Luft hieven musste und mein zweites Bein nach oben band. Er nahm seinen ganzen Körper zu Hilfe ind konnte mich oben festbinden. Erst war alles ziemlich unbequem. Vor allem die Fußseile drückten. Aber dann streckte ich mein Bein durch, spannte meinen Körper an und fand eine bequeme Position. Als Mr. Bondage fertig war, kam er mit einer Augenbinde vorbei und verband mir die Augen. Dann drehte er mich im Kreis. Cooles Gefühl. Ich war so stolz, dass ich den Mut hatte, dass es so gut geklappt hat. Dass er so ein toller Rigger ist. Dass ich mich durchaus als Ropebunny eigne. Ein tolles Erlebnis. Toll für das Körpergefühl.

Nach ein paar Minuten band er mich wieder los. Nachdem er mich wieder auf den Boden gestellt hatte, setzten wir uns auf den Boden. Er saß hinter mir und umarmte mich. In der Position entfesselte er mich dann.

Es ging nicht um Sex an dem Abend, sondern es war einfach ein intensiver spannender Moment zwischen uns beiden. Er konnte seine Leidenschaft mit mir teilen.

Das erste Mal öffentlich gefesselt..

Mr. Bondage hatte im Zuge seines Fesselhobbies schon so einige Workshops und Fesselabende besucht. Das war der Grund, warum er – wie ich finde – das auch außerordentlich gut beherrscht. Dass alles, was er dabei tut, Hand und Fuß hat. Er fragte mich eines Tages, ob ich nicht mit ihm auf so einen Fesselabend gehen möchte. Dort sind verschiedene Menschen, ein wenig mehr als 10 anwesend und fesseln. Nutzen das als Übungsgelegenheit. Alle werden angezogen sein.

Angezogen, dachte ich mir, ist das kein Problem. Also sagte ich zu. Ich war neugierig zu sehen, was die anderen so treiben. Wie Mr. Bondage sich da einfügt. Er sagte mir, dass ich bequeme Klamotten mitnehmen sollte. Am besten eine Leggings und ein langärmliges Oberteil. Ich würde keinen BH drunter tragen, da der beim Fesseln nur irgendwann stört.

Das war alles kein Problem. Ich hoffe, dass ich nicht so sehr fremdeln würde mit den anderen. Darüber hinaus hatte ich eigentlich noch nie öffentlich gespielt. Außer mit JD im Pornokino, aber das empfand ich als etwas anderes. Keine Frauen, alles dunkel. Eigentlich keine Kommunikation mit anderen Menschen.

Wir kamen dort ein wenig zu spät an der Location an. Eigentlich ein Fotostudio, das gelegentlich auch für Fesselaktionen genutzt wurde. Hohe Decken, alles ganz hell. In der Mitte ein großer Teppich. Das Männer/Frauen-Verhältnis der Anwesenden war halbwegs ausgeglichen. Es begrüßten mich eigentlich alle ganz nett, ein wenig Smalltalk. Trotzdem hatte ich das Bedürfnis mich erst mal in eine Ecke zu verziehen und mir alles anzusehen.

Ich merkte, dass Mr. Bondage einen Teil der Anwesenden schon kannte. Es war auch eine Frau da mit der er schon gespielt hatte. Das habe ich vorher gewußt und das war kein Problem für mich. Was mich viel mehr beschäftigte war die Tatsache, dass die anderen Mr. Bondage ja kannten und wußten, dass er immer den dominanten Teil einer Spielbeziehung übernahm und sich somit ausrechnen konnten, dass ich der devote Part sein musste. Ich wollte aber so gar nicht in meiner sexuell devoten Rolle wahrgenommen werden. Das war bisher immer etwas sehr privates für mich. Vermutlich machte sich keiner der anderen darüber auch nur irgendwie Gedanken. Aber mich beschäftigte das.

Ich schaute mir aus meiner Ecke das Treiben ein wenig an. Die anderen bewegten sich alle viel natürlicher in ihren Rollen. Aber das waren ja auch keine Frischlinge so wie ich. Und sie hatten vermutlich auch schon das ein oder andere Mal an so einer Fesselgeschichte teilgenommen. Irgendwann schnappte ich mir meine Klamotten und ging mich auf der Toilette umziehen. Schwarze Leggings, rotes Oberteil, kein BH drunter.

Dann kam ich zurück in den Hauptraum. Mr. Bondage hatte derweil sein Equipment ausgepackt. Er trug im Gegensatz zu mir noch die Klamotten in denen er gekommen war. Er kam zu mir und sagte: „Zieh mich aus.“ So wie bei unserem Ritual zu Hause. Damit hatte ich so gar nicht gerechnet. Ich dachte, dass es ums Fesseln ging. Um mehr nicht. Ich war erstmal komplett überfordert. Zu Hause bei ihm mache ich das gerne. Aber hier, vor anderen Menschen. Das konnte ich mir so gar nicht vorstellen. Mich jetzt da hinknien und ihm die Schuhe ausziehen. Dieser Gedanke war mir sehr unangenehm. Ich vermute das Mr. Bondage die Verzweiflung in meinem Gesicht ablesen konnte. Ich überlegte hin und her. War gar nicht so weit entfernt davon meine Sachen zu packen und einfach wegzurennen.

Aber die Tatsache, dass er mir so wichtig war, hielt mich davon ab. Ich war auch irgendwie enttäuscht, wie er mich denn in so eine Lage bringen konnte. Mr. Bondage merkte wohl was in mir vorging. Er stellte sich vor mich hin, hielt meine Hände und sagte einen sehr entscheidenden Satz. „Bist du denn nicht stolz auf uns?“
Bist du denn nicht stolz auf uns? Ich habe das nicht als emotionale Erpressung verstanden und bin auch überzeugt, dass es nicht so gemeint war. Sondern er hat mir einen anderen Blick auf unser Spiel gegeben. Das ich mich nicht zu schämen brauche dafür. Das arbeitete in meinem Hirn. Doch ich war stolz auf uns. Genieße es mit ihm zu spielen. Es ging nur um uns. Die anderen waren völlig egal, beziehungsweise würden das vermutlich nicht als seltsam empfinde . Warum machte ich mir nur soviele Gedanken um die anderen. Ja, er hatte Recht.

Ja ich wollte mit ihm fesseln. Mit ihm spielen. An diesem Abend. Also blendete ich alle anderen aus. Sah nur noch ihn und kniete mich vor ihn hin. Ich band ihm seine Schürsenkel auf, sowie zu Hause. Dann zog ich ihm seine Schuhe aus. Als nächstes kam die Hose. Ich öffnete den Gürtel und die Knöpfe seiner Hose und zog sie ihm aus. Ich musste ein wenig über seine Unterhose schmunzeln, die ich natürlich kannte, die für zu Hause auch völlig okay ist, aber ich vermutlich nicht in der Öffentlichkeit angezogen hätte. Aber so ist er nun mal. Ich mag ihn einfach. Egal mit was für einem Höschen.

Als ich es tat empfand ich als gar nicht mehr so schlimm. Die anderen lebten ihre Spiele viel natürlicher aus. Mr. Bondage zog sich sein „Rigger“-Outfit an. Eine weiße Karatehose, bequeme Socken und ein T-Shirt. Er steckte sich das Sicherheitsmesser an den Hosenbund und breitete seine Seile aus.
Ich war sehr gespannt, was er mit mir vorhatte an diesem Abend.

Beim Blowjob eingeschlafen

Wenn Mr. Bondage und ich manchmal darüber reden, wie sich unsere „Beziehung“ so entwickelt hat, seit wir uns kennen, dann müssen wir beide schmunzeln. Irgendwie sind wir – zusammen mit unserem Dom/Sub-Spiel – in eine Vanilla-Affäre geruscht. Also wenn er in meiner Stadt ist, dann leben wir zusammen in seiner Wohnung irgendwie. Ich übernachte bei ihm, wir teilen uns ein Bett, wir essen zusammen. Ich habe auch schon für ihn gekocht. Er arbeitet am Wohnzimmertisch, ich mache Unikram auf der Couch. Wir waren schon zusammen laufen. Wenn es die Zeit zulässt, dann unternehmen wir etwas zusammen.

Manchmal diskutieren wir über Dinge und er reizt mich bis ich sauer bin, weil er einfach der Diskussion wegen einen konträren Standpunkt einnimmt. Manchmal sind wir Welten entfernt, bei den Essmanieren beispielsweise. Ich, manchmal studentisch auf der Couch essend, er immer die Serviette über die Beine gelegt. Beim Kochen weicht er nie vom Plan ab, ich mache das ganze mehr Freestyle und lange zum Probieren auch mal mit den Fingern in den Topf. Auf die Idee würde Mr. Bondage ja gar nie nicht kommen. Ich glaube wir könnten im wahren Leben nie zusammen wohnen und tun es in gewisserweise ja doch.

Das entspannt meine Gefühle zum ihm ein wenig. Ja ich bin verknallt in ihn. Ich vermisse ihn sehr, wenn wir uns eine Weile nicht sehen können. Wir schreiben viele Nachrichten. Ich denke er genießt die Aufmerksamkeit, das Hin- und Herschreiben. So wie ich die Ordnung genieße, die er in mein Leben bringt, so sehr mag er das Chaos, das ich ihn seinem Leben veranstalte. Aber das „Zusammenleben“ hat mir gezeigt (vermutlich ihm auch), dass es fast unmöglich wäre, dass wir eine ernsthafte Beziehung führen. So weit sind wir auseinander. Das lässt mich das Hier und Jetzt sehr genießen. Ich denke nicht daran, dass ein andere Auftrag ihn ganz plötzlich in eine andere Stadt führen könnte. Von heute auf morgen. Trotz aller Unterschiede fühle ich mich Seelenverwandt. Das wird bleiben und Mr. Bondage hat auch jetzt schon einen bleibenden Eindruck in meinem Leben hinterlassen.

Während wir so zusammenleben in meiner Stadt kommt es vor, dass er ganz wenig geschlafen hat. Weil er früh aufstehen muss, oder weil wir am Abend vorher noch lange wach waren. So auch an diesem Abend. Es war schon spät. Er hat in der Nacht vorher nur vier Stunden geschlafen. Er hatte Kerzen auf seinem Nachtischchen angezündet, so wie er das mittlerweile immer tut. Wir nahmen uns Zeit für einander und kuschelten ganz intensiv miteinander. Hielten uns fest und waren einander nah. Tanken Nähe auf. Dann überkam ihn die Lust und er sagte, dass ich ihn blasen sollte. Ich wollte ihm das sehr gerne geben. Ihn mit meinen Lippen entspannen. Ich kletterte unter der Decke an ihm runter und machte mich über seinen Schwanz her. Blies ihn hart. Ich hatte es bisher noch nie geschafft, dass er kommt. Das fordert mich heraus. Wie gerne würde ich das schaffen. Mit viel Hingabe und Leidenschaft saugte ich und ließ meine Zunge kreisen. Sein Schwanz feedbackte mir, dass es ihm gefällt. Auch er stöhnte manchmal leise.

Ich blies, blies und blies.. Irgendwann schaute ich wieder zu ihm hoch und merkte, dass er regelmäßig atmete. Scheinbar war das, was ich tat, weniger geil als unheimlich entspannend, denn er war mitten unter dem Blowjob eingeschlafen und fing dann auch prompt ziemlich unromantisch zu schnarchen an. Das war mir so auch noch nie passiert. Ich musste sehr lachen. Man könnte mich wohl gegen Schlafstörungen verschreiben, wie es aussieht.

Ich deckte ihn liebevoll zu, ging ins Bad, machte mich bettfertig und kraxelte zusammen mit meinen Oropax zurück zu ihm ins Bett.

Wenn das Herz und das Hirn verschiedene Dinge sagen..

Diesen Text habe ich schon vor ein paar Wochen geschrieben, aber nie veröffentlicht, weil es nie reingepasst hat. Nun tue ich es doch noch, auch wenn sich meine Gefühle schon weiterentwickelt haben.

Verliebt in einen Mann, nicht ohne Zukunft, aber nicht mit Zukunft im klassischen Sinne. Er hat bereits ein Haus, eine Frau, ein Kind. Kein Wunder er ist auch einfach fast 15 Jahre älter. Mr. Bondage. Der eine offene Beziehung lebt. Zwischen dem Bewußtsein, dass er sich nicht trennen kann von seiner Frau, seiner Familie. Aus materiellen Gründen, aber auch aus Verbundenheit, aus Liebe zu seinem Sohn. Auf der anderen Seite sich auch einem nicht trennen will, weil da vermutlich eine tiefe Freundschaft, Liebe und auch Gewohnheit gegenüber seiner Frau sein wird, wobei Sex eine sehr untergeordnete Rolle spielt. Weil da einfach schon so viele Jahre sind, die man zusammen ist, die man nicht einfach weg wirft.
Da ist aber auch eine neu entdeckte Leidenschaft, ein spät erwachtes Verlangen, die eigenen sexuellen Bedürfnisse zu erkunden, sie auszuleben. Nicht oberflächlich, sondern immer mit viel Gefühl und Herz.

Ja verliebt habe ich mich. In diesen verrückten, pedantischen, gefühlvollen, dominaten, warmherzigen Mann. Mal wieder in vollem Bewußtsein, dass dieser Mann mir nicht alles geben kann, was ich mir wünsche. Aber immerhin einen Teil davon. Wobei manchmal weiß ich gar nicht, was ich mir wünsche. Hier und jetzt ist es so in Ordnung, wie es ist.

Ich glaube zwischen Herz und Hirn hat es sich folgendermaßen abgespielt:
Herz: „Hey Hirn, da ist ein Mann der ist toll. Der tut mir gut.“
Hirn: „Ja, stimmt. Aber du weißt, dass er verheiratet ist und sich nie trennen wird. Das hat er dir doch gesagt. Also brauchst dich gar nicht verlieben.“
Herz: „Du bist immer so vernüftigt. Es ist doch schön mit ihm. Mit geht es gut dabei. Warum jetzt an später denken. Lieber die schöne Zeit genießen.“
Hirn: „Aber du weißt, dass dir das irgendwann weh tun wird, ich warne dich. Hinterher mauerst du dich dann nur wieder zu.“
Herz: „No risk, no fun. Und eigentlich ist es eh schon zu spät.“
Hirn: „Ich habe dich gewarnt. Wehe du jammerst hinterher. Glaube ja nicht, dass du dich später bei mir ausheulen kannst.“
Herz: „Ja, ja, ist ja gut.. Und jetzt Ruhe..“

Mal sehen, was passiert, mit ihm, mit uns.