„Bitte benutz mich“

Ich habe schon wieder lange nicht geschrieben. Und dann passiert, was immer passiert: Ich neige ja dazu mein Leben ziemlich vollzustopfen, so dass ich dann auch unendlich viel Material habe, dass ich gerne verbloggen würde. Aber dann ist das so viel Material, dass ich vor lauter „Ich weiß gar nicht womit ich anfangen soll“ gar nicht anfange.

Ich hau jetzt mal ein paar Schlagwörter die mir durch den Kopf geistern hier rein. Mal sehen was ich dann verblogge:

  • Muse
  • 9,9 auf der Blowjobskala und das Bettenlager
  • „Bitte benutz mich“
  • Hotel und die Kunst der Langsamkeit
  • der Autotest geht weiter
  • nette Menschen und der XMV
  • Polyamor
  • aktuelles Pornosuchwort
  • Date-Depp statt Club

Wo fange ich an? Manches davon überschneidet sich auch. Ihr dürft gern Wünsche äußern 🙂

Es begab sich, dass ich nach einigem Überlegen und Überreden, das Angebot eines Mannes wahrnahm und ihn für eine Nacht besuchte. Ich nenne ihn im Folgenden den Geisteswissenschaftler (Ich erinnere mich gerade nicht, ob ich diesen Namen womöglich schon mal vergeben habe :-)) Warummusste ich überlegen? Ich hatte den Geisteswissenschaftler schon vor einer ganzen Weile mal auf einem Twittertreffen kennengelernt. Aber nicht nur ihn, sondern auch eine seiner Spielgefährtinnen. Er ist also als Dom unterwegs und hat meiner Interpretation nach eine feste Spielbeziehung, ist sonst aber Single. Ich bin irgendwie ein gebranntes Kind was Frauen angeht und weiß, dass die meisten einen anderen Umgang mit Eifersucht und Exklusivität haben als ich. Was auch okay ist, aber dazu führt, dass ich mich da ungern in etwas einmische.

Von der Spielbeziehung der beiden mal abgesehen, ist er Single und sie Verheiratet. Jedenfalls habe ich den Geisteswissenschaftler, der mich nach einem Treffen gefragt hatte, gelöchert, ob das denn alles in Ordnung ginge mit seiner Spielpartnerin. Er bejahte das. Ich fragte aber darüber hinaus noch einen gemeinsamen Bekannten um dessen Einschätzung. Nichts lag mir ferner, als dass dann hinterher alle sauer sind und keiner mehr mit mir spricht. Der Bekannte gab mir noch den Hinweis mit auf den Weg, dass der Geisteswissenschaftler seiner Meinung nach zu hart spiele für mich. Huch, darüber hatte ich nicht nachgedacht, weil wir nicht drüber geredet hatten. Für mich stand Spielen bis zu dem Moment eigentlich gar nicht im Raum. Ich fing an drüber nachzudenken, ob das seine Erwartungshaltung sein könnte und alles andere für ihn gar nicht in Betracht kommt. Eigentlich hatte ich auch das Treffen schon verworfen, da es logistisch nicht ganz einfach war. Aber am Ende ließ ich mich von mehreren Seiten überreden ihn doch noch spontan zu treffen.

Ich fuhr zu ihm. Es war schon einigermaßen spät. Junggesellenbude. Geisteswissenschaftler trifft auf Geisteswissenschaftler. Er ist sichtlich nervös. Wir sitzen in seiner Küche und quatschen. Ich mochte unsere Unterhaltung. Wir hatten vorher noch nicht viel gequatscht. Er freute sich, dass ich wirklich vorbeigeschaut habe. Wirkt zwischendurch so, als hätte er ein wenig Angst vor der eigenen Courage bekommen. Ich bin entspannt. Aber zurückhaltend wie immer. Sage ihm, dass ich nie den ersten Schritt mache. Sage ihm, dass er vermutlich zu sadistisch ist für meinen Grad von Masochismus. Es fühlt sich nie so an, als würde es um Dominanz gehen. Sondern um einen netten Vanilla-Abend. Plötzlich steht er auf und kommt zu mir. Stellt sich hinter mich und fasst mir ins T-Shirt. Holt meine Brüste raus. Saugt. Saugt fest. Autschi. Soviel zum Thema zu sadistisch, kleiner Vorgeschmack. Ich bin überrascht, bewundere seinen Mut. So entgegen meiner Klischee-Geisteswissenschaftler-Vorstellung. Die anderen Männer, die ich so treffe, kompensieren meinen Erfahrungsvorsprung durch Altersvorsprung. Das kann er nicht. Umso mutiger.

Irgendwann beschließen wir, dass wir uns ins Schlafzimmer begeben könnten. Machen uns erstmal bettfertig. Is ja schon spät. Atmosphäre ist unverkrampft. Ich mag das. Wir können über alles sprechen, wir lachen viel. Bei ihm habe ich den Vorteil, dass ich zwei seiner Sexualpartnerinnen schon gesehen habe und mir deswegen keine Gedanken um meine Figur machen brauche. Da passe ich ganz gut ins Beuteschema. Da ist dieser ganze Optik-Gedanken-Kram schon mal nicht am Start. Irgendwann knutschen wir. Er ist aufmerksam und passt sein Geknutsche meinem Geknutsche an. Ich mag das. Er mag meine Brüste. Sehr. Autschi sehr. Saugt und knabbert auf meinen Brustwarzen rum. Nene, dass mit dem Spielen würde nicht laufen bei uns. Irgendwann komme ich in Spiellaune. Erkunde ihn. Krallen auf dem Rücken, mag er sehr, möglichst fest kratzen. Spuren hinterlassen. Mit sanft streicheln kann man ihn wundervoll quälen. Da komm ich doch in Spiellaune. Blowjob. Läuft, werde gelobt, dafür. Lerne nach und nach wie er tickt. Er liegt unglaublich breitbeinig vor mir. Wie ein Frosch hat er die Beine angewinkelt. Ich hatte ihm vorher genüsslich vom Damm bis zur Schwanzspitze geleckt. Er genoss es sichtlich. Und hörbar. Ich war in Spiellaune und trieb seine Erregung hoch. Aber wollte ihn auch noch nicht kommen lassen. Bis er plötzlich sagte: „Bitte benutz mich.“ Aus voller Überzeugung. Ich musste lachen und sagte: „Bitte was? Kannst du das nochmal sagen?“ – „BITTE BENUTZ MICH!“ Der „sadistische“ Dom, der vor mir auf dem Rücken lag wollte also von mir benutzt werden. Oh wie ich diesen Moment feierte… Inklusive Eckfahnenjubel :-). Was ein großer Moment. So ganz anders herum als gedacht. Manchmal können ja Doms nicht aus ihrer Haut, oft aus Unsicherheit. Sie können nicht zulassen, wenn jemand anderes die Führung übernimmt. In meinem Ansehen war er ziemlich gestiegen, als er zuließ, dass ich in dieser Situation den Ton angab. Er wurde ja auch belohnt. Mit ausgiebigem Blasen. Irgendwann packte er dann seinen Schwanz und brachte es zu Ende – raus aus der Dauererregung… Er revanchierte sich mit Lecken, machte das auch gut, aber ich kam einfach nicht. Is ja auch nicht ganz einfach, wenn man sich nicht kennt. Muss sich einspielen. Im Vergleich zu meinen Mitte 40 Männern konnte er nach dem Orgasmus einfach gleich wieder. Sehr faszinierend.

Und da mir ja der Sinn nach ordentlich durchgevögelt werden stand, war ich ganz begeistert, dass er sich quasi nach dem ersten Druckabbau einfach ein Gummi anziehen und drauf losficken konnte. Er machte mir viele Komplimente. Ich genoss die Zeit mit ihm sehr. Er hatte seinen zweiten Orgasmus während er mich in der Missionarsstellung vögelte und ich war immer noch nicht gekommen. Aber das war auch nicht weiter wild. Ich war mir sicher, dass das noch klappen würde… Er hatte da noch ein Ass im Ärmel, sollte ich kurz drauf feststellen…

A Job and a Telco

Vorab die guten Nachrichten: Nach ein paar erfolglosen Versuchen habe ich nun eine Stellenzusage. Juhuuuu. Gleichmal 6000 Euro brutto im Jahr mehr und 6 Urlaubstage mehr. Das ist doch schon mal sehr erfreulich. Nicht ganz die Traumstelle, aber ich kann aus der Stelle heraus schauen, ob es passt oder ob sich was anderes finden lässt. Aber immerhin Bye Bye Arbeitsamt. Ich bin sehr froh. Damit war ich nur knapp 1 1/2 Monate arbeitslos. Und am Ende sieht es wohl so aus, als ob die Kündigung sogar für eine Verbesserung gesorgt hat. Ab 1. September geht es los. Jetzt kann ich meinen Kopf ein wenig entspannen und hab noch einen Monat frei. Auch sehr in Ordnung.

Ich hab den festen Vorsatz, dass ich in der zweiten Augusthälfte mal noch das Buchprojekt angehe. Da habe ich quasi keine Termine, weil so ziemlich alles in der Sommerpause ist. Mal sehen, ob ich was zustande bringe.

Mr. Bondage – zu dem ich ja nach der Kündigung wieder zurückgekehrt war – und ich sehen uns aktuell sporadisch. Das ist okay für mich. In meinem Kopf läuft immer das Mantra durch: Erwarte nichts, erwarte nichts, erwarte nichts… Das klappt dann eigentlich ganz gut. Vor ein paar Wochen habe ich dann mal wieder einen Abend bei ihm verbracht. Ich genieße die Gespräche mit ihm, das Zusammensein, das sich einfach vertraut anfühlt. Wenn ich mich richtig erinnere, dann endete der Abend damit, dass er mir nach langer Zeit mal wieder einen Orgasmus mit dem unglaublich effizienten schwarzen Dildo fickte. Keine Ahnung, ob ich mich dafür erkenntlich gezeigt habe.

Die Erinnerung, die den Abend überlagert fand erst am nächsten Morgen statt. Zu meiner Überraschung musste Mr. Bondage am nächsten Morgen nicht in die Arbeit. Er konnte Remote arbeiten. Ich freute mich sehr, das versprach ein gemeinsames Frühstück und nicht so viel Hektik. Mr. Bondage sollte nach dem gemeinsamen Frühstück zwei Telkos haben. Er, sonst brav im Business-Anzug unterwegs konnte an diesem Tag mal in Unterwäsche am Rechner sitzen. Die Kollegen wenn wüßten… Außerdem ging in meinem Kopf gleich mal das Kopfkino los. Ich träumte schon lange von einem Blowjob während einer Telko. Ich sah meine Gelegenheit kommen. Keine Ahnung, ob er sich auch darauf einlassen würde. Waren gefühlt ja wichtige Telefonate. Er fing an zu telefonieren, ich räumte noch die Frühstückssachen weg. Dann holte ich mir ein Kissen aus dem Wohnzimmer. Ich legte es vor ihn. Er verstand, was ich vor hatte und drehte sich vom Schreibtisch weg zu mir. Mir fiel auf, dass er ein Headset benutzte, mit dem er sich zwischendurch auf Stumm schalten konnte. Gut für ihn, dachte ich mir.

Ich kniete also zwischen seinen Beinen. Streichelte ihm von den Knien bis in den Schritt. Der Gedanke an einen Blowjob schien ihn auch anzuturnen, denn er wurde so gleich hart. Ich leckte seine Latte durch seine enge Unterhose. Mich machte der Gedanke, dass er sich seine Erregung im Gespräch nicht anmerken lassen durfte unglaublich an. Ich liebe Herausforderungen. Ich wollte es ihm maximal schwer machen sich zu beherrschen.

Die Telko schien eine mittelgroße Teilnehmerzahl zu haben. Mr. Bondage klinkte sich immer mal wieder in das Gespräch ein, hatte aber keine führende Rolle inne. Wenn er sprach guckte ich ihn an und spielte mit meinen Brüsten. In einem Moment in dem er nicht sprechen musste, zog er sich die Unterhose aus. Yeah, los ging es. Ich machte mich sogleich über seinen Schwanz her. Ich sah dass es ihn auch heiß machte, er die Situation genoss. Ich blies seinen Schwanz oder lutschte mit Hingabe seine Finger. Ich war beeindruckt, wenn er zwischendurch mit ganz normaler Stimme sinnvolle Sachen in sein Headset sprach. Ich war mittlerweile nackt. Er fasste mich an, steckte mir einen Finger in die feuchte Muschi während er sich immer mal wieder in das Gespräch einklinkte. Dann spielte er genüsslich an meinen Brüsten. Ich saugte und leckte seinen Schwanz mit Hingabe. Machte es ihm schwer nicht in den Hörer zu stöhnen. Ich wusste, dass er schwer werden wird ihn in dieser Körperposition zum Kommen zu bringen. Aber ich ließ nichts unversucht. Irgendwann war ich so aufgegeilt, dass ich nichts mehr wollte, als auf der Stelle von ihm gefickt zu werden. Das ging aber nicht. Also legte ich mich vor ihm auf den Rücken, spreizte die Beine, so dass ich ihm den optimalen Ausblick auf meine Muschi bot. Dann fing ich an es mir selbst zu machen. Ich streichelte mich und sah, dass er seinen Blick nicht abwenden konnte. Dass er am liebsten sofort mit machen wollte. Als die Telko endete griff er sich ein Kondom, zog es über und fickte mich auf dem Boden neben dem Scheibtisch.

Blowjob vor dem ersten Date

Mal sehen, ob ich meine Gedanken sortiert bekomme, so dass da ein vernünftiger Post dabei raus kommt. Es sind noch so ein paar Gedanken und Erlebnisse unverbloggt, aber ich kann mich gerade nicht festlegen, womit ich anfangen will.

Morgen früh habe ich bei einer meiner Bewerbungen die zweite Vorstellungsrunde. Heute ist mein erster Tag als Arbeitsloser. Ich hatte das ganz gut verdrängt die letzten Tage. Aber nun ist die Freistellung doch schneller vorbei als gedacht. Mit fällt gerade auf, dass ich weniger Bewerbungen geschrieben habe, als das Arbeitsamt verlangt. Ts ts ts.

Mein Kopf hängt gerade zwischen Mr. Bondage und zwei neuen Männern, die ich gedated habe. Beide auch verheiratet.

Alle drei erfüllen Bedürfnisse. Alle drei triggern meinen Kopf. Jeder auf eine andere Art und Weise. Mr. Bondage ist Sicherheit, Vertrauen und sich gut kennen. Einer meiner Dates ist ein Anwalt. Es ist ein wenig die wilde Seite. Er hat einen unglaublichen Körper. Ist mutig, küsst mich einfach. Lässt mich spüren, dass er mich will. Dann ist da noch Mr. Jazz, der meinen Kopf fordert, philosophiert, was kreatives mitbringt. Immer nur von platonischen Dates spricht, es aber nicht hält. Manchmal ist mein Leben schon ein verrücktes. Das ich meist liebe, aber manchmal verfluche und mir Stabilität wünsche. Die Freiheit liebe, das nomadische schätze – mit meinem kleinen Rucksack den ich tatsächlich mit mir rumschleppe. In dem alles drin ist, was ich brauche. (Die Männer würden schmunzeln, die kennen meinen blauen Rucksack). Mein Kopf, der es genießt vieles neues zu sehen, Menschen zu treffen, woanders zu sein, auch oft nicht zu Hause zu schlafen. Der Kopf der andererseits einen Halt vermisst, jemand zum Teilen aller Erlebnisse, der Anker und Fixpunkt ist und mich als allererstes anruft. Keine Ahnung, ob sich dieses Dilemma jemals auflöst.

Wenn ich mich an meinen eigenen Vorsatz „Keine vergebenen Männer mehr zu daten“ gehalten hätte, dann wären mir die zwei aktuellen wunderbaren und mich bereichernden Bekanntschaften entgangen. Aber von welcher erzähle ich nun zuerst?

Mr. Jazz. Eigentlich steht unser erstes Date noch aus. Er hat mich eingeladen, dass wir zusammen in seinen Lieblingsjazz-Club gehen und uns ein Konzert anschauen. Das wird kommende Woche sein. Ich musste über die Einladung schmunzeln, weil mich schon mal ein Mann in exakt denselben Club eingeladen hat. Das ist nun ein paar Jahre her. Es war eine kurze Episode. Spannender Mann – Lionel. Ich denke gerne an ihn zurück. Als ich diesen Eintrag schreibe suche ich nach dem alten Blogeintrag. Und muss noch mehr lachen, ob der Parallelität der Ereignisse. Hier der Link.

An manche kleine Details erinnere ich mich erst wieder mit Lesen des Eintrags. Er trägt den Titel Sex vor dem ersten Date. hihihihi. Die beiden Männer eint, neben ihrem Faible für Jazz, dass sie eher Künstler/Kreative sind. Nicht so glatt und so angepasst, wie die Unternehmensberater. Kein Anzug, eher wie ich mir nen Feuilleton-Mitarbeiter in meinen Klischees so vorstellen würde (wobei keiner von beiden einer war). Ich mag es mich mit Menschen zu umgeben, die kreativ, philosophisch, unangepasst sind. Ich nehme davon viel mit. Befürchte, dass ich denen auf Dauer inhaltlich zu flach bin. Zu wenig musig. Zu wenig schön. Aber ich genieße die Zeit. Die beiden eint (es kommen auch noch Unterschiede) dass auch mit Mr. Jazz schon Sex vor dem ersten Date hatte.

Nicht weniger unerwartet, als bei Lionel. Mr. Jazz und ich hatte uns viele Nachrichten geschrieben. Bis zum Date war es noch lange. Als trafen wir uns, weil wir es vor Neugierede nicht mehr aushielten vorher schon in seiner Lieblingspizzaria. Er hatte im Vorfeld immer von Reden und Essen gesprochen und Sex so sehr ausgeklammert, dass ich auch nicht darüber nachgedacht hatte, dass das für ihn in Betracht kommt. Und eigentlich wollte er mich ja auch nicht in seine, wie er sagte sehr häßliche Übergangswohnung mitnehmen. Darüber hinaus hatte ich meine Tage und wie immer wenn das der Fall ist, die bequemste aber wenig vorzeigbarste Unterwäsche von allen an. Ich freute mich einfach sehr auf ein gutes Gespräch. Und dieses Bedürfnis wurde sehr erfüllt. Reden, gut essen, was trinken, draußen sitzen an einem lauen Sommerabend. Das ist schon sehr perfekt. Wenn ich das Gefühl habe etwas zu lernen, neuen Input bekomme und mich als Gesprächspartner geschätzt fühle. Hach, fast besser als Sex. Fast.

Nach ein paar Drinks, ohne betrunken zu sein, nur ein wenig angeheitert, nahm er mich doch mit zu sich. Und auch dann war ich noch davon überzeugt, dass wir diese Nacht zwar zusammen, aber ohne das was zwischen uns laufen würde, vielleicht mit quatschen oder Kuscheln verbringen würden. Dachte ich. Bis wir in seinem winzigen sehr spartanischen Einzimmer-Appartment, das aber immerhin einen netten Blick über die Stadt hat, standen. Auf dem Balkon. Bei quasi Vollmond und knutschten. Was eine überraschende Wendung. Zumindest für mich. Fühlte sich gut an. Die Initiative ging letztlich von ihm aus. Ich bin immernoch halbwegs schüchtern. Im Mondschein knutschen wir auf seinem Balkon und er entdeckte meine Brüste für sich. Das mit meinen Brüsten läuft. Die Körperregion, die als einzige profitiert hat von mehr Kilos auf den Rippen. Nachdem ich bis dato nicht mit körperlicher Annährung gerechnet hatte, hatte ich ihm auch vorher nicht mitgeteilt, dass ich meine Tage habe. Also blieb mir unromantischer Weise nichts anders übrig als es ihm zwischendurch mal mitzuteilen. Am wilden Geknutsche änderte das nichts. Aber es würde kein Sex daraus werden.

Aber ein Blowjob. Weil ich Lust darauf hatte. Also ging ich auf die Knie und blies hingebungsvoll. Einen für mich nicht ganz einach zu blasenden Schwanz, was mit der Biegung und dem Durchmesser zu tun hat und dass ich mit meinem Piercing manchmal an seinem Bändchen hängen blieb. Es gefiel ihm spürbar, aber auch der endete, ohne dass er gekommen war. Was ihm nichts auszumachen schien und auch dem Abend nichts ausmachte. Es fühlte sich völlig okay an so. Denn er Feedbackte mir, dass der Blowjob 9,9 Punkte von 10 bekommen würde. Ich interpretiere, dass er wohl zu den besseren in seinem Leben gehört. Er ist schwer zu lesen, zumindest dahingehend, was man tun muss um ihn endgültig zum Kommen zu kriegen. Aber das kommt bei kopflastigen Menschen öfter vor. Ich mag ja Herausforderungen. Kuscheln, schwitzen, quatschen, fummeln, einschlafen. Er musste früh raus und ich konnte in seiner Wohnung ausschlafen.

Schön anzusehender Sex, aber…

Wieso ist mein letzter Blogeintrag eigentlich schon wieder 14 Tage her? Verdammt. Die Zeit rauscht vorbei und das obwohl ich ja gerade nicht arbeiten gehe. Bewerbungen bringen erste Absagen aber auch Einladungen zu Vorstellungsgesprächen. Vielleicht bin ich schneller wieder in Lohn und Brot als gedacht. Geistig war ich schon auf einen Sommer ohne Arbeit eingestellt. Mal sehen, was sich noch so tut. Montag geht es in die zweite Vorstellungsrunde für einen Job, auf den ich mich eigentlich aus Verlegenheit beworben habe. Die machen ziemlich Tempo.

Wieso habe ich keine Zeit, obwohl ich Zeit haben sollte? Ich lese ungelaublich viel. Zeitung, Artikel die mich interessieren. Füttere meinen Kopf. Treffe Freunde, date, gehe wandern.

War zwischenzeitlich nochmal im Club. Mit einem alten Bekannten. Aber ich stelle fest, er kommt zwar schon zwei Mal in meinem Blog vor, aber ich habe ihm noch keinen Namen verpasst. Dann nenne ich ihn Mr. Clubdate. Er kommt manchmal auf Geschäftsreise in meine Stadt und ist dann meist für einen Abend da. Wir waren bisher immer im Club. Jetzt zum dritten Mal. Eigentlich läuft das sehr unkompliziert. Er sagt Bescheid, wenn er da ist. Insofern ich Zeit habe, dann fahre ich und hole ihn ab, wir gehen in den Club, er zahlt und ich fahre ihn am Ende wieder heim. Ein fairer Deal für beide würde ich meinen. Ich mag so unkomplizierte Sachen ja. Wenn wir uns sehen machen wir da weiter wo wir aufgehört haben. Stressfrei. Letztes Mal als wir im Club waren, hatte ich meine Tage bekommen, deswegen nur Blowjobs verteilt. Das war dieses Mal nicht der Fall.

Wir gingen wieder realtiv spät in den Club. Es war schon nach 23 Uhr. Deswegen war nicht mehr besonders viel los, aber es war auch nicht ganz leer. Für mich ist das immer angenehm, da die meisten Soloherren bis dahin schon ihren Druck abgebaut haben und dann zurückhaltender sind.

Mr. Clubdate war mit mir zum ersten Mal im Club. Damals merkte man ihm die Unsicherheit und Aufregung an. Jetzt gehen wir zum dritten Mal dort hin und schwupps schon ist es routiniert. Wenn man mal gesehen hat, wie es innen aussieht und wie die Menschen da so sind, dann geht es gleich viel entspannter.  Auch wenn ich sonst nicht gerne Röcke trage, bei meinem Cluboutfit mag ich das durchaus. Vielleich liegt es auch daran, dass ich dort nicht aufpassen muss, wie ich sitze (zu breitbeinig) oder was rausspitzelt. Da sollen die Strapse ja durchaus rausspitzeln. Das entspannt mich ziemlich.

Wir hatten beide Lust erst ein wenig zugucken zu gehen. Viel war auf den Matten nicht mehr los. Ich beobachte unglaublich gern, wie Menschen sich verhalten, wie sie mit einanderumgehen. Das gilt auch im Club. Wir gingen durch die Zimmer und schauten nach was auf den Matten los war. Viel passierte nicht mehr. Auf einer Matte lagen die Beteiligten noch im Post-Coitalen-Ruhemodus rum und ließen die Erregung abklingen. Ansonsten gerade relativ viel Leere. Außer uns streunten noch vereinzelte Soloherren herum, auch in der Hoffnung noch was geboten zu bekommen.

Dann kam ein Mann Mitte 30, nix besonders. Gegenteiliges galt für seine Begleiterin. Sie war der Typ hübsche Studentin mit perfekter Figur, angelehnt an ein medialtransportiertes Schönheitsideal. Sie trug Heels, Jeans Hotpants und ein einfarbiges Tanktop. Nicht sonderlich gestylt, nicht wirklich geschminkt. Wirkte schüchtern, kann aber auch bewußt so inszniert gewesen sein. Sie war sich sicherlich ihrer Wirkung bewußt. Wirkte fast ein wenig deplaziert in ihrem Outfit, mit dem sie auch einfach in der Öffentlichkeit ohne Probleme hätte rumlaufen können. Das machte das ganze aber nicht weniger spannend. Sie sah nach dem netten (wenn auch sehr hübschen) Mädchen von nebenan aus, das sich irgendwie in den Club verlaufen hat. Frage zwei war natürlich, wie kam der Mann dazu zu so einem Geschoss :-). Zu unserer Freude (und der aller anderen Männer auch) begaben sich die beiden auf eine Spielwiese. Die war wie ein Hochbett platziert und man musste eine Treppe hoch. Hatten den Vorteil, dass es nicht ganz so einfach für die Männer war einfach dazuzukommen. Und ich konnte einfach auf der Treppe stehen bleiben und das Geschehen beobachten.

Der Mann hatte es sich auf dem Rückenliegend bequem gemacht und seine „Freundin“ machte sich daran ihn zu blasen. Sie war angezogen, aber streckte ihren Hotgepanteten wunderschönen Hintern Richtung der versammelten Zuschauerrunde. Auch ich konnte diesem Bild durchaus etwas abgewinnen. Ob sie technisch versiert blasen konnte, war ich nicht zu beurteilen, vielleicht muss man das auch nicht können, wenn der Anblick allein schon so entzückend ist.

Ich freute mich über das dargebotenen Geschehen. Mr. Clubdate stand hinter mir und streichelte meinen Hintern. Sie blies wirklich ausdauernd, bis er signalisierte, dass er mehr wollte. Sie zog sich die Hotpants und ihr Höschen aus. Und setzt sich quasi ohne Vorspiel auf ihn drauf und ritt ihn. Was ein Bild. Die perfekte schöne Frau reitet ihn. Die Männer um mich herum waren völlig gefangen von der Szenerie. Und dann fing sie sogleich zu stöhnen an.  „mhhmm, ja.. oh.. mhmm..“ Zack. Meine Erregung war dahin. Och nein. Zu schade. Wie wenn ich bei Pornos vergesse den Ton auszuschalten. Das war so nicht echt. Sie hatte ja eh schon kein Vorspiel. Keine Ahnung, da mögen andere Frauen ja anders sein und womöglich hat sie die Gesamtsituation einfach so erregt, dass das geht. Aber dieses Losgestöhne war so „Ich muss das jetzt halt tun, damit er es gut findet.“ Brr. Sehr schade. Die Männer fanden das alle geil. Sind das aus den Pornos ja auch so gewohnt. Aber schade. Ich mag Clubs ja weil man echteren Sex sieht. Mr. Clubdate sah es ähnlich wie ich. Während der Mann seine wunderhübsche Begleiterin nach allen Regerln der Kunst in allen möglichen Stellungen durchvögelte, guckten wir noch ein wenig umher.

Dann suchten wir uns eine eigene ungestörte Ecke für uns. Stellten den kleinen Eimer in den Eingang zu unsere Höhle als Zeichen, dass wir niemanden dabei haben wollten. Am Anfang amüsierten wir uns noch darüber, dass der Mann der hübscgen Frau sehr laut und lange hörbar kam.

Wir knutschten. Ich fing an ihn zu blasen. Er mag das. Doch er bremste mich und sagte, dass er dieses Mal wollte, dass ich zuerst komme. Er kombinierte Lecken und Fingern gekonnt. Es dauert trotzdem einfach bis der Kopf abschaltet. Manchmal ist es ein Teufelskreis, wenn man den Kopf nicht ausbekommt und dann aber die ganze Zeit denkt, verdammt jetzt dauert es so lange, der Arme muss so lange lecken. Das macht dann den Kopf nicht schneller aus. Ich muss mir dann immer sagen, dass er daran bestimmt Spaß hat und ich mir keine Gedanken machen brauche. Er machte das gekonnt, brachte meine Erregung hoch. Er traf allerdings nicht genau den richtigen Punkt um mich über den Berg zu bringen. Also half ich mich meiner Hand nach. In der Kombination, dass er mich fingerte und zusätzlich zu meiner Hand noch leckte war das ziemlich geil und ich kam.

Nachdem mein Orgasmus abgeklungen war und revanchierte ich mich mit einem Blow-/Handjob. Und wir verließen beide zufrieden den Club. Bis zum nächsten Mal.

 

 

Unbefriedigt befriedigt

Wie ich diesen Blogeintrag nennen würde, war mir nach dem Abend sofort klar. Zum Schreiben hat es ein wenig länger gedauert.

Während ich dies schreibe, spült mir Facebook drei Jobausschreibungen meines Noch-Arbeitgebers in die Timeline. Dann kann ich die Kündigung also doch persönlich nehmen. Das schmerzt und frustriert mich jetzt für einen Moment. Und dann schiebe ich es weg von mir. Mich zu grämen hilft mir nicht weiter. Nach vorne blicken. Ich werde etwas finden, das passt.

Ich hatte mehr als einen Monat keinen Sex gehabt. Eigentlich weiß gar nicht wie lange. (Von dem Blowjob mal abgesehen) Immerhin kann man mir aktuell nicht vorwerfen ich würde nur für mein Blog vögeln. Dafür ist es einfach wirklich zu wenig. Jedenfalls bekam ich meine Tage. Dabei war mir aufgefallen, dass ich seit dem letzten Mal keinen Sex hatte. Eine Freundin hatte mich gefragt, ob ich eine Woche später mit in einen Club gehen würde. Ich sagte unter Vorbehalt zu. Ohne hormonelle Verhütung konnte ich nicht absehen, ob meine Tage bis dahin auch wirklich weg waren.

Aber es klappte. Genau am Tag des Clubbesuchs war ich mit meiner Periode durch.  Als ich meine Freundin fragte, ab wann sie denn im Club sei, antwortete sie zu meiner Überraschung bereits ab Mittag. Das hatte ich so gar nicht auf dem Schirm gehabt, dass man dort ja auch untertags hingehen kann. Ich war untertags bereits anderweitig verabredet. Ich sagte mein Kommen für den späten Nachmittag/Abend zu. Meine Freundin ging mit ihrem Mann in den Club. Beim Blick auf die Eintrittspreise dachte ich mir, dass es für Männer eine ziemliche Verschwendung wäre, wenn ich alleine in den Club gehe. Also stellte ich auf meiner liebsten Rirarammel-Seite ein Dategesuch nach einem Begleiter für den Abend im Swingerclub ein. Sollte ich mich nicht gut mit ihm verstehen, war er immer noch viel günstiger in den Club gekommen als allein. Also egal wie der Abend läuft es wäre eine Win-Win-Situation.

Als Frau ein Date auf so einer Seite einzustellen ist eine spannende Sache. Innerhalb von 10 Minuten ploppten knapp 10 Anfragen auf. Da war dann alles dabei. Vom Klassiker „Penisbild“ mit dem Hinweis, dass das XXL-Gerät des Besitzers schon einsatzbereit sei. Bis zu schüchternen Anfragen, dass derjenige gerne zum ersten Mal einen Club von innen sehen möchte. Mein Interesse weckte das Profil eines Mannes, der in etwa in meinem Alter war und auch eher ein wenig querdenkermäßig daherkam. Weniger auf Sex aus zu sein schien, als einfach einen guten Abend in der Clubatmosphäre haben zu wollen. Da entschied ich mich also für ein Gespräch, statt für hart rammeln. Zumal es den Typ „hirnrausvögeln“ im Club mit Sicherheit sowieso geben würde, also muss ich ihn nicht auch noch mitbringen.

Richtige Entscheidung, da wir wirklich ein für mich bereicherndes Gespräch über den Abend führten. Er hatte sich viel mit sich selbst beschäftigt und damit was ihm guttut. Mit Energie. Mit Mann und Frau sein. Wir waren nicht immer einer Meinung, aber ich mag gerne auch andere Perspektiven hören. Auch er tut sich schwer mit einem klassischen Job. Hat sich sein Arbeitsumfeld so geschaffen, wie es zu ihm passt. Beruhigend irgendwie.

Er war erst zwei Mal vorher in einem Club gewesen. Die zwei Herausforderungen waren also, dass wir uns nicht wirklich kannten und er kein erfahrener Clubgänger ist. Ziemlich spät streiften wir durch den Club um zu sehen, ob noch etwas Spannendes im Gange war.  Auf den Matten war es schon ziemlich leer. Wir fanden eine kleine Ecke, die nicht von allen Seiten zugänglich war in einer kleinen Hütte im Garten. Sie war allerdings eher ziemlich hell, nicht dunkel wie in so mancher Spielhöhle. Er war so zurückhaltend, dass ich aktiver werden musste, als mir das lieb ist im Club. Wir saßen also da auf der Matte und wussten nicht so recht wie anzufangen. Den Moment gibt es meistens, wenn man sich nicht kennt und die eigenen Unsicherheiten nicht mit Alkohol weggetrunken hat. Meistens fängt man dann an zu knutschen und dann geht das Krampfige weg. Knutschen klappte, aber das Krampfige wollte nicht weggehen. Ich griff auf das zurück, worin ich mich wohlfühle und bot ihm einen Blowjob an. Das klappte soweit ganz gut, allerdings hatten wir mittlerweile noch drei Männer auf der Matte, die mitmachen wollten. Allerdings wusste er nicht, was ich will und umgekehrt. Den ersten Mann schickte ich noch weg. Wir hatten uns nicht darüber unterhalten. Fehler. Den zweiten Mann ließ ich gewähren. Das war sehr schräg. Nach ein wenig Fummeln hatte ich irgendwann Sex mit dem zweiten Mann. Aber ich bekam den Kopf nicht aus. Bei meinem Begleiter war die Lust komplett weg und auch der Mann der mich fickte hatte am Ende auch keinen Spaß dran. Wir schickten die Männer weg. Aber mein Begleiter hatte einfach keine Lust mehr. Er ließ nicht so Recht raus woran es lag. Bei mir hinterließ es erst mal ein schlechtes Gefühl, weil ich das erstmal automatisch auf mich bezog.

Wir gingen zurück an die Bar und philosophierten noch mal zwei Stunden weiter über das Leben. Landeten später nochmal auf einer Matte, auf der wir einfach redeten. Ein wirklich gutes Gespräch, das allerdings dem misslungenen Sex nicht auf den Grund ging.

Befriedigt vom Gespräch, aber sexuell unbefriedigt nach Hause gegangen.

 

 

Wenn das Leben Kopf steht, greift man auf Bewährtes zurück…

In meinem letzten Eintrag habe ich über das Trennungsgespräch geschrieben. Das hatte eine halbe Woche vor der Kündigung stattgefunden. Ein paar Tage später hat mich dann die schon verbloggte Kündigung erreicht. Mr. Bondage und ich waren nach dem Trennungsgespräch auseinandergegangen, in dem Gefühl, dass wir uns bestimmt wiedersehen werden, dass es aber ein wenig dauern könnte.

Als dann mein Leben mit der Kündigung eine überraschende Wende genommen hat, habe ich in einem Reflex auch ihm geschrieben. Auf Bewährtes zurückgegriffen. Er hat mein Leben nun doch schon eine Weile nicht nur als Affäre sondern auch als kritischer, wohlmeinender Ratgeber und Freund begleitet. Ich konnte gar nicht anders als ihm von dem einschneidenden Erlebnis zu erzählen. Er hörte zu und bot mir nach zwei/drei Tagen an, dass ich ihm beim Aufbau seiner Möbel gegen Bezahlung helfen könnte. Das klingt komisch. War aber genau richtig für mich. Ich baue wirklich gerne Möbel auf. Es gab mir die Möglichkeit gar nicht erst in ein Loch zu fallen, da ich gleich was zu tun hatte. Und wir verbrachten, wenn er aus der Arbeit kam Zeit miteinander. Als klar war, dass ich übernachten würde, fragte er mich, wo ich denn schlafen wolle. (Ich hätte auch das Gästezimmer wählen können)  Er respektiere die Trennung. Ich wollte da schlafen, wo ich immer geschlafen hatte – bei ihm im Bett.

Ich hatte das Bedürfnis ihm nah zu sein und ihm Nähe zu geben. Ich tat das worauf ich Lust hatte und das war ihn zu streicheln. Wir streichelten uns, gaben uns Nähe, knutschten ein wenig. Nicht mehr und nicht weniger.  So wachte ich also ein paar Tage nachdem ich mich getrennt hatte wieder in seinem Bett auf.

Gefühlt war ich schon mal an dem Punkt. Und wenn ich drüber nachdenke ist das schon irgendwie bekloppt und schräg. Und ein im Kreis drehen. Irgendwie richtig und falsch zur selben Zeit. Keine Ahnung was daraus wird. Keine Ahnung, was das nun ist (außer unglaublich inkonsequent :-)) Vielleicht einfach menschlich…

Zu doof für ein Trennungsgespräch

Der erste Kündigungsschock ist überwunden. Es nagt immernoch ein wenig, aber das dauert einfach. Wäre auch komisch wenn nicht. Ansonsten mache ich das beste aus meinem überraschend leeren Terminkalender und überlegem welche Sachen ich schon lange mal erledigen wollte.

Vielen Dank für euer Mitgefühl und die vielen Ratschläge, die mich erreicht haben. Mein Blog ist öffentlich und nachkarteln nicht mein Stil, deswegen halte ich mich bedeckt. Zwei Fakten sind, dass der Zeitpunkt für mich überraschend war und dass ich an dem Tag nicht alleine gekündigt worden bin. Ich habe mich nicht in der Lage gesehen, das mir angebotete Gespräch darüber zu führen. Und ja, so selbstreflektiert bin ich durchaus, einer der Gründe wird gewesen sein, dass mein Arbeitgeber aus verschiedenen Gründen mit mir unzufrieden war.  Daraus ziehe ich meine Schlüsse. Ich war ein loyaler Arbeitnehmer und ich werde ein loyaler Ex-Mitarbeiter sein. Viele Gespräche zeigen mir, dass Kündigungen öfter vorkommen und sich für die meisten eine Freistellung superunangenehm anfühlt. Mal sehen, was die ersten Bewerbungen so bringen. Das war nur das Update, aber nicht der eigentliche Blogeintrag.

Das Schlussmach-Gespräch.

Per Whats-App Schluss machen ist sehr einfach. Vor Allem wenn man immer genau dann sauer ist auf einen Menschen, wenn man ihn nicht sieht, weil man ihn nicht sieht (zu wenig sieht.) Die Zeit zusammen war eigentlich nie das Problem. Mr. Bondage war mir viel zu wichtig um mich Ghosting-mäßig einfach vom Acker zum machen. Also bot ich ihm an, dass wir uns nochmal auf ein Gepräch treffen. Wir verabredeten uns auf einen Biergarten-Besuch. Es waren schon so ein paar Tage vergangen, seit der Messe. Mein akuter Ärger war verflogen. Nur das Wissen, dass ich immer wieder heftige Eifersuchtsschübe hatte, was der Asymmetrie unserer Beziehung geschuldet war und ich mir sicher bin, dass sich die Asymmetrie nicht ändern wird.

Wir trafen uns im Biergarten. Er war wie immer ein sehr anständiger Kerl, der bevor er mich umarmte nachfragte, ob das für mich okay sei. Immerhin hatte ich ja quasi schon Schluss gemacht. Kein Überreden, sondern Rücksicht nehmen auf meine Gefühle. Und dann sitzen wir da und sind eben zwei Seelenverwandte. Und reden los wie immer. Gar nicht bewußt, sondern einfach weil das passiert wenn wir uns sehen. Offen, weil keine Geheimnisse. Den Austausch und den Rat des anderen schätzend. Über den Job, das Leben und alles andere. Ich kann das schwer beschreiben. Wie, wenn man alte Freunde trifft, wo sich niemand rechtfertigen muss. Man sieht sich und macht da weiter, wo man vorher aufgehört hat. Mit Ausnahme meiner besten Freunde ist er der erste Mensch, bei dem das so einfach ist.

Und irgendwann kam das Gespräch natürlich auch auf das Ende unserer Beziehung. Ich sagte ihm das alles, er hat sich das alles angehört. Keine Rechtfertigung. Verständnis für mich und meine Beweggründe. Keine Versprechungen, kein Überreden zu Bleiben. Dafür wäre er auch nicht der Typ. Ich sage alles was mir auf der Seele liegt. Aber es fühlt sich nach „alles ist wie immer“ an. Ich sprach meine Gefühle aus, war aber nicht sauer, eher froh ihn zu sehen und mit ihm zu reden. Das ist sehr bescheuert irgendwie. Wir gingen am Ende auseinander und sprachen drüber, dass wir uns dann wohl erstmal nicht mehr sehen würden. ich umarmte ihn zum Abschied. Aber es fühlte sich anders an nicht nach Trennung an, sondern nach wiedersehen. Danach alleine im Auto wußte ich eigentlich gar nicht mehr so genau, was das jetzt für ein Gespräch war. Formal ein Ende, dass sie aber nicht so anfühlt. Zum Schluss machen bin ich wohl zu doof. Keine Ahnung, wie es weitergeht. Oh mann, ich hab es nicht hinbekommen. (wollen wahrscheinlich). Besser gesagt, ich hab es verkackt…

 

Das Leben steht Kopf – dann nochmal alles auf Anfang

Affäre so halb beendet und gestern überraschend gekündigt worden. Da ich mich im Job eh nicht mehr wohlgefühlt habe, hatte ich mich zwischenzeitlich war schon anderweitig beworben, aber die Kündigung war trotz alledem überraschend. Jetzt bin ich noch einen Monat freigestellt und dann arbeitslos.

Gestern war ich dann gleich auch noch zum ersten Mal in meinem Leben beim Arbeitsamt. So rein faktisch sieht mein Leben nicht sehr toll aus. 34, Single (ledig), keine Kinder, im ersten richtigen Job nach 9 Monaten gekündigt. Kein Anspruch auf irgendwelche Leistungen. So nüchtern betrachtet sieht das sehr düster aus. Schon vorher hatte ich in den letzten Wochen wieder alles in Frage gestellt. Mir vor allem auch die Frage gestellt, wo mein Platz im Leben ist. Ähnliche Situation wie ein Jahr vorher um die Zeit, bevor ich meinen ersten Job bekommen habe. Gehadert mit mir. Meine Freunde befragt, ob ich mich ändern muss. Ob ich verkehrt bin. Aber sie haben mich bestärkt, ich sei eben ein wenig unangepasst aber so in Ordnung, wie ich bin. Sie waren sich alle sicher, dass ich meinen Platz noch finden werde.

Die Kündigung hat gestern genagt, ich habe schlecht geschlafen, was selten vorkommt. Heute ist der Optimismus erst mal zurück. Ich habe noch eine weitere Bewerbung geschrieben. Vier sind raus. Mal sehen was passiert. Auch wenn ich mir sehr doof vorkomme, freigestellt, also nicht arbeitend und trotzdem noch Geld verdienend. Lauter nicht abgeschlossene halbfertige Dinge hinterlassen zu haben. Ich kann es nicht ändern, also schaue ich nach vorne. Nachdem ich in weiser Voraussicht meinen Lebensstil noch nicht verändert hatte und immer noch im Studentenzimmer wohne, ist es auch nicht sehr bedrohlich. Ich habe einen Monat Zeit einen Nebenjob für die Übergangszeit zu finden. Ich bin vorher auch klargekommen, also wird mir das jetzt auch gelingen. Mein Lebenslauf war vorher schon nicht gradlinig. Vielleicht bin ich in ein paar Monaten verzweifelt, sollte es mir nicht gelingen etwas Neues zu finden.

Ansonsten habe ich jetzt Zeit. Zeit für Sport, Zeit um Freunde zu besuchen. Zeit für ehrenamtliches. Zeit zu daten.

Nach Monaten ist es mir geglückt Mr. Tiefenentspannt mal wieder zu treffen. Auf ein Gespräch. Und siehe da, er ist aktuell vergeben. Damit fällt er mal von der Sexliste runter. Das heißt bedauerlicherweise erstmal keine sensationell geleckten Orgasmen mehr. Mir ist heute eh bewusst geworden, dass ich zwischen einen Monat keinen Sex hatte. Also ein Zyklus ohne Sex verstrichen ist. Das ist höchst ungewöhnlich für mich.

Wobei ich zumindest von einem Blowjob berichten kann. Im Auto. Irgendwann werde ich mal ein Buch zum Thema „Welches Auto für Sex besonders gut geeignet ist.“ BMWs sind aktuell nicht sehr Blowjobfreundlich. Zumindest wenn man vorne sitzt. Denn man kommt kaum über die fette Mittelkonsole drüber. Auf der Rückbank geht es grade so. Es war ein neuer Mann. Auf den ersten Blick der Typ konservativer Manager, unscheinbar, aber sehr nett. In meinem Alter überraschenderweise. Aber wie es sich für jemandem im Management gehört mit Familie. Ich unterhalte mich wahnsinnig gern mit ihm.

Bei unserem zweiten Treffen sind wir dann mit seinem Auto auf einem Parkplatz gelandet. Ich mag ja dieses jeder weiß worauf es hinauslaufen soll, aber man weiß trotzdem nicht wie man anfängt nervöse Reden um das zu überspielen-Ding. Er hatte mich schon vorgewarnt, dass er lange keinen Sex hatte und es wahrscheinlich schnell gehen könnte. Nach ein wenig Fummeln und knutschen, waren wir beiden gespannt, ob ich mit meinen Blowjobkünsten nicht zu viel versprochen hatte. Jedenfalls musste ich mich gar nicht sehr verausgaben. Kaum hatte ich steifgeblasen, kam er auch schon. Das war mal ein wirklicher Blowjob-Quickie. Hihi, das war einfach. Ich happy, er happy. Passt.

Aber wie bekomme ich jetzt wieder die Kurve von einem Blowjob-Quickie auf die existenziellen Fragen die mich eigentlich gerade umtreiben? Gar nicht.

Weil es mir noch wichtig ist…

.. muss ich das noch schreiben.

Mr. Bondage war immer ehrlich zu mir. Er hat (mit einer Ausnahme) nie etwas versprochen, dass er nicht halten konnte.

Das Problem waren meine Hoffnungen und Erwartungen, die sich nicht erfüllt haben.

Auch wenn es bitter ist, verstehe ich rational, warum er entscheidet, wie er es tut.

Er ist verheiratet, hat eine Partnerschaft mit seiner Frau. Die beiden haben sich auf ein Lebenskonzept geeinigt mit dem beide klarkommen und wollen. Nehmen die Verantwortung, die sie für sich gegenseitig haben, wahr. Er braucht also keine Partnerin. Die hat er schon. Das was fehlt ist der Bondage/BDSM/Sex-Teil.

Das hatten wir versucht. Semi erfolgreich. Ich musste beim ersten Spiel safeworden, weil es mir zu viel war. Bin nicht so weit und gefestigt in meinem BDSM-Dasein. Für mich sind Kleinigkeiten noch neu. Er kommt nicht zum Spielen, weil ich als SUB immernoch mit dem Finden meiner Rolle beschäftigt bin.

Er hat eine Familie und einen Job, der ihn sehr fordert. In der wenigen Zeit, die ihm bleibt hat er nicht die Muse sich mit meinen Anfängerproblemen auseinanderzusetzen.

Da gibt es eben noch seine SUB, die in etwa in seinem Alter ist, die das schon länger macht. Gefestigter in ihrem Sub-Sein. Die masochistischer und devoter ist, als ich. Besser zu seinen Vorlieben passt. Mit ihr läuft es einfacher, wenn er sich die Zeit zum spielen nimmt.

Fesseln. Wenn er Dinge tut, dann richtig. Geht gleich zum großen Meister nach Japan um zu lernen. Will es am liebsten Bühnenreif performen können. Ich bin gerne Ropebunny. Aber von den körperlichen Voraussetzungen her nicht so einfach fesselbar wie eine kleine Asiatin, aber auch nicht wie ein schlankes, biegsames deutsches Bunny. Man kann das mit mir tun, aber es ist komplizierter und aufwändiger. So gefestigt in seinem Rigger-Dasein ist er auch noch nicht, dass es ihm potentiell egal ist, wie sein Bunny aussieht, wenn die anderen alle Modelmäßige Frauen aufhängen. Und wie auch bei der BDSM-Geschichte ist es am Ende eine Zeitfrage.

Also war ich am Ende eine unkinky Freundin zum Reden, zum gelegentlichen Sex, zum Nähe geben. Wie eine Partnerin, aber eben hinter den anderen Dingen angestellt. Das hat so lange funktioniert, solange sich meine Erwartungen in Grenzen gehalten haben.

Dadurch, dass ich nun auch einen Vollzeitjob habe kommt der größte Vorteil den ich mitgebracht habe nicht mehr zum Tragen. Ich war zeitlich superflexibel. Das ist nun nicht mehr in dem Maße gegeben. Im Gegenteil durch viele ehrenamtliches Engagement muss man nun auch auf mich und meine Termine Rücksicht nehmen.

So, wie ich eigentlich mit allen Exfreunden klar komme, wird sich auch hier ein Weg finden wie wir miteinander umgehen können. Denn trotz aller Rationalität muss ich jetzt erst mal die kleinen Wunden auf meinem Herz heilen und feststellen, dass ich seit 5 Jahren Single bin. Krass lange ist das mittlerweile.

Thats the end…

… of Mr. Bondage.

Es werden Zeilen voller Liebe, Hass und Trauer.

Es war der Grund warum ich so lange nicht geschrieben habe.

Er war der erste, dem ich schöne Dinge erzählen wollte. Er war der erste an den ich dachte, wenn ich ein Wochenende wegfahren will. Bei dem ich mich ausheulen wollte wenn es mir schlecht geht. Die Schulter zum Anlehnen. Der Mann der soviel Macht über meine Lust hat, wenn er denn wollte. Der Mann, der mich nachhaltig für  Bondage begeistert hat. Einer der wenigen Seelenverwandten meinem Leben. Ich habe ihn geliebt. Ja, es war nie ausgesprochen, aber es war Liebe. Ich habe ihn geliebt. Polyamor und ich war okay damit.

Die große Asymetrie in unserer Beziehung hat Eifersucht entfacht, die einen hassenden Menschen aus mir macht, der ich nicht sein will. Er war meine Nummer Eins, ich die Nummer 5 in seinem Leben. Hinter seiner Frau (völlig okay), seiner Sub (ja, die hasse ich gerade wirklich und es nervt mich, dass die Eifersucht das mit mir macht), dem Fesseln und der Suche nach schönen Frauen. Praktisch war ich und nur dann von Bedeutung, wenn die Punkte Eins bis Vier gerade nicht relevant waren.

Es hat sich am Ende an zwei Punkten entzündet. Nach meinem Urlaub nahm er sich zu meiner Überraschung ebenfalls Urlaub. Hatte er dringend nötig. War komplett überarbeitet. Das würde ihm gut tun, freute ich mich erst noch für ihn. Eine Woche, die er mit seiner Sub wegfuhr. Gott, wie mich diese Scheißwoche mit Eifersucht gequält hat. Na klar mit ihr. Damit war mir meine Rolle nochmal deutlich geworden. Für mich blieben nur die wenigen Abende, an denen er sowieso abgekämpft von er Arbeit kommt. Na, danke. Das hatte mir nie viel ausgemacht, weil ich immer dachte, hauptsache Zeit miteinander verbringen, irgendwann wird er sich schon wieder Zeit für Dich nehmen. … Nicht. Das tut weh. Und nun war eben wieder die BoundCon in München, die Fetischmesse. Vor zwei Jahren waren wir dort zu dritt gewesen. Hat so semi gut funktioniert. Jedenfalls wollte seine Sub dann nie wieder was mit mir zu tun haben. Bitter, so schlimm fand ich es nicht. Aber ab da war für ihn klar, dass er ab jetzt immer mit ihr zu dieser Veranstaltung geht. Die in meiner Stadt stattfindet und ich der Gearschte bin. Das finde ich so albernen Kackscheiß. Ich muss allein auf die Messe, weil in einem normalen Verhältnis da hin gehen nicht läuft.

Ich hatte ihm in harten fiesen Worten  meine Eifersucht geschrieben. Er hat mir ehrlichweise geantwortet, dass er mir nur die Abende unter der Woche und gelegentlich einen Tag am Wochenende anbieten kann. Ich würde sagen anbieten will. Damit liegt die Entscheidung bei mir. Will ich das?

Dann ist da noch seine Sub, ich hasse sie. So sehr ich mich auch mühe, das Gefühl in meinem Kopf geht nicht weg. Ich bin erschrocken über mich selbst. Wie oft ich ihr in meinem Kopf auf der Messe begegnet bin und ihr einfach mal meinen Hass vor die Füße gereiert habe…. Sie hat gewonnen. Ich bin auf dem Abstellgleis. Toll für sie.

Ich bin noch nicht mal gut genug um die Nummer Zwei im Leben von jemandem zu sein. Das ist wirklich bitter. Er hinterlässt das Gefühl, dass ich einfach nicht schön bin. Nicht schlank und nicht hübsch genug.

Ich war heute auf der Messe und auf der Party danach. Ich habe die beiden gesehen. Sie mich auch. Ich habe ausgehalten, dass sie geknutscht haben, dass sie weiß, dass sie gewonnen hat. Er hat nicht mit mir gesprochen, sie haben mich nicht gegrüßt. Ich habe mir die Veranstaltung zurück erobert. Ich kann dorthin gehen, den Abend genießen und Spaß haben. Die beiden nehmen mir nicht alles.

Liebeskummer quält mich seit die beiden im Urlaub waren. Zusätzlich habe ich schwere Zeiten im Job. Damit bin ich an einem Punkt, wo ich mein Leben wieder grundsätzlich hinterfrage. Wer bin ich, was will ich und wo ist mein Platz im Leben? Das hatte ich vor einem 3/4 Jahr bei der Jobsuche auch schon. Jetzt wieder. Alles auf neu.

Er wird mir als Ratgeber fehlen und als Rigger. Es wird schwer werden jemandem auf dem Fesselniveau zu finden. Aber was hilft es, wenn ich für ihn nicht gut genug bin. Ich muss auf mich aufpassen.