Allein auf eine Play-Party

Ich fühle mich schon eine ganze Weile underplayed. Die letzte Spiel-Session ist lange her. Ich müsste im Blog nachschauen, wann genau ich das letzte Mal eingetaucht bin ich das Spiel mit Dominanz, Unterwerfung und ein klein wenig Schmerz.

Es ist allerdings ähnlich schwer einen dominanten Partner zu finden, der zu einem passt, wie einen Partner für eine Beziehung. Es muss stimmen. Ich habe das Gefühl, bis ich dafür einen finde, könnte es noch ein wenig dauern.

Es war Samstag Abend, ich hatte nichts vor. Auf der Rirarammelseite laß ich, dass an diesem Abend in dem schönen Swingerclub, in dem Mr. Bondage mich mal gefesselt hat, eine BDSM-Play-Night stattfinden würde. Das klang doch schon mal vielversprechend. Stellte sich nur noch die Frage mit wem ich da hingehen könnte. Von den Männern, mit denen ich bisher so im Club war, haben die meisten keinen BDSM-Bezug, schieden also aus. Die anderen konnten so spontan nicht.

Also setzte ich ein Date-Gesuch auf die Rirarammelseite – am Nachmittag, also relativ kurzfristig. Es meldeten sich auch drei Interessenten. Der erste schrieb, dass er auf eine andere Veranstaltung gehen würden und wollte, dass ich doch dort mit ihm hingehe. Ähh nein, keine Lust auf unbekanntes Terrain an diesem Abend. Ich wollte explizit auf diese Party. Der zweite schrieb mit eine ewig lange Mail, warum er da gerne mit mir hingehen will. Beim Blick auf sein Profil und seine Vorlieben stellte ich dann fest, dass er Mollig unter „Geht gar nicht“ einsortiert hatte. Das ist immer ein Hinweis darauf, dass er eigentlich auf Size Zero Frauen steht und da bin ich definitiv raus. Er hat wohl den Hinweis auf Kurven in meinem Profil überlesen. Ich sagte ihm dass er meine Bilder schauen soll und gab ihm mein Album frei. Tat er und schrieb, dann auch prompt, dass er es sich nun anders überlegt hatte. Der Abend fing ja schon toll an. Was ein Arsch der Typ. Naja dann soll er sich halt eine andere suchen.

Ein Mann, den ich schon das ein odere andere Mal gedatet hatte, mit dem aber nie was lief, schrieb mir, dass er an diesem Abend mit einer Frau in den Club gehen würde und sich freuen würde, wenn ich auch käme. Das war am Ende der ausschlaggebende Punkt, dass ich mich entschied, alleine zu gehen. Das erste Mal überhaupt alleine in den Club und dann noch auf eine Play-Party. Aber es würde ein Gesicht da sein, dass ich kennen und so hatte ich einen Ankerpunkt. Ich packte meine Klamotten ein und freute mich tierisch darauf, mal wieder in einer Kinky-Atmosphäre zu sein. Mit Null Erwartungen fuhr ich los. Ich wollte einfach nur mein Rotkäppchen-Kostüm mal wieder anziehen und ein paar Menschen beim Spielen beobachten. Das war mein Plan.

In der Umkleide wurde mir dann bewußt, dass ich mein Korsett ja gar nicht allein anziehen kann. Bisher hatte ich immer jemanden dabei gehabt, der das dann für mich geschnürt hat. Blieb mir also nichts anderes übrig, als schon in der Umkleide jemanden anzuquatschen. Mit mir zusammen war gerade eine Transe dabei sich für den Abend herzurichten. Optimal dachte ich mir, sie weiß bestimmt, wie man so ein Ding schnürt. Damit lag ich richtig. Nettes Gespräch gleich noch inklusive. Läuft gut, de Abend schon in der Umkleide. Ich war happy, dass ich mich allein losgetraut hatte.

Korsett war geschnürt, Transe verschwand in den Club. Ich kämpfte derweil mit meinen Strapsen und stellte fest, dass es nicht sehr schlau war, sich erst das Korsett schnüren zu lassen und dann zu versuchen in Strümpfe zu kommen. Außer mir war noch ein Mann allein in der Umkleide. Also fragte ich ihn, nachdem ich es in meine Strümpfe geschafft hatte, ob er sie mir an meinen Strapshaltern befestigen könne. Es gibt wohl definitv schlimmere Bitten  :-)) Bisher haben sich immer noch alle gefreut, wenn ich sie gefragt habe. Der Mann sah nett aus, ein wenig unauffällig. Ich war mir nicht sicher, auf welcher Seite er spielt, dominant oder devot. Er war ein wenig älter als ich und trug lustigerweise ein rotes Hemd, dass ein wenig barock aussah. Er passte mit seinem Outfit sogar zu meinem Rotkäppchen-Outfit. Wie wenn es geplant gewesen wäre. Also rein ins Vergnügen. Ich war erst relativ spät in den Club gegangen, so dass schon halbwegs voll war und die meisten schon mit dem Buffet fertig waren. Mr. Barockes Hemd wich mir nicht mehr von der Seite und besorgte mir gleich an der Bar etwas zu trinken. Auch mein Bekannter war schon da. Spannend ihn nun mal im BDSM-Kontext zu sehen. Ich gesellte mich zu ihm und seiner Begleiterin. Sie war nett, vermutlich ein gutes Stück älter als ich. Kurze blonde Haare, kurvig. Mir war nicht ganz klar in welcher Art Verhältnis die beiden zueinander stehen. Aber es ergab sich auch nicht die Gelegenheit ihn zu fragen, da sie nie von seiner Seite wich.

Ich wollte mich einfach mitten reinsetzen und gucken. Menschen gucken. Wie die miteinander umgehen, welche Klamotten sie tragen, wie sich Dominanz und Devotheit äußern. Lernte wieder einmal, dass die meisten dominanten Frauen nicht zu meinem Empfinden von Stil passen. Mr. Barockes Hemd wich mir nicht mehr von der Seite. Das war einerseits nett, weil ich nicht mehr allein da war, andererseits verhinderte es irgendwie, dass ich noch jemand anderen Kennenlernen würde.

Wir streiften durch die Räume und schauten, ob es ein Spiel gab, bei dem es sich lohnt länger zuzusehen. Ich fühlte mich in meinem Outfit wohl und durchaus auch neugierig beäugt. Ich lief voraus, Mr. Barockes Hemd hinterher. Dann kamen wir zu einer Spielwiese auf dem ein Mann, den ich ziemlich heiß fand seine wunderhübsche, nackt perfekt aussehende (verdammt!!) Partnerin bespielte. Endlich mal ein Spiel, dass nicht so sehr vom Schmerz bestimmt war, was man sonst ja eher so standartmäßig antrifft. Sie ritt auf ihm, blendete die Umgebung völlig aus. Er gab ihr verbal den Rhythmus vor. Kurz bevor sie kam, befahl er ihr aufzuhören. Sie trug ein Analplug und wirkte unglaublich erregt. Man konnte sehen, wie die Erregung ein wenig abklang bei ihr. Dann trieb er sie wieder hoch, bis kurz vor ihren Orgamus. Die beiden wirkten sehr vertraut. Er wußte genau wie ihr Körper funktioniert. Dann nahm er sie doggy, zog sie an den Haaren. Nahm sie hart. Das Spiel der beiden turnte mich ungemein an. Er strahlte auf mich so eine natürliche Dominanz aus. Ich hielt mich abseits und sah den beiden gepannt zu. Während er sie doggy fickte, lächelte er mich an. Haha, wie geil. Ich nahm das als Kompliment. Und ich war plötzlich ziemlich angegeilt. Verdammt. Ich wollte ja nix anstellen an dem Abend…

Remi Update

Schon wieder ein Monat vergangen, ohne das ich ernsthaft gebloggt habe. Verrückt. Ich stopfe mir mein Leben so voll, dass ich keine Muse habe zu schreiben. Aber auch das „Ich-muss-nun-endlich-mal-einen-Job-finden-Ding“ hat mich voll in Beschlag genommen. Dieses Bewerben ist anstrengend, weil man sich soviel mit sich selbst beschäftigen muss. Immerhin habe ich es geschafft nach Januar meine 3.(!) Bewerbung zu schreiben. Armselig, ich weiß. Aber immerhin 2 Vorstellungsgespräche gehabt. Die Quote ist okay. Hab noch nicht Bescheid bekommen. Und ja, für Geisteswissenschaftler ist es nicht so einfach, dass man auf ne Stelle passt. Ansonsten bin ich immernoch auf der Suche nach meinen Talenten. Womit kann ich Geld verdienen? Ich muss trotzdem die Taktung noch ein wenig erhöhen befürchte ich.

Zur Zeit fühle ich mich mal wieder eher einsam. Die Freundschaft mit Mr. Bondage läuft mit wenigen Ausnahmen ganz gut. Wir sehen uns so alle zwei Wochen einmal. War zu erwarten, dass das nicht mehr so häufig sein wird. Außerdem ist er beruflich so eingespannt, dass er sich um sich kümmern muss. Ich habe Angst, dass er sonst völlig ausbrennt. Wenn er mich sehen will, bin ich da, wenn meine Termine zulassen. Aber ich dränge mich nicht auf. Manchmal wenn wir uns sehen, holt mich völlig unverhofft ein fetter Eifersuchtsschub ein. Ich frage völlig ohne Hintergedanken, wie sein Wochenende war. So völlig normale Kommunikation. Dann druckst er rum und es wird klar er hat das Wochenende mal wieder mit seiner Sub verbracht. Ja,Ehrlichkeit ist mir lieber. Aber wenn es um sie geht, da merke ich, dass ich das ganz schlecht wegstecken kann. Da geht in mir der Loser-Modus an. Ja, sie ist ihm wichtiger. Erst kommt sie und wenn dann noch was von seiner Zeit übrigbleibt dann ich. Ich hasse diesen Modus. Aber ich weiß noch nicht, wie ich damit am Besten umgehe. Keine Dom-Sub-Spiele mehr zwischen uns, hab ich verdaut, macht mir nix aus. Keine Spielpartys mehr, auf die er mich mitnimmt, okay. Aber das wir keinen Ausflug mehr machen, dass wir keine wirkliche Freizeit mehr miteinander verbringen, dass er wenn er frei hat, halt immer Sex den Vorrang gibt, das habe ich noch nicht weggesteckt. Ansonsten schätze ich die wenige Zeit, vor Allem unsere Gespräche und das Kuscheln sehr. Vor Allem für letzteres habe ich sonst niemanden.

Bräuchte öfter mal jemanden zum Reden oder Anlehnen. Meine besten Freunde sind gerade in ihren jeweiligen Leben ziemlich eingespannt, dass da keine Zeit für mich bleibt. Das passiert und es wird auch wieder anders werden. Aber manchmal fühlt man sich dann als einziger Single wieder so übrig geblieben.

 

Er hat eine Fantasie hinterlassen

Um den Jahreswechsel hatte ich das verrückte Spontan-Date mit Mr. Rich gehabt. Alles irgendwie größer, krasser, teurer. Natürlich hat er sich nie mehr gemeldet. Damit hatte ich gerechnet, deswegen hat mich das nicht so wirklich beschäftigt. Vielleicht meldet er sich dann mit einem Jahr Abstand wieder… So wie beim letzten Mal auch.. Das wäre lustig.

Ich bin in diesem Jahr ganz allein auf der BoundCon gewesen. Als ich gerade so Richtung Eingang marschiere höre ich wie ein Auto mit ganz viel Zwischengas aufmerksamkeitsheischend angefahren kommt. Das war seine pinkes Gefährt auf dem Weg zum VIP-Parkplatz… Ja, das passte irgendwie. Ich war gespannt, mit welchen Leuten Mr. Rich sich auf der Messe rumtreiben würde. Getreu meinem Vorsatz ihn nicht anzusprechen trieb ich mich auf der Messe herum und stand immer eher ein wenig versteckt am Rand. Folglicherweise sah er mich auch nicht. Keine Ahnung, ob er sich überhaupt an mich erinnert hätte. Werd ich nicht rausfinden. Ich gehe Menschen so ungern auf den Sack, dass ich mich dann eben immer zurückhalte, wenn ich mir nicht sicher bin, ob derjenige jetzt auch Bock hätte auf einen Plausch mit mir.

Er hat aber zumindest eine Fantasie hinterlassen in meinen Kopf. Zum Masturbieren habe ich so ein Standard-Fantasie-Repertoire. Na nach Lust und Laune greife ich davon eines heraus. Seit der Geschichte mit Mr. Rich ist da eine Fantasie dazu gekommen.

Er hatte mir von dem Sybian erzählt, mit dem er so gern spielt. Ich habe das Ding als ich in seiner Wohnung war zwar nicht zu Gesicht bekommen, aber als er mir davon erzählt hat, hab ich es gegoogelt und seitdem lässt mich diese Fantasie nicht mehr los. Ich stelle mir vor, wie dieses Ding in seinem Wohnzimmer steht. Ich sitze darauf, die Hände über den Kopf gefesselt. Er und ein paar Männer sitzen auf der Couch, Fernbedinung in der Hand. Sie entlocken mir Orgasmen, viele nacheinander. Ich kann nichts dagegen tun. Ich komme und komme immer wieder. Manchmal trage ich dabei auch noch ein Analplug. Manchmal kommt ein Mann zu mir her und lässt mich währenddessen blasen und ich muss mich darauf konzentrieren…

Diese Fantasie in meinem Kopf funktioniert eigentlich immer. Macht mich immer an.

Btw. JD hat sich mal wieder per Email gemeldet. Darüber habe ich mich sehr gefreut. Mal sehen, was sich ergibt.

Die Aussprache

Im dem Moment, als Mr. Bondage unser Wochenende abgesagt hatte, weil er sich lieber mit seiner Sub treffen wollte, war ich mir sicher, dass ich ihn nie wiedersehen will. Meistens ändert sich so ein Gefühl wenn die erste Wut verraucht ist. Er schrieb von einem Wiedersehen. Mein Bauchgefühl war erst mal dagegen. Ich fühlte mich sehr verletzt. Eigentlich wollte ich mich ohne eine Entschuldigung überhaupt gar nicht erst treffen. Er wollte dieses Gespräch aber nicht per WhatsApp führen. Was ja eigentlich sehr schlau ist, denn nur zu schreiben öffnet Missverständnissen Tür und Tor. Ich merkte, dass ich anfing per WhatsApp rumzusticheln. Zwei, drei böse kleine Nachrichten schrieb. Das was ich eigentlich gar nicht tun wollte. Wie ich das hasse, wenn ich sowas mache. Er ging überhaupt nicht darauf ein. Aber ich wollte eine Gefühlsregung, wollte hören, dass ich ihm auch fehle ihm Leben.

Es dauerte eine ganze Weile, bis ich wirklich soweit war, dass ich mir vorstellen konnte, mich auf ein Gespräch mit ihm zu treffen. Hörte in meinen Bauch hinein, ob es sich okay anfühlt. Als es das tat, verabredeten wir uns zum Essen. Ich war sehr verletzt, aber so ohne ein abschließendes Gespräch wollte ich unsere Beziehung nicht enden lassen. Wollte den unausgesprochenen Dingen noch Platz geben.Vielleicht ein paar Wunden schließen. In unserer Konstellation war klar, dass wir uns nur in seiner Stadt zum Essen treffen können. Mit seinem Arbeitspensum wäre alles andere für ihn kaum zu leisten. Das heißt aber auch, dass ich mit Hin- und Rückfahrt 1 1/2 Stunden investiere. Gefühlt in Vorleistung gehe.

Während des Hinwegs stellte ich mir unser Gespräch vor. Wie es wohl laufen würde. Wenn er sich nicht ernstgemeint entschuldigt, dann würden wir uns nach dem Abend nie wiedersehen. Das war mein Vorsatz. Und ich war mir sicher, dass ich diesen so durchziehen würde. Ich ließ mir Gesprächsvarianten durch den Kopf gehen. Aber in meinem Geiste sah ich ihn nie sich entschuldigen. Er war da nicht der Typ für irgendwie. Er trifft seine Entscheidungen und lebt dann aber auch mit den Konsequenzen.

Ich war zu spät, weil ich noch aufgehalten worden war. Mr. Bondage wartete in unserem Lieblingslokal auf mich. Er saß in der oberen Etage, am Nebentisch Frauengruppe. Sonst war niemand da. Die Begrüßung war frostig von meiner Seite. Er reichte mir die Speisekarte und sagte, dafür dass ich die Spritkosten tragen müsste, würde das Essen auf ihn gehen. Ich wollte mich nicht einladen lassen, lehnte dankend ab. Wollte die Unanhängigkeit wahren. Hatte mein Bauchgefühl so entschieden. Mir war nicht nach Smalltalk. Also war ich ziemlich schweigsam. Wir bestellten Essen. Dann kam das Gespräch auf das abgesagte Wochenende. Er entschuldigte sich dafür, dass er es so kurzfristig abgesagt hat. Ich sagte, dass mir das nicht reicht. Nur wenn es ihm leid täte, dass er es überhaupt abgesagt hat, dann könnte ich das akzeptieren. Da wäre ich auch auf alle meine anderen Freunde sauer, wenn sie mich an einem lange geplanten Wochenende versetzen würde, weil sie lieber vögeln wollen, es ihnen aber nicht leidtut.

Mir war vorher schon klar, dass ich mit Sicherheit in Tränen ausbrechen würde. Darüber ärgere ich mich manchmal. Männer sitzen da immer so cool und ich frag mich immer, wie die das machen. Ich kann die Tränen dann einfach nicht zurückhalten, aber das fühlt sich dann irgendwie schwach an. Weil er mir in meine Gefühlskarten schauen kann. Er weiß woran er ist. Das es mir weh tut. Aber woran bin ich??

Er hatte unserem Wochenende nicht so viel Wichtigkeit beigemessen, wie ich. Ich sagte, dass ich alles andere als eine ernstgemeinte Entschuldigung nicht akzeptieren würde. Er fragte, noch ob er nicht was tun könne, um die Situation zu verbessern, dass besser zu ihm passen würde. Ich schüttelte den Kopf. Dann kam das Essen. Wir saßen uns gegenüber und aßen und schwiegen. Lange. Sehr lange. Währenddessen überkam mich ein Heulkrampf. Die Tränen liefen mir nur so runter. Ich musste hart kämpfen nicht laut zu schluchzen. Reichte schon, dass die Tränen kullerten. Ich wollte den Nachbartisch nicht auch noch aufmerksam machen. Mangels Tempo musste die Serviette mich retten. Mr. Bondage saß mir gegenüber und konnte meinen Schmerz sehen. Sehen, wie er mich verletzt hat. Ich konnte sehen, wie er  mit sich rang. Das ganze Essen sprachen wir kein Wort. Ich hatte die Entscheidung in seine Hände gelegt. Es lag an ihm, wie es weitergehen würde. War ihm unsere Freundschaft so wichtig und wertvoll, dass er über seinen Schatten springen würde?

Und dann passierte es: Er entschuldigte sich. An den ersten Satz erinnere ich mich nicht mehr, der zweite war:“Es tut mir leid, dass ich so ein Arschloch bin, dass ich dir so weh getan habe.“ Es fühlte sich aufrichtig an. Ich konnte gar nichts sagen, denn es kullerten noch mehr Tränen, jetzt erleichterte. Er nahm meine Hand. Mein Serviette hatte ich schon durchgeweicht, da fragte ich ihn nach einem Tempo. Er hatte keines einstecken. Da zog er – typisch pragmatisch er – die Serviette unter dem Brot hervor. Als er liebevoll die Krümmel rausklopfte musste ich loslachen. Das war so er und dafür mag ich ihn. Das war der Eisbrecher-Moment. Ich fragte ihn, ob ich zum ihm auf die Bank sitzen dürfe. Dann lagen wir uns in den Armen. Ja, ich hatte ihm auch gefehlt. Wir sind uns nahe, wir kennen uns ziemlich gut. Mit dem Moment der ernstgemeinten Entschuldigung habe ich ihm verziehen. Da gibt es auch kein nachkarteln mehr, wie man in Bayern sagt.

Freundschaft mit Kuscheln und Küssen. Mit Lachen und politischen Diskussionen. Mit Ehrlichkeit. Eine ernstgemeinte Freundschaft. Ohne Sex. Das fühlt sich vom Bauch her okay an. Wir sind doch  Seelenverwandt. Es wäre hart gewesen, das nicht mehr zu haben. Das „bunte-Mädchen-alter-Mann-Ding“, unsere Gegensätzlichkeit wäre mir sehr abgegangen. Einen Versuch ist es wert.

Orgasmus und Schokolade

Stecke immernoch in der schwierigen Phase, in der ich herausfinden darf, womit ich denn meinen Lebensunterhalt in Zukunft verdienen will.

Mr. Bondage, der mich so ganz fies abserviert hat, fehlt mir als eine Art Lebensbegleiter, bei dem ich meinen Alltagsschrott ab und an abladen kann. Wir haben uns nicht wiedergesehen, um uns auszusprechen. Ich wollte die Wunden erst heilen lassen, was ganz gut geklappt hat, bis dann das Wochenende da war, an dem er sich mit der anderen getroffen hat. Ich habe versucht es mir so mit anderen Aktivitäten so voll wie möglich zu stopfen, um nicht darüber nachdenken zu müssen, was die beiden wohl gerade anstellen und wie schön das Wochenende hätte werden können. Das Vollstopfen mit anderen Dingen ist mir zu 90 Prozent ganz gut gelungen, meine Freunde sind eingsprungen. Aber es gab dann doch den einen Abend, an dem ich allein zu Hause war und nachdenken konnte.

Da konnte ich mir trotz besseren Vorsatzes eine stichelnde WhatsApp nicht verkneifen. Vor einem Aussprache-Gespräch hätte ich gerne eine Entschuldigung gehabt oder das Gefühl, dass ich ihm fehle. Das gibt er mir beides nicht. Hätte ich wissen können. So ist er nicht. So bleibt offen, ob es nochmal ein Treffen geben wird. Mein Bauchgefühl ist hin und her gerissen.

Meine grundsätzliche Gefühlsrange bewegt sich zur Zeit zwischen, „Juhu Freiheit“ und „Fuck, bin ich einsam“…

In dieser Gefühlsgemengenlage hatte ich nicht so wirklich viel Bock auf Sex, auch wenn es an Angeboten nicht gemangelt hat. Bis heute. Mr. Tiefenentspannt, der Cunnilingus-Gott, hat gespürt, dass es mir zur Zeit nicht so gut geht. Er fragte mich vor unserem heutigen Date auch, ob ich lieber nur Reden oder Sex haben wollte. Wir entschieden uns für unser klassisches Stundenhotel, aber nahmen uns heute zwei Stunden Zeit. Er war süß, denn er hatte mir Schokolade und Bier mitgebracht. Wir redeten erst. Er steckt gerade in einer ähnlichen Situation. Seine Beziehung ist in die Brüche gegangen. Er hat Liebeskummer, findet keine Frau mit der es sexuell und partnerschaftlich passt. Ich redete mir meinen Kummer von der Seele und er hielt mich fest im Arm. Das war ein sehr gefühlsintensiver Moment. Wir lagen einfach eine Weile da und gaben uns gegenseitig Nähe.

Wir haben uns noch nie geküsst und habe mich bisher auch nicht getraut zu fragen, warum das so ist. Vielleicht weil ich Angst vor der Anwort habe. Es hätte sehr in den Moment gepasst, zu knutschen, aber das ist nicht passiert. Nichtsdestotrotz war das was danach kam trotzdem intensiver als sonst. Wir taten das was wir eigentlich bei jedem Treffen tun: Er verwöhnt mich mehrmals oral und am Ende blase ich ihm einen Orgasmus. Man sollte meinen, dass das irgendwann langweilig wird, aber noch macht es das steigende Vertrauen, Aneinandergewöhnen intensiver. Heute machte er mir drei Orgasmen einen nur geleckt, zwei gefingert und geleckt. Und die waren heute noch intensiver als sonst. Vermutlich auch weil ich ein wenig ausgehungert war. Weil ich lange keinen Sex hatte. Ich liebe den Moment, wenn ich merke, dass der Orgasmus näherkommt und ich im Kopf bewußt loslassen muss, so dass der Körper übernimmt. Nicht mehr zu steuern, was dann passiert. Sich hingeben, es passieren lassen. Abspringen, wie beim Bungee-Jumping.

Die entspannende Wirkung von Sex (mit Orgasmus) ist unbezahlbar. Hinterher habe ich gespürt, wie notwendig das war. Wie ein Knotenlöser.

So sitze ich hier, entspannt grinsend, mit einer Tasse Tee und schicke in Gedanken Luftküsse an Mr. Tiefenentspannt, dafür dass er heute so ein wundervoller Mensch war.

In Zeiten vieler Umbrüche auf Bewährtes zurückgreifen

Viele Veränderungen und Umbrüche in meinem Leben rauben mir gerade ein wenig die sexuelle Experimentierfreude. Zur Zeit greife ich auf meist auf Bewährtes zurück. Ein weiteres Date mit Mr. Tiefenentspannt im Stundenhotel.

Ein neues Zimmer, vertrautes Miteinander. Dankbar, dass er mir ein ums andere Mal mit unglaublicher Hingabe Lust bereitet. Dass ich die Freude, sein Vergnügen spüren kann, das er dabei empfindet, wenn er mich leckt. Dass sich seine Lust mir Lust zu bereiten direkt auf mich überträgt. Es entspannt mich sofort. Es ist leicht im Kopf. Ich muss über nichts nachdenken. Bin frei im Kopf. Wieder leckt er mir eine ganze Reihe an Orgasmen. Liest meinen Körper. Reagiert auf das Feedback, dass ihm mein Körper gibt. Ausdauernd. Wenn ein Orgasmus mich durchflutet hat, lässt er nicht locker. Leckt mich weiter in der Entspannungsphase nach dem Orgasmus, aber langsamer, zurückhaltender. So dass mein Körper runter kommt, aber nicht ganz. Einen neuen Anlauf nimmt, wieder Anspannung aufbaut. Steigernd, intensiver werdend. Nicht nachlassend, wenn sich mein Körper unter seiner Berührung windet. Im Orgasmus explodiert.

…Wer braucht Wellness, wenn er zwei Stunden mit Mr. Tiefenentspannt ins Stundenhotel kann… Es entspannt meinen Körper und Geist. Es tut mir gut, dass er mich sexuell genießt. Auch als Kontrast zu Mr. Bondage, wo das gerade keine Rolle mehr spielt.

Zur Befriedigung seiner Lust hatten wir nach meinen vier oder fünf geleckten Orgasmen noch Sex. Allerdings muss ich zugeben, dass ich nach fünf Orgasmen keine Granate der Lust mehr war. Ich wußte ich würde nicht nochmal kommen, aber ich tat mein möglichstes, so dass er es genießen konnte – was mir auch gelang.

Beim Bloggen hat sich unser letztes Date nochmal in meinem Kopf abgespielt. Neben der Tatsache, dass ich jetzt unfassbar geil bin, bin ich fast versucht im Mitten ihm der Nacht noch zu schreiben und ihn nach unserem nächsten Treffen zu fragen. Ich hoffe, dass meine Tage schnell vorbei sind…

Zungenausdauer deluxe

Bloggen vorgenommen nicht dazu gekommen und schwupps sind schon wieder 10 Tage rum. Wie schnell die Zeit vorbei zieht. Bewerbungsmäßig ist noch nicht viel passiert. Bei dem einen Vorstellungsgespräch lag ich am Ende auf Rang 2. Erster Verlierer also. Hab einen

Für den Artikel zu Mr. Bondage benötige ich Muse. Den schiebe ich gerade noch ein wenig. Aber in der Woche in der ich erst Mr. Undercut wiedergetroffen habe, habe ich dann auch noch ein Date mit Mr. Tiefenentspannt geschafft. Und dabei habe ich mir es wirklich gut gehen lassen. Wir hatten uns (wie immer) im selben Stundenhotel verabredet. Leider konnte ich nur ein Stunde. Aber wir wollten uns nichtsdestotrotz eine schöne Zeit machen. Ich mag das Stundenhotel mittlerweile wirklich gerne. Das Personal ist saunett, die Zimmer sind angenehm.

Wir bekamen ein Zimmer in dem wir bisher noch nicht waren. Mal sehen wie lange es dauert bis wir alle mal durch haben 🙂 Eigentlich haben wir uns schon so eingegroovt, dass wir uns erst immer ein wenig aufs Bett legen und einfach reden. So auch dieses Mal. Über Arbeit, Beziehungen, Ehrenämter, was so los war in der Zwischenzeit. Dann fing ich mich an auszuziehen. Ich hatte Lust auf ihn. Auf seine Hingabe. Kaum hatte ich mich aus meinen Klamotten befreit kletterte er zwischen meine Beine und fing sofort an mich zu lecken. Er macht das gerne und gut. Ich brauchte trotzdem ein wenig bis ich meinen Kopf entspannen konnte, bis ich in den Genießer-Modus kam. Er steigerte leckend meine Lust. Wechselte die Technik, dann behielt er wieder ausreichend lange die selbe Berührung bei, so dass die Wellen kamen. Ich genoss es, mein Körper komplett angespannt, alles um mich herum vergessend, trieb er mich auf den Orgasmus zu. Was eine Befreiung. Die aufgestaute Lust rauslassen. Ich kam, stöhnend, bebend. Und dachte schon an die Entspannung danach.

Allerdings hatte ich da die Rechnung ohne ihn gemacht. Er hatte sich fest zwischen meine Beine geklemmt und scheinbar nicht vor mich entspannen zu lassen. Er ließ mich kurz durchatmen, die Spannung aus meinem Körper weichen um ihn dann sofort wieder zu stimulieren. Huii, wie keine Pause, dachte mein Kopf noch. Dann entspannte ich mich und ließ es wieder zu. Konzentrierte mich auf das was seine Zunge mit meinem Kitzler machte. Merkte, dass mein Körper wieder ansprang. Die Erregungskurve wieder nach oben ging. Der zweite Orgasmus war noch intensiver als der erste. Wie geil. So muss das Paradies sein, dachte ich. Und rechnete damit, dass ich mich nun entspannt zu Seite rollen konnte.

Weit gefehlt, er dachte überhaupt nicht daran von mir abzulassen. Es folgten Orgasmus drei und vier. Nach dem vierten zeigte ich das Auszeit-Zeichen mit den Händen. Aber auch das half noch nix. Am Ende leckte er mir quasi ohne Pause sagenhafte FÜNF Orgasmen. Dann ließ er von mir ab und ich rollte mich komplett durch auf die Seite und entspannte mich. FÜNF Orgasmen. Ich erinnere mich gerade nicht, wann ich mal in so kurzer Zeit so oft gekommen bin. Ich war so dankbar, dass er mir soviel Lust und Hingabe gibt. Es ihm Spaß macht. Womit ich das verdient habe.

Nachdem ich wieder erholt war, revanchierte ich mich mit einem Blow-/Handjob, den er in vollen Zügen genoss. Und dann war auch unsere Stunde im Hotel schon wieder um. Ich war so unfassbar entspannt. An diesem Abend konnte mich einfach überhaupt nichts mehr aus der Ruhe bringen. Balsam für die untervögelte Seele und den Körper. Hoffentlich schon sehr bald wieder.

Sex fürs Seelenwohl

In all die Gedanken übers Älterwerden und wohin es mit dem Leben gehen soll, zwischen den Unsicherheiten in meiner Beziehung zu Mr. Bondage hab ich einfach mal wieder gevögelt. Mich jemandem hingegeben, der mir das Gefühl gibt, dass er unglaubliche Lust auf mich hat. O Gott, das war so nötig gewesen. Es hat so gut getan. Da lässt es mich heute auch entspannter älter werden.

Mr. Undercut ist auf getaucht. Er hat sich von seiner Frau getrennt, die Trennung verarbeitet und war zu Beginn des Monats in seine eigene Bude gezogen. Er hatte gerade noch ein wenig Zeit frei und so fragte er mich einfach, ob ich Lust hätte bei ihm vorbeizuschauen. Mr. Undercut, der immer mehr wie ein Klischee-Hipster aussieht. Tätowiert, wild. Dessen Bart immer länger wird. Der ein unangepasster Lebenskünstler ist. Ja, genau richtig in meinem superuntervögelten Zustand. Als ich zum ihm fuhr, hatte ich die Erwartung, dass wir in einer halbeingeräumten Wohnung zwischen Umzugskartons vögeln würden. Weit gefehlt. Sein supergeschnittenes 1-Zimmer-Appartement war gemütlich und stilvoll eingerichtet. Ich fühlte mich gleich wohl beim ihm.

Wir machten es uns auf dem Sofa bequem und brachten uns auf den neuesten Stand, was im jeweiligen Leben passiert war seit wir uns das letzte Mal gesehen hatten. Zwischendurch küsste er mich. Er küsste mich so als gäbe es gerade keine anderen Frauen auf dieser Welt. Er ist leidenschaftlich und ein sehr guter Küsser. Obwohl ich Männer mit Bart gar nicht so gern küsse, ist mir das bei ihm völlig wurscht. Er berührte mich, küsste mich am Hals, an den Ohren. Als ob wir uns schon in und auswendig kennen würden. Er setzte sich hinter mich, zog mich aus. Als ich beim Ausziehen meiner Hose lachend über meine leichten Rückenschmerzen klagte, verlagerten wir uns auf sein Riesenbett.

Ich lag auf dem Rücken und er küsste voller Hingabe meine Brüste, meinen Bauch und landete zwischen meinen Beinen. „Was bin ich doch für ein Glückspilz, kaum da und schon wird mir Lust bereitet“, dachte mein Kopf. Augen zu und fallen lassen. Genießen, was er mit seiner Zunge anstellte. Er machte es meinem Kopf einfach, denn er erweckte den Eindruck, als würde er es in vollen Zügen genießen mich mit seiner Zunge erkunden. Ich war überrascht, dass sein Bart überhaupt nicht störte. Er leckte meinen Kitzler, drang mit seiner Zunge in mich ein. Fickte mich regelrecht mit der Zunge, um dann nach einer Weile gezielt den Höhepunkt in Angriff zu nehmen. Und da spürte ich die Wellen.. Endlich mal wieder.. Das war sehr befreiend. Nach dem Orgasmus neckte er mich ein wenig in dem er immer mal wieder noch über den Kitzler leckte und ich ihn lachend wegstoßen musste. Dann gewährte er mir eine Pause. Er grinste breit und sagte, dass er es unglaublich spannend gefunden hatte mich dabei zu beobachten. Ich dachte kurz: „O Gott er hat mich die ganze Zeit angestarrt“, aber seiner Miene war zu entnehmen, dass er es wirklich genosssen hatte.

Wir lagen nebeneinander und streichelten uns ein wenig. Irgendwie kam das Gespräch auf meinen Hintern und ich meinte lachend: „Och ja, der ist halt einfach riesig“. Worauf er erwiderte, dass er ihn perfekt fände. Und schließlich hätte ich ja im Vergleich zu ihm noch nie den geilen Anblick genießen können, wenn man mich von hinten nimmt. Also könnte ich ja gar nicht mitreden. Es war so niedlich. Ich glaubte ihm, dass er auf meinen Hintern abfährt. Es fühlte sich gut an begehrt zu werden. Balsam für mein Ego. Es versetzte mich in eine Hochstimmung. Er zündete sich eine Zigarette danach an, angelte sich sein Bier und ich kuschelte mich unter seine Decke.

Irgendwann kam er dann zu mir unter die Decke geklettert. Runde zwei. Was freute mich mich auf seinen großen Schwanz. Wir knutschten, berührten uns gegenseitig. Irgendwann drehte ich ihm meinen Rücken zu. Wollte seinen Schwanz an meinem Hintern spüren. Rieb meinen Hintern gegen seinen Schritt. Er küsste meinen Rücken, meinen Hals. Das machte mich unfassbar geil. Ich hoffte, dass er zum Kondom greifen und mich einfach hart ficken würde. Er ließ mich noch ein wenig zappeln. Suchte mit seinen Händen meine Muschi. Drang mit einem Finger in mich ein. Dann griff er zum Kondom. Ich begab mich voller Vorfreude in die Hündchen-Position.

Er drang langsam in mich ein. Es braucht immer einen Moment, bis ich ihn aufnehmen kann, bis er ganz eindringen kann. Es fühlt sich so tief an. Dann stieß er zu. Aber gar nicht allzu heftig.  Ich rieb meinen Kitzler und merkte wie ich so langsam Richtung Orgasmus kam. Allerdings machte ihn mein Hintern wohl so geil, dass er ziemlich zügig kam. Da reichte es für mich nur für so einen Orgasmuschen. Ich nahm es als Kompliment. Ich war  vorher beim Lecken ja schon belohnt worden.

Das war sein Wohnungseinweihungsfick. Kann man lassen finde ich. Kann für ihn nur gut werden in der Wohnung

 

 

Ein stummer Schrei nach Liebe

Ich habe Geburtstag diese Woche. Das schlägt mir ein wenig auf das Gemüt. Dann werde ich wieder ein Jahr älter und die biologische Uhr tickt noch ein wenig lauter. Die Menschen gucken noch ein wenig mitleidiger auf mich als Singlefrau. Jetzt aber immerhin mit Abschluss.

Zu Beginn der Woche habe ich Mr. Bondage wiedergesehen. Das Wiedersehen nach dem Wochenende mit der anderen Frau. Wir trafen uns in unserem Lieblingsrestaurant. Es war wirklich schön zwischen uns. Lustig, ein gutes Gesprächch, liebevoll, ein bisschen knisternd. Alles wunderbar. Bis wir in seine Wohnung kamen. Ich hatte die Nacht vorher relativ kurz geschlafen. Ich freute mich darauf mich einfach nur an ihn hinzukuscheln und einzuschlafen. So sah der Plan in meinem Kopf aus. Dann betraten wir die Wohnung. Und ich stellte fest, dass die beiden alles umgeräumt hatten an dem Wochenende, an dem sie da war. Das Bett stand nun in einem anderen Zimmer. Im Wohnzimmer war noch zu sehen, was die beiden offensichtlich gemacht hatten. Nicht das ich das nicht weiß. Aber dass er für sie alles extra hübsch gemacht hat – sogar Kerzen aufgestellt hat – das warf mich wirklich aus der Bahn.

Jetzt so mit zwei Tagen Abstand ärgere ich mich über mein Verhalten, aber ich war verletzt. Und da sprang der Trotz-Modus an. Ich schnappte mir meine Decke, ein paar Wolldecken und mein Kissen und zog mich beleidigt auf den Boden in dem Zimmer in dem voher das Bett gestanden hatte, zurück Ich war wild entschlossen dort zu schlafen. Es war auch aushaltbar bequem. Ich wollte allein sein, meine Gefühle sortieren, nachdenken. Ich hoffte sehr, dass er mich entweder dort schmollen lassen oder in den Arm nehmen würde.

Er entschied sich anders und wollte mich vor „einer Dummheit“ bewahren. (Das auf den Boden schlafen). Er bat mich erst noch ganz normal, mich in das richtige Bett zu legen. Er würde mich auch in Ruhe lassen. Ich wollte nicht. War zu sehr im Schmollmodus, heulte. Wollte in Ruhe gelassen werden. Ich lehnte ab. Sagte ihm, dass er mich in Ruhe lassen soll. Er ließ mich in Ruhe. Kurzzeitig. Dann kam er wieder und ich merkte, dass er sehr genervt war von meinem Verhalten. Er setzte den Befehlston auf und sagte, dass ich mit dem Schmarrn aufhören solle und nicht so trotzig da auf dem Boden liegen bleiben kann. Ich war sauer, nicht gewillt klein bei zu geben, verletzt. Irgendwie war das ja auch „unser Reich“. Zumindest in meinem Kopf. Realistisch gesehen irgendwie Quatsch. Es ist einfach seine Wohnung in der ich durchaus oft mit ihm übernachtet hatte.

Aber in einer Situation in der ich mir der Rolle in seinem Leben nicht bewusst bin, war zum einen das Umräumen irgendwie schmerzhaft. Zum anderen nochmal so plastisch vor Augen geführt zu bekommen, dass die beiden offensichtlich schön mit einander gespielt hatten, das war zu viel. Wir hatten einmal Sex dieses Jahr und haben einmal zusammen gefesselt. In zwei Monaten. Tragischerweise ist das alles an Sex, was ich bisher in diesem Jahr hatte. Das war nicht so intendiert und auch zum einen meiner Prüfung geschuldet, zum anderen, dass das ein oder andere Date aus den verschiedensten Gründen nicht zustande gekommen ist.

Ich entgegnete ihm trotzig, dass er mich ja einfach mal in den Arm nehmen hätte können. Er fühlte sich ungerecht von mir behandelt und ging. Als er ins Bad verschwunden war ging ich meine Optionen durch. Auf Teufel komm raus im Zimmer liegen bleiben: Das würde er nicht zulassen, als Monster-Ärger. Heimfahren: Das wäre meine Lieblingsoption gewesen, um mit mir wieder ins Reine zu kommen und das Ganze nochmal rational zu betrachten. Aber ich hatte beim Essen vorher zuviel getrunken um noch zu fahren, also keine Option. Mich ins Bett legen: Also klein beigeben. Auf Grund der Alternativen blieb mir eigentlich nichts anderes übrig. Also schnappte ich mir mein Bettzeug, plus meine Kopfhörer um meinen Ärger mit Musik zu ersticken und ging ins Bett. Wir sprachen kein Wort. Zum Reden war ich zu verärgert. Er ließ mich gewähren. Ich schlief schlecht, wachte viel auf. Der Gipfel war, dass ich morgens aufwachte und merkte, dass er es sich gerade selbst machte. Da fühlte ich mich noch unattraktiver und weniger begehrt, als vorher schon.

Am Morgen ging ich vor ihm ins Bad. Als er dann im Bad war verschwand ich ohne ein Wort zu sagen. Das alles zusammen war wohl ein stummer Schrei nach Liebe. Unbeantwortet.

Im Laufe des Tages war ich dann soweit ihm mich per WhatsApp zuerklären. Das ich verletzt war. Das unsere Beziehung asymetrisch ist, dass ich mich nicht begehrt fühle. Er bot mir ein Gespräch an. Er schlug vor, dass wir uns eventuell weniger sehen, aber uns dann die Zeit nehmen. Das Gespräch steht noch aus.

Mit ein wenig Abstand ärgere ich mich über mich selbst. Ich hasse es, wenn ich so ein Drama mache. Aber ich bin nicht perfekt. Ich fühle mich manchmal verletzt und komme dann schwer aus der Situation raus. Ich hätte mir sehr gewünscht, dass er mich einfach in den Arm nimmt. Aber ich verstehe, dass das für ihn auch nicht einfach war. Und er ist als grundsätzlicher Menschentyp so wie ich auch kein „In-den-Arm-Nehmer“. Auch wenn das zwischen uns sonst erstaunlicherweise  gut klappt. Mit zwei Tagen Abstand merke ich auch, dass der meiste Ärger schon wieder verraucht ist. Nichtsdestotrotz braucht es das Gespräch zwischen uns. Ein wenig Sicherheit, wo ich in seinem Leben stehe. Sonst passiert immer und immer wieder.

Bei ihr

Zu wenig bloggen, weil zu wenig Sex aktuell.

Ein Thema, das mich immer wieder mal einholt, obwohl ich versuche nicht nachtragend zu sein.

Polyamore Konstrukte sind nicht immer einfach. Man muss sich dabei immer wieder mit den eigenen Gefühlen auseinander setzen. Mr. Bondage hat außer mir ja auch noch eine Sub. Ganz anderer Typ als ich. Wir haben uns kennengelernt, als wir zusammen auf die BoundCon gegangen sind. Das war für mich ein schwieriges Wochenende, weil ich erst später zu den beiden dazustoßen konnte und er deswegen nicht wollte, dass ich mit den beiden übernachte. Ich hatte mich dabei bestraft gefühlt, dafür, dass ich ein eigenständiger Mensch bin, der eben noch andere Termine hat und andere Dinge tut die ihm wichtig sein. Ich habe da auch ein wenig überreagiert. Ich habe das ganze auch verbloggt.

Ich war in einer sehr schwierigen emotionalen Lage als ich auf die Veranstaltung nachgekommen bin. Eifersüchtig, weil die beiden sich schon eine Nacht länger gesehen haben, enttäuscht und sauer, weil ich nach der Party alleine heimfahren musste, während die beiden die Nacht zusammen verbringen würden. Fühlte mich zurückgesetzt. Das richtete sich niemals gegen seine Sub, sondern gegen ihn. Aber was sollte sich auch denken, wenn ich da gefühlmäßig in so einer Drama-Laube war, die eigentlich so überhaupt nicht meine Art ist. Sie hatte das natürlich bemerkt. Ich habe ihr meine Gefühlslage erklärt und mich zusammen gerissen um den beiden, aber auch mir die Veranstaltung nicht zu verderben. Gefühlt lief es danach eigentlich ganz gut, auch mit ihr. Ich hatte da wirklich hart an mir gearbeitet gefühlsmäßig.

Umso mehr hat es mich gekränkt und das tut es immernoch ein wenig, dass sie keine Bock darauf hat, nochmal Zeit zu Dritt zu verbringen. Ich kann das einerseits nachvollziehen, denn warum sollte sie sich das antun. Andererseits habe ich hart mir gerungen und ich finde wirklich noch gut hinbekommen, dass das Wochenende für uns alle Drei gut gelaufen ist. Aber so ist das Leben und es menschelt.

Momentan verbringt er mal wieder ein Wochenende mit ihr und ich muss hart dran arbeiten nicht die Zeiten gegeneinander aufzurechnen, wann er sich mit wem trifft. Denn das wäre der Anfang vom Ende. Vor dem Wochenende haben mich düstere Eifersuchtsgedanken gequält. Die sind wie immer so schnell verflogen, wie sie gekommen sind, zumal ich an diesem Wochenende eh andersweitig verplant war.

Aber woher kommen diese Gedanken, die einen zum Aufrechnen verführen wollen? Das man ab und an einordnen muss, an welcher Stelle man innerhalb von Beziehungen steht? Weil es einem Sicherheit gibt? Das sind meine Samstag Nachmittag Gedanken…