Bondage im Swingerclub

Mein schmählich vernachlässigtes Blog. Ich war viel unterwegs die letzten zwei Wochen. Ich hab wohl das Gefühl bevor ich meinen ersten Job antrete, müsste ich mir jede Minute meiner freien Zeit vollstopfen. Fürs Bloggen brauche ich allerdings einen freien Kopf. Das klappt dann manchmal nicht ganz so gut.

Eine Geschichte, die ein wenig zurückliegt.

Mr. Bondage und ich waren in einem Club. Das ist ja an sich schon mal ein Ereignis, weil er Clubs eigentlich nicht so gerne mag. Der Swingerclub in dem wir waren, hat allerdings einen Hängepunkt um Bondage zu machen. Deswegen hatten wir ihn angesteuert. Wir waren außerhalb der einschlägigen BDSM-Partys noch nie zusammen unterwegs gewesen. Ich war gespannt, wie der Abend verlaufen würde. Der Club war zu unserer Überraschung ziemlich leer, obwohl er wirklich schön ist und das Personal sehr nett ist. Wahrscheinlich hatten wir nur einen unglücklichen Aben erwischt. Wobei es mir eigentlich egal war. Ich war mit ihm im Club, das reichte mir völlig aus.

Nachdem wir uns ein wenig akklimatisiert hatten, ging es dann zum Fesseln. Ich freute mich sehr darauf. Er hat sein Fesseln verändert, seit er beim Meister in Japan war. Gibt mehr Nähe, weniger Schmerz. Das genieße ich sehr. Es lässt mich weggleiten. Das hat was meditatives. Je öfter wir fesseln, desto mehr entspannt sich mein Geist. Anfangs habe ich immer gegelaubt, die Ropebunnys die so ganz wegtaucht aussehen, würden was vorspielen. Jetzt kann ich das nachvollziehen. Das dauerte eine Weile. Bis der Körper weiß was kommt. Bis das Vertrauen da ist, dass er gut auf einen aufpasst und auch sieht, wenn was nicht passt.

Er fing an mich zu fesseln. Unser Standard-Hänge-Bondage. Keine Experimente. Es tut ihm gut, ab und an mal öffentlich sein Können zu zeigen. Mir macht es nichts mehr aus. Zudem verbindet er mir die Augen und dann kann ich die Zuschauer ausblenden. Ein paar sahen uns wohl beim Fesseln zu. Und kommentierten beeindruckt. Er hängte mich seitlich auf und spielte ein wenig mit mir, indem er mir ein Seil zwischen den Beinen durchzog uns so Druck auf meinen Kitzler ausübte.

Ich war sehr angegeilt hinterher. Von der Nähe, vom Fesseln. Aber eigentlich wußte ich , dass nicht mehr laufen würde. Er fickt nicht öffentlich. Nach uns benutzte ein Dom-Sub-Paar den Raum zum Spielen. Ich stellte mich sehr diskret in die Ecke der Tür und sah den beiden zu. Sie waren ein Stück älter als ich. Er peitschte sie erst ein wenig aus. Sie war eine sehr drahtige irgendwie auch schöen Frau. Mr. Bondage war etwas Trinken an die Bar gegangen. Schade eigentlich. Es hätte ihm bestimmt auch gefallen. Die beiden merkten, dass ich ihnen zusah. Nach dem Auspeitschen kam die Sub auf mich zu und fasste mich an. Ich ließ sie gewähren. Keine Ahnung, ob sie das tat, weil ihr Dom es ihr angeschafft hatte, oder weil sie es wollte. Sie fing an meine Brüste anzufassen. Es war schön ich ließ sie gewähren. Ihr Dom packe währenddessen sein Equipment wieder ein. Ich hoffte, dass Mr. Bondage vorbeikommen würde und mir sagen würde, dass ich sie auch anfassen soll. Mir die Entscheidung abnehmen würde. Ich war sehr zurückhaltend. Fasste sie nur ganz leicht an. Sie befreite meine Brüste aus dem Oberteil und saugte an meinen Brustwarzen. Ich hatte lange kein Erlebnis mehr mit einer Frau gehabt. Ich schloss die Augen und genoss es. Ich traute mich nicht so Recht es ihr gleich zu tun. Dann hörte ich, wie Mr. Bondage kam. Er muss die Situation gesehen habe. Ich hoffte, dass ihn das anmachen würde und er in seine Rolle als Dom schlüpfen und mich begleiten würde. Das Gegenteil passierte. Er ging einfach wieder. Das verwirrte mich vollends. Kein sexuelles Interesse mehr an mir?? Die Sub merkte wohl, dass ich in Gedanken war und ging wieder zu ihrem Dom zurück. Er ließ sie vor sich niederknien und seinen harten Schwanz blasen. Ihn hatte es angeturnt, dass sie mit meinen Brüsten gespielt hatte. Ich sah den beiden zu. Sah wie sie ihm Befriedigung verschaffte. Ein schöner Moment.

Dann ging ich an die Bar zu Mr. Bondage. Ich fragte ihn, warum er nicht dageblieben war. Er hatte nicht stören wollen. Ich bedauerte das. Aber irgendwie war unsere Beziehung zu der Zeit einfach nicht im Dom/Sub-Modus.

Der Abend ist schon eine ganze Weile her. Es gab da eine Phase, wo ich das Gefühl hatte, dass er keine Lust mehr auf Sex mit mir hat. Das hat sich mittlerweile wieder gelegt.

Analverkehr als Ausweichnummer??

Huch, es sind 12 Tage vergangen seit ich das letzte mal gebloggt habe. Ich hatte soviel augeschobenes Zeug zu erledigen, dass es sich einfach nicht ergeben hat. Ab jetzt wird es wieder besser. Ich hatte mittlerweile mein erstes Vorstellungsgespräch. Eine Bewerbung geschrieben, einmal eingeladen worden. Guter Schnitt. Allerdings habe ich die Stelle nicht bekommen. Aber das ist nicht weiter schlimm.

Heute hat mich der Mann mit dem kitzeligen Penis angeschrieben, ob wir uns diese Woche mal zum Sex treffen wollen. Ich schrieb, dass das eher ungüsntig wäre, weil ich diese Woche meine Tage bekommen werde.

Daraufhin schrieb er mir, dass ich ihm entweder einen Blasen könnte oder wir ja Analverkehr haben könnten.

Analverkehr als Ausweichnummer der Tage wegen? Finde nur ich das so schräg? Geht das eine Loch nicht, mal schnell das andere benutzen…

Hab ihn dann gefragt, ob er denn einfach mal so Analverkehr gehabt hätte. Nein, hat er nicht. Das war so klar. Sonst würde er nicht mit so einem Vorschlag um die Ecke kommen.

Dass er überhaupt auf die Idee kommt, schiebe ich mal auf die Tatsache, dass Analverkehr in Pornos eine so übliche Praxis ist, wie Blasen oder normaler Geschlechtsverkehr. Ich mag Analverkehr, aber hatte lange keinen mehr. Denn die wenigsten Männer haben leider die nötige Geduld, die es dafür braucht. Pornos mögen den Trugschluss vermitteln, dass man das so einfach wie normalen Sex machen kann. Mal vorne, mal hinten, abwechselnd. Ich kann da nur für mich sprechen: Neeeeiiinn. So geht das nicht. Man wird da hinten nicht von selbst feucht. Und wenn man nicht wie eine Pornodarstellerin dauernd in den Arsch gefickt wird, dann ist der Hintern auch nicht vorgedehnt um mal schnell ruckizucki das beste Stück reinzuschieben. Analverkehr hat für mich noch mehr als normaler Sex was mit Vertrauen zu tun. Vertrauen entspannt nämlich meinen Kopf. Ohne Entspannung geht da gar nix. Darüber hinaus tragen meine Tage nicht gerade zur Entspannung bei, wenn ich mit jemandem bis dato noch nicht so sehr intim war.

Also nein, wir werden mit Sicherheit nicht Analverkehr haben bevor wir jemals normalen Sex hatten.

Swingerclub-Entjungferung

Vorne weg: Vielen lieben Dank für die gedrückten Daumen  und die unzähligen Glückwünsche, die mich erreicht haben. Das hat mich bewegt und bin total geflasht von eurer Anteilnahme, an dem was ich tue.

Eine Geschichte aus der Lernphase vor der Prüfung. In der Zeit hatte nicht die Muse sie niederzuschreiben.

 

Ich erinnere mich noch ziemlich genau an meine Gefühle vor meinem ersten Swingerclub- Clubbesuch mit JD. Ich konnte vor Aufregung die Nacht vorher wenig schlafen. Vor Allem beschäftigte mich die Frage nach den passenden Klamotten sehr. Weil ich eben so gar kein Gefühl und Vorstellung davon hatte, wie die Menschen in so einem Club aussehen.

Mittlerweile war ich doch einige Mal in einem Club gewesen und der Clubbesuch hat seinen Schrecken verloren. Manchmal bin ich zwar noch ein bisschen aufgeregt, wenn es in einen neuen Club geht. Aber eigentlich trifft der Satz „Kennst du einen, kennst du alle“ weitestgehend zu.

Ich erinnerte mich an meinen Besuch, weil ich mit dem Kommilitonen mal über einen Clubbesuch gesprochen hatte. Er war noch nie in einem gewesen. Ich hatte ihm angeboten, dass wir mal gemeinsam in einen gehen könnten. Das war neben der Tatsache, dass er jemanden dabeihat, der sich auskennt, auch noch billiger. In all dem Lernstress für die letzte Prüfung hatte ich das Bedürfnis mal wieder einen Club zu gehen. Gar nicht um Sex zu haben, sondern an einem Ort zu sein, wo Sex haben das normalste der Welt ist. An einem Ort zu sein, den meine Mutter vermutlich nicht gutheißen würde. Der für mich immer noch ein klein wenig Verwegenheit, was Verbotenes ausstrahlt.

Der Kommilitone und ich würden dort unter der schon lange mal besprochenen Prämisse hingehen, dass ich an Sex mit ihm nicht interessiert war. Ich würde ihm einfach einen Club zeigen, wir würden Essen und Trinken und uns umsehen was dort so passiert.

Die Anspannung vor der letzten Prüfung hatte körperliche Auswirkungen hervorgerufen. Ich hatte Rückenschmerzen und war zusätzlich unglaublich verspannt. Das Spezialgebiet meines Kommilitonen sind Massagen. Er hat sich ein umfangreiches Wissen im Bereich Tantra angeeignet und ich war immer mal wieder in den Genuss einer Massage gekommen. Es ist sein Faible, seine Leidenschaft. Ich konnte eine Massage dringend brauchen. Also schlug ich ihm den Deal vor, dass ich den Eintritt bezahlen würde, wenn ich im Gegenzug eine Massage bekäme. Er war einverstanden. Vermutlich würde er so schnell auch nicht mehr für quasi lau in einen Club kommen. Da es unter der Woche war, war der Preis okay.

Dann macht ich per WhatsApp eine Fernberatung zum Thema Club-Klamotte. Er fragte mich, ob er denn seinen Lunghi (sein Tuch), das er beim Tantra-Massieren sonst üblicherweise trug anziehen könnte. In dem Club, in den wir gehen wollten, hatte ich noch nie jemanden mit einer derartigen Bekleidung gesehen. Also riet ich ihm davon ab und sagte ihm, dass es beim ersten Besuch, wenn man eh mit ganz vielen anderen Eindrücken/Gedanken beschäftigt ist, Sinn macht, den Klassiker zu tragen: Schwarze enganliegende Shorts und ein schwarzes Shirt. Damit konnte er nichts falsch machen. Den Lunghi riet ich ihm, sollte er einpacken. Den kann er dann ja optional, wenn er sich denn wohlfühlen sollte, immer noch anziehen.

Wir trafen uns und betraten den Club gemeinsam. Es schon relativ spät abends unter der Woche. Also waren nicht sonderlich viele Besucher da. Vielleicht so knapp über 20. Aber das war mir gerade Recht. Einfach nur sexy anziehen, ein wenig Essen, ein bisschen gucken und eine Massage bekommen. Und einem Mann in das Clubleben einführen. Das könnte ich mir so Patenmäßig für Erstclubbesucher öfter vorstellen. Ohne Verpflichtung.

Umkleidebereich, gemeinsamer Spind, Handtücher, kein Handy mitreinnehmen. Das sind die ersten Schritte in die Swingerwelt. Ich wie immer schwarzes Kleid, Pumps und Strapse. Ich mag das. Muss mir aber dringend mal noch das ein oder andere Outfit leisten. Das steht dann mal auf meiner To-Do-Liste 2016. Barbereich: erst Mal hinsetzen, was trinken und ihn ankommen lassen. Er hatte leider seine Badeschlappen zu Hause vergessen und war Barfuß unterwegs. Kann passieren. Dann mit dem Drink am Tisch sitzen und sich umsehen, was sich dort im Club für Menschen rumtreiben. Es war auch an diesem Abend ziemlich bunt gemischt. Es waren so alle üblichen Clubbesucher da. Die Handtuchträger, zwei junge, ziemlich sexy Pärchen, das Singer-Pärchen jenseits der 60, der dicke Mann im Stringtanga, älterer Herr mit junger Begleitung.

Nach einer Akklimatisierungsphase holten wir uns was zum Essen am Buffet. Der Porno auf dem TV über der Bar lenkte ihn anfänglich beim Essen ab. Das ging mir bei meinem ersten Clubbesuch auch so, dass ich von den Pornos, die liefen in Beschlag genommen war. Also wir fertig gegessen hatten, gingen wir nach oben in den Spielbereich und ich zeigte ihm die verschiedenen Spielwiesen und Höhlen. Und was passiert, wenn die Soloherren, Stöckelschuhe hören. Es war Herrenüberschuss. Nicht krass, aber sobald wie in die Nähe der Spielwiesen kamen, hofften die natürlich, dass sie zum Zug kommen würden. Mittlerweile lässt mich das einfach schmunzeln. Ein Pärchen hatte sich in einen abgesperrten Bereich zurück und machte unter Beteiligung eines Soloherren Sex. Aber leider waren sie gerade fertig als wir gucken wollten. Da sonst gerade nichts passierte, zogen wir uns in den Raum mit der Massageliege zurück. Und ich bekam eine wundervolle, entspannende hingebungsvolle Rückenmassage. Nicht mehr und nicht weniger war mein Begehr. Ich war deutlich entspannter und gut eingeölt.

Dann gingen wir wieder nach unten, was trinken. Ich hätte natürlich Sex haben können. Als ich an die Bar ging stand ich zwischen zwei Soloherren. Die waren nicht schlecht gebaut und nutzten auch gleich die Gelegenheit mich anzuquatschen. Aber schon nach kurzem Smalltalk merkte ich, dass das nicht, dass mich das vom Niveau her nicht kickte. Sex ist trotz dem ich viel davon mit unterschiedlichen Partnern habe, nichts Wahlloses geworden. Ich wollte einfach nicht. Das hätte mir nichts gegeben. Es muss da was passieren im Kopf. Vielleicht ändert sich das in meinem Leben noch irgendwann mal. Aber momentan muss ich es nicht übers Knie brechen.

Nachdem eines von den attraktiven Pärchen nach oben ging, schickte ich den Kommilitonen zum Gucken nochmal nach oben. Ich war mit dem Abend schon zufrieden. Es ist zwar nicht viel passiert, aber ich finde um ihm mal einen Club zu zeigen, zum ersten Rantasten, war das schon in Ordnung

Spät Abends im Büro

Manchmal weiß ich gar nicht, was am Ende den Ausschlag gegeben hat, warum es zu diesem Date gekommen ist. Bauchgefühl, den richtigen Moment erwischt, den richtigen Vorschlag gemacht… Eine Mischung aus allem vielleicht. Dieses Mal war es ziemlich spontan. Mit einem Mann der mich über meinen Blog angeschrieben hat. Eigentlich weiß gar nichts über ihn. Kenne nur sein Profilbild auf Twitter. Wir hatten zuvor schon mal ein Treffen ausgemacht kurz vor dem Jahreswechsel zum Frühstücken. Das hatte er dann absagen müssen, weil ihm was dazwischengekommen war. Dieses Mal war es einfach eine Mail am Morgen gewesen, ob ich mich am Abend mit ihm auf einen Drink in einer Bar treffen will. Es fühlte sich stimmig an, also sagte ich für diesen Abend zu. Keinerlei Erwartungen außer einem Drink und einem Gespräch. Die Frau hinter dem Blog wolle er kennen lernen, was auch immer er damit meint.

Am Treffpunkt angekommen musste ich erstmal feststellen, dass die Bar in der wir uns verabredet hatte nicht mehr existierte. Ich lief ein wenig verwirrt umher, denn google hatte mich genau dort hingeschickt. Aber da war einfach nichts mehr, was nach der vereinbarten Bar aussah. Immerhin stand da ein Mann, der vom Alter her passte und ähnlich verwirrt aussah. Wir hatten zwar die Bar nicht gefunden, aber uns. Die Bar war von einem Italiener ersetzt worden. Er schlug vor, dass wir in diesen gehen. Das war auch okay,

Die Ausgangslage des Dates war wie immer schräg, da mein gegenüber offensichtlich mein Blog las, saß mir also jemand gegenüber, der wusste, wann ich das letzte Mal gevögelt hatte und ob ich es mir Spaß gemacht hatte, während ich immerhin seinen Namen kannte. Also dachte, frag ich ihn mal ein wenig aus. Er erzählte ein wenig, sprudelte aber auch nicht los. Ich hatte das Gefühl als säße er mir erst mal mit großen Augen gegenüber und wartet darauf, dass ich was erzählen würde. Also tat ich das. Ein bisschen was erfuhr ich aber trotzdem über ihn. Er ist Headhunter (schon lange keinen mehr kennengelernt) vermutlich Mitte/Ende 30 (Ich hab vergessen ihn zu fragen, wie alt er eigentlich ist), knapp größer als ich, schlank, sympathisch. Wie ich im Laufe des Dates lernen sollte, ein Mann der sich nicht in die Karten gucken lässt. Mir war eigentlich das ganze Essen über nicht klar, ob er nun enttäuscht ist von der Frau hinter dem Blog oder begeistert oder keine Meinung hat. Keine Ahnung, ob ihn das Gespräch bereichert hat oder er es halt irgendwie höflich rumbekommen wollte. Das war nicht wirklich abzulesen. Es war trotz alledem sehr angenehm gewesen mit ihm, ich konnte ihn nur einfach nicht einordnen.

Nach 1 ½ Stunden bezahlte er und wir gingen. Ich hatte ihm erzählt, dass ich am nächsten morgen früh aufstehen und zum Zug musste. Vielleicht wollte er meine Zeit nicht überstrapazieren. Er hatte mir erzählt, dass seine Firma gleich um die Ecke liegt und der sein Fahrrad und seinen Rucksack dort gelassen hatte. Mein Weg zur U-Bahn war in dieselbe Richtung. Also liefen wir zusammen. Ich sagte ihm dann, dass ich finde, dass er sich nicht in die Karten schauen lassen würde. Er ist sich dessen bewusst. Das hatte er im beruflichen Kontext auch schon als Feedback bekommen. Irgendwann auf dem Weg meinte ich dann lachend, dass ich ihm gerade einfach hinterherlaufe und dass er mir sagen müsse, wenn ich zur U-Bahn abbiegen muss, bevor ich aus Versehen mit ihm in seiner Firma landen würde.

Und just da standen wir auch schon vor dem Eingang zu seinem Büro. Er fragte mich, ob ich mit hochkommen wolle und sein Büro sehen wolle. Och ja, warum eigentlich nicht. Ich bin immer neugierig. Außerdem fand ich das schon wieder ausreichend schräg, dass mich am Abend nach dem Date noch jemand mit ins Büro nimmt. Ich witzelte noch, dass es ja dann schade sei, dass ich kein Sekretärinnen-Outfit tragen würde um dann seinen Schreibtisch von unten besichtigen zu können.

Nettes modernes Büro. Vor allem mit einer spannenden Aussicht von der Terrasse. Als er mir die Terrasse zeigte, rückte er mir ziemlich nahe. Ich dachte mir nicht viel dabei, außer, dass er vermutlich ein anderes Empfinden für Nähe hat.

Wir standen wieder mitten im Großraumbüro. Dann kam er mir wieder ziemlich nahe. Dieses Mal war dann auch mir klar, dass er bewusst meine körperliche Nähe suchte. Er stand vor mir und fragte mich, ob er mich küssen dürfe. Ich war überrascht. Erst sich nicht die Karten schauen lassen und dann beim ersten Date knutschen wollen. Ich grinste innerlich. Soso. Das Büro zeigen. Daher weht der Wind. Ich fragte meinen Bauch, was der von Knutschen hielt. Knutschen geht klar, war die Rückmeldung. Also nickte ich. Diese überraschende Abzweigung die dieser Abend genommen hat war aufregend. Es kribbelte. Er sagte, dass er gern die Beleuchtung im Büro ausschalten wolle. Denn so viel Show hätten die benachbarten Büros nichts verdient. Wir knutschten im Dunkeln im Großraumbüro seiner Firma. In der Hoffnung, dass keiner der Kollegen noch mal zurückkommt, weil er was vergessen hat.

Ich lehnte am Tisch. Er stand vor. Ich fasste ihn beim Knutschen an die Wange. Hatte Lust. Er fing an mir unters T-Shirt zu grabbeln. Fühlte nach meinen Brüsten. Packte sie aus und saugte an den Nippeln. Das war der Moment, wo ich mir nicht sicher war, dass er nur knutschen im Sinn hatte. Ich hätte vermutlich mit mehr auch keine Probleme gehabt und sah mich vor meinem geistigen Auge schon vögelnd auf dem nächsten Schreibtisch. Allerdings hatte ich superübel meine Tage. Ich sagte ihm, dass ganz wild meine Tage habe. Wir knutschen weiter. Ich konnte seinen steifen Schwanz in der Jeans spüren. Er versuchte meine Hose zu öffnen. Ich sagte: „Nein“ und er akzeptierte das. Ich war heiß geknutscht. Ich fragte, ob er denn Lust auf einen Blowjob habe. Mittlerweile stand er an den Tisch gelehnt und ich vor ihm. Er grinste. Machte aber leider keine Anstalten seine Hose zu öffnen. Früher war das mein Albtraum. Ich ließ das immer die Männer selbst machen. Mittlerweile bin ich da ziemlich souverän. In dem Wissen, dass ich immer noch einen Witz reißen könnte, wenn ich es nicht hinbekomme.

Ich öffnete also seinen Gürtel und die Knöpfe seiner Hose. Er half mir sie runter zu ziehen. Ich ging vor ihm die Knie. Bevor ich loslegen konnte stoppte er mich nochmal. „Aber nur unter einer Bedingung“. Hahaha, der erste Mann der es schafft, noch eine Bedingung zu stellen, während ich schon seinen Schwanz in meinen Händen habe. Sehr schräg: eine Bedingung dafür, dass ich blasen darf. Das war was ganz neues. Ich war sehr gespannt. „Nur wenn wir uns wiedersehen…“ Hahahaha. Ich darf nur blasen, wenn wir uns wiedersehen. Das ist mir ja auch noch nicht passiert. Aber das war ziemlich süß eigentlich. Ich grinste. „Okay“. Und dann nahm ich in den Mund. Nach dem ersten Anlecken bremste er mich nochmal und sagte, dass es ziemlich schnell gehen könnte. Ich musste wieder grinsen, denn ich hatte ja noch gar nicht richtig angefangen. Ich sagte, nur dass mir nicht auf mein Shirt abspritzen soll. „Ich geh am besten Tücher holen“, verzog er sich mit halbheruntergelassener Hose in die Küche. Dann kam wieder und ich durfte loslegen. Ich saugte und leckte ein-/zweimal, schon warnte er mich, dass er kommen würde. Ich spielte mit der Zunge noch mit seiner Eichel, bis er dann wirklich kam. Als er kam schaute ich mir seinen Orgasmus in seinem Gesicht an. „Huch, das war ja einfach“, kommentiere ich lachend. Er war zufrieden. Ich auch. Und ich stellte mir im Geiste vor, wie er am nächsten Tag in die Arbeit geht und in seinem Kopf nochmal die Bilder des Blowjobs ablaufen werden. Das fand ich einen sehr geilen Gedanken. Noch ein Kuss, dann zogen wir uns an und verließen seine Firma. Das Versprechen des Wiedersehens steht.

Einsame Geliebte unter dem Weihnachtsbaum

Dahin gehend hat sich nichts geändert im Vergleich zum letzten Jahr. Lover ist in seinen wohlverdienten Weihnachtsurlaub zu seiner Familie abgeflitzt. Wir hatten noch sehr überrschaschend ein wunderschönes gemeinsames Abendessen. Die Stimmung war sehr gelöst zwischen uns. Ich fühle mich so wohl und angekommen in seiner Nähe, weiß aber dass das trügerisch ist. Wir werden uns nun bis Mitte Januar nicht sehen, denke ich. Das ist ziemlich lange. Aber ist nicht änderbar und auch die Zeit wird vorbei gehen.

Ich verbringe, wie die letzten drei Jahre auch schon, Weihnachten als Single bei meinen Eltern zu Hause. Ganz klassisch. Mal sehen wie lange es dauert, bis ich mich in die Stadt zurück flüchte. Wie lange es dauert, bis mich Fragen nach Job und Familie zu Tode nerven. Ich mag meine Familie, aber diese erzwungene Harmonie finde ich gelegentlich anstrengend. Zumal mittlerweile an Weihnachten immer deutlich wird, dass es so langsam Zeit für Enkel wäre. Denn seit mein Bruder und ich zu alt für Spielzeug sind, plätschert der Heilige Abend nach der Bescherung so ein wenig dahin. Ich mag meine Familie, ich bin gern zu Hause. Aber ich bin auch zwischendurch gern mal alleine. Mal sehen wie das klappt.

Ein kleines Weihnachtsgeschenk habe ich schon bekommen. JD, mein Dom, hat mir gestern noch eine Lebenszeichen-Weihnachtsemail geschickt. Er ist also nicht ganz einfach verschwunden, sondern hatte nur ziemlich viel um die Ohren. Es besteht also Hoffnung, dass ich ihn im nächsten Jahr nochmal wiedersehen werde.

Über die Feiertage werde ich Bewerbungen schreiben. Ich hab zum ersten Mal ein gutes Bauchgefühl, eine Vorstellung davon wie die Zukunft aussehen könnte. Außerdem werde ich ganz fleißig auf meine letzte Uni-Nachholprüfung lernen. Die ist Mitte Januar. Verkacken ist keine Option. Alles oder nichts.

Ich werde hoffentlich auch ein wenig Muse zum Bloggen finden. Nachdem ich endlich meinen neuen Lappi habe, mit dem ich nun auch wieder im Cafe schreiben kann, weil seine Akku mehr als 6 h hält. Ich freue mich sehr. Endlich wieder ohne Leine (Stromkabel). Werde noch ein paar Erlebnisse nachschreiben, eine Resümee ziehen, von einem alles in allem gigantisch geilen Jahr 2015.

Allen die mich begleiten, gern lesen, mit lachen und leiden, kommentieren, Mails schreiben, faven und liken. Vielen lieben Dank. Ohne euch hätte ich mit Sicherheit nicht so lange weiter gebloggt. Habt eine schöne Weihnachtszeit.

 

Feel like a Ehefrau

Okay der Titel ist zugegebenermaßen ein wenig provokant. (Und vermutlich werden die sexuell erfüllten Ehefrauen jetzt gleich auf mich einprügeln :-))
Aber es beschreibt meine aktuelle Lage ganz gut. Mr. Bondage hat mich gewifezoned (in Anlehnung an gefriendzoned). Das meint: Wir geben uns gegenseitig Liebe und Halt, aber er ist sexuell nicht mehr scharf auf mich.
Diesen Eintrag habe ich bewußt nicht in einem verzweifelten Moment geschrieben, in dem mich das völlig runterzieht, sondern in einem Moment, in dem ich ganz gut damit leben kann. Beide Gefühlslagen sind vorhanden, es überwiegt allerdings momemtan die Zufriedenheit.

Ja, ich lag schon völlig verheult neben ihm in seinem Hotelbett. An einem Abend, an dem mich mal wieder die Erkenntnis eingeholt hat, dass er sexuell nach etwas anderem sucht. In einer Phase in der er sich wild in andere Abenteuer/Dates gestürzt hat, weil er ein Getriebener ist, der Angst hat, dass ihm die Zeit seiner Potenz davon läuft und er den ultimativen Kick noch nicht gefunden hat. Dann sehe ich sein Beuteschema und rede mir ein, dass ich nicht hübsch oder schlank genug bin. Das ist hart, weil es mich zu dem so ziemlich einzigen Punkt in meinem momentanen Leben führt, mit dem ich nicht zufrieden bin. Ich habe die Fuck-10-Kummer-Kilo aus meiner vergangenen Beziehung noch nicht wieder abgenommen. Das beschäftigt mich an solchen Abenden in seinem Bett mal mehr, mal spielt es eine untergeordnete Rolle. Ich date vorwiegend Männer, denen das nicht so wichtig ist, ob es 10 Kilo mehr oder weniger sind. Es ist am Ende auch nicht das wichtigste. Aber für mich noch eine offene Baustelle, bei der ich einfach nicht im Reinen mit mir bin.

Ich muss schmunzeln, wenn ich an meinen Eintrag nach dem Streit wegen des Japan-Aufenthalts von Mr. Bondage denke. Ich wollte mich gefühlsmäßig zurückziehen…. Genau das Gegenteil ist passiert. Weniger Sex, mehr Gefühle. Das ist schräg. Aber ich fühle mich sehr angekommen, sehr wohl mit ihm. Vertrautheit, Nähe, Liebe, Lachen, Gespräche. Es ist eine intensive vertrauensvolle Beziehung entstanden. Ich fühle mich wie eine Art Unter-der-Woche-Partnerin. Das ist schön. Und es reicht mir momentan auch völlig aus. Natürlich ist da in mir manchmal die kleine Angst, dass diese Beziehung verhindern könnte, dass ich mich auf einen anderen Mann einlasse, für den ich die Hauptpartnerin sein könnte. Dass es einen potentiellen Partner abschreckt, weil er merkt, dass ich da gefühlsmäßig so weit drin stecke. Aber es geht mir mit Ausnahme der wenigen (vermutlich auch zyklusgesteuerten Momente) gut damit.

Ich bin zugegebenermaßen langsam ein wenig untervögelt, weil ich es in letzter Zeit oft vorgezogen habe, Kuschelabende mit Mr. Bondage zu verbringen, statt mich mit Männern zum Sex zu treffen. Mal ist das Verlangen nach Nähe größer und in anderen Phasen brauche ich mehr Sex.

Kitzliger Blowjob

Lebenszeichen 🙂

Ich hatte ja schon den ein oder anderen Blowjob. Auch immer mal wieder im Auto. Auch an einem Abend unter der Woche zur Feierabendzeit. Ein Mann den ich lange nicht getroffen hatte meldete sich mal wieder. Ich hatte Lust ihn zu sehen. Holte ihn in der Nähe seiner Arbeit ab. Wir fuhren auf einen Feldweg. Quatschen. Akklimatisieren. Blowjob. Eigentlich alles wie schon oft passiert. Und dann denkt man, dass man alles schon mal erlebt hat. Dachte ich.

Dann sagte er, dass ich aufpassen müsse, weil er am Penis kitzlig sei. Klar, lachte ich innerlich, was eine doofe Stelle um kitzlig zu sein. Hahaha, ich dachte er verarscht mich. Aber er meinte es erst. Wenn seinen Schwanz seitlich in den Mund nehme, dann kitzelt es ihn am Eichelrand. Für ihn sei es am Besten, frontal geblasen zu werden. Geht aber im Auto nicht. Aber ich mag ja Herausforderungen. Also einen Blowjob im Auto mit einem Mann der am Schwanz kitzelig ist. Ich versuchte also beim Blasen nicht so besonders viel an seinen Eichelrand zu kommen. Weniger Zungeneinsatz als sonst, mehr saugen, Unterdruck. Nicht zu sanft und nicht zu fest. Nicht kitzeln. Er wurde immer lauter und ich bekam den Dreh raus, wie ich ihn händeln musste. Deutlich hörbar ergoss er sich dann nach einer Weile und ging glücklich befriedigt nach Hause.

Dieser Blowjob hinterlässt mich mit einem Schmunzeln. Würde mich ja interessieren, ob es auch Frauen gibt, die am Kitzler kitzlig sind.. :-))

 

 

Es muss nicht immer penetriert werden

Jetzt war ich ziemlich viel unterwegs, was für ziemlich wenig Sex gesorgt hat. Aber bevor ich weggefahren bin, habe ich mich noch auf ein Treffen im Stundenhotel verabredet. Und noch ein weiteres Zimmer kennengelernt (Mal sehen, wie lange es dauert, bis ich alle durch hab :-)) Mit dem Mann, ich nenne ihn Mr. Superentspannt. (Es ist gar nicht so leicht den Männern immer neue passende Namen zu geben,). Der um den es heute geht ist jedenfalls superentspannt. Ruht in sich, wirkt zufrieden. Er ist Mitte 40, attraktiv, und gebildet. Wir waren vorher ganz entspannt zwei Mal Essen und haben uns gut unterhalten. Ich mag seine Art zu denken. Es hat ein paar Wochen gedauert, bis wir einen passenden Termin für unser Date im Stundenhotel gefunden hatten. Er war noch nie in einem gewesen. Also war ich plötzlich, obwohl viel jünger, in der Rolle der Erfahrenen und er ein Neuling. Lustig dieser Rollentausch. Ich ging also voran und zeigte ihm den Weg.

Wir hatten schönes, unspektakuläres Zimmer mit einem riesigen Bett. Wir legten uns aufs Bett und unterhielten uns erst einmal. Ganz entspannt. Zwei Stunden hatten wir das Zimmer. Dann knutschen wir. Aber nicht wirklich lange. Und wir waren relativ schnell nackt. Es war alles ziemlich entspannt. Im Vergleich zu manch anderem Mann vermittelte er mir das Gefühl, dass er einfach nur eine gute Zeit haben wollte. Dass er nicht ein bestimmtes Ziel hatte, dass er nun auch ganz dringend kommen müsste, so dass es ihn für sich rentiert. Er fing an mich zu liebkosen. Ich weiß nicht ob es ein Talent ist oder viel Übung jedenfalls berührte er meinen Körper genau richtig. Er berührte mich so, dass ich geistig nicht eine Sekunde in Hab-Acht-Stellung gehen musste. Achtsam, aber wissend wie eine Frau funktioniert. So schnell wie mit ihm konnte ich meinen Kopf selten entspannen, bei einem Mann, mit dem ich zum ersten Mal Sex habe. Das war der Wahnsinn. Das führte dazu, dass er mir sehr entspannt, aber mit einer relativ kurzen Aufwärmphase einen ziemlich beindruckenden Orgasmus gefingert hatte. Ich war befriedigt und beeindruckt, als ich mich danach in die Embryostellung einrollte. Er freute sich daran, dass er mir Lust bereiten konnte.

Ich revanchierte mich und kümmerte mich um ihn. Großer Schwanz, aber bewältigbar. Ich wollte ihm ähnliche Lust bereiten wie er mir bereitet hatte und versuchte beim Blowjob seinen Körper zu lesen, zu verstehen, was ihm gefällt. Es gelang mir. Denn auch er kam. Und dann fiel mir auf, dass es eigentlich ziemlich doof ist, dass das Stundehotelzimmer kein Waschbecken hatte. Mir war natürlich sein Sperma über die Hand gelaufen. ich wischte es mit einem Tuch ab, musste aber wohl oder übel raus auf den Flur um mir im Klo die Hände zu waschen. Das war schräg. So halb bekleidet über den Gang zu hopsen. Aber naja, die werden schon anderes gesehen haben, dachte ich mir dann.

Ich war gespannt, was noch passieren würde. Auf seinen ansehnlichen Schwanz hatte ich durchaus Lust. Nach einer Weile begann er mich zu lecken. Auch da wußte er genau was er tun musste. Er leckte mich gekonnt und mit Hingabe. Das was er tat vermittelte mir wiederum das Gefühl, dass er Spaß an der Sache hat. Für meinen Kopf, der sich manchmal schwer ausschalten lässt, ist das wie ein Geheimrezept. Ich konnte mich einfach hingeben, ohne nachzudenken. Einfach genießen. Und zack Hammerorgasmus Nummer Zwei. Auch dieses Mal revanchierte ich mich nach einer Pause mit einem Hand-/Blowjob.

Es gelang ihm auch noch ein drittes Mal meinem Körper einen Orgasmus zu entlocken, was wirklich sehr erstaunlich ist. Denn eigentlich wird es schwieriger, je öfter. Desto genauer muss er das treffen, was mein Körper will. Aber es ging so einfach. So gekonnt, wie er meinen Kitzler berührte in der richtigen Intensität, wie er meinen Körper lesen konnte. Es war großartig. Ohne das wir miteinander geschlafen hatten, ging ich sehr glücklich befriedigt an diesem Tag nach Hause. Das einzige was ungewöhnlich war, dass wir uns bis auf ganz zu Anfang nicht geküsst hatten. Trotz kuscheln und streicheln zwischendurch. Keine Ahnung warum, es ist mir jedenfalls aufgefallen. Nachdem er mit mir fremdgeht, kann es sein, dass er nicht küssen will. Ich werd ihn das mal noch fragen. Ein Wiedersehen wird es auf jeden Fall geben, denk ich.

Dates und Politik

Bloggen in guten, wie in schlechten Zeiten: Es hat nach der Buchmesse also genau vier Tage gedauert, bis die Absage von dem großen Verlag kam, bei dem ich mich am Stand vorgestellt hatte. „Wir sind nicht an dem Inhalt Ihres Blogs interessiert“. Ich müsste darüber nicht schreiben. Aber ich tue es,wie immer. Denn das Leben läuft natürlich nicht immer so, wie man es gern hätte.

Natürlich habe auch ich diese ureigene Angst mich zu blamieren. Mich in etwas zu verrennen, das fern jeder Realität ist. Mir am Ende völlige Selbstüberschätzung eingestehen zu müssen. Manche Kritiker werden sich jetzt bestätigt fühlen: Siehste, habe ich dir gleich gesagt, dass dein Zeug vom Niveau her nicht reicht. Dass es sprachlich zu lieblos, inhaltlich zu flach und nur einer unter 1000en Blogs ist.

Nach der ersten Absage aufzugeben kommt allerdings nicht in Frage. Es wäre nämlich ähnlich vermessen, zu glauben, dass er kürzeste Weg ans Ziel führt. Außerdem habe ich außer meinem Gesicht vor mir selbst nichts, aber auch rein gar nichts zu verlieren. Ich werde also sehen was passiert. Ich habe die Absage zur Kenntnis genommen. Wenn die Kritik irgendwann größer wird, als die Bestärkung, dann werde ich den Traum aufgeben. Das als Aspekt am Rande.

Dates und Politik

Vermutlich ist es eine goldene Dateregel, nicht über Politik zu sprechen beim ersten Date. Aber erstens halte ich mich ja nie an solche Regeln und zweitens spätestens wenn ich erzähle, was ich studiert habe, dann landet das Gespräch sowieso in diesem Themengebiet. Seit das bestimmende politische Thema in letzter Zeit die Flüchtlingsfrage ist, hat das für Dates noch einmal einen ganz andere Brisanz. Vermutlich weil das Thema so dominierend ist, dass es eigentlich niemanden gibt, der sich dabei nicht positioniert. Beziehungsweise hat die Meinung zu diesem Thema was mit einer Haltung zu tun. Mit einer grundsätzlichen Haltung. In früheren Dates ging es auch um Politik. Ich halte es auch gut aus, wenn jemand nicht den selben Standpunkt vertritt wie ich, oder einer anderen demokratischen Partei anhängt. Aber das Thema Flüchtlinge bringt so schnell wie keine anderes latenten Rassismus zum Vorschein.

Um sonst soweit zu einem Menschen vorzudringen, dass man am Ende wußte, welche Haltung derjenige einnimmt, hat es vorher mit ziemlicher Sicherheit mehr als ein Gespräch gedauert. Man hat sich vermutlich meist um einfachere Themen gedreht. Die politischen Fragen waren nicht so eklatant, dass man sich zwingend auf eine Seite stellen musste. Aber ich merke, dass die persönliche Haltung in der Flüchtlingsfrage für mich sehr große Relevanz besitzt. Uneinigkeit in der Flüchtlingsfrage als Datekiller sozusagen. Vor allem als Sexkiller. Ich kann niemanden vögeln, bei dem ich auch nur leichten Rassismus vermute. Keine Chance. Egal wie er aussieht.

Vermutlich könnte ich Dates in naher Zukunft einfach abkürzen mit: „Hi ich bin Remi, sag mal, wie stehst du eigentlich zur Flüchtlingsfrage?“

Vor Allem überrascht und erschreckt mich die Tatsache, wieviele gut ausgebildete Mittelschichts-Männer Meinungen vertreten, die ich schwer ertragen kann. Ängste darf man formulieren, darüber reden und diskutieren, gar keine Frage. Aber wenn der Bodensatz der Ängste Rassismus ist, dann endet die Toleranz für mich. Dann wird man sich wohl nicht wiedersehen.

Ehrlichkeit beim Date immer die beste Lösung?

Ich also wieder daheim, Mr. Bondage weit weg. Hatte den festen Vorsatz mal wieder ein paar andere Männer zu treffen. Heute Abend hatte ich noch nichts vor gehabt. Wie passend kam nachmittags eine Email auf der Rirarammelseite reingeflattert. Mann, wollte mich, den Freigeist, kennenlernen… wollte ein tiefgründiges Gespräch, anspruchsvoll und unverbindlich. Beschrieb sich selbst als gebildet, ohne Konventionen, mit Niveau und Charme. Eine Mail die davon sprach, dass er mein Profil gelesen hatte. Hört sich nicht oberflächlich an, nicht auf Sex fixiert, sondern nach einem spannenden Gespräch. Ich wollte auf Nummer sicher gehen und antwortete ihm, dass ich ihm Bilder von mir freischalte und wenn er mich dann immer noch kennenlernen wollte, dann könnten wir uns ja gleich noch treffen.

Er wollte mich immer noch treffen und wir verabredeten uns an einer Kneipe in seinem Viertel. Ich fuhr hin, wir trafen uns und stellten fest, dass dort Ruhetag war. Dann liefen wir zu einer anderen Kneipe. Wir unterhielten uns ein wenig über Studium und Beruf, ganz okay als Gesprächseinstieg. In der Kneipe fragte ich, weil ich auf Nummer sichergehen wollte, ob man mit Karte bezahlen könnte und just an diesem Abend ging es nicht. Ich fragte ihn nach einer Bank. Er sagte, dass er auch nur 5 Euro dabei habe und wir verließen die Kneipe wieder um zur Bank zu laufen. Kaum standen wir vor der Kneipe, sagte er, dass das wohl ein Wink mit dem Zaunpfahl sei, dass es für ihn eh nicht passt und wir das Ganze auch jetzt beenden könnten, statt bis zur Bank und zurück zu laufen. … Irgendwas vpn Ehrlichkeit… bla, bla, bla… Ich sagte: „Gut, kann man nicht ändern.. bla, bla bla…“ dann liefen wir wieder zum Auto zurück. Und er beschwerte sich auf dem weg dorthin noch darüber dass Frauen immer Niveau auf ihren Profilen fordern würden und dann nicht mal Rechtschreiben könnten, beim WhatsAppen und dass Krankenschwestern nicht sein Niveau wären..

Natürlich war ich ein wenig gekränkt hinterher. Dachte mir: Oberflächlicher Arsch, dem kann ich wohl nur zu dick gewesen sein. Niveau-Gelaber und dann nur auf die Optik gucken. Am Gespräch kann es eigentlich nicht gescheitert sein. Aber naja. Das nervt ein wenig, tut kurz weh und geht auch gleich wieder vorbei, weil er es ja dann auch nicht wert ist, ihm auch nur irgendeine Träne nachzuweinen. Alles gut. Das passiert eben.

Was ich mich allerdings hinterher gefragt habe: Ist Ehrlichkeit immer die beste Lösung? Und ich kann mich nicht entscheiden. Einerseits: Ja Ehrlichkeit ist prinzipiell gut und irgendwie auch hoch anzurechnen, dass jemand gleich sagt, was Sache ist. Man könnte sagen, er verschwendet keine Lebenszeit mit Dingen die ihm nichts bringen und verschwendet vermeintlich auch nicht die Lebenszeit des Gegenübers. Also eine gute Lösung

Auf der anderen Seite ist diese Art von Ehrlichkeit schon eine brutale Kränkung. Irgendwie auch egoistisch. Hauptsache man selbst kommt schnell aus der Nummer raus, egal was das in dem Gegenüber auslöst. Jemandem gar nicht erst die Chance auf ein Gespräch geben. Nach 15 Minuten sagen, dass es gar nichts wird. Sich überhaupt nicht für den Menschen interessieren. Natürlich kommt nicht bei jedem Date ein Fick oder eine Beziehung raus.. Muss ja gar nicht. Aber dann hat man was gegessen und zumindest meiner Erfahrung sich in 90 Prozent der Fälle nett unterhalten. Man ist zumindest nicht ganz umsonst durch die halbe Stadt gekurvt. Das ehrliche Ende war mega unbefriedigend weil ich länger gefahren bin, als wir uns gesehen haben.

Mir ist glaube ich die Variante, das Date nicht gleich abbrechen, was Essen oder was Trinken und hinterher dann sagen ob es passt oder nicht, lieber. Mag vielleicht ein wenig feiger sein, oder höflicher und empathischer, je nachdem wie man es sehen will.